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	<title>Begriff - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Pistazienfresser: Die letzte Textänderung von ~2026-12004-16 wurde verworfen und die Version 263965373 von Probast wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2026-02-23T18:55:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-12004-16&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-12004-16&quot;&gt;~2026-12004-16&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/263965373&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/263965373&quot;&gt;263965373&lt;/a&gt; von Probast wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt Alltagssprache und Wortherkunft&amp;amp;nbsp;– zu philosophischen Zusammenhängen siehe [[Begriff (Philosophie)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Begriff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird der [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutungsinhalt]] einer [[Bezeichnung]] oder [[Vorstellung]] angesprochen. Mit ähnlicher Bedeutung wird auch das Wort &amp;#039;&amp;#039;Konzept&amp;#039;&amp;#039; verwendet; die englische und französische Bezeichnung für „Begriff“ lautet &amp;#039;&amp;#039;concept&amp;#039;&amp;#039; (von {{LaS|conceptum|de=das Zusammengefasste, das Begriffene}}). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Begriff bildet eine [[Semantik|semantische]] Einheit, die Teil einer [[Proposition (Linguistik)|Proposition]] oder eines [[Gedanke]]ns ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche etwa {{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/concepts/|Concepts|Eric Margolis, Stephen Laurence|beleg=1}}: &amp;#039;&amp;#039;Concepts, pretheoretically, are the constituents of thoughts.&amp;#039;&amp;#039; Siehe aber auch die nachfolgende dortige Kurzübersicht kontroverser jüngerer Positionen zur Ontologie von Begriffen: neben der – klassisch weithin üblichen – Auffassung als Elementen von Propositionen, also als Abstrakta, werden Begriffe auch als Fähigkeiten oder als mentale Repräsentationen aufgefasst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein definierter Begriffsinhalt kann – auch in derselben [[Sprache]] – mehrere unterschiedliche (einfache oder zusammengesetzte) [[Signifikant|Bezeichner]] haben, die dann [[Synonym|Synonyme]] sind. [[Homonym]]e sind dagegen gleiche Benennungen verschiedener Begriffe. Auch [[Symbol]]e oder [[Code]]s können einen Begriff bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterschiedliches Verständnis von Begriffen ==&lt;br /&gt;
Begriffe werden in der [[Gemeinsprache]] und in manchen [[Fachsprache]]n – je nach Perspektive – oft unscharf abgegrenzt gegenüber Wörtern oder Ausdrücken als äußerlichen, sprachlichen Einheiten einerseits und gegenüber Auffassungen oder Vorstellungen als innerlichen, rein gedanklichen Einheiten andererseits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal wird „Begriff“ als &amp;#039;&amp;#039;mentale Informationseinheit&amp;#039;&amp;#039; verstanden&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Schwarz, Jeannette Chur: &amp;#039;&amp;#039;Semantik: Ein Arbeitsbuch.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Narr, Tübingen 2004, S. 219 ({{Google Buch |BuchID=GecHHNkmJ-oC |Seite=219 |Linktext=Seitenvorschau}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; oder als bedeutungsgleich zum „Begriff“ im Sinne der vormodernen philosophischen Tradition, siehe [[Begriff (Philosophie)]].&amp;lt;!--in der modernen Tradition ist der Begriff eine Wahrheitsfunktion--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Begriff&amp;#039;&amp;#039; kann auch ein „[[Lexikalisierung|lexikalisiertes]] Konzept“ verstanden werden,&amp;lt;ref&amp;gt;Sebastian Löbner: [https://user.phil.hhu.de/~loebner/semantik_2/begriff.htm#Begriff &amp;#039;&amp;#039;Begriffswörterbuch Semantik.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;user.phil.hhu.de.&amp;#039;&amp;#039; 2015, abgerufen am 20. April 2020 (Zusammenfassung aus seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Semantik: Eine Einführung&amp;#039;&amp;#039; 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei dann das mit einem [[Lemma (Lexikographie)|Lemma]] verbundene Konzept gemeint ist (als mentale Repräsentation eines einzelnen Objekts oder einer [[Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)|kognitiven Kategorie]]). In der Alltagssprache und darüber hinaus steht das Wort &amp;#039;&amp;#039;Begriff&amp;#039;&amp;#039; oft fälschlich für eine Benennung, also für ein &amp;#039;&amp;#039;Wort&amp;#039;&amp;#039; oder eine &amp;#039;&amp;#039;Wortgruppe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Untersuchung von Begriffen in verschiedenen Wissenschaften, wie [[Psychologie]], [[Neurowissenschaften]], [[Sprachwissenschaft]], in Ansätzen formaler [[Wissensrepräsentation]] (insbesondere [[Formale Begriffsanalyse]]) und Disziplinen der Philosophie ([[Logik]], [[Erkenntnistheorie]], [[Ontologie]], [[Semiotik]]) nimmt dabei verschiedene Perspektiven auf den „Begriff“ ein. In den Kultur- und Geschichtswissenschaften werden in der [[Begriffsgeschichte]] historisch der Bedeutungswandel und die Veränderung der begrifflichen Verhältnisse von Ausdrücken untersucht, im Unterschied zur [[Ideengeschichte]], die sich mit Vorstellungen und Konzepten (auch unabhängig von ihren Bezeichnungen) beschäftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Strukturalismus]] wird die &amp;#039;&amp;#039;Inhaltsseite&amp;#039;&amp;#039; eines [[Zeichen]]s als [[Signifikat]] bezeichnet. Dieses wird je nach Bedeutungstheorie als [[Begriff (Philosophie)|Begriff]], [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutung]] oder [[Sinn (Philosophie)|Sinn]]&amp;lt;!--sinnvoll als Weiterleitung auf den 1892er-Aufsatz &amp;quot;[[Über Sinn und Bedeutung]]&amp;quot; ?--&amp;gt; verstanden, worauf mittels Lauten oder Buchstaben die &amp;#039;&amp;#039;Ausdrucksseite&amp;#039;&amp;#039; eines Zeichens, [[Signifikant]] genannt, verweist. In einer einfachen Lesart entspricht ein Signifikat damit auch einem Begriff, was im [[Semiotisches Dreieck|semiotischen Dreieck]] als Vermittlung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem dargestellt wird; ein Begriff stellt als Sinn des [[Symbol]]s dessen Bezug zum [[Referent (Linguistik)|Referenzobjekt]] her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Etymologie}} Wortherkunft ==&lt;br /&gt;
Das Verb &amp;#039;&amp;#039;begreifen&amp;#039;&amp;#039; ist bereits seit dem 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nachweisbar ([[Althochdeutsche Sprache|althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;bigrīfan&amp;#039;&amp;#039;, [[Mittelhochdeutsche Sprache|mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;begrīfen&amp;#039;&amp;#039;), die ursprüngliche Bedeutung war „ergreifen, umgreifen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kluge&amp;quot;&amp;gt;Satz nach [[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Bearbeitet von [[Elmar Seebold]]. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017473-1, Lemma: „begreifen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Bedeutungsausdehnung beginnt schon im Althochdeutschen, mit der Verwendung als Übersetzung des lateinischen &amp;#039;&amp;#039;comprehendere&amp;#039;&amp;#039; („begreifen“) oder &amp;#039;&amp;#039;concipere&amp;#039;&amp;#039; („erfassen“, „in sich aufnehmen“). Insbesondere in Texten mystischer Theologie wird der Ausdruck in erweitertem Sinne gebraucht, indem körperliches „Fassen, Greifen“ auf geistiges Begreifen als „mit dem Verstande erfassen, verstehen“ ausgedehnt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EWdD&amp;quot;&amp;gt;Satz nach [[Wilhelm Braun (Germanist)|Wilhelm Braun]], [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der [[Akademie der Wissenschaften der DDR]]. Akademie-Verlag, Berlin 1989, Lemma: „begreifen“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--ref muss nicht nach jedem Satz stehen, reicht am Absatzende.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Substantiv &amp;#039;&amp;#039;Begriff&amp;#039;&amp;#039; ist als &amp;#039;&amp;#039;begrif&amp;#039;&amp;#039; (mittelhochdeutsch und [[Frühneuhochdeutsche Sprache|frühneuhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;begrif&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;begrifunge&amp;#039;&amp;#039;) bereits im Mittelhochdeutschen mit der Bedeutung „Umfang, Bezirk“ belegt. Später übertrug sich dessen Bedeutung analog zum Verb auf „Vorstellung“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kluge&amp;quot; /&amp;gt; Das Wort kommt im 18. Jahrhundert insbesondere durch [[Christian Thomasius]] und [[Christian Wolff (Aufklärer)|Christian Wolff]] in Gebrauch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EWdD&amp;quot; /&amp;gt; Seine Bedeutung wird in der Zeit der Aufklärung auf „Allgemeinvorstellung“ eingeengt und zur Übersetzung von „Idee“ verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kluge&amp;quot; /&amp;gt; In der philosophischen Terminologie werden schließlich „Begriff“ und „Vorstellung“ voneinander abgegrenzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EWdD&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;begreiflich&amp;#039;&amp;#039;, mit der heutigen Bedeutung „verständlich“, ist aus dem mittelhochdeutschen &amp;#039;&amp;#039;begriflich&amp;#039;&amp;#039; („fassbar, leicht fassend, begreifend“) entstanden. Demgegenüber ist &amp;#039;&amp;#039;begrifflich&amp;#039;&amp;#039;, mit der Bedeutung „einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend“, aus dem Substantiv abgeleitet. Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;begriffsstutzig&amp;#039;&amp;#039; („schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff“) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EWdD&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbildung ==&lt;br /&gt;
„Der Begriff ist das Werkzeug, mit dem wir die Wirklichkeit deuten.“ (Hans Aebli 1989).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Aebli |Titel=Denkprozesse |Sammelwerk=Denken: das Ordnen des Tuns |Band=2 |Auflage=2. Aufl |Ort=Stuttgart |Datum=1994 |ISBN=978-3-608-91035-3 |Seiten=83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die menschliche Kognition ist lebenslang zur Begriffsbildung in der Lage, um Objekte oder Ereignisse nach ihren Merkmalen zu kategorisieren. Das ist ein Gebiet der [[Denkpsychologie]]. Für die [[Entwicklungspsychologie]] ist die ansteigende Fähigkeit zum Bau von Begriffen nach der Geburt bis in die Jugend von besonderem Interesse, um das [[Lernen]] besser zu verstehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass Merkmale überhaupt unterschieden ([[Diskrimination]]) sowie die charakteristischen Merkmale von den unwesentlichen unterschieden werden können. Minimal muss ein Begriff dem Menschen erlauben, ein bestimmtes Phänomen wiederzuerkennen. Die maximale Anforderung wird erreicht, wenn der neue Begriff sich als invariant gegenüber äußeren Veränderungen und damit von stabiler Bedeutung erweist. Die Begriffsbildung ist ein aktiver kognitiver Strukturierungsprozess, d.&amp;amp;nbsp;h. die neue Struktur bildet die Umwelt nicht einfach ab, sondern ist Ergebnis mentaler Konstruktionen, häufiger eine Umstellung bereits bestehender Begriffsstrukturen und seltener eine Neubildung. Zusammengefasst werden folgende Schritte vollzogen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abstraktion von unwichtigen Reizmerkmalen,&lt;br /&gt;
* Differenzierung und Löschung der Reizmerkmale,&lt;br /&gt;
* vermittelte [[Assoziation (Psychologie)|Assoziation]] oder&lt;br /&gt;
* Invariantenbildung aufgrund schrittweiser Informationsverarbeitung&amp;lt;ref&amp;gt;K. Foppa: &amp;#039;&amp;#039;Begriffsbildung&amp;#039;&amp;#039;, in: Joachim Ritter: Historisches Wörterbuch der Philosophie., Band 1, S.&amp;amp;nbsp;787&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Eigenschaftsbegriffe&amp;#039;&amp;#039; entstehen durch eine &amp;#039;&amp;#039;Kategorisierung&amp;#039;&amp;#039;, daher heißen sie auch oft einfach Kategorie: &amp;#039;&amp;#039;Mondfinsternis&amp;#039;&amp;#039; wird zugeordnet &amp;#039;&amp;#039;partiell&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;total.&amp;#039;&amp;#039; Für manche Begriffe wird ein Prototyp (idealer Vertreter) gebildet: &amp;#039;&amp;#039;körperliche Aggression&amp;#039;&amp;#039; ist &amp;#039;&amp;#039;Schlägerei&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Erklärungsbegriffe&amp;#039;&amp;#039; beinhalten eine Erklärung, also Annahmen, die auf etwas Bekanntes (Theorie, Zusammenhang) zurückgreifen, um das Phänomen zu begreifen. &amp;#039;&amp;#039;Mondfinsternis&amp;#039;&amp;#039; wird erklärt als &amp;#039;&amp;#039;Mond im Erdschatten&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Begriff weist zwei Bestandteile auf:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;sachliche (denotative) Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;: logische Struktur oder Prototyp (bei den Eigenschaftsbegriffen) bzw. Theorie (bei den Erklärungsbegriffen)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;emotionale (konnotative) Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;: gefühlsmäßige Beziehung einer Person zu dieser Sache.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/begriffsbildung/2049 |titel=Begriffsbildung |werk=Lexikon der Psychologie |hrsg=Spektrum |sprache=de |abruf=2021-09-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der [[Aristoteles|aristotelisch]]-[[Thomismus|thomistischen]] Tradition wurde die Begriffsbildung als [[Abstraktion]] durch einen aktiven Geist erklärt. Für den [[Empirismus]] ist der Geist dagegen eher passiv, eine [[Tabula rasa]] für alle neuen sinnlichen Eindrücke, er abstrahiert von selbst aus diesen (viele Wahrnehmungen von Einzelpferden) nur den gemeinsamen Begriff &amp;#039;&amp;#039;Pferd&amp;#039;&amp;#039;. Der deutsche Psychologe [[Narziß Ach]] (1921) begann mit einfachen Experimenten zur „Begriffsfindung“. Der Schweizer [[Jean Piaget]] hat eine Strukturanalyse der dem jungen Menschen zur Verfügung stehenden kognitiven Strukturen begonnen. Nach ihm bilden sich kognitive Strukturen durch [[Interaktion]] mit den Objekten. Alte Strukturen werden so lange beibehalten, bis neue invariante Merkmale zugeordnet werden können und so zu einer Korrektur führen. Im ersten Fall wird das Objekt der Wahrnehmung angepasst, Piaget nennt dies [[Assimilation (Lernpsychologie)|Assimilation]]. Im letzten Fall passt sich die Wahrnehmung dem Objekt an, man spricht von der [[Akkommodation (Lernpsychologie)|Akkommodation]]. Zwischen diesen Prozessen herrscht ein Fließgleichgewicht, das er [[Äquilibration]] nennt. Die Wahrnehmung und damit einhergehend auch die Möglichkeit, neue Begriffe bilden zu können, differenziert sich dadurch immer mehr aus. Er hat experimentalpsychologisch versucht, die natürliche Begriffsbildung bei Kindern nachzuvollziehen, wobei er die konstruktive Rolle des Geistes hervorhob, der traditionellen hierarchischen Abstraktion aber eine Beziehungsbildung (mise en relation) zwischen Phänomenen vorzog. Er zeigte dies an einfachen geometrischen Begriffen wie &amp;#039;&amp;#039;horizontal&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;vertikal&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Piaget, Jean |Titel=Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde |Verlag=Ernst Klett |Datum=1974 |ISBN=3-12-926310-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den USA erweiterten C. I. Hovland (1952) und [[Jerome Bruner]] (1956) diese Experimente, wobei aktive Such„strategien“ gefunden wurden. [[Edna Heidbreder]] forschte zu Begriffen in offenen unbegrenzten Systemen und kam ebenso auf die große Rolle von [[Korrelation]]en zwischen Phänomenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei war in der Theorie lange umstritten, ob die Begriffe scharf (x ist entweder Glas oder Vase) oder vage-fließend (x ist irgendwie ähnlich zu Glas – Vase) abgegrenzt werden. Die erste Position gilt als klassische Position der [[Logik]], die zweite wird im 20. Jahrhundert seit [[Ludwig Wittgenstein]] in der Philosophie und [[Eleanor Rosch]] in der Psychologie mit der &amp;#039;&amp;#039;Prototypentheorie&amp;#039;&amp;#039; (s. o.) vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Über- und Unterordnung von Begriffen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Semantische Relation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein „übergeordneter Begriff“ liegt in einem [[Begriffssystem#Hierarchische Begriffssysteme|hierarchischen Begriffssystem]] auf einer höheren Ebene und fasst mehrere Begriffe einer anderen Ebene zusammen. Ein „untergeordneter Begriff“ liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer niedrigeren Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Oberbegriff]] ist ein übergeordneter Begriff, der auf [[Abstraktion]]sbeziehungen innerhalb des Begriffssystems beruht. So ist beispielsweise „Fahrzeug“ ein Oberbegriff von „Landfahrzeug, Wasserfahrzeug und Luftfahrzeug“. Analog ist ein [[Hyponymie|Unterbegriff]] ein untergeordneter Begriff, wo innerhalb des Begriffssystems Abstraktionsbeziehungen bestehen. So ist beispielsweise „Auto“ ein Unterbegriff von „Fahrzeug“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein „Verbandsbegriff“ ist ein übergeordneter Begriff in einem anderen Sinn: Er fußt darauf, dass innerhalb des zugrunde liegenden Begriffssystems Bestandsbeziehungen gegeben sind. So ist beispielsweise „Europa“ ein Verbandsbegriff von „Frankreich, Schweiz und Italien“. Man nennt diese Begriffsbeziehung in der Sprachwissenschaft [[Meronymie]], den hierbei untergeordneten Begriff &amp;#039;&amp;#039;Meronym,&amp;#039;&amp;#039; manchmal auch [[Teilbegriff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Benennung und Gegenstand ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Semiotischesdreieck.jpg|mini|[[Semiotisches Dreieck]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe vermitteln zwischen Gegenständen und Benennungen für diese, dies wird traditionell im [[Semiotisches Dreieck|Semiotischen Dreieck]] veranschaulicht:&lt;br /&gt;
; Repräsentationsebene&lt;br /&gt;
: Die Benennung sowie die Definition eines Begriffs&lt;br /&gt;
; Begriffsebene&lt;br /&gt;
: Der Begriff mit seinen Merkmalen&lt;br /&gt;
; Gegenstandsebene&lt;br /&gt;
: Mehrere Gegenstände mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe und die sie verbindenden Relationen (Äquivalenz, Hierarchie usw.) spielen eine entscheidende Rolle beim [[Information Retrieval]] sowie beim Aufbau des sogenannten „[[Semantic Web]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang G. Stock]]: &amp;#039;&amp;#039;Begriffe und semantische Relationen in der Wissensrepräsentation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Information – Wissenschaft und Praxis.&amp;#039;&amp;#039; Band 60, Nr. 8, 2009, S.&amp;amp;nbsp;403–420, hier S. 403 ({{Webarchiv|url=https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Informationswissenschaft/1260277157iwp2009-8_.pdf |wayback=20210417012229 |text=PDF: 812&amp;amp;nbsp;kB, 18&amp;amp;nbsp;Seiten |archiv-bot=2024-07-23 02:17:09 InternetArchiveBot }} auf phil-fak.uni-duesseldorf.de).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Semantisches Netz]]&lt;br /&gt;
* [[Formale Begriffsanalyse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Artur Dubs: &amp;#039;&amp;#039;Das Wesen des Begriffs und des Begreifens.&amp;#039;&amp;#039; Max Niemeyer, Halle an der Saale 1911 ([[IArchive:daswesendesbegri00dubs|online]] im IArchive).&lt;br /&gt;
* Michael Gal: &amp;#039;&amp;#039;Begriff, Definition, Begriffsanalyse: Grundzüge der Terminologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Derselbe: &amp;#039;&amp;#039;Internationale Politikgeschichte: Konzeption – Grundlagen – Aspekte.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Thelem, Dresden/München 2021, ISBN 978-3-95908-446-8, S. 165–184.&lt;br /&gt;
* [[Albert Newen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die ungeklärte Natur der Begriffe: Eine Analyse der ontologischen Diskussion.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings der GAP.5.&amp;#039;&amp;#039; Fünfte Internationale Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Bielefeld September 2003, S. 419–434 ([http://www.gap5.de/proceedings/pdf/419-434_newen.pdf PDF: 168&amp;amp;nbsp;kB, 16&amp;amp;nbsp;Seiten] auf gap5.de).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4005248-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4005248-5|LCCN=sh85029623}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Semantik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ontologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abstraktum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pistazienfresser</name></author>
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