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	<title>Begierde - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Begierde&amp;diff=89596&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Etymologie */</title>
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		<updated>2026-03-09T04:32:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Etymologie&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das psychische Phänomen&amp;amp;nbsp;– zu anderen Bedeutungen siehe [[Begierde (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Was genau unterscheidet Begierde von einem Bedürfnis? Psychologische Perspektive fehlt.}}&lt;br /&gt;
__KEIN_INHALTSVERZEICHNIS__&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (selten auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Begier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein zwischen unwillkürlichem Streben und bewusstem [[Wille]]n liegendes [[Instinkt|Trieberlebnis]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georgi Schischkoff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; 22. Auflage. Kröner, Stuttgart 1991: Lemma &amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Begierde“ ist ein vom [[Adjektiv]] „gierig“ abgeleitetes [[Abstraktum]] (Adjektivabstraktum).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 1975, Lemma &amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Substantiv]] „Gier“ stammt aus der [[Indogermanische Ursprache|indogermanischen]] Wurzel *&amp;#039;&amp;#039;ghi&amp;#039;&amp;#039;; das alte Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;ger&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– noch enthalten im Wort begehren&amp;amp;nbsp;– ist verdrängt durch &amp;#039;&amp;#039;gierig&amp;#039;&amp;#039;, althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;girig&amp;#039;&amp;#039;. Erhalten geblieben ist auch das schwache Zeitwort &amp;#039;&amp;#039;gieren&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von „gierig verlangen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 1975, Lemma &amp;#039;&amp;#039;Gier&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; In mittelalterlichen Texten wurde die Begierde auch als &amp;#039;&amp;#039;gelust&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Schnell]]: &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 2003 (= &amp;#039;&amp;#039;Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 387.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, im Plural heute &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gelüste&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, womit das zum Begriff „[[Lust]]“ gehörige, seit [[Martin Luther]] (1523) nachweisbare Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;lüstern&amp;#039;&amp;#039; (‚Lust haben‘)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Herausgegeben von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 450–451 (zu &amp;#039;&amp;#039;Lust&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;lüstern&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; zusammenhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsinhalte ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039; (oft gleichgesetzt dem &amp;#039;&amp;#039;Begehren&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet den [[Psyche|seelischen]] Antrieb zur Behebung eines subjektiven Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch eines Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Begehren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren ([[Emotion]]en, [[Phantasie]], [[Wunsch|Wünsche]] oder Ausgleich der dazugehörigen [[Bedürfnis]]se), bei der &amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039; dagegen mehr die körperlichen ([[Triebtheorie|Triebe]], [[Schmerz]], [[Abhängigkeit (Medizin)|Sucht]], Hunger, Durst, [[Libido]] bzw. [[Lust]] oder Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Begierde&amp;#039;&amp;#039; wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig eingeengt auf die [[Sexualität]] verwendet, während &amp;#039;&amp;#039;Begehren&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– unter anderem durch die Begriffsprägung [[Jacques Lacan]]s &amp;#039;&amp;#039;(désir)&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft wie der [[Psychoanalyse]] und der feministischen Philosophie (etwa [[Judith Butler]]) Eingang gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gabriel Tarde]] hat das Begehren zu einem Ausgangspunkt soziologischer Theorie genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Borch, Urs Stäheli: &amp;#039;&amp;#039;Tardes Soziologie der Nachahmung und des Begehrens.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieselben (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziologie der Nachahmung und des Begehrens: Materialien zu Gabriel Tarde.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-518-29482-6, S. 7–38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Religionen und philosophische Strömungen propagieren, dass das Nichtverfolgen von Begierden zum Glück führt, darunter viele Philosophien aus Ostasien (etwa der [[Zen|Zen-Buddhismus]]) und dem antiken Griechenland (etwa [[Kynismus]] und [[Stoa]]). [[Askese]] und „[[einfaches Leben]]“ sind Lebensstile, für die dieses Prinzip zentral ist.&lt;br /&gt;
== Begierde und Bedürfnis: Psychologische Perspektive ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterschied zwischen Begierde und Bedürfnis ===&lt;br /&gt;
Begierde und Bedürfnis sind zwei unterschiedliche Konzepte, die oft verwechselt werden. Ein Bedürfnis ist ein Mangelzustand, der das Verlangen nach dessen Beseitigung auslöst. Bedürfnisse können körperlicher Natur sein, wie Hunger oder Durst, oder sozialer Natur, wie das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/beduerfnis/2005 Bedürfnis - Lexikon der Psychologie - Spektrum.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begierde hingegen ist ein intensiver Wunsch oder Drang, der über das bloße Bedürfnis hinausgeht. Sie ist oft mit starken Emotionen und körperlichen Trieben verbunden. Während Bedürfnisse grundlegende Anforderungen des Lebens darstellen, ist Begierde oft durch spezifische Objekte oder Zustände geprägt, die als besonders begehrenswert empfunden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/begierde Begierde – Dorsch - Lexikon der Psychologie]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychologische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Aus psychologischer Sicht sind Bedürfnisse grundlegende Treiber des menschlichen Verhaltens. Sie sind oft biologisch verankert und notwendig für das Überleben. Begierden hingegen sind stärker von individuellen Erfahrungen und kulturellen Einflüssen geprägt. Sie können als Ausdruck tieferliegender psychologischer Motive verstanden werden, die über das bloße Überleben hinausgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-658-36364-2_3.pdf Grundbegriffe: Bedürfnisse, Motive und Motivation - Springer]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung zwischen Begierde und Bedürfnis ist wichtig, um menschliches Verhalten und Motivation besser zu verstehen. Während Bedürfnisse oft als notwendige Voraussetzungen für das Wohlbefinden betrachtet werden, können Begierden sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Verhalten und die psychische Gesundheit haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.seele-und-gesundheit.de/psycho/begehren.html Begehren / Begierde / Gier - Seele und Gesundheit]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Jouissance]] (deutsch „Genießen“)&lt;br /&gt;
* [[Konkupiszenz]] (böse Begierde, theologisch)&lt;br /&gt;
* [[Verlangen]] (auf bestimmte Zielzustände gerichteter Erregungszustand)&lt;br /&gt;
* [[Sexualität des Menschen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Borch, [[Urs Stäheli]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziologie der Nachahmung und des Begehrens: Materialien zu Gabriel Tarde.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-518-29482-6.&lt;br /&gt;
* Franz X. Eder: &amp;#039;&amp;#039;Kultur der Begierde: Eine Geschichte der Sexualität.&amp;#039;&amp;#039; 2., erweiterte Auflage.  Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-57738-3 (Erstauflage 2002).&lt;br /&gt;
* [[Carolin Emcke]]: &amp;#039;&amp;#039;Wie wir begehren.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt/M. 2012, ISBN 978-3-10-017018-7.&lt;br /&gt;
* Thomas Gebel: &amp;#039;&amp;#039;Krise des Begehrens: Theorien zu Sexualität und Geschlechterbeziehungen im späten 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Kovac, Hamburg 2002, ISBN 3-8300-0501-6.&lt;br /&gt;
* J. D. Vincent: &amp;#039;&amp;#039;Biologie des Begehrens.&amp;#039;&amp;#039; Reinbek 1996.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Begehren}}&lt;br /&gt;
* {{SEP|https://plato.stanford.edu/entries/desire/|Desire|Tim Schroeder}} 9. April 2015 (englisch).&lt;br /&gt;
* Luc Vendramin: [https://www.lesamisdenemesis.com/?p=215/ &amp;#039;&amp;#039;Begehren und Bedürfnis – Vorläufiger Bericht über Stand und Möglichkeiten der Vermittlung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;lesamisdenemesis.com.&amp;#039;&amp;#039; 19. Februar 2003 (übersetzt von Jean-Pierre Baudet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4144301-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Motivation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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