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	<title>Befehlsnotstand - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Befehlsnotstand&amp;diff=75232&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<updated>2026-04-16T14:31:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Befehlsnotstand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff aus der Straf[[rechtsdogmatik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine deutsche gesetzliche Regelungen finden sich in {{§|34|stgb|juris}} StGB ([[Rechtfertigender Notstand (Deutschland)|rechtfertigender Notstand]]) und {{§|35|stgb|juris}} StGB ([[Notstand#Entschuldigender Notstand|entschuldigender Notstand]]). Beide Regelungen setzen voraus, dass einem Befehlsempfänger für den Fall, dass er einen (verbrecherischen) Befehl nicht ausführt, eine gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben droht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20160304104823/https://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/abteilungen/abtg/mitteilungen3_2008/befehlsnotstand.pdf &amp;#039;&amp;#039;NS-Verbrechen, totalitäre Herrschaft und individuelle Verantwortlichkeit: Das Problem des sog. Befehlsnotstandes&amp;#039;&amp;#039;] pdf, Mitteilungen aus dem [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]], [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Außenstelle Ludwigsburg]], Themenheft 2008, abgerufen am 18. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Ausführung des Befehls bleibt der Befehlsempfänger dann aufgrund dieser Zwangslage straffrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Anwendung bei Prozessen zu Verbrechen im Ersten Weltkrieg}}&lt;br /&gt;
=== Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Der Befehlsnotstand spielte insbesondere in [[NS-Prozesse]]n wegen [[Kriegsverbrechen]] in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] eine große Rolle, da sich viele Angeklagte darauf beriefen, um ihre individuelle Schuld zu bestreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von dem [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationalen Militärgerichtshof]] angewendete [[Londoner Statut|IMT-Statut]] erkennt in Art. 8 die Tatsache, dass ein Angeklagter auf Befehl seiner Regierung oder eines Vorgesetzten gehandelt hat, nicht als Strafausschließungsgrund an. Das [[Handeln auf Befehl]] konnte nur als Strafmilderungsgrund berücksichtigt werden, wenn dies nach Ansicht des Gerichtshofes gerechtfertigt erschien.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-marburg.de/icwc/dateien/imtcdeutsch.pdf &amp;#039;&amp;#039;Statut für den Internationalen Militärgerichtshof vom 8. August 1945&amp;#039;&amp;#039;] Universität Marburg, abgerufen am 18. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Befehlsnotstand dagegen konnte berücksichtigt werden, falls die angedrohte Konsequenz der Befehlsverweigerung verhältnismäßig drastisch zum Schaden der Ausführung des angeordneten Verbrechens war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marcus Joyce28(3):623-642. [[doi:10.1017/S0922156515000321]] |Titel=Duress: From Nuremberg to the International Criminal Court, Finding the Balance Between Justification and Excuse |Sammelwerk=Leiden Journal of International Law |Band=28 |Nummer=3 |Datum=2015 |DOI=10.1017/S0922156515000321 |Seiten=627}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bundesgerichtshof]] legte seiner Rechtsprechung die allgemeinen Regelungen in §§ 34, 35 StGB (bis 1974 § 52 StGB a.F.) zugrunde, da es spezielle Regelungen im Militärstrafrecht nicht gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Befehlsnotstand konnte danach nur gegeben sein, wenn die Handlung dem Befehlsempfänger „durch die Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben abgenötigt, also sein Wille durch diese Drohung gebeugt wird“ bzw. „wenn die Tat ,zur Rettung‘ begangen worden ist, das heißt, wenn die Vorstellung der Gefahr den Täter zu seinem rechtswidrigen Handeln bewogen hat“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2022-10 |url=https://www.jurion.de/urteile/bgh/1952-10-14/1-str-791_51/ |text=BGH 1 StR 791/51 vom 14. Oktober 1952 |archivebot=2022-10-09 12:24:18 InternetArchiveBot}} und BGH StR 760/52 vom 28. Mai 1953&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weder die Gefahr einer Degradierung noch der Abstellung zu einer Bewährungseinheit begründeten die erforderliche Gefahr für Leib oder Leben.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH in Slg. D 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter gegenwärtiger Gefahr sei „ein Zustand zu verstehen, der nach menschlicher Erfahrung bei natürlicher Weiterentwicklung der gegebenen Sachlage den Eintritt einer Schädigung sicher oder doch höchst wahrscheinlich macht, wenn nicht alsbald eine Abwehrmaßnahme ergriffen&lt;br /&gt;
wird&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH in Slg. D 19, 36&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Annahme eines „Befehlsnotstandes“ bedarf daher konkreter Feststellungen darüber, in welcher Weise „nach menschlicher Erfahrung bei natürlicher Weiterentwicklung der gegebenen Sachlage“ eine Schädigung an Leib oder Leben „sicher oder doch höchst wahrscheinlich“ eingetreten wäre. Die bloße Möglichkeit einer Schädigung an Leib oder Leben entspreche nicht dem Begriff der Gefahr und reiche für die Annahme eines Befehlsnotstands nicht aus. Der Befehlsempfänger müsse sich außerdem „nach dem Maße aller seiner Kräfte bemüht“ haben, der Gefahr auf andere Weise als durch Ausführung des Befehls zu entgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§&amp;amp;nbsp;47 des zur Tatzeit geltenden [[Militär-Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich|Militärstrafgesetzbuches für das Deutsche Reich]] besagte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;„(1) Wird durch die Ausführung eines Befehls in Dienstsachen ein Strafgesetz verletzt, so ist dafür der befehlende Vorgesetzte allein verantwortlich. Es trifft jedoch den gehorchenden Untergebenen die Strafe des Teilnehmers:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;1. wenn er den ihm erteilten Befehl überschritten hat, oder&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;2. wenn ihm bekannt gewesen ist, daß der Befehl des Vorgesetzten eine Handlung betraf, welche ein bürgerliches oder militärisches Verbrechen bezweckte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.documentarchiv.de/ksr/1872/militaerstrafgesetzbuch_deutsches-reich.html &amp;#039;&amp;#039;Militär-Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich&amp;#039;&amp;#039;] vom 20. Juni 1872. verfassungen.de, abgerufen am 18. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php?id=148 &amp;#039;&amp;#039;Militärstrafgesetzbuch, § 47&amp;#039;&amp;#039;] Militärstrafgesetzbuch nebst Kriegssonderstrafrechtsverordnung. Erläutert von Erich Schwinge. 6. Aufl., Berlin: Junker und Dünnhaupt Verlag, 1944, S. 100.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;(2) Ist die Schuld des Untergebenen gering, so kann von seiner Bestrafung abgesehen werden.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der historischen Forschung&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Hinrichsen: &amp;#039;&amp;#039;Befehlsnotstand&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Adalbert Rückerl]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;NS-Prozesse. Nach 25 Jahren Strafverfolgung. Möglichkeiten – Grenzen – Ergebnisse.&amp;#039;&amp;#039; 2. ergänzte Auflage, Karlsruhe 1972, S. 131–161.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist kein Fall dokumentiert, wonach ein Untergebener wegen der Nichtausführung eines offensichtlich verbrecherischen Befehls entgegen § 47 Abs. 1 Nr. 2 Militärstrafgesetzbuch verurteilt worden wäre. Eine Gefahr für Leib und Leben von Seiten der [[SS-Hauptämter#SS- und Polizeigerichte|SS- und Polizeigerichte]] drohte also nicht, wenn etwa ein Angehöriger der [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]] den [[Gehorsamsverweigerung|Gehorsam verweigert]] hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Bruners: [https://eden.one/pdf/2212.pdf &amp;#039;&amp;#039;Strafverfolgung von NS-Verbrechen&amp;#039;&amp;#039;] Universität Köln, 1998, S. 28 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sven Felix Kellerhoff]]: [https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article123835471/Warum-junge-Maenner-im-Akkord-morden.html &amp;#039;&amp;#039;SS-Einsatzgruppen: Warum junge Männer im Akkord morden&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Welt]], 14. Januar 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Rabitz: [https://www.dw.com/de/hitlers-wehrmacht-unpolitisch-aber-willig/a-16298070 &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Wehrmacht - unpolitisch, aber willig&amp;#039;&amp;#039;] [[Deutsche Welle]], 25. Oktober 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Annahme eines Befehlsnotstands spricht, wenn der Befehlsempfänger einen (verbrecherischen) Befehl mit Bereitwilligkeit, Hingabe, Zielstrebigkeit, ohne Hemmung oder „ohne eigene Überlegung in großer Eile“ ausführte, mehr noch, wenn er ohne jeden Zwang wesentlich mehr tat, als von ihm erwartet wurde, insbesondere wenn er dabei Brutalität an den Tag legte, wenn er die Opfer misshandelte oder wenn er über die befohlenen Handlungen hinaus Exzesse beging, aber auch wenn er (als Vorgesetzter) eigenhändig an den Tötungen mitwirkte oder wenn er sich später seiner Mitwirkung rühmte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20160304104823/https://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/abteilungen/abtg/mitteilungen3_2008/befehlsnotstand.pdf &amp;#039;&amp;#039;NS-Verbrechen, totalitäre Herrschaft und individuelle Verantwortlichkeit: Das Problem des sog. Befehlsnotstandes&amp;#039;&amp;#039;] pdf, Mitteilungen aus dem [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]], [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Außenstelle Ludwigsburg]], Themenheft 2008, abgerufen am 18. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit einer derart aktiven Rolle während des [[Holocaust]] verwehrte etwa das Jerusalemer Bezirksgericht [[Eichmann-Prozess#Beweisaufnahme|Adolf Eichmann]] die Berufung auf einen strafmildernden Befehlsnotstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Krauss: [https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10984 &amp;#039;&amp;#039;Der öffentliche Mörder&amp;#039;&amp;#039;] [[Jüdische Allgemeine]], 11. August 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DDR-Mauerschützen ===&lt;br /&gt;
Auch im Prozess um die [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-[[Mauerschützenprozesse|Mauerschützen]] wurde durch die Angeklagten gegen den Vorwurf der Tötung (§§&amp;amp;nbsp;112, 113 StGB-DDR) republikflüchtiger Bürger ein Befehlsnotstand geltend gemacht. Die Verletzung und Tötung von Republikflüchtigen durch Soldaten der Grenztruppen sei durch den [[Schießbefehl#Juristische Aufarbeitung|Schießbefehl]] angeordnet worden. Der Schießbefehl selbst sei durch §§&amp;amp;nbsp;26, 27 GrenzG-DDR (Einsatz der Schusswaffe zur Verhinderung drohender Verbrechen) gerechtfertigt gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.chronik-der-mauer.de/material/180391/gesetz-ueber-die-staatsgrenze-der-ddr-grenzgesetz-25-maerz-1982 Gesetz über die Staatsgrenze der DDR] „Grenzgesetz&amp;quot; vom 25. März 1982, [[Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik|Gesetzblatt der DDR]],  29. März 1982&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Bundesgerichtshof]] und das [[Bundesverfassungsgericht]] wurde in diesen Fällen ein strafbefreiender Befehlsnotstand mit unterschiedlichen Gründen verneint.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bs039001.html BGH, Urteil vom 3. November 1992 g.W.u.H. - 5 StR 370/92] = BGHSt 39, 1&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv095096.html BVerfG, Beschluss vom 24. Oktober 1996 - 2 BvR 1851, 1853, 1875 und 1852/94] = BVerfGE 95, 96&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere der Bundesgerichtshof hielt die vermeintlichen Rechtfertigungsgründe des Grenzgesetzes nach der [[Radbruch’sche Formel#Mauerschützen-Prozesse|Radbruch’schen Formel]] für unbeachtlich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.servat.unibe.ch/dfr/bs041101.html BGH, Urteil vom 20. März 1995 g.S.- 5 StR 111/94] Rdnr. 11 = BGHSt 41, 101&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik ===&lt;br /&gt;
Das Bundesverfassungsgericht&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfGE 95, 96&amp;lt;/ref&amp;gt; bejahte die Verurteilung der Mauerschützen ebenso wie die Urteile gegen NS-Kriegsverbrecher unter Rückgriff auf die Radbruch’sche Formel und die allgemeinen Menschenrechte und Grundfreiheiten. Eine rückwirkende rechtsstaatliche Auslegung insbesondere des § 27 GrenzG-DDR und dessen Nichtberücksichtigung als schweres System-Unrecht sei zulässig. Ähnlich wie in den NS-Fällen schied damit die Berufung auf einen vermeintlichen Rechtfertigungsgrund oder Befehlsnotstand aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Ph. Wilhelm: [http://www.jwilhelm.de/dsa-2000-4-3.pdf &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitsbewältigung durch Recht&amp;#039;&amp;#039;] [[Deutsche SchülerAkademie|DSA]] 2000, S. 12 ff., 14&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde teilweise als [[Siegerjustiz]] und unangemessen kritisiert, die Tötung eines unbewaffneten Flüchtlings durch Dauerfeuer an der innerdeutschen Grenze mit den NS-Verbrechen im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] als ebenso offensichtliche und unerträgliche Verstöße gegen elementare Gebote der Gerechtigkeit gleichzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Elisabeth Holzleithner]]: [http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.holzleithner/HolzleithnerRechtsphilosophie03.pdf &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Rechtsphilosophie und Rechtsethik&amp;#039;&amp;#039;] Universität Wien, 2014, S. 11 ff., 15&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte|Europäische Gerichtshof für Menschenrechte]] hielt unter Berücksichtigung der herausragenden Bedeutung, die dem Recht auf Leben in allen internationalen Dokumenten zum Schutz der Menschenrechte zukommt einschließlich der [[Europäische Menschenrechtskonvention|EMRK]] selbst, in der das Recht auf Leben in Art. 2 garantiert ist, die strikte Auslegung der DDR-Rechtsnormen durch die bundesdeutschen Gerichte und damit die Verurteilung von Mitgliedern des [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands#Politbüro des Zentralkomitees|Politbüros des ZK der SED]] und des [[Nationaler Verteidigungsrat der DDR|NVR]] sowie von DDR-Grenzsoldaten für mit dem [[Rückwirkungsverbot]] aus Art. 7 Abs. 1 der [[Europäische Menschenrechtskonvention#Artikel 7 – Keine Strafe ohne Gesetz|EMRK]] vereinbar.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.neue-justiz.nomos.de/fileadmin/neue-justiz/doc/NJ_01_05.pdf#page=42 EuGHMR, Urteil vom 22. März 2001 – Beschwerden Nr. 34044/96, 35532/97 u. 44801/98] [[Neue Justiz]] 2001, 261&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soldaten der Bundeswehr ===&lt;br /&gt;
Nach {{§|5|wstrg|juris}} [[Wehrstrafgesetz|WStrG]] kann bei [[Handeln auf Befehl]] bei [[Soldat (Deutschland)|Soldaten]] der [[Bundeswehr]] die Strafe gemildert oder bei [[Vergehen]] von Strafe abgesehen werden, wenn der Untergebene die Widerrechtlichkeit des [[Militärischer Befehl#arten|Befehls]] erkennt oder diese offensichtlich ist, aber seine Schuld mit Rücksicht auf die besondere Lage, in der er sich bei Ausführung des Befehls befand, gering ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rechtslexikon.net/d/befehlsnotstand/befehlsnotstand.htm &amp;#039;&amp;#039;Befehlsnotstand&amp;#039;&amp;#039;] Rechtslexikon.net, abgerufen am 18. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kennt er die Widerrechtlichkeit nicht und ist diese nicht offensichtlich, wird er nicht bestraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch {{§|11|sg|juris}} Abs. 1 S. 1 und 2 [[Soldatengesetz|SG]] begründete zentrale Verpflichtung jedes Bundeswehrsoldaten, erteilte Befehle &amp;quot;gewissenhaft&amp;quot; auszuführen, fordert keinen bedingungslosen, sondern einen mitdenkenden und insbesondere die Folgen der Befehlsausführung – gerade im Hinblick auf die Schranken des geltenden Rechts und die ethischen &amp;quot;Grenzmarken&amp;quot; des eigenen Gewissens – bedenkenden Gehorsam.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/2005,1829 BVerwG, Urteil vom 21. Juni 2005 – 2 WD 12.04]&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Befehl zu einem in der ursprünglichen Fassung des [[Luftsicherheitsgesetz]]es vorgesehenen gezielten Abschuss von entführten Passagierflugzeugen hielten Teile der Bundeswehr für rechtswidrig und empfahlen deshalb, gegebenenfalls gem. § 11 SG den [[Gehorsamsverweigerung|Gehorsam]] zu verweigern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/deutschland/flugzeugabschuss-jetpiloten-meutern-gegen-jung-a-506134.html &amp;#039;&amp;#039;Flugzeugabschuss: Jetpiloten meutern gegen Jung&amp;#039;&amp;#039;] [[Spiegel]], 17. September 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich ==&lt;br /&gt;
Das von den [[Volksgericht (Österreich)|Volksgerichten]] bis 1957 angewendete [[Entnazifizierung#Entnazifizierung im besetzten Österreich|Kriegsverbrechergesetz]] (KVG)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1945_32_0/1945_32_0.pdf Verfassungsgesetz vom 26. Juni 1945 über Kriegsverbrechen und andere nationalsozialistische Untaten (Kriegsverbrechergesetz)] [[Staatsgesetzblatt]] für die Republik Österreich vom 28. Juni 1945 Nr. 32&amp;lt;/ref&amp;gt; entschuldigte während des Zweiten Weltkriegs auf Befehl begangene Kriegsverbrechen nicht (§ 1 Abs. 3 KVG). Das Vorliegen eines Befehlsnotstands wurde durch den [[Oberster Gerichtshof (Österreich)|Obersten Gerichtshof]] nur unter ähnlich engen Voraussetzungen bejaht wie durch den deutschen Bundesgerichtshof, nämlich &amp;quot;wenn für den Täter eine gegenwärtige, dringende, in anderer Weise als durch die Begehung der Straftat nicht zu vermeidende Leibes- oder Lebensgefahr&amp;quot; bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;David Rennert: [https://othes.univie.ac.at/31031/1/2013-12-15_0709651.pdf &amp;#039;&amp;#039;Kein großes Unterfangen? Die mangelhafte justizielle Aufarbeitung und das faktische Ende der Ahndung von NSVerbrechen durch österreichische Geschworenengerichte am Beispiel des Wiener Gaswagenfahrers Josef Wendl&amp;#039;&amp;#039;] Universität Wien, 2013, S. 61 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bundesheer]] dürfen Befehle, die die [[Menschenwürde]] verletzen oder deren Befolgung gegen strafgesetzliche Vorschriften verstoßen würde, nicht erteilt werden und sind nicht zu befolgen (§§ 6, 7 ADV).&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Pesendorfer, Christian Wagnsonner, Christian Langer:   {{Toter Link |datum=2024-07 |url=http://www.bundesheer.at/truppendienst/ausgaben/artikel.php?id=267 |text=&amp;#039;&amp;#039;Kriegsgefangene haben Rechte - immer!&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2024-07-23 01:29:26 InternetArchiveBot}} Truppendienst Folge 279, Ausgabe 5/2004&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005468 Verordnung der Bundesregierung vom 9. Jänner 1979 über die Allgemeinen Dienstvorschriften für das Bundesheer (ADV)] [[Rechtsinformationssystem des Bundes|RIS]], abgerufen am 21. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit kann der für den Befehlsnotstand typische unwiderstehliche Zwang zur Ausführung eines widerrechtlichen Befehls nicht eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Argentinien ==&lt;br /&gt;
Die Strafverfolgung von Angehörigen der [[Junta|Militärjunta]] wegen der während der [[Argentinische Militärdiktatur (1976–1983)|Militärdiktatur in Argentinien]] zwischen 1976 und 1983 begangenen [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] wollte Präsident [[Raúl Alfonsín]] mit dem [[Gesetz über die Gehorsamspflicht|&amp;quot;Befehlsnotstandsgesetz&amp;quot;]] (Ley de Obediencia Debida) von 1987  weitgehend einschränken. Erst nachdem das Parlament das Gesetz annulliert und das Oberste Gericht im Juni 2005 dessen Verfassungswidrigkeit bestätigt hatte, wurden die Strafverfahren wieder ausgeweitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ruth Fuchs, Detlef Nolte:  [https://www.bpb.de/apuz/29474/vergangenheitspolitik-in-chile-argentinien-und-uruguay?p=all &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitspolitik in Chile, Argentinien und Uruguay&amp;#039;&amp;#039;] [[Bundeszentrale für politische Bildung|bpb]], 9. Oktober 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humanitäres Völkerrecht ==&lt;br /&gt;
Die Anwendung des Befehlsnotstandes tritt in der Rechtsprechung immer weiter in den Hintergrund. In Fällen offensichtlicher Verstöße gegen die [[Europäische Menschenrechtskonvention]] kann sich ein Befehlsempfänger in Europa nicht mehr auf Straffreiheit berufen. Ein möglicher Gewissenskonflikt der Handelnden wurde bisher im Strafmaß berücksichtigt, in den Mauerschützenprozessen wurden die Angeklagten meist – anders als noch in den 1960er Jahren&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Felix Kellerhoff: [https://www.welt.de/geschichte/article120808604/Der-erste-Mauerschuetzenprozess-fand-1963-statt.html &amp;#039;&amp;#039;Der erste Mauerschützenprozess fand 1963 statt&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Welt]], 11. Oktober 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; – zu Bewährungsstrafen verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Art. 2 Abs. 3 der [[UN-Antifolterkonvention]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/CAT/cat_de.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20171013100702 |archiv-bot=2023-03-17 23:19:43 InternetArchiveBot}} vom 10. Dezember 1984 (BGBl. 1990 II S. 246)&amp;lt;/ref&amp;gt; darf eine von einem Vorgesetzten oder einem Träger öffentlicher Gewalt erteilte&lt;br /&gt;
Weisung zur Anwendung von Folter keinen Befehlsnotstand begründen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fr.de/politik/obamas-fatales-signal-bei-folter-gibt-es-keinen-befehlsnotstand-a-1117290 &amp;#039;&amp;#039;Obamas fatales Signal: &amp;quot;Bei Folter gibt es keinen Befehlsnotstand&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Rundschau|FR]], 17. April 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde bei der Aushandlung des [[Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs|Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs]] die bedingte strafrechtliche Verantwortlichkeit mit der absoluten Verantwortlichkeit in einem Formelkompromiss in Artikel&amp;amp;nbsp;33 kombiniert (vgl. auch Artikel 31 Absatz 1 d, der Gefahr für den Täter nur dann als entschuldigend betrachtet, wenn er nicht größeren Schaden zuzufügen beabsichtigt, als den, der er abzuwenden trachtet).&amp;lt;ref&amp;gt;Paola Gaeta: The Defence of Superior Orders: The Statute of the International Criminal Court versus Customary International Law, S. 188 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav#__bgbl__//*%5B@attr_id=%27bgbl200s1393b.pdf%27%5D__1659978131460 |titel=Bundesgesetzblatt |format=PDF |abruf=2022-08-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Handeln auf Befehl]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Henning Radtke]]: &amp;#039;&amp;#039;Befehlsnotstand, Handeln auf Befehl und übergesetzlicher Notstand in der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone (OGH-BZ) und deren Bedeutung für das aktuelle Völkerstrafrecht&amp;#039;&amp;#039;, in: Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Der Oberste Gerichtshof der Britischen Zone, [https://www.justiz.nrw.de/JM/haus_und_historie/zeitgeschichte/3publikationen/jur_zeitgeschichte/bandIXX/index.php NRW-Justiz Band 19, 2012]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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