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	<title>Bayerischer Geograph - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bayerischer_Geograph&amp;diff=149458&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-11647-08: /* Verfasser */</title>
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		<updated>2026-02-22T13:54:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verfasser&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bayerische Geograph&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – {{laS|&amp;#039;&amp;#039;Geographus Bavarus&amp;#039;&amp;#039;}}, auch &amp;#039;&amp;#039;Ostfränkische Völkertafel&amp;#039;&amp;#039; genannt – ist eine [[frühmittelalter]]liche [[Manuskript|Handschrift]] in lateinischer Sprache, die nach dem Einleitungssatz &amp;#039;&amp;#039;Descriptio civitatum et regionum ad septentrionalem plagam Danubii&amp;#039;&amp;#039; die Namen von Völkerschaften nördlich der [[Donau]] auflistet. Bei den insgesamt 59 Völkerschaften handelt es sich überwiegend um [[Slawen|slawische]] Völker oder Stämme. Die Aufzählung dieser Stämme ist in zwei Abschnitte unterteilt. Die im ersten Abschnitt genannten Stämme lassen sich bis auf eine Ausnahme eindeutig bestimmen, weil sie auch in anderen [[Franken (Volk)|fränkischen]] [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] erwähnt werden. Eine zufriedenstellende Identifizierung der im zweiten Abschnitt genannten Stämme ist hingegen ganz überwiegend noch nicht gelungen. Ebenfalls ungeklärt ist die Bedeutung der den meisten Stämmen zugeordneten „civitates“ und des vereinzelt verwendeten Begriffs der „regiones“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Handschrift handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Abschrift eines oder sogar mehrerer älterer Texte. Die Verfasser des oder der Texte, der Entstehungsort der Handschrift und das Datum der Anfertigung von Texten und Handschrift sind unbekannt. Obwohl damit die entscheidenden Voraussetzungen einer historischen Interpretation des Textes im Dunkeln bleiben, gilt das [[Manuskript]] als eine der zentralen Schriftquellen zur frühmittelalterlichen Geschichte Mittel- und Osteuropas. Der &amp;#039;&amp;#039;Bayerische Geograph&amp;#039;&amp;#039; gibt Auskunft über die damalige politische Konstellation, das Siedlungswesen und er spiegelt die Vorstellung des Verfassers von ethnischen Kategorien wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigt sich die moderne Geschichtsschreibung vornehmlich mit der Frage nach der Datierung des &amp;#039;&amp;#039;Bayerischen Geographen&amp;#039;&amp;#039;. [[Geschichtswissenschaft]] und [[Archäologie]] sind unabhängig voneinander seit den 1990er Jahren zu einer ganzen Reihe von neuen Erkenntnissen gelangt, die eine Entstehung des ersten Abschnittes Ende des 9. Jahrhunderts und des 2. Abschnittes Anfang des 10. Jahrhunderts wahrscheinlich machen, während die Handschrift zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt des 10. Jahrhunderts erarbeitet worden sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handschrift ==&lt;br /&gt;
Die Handschrift befindet sich in der [[Bayerische Staatsbibliothek|Bayerischen Staatsbibliothek]] in [[München]] unter der Signatur &amp;#039;&amp;#039;Clm 560&amp;#039;&amp;#039; auf folio &amp;#039;&amp;#039;149v–150r&amp;#039;&amp;#039;. Es handelt sich um die einzige erhaltene Abschrift des Textes. Der Entstehungsort der Handschrift ist unbekannt. Da das Schriftbild [[Paläografie|paläographisch]] am ehesten einer südwestdeutschen [[Schreibschule]] des 10. Jahrhunderts zuzuordnen ist,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Bischoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen).&amp;#039;&amp;#039; Teil 2. Wiesbaden 2004, S. 221–222.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden als Entstehungsort unter anderem das [[Kloster Reichenau]]&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Zu Entstehung und Bedeutung des sog. Geographus Bavarus (Descriptio civitatum).&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für altbayerische Kirchengeschichte, 23 (1963), S. 77–86, hier S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Schreibschule des [[Konstanzer Münster]]s in Betracht gezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hartmut Hoffmann (Historiker)|Hartmut Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Schreibschulen des 10. und des 11. Jahrhunderts im Südwesten des Deutschen Reichs.&amp;#039;&amp;#039; Hannover 2004, S. 170.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über mehrere Jahrhunderte hatte sich die Handschrift dann im 997 gegründeten [[Kloster Prüll]] bei [[Regensburg]] befunden, ehe sie um 1487 in den Besitz des Büchersammlers und Nürnberger Stadtarztes [[Hartmann Schedel#Leben|Hartmann Schedel]] gelangte.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Zu Entstehung und Bedeutung des sog. Geographus Bavarus (Descriptio civitatum).&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für altbayerische Kirchengeschichte 23 (1963), S. 77–86, hier S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1618 war der Codex in der herzoglichen Bibliothek in München. Der Text wurde 1772 durch den französischen [[Liste der französischen Gesandten in Bayern|Gesandten]] am [[Kurfürstentum Bayern|kurbayerischen]] Hof in München [[Louis-Gabriel Du Buat-Nançay]] auf Französisch publiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Le comte du Buat: &amp;#039;&amp;#039;Histoire ancienne des peuples de l&amp;#039;Europe.&amp;#039;&amp;#039; T. 11. Paris 1772, S. 145 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer der ersten Kommentatoren, der auf Französisch schreibende polnische Wissenschaftler [[Jan Potocki]], bezeichnete den Autor dann 1796 als „Géographe de la bibliothèque de Bavière“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Potocki]]: &amp;#039;&amp;#039;Fragments historiques et geographiques sur la Scythie, Sarmatie, et les Slaves.&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1796, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; und als „Géographe de Bavière“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Potocki: &amp;#039;&amp;#039;Fragments historiques et geographiques sur la Scythie, Sarmatie, et les Slaves.&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1796, S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Corpus ===&lt;br /&gt;
Der Text ist auf zwei einspaltig beschriebenen [[Pergament]]blättern im Format 173&amp;amp;nbsp;mm × 145&amp;amp;nbsp;mm nachgetragen. Diese sind am Schluss eines in Leder eingeschlagenen Sammelbandes mit den Ausmaßen von 205&amp;amp;nbsp;mm × 147&amp;amp;nbsp;mm eingebunden. Das kleine Buch ist aus zwei älteren Büchern zusammengesetzt, dessen erster Teil aus dem 11. Jahrhundert stammt. Der zweite Teil ist älter und enthält kurze Abhandlungen über [[Astrologie]] und [[Geometrie]]. Schließlich folgen die beiden Seiten mit dem schmucklosen Text, abgefasst in einer [[Karolingische Minuskel|karolingischen Minuskel]], die [[Initialen]] in schwarzer [[Uncialis]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Zu Entstehung und Bedeutung des sog. Geographus Bavarus (Descriptio civitatum).&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für altbayerische Kirchengeschichte 23 (1963), S. 77–86, hier S. 77 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schrift erscheint hastig. Insgesamt erweckt die Handschrift den Anschein von „Gebrauchsliteratur“. Die zweite Seite ist nur zur Hälfte beschrieben und unten zur Gewinnung von [[Pergamentmakulatur]] abgeschnitten. Auf den unbeschriebenen Teil der zweiten Seite hat ein anderer Schreiber zwei [[Glosse (Erläuterung)|Glossen]] gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;„Suevi non sunt nati, sed seminati“ (Sueben sind nicht geboren, sondern gesät) und „Beire non dicuntur bauarii, sed boiarii, a boia fluvio.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfasser ===&lt;br /&gt;
Der Verfasser des Textes ist unbekannt. Ausgehend von seinem geographischen Standpunkt südlich der Donau liegt es nahe, ihn in [[Herzogtum Bayern|Baiern]] oder im [[Fürsterzbistum Salzburg|Erzbistum Salzburg]] zu vermuten. Dafür spricht zudem die Heranziehung der [[Enns (Fluss)|Enns]] als Ausgangspunkt für eine Entfernungsangabe. Der polnische Historiker Łowmiański vermutete den [[Abt]] [[Rudolf von Fulda]] als Verfasser des ersten Teils.&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Łowmiański: &amp;#039;&amp;#039;O pochodzeniu Geografa Bawarskiego.&amp;#039;&amp;#039; (Über die Ursprünge des Geographus Bavarus), Roczniki historyczne 20 (1951/1952), S. 45–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wolfgang H. Fritze]] nimmt an, Urheber sei [[Grimald von Weißenburg]] gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LexMA|4|1270||Geographus Bavarus|Wolfgang H. Fritze}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt hat der russische Historiker Alexander Nazarenko erörtert, ob der Text auf [[Method von Saloniki]] zurückgehen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bayerischer Geograph, In: A. V. Nazarenko: &amp;#039;&amp;#039;Nemeckie latinojazyčnye istočniki IX-XI vekov.&amp;#039;&amp;#039;, Moskau 1993, S. 7–51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Datierung ===&lt;br /&gt;
Die Datierung des Bayerischen Geographen ist bis heute umstritten. Ohne eine nähere Eingrenzung der Entstehungszeit kann der Text geschichtswissenschaftlich nicht eingeordnet werden, kann insbesondere eine zuverlässige Interpretation der aufgelisteten Stammesnamen nicht erfolgen. Die Handschrift selbst enthält keine Datumsangabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitestgehende Einigkeit besteht insoweit, als Text und Handschrift zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sein können, es sich also bei der Handschrift um eine Abschrift oder [[Kompilation (Literatur)|Zusammenstellung]] einer oder mehrerer älterer Texte handeln kann. Nachdem die Forschung bis Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund textkritischer Untersuchungen überwiegend von einer Entstehungszeit in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts ausgegangen war, datierte Wolfgang H. Fritze den Text um das Jahr 844 und sprach sich damit zugleich gegen neuere Überlegungen aus, die den Text auf den Anfang des 9. Jahrhunderts datieren wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang H. Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Die Datierung des Geographus Bavarus und die Stammesverfassung der Abodriten.&amp;#039;&amp;#039; In: Zeitschrift für slavische Philologie 21, Heft 2, (1952), {{ISSN|0044-3492}}, S. 326–342 und {{LexMA|4|1270||Geographus Bavarus|Wolfgang H. Fritze}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der polnische Historiker Łowmianski schloss sich aufgrund eigener Erkenntnisse dieser Datierung an,&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Łowmiański, &amp;#039;&amp;#039;O pochodzeniu Geografa bawarskiego&amp;#039;&amp;#039;, Roczniki Historyczne, R. 20 (1955), S. 9–58; reed: w: &amp;#039;&amp;#039;Studia nad dziejami Słowiańszczyzny, Polski i Rusi w wiekach średnich&amp;#039;&amp;#039;, Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza, Poznań 1986, S. 104–150, {{ISSN|0554-8217}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die damit bis Ende der 1980er Jahre die wohl herrschende Meinung bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Anfang der 1990er Jahre gelangten Historiker und Archäologen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, der Text sei in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstanden. So konnte ein slawischer [[Burg]]enbau in dem geschilderten Umfang mittels [[Dendrochronologie|dendrochronologischen]] Datierungen erst ab dem Ende des 9. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Der Historiker Christian Hanewinkel schlug 2004 vor, zumindest die Entstehung des ersten Textteiles in der Herrschaftszeit [[Arnolf von Kärnten|Arnolfs von Kärnten]] um 889–892 anzusiedeln, zumal auch die [[Heveller]] um diese Zeit erstmals in einer anderen Quelle erwähnt werden. Für den zweiten Teil wird inzwischen sogar angenommen, er stamme aus dem beginnenden 10. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Text ==&lt;br /&gt;
Der Text listet zunächst die Gebiete von 14 slawischen Völkerschaften auf, „die unseren Grenzen benachbart sind.“ (&amp;#039;&amp;#039;Iste sunt regiones quae terminant in finibus nostris.&amp;#039;&amp;#039;) Gemeint sind damit die Stämme östlich der Grenzen des [[Fränkisches Reich|fränkischen]] oder [[Ostfrankenreich|ostfränkischen Reiches]]. Die Aufzählung beginnt im Norden an der Grenze zu [[Dänemark]] mit den [[Abodriten]] und setzt sich bis zu den [[Bulgaren]] im Süden fort. Bis auf die Marharii und Merehanos, bei denen es sich möglicherweise um eine Doppelnennung der [[Mährer (Stamm)|Mährer]] handelt, sind alle Stämme dieses Abschnitts aufgrund von entsprechenden Erwähnungen in anderen fränkischen Quellen eindeutig bestimmbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend folgt eine Liste von 44 Stämmen, „die nächst deren Grenzen siedeln.“ (&amp;#039;&amp;#039;Isti sunt qui iuxta istorum fines resident.&amp;#039;&amp;#039;) Die meisten dieser Stämme haben keine Entsprechung in anderen fränkischen Quellen, sondern sind ausschließlich durch den Text des &amp;#039;&amp;#039;Bayerischen Geographen&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Ihre Identifizierung ist nur in wenigen Ausnahmefällen zufriedenstellend gelungen. Von den insgesamt 59 im Text genannten Völkerschaften erhalten 43 eine bestimmte Anzahl von &amp;#039;&amp;#039;civitates&amp;#039;&amp;#039; zugeordnet. Die Bandbreite variiert von zwei &amp;#039;&amp;#039;civitates&amp;#039;&amp;#039; bei den [[Besunzane]]n bis zu 516 bei den Stadici. Nur zwei Völkerschaften verfügen über &amp;#039;&amp;#039;urbes&amp;#039;&amp;#039;, darunter die Thadesi gleich mit 200. Eine Untergliederung in &amp;#039;&amp;#039;regiones&amp;#039;&amp;#039; findet sich nur bei den Stammesverbänden der Abodriten, [[Wilzen]] und [[Sorben]] sowie bei den unbekannten Sittici. Geographisch bemerkenswert ist noch eine Entfernungsangabe: Das Gebiet der Bruzzi hat eine größere Ausdehnung als von der [[Enns (Fluss)|Enns]] bis an den [[Rhein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgende Wiedergabe des Textes entspricht den [[Quellenedition|Editionen]] von Erwin Herrmann aus dem Jahre 1965&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Slawisch-germanische Beziehungen im südostdeutschen Raum von der Spätantike bis zum Ungarnsturm. Ein Quellenbuch mit Erläuterungen.&amp;#039;&amp;#039; München 1965, S. 220–221.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Sébastien Rossignol aus dem Jahre 2011&amp;lt;ref&amp;gt;Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur Datierung des Traktates des sog. Bayerischen Geographen.&amp;#039;&amp;#039; In: Felix Biermann/Thomas Kersting/Anne Klammt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Wandel um 1000.&amp;#039;&amp;#039; Beier &amp;amp; Beran, Langenweissbach 2011, ISBN 978-3-941171-45-9, S. 305–316, hier S. 313.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie lehnt sich enger an die Handschrift an als etwa die Ausgabe von Henryk Łowmiański aus dem Jahre 1955,&amp;lt;ref&amp;gt;Łowmiański Darstellung findet sich [[s:la:Geographus Bavarus|hier]]&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Darstellungsabsicht allerdings nicht in einer originalgetreuen Wiedergabe der Handschrift, sondern in einer Hervorhebung der Stämme bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Łowmiański: &amp;#039;&amp;#039;O pochodzeniu Geografa bawarskiego&amp;#039;&amp;#039;, Roczniki Historyczne, R. 20 (1955), S. 9–58; In: &amp;#039;&amp;#039;Studia nad dziejami Słowiańszczyzny, Polski i Rusi w wiekach średnich&amp;#039;&amp;#039;, Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza, Poznań 1986, {{ISSN|0554-8217}} S. 104–150, hier S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Übersetzung des Textes in die deutsche Sprache, die ihrerseits bereits eine [[Interpretation]] darstellt, hat beispielsweise [[Christian Lübke]] vorgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Lübke: &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Europa.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 2004 (Die Deutschen und das europäische Mittelalter, Bd. 2), ISBN 3-88680-760-6, S. 22. [http://www.randomhouse.de/leseprobe/Die-Deutschen-und-das-europaeische-Mittelalter-Das-oestliche-Europa/leseprobe_9783886807604.pdf PDF mit Übersetzung] (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wortlaut ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:1em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Clm. 560, Fol. 149v:&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;D&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;escriptio ciuitatum et regionum ad septentrionalem plagam Da-&lt;br /&gt;
nubii. Isti sunt qui propinquiores resident finibus Danaorum.&lt;br /&gt;
Quos uocant Nortabtrezi, ubi regio in qua sunt ciuitates&lt;br /&gt;
LIII, per duces suos partitae. Vuilci, in qua ciuitates XCV et&lt;br /&gt;
regiones IIII. Linaa est populus, qui habet ciuitates VII.&lt;br /&gt;
Prope illis resident quos vocant Bethenici, et Smeldingon,&lt;br /&gt;
et Morizani, qui habent ciuitates XI.Iuxta illos sunt qui uocan-&lt;br /&gt;
tur Hehfeldi, qui habent ciuitates VIII. Iuxta illos est re-&lt;br /&gt;
gio, quae uocatur Surbi. In qua regione plures sunt, quae ha-&lt;br /&gt;
bent ciuitates L. Iuxta illos sunt quos uocantur Talaminzi, qui ha-&lt;br /&gt;
bent ciuitates XIIII. Beheimare, in qua sunt ciuitates XV. Marha-&lt;br /&gt;
rii habent ciuitates XI. Vulgarii regio est inmensa et populus mul-&lt;br /&gt;
tus habens ciuitates V, eo quod multitudo magna ex eis sit et non&lt;br /&gt;
sit eis opus ciuitates habere. Est populus, quem uocant Mereha-&lt;br /&gt;
nos; ipsi habent ciuitates XXX. Iste sunt regiones quae terminant&lt;br /&gt;
in finibus nostris. Isti sunt qui iuxta istorum fines resident. Osterab-&lt;br /&gt;
trezi, in qua ciuitates plusquam C sunt. Miloxi, in qua ciuitates&lt;br /&gt;
LXVII. Phesnuzi habent ciuitates LXX. Thadesi plusquam CC urbes&lt;br /&gt;
habent. Glopeani, in qua ciuitates CCCC aut eo amplius. Zuireani ha-&lt;br /&gt;
bent ciuitates CCCXXV. Busani habent ciuitates CCXXXI. Sittici, regio&lt;br /&gt;
inmensa populis et urbibus munitissimis. Stadici, in qua ciuitates&lt;br /&gt;
DXVI populusque infinitus. Sebbirozi habent ciuitates XC. Vn-&lt;br /&gt;
lizi, populus multus, ciuitates CCCXVIII. Neriuani habent ciuitates&lt;br /&gt;
LXXVIII. Attorozi habent CXLVIII, populus ferocissimus.&lt;br /&gt;
Eptaradici habent ciuitates CCLXIII. Vuillerozi habent ciuitates CLXXX.&lt;br /&gt;
Zabrozi habent ciuitates CCXII. Znetalici habent ciuitates LXXIIII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clm. 560, Fol. 150r:&lt;br /&gt;
Aturezani habent ciuitates CIIII. Chozirozi habent ciuitates CCL.&lt;br /&gt;
Lendizi habent ciuitates XCVIII. Thafbezi habent ciuitates CCL-&lt;br /&gt;
VII. Zeriuani, quod tantum est regnum, ut ex eo cunctae gentes&lt;br /&gt;
Sclauorum exortae sint et originem, sicut affirmant, ducant.&lt;br /&gt;
Prissani, ciuitates LXX. Velunzani, ciuitates LXX. Bruzi plus&lt;br /&gt;
est undique quam de Enisa ad Rhenum. Vuizunbeire, Caziri,&lt;br /&gt;
ciuitates C. Ruzzi. Forsderen. Liudi. Fresiti. Serauici. Luco-&lt;br /&gt;
lane. Vungare. Vuislane. Sleenzane, ciuitates XV. Lun-&lt;br /&gt;
sizi, ciuitates XXX. Dadosesani, ciuitates XX. Milzane, ciuitates&lt;br /&gt;
XXX. Besunzane, ciuitates II. Verizane, ciuitates X.&lt;br /&gt;
Fraganeo, ciuitates XL. Lupiglaa, ciuitates XXX. Opolini, ci-&lt;br /&gt;
uitates XX. Golensizi, ciuitates V.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interpretation ===&lt;br /&gt;
==== Stämme ====&lt;br /&gt;
#Danaorum: [[Dänemark|Dänen]]&lt;br /&gt;
#Nortabtrezi: Der Stammesverband der [[Abodriten]] von [[Ostholstein]] bis [[Mecklenburg]], nach der Gegenauffassung nur der abodritische Teilstamm der [[Wagrier]], während die Abodriten als Stamm an der [[Wismarer Bucht]] unter [15.] genannt sein sollen.&lt;br /&gt;
#Uuilci: Der Stammesverband der [[Wilzen]] im östlichen [[Mecklenburg]], [[Vorpommern]] und im Norden [[Brandenburg]]s&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 87., {{Webarchiv|url=http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2268/Diss_Hanewinkel.pdf |wayback=20130921055500 |text=online (PDF; 5 MB) }} (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Linaa: [[Linonen]] um die Burg [[Lenzen (Elbe)|Lenzen]] im nordwestlichen Brandenburg&amp;lt;ref&amp;gt;Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Aufstieg und Fall der Linonen.Misslungene Ethnogenese an der unteren Mittelelbe.&amp;#039;&amp;#039; in: Karl-Heinz Willroth, Jens Schneeweiß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Slawen an der Elbe.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039;Göttinger Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte&amp;#039;&amp;#039;., Bd. 1), Wachholtz, Göttingen 2011, S. 15–38, hier S. 32–33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Bethenici: [[Bethenzer]] zwischen [[Goldberg]] und [[Plau]] im südlichen Mecklenburg&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Geschichte im Ostseeraum.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4). Leidorf, Rahden/Westfalen 2008, ISBN 978-3-89646-464-4; Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Raum Plau-Goldberg im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Rostocker Studien zur Regionalgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5). Neuer Hochschulschriftenverlag, Rostock 2001, ISBN 3-935319-17-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Smeldingon: [[Smeldinger]], entweder in der Gegend um [[Parchim]] im südwestlichen [[Mecklenburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Geschichte im Ostseeraum.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 91.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder in der [[Prignitz]] im nordwestlichen [[Brandenburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel, &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887 bis 936 – Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2004, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Morizani: Morizani östlich von [[Magdeburg]] in [[Sachsen-Anhalt]]&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Hehfeldi: [[Heveller]] um die Burg Brandenburg an der [[Havel]] im westlichen [[Brandenburg]]&lt;br /&gt;
#Surbi: Der Stammesverband der [[Sorben]] zwischen [[Saale]] und [[Oder]] in [[Sachsen]] und dem südlichen [[Brandenburg]]&lt;br /&gt;
#Talaminzi: [[Daleminzer]] an der mittleren [[Elbe]] um [[Lommatzsch]] in [[Sachsen]]&lt;br /&gt;
#Beheimare: [[Tschechen|Böhmer]] in [[Tschechien]]&lt;br /&gt;
#Marharii: Zweifelhaft. Wahrscheinlich die [[Mährer (Stamm)|Mährer]] im [[Großmähren|Großmährischen Reich]]&lt;br /&gt;
#Vulgarii: [[Bulgaren]] im [[Geschichte Bulgariens#Erstes Bulgarisches Reich|Donaubulgarischen Reich]] von der unteren [[Donau]] bis zum [[Dnjestr]] im heutigen östlichen [[Ungarn]] und [[Rumänien]] bis weit in die westliche [[Ukraine]]&lt;br /&gt;
#Merehanos: Zweifelhaft. Eventuell erneut die [[Mährer (Stamm)|Mährer]] wie [12.], vielleicht aus dem bis 833 unabhängigen [[Fürstentum Nitra]] im Westen der [[Slowakei]].&lt;br /&gt;
#Osterabtrezi: Zweifelhaft. Wohl die [[Abodriten (Donau)|Praedenecenti]] nördlich von [[Belgrad]] an der [[Donau]] und in [[Dakien]], benachbart zu den Bulgaren,&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Kunstmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Slaven. Ihr Name, ihre Wanderung nach Europa und die Anfänge der russischen Geschichte in historisch-onomastischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06816-3, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach der Gegenauffassung nur der abodritische Teilstamm der [[Abodriten]] im engeren Sinn an der [[Wismarer Bucht]] im östlichen [[Mecklenburg]] (Lübke, Hanewinkel)&lt;br /&gt;
#Miloxi: Zweifelhaft. Eventuell erneut die [[Milzener]] im östlichen [[Sachsen]] wie [53.]&lt;br /&gt;
#Phesnuzi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Thadesi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Glopeani – [[Goplanen]] am [[Gopło|Goplo-See]] im heutigen Zentral-[[Polen]]&lt;br /&gt;
#Zuireani: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Busani: [[Buschanen]] am Oberlauf des [[Westlicher Bug|Westlichen Bug]] überwiegend in der heutigen westlichen [[Ukraine]]&lt;br /&gt;
#Sittici: Unbekannt (möglicherweise &amp;#039;&amp;#039;Žitiči&amp;#039;&amp;#039; beim heutigen [[Schytomyr]] in der [[Ukraine]]&amp;lt;ref&amp;gt;So ein Vorschlag von Paul Joseph Schafarik ([[Pavel Jozef Šafárik]]): &amp;#039;&amp;#039;Slawische Alterthümer&amp;#039;&amp;#039;, 2. Band, Leipzig 1844, S. 138.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder am Fluss [[Žitava]] in der heutigen [[Slowakei]] ([[Fürstentum Nitra]]?))&lt;br /&gt;
#Stadici: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Seberozzi: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Unlici: Zweifelhaft. Vielleicht die [[Ulitschen]] am unteren Dnjepr&lt;br /&gt;
#Neriuani: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Attorozi: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Eptaradici: Unbekannt. Beschreibt vielleicht ein &amp;#039;&amp;#039;Sieben-Burgen(-Land)&amp;#039;&amp;#039; unbekannter Lage (von griechisch &amp;#039;&amp;#039;hepta&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;sieben&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;radikoi&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Wurzeln&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Herkünfte&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
#Uuilerozi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Zabrozi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Znetalici: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Aturezani: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Chozirozi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Lendizi: Zweifelhaft. Vielleicht die [[Lendizen]] als Vorläufer der [[Polanen]] im südöstlichen [[Polen]]&lt;br /&gt;
#Thafnezi: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Zeriuani: Zweifelhaft. Vielleicht handelt es sich bei den [[Zeriuani]] um die &amp;#039;&amp;#039;Tscherwjanen&amp;#039;&amp;#039; um die Burg [[Tscherwen]] im östlichen [[Polen]], das Königreich (&amp;#039;&amp;#039;regnum&amp;#039;&amp;#039;) spricht für das 981 von der [[Kiewer Rus]] eroberte, wohl vormals selbstständige [[Rotreußen|Tscherwener Burgenland]], wie auch die Lage bei [[Lendizen]].(33.) und &amp;#039;&amp;#039;Prissanen&amp;#039;&amp;#039; (36.)&lt;br /&gt;
#Prissanen: Zweifelhaft. In Betracht kommen [[Pruzzen]] (wie 39.), &amp;#039;&amp;#039;Pyritzer&amp;#039;&amp;#039; zu der Burg [[Pyrzyce|Pyritz]] im [[Polen|polnischen]] [[Pommern]] östlich der [[Oder]], oder auch ein nach dem polnischen Fluss San benannter Stamm im östlichen [[Polen]] (slawisch &amp;#039;&amp;#039;pri&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;am, bei&amp;#039;&amp;#039;, also &amp;#039;&amp;#039;am San&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
#Uuelunzanen: Zweifelhaft. Eventuell [[Wolhynier]] in der westlichen [[Ukraine]] zu der Burg &amp;#039;&amp;#039;Wolyn&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#Bruzi: Zweifelhaft. Eventuell [[Pruzzen]], ein baltischer Stamm an der [[Ostsee]]küste im heutigen nördlichen [[Polen]] und der [[Russland|russischen]] Exklave [[Ostpreußen|Kaliningrad]] (ohne Angabe der Burgenanzahl, eventuell daher Ergänzung (37.))&lt;br /&gt;
#Uuizunbeire: Unbekannt. Möglicherweise kein Stamm, sondern das [[Elsass|elsässische]] [[Kloster Weißenburg (Elsass)|Kloster Weissenburg]] (Wizunburc)&amp;lt;ref&amp;gt;Eugenjusz Kucharski: &amp;#039;&amp;#039;Polska w zapisce karolińskiej, zwanej niewłasciwie „Geografem bawarskim“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Pamiętnik IV Powszechnego Zjazdu Historyków Polskich w Poznaniu 6–8 grudnia 1925. I. Referaty&amp;#039;&amp;#039;. Lwów 1925, S. 1–11, hier S. 3 ([http://kpbc.umk.pl/dlibra/doccontent?id=48592 dLibra]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Casiri: [[Chasaren]] in dem [[Khaganat]] vom östlichen [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]] bis weit nach Osten in der heutigen östlichen [[Ukraine]], [[Russland|Südrussland]] und dem westlichen [[Kasachstan]]&lt;br /&gt;
#Ruzzi: Bewohner der [[Rus|Nowgoroder Rus]], [[Russen]] oder Ruthenen&lt;br /&gt;
#Forsderen: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Liudi: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Fresiti: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Serauici: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Lucolane: Unbekannt.&lt;br /&gt;
#Ungare: [[Magyaren|Ungarn]], bis 896 nördlich des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meers]] in der heutigen [[Ukraine|Westukraine]] zwischen den Reichen der [[Bulgarische Geschichte#Erstes Bulgarisches Reich|Donaubulgaren]] und der [[Chasaren]], ab 901 westlich der [[Donau]] in [[Pannonien]], dem heutigen westlichen [[Ungarn]] und angrenzenden Gebieten.&lt;br /&gt;
#Uuislane: [[Wislanen]] an der [[Weichsel]]/Wisła in [[Kleinpolen]]&lt;br /&gt;
#Sleenzane: [[Slensanen]] im westlichen, heute [[Polen|polnischen]] [[Niederschlesien]], Vorläufer der [[Schlesier]]&lt;br /&gt;
#Lunsizi: [[Lusitzi]] an der mittleren [[Spree]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Lausitz]]&amp;#039;&amp;#039;), Vorfahren der heutigen [[Sorben]]&lt;br /&gt;
#Dadosesani: [[Dadosanen]] am [[Bober]] mit der Burg [[Wallburg Chrobry in Szprotawa|Ilva]] im heute [[Polen|polnischen]] westlichen [[Niederschlesien]]&lt;br /&gt;
#Milzane: [[Milzener]] an der oberen [[Spree]], Vorfahren der heutigen [[Sorben]]&lt;br /&gt;
#Besunzane: [[Besunzane]]&lt;br /&gt;
#Uerizane: Unbekannt. Evtl. muss Ucrizane gelesen werden, was auf das untere Odergebiet hindeuten könnte ([[Ueckermünde]])&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leopold von Ledebur (Historiker)|L. v. Ledebur]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Ucranen und nicht Veranen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Märkische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Dritter Band, Berlin 1847, S. 345–353, hier: S. 352 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
#Fraganeo: Zweifelhaft. Eventuell zu &amp;#039;&amp;#039;Praga&amp;#039;&amp;#039;, also die [[Tschechen]] um [[Prag]]&lt;br /&gt;
#Lupiglaa: Unbekannt&lt;br /&gt;
#Opolini: [[Opolanen]] um die später [[Oberschlesien|oberschlesische]] Burg [[Opole]] im heutigen [[Polen]]&lt;br /&gt;
#Golensizi: [[Golensizen]] im östlichen [[Oberschlesien]] im heutigen nordöstlichen [[Tschechien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Civitates ====&lt;br /&gt;
Worum es sich bei den Civitates der einzelnen Stämme handeln soll, ist bislang nicht zufriedenstellend geklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;Überblick bei Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Civitas in Early Medieval Central Europe – Stronghold or District?&amp;#039;&amp;#039; In: The Medieval History Journal 14 (2011), S. 71–98, insbesondere S. 85–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[civitas]] – wörtlich „Bürgerschaft“ – ist im klassischen [[Latein]] das Wort für eine halbautonome Verwaltungseinheit der mittleren Ebene. Die römischen &amp;#039;&amp;#039;civitates&amp;#039;&amp;#039; bestanden aus einem städtischen Zentrum nebst Umland und wurden meistens nach ihrem Hauptort oder dem zugehörigen Stamm benannt. Ob das Wort mehrere Jahrhunderte später im &amp;#039;&amp;#039;Bayerischen Geographen&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls für ein Gebiet (Burgbezirk, Verwaltungsbezirk, Siedlungsgefilde oder -kammer) oder für einen Ort (Burg, Stadt, vorstädtische Siedlung) verwendet wird, ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Für eine Interpretation als Siedlungskammer sprechen sich beispielsweise aus: Sebastian Brather: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage de Gruyter, Berlin 2008 (Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Bd. 61), ISBN 978-3-11-020609-8, S. 94–95 und Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, (Archäologie und Geschichte im Ostseeraum, Bd. 4), ISBN 978-3-89646-464-4, S. 68–70. Gegen diese Meinung argumentiert Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Civitas in Early Medieval Central Europe – Stronghold or District?&amp;#039;&amp;#039; In: The Medieval History Journal 14 (2011), S. 71–98, hier S. 74, für den es sich eindeutig um Burgen handelt. Unentschlossen bleibt hingegen Christian Lübke: &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Europa.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 2004, (Die Deutschen und das europäische Mittelalter, Bd. 2), ISBN 3-88680-760-6, S. 22 übersetzt &amp;#039;&amp;#039;civitates&amp;#039;&amp;#039; einmal mit „Burg“, definiert sie aber auf S. 24 ausdrücklich als „Siedlungsgefilde“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Regiones ====&lt;br /&gt;
Auch die Bedeutung des Begriffes der &amp;#039;&amp;#039;regio&amp;#039;&amp;#039; konnte bislang nicht geklärt werden. Christian Lübke hält sie für Teilstämme.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Lübke: &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Europa.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, München 2004, (Die Deutschen und das europäische Mittelalter Bd. 2), ISBN 3-88680-760-6, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{LexMA|4|1269|1270|Geographus Bavarus|Wolfgang H. Fritze}}&lt;br /&gt;
* Wolfgang H. Fritz: &amp;#039;&amp;#039;Die Datierung des Geographus Bavarus und die Stammesverfassung der Abotriten.&amp;#039;&amp;#039; In: Zeitschrift für slavische Philologie 21 (1952), S. 326–341.&lt;br /&gt;
* Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Münster 2004, insbesondere S. 71–99 und 142–148 [http://repositorium.uni-muenster.de/document/miami/c9e3727c-b5c6-42b9-9359-b42e302ff5e0/Diss_Hanewinkel.pdf PDF] (Datierung).&lt;br /&gt;
* Erwin Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;Zu Entstehung und Bedeutung des sog. Geographus Bavarus (Descriptio civitatum).&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für altbayerische Kirchengeschichte, 23 (1963), S. 77–86.&lt;br /&gt;
* Christian Lübke: &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Europa.&amp;#039;&amp;#039; Siedler, Berlin 2004 (Die Deutschen und das europäische Mittelalter, Bd. 2), ISBN 3-88680-760-6 [http://www.randomhouse.de/leseprobe/Die-Deutschen-und-das-europaeische-Mittelalter-Das-oestliche-Europa/leseprobe_9783886807604.pdf Auszug 1] (PDF) [http://www.sandammeer.at/spiritus/mittelalterdeutsche.htm Auszug 2].&lt;br /&gt;
* Heinrich Kunstmann: &amp;#039;&amp;#039;Der alte Polenname Lach, Lech und die Lendizi des Geographus Bavarus.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Welt der Slaven, Ser. NS, 11 (1987), S. 145–157.&lt;br /&gt;
* Heinrich Kunstmann: &amp;#039;&amp;#039;Nestors Dulebi und die Glopeani des Geographus Bavarus.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Welt der Slaven, Ser. NS, 8 (1984), S. 44–61.&lt;br /&gt;
* Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur Datierung des Traktates des sog. Bayerischen Geographen.&amp;#039;&amp;#039; in: [[Felix Biermann]], Thomas Kersting und Anne Klammt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Wandel um 1000.&amp;#039;&amp;#039; Beier &amp;amp; Beran, Langenweissbach 2011, ISBN 978-3-941171-45-9, S. 305–316. [https://www.academia.edu/4490606/S._Rossignol_Uberlegungen_zur_Datierung_des_Traktates_des_sog_Bayerischen_Geographen PDF, eingeschränkter Zugang] (Überblick).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=viewer&amp;amp;bandnummer=bsb00079145&amp;amp;pimage=00001&amp;amp;v=100&amp;amp;nav=&amp;amp;l=it Digitalisat der Handschrift clm 560]: &amp;#039;&amp;#039;Astronomische und mathematische Sammelhandschrift – BSB Clm 560 (9.- 11. Jh.)&amp;#039;&amp;#039;, [http://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=viewer&amp;amp;bandnummer=bsb00079145&amp;amp;pimage=321&amp;amp;v=2p&amp;amp;nav=&amp;amp;l=it hier] die Doppelseite mit dem Text des Geographus Bavarus.&lt;br /&gt;
* [http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0001/bsb00018763/images/index.html?id=00018763&amp;amp;fip=193.174.98.30&amp;amp;no=&amp;amp;seite=321 Lateinischer Originaltext in der Bayerischen Staatsbibliothek]&lt;br /&gt;
* [http://www.geschichtsquellen.de/repOpus_01969.html Quellenkunde und Literatur]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawische Geschichte|Geograph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Dokument (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek (München)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-11647-08</name></author>
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