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	<title>Bauerschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T16:18:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bauerschaft&amp;diff=894518&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-30905-99: Die Aabauerschaft liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Laer im Kreis Steinfurt</title>
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		<updated>2025-11-02T00:20:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Aabauerschaft liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Laer im Kreis Steinfurt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dülmen, Buldern, Umland -- 2014 -- 9242.jpg|mini|Bauerschaft Rödder im [[Dülmen]]er Ortsteil [[Kirchspiel (Dülmen)|Kirchspiel]] ]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bauerschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (ndd. &amp;#039;&amp;#039;buerschap&amp;#039;&amp;#039;; nicht zu verwechseln mit dem in diesem Zusammenhang auch fälschlich verwendeten Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Bauernschaft (Organisationsform)|Bauernschaft]]&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Niedersächsische Sprache|niedersächsisch]]-[[Westfälische Dialekte|westfälischen]] Sprachraum eine ländliche [[Siedlung]]sform, die sich aus [[Streusiedlung|verstreut]] liegenden [[Bauernhof|Bauernhöfen]] zusammensetzt – im Gegensatz zu einem [[Weiler]], bei dem die Höfe dichter beieinander liegen. Die Größe einer Bauerschaft reicht von 10 bis ca. 300 Häusern und Höfen. Gleichzeitig wird mit Bauerschaft eine bestimmte mittelalterliche Organisationsform bezeichnet – ähnlich den rheinischen [[Honnschaft]]en, bäuerlichen [[Gilde (Kaufleute)|Gilden]] oder Nachbarschaften teils auf lokaler, teils auf regionaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsverwendung ==&lt;br /&gt;
Die Verwendung von &amp;#039;&amp;#039;Bauerschaft&amp;#039;&amp;#039; im Sinne einer Ansiedlung geht zurück auf die Bezeichnung Bauer-Schaft (ohne&amp;amp;nbsp;„n“): Das [[Niederdeutsche Sprache|niederdeutsche]] &amp;#039;&amp;#039;burschap&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;buerschap&amp;#039;&amp;#039; und die [[Latein|latinisierte]] Form &amp;#039;&amp;#039;burscapium&amp;#039;&amp;#039; sind abgeleitet von &amp;#039;&amp;#039;bur&amp;#039;&amp;#039; = Haus und bedeuteten im Mittelalter ursprünglich etwa „Höfeverband“ oder kleiner Siedlungskomplex. Es ist nicht möglich, die Siedlungsform einer Bauerschaft in den Ländern des deutschen Sprachraums einheitlich zu beschreiben. Vielmehr verstand sich diese als Siedlungsgemeinschaft einiger mehr oder weniger nahe beieinander gelegener Höfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig waren diese Bauerschaften als Gesamtheit mehrerer kleiner Siedlungen im Rahmen des [[Lehnswesen]]s einer Herrschaft – etwa einer [[Burg]] – zugehörig, und da historisch und regional &amp;#039;&amp;#039;Organisationsform&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Siedlungsform&amp;#039;&amp;#039; miteinander verwoben sind, auch seine spezielle Art der Siedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauerschaft kennzeichnete gleichfalls einen [[Rechtsbezirk]] und daher auch eine frühe Form der [[Selbstverwaltung]]. Die Versammlung der Bauern einer solchen &amp;#039;&amp;#039;burschap&amp;#039;&amp;#039;, das &amp;#039;&amp;#039;burgericht&amp;#039;&amp;#039;, bildete dabei das [[Rechtsorgan]] dieser [[Gemeinschaft]]. Das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer Bauerschaft wurde nicht nur durch den eigenen gewählten &amp;#039;&amp;#039;[[Bauerrichter]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Bauernrichter&amp;#039;&amp;#039;, [[Niederdeutsche Sprache|niederdeutsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Burrichter&amp;#039;&amp;#039;) geprägt, sondern auch durch die jeweilige [[Gemarkung|Markenzugehörigkeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Rothert]]: &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Das Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. C. Bertelsmann, Gütersloh 1949, S. 262–263.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kamen die gemeinschaftlichen Feste, zum Beispiel das Vertrinken der vom Bauerrichter erhobenen Strafgelder &amp;#039;&amp;#039;([[Brüchte]]n)&amp;#039;&amp;#039; oder später manchmal [[Schützenfest]]e sowie die gemeinsame Verantwortlichkeit für [[Steuer]]&amp;amp;shy;zahlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rodde Bauerschaftsstein 01.JPG|miniatur|Gedenkstein für die Bauerschaft [[Rodde (Rheine)|Rodde]], heute ein Stadtteil von [[Rheine]].]]&lt;br /&gt;
Bis zur [[Gebietsreform|Kommunalreform]] in den 1970er Jahren waren Bauerschaften in [[Nordrhein-Westfalen]] und [[Niedersachsen]] teilweise eigenständige [[Gemeinde]]n. Gelegentlich waren die Bauerschaften eines Dorfes oder einer Stadt zu einer eigenen Gemeinde zusammengefasst, oft unter der Bezeichnung „[[Kirchspiel]]“, wie in [[Kirchspiel (Dülmen)|Dülmen]]. Der große Teil der Bauerschaften war politisch nie selbständig, sondern immer Teil einer Gemeinde. Seit den [[Gebietsreform|Kommunalreformen]] (von 1968 bis 1978) gibt es keine Bauerschaften als eigenständige Gemeinden mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Bauerschaften haben ihren bäuerlichen Charakter verloren, zum einen durch die Ausweitung der Siedlungsflächen der Dörfer und Städte, zum anderen, weil viele Bauern keine Landwirtschaft mehr betreiben. Im [[Nordwestdeutschland]] werden die Namen der Bauerschaften in vielen Gemeinden nach wie vor offiziell verwendet (z. B. zur Adressangabe), in größeren Städten sind sie als Straßennamen erhalten (z. B. [[Rheine]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Gegenden lässt sich der Umfang einer (ehemaligen) Bauerschaft nur an Lage und Namen der einzelnen Höfe und ihrer [[Ländereien]] sowie unter Berücksichtigung der [[Flurform]]en und [[Flurname]]n im [[Urbar (Verzeichnis)|Urkataster]] genau erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wohnplatznamen mit &amp;#039;&amp;#039;-bauerschaft&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Die preußischen Gemeindelexika der einzelnen Provinzen im Jahr 1895 dokumentieren mit &amp;#039;&amp;#039;‑bauerschaft&amp;#039;&amp;#039; zusammengesetzte Wohnplatznamen.&lt;br /&gt;
* [[Provinz Westfalen]]:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gemeindelexikon1895&amp;quot;&amp;gt;{{Gemeindelexikon Preußen 1895 |Band=X}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aabauerschaft im Kreis Steinfurt (Gemeinde Laer); Braubauerschaft im Landkreis Gelsenkirchen (1900 in [[Gelsenkirchen-Bismarck|Bismarck]] umbenannt und 1903 nach [[Gelsenkirchen]] eingemeindet, heute aber noch Straßenname dort); Dorfbauerschaft im Kreis Warendorf; Dorfbauerschaft (3-mal) im Landkreis Münster; Dorf-, Kreuz-, Nord- und Oberbauerschaft (3-mal), Osterbauerschaft (2-mal) und Westerbauerschaft im Kreis Lüdinghausen, als [[Oberbauerschaft]] bis 1973 eine eigenständige Gemeinde und noch heute ein Ortsteil und Kirchengemeinde; [[Dorfbauerschaft (Delbrück)|Dorfbauerschaft]] im Kreis Paderborn; Feld-, Kirch- und Westerbauerschaft im Kreis Steinfurt; [[Klosterbauerschaft]] im Kreis Herford.&lt;br /&gt;
* [[Provinz Hannover]]:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gemeindelexikon1895&amp;quot; /&amp;gt; Obere, Mittlere und Untere Bauerschaft Rodewald im Kreis Neustadt am Rübenberge; [[Sandbauerschaft]] im Kreis Norden.&lt;br /&gt;
* [[Rheinprovinz|Provinz Rheinland]]:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gemeindelexikon1895&amp;quot; /&amp;gt; Unterbauerschaft im Kreis Rees; [[Bauerschaft Neviges]] im Kreis Elberfeld.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gemeindelexikon1885&amp;quot;&amp;gt;{{Gemeindelexikon Preußen 1885 |Band=XII}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bauerschaft am Beispiel Herrschaft Hardenberg ==&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für eine Bauerschaft, deren Geschichte gut dokumentiert ist, ist die bis 1806 bestehende &amp;#039;&amp;#039;[[Herrschaft Hardenberg]]&amp;#039;&amp;#039;, da im Pfarrarchiv (Velbert-)Langenberg das Bauerschaftsbuch der Bauerschaft [[Obensiebeneick]] erhalten geblieben ist. Es ist von den &amp;#039;&amp;#039;Vorstehern&amp;#039;&amp;#039; der Bauerschaft, die dieses Amt auf Lebenszeit oder bis zu ihrem von ihnen gewünschten Rücktritt innehatten, von 1675 bis 1729 in gut lesbarer Schrift geführt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Aufgaben der Vorsteher waren die Einberufung des &amp;#039;&amp;#039;bauerhoffs&amp;#039;&amp;#039;, zu dem alle Hofbesitzer mindestens einmal im Jahr zusammengerufen wurden, die Vertretung der Interessen der Bauerschaft gegenüber dem Inhaber der Herrschaft und die Umlage der Steuern auf die einzelnen Höfe. Hierzu waren schwierige Rechnungen erforderlich, da es [[Ganzbauer|ganze]], [[Halbhof|halbe]], viertel (bis sechzehntel) Höfe gab. Die Gesamtheit der Hardenberger Bauerschaftsvorsteher verhandelte über alle Themen, welche die Bewohner der Bauerschaften berührten, mit den Inhabern der Herrschaft. Durch Zahlungen gelang es ihnen, sich von einigen Lasten zu befreien, so erreichten sie 1551 das freie Heiratsrecht (das heißt die Aufhebung der Pflicht, eine [[Heiratserlaubnis]] einzuholen), 1573 die Ablösung der [[Hand- und Spanndienste]], 1615 die Einschränkung der Wachtdienste und anderes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Vorstehern der Bauerschaften, die häufig, aber nicht zwangsläufig beim Hardenberger [[Landgericht]] als [[Schöffe (historisch)|Schöffen]] fungierten, gab es noch die jährlich von allen in der Bauerschaft ansässigen Hofbesitzern gewählten &amp;#039;&amp;#039;Bauermeister&amp;#039;&amp;#039;. Ihre wichtigste Aufgabe scheint die Einsammlung der Steuerbeträge bei den Bauern und die Abrechnung der Steuer mit den Beauftragten der Herrschaft gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauerschaft ist in Hardenberg ein klar umgrenztes Gebiet mit ihren Bewohnern. Sie ist – ähnlich wie die [[Honnschaft]] – die unterste Verwaltungseinheit, die mit einigen Rechten ausgestattet war (das gilt auch für den [[Westfalen|westfälischen]] Bereich). Mehrere Bauerschaften bildeten ein &amp;#039;&amp;#039;[[Amt (Kommunalrecht)|Amt]]&amp;#039;&amp;#039;. Auch die Landgerichte und die [[Kirchspiel]]e bauten auf den Bauerschaften auf. Die Bauerschaften (wie auch die Honnschaften) errichteten und unterhielten seit dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eigene Schulen, wenn der Weg zu den Kirchspielsschulen zu weit war.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Wesoly: &amp;#039;&amp;#039;Hof- und Honnschaftschulen im Bergischen Land bis zum Ende des Alten Reiches&amp;#039;&amp;#039;. In: Ulrich Andermann u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Regionale Aspekte des frühen Schulwesens&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Kraichtaler Kolloquien.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Bibliotheca-Academica-Verlag, Tübingen 2000, ISBN 3-928471-27-9, S.&amp;amp;nbsp;201–220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Dorfbauerschaft]] (Begriffsklärung)&lt;br /&gt;
* [[Streusiedlung]]&lt;br /&gt;
* [[Wohnplatz]]&lt;br /&gt;
* [[Oldenburger Bauerbriefe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Leopold Schütte: &amp;#039;&amp;#039;Wörter und Sachen aus Westfalen 800 bis 1800&amp;#039;&amp;#039;. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage (Veröffentlichungen des [[Landesarchiv Nordrhein-Westfalen|Landesarchivs Nordrhein-Westfalen]], 52). Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Duisburg 2014, ISBN 978-3-932892-32-5, S.&amp;amp;nbsp;177–180.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarsoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrargeschichte (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ländlicher Raum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Siedlungsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisationsform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-30905-99</name></author>
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