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	<title>Bauernstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-07T19:20:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bennstedt, Am Gemeindezentrum, Bauernstein.jpg|mini|Bauernstein von Bennstedt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Einzingen - Nagelstein und Bauernstein.jpg|mini|[[Nagelstein (Menhir)|Nagelstein]] (vorne) und [[Bauernstein Einzingen|Bauernstein]] (hinten) in [[Einzingen (Allstedt)]]]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bauernstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; markierte in ländlichen Gemeinden die Stätte des öffentlichen Rechts.&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Bauernsteine findet man auf zentralen Plätzen in vielen Dörfern. Im mitteldeutschen Raum werden sie auch als Anger-, Kauf-, Linden-, Lügen- (Legge-), Schenk- oder Verkündungsstein bezeichnet. Der Begriff Bauernstein erscheint zum ersten Mal im Jahre 1733 im Taufregister des Kirchenbuches von [[Leimbach (Querfurt)|Leimbach]], Ortsteil von [[Querfurt]] in [[Sachsen-Anhalt]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fieber/Schmitt 1991, S. 84; 1992, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der früheste Beleg bezieht sich auf das im Zuge des Braunkohleabbaus beseitigte [[Körbesdorf]] im [[Landkreis Merseburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bauernstein Domnitz.JPG|mini|Bauernstein Domnitz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bauernstein Schiepzig.JPG|mini|Bauernstein Schiepzig]]&lt;br /&gt;
Bauernsteine liegen häufig unter Einzelbäumen bzw. Baumgruppen, wobei Eichen oder Linden den Vorzug haben. Mit der Kirche, der Kirchhofsmauer und der Schenke bilden sie eindrucksvolle Ensembles (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Bennstedt]] im [[Saalekreis]]; [[Bornstedt (bei Eisleben)]]). Oft finden sich die Steine auch in der Nähe des Gutshauses oder eines größeren Gehöftes (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Obhausen]] im Saalekreis; [[Schleberoda]] im [[Burgenlandkreis]]). Anzahl, räumliche Anordnung und Oberflächenbearbeitung der Steine sind vielgestaltig (bearbeitet oder unbearbeitet – bank- oder tischförmig – Einzelsteine oder Gruppen – halbkreis- oder kreisförmige Anordnung). Nach heutigen Erkenntnissen markierten die Steine den rechtlichen bzw. gesellschaftlichen Mittelpunkt bäuerlicher Gemeinden. Die Steine kennzeichnen den „Ort der gemeinsamen Willensbildung“. Absprachen, Abmachungen und Geschäfte – getroffen am Stein – besaßen Rechtsverbindlichkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Lück 1993; Fieber/Schmitt 1991, S. 84ff&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt viele Dörfer ohne Beleg für einen Bauernstein. Beim derzeitigen Wissenstand spielen Erfassungslücken ebenso eine Rolle wie Verluste. Aus zahlreichen Quellen ist jedoch zu erschließen, dass es stets Örtlichkeiten gab, an denen sich die jeweilige Gemeinde als „juristische Person“ darstellen und versammeln konnte: [[Brunnen]], [[Linden (Gattung)#Kulturgeschichte|Dorflinde]], [[Gemeindehaus (Kommune)|Gemeindehaus]], [[Kirchfriedhof|Kirchhof]], [[Kirchenportal]], [[Rathaus]], [[Schänke]], [[Rathaus|Spielhaus]] usw. Vermutlich spielten für die Wahl und Ausstattung des Gemeindemittelpunktes ethnische Einflüsse, kirchliche und staatliche Strukturen oder siedlungsgeographische Aspekte eine Rolle. In Anwesenheit aller „[[Nachbar]]n“ (ein rechtshistorischer Begriff) wurden Verbindlichkeiten eingegangen und Rechtshandlungen vollzogen, die unterhalb des Niveaus der niederen Gerichtsbarkeit lagen. Hierzu gehörten u.&amp;amp;nbsp;a. verbindliche Absprachen zur Feld-, Flur- und [[Hutungsordnung]], Aufsicht über Maße und Gewichte, Kontrolle der Gemeindekasse, Rotation von Anbau und Brachhaltung, Vergehen gegen das Gemeindeeigentum. Ferner Einhaltung der [[Backordnung]], der [[Grundstücksgrenze]]n und der [[Feuerordnung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Harnisch 1985, S. 28–52&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu den Aufgaben der Versammlung am Bauernstein gehörte auch die Wahl der Dorfbeamten, soweit diese der Gemeinde zustand: [[Dorfknecht]]e, [[Dorfschreiber]], [[Dorfwächter]], [[Hebamme]]n, Hirten, Vieh- und [[Rossarzt|Rossärzt]]e, sowie [[Weinstecher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnahme an den Versammlungen war Pflicht, Nichtteilnahme wurde gerügt. So mussten 1665 in Bennungen nach entsprechender Rüge 6 Pfennige Strafe dafür bezahlt werden, dass einige Leute „Vor ihre thier gleichfalß nicht gesäubert“ hatten, oder 5 Groschen und 3 Pfennige, weil sie am Sonnabend nach dem Glockenläuten noch [[Flachsfaser]]n „gestaucht“ hatten&amp;lt;ref&amp;gt;lt. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlungen über diese Bagatellangelegenheiten standen unter Leitung eines [[Heimbürge]]n, Richters, Schulzen oder Schultheißen, je nach historischen und ethnischen Voraussetzungen. In Sachsen-Anhalt wurden über 100 Bauernsteine erfasst, nach ausgewählten Merkmalen charakterisiert und inventarisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Inventar von 2009 (siehe Literatur) werden für das heutige Sachsen-Anhalt 106 Bauernsteine aufgelistet und einzeln vorgestellt, darunter 36 nicht mehr existierende. Seitdem wurden mehrfach Neufunde mitgeteilt, so dass die Zahl mittlerweile bei zirka 120 liegt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auffällig ist nach bisherigem Stand die recht klare räumliche Abgrenzung gegenüber den [[Thie|Tie]]. Während diese formal sehr ähnlichen Plätze mit ihren Steinsetzungen dominant im Norden von Sachsen-Anhalt auftreten, wo bisher nur drei Bauernsteine nachgewiesen sind, kommen im Süden fast ausschließlich Bauernsteine vor, doch wurde in [[Sotterhausen]] mittlerweile ein Tiestein nachgewiesen. Vermutlich handelt es sich bei der Unterscheidung nur um eine dialektale.&amp;lt;ref&amp;gt;In ihren Veröffentlichungen von 2013 und 2016 zeigen Fieber/Schmitt dieses gegenseitige Ausschließen auch anhand einer Karte und korrigieren Sotterhausen, das 2009 noch als Bauernstein mit aufgenommen war. Erstmals war es 1993 gelungen, eine Tie-Lokalität im Umkreis von Bauernsteinen nachzuweisen (bei [[Wörbzig]], vgl. Fieber/Schmitt, &amp;#039;&amp;#039;Rechtsarchäologisches aus dem Kreis Köthen&amp;#039;&amp;#039;, S. 13).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Beitz, 2018, S. 20–21 unter Berufung auf Karl Bischoff: &amp;#039;&amp;#039;Der Tie&amp;#039;&amp;#039;, 2 Bände, Wiesbaden 1971/1972.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Bauernsteine wurden später umgenutzt, so wurde aus dem von [[Radewell/Osendorf|Radewell]] ein Goethestein, dem in [[Großpaschleben]] ein Thälmann-Denkmal und aus dem von [[Stumsdorf]] ein Kriegerdenkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;Fieber/Lück/Schmitt, S. 58, 40 bzw. 70. Ein bebilderter Artikel zu Radewell findet sich zum Beispiel bei [https://www.halle-im-bild.de/fotos/gedenksteine-staetten/goethestein-radewell Halle im Bild].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* M. Beitz: &amp;#039;&amp;#039;Die Bauernsteine im Saalekreis&amp;#039;&amp;#039;, in: Heimat-Jahrbuch Saalekreis 23 (2017), S. 29–36.&lt;br /&gt;
* M. Beitz: [http://journal.lhbsa.de/cpt-articles/die-bauernsteine-im-salzlandkreis/ &amp;#039;&amp;#039;Die Bauernsteine im Salzlandkreis&amp;#039;&amp;#039;], in: Sachsen-Anhalt-Journal 28 (2018), Heft 3, S. 19–21.&lt;br /&gt;
* W. Fieber &amp;amp; [[Reinhard Schmitt|R. Schmitt]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsarchäologisches aus dem Kreis Köthen&amp;#039;&amp;#039;, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 2 (1993), S. 11–30.&lt;br /&gt;
* W. Fieber &amp;amp; R. Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Landdingstätten und Bauernsteine. Zu ausgewählten Denkmälern der Rechtsgeschichte in Sachsen-Anhalt&amp;#039;&amp;#039;, in: Archäologie in Sachsen-Anhalt 3, Halle 1993, S. 19ff.&lt;br /&gt;
* W. Fieber, [[Heiner Lück|H. Lück]] &amp;amp; R. Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Bauernsteine in Sachsen-Anhalt. Ein Inventar&amp;#039;&amp;#039;, in: Archäologie in Sachsen-Anhalt Sonderband 11, Halle 2009.&lt;br /&gt;
* W. Fieber &amp;amp; R. Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsarchäologische Denkmale in Sachsen-Anhalt. Ein Rück- und Ausblick nach zwanzig Jahren&amp;#039;&amp;#039;, in: Signa Iuris 12 (2013), S. 27–43.&lt;br /&gt;
* W. Fieber &amp;amp; R. Schmitt: &amp;#039;&amp;#039;Neufunde und ergänzende Bemerkungen zum Inventar &amp;quot;Bauernsteine in Sachsen-Anhalt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, in: Archäologie in Sachsen-Anhalt 8 (2016), S. 68–81.&lt;br /&gt;
* K. Klaus: &amp;#039;&amp;#039;Bauernsteine in Sachsen-Anhalt&amp;#039;&amp;#039;, 3 Bände, Halle 2004.&lt;br /&gt;
* K. Klaus: &amp;#039;&amp;#039;Die Bauernsteine des Saalkreises&amp;#039;&amp;#039;, in: Festschrift zum 60. Geburtstag von Dr. habil. Gerlinde Schlenker, hrsg. v. Axel Voigt, Halle 2006, S. 115–120.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Bauernsteine}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauernstein| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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