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	<title>Baubo - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Baubo&amp;diff=388737&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tolanor: /* Literatur */ + 1</title>
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		<updated>2026-03-01T07:29:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + 1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baubo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Βαυβώ|Baubṓ}}) ist eine Gestalt der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]], die besonders in den Mythen der frühen [[Orphiker]] auftaucht. Sie gehört zum Mythos der Fruchtbarkeitsgöttin [[Demeter]]. Die Gestalt [[Iambe]] aus den [[Homerische Hymnen|Homerischen Hymnen]] wird mit ihr identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Schon der Name der &amp;#039;&amp;#039;Baubo&amp;#039;&amp;#039; weist auf die Verbindung zum [[Mysterien von Eleusis|eleusinischen Mysterienkult]] hin: {{lang|grc|Βαυβώ}} bedeutet „Leibeshöhle“ oder „Bauch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baubo wird ebenso wie &amp;#039;&amp;#039;[[Iambe]]&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;[[Jambus|Iambos]]&amp;#039;&amp;#039; als Paar (&amp;#039;&amp;#039;Baubo/Baubon&amp;#039;&amp;#039;) gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythos ==&lt;br /&gt;
Baubo ist nicht direkt aus der [[Griechische Literatur|griechischen Literatur]] bekannt, sondern nur durch die [[Polemik]]en christlich-römischer Autoren – vor allem [[Clemens von Alexandria]], auf den sich [[Arnobius der Ältere|Arnobius]] und [[Eusebius von Caesarea]] stützen – gegen die [[Mysterienkult]]e. Die christlichen Autoren zitieren dabei die antike [[orphische Dichtung]], sodass deren Texte über Baubo so indirekt als [[Fragment (Literatur)|Fragmente]] erhalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baubo erscheint darin als eine Einheimische (wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;γηγενεῖς&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[[Otto Kern (Philologe)|Otto Kern]]: &amp;#039;&amp;#039;Orphicorum fragmenta.&amp;#039;&amp;#039; Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1922, Nr. 52 ([https://www.hellenicgods.org/orphic-fragment-52 online mit englischer Übersetzung]).&amp;lt;/ref&amp;gt;) von Eleusis, der heutigen Stadt [[Elefsina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist mit Dysaules verheiratet und die Mutter von [[Triptolemos]] und [[Eubuleus]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pausanias]], &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung Griechenlands&amp;#039;&amp;#039; 1,14,2&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie der Töchter Protonoe und Nesa (oder &amp;#039;&amp;#039;Nisa&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Suda]] s. v. Δυσαύλης und [[Valerius Harpokration]], &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zu den zehn Rednern&amp;#039;&amp;#039; s. v. Δυσαύλης&amp;lt;/ref&amp;gt; oder nach der Lesung von [[Karl Müller (Altphilologe)|Karl Müller]] der [[Mise]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Müller: &amp;#039;&amp;#039;[[Fragmenta historicorum Graecorum]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2, S. 339.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus ihrer Rolle im eleusinischen Mysterienkult ergibt sich auch Baubos Aufgabe als Begleiterin der Demeter: Nach der Entführung ihrer Tochter [[Persephone]] durch den Unterweltsgott [[Hades]] trauert Demeter und wird von Baubo durch obszöne Scherze aufgemuntert. Zu diesen Scherzen gehörte auch das Entblößen der [[Vulva]] ([[Anasyrma]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=The Orphic hymns |TitelErg=Translation, introduction, and notes by Apostolos N. Athanassakis and Benjamin M. Wolkow |Verlag=The Johns Hopkins University Press |Ort=Baltimore, Maryland |Datum=2013 |Sprache=en |ISBN=978-1-4214-0881-1 |Online=https://ia804707.us.archive.org/12/items/orphic-hymns-num/Orphic%20Hymns%20%5Bnum%5D.pdf |Abruf=2024-09-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Arnobius der Ältere|Arnobius]] wird beschrieben,&amp;lt;ref&amp;gt;Arnobius, [http://www.thelatinlibrary.com/arnobius/arnobius5.shtml &amp;#039;&amp;#039;adversus nationes&amp;#039;&amp;#039; 5,25–29].&amp;lt;/ref&amp;gt; wie Baubo, eine Einwohnerin von Eleusis, die von der Suche nach ihrer Tochter völlig erschöpfte Demeter ([[Ceres (Mythologie)|Ceres]] bei Arnobius) bei sich aufnimmt, sie bittet, sich nicht ganz zu vernachlässigen, ihr [[Kykeon]] bringt, einen Mischtrank aus Wein und Getreide, den die Göttin aber ablehnt und sich in keiner Weise in ihrer Trauer ermuntern lässt. Da greift Baubo zu anderen Mitteln: Sie geht und macht ihren Unterleib glatt und weich wie ein Kind (d.&amp;amp;nbsp;h. wohl, dass sie die Schambehaarung rasiert), dann kehrt sie zurück, beginnt Scherze zu treiben und deckt schließlich ihren glatten Unterleib auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und [[Clemens von Alexandria]] zitiert aus den [[Orphische Dichtung|Orphika]] die entsprechende Stelle:&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens, &amp;#039;&amp;#039;Protreptikus&amp;#039;&amp;#039; 20–21, auch &amp;#039;&amp;#039;Orphische Fragmente&amp;#039;&amp;#039; 52 (Otto Kern: &amp;#039;&amp;#039;Orphicorum fragmenta.&amp;#039;&amp;#039; Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1922.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;font-style:italic; margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprach’s und raffte empor die Gewänder und zeigte&lt;br /&gt;
die ganze Bildung des Leibs und schämte sich nicht.&lt;br /&gt;
Und der kleine [[Iakchos]]&lt;br /&gt;
Lachte und schlug mit der Hand der Baubo unter die Brüste.&amp;lt;ref&amp;gt;Das hier mit „Brüste“ übersetzte {{lang|grc|κόλπος}} hat auch die Bedeutung „Schoß“, „Vulva“, siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Euripides]], &amp;#039;&amp;#039;Helena&amp;#039;&amp;#039; 1159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie nun die Göttin dies merkte,&lt;br /&gt;
da lächelte gleich sie von Herzen,&lt;br /&gt;
Nahm dann das blanke Gefäß, in dem ihr der Mischtrank gereicht war.&amp;lt;ref&amp;gt;Übersetzung von [[Otto Stählin]] aus: &amp;#039;&amp;#039;Des Clemens von Alexandreia ausgewählte Schriften.&amp;#039;&amp;#039; J. Kösel &amp;amp; F. Pustet, Kempten &amp;amp; München 1934 ([https://archive.today/2012.09.13-140135/http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2118-9.htm unifr.ch]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Terrakottafiguren ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Terracotta Baubo figurine.jpg|mini|Griechische [[Terrakotta]]-Figur einer Baubo, gefunden in [[Priene]]. Der nackte Unterleib ist als Gesicht gestaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Priene&amp;quot;/&amp;gt;|337x337px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als kunstgeschichtlicher Begriff werden als &amp;#039;&amp;#039;Baubo-Figurinen&amp;#039;&amp;#039; oder kurz &amp;#039;&amp;#039;Baubos&amp;#039;&amp;#039; eine Gruppe relativ kleiner [[Terrakotta]]-Figurinen bezeichnet, die vorwiegend aus dem griechisch-römischen Ägypten stammen und kauernde Frauen mit entblößter Vulva zeigen. Man vermutet, dass sie dem Kult der [[Isis]] bzw. der synkretistischen Verschmelzung von Isis und Demeter sowie von [[Osiris]] und [[Dionysos]] zuzuordnen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcella Pisani: &amp;#039;&amp;#039;The Collection of Terracotta Figurines in the [[British School at Athens]].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Annual of the British School at Athens]].&amp;#039;&amp;#039; Band 101, 2006, S. 290, [[doi:10.1017/S006824540002133X]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bezeichnung geht wohl auf eine von [[Margaret Alice Murray|Margaret Murray]] in einem Artikel über Darstellungen weiblicher Fruchtbarkeit geprägte Klassifizierung zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;M. A. Murray: &amp;#039;&amp;#039;Female Fertility Figures.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland.&amp;#039;&amp;#039; Band 64, 1934, {{ISSN|1359-0987}}, S. 93–100, [[doi:10.2307/2843950]], {{JSTOR|2843950}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Terrakottafiguren aus dem Demeter-Heiligtum von [[Priene]] zeigen Frauen mit nacktem Unterleib, der als Gesicht gestaltet ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Priene&amp;quot;&amp;gt;Heute in der [[Antikensammlung Berlin]]. Vgl. dazu [[Frank Rumscheid]]: &amp;#039;&amp;#039;Die figürlichen Terrakotten von Priene. Fundkontexte, Ikonographie und Funktion in Wohnhäusern und Heiligtümern im Licht antiker Parallelbefunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Reichert, 2006, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretationen ==&lt;br /&gt;
Nach Ansicht von [[Charles Picard]], [[Marie-Joseph Lagrange]] und [[Alfred Loisy]] wird Baubo gemeinsam mit &amp;#039;&amp;#039;[[Iambe]]&amp;#039;&amp;#039; als [[Personifikation]] der Sexualität gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ansicht anderer hatten die ihr zugeordneten Kulthandlungen [[Apotropäische Handlung|apotropäische]] Bedeutung. So bemerkt [[Arnobius der Ältere|Arnobius]] ausdrücklich, dass die Geste der Baubo als Parallele und Entsprechung zur Präsentation des [[Phallus|Phallos]] im [[Dionysoskult|Kult des Dionysos]] zu sehen ist. Dementsprechend hat man gefolgert, dass die Baubo-Darstellung (also Frauenbildnisse mit entblößtem Unterleib, meist mit weit gespreizten Schenkeln) eine [[Apotropaion|apotropäische]] Vulva sei, so wie das [[Fascinum]] ein apotropäischer Phallos ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Vor allem [[Georges Devereux]] widmete diesem Aspekt eine breit angelegte Untersuchung: &amp;#039;&amp;#039;Baubo. Die mythische Vulva.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von [[Eva Moldenhauer]]. Syndikat, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-434-46063-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Radermacher]], [[Erwin Rohde]] und [[Robert Eisler]] vermuten den Ursprung der Gestalt Baubo in einem hundsgestaltigen, weiblichen Schreckdämon aus dem Gefolge der [[Hekate]] analog zu [[Gorgonen|Gorgo]], [[Gello]], [[Mormo (Mythologie)|Mormo]] und anderen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{KlP|1|843|845|Baubo|[[Wolfgang Fauth]]|Fundstelle=hier Sp. 843}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde spekuliert, ob der Scherz der Baubo darin bestand, dass sie sich ein [[Bauchgesicht]] aufgemalt hat und dieses Gesicht das im orphischen Fragment erwähnte (bartlose) Kind [[Iakchos]] sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Diels]]: &amp;#039;&amp;#039;Arcana Cerealia in Miscelanea Salinas.&amp;#039;&amp;#039; Palermo 1907, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso wird überlegt, ob sich Iakchos unter Baubos Gewand befand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Goethe, Barlach, Walpurgisnacht, Die Hexe Baubo.jpg|mini|[[Ernst Barlach]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Hexe Baubo&amp;#039;&amp;#039;, Teil der &amp;#039;&amp;#039;[[Walpurgisnacht (Ernst Barlach)|Walpurgisnacht]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Holzschnitt]] nach Goethes &amp;#039;&amp;#039;Faust&amp;#039;&amp;#039;, 1923]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Rezeption erfuhr Baubo am prominentesten in [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] Drama &amp;#039;&amp;#039;[[Faust. Eine Tragödie|Faust: Der Tragödie erster Teil]]&amp;#039;&amp;#039; (1808), wo sie als Teilnehmerin in der [[Walpurgisnacht]] erscheint:&amp;lt;ref&amp;gt;Faust I, Vers 3962–3967: Text siehe [[s:Seite:Faust I (Goethe) 263.jpg|Wikisource]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;font-style:italic; margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;Stimme.&lt;br /&gt;
Die alte Baubo kommt allein,&lt;br /&gt;
Sie reitet auf einem Mutterschwein.&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;Chor.&lt;br /&gt;
So Ehre dem, wem Ehre gebürt!&lt;br /&gt;
Frau Baubo vor! und angeführt!&lt;br /&gt;
Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,&lt;br /&gt;
Da folgt der ganze Hexenhauf.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes Beschreibung war vielleicht von antiken Terrakottastatuen inspiriert, die eine nackte, auf einem Schwein reitende Frau, möglicherweise Baubo, zeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DNP|2|499||Baubo|[[Fritz Graf (Philologe)|Fritz Graf]]}} Abbildung in Georges Devereux: &amp;#039;&amp;#039;Baubo. Die mythische Vulva.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer. Syndikat, Frankfurt am Main 1985, S. 75. Zur Rezeption bei Goethe siehe auch Otto Kern: &amp;#039;&amp;#039;Baubo in der Walpurgisnacht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Goethe-Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 18, 1897, S. 271–273; [[Gero von Wilpert]]: &amp;#039;&amp;#039;Baubo.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Goethe-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Kröner, Stuttgart 1998, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings könnte es auch sein, dass diese Statuen erst durch Goethe mit Baubo identifiziert wurden. So gelangte 1848, also deutlich nach Goethes Bezugnahme in &amp;#039;&amp;#039;Faust&amp;#039;&amp;#039;, eine antike ägyptische Terrakottastatue in den Besitz der [[Antikensammlung Berlin]] (Inventarnummer TC 4875). Dass diese im Katalog „Baubo auf dem Schwein“ genannt wurde, scheint jedoch bereits durch Goethes berühmte Passage beeinflusst gewesen zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederika Tevebring: &amp;#039;&amp;#039;Baubo on the Pig: Travel across Disciplines.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Eva-Maria Troelenberg]], [[Kerstin Schankweiler]], Anna Sophia Messner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Reading Objects in the Contact Zone&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Heidelberg Studies on Transculturality.&amp;#039;&amp;#039; Band 9). Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2021, S. 125–131 ([[doi:10.7885/heiup.766]]; [https://heiup.uni-heidelberg.de/catalog/book/766/chapter/10414 Digitalisat]; [https://www.academia.edu/56630249 Academia])&amp;lt;/ref&amp;gt; Goethes Zitat wird aufgenommen bei Settembrini in [[Thomas Mann]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Der Zauberberg]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Mann: &amp;#039;&amp;#039;Der Zauberberg.&amp;#039;&amp;#039; Roman (= &amp;#039;&amp;#039;Große kommentierte Frankfurter Ausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Werke, Briefe, Tagebücher). Hrsg. von Michael Neumann. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-400300-9, S. 405 ({{Google Buch |BuchID=7V9qAgAAQBAJ |SeitenID=PT405 |Hervorhebung=»Die alte Baubo kommt allein« |Linktext=Vorschau}}).&amp;amp;nbsp;–&amp;lt;br /&amp;gt;[http://www.feuilletonfrankfurt.de/2012/08/18/laura-baginski-von-baubo-zu-vulviva/ &amp;#039;&amp;#039;Laura Baginski – von Baubo zu Vulviva.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;feuilletonfrankfurt.de.&amp;#039;&amp;#039; 18. August 2012, abgerufen am 28. März 2020 („Schriftsteller-Übervater Thomas Mann wiederum greift in seinem von uns so sehr geschätzten Jahrhundertroman „Der Zauberberg“, Fünftes Kapitel, in dem auf den „Totentanz“ folgenden Abschnitt „Walpurgisnacht“ – leider offensichtlich kritiklos – auf die Goethe’sche Walpurgisnacht zurück.“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Freud, Skizze der Baubo.png|mini|[[Sigmund Freud]]: Skizze einer Terrakotta-Figurine aus Priene (heute Antikensammlung Berlin, TC 8615), 1916: „Sie zeigen einen Frauenleib ohne Kopf und Brust, auf dessen Bauch ein Gesicht gebildet ist; der aufgehobene Rock umrahmt dieses Gesicht wie eine Haarkrone.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freud&amp;quot;/&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein [[Aphorismus]] in [[Friedrich Nietzsche]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Die fröhliche Wissenschaft|Fröhlicher Wissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; erwähnt Baubo: „Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib, das Gründe hat, ihre Gründe nicht sehen zu lassen? Vielleicht ist ihr Name, griechisch zu reden, Baubo?“ Nietzsche, selbst [[Klassische Philologie|Klassischer Philologe]], nutzt in diesem gelehrten Witz die Verknüpfung des Baubo-Mythos sowohl mit Witz und Kreativität als auch mit dem Moment des „Entblößens“, der auch in der wissenschaftlichen Geste der „[[Entdeckung|Ent-Deckung]]“ wichtig ist. Baubo scheint so als Personifikation von Nietzsches Konzeption einer fröhlichen, kreativen Wissenschaft zu dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederika Tevebring: &amp;#039;&amp;#039;Baubo, Truth, and Joyful Philology in Nietzsche’s Die fröhliche Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The German Quarterly]].&amp;#039;&amp;#039; Band 93, Heft 3, Juli 2020, S. 359–373 ([[DOI:10.1111/gequ.12145]]; [https://www.academia.edu/43876101 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sigmund Freud]] stieß auf eine der Abbildungen der als Baubo identifizierten Terrakotten aus Priene und brachte sie mit dem klinischen Fall eines Patienten in Verbindung, dem das Wort „Vaterarsch“ im Kopf herumschwirrte, mit dem verbundenen Bild des Vaters als „nackte[m], mit Armen und Beinen versehenen Unterkörper [...], dem Kopf und Oberkörper fehlten. Die Genitalien waren nicht angezeigt, die Gesichtszüge auf dem Bauch aufgemalt.“ Freud konnte sich zunächst wenig Reim auf dieses Bild machen, bis er eine Terrakotta-Figur aus Triene fand (heute Antikensammlung Berlin, TC 8615), die, so glaubte er, „volle Übereinstimmung mit dem Zwangsbild meines Patienten zeigt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Freud&amp;quot;&amp;gt;Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Mythologische Parallele zu einer plastischen Zwangsvorstellung&amp;#039;&amp;#039; [1916]. In: Sigmund Freud: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 10, London 1949, S. 398–400 ([https://www.projekt-gutenberg.org/freud/kleine2/Kapitel8.html Volltext]). Zuerst in: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für ärztliche Psychoanalyse]]&amp;#039;&amp;#039;, 1916. Dazu ausführlich Frederika Tevebring: &amp;#039;&amp;#039;Mythological Parallels and Visual Compulsions: The Matriarchal Subtext to Freud’s Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Imago.&amp;#039;&amp;#039; Band 78, Nr. 2, Sommer 2021, S. 275–305 ([[doi:10.1353/aim.2021.0013]]; [https://www.academia.edu/54875069 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Rezeption im Sinne der Rückbesinnung auf Mythologie in der [[DDR-Literatur]] der 80er Jahre ist die Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Baubo&amp;#039;&amp;#039; von [[Franz Fühmann]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Fühmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Ohr des Dionysios. Erzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Hinstorff Verlag, Rostock 1985, S. 54–72, die Erzählung selbst stammt aus dem Jahr 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Mythen ==&lt;br /&gt;
Das symbolische Ritual der Enthüllung der [[Vulva]], häufig durch eine Göttin, zur Lösung einer angespannten Situation wird &amp;#039;&amp;#039;[[Anasyrma]]&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;Ana-suromai&amp;#039;&amp;#039; genannt und findet sich in vielen Mythen wieder, so zum Beispiel im Mythos der [[Hathor]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Valentina Alessia Beretta: &amp;#039;&amp;#039;The Anasyrma Fertility Ritual in Ancient Egypt: from Hathor to Hermaphroditus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Birmingham Egyptology Journal.&amp;#039;&amp;#039; Band 10, 2024, S. 22–35 ([https://hal.science/hal-04447049v1/file/beretta_the-anasyrma-fertility-ritual-in-ancient-egypt-from-hathor-to-hermaphrodius.pdf PDF]).&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Heket]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Victoria Angela Jennings |Titel=I Sing the Body Magical: Baubo and Her Apotropaic Power |Datum=2020 |Kommentar=UC Santa Barbara |Online=https://escholarship.org/uc/item/9nn4x1f0 |Abruf=2024-09-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Baba (Göttin)|Baba]]/Ba’u/Baev und der [[Amenouzume|Ame-no-uzume]]/Ame-no-uzume-no-mik.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Sheela-na-Gig]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Olga R. Arans: &amp;#039;&amp;#039;Iambe and Baubo. A study in ritual laughter.&amp;#039;&amp;#039; Ann Arbor (MI) 1988, {{OCLC|231037073}} (Dissertation, University of Illinois at Urbana-Champaign 1988).&lt;br /&gt;
* {{KlP|1|843|845|Baubo|[[Wolfgang Fauth]]}}&lt;br /&gt;
* [[Georges Devereux]]: &amp;#039;&amp;#039;Baubo. Die mythische Vulva.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Französischen übersetzt von [[Eva Moldenhauer]]. Syndikat, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-434-46063-2.&lt;br /&gt;
* {{DNP|2|499||Baubo|[[Fritz Graf (Philologe)|Fritz Graf]]}}&lt;br /&gt;
* [[Monika Gsell]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung der Baubo. Kulturgeschichtliche Studien zur Repräsentation des weiblichen Genitales.&amp;#039;&amp;#039; Stroemfeld, Frankfurt am Main/Basel 2001, ISBN 3-86109-147-X.&lt;br /&gt;
* {{RE|III,1|150|151|Baubo 1|[[Otto Kern (Philologe)|Otto Kern]]|RE:Baubo 1}}&lt;br /&gt;
* M. Marcovich: &amp;#039;&amp;#039;Demeter, Baubo, Iacchus, and a Redactor.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vigiliae Christianae.&amp;#039;&amp;#039; Band 40, Nr. 3, September 1986, {{ISSN|0042-6032}}, S. 294–301, [[doi:10.1163/157007286X00130]].&lt;br /&gt;
* A. Rotstein: &amp;#039;&amp;#039;The Idea of Iambos.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 2010, S. 167‒182.&lt;br /&gt;
* [[Mithu Sanyal|Mithu M. Sanyal]]: &amp;#039;&amp;#039;Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts.&amp;#039;&amp;#039; Wagenbach, Berlin 2009, ISBN 978-3-8031-3629-9.&lt;br /&gt;
* Frederika Tevebring: &amp;#039;&amp;#039;Unveiling Baubo: The Making of an Ancient Myth.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Northwestern University, 2019 ([[doi:10.21985/N2MF3Q]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118507176|VIAF=18013119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der griechischen Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kult der Demeter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Humor der Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nacktheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tolanor</name></author>
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