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	<title>Bastard - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bastard&amp;diff=18830&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Equord: /* Beispiele */</title>
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		<updated>2026-02-05T15:40:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Beispiele&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine seit dem [[Mittelalter]] übliche (und jahrhundertelang keineswegs als ehrenrührig empfundene) Bezeichnung für ein [[Unehelichkeit|uneheliches Kind]] eines [[Adel|Adligen]]. Der Begriff war ursprünglich ein fester [[Terminus]] des [[Lehnswesen|Feudalwesens]] zur Bezeichnung eines vom adligen Vater [[Vaterschaftsanerkennung|rechtlich anerkannten]] Kindes.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Duden]] »Etymologie«, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039;. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage von [[Günther Drosdowski]] (Hrsg.) (&amp;#039;&amp;#039;Der Duden&amp;#039;&amp;#039;, Band 7). Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1989, ISBN 3-411-20907-0, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn die Bestätigung des Vaters fehlte oder dieser nicht adlig war, nannte man ein uneheliches Kind &amp;#039;&amp;#039;Bankert&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Duden online: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bankert &amp;#039;&amp;#039;Bankert&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Kind und Kegel|Kegel]]&amp;#039;&amp;#039;. Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039; wurde erst viel später auch als [[Schimpfwort]] benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Biologie und im [[Zucht]]wesen ist &amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039; eine veraltete Bezeichnung für eine [[Hybride]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Wagenitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Botanik. Morphologie, Anatomie, Taxonomie, Evolution.&amp;#039;&amp;#039; 2., erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2008, ISBN 978-3-937872-94-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und Rechtsstellung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Bitte die Beleganforderung dorthin platzieren, wo tatsächlich noch Belege fehlen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039; geht über [[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;bast(h)art&amp;#039;&amp;#039; zurück auf [[altfranzösisch]] &amp;#039;&amp;#039;bastard&amp;#039;&amp;#039;, abgeleitet vom lateinischen &amp;#039;&amp;#039;bastum&amp;#039;&amp;#039; (Packsattel).&amp;lt;ref&amp;gt;„… dem Ort der Zeugung der Unehelichen in den Kreisen der Maultiertreiber. Bezeichnung für die Nachkommen von zwei rasseverschiedenen Individuen, also: Rassemischling.&amp;amp;nbsp;…“. &amp;#039;&amp;#039;Taschenbuch für Kriminalisten&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Deutsche Polizei GmbH, Hamburg 1952, S.&amp;amp;nbsp;142.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weitere Wortherkunft ist nicht eindeutig geklärt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden_Bastard&amp;quot; &amp;gt;Duden online: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Bastard &amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; aber das französische Synonym für &amp;#039;&amp;#039;bâtard&amp;#039;&amp;#039; lautet &amp;#039;&amp;#039;fils de bast&amp;#039;&amp;#039; und deutet auf „Kind vom Sattel“ hin, also das Kind eines Durchreisenden. Die Bezeichnung betraf vor allem Söhne, die mit Frauen niedrigeren Standes gezeugt wurden, mit denen der adelige (oder [[hochadel]]ige) Vater &amp;#039;&amp;#039;nicht verheiratet&amp;#039;&amp;#039; war. Bastarde sind daher zu unterscheiden von [[morganatische Ehe|Morganaten]], den Kindern aus &amp;#039;&amp;#039;nicht [[Ebenbürtigkeit|ebenbürtigen]] Ehen&amp;#039;&amp;#039;; von solchen stammen etwa die Fürstenhäuser [[Löwenstein-Wertheim]] oder [[Hohenberg (österreichisches Adelsgeschlecht)|Hohenberg]] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Blason comte fr Longueville (ancien).svg|mini|hochkant=0.6|Wappen des &amp;#039;&amp;#039;Bastard von Orléans&amp;#039;&amp;#039;, [[Jean de Dunois]] (mit [[Bastardfaden]])]]&lt;br /&gt;
Bastarde behielten im [[Abendland]] normalerweise den Stand ihrer Mutter und hatten nicht die Privilegien der ehelichen Kinder, insbesondere im Erbrecht. Sie konnten vom adligen Vater aber rechtlich anerkannt („legitimiert“) werden und waren dann in der Regel auch berechtigt, dessen [[Wappen]]bild zu führen, aber nur unter Beifügung eines [[Bastardfaden]]s oder eines entsprechenden, die Unehelichkeit anzeigenden [[Beizeichen]]s wie etwa des „Einbruchs“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eduard von Sacken|Eduard Freiherr von Sacken]]: &amp;#039;&amp;#039;Katechismus der Heraldik, Grundzüge der Wappenkunde&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig 1893, S. 141.&amp;lt;/ref&amp;gt; ([[Bastardwappen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Peter: &amp;#039;&amp;#039;Der Bastardfaden und andere Kennzeichen illegitimer Geburt&amp;#039;&amp;#039; ([http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/bastard.htm online]; abgerufen am 21. Juli 2014)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern der Vater die Mutter später heiratete, wurden die zuvor geborenen Kinder nach [[Adelsrecht|Adels-]] und katholischem [[Kirchenrecht]] (aber nicht nach angelsächsischem Recht) nachträglich als &amp;#039;&amp;#039;ehelich&amp;#039;&amp;#039; legitimiert &amp;#039;&amp;#039;([[lat.]]: legitimatio per matrimonium subsequens = Legitimation durch nachfolgende Eheschließung)&amp;#039;&amp;#039; und waren damit keine Bastarde mehr. So heiratete der Stauferkaiser [[Friedrich II. (HRR)|Friedrich&amp;amp;nbsp;II.]] seine langjährige Geliebte [[Bianca Lancia]] kurz vor ihrem Tod, um die drei gemeinsamen Kinder zu legitimieren und damit die Anzahl seiner legitimen Nachkommen und möglichen Nachfolger zu erhöhen,&amp;lt;ref&amp;gt;Olaf B. Rader: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich der Zweite. Der Sizilianer auf dem Kaiserthron.&amp;#039;&amp;#039; München 2010, S. 254.&amp;lt;/ref&amp;gt; was sich später durch die Thronbesteigung [[Manfred (Sizilien)|Manfreds von Sizilien]] auch realisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Gemahlin eines Adligen unfruchtbar war oder seine ehelichen Nachkommen vor ihm verstarben, konnte ein Bastard oft die Erbfolge antreten, jedenfalls bei [[Allod]]ialgütern. Der Vater konnte aber auch andere Verwandte als Erben einsetzen. Bei [[Lehen|Lehnsgütern]] war die Lehnsnachfolge von Bastarden in aller Regel ausgeschlossen, sie waren „nicht lehnsfähig“; andere, adlige Verwandte konnten mit besserem Recht beim Lehnsherrn die Belehnung fordern. Dies galt erst recht für Reichslehen (die Lehen der weltlichen [[Reichsstände]], also [[Kurfürst]]en, [[Reichsfürst]]en und regierende [[Graf]]en, die sogenannten [[Fahnlehen]]) und die damit verbundenen Regierungsfunktionen. Diese konnten weder auf Bastarde noch auf morganatische Kinder übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bastarde gehörten nach [[Adelsrecht]] nicht dem [[Adel]]sstand an, außer wenn sie neben der Legitimation durch den Vater einen [[Adelsbrief]] vom Kaiser oder [[Landesherr]]n erhielten. Bei außerehelichen Kindern von Angehörigen regierender Fürstenhäuser ([[hoher Adel]]) war dies oft der Fall, beim niederen Adel nur selten; wenn die Mütter der Bastarde adelig waren, wurden den Kindern in der Regel Adelstitel verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ehefrau eines Adligen ein Kind eines anderen Mannes gebar, hing es von vom Ehemann ab, was aus dem Kind wurde. Im [[Römisches Recht|römischen Recht]] galt der Grundsatz: &amp;#039;&amp;#039;pater semper incertus est&amp;#039;&amp;#039; (der Vater eines Kindes ist immer ungewiss, nicht aber die Mutter). Der Ehemann konnte das Kind stillschweigend als eigenes behandeln, dann galt es als ehelich geboren, wie etwa bei [[Dorothea von Sagan]]. Falls Zweifel aufkamen, wie bei der Geburt des spanischen Königs [[Alfons XII.]], konnten diese seine Stellung gefährden. Der Ehemann konnte das Kind aber auch als außerehelich zurückweisen. Wenn er nicht reagierte, wie [[Wilhelm der Schweiger]], als seine von ihm getrennt lebende Frau die Tochter [[Christine von Diez]] gebar, und öffentliche Zweifel aufkamen, wurde das Kind als Bastard behandelt. Außereheliche Verhältnisse von Ehefrauen wurden nicht geduldet (und oft streng geahndet, wie beim &amp;#039;&amp;#039;[[Tour de Nesle#Der Skandal um den Tour de Nesle|Skandal um den Tour de Nesle]]&amp;#039;&amp;#039; oder der &amp;#039;&amp;#039;[[Königsmarck-Affäre]]&amp;#039;&amp;#039;), weil die Legitimität der [[Dynastie]] in Frage stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bayeux Tapestry William.jpg|mini|hochkant|[[Wilhelm der Eroberer]] (William I. von England), „Guillaume le Bâtard“ ([[Teppich von Bayeux]])]]&lt;br /&gt;
In manchen Regionen Europas gab es vor der Entstehung des [[Briefadel]]s, also im [[Frühmittelalter|Früh-]] und [[Hochmittelalter]], Ausnahmen, in denen Bastarde die Erbfolge antraten und ohne weitere Rechtsakte allgemein anerkannt wurden. Der Bastard [[Karl Martell]] erkämpfte sich die mächtige Stellung als fränkischer [[Hausmeier]] gegen seine legitimen Halbbrüder und ihre Söhne. [[Wilhelm der Eroberer]] (William I.), auf den das britische Königshaus seine Abstammung und seine [[Britische Monarchie#Englische Monarchie|englischen Thronansprüche]] zurückführt, wurde zeitgenössisch als „Guillaume le Bâtard“ bezeichnet, da er aus einer [[Polygamie|polygamen]] Beziehung des normannischen Herzogs Robert I. mit der Tochter eines [[Lohgerber]]s stammte. Nachdem dem dänischen König [[Sven Estridsson]] († 1076) drei legitime Söhne und ein Enkel als Könige nachgefolgt waren, die ohne männliche Erben starben, folgten nacheinander drei uneheliche Söhne  auf dem Thron: [[Olaf I. (Dänemark)|Olaf Hunger]], [[Erik I. (Dänemark)|Erik Ejegod]] und [[Niels (Dänemark)|Niels]]; Eriks Nachfahren setzten die Dynastie des [[Haus Estridsson|Hauses Estridsson]]  bis 1412 fort. [[Johann I. (Portugal)|Johann I. von Portugal]], ein unehelicher Sohn König [[Peter I. (Portugal)|Peters I.]] († 1367), verteidigte die Unabhängigkeit Portugals gegen Kastilien und begründete das [[Haus Avis]]. Sein unehelicher Sohn, [[Alfons von Braganza]] (†&amp;amp;nbsp;1461), begründete als Nebenlinie das [[Haus Braganza]] und wurde zum Herzog erhoben; 1640 folgte das Haus Braganza dem erloschenen Haus Avis auf den Thron und regierte bis 1853. Das [[Haus Trastámara]], seit 1369 [[Königreich Kastilien|Könige von Kastilien und León]], seit 1412 auch von [[Krone von Aragonien|Aragón]], war eine Bastardlinie des [[Haus Burgund-Ivrea|Hauses Burgund-Ivrea]]; ihr Begründer [[Heinrich II. (Kastilien)|Heinrich II.]] setzte seine Nachfolge mittels Krieg und Brudermord durch. Auch im schottischen [[Clan Douglas]] wurde die Erbfolge im Spätmittelalter immer wieder durch Bastarde fortgeführt, so von den beiden Söhnen des [[James Douglas, 2. Earl of Douglas]], zu deren Nachfahren die späteren [[Marquess of Queensberry|Dukes of Queensberry]] gehören, oder mit dem Bastard [[George Douglas, 1. Earl of Angus]], dem Begründer der mächtigen „Roten Douglas“. Ähnliches geschah bei den [[Scaliger]]n als Stadtherren in Oberitalien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Nepotismus am Heiligen Stuhl]] begünstigte nicht nur Neffen, sondern oft auch päpstliche Bastarde wie [[Cesare Borgia]], [[Pier Luigi II. Farnese|Pier Luigi Farnese]] oder [[Giacomo Boncompagni]]. Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;V.]] erkannte von einer größeren Zahl unehelicher Kinder nur zwei an: [[Margarethe von Parma]], die Statthalterin der habsburgischen Niederlande wurde, und [[Juan de Austria]], der sich als Führer der kaiserlichen Flotte Ruhm erwarb. In Frankreich verheiratete Ludwig XIV. [[Ludwig XIV.#Illegitime Kinder|seine Bastarde]] innerhalb der eigenen Familie, da sie trotz hoher Titel weder auf internationaler Ebene noch in den stolzen [[Französischer Adel|französischen Adel]] vermittelbar waren. So fiel seine Schwägerin [[Liselotte von der Pfalz]] zeitweise in Ungnade, als sie sich vehement gegen die erzwungene Heirat ihres Sohnes [[Philippe II. de Bourbon, duc d’Orléans|Philippe]] mit Ludwigs XIV. außerehelicher Tochter [[Françoise Marie de Bourbon]] wehrte, die sie als „Bastard aus doppeltem Ehebruch“ bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Van der Cruysse: &amp;#039;&amp;#039;Madame sein ist ein ellendes Handwerck. Liselotte von der Pfalz, eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, S. 382–388.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Napoleon III.]] werden acht außereheliche Kinder mit verschiedenen Frauen zugeschrieben, die er jedoch – im [[Prüderie|prüden]] 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und angesichts seiner politisch ungesicherten Position – allesamt nicht anerkannte und die bei ihren Müttern unter deren Namen aufwuchsen. Ein jüngerer Fall ist [[Delphine von Belgien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etliche britische Herzogsfamilien stammen von Bastarden englischer und schottischer Könige ab: Vom mittelalterlichen Königshaus [[Plantagenet]] die [[Duke of Beaufort|Dukes of Beaufort]]; von Bastarden des Königshauses [[Haus Stuart|Stuart]] leiten sich her: [[Duke of Grafton]], [[Duke of St. Albans]], [[Duke of Buccleuch]], [[Duke of Richmond]] und [[Fitz-James (Adelsgeschlecht)|Fitz-James]] (Duke of Berwick and Albemarle). Ein weiterer, der [[James Scott, 1. Duke of Monmouth|Duke of Monmouth]], versuchte 1685, mittels einer Rebellion gegen seinen Onkel [[Jakob II. (England)|Jakob II.]] auf den Thron zu kommen, was ihn den Kopf kostete. Während das [[Haus Stuart]] – nach französischem Vorbild und in demonstrativer Gleichgültigkeit gegenüber seinen politischen Gegnern aus den Reihen der religiösen [[Puritaner]] – recht großzügig Herzogstitel an seine Bastarde verliehen hatte, übte das nachfolgende [[Haus Hannover]], dessen dynastisches Erbrecht [[James Francis Edward Stuart|nicht unumstritten]] war, in dem vom protestantischen [[Pietismus]] geprägten 18. und 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eher Zurückhaltung, indem es für seine (zahlreichen) Bastarde keine Dukedoms kreierte und auch nur in seltenen Fällen Peerswürden. [[Wilhelm IV. (Vereinigtes Königreich)|Wilhelm IV.]] hatte zehn außereheliche Kinder. Die Söhne wurden meist in die Armee gesteckt, nur der Älteste erhielt den [[Earl]]-Titel ([[Earl of Munster]]); Mädchen wurden öfters mit [[Peer (Adel)|Peers]] verheiratet, teilweise auch bei Pflegeeltern versteckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele deutscher fürstlicher Bastarde sind die acht außerehelichen Kinder [[August der Starke|August des Starken]] (um die er sich fürsorglich kümmerte), darunter der Feldherr [[Moritz von Sachsen (1696–1750)|Moritz von Sachsen]], der als Marschall in Frankreich Karriere machte, oder [[Anna Karolina Orzelska]], die von ihrem Vater mit dem Prinzen [[Karl Ludwig (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck)|Karl Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck]] verheiratet wurde. Nicht selten heirateten Bastarde untereinander. So wurde [[Marie-Aurore de Saxe]], uneheliche Tochter des Marschalls Moritz von Sachsen, auf Vermittlung der französischen [[Dauphine (Adel)|Dauphine]], [[Maria Josepha von Sachsen (1731–1767)|Maria Josepha von Sachsen]], mit einem Bastard von deren Schwiegervater König [[Ludwig XV.]], dem Grafen [[Antoine de Horn]], verheiratet. Bastarde von Fürsten wurden ehelich meist in den niederen Adel, seltener in den [[Hoher Adel|Hohen Adel]] vermittelt (wie die Orzelska).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bretzenheim (Adelsgeschlecht)|Fürsten von Bretzenheim]] waren und die [[Holnstein (Adelsgeschlecht)|Grafen von Holnstein]] sind [[wittelsbach]]ische Bastarde, die Herren [[Lüneburg (Adelsgeschlecht)|von Lüneburg]], [[Grafen von Platen|Grafen von Platen-Hallermund]], die Töchter der [[Melusine von der Schulenburg]], die [[Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn|Grafen von Wallmoden-Gimborn]] sowie die schon genannten Earls of Munster waren [[Welfen|welfische]] Bastarde, die [[Waldersee (Adelsgeschlecht)|Grafen von Waldersee]] sind Bastarde der demnächst erlöschenden [[Askanier]]; ihr Ahnherr Fürst [[Leopold III. Friedrich Franz (Anhalt-Dessau)|Franz von Anhalt-Dessau]] hatte zahlreiche Kinder aus verschiedenen außerehelichen Verbindungen, von denen einige geadelt wurden, andere nicht (je nach Herkunft ihrer Mütter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abwertender Sprachgebrauch ==&lt;br /&gt;
Noch in der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] wurde die Bezeichnung keineswegs als ehrenrührig oder anstößig empfunden. Vielmehr wurde sie von den Vätern und auch von den betreffenden Personen, die stolz auf ihre adelige Abstammung väterlicherseits waren, selbst benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans G. Trüper]]: &amp;#039;&amp;#039;Unebenbürtige Nachkommen von Bremer Domherren und Landadeligen im 16. und 17. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Samuel Ersch]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1822, [https://books.google.de/books?id=dRhGTOAG1IgC&amp;amp;pg=PA61 S. 61.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort wurde später allgemein auf Menschen angewendet, die als minderwertig empfunden wurden, und entsprechend vor allem in der englischen Sprache auch als Schimpfwort verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden_Bastard&amp;quot; /&amp;gt; Die Verwendung als Schimpfwort geht darauf zurück, dass Bastarde aus Sicht Adeliger „unreinen Blutes“ waren, also minderwertiger als echte Adelige. Hinzu kommt, dass außereheliche Verbindungen insbesondere von der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] als sündig bewertet wurden (oder werden, siehe [[Ehebruch#Christentum|Ehebruch im Christentum]]), ungeachtet der hohen Zahl päpstlicher und [[Kirchenfürst|fürstbischöflicher]] Bastarde. Durch diese banale Überlagerung ist die eigentliche Bedeutung des Begriffs weitgehend in Vergessenheit geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Sprachen ==&lt;br /&gt;
* [[Baster]] (afrikaans für &amp;#039;&amp;#039;Bastard&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Mamser]] (Begriff im jüdischen Gesetz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alfred Blömer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das uneheliche Kind in der Familienforschung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde&amp;#039;&amp;#039;, Band 45, Jahrgang 100, Heft 8, Oktober–Dezember 2012, S. 235–242.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bastard}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4112672-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Patriarchatsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schimpfwort (Person)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kind (Bezeichnung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Equord</name></author>
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