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	<title>Basler Kompaktaten - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T23:39:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Basler_Kompaktaten&amp;diff=847078&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SteinundBaum: weitere details</title>
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		<updated>2025-10-22T11:57:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;weitere details&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Basler Kompaktaten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Böhmische&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Prager&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Iglauer Kompaktaten&amp;#039;&amp;#039;, waren ein Vertragswerk zwischen dem [[Konzil von Basel]] und den gemäßigten [[Hussiten]], das 1436 in [[Jihlava]] (Iglau) von den böhmischen und mährischen Ständen besiegelt wurde. Sie führten zur später wieder aufgehobenen Zulassung der [[Laienkelch|Kelchkommunion]] in den [[Länder der Böhmischen Krone|böhmischen Ländern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Laienkelch bei den Hussiten ==&lt;br /&gt;
Die Hussiten verstanden es, kirchenreformatorische Aspekte mit politischen Anliegen in [[Königreich Böhmen|Böhmen]] und [[Mähren]] zu verbinden. Nach ihrer Bibelauslegung musste die [[Kommunion]] in beiderlei Gestalt nicht nur den Geistlichen, sondern auch den Laien ([[Laienkelch]]) gereicht werden. Dabei gab es eine gemäßigte Strömung in den oberen und eine revolutionäre in den unteren Bevölkerungsschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1420 wurden die Anliegen in den [[Vier Prager Artikel]]n formuliert. Die [[Utraquisten]] (auch Calixtiner genannt) wollten ein vollständiges [[Eucharistie|Abendmahl]] mit Kelch gleichberechtigt für Laien und Priester, die freie [[Predigt]] in der Landessprache, auch für Laien, die [[Säkularisation]] des [[Kirchengut]]s, eine strenge Kirchenzucht durch Bestrafung der [[Todsünde]]n und das Entsagen des [[Klerus]] von Reichtum und Politik realisiert wissen. Den radikalen [[Taboriten]] war das zu wenig. Sie forderten zusätzlich Gütergemeinschaft, die Abschaffung kirchlicher Gebräuche und Einrichtungen, ja sogar das Schaffen des Reiches Gottes mit Waffengewalt. Bald folgten (außer aus den religiös motivierten auch aus anderen Gründen) die [[Hussitenkriege]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als hartnäckigste Streitpunkte auf dem Baseler Konzil kristallisierten sich rasch die Kommunion unter beiden Gestalten für die Laien sowie das Kircheneigentum heraus. Beim Laienkelch stand einerseits die – von den Hussiten geforderte, vom Konzil abgelehnte – Heilsnotwendigkeit der Kelchkommunion zur Debatte und andererseits die Abgrenzung jener Gebiete und Personengruppen, für die diese Praxis erlaubt werden sollte (nur Böhmen oder auch Mähren; nur dort, wo bereits zuvor den Laien der Kelch gereicht wurde oder überall, wo Bedarf bestand; nur Erwachsenen oder auch Kindern?). Auch um den Besitz und die weltliche Herrschaft von Priestern (dominium) sowie das Kircheneigentum entspannten sich langwierige Debatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestimmungen der Kompaktaten ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Compactata religionis&amp;#039;&amp;#039; stellten einen Vergleich dar, der auf Basis der modifizierten Prager Artikel von 1420 am 30. November 1433 zwischen den böhmischen Ständen und dem [[Konzil von Basel]] zustande kam. Daher werden sie Basler Kompaktaten genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach durfte&lt;br /&gt;
* das kirchliche Abendmahl in Böhmen und Mähren jedem, der es wollte, in Gestalt von Brot und Wein gereicht werden. Der Geistliche musste aber erläutern, dass Jesus Christus in beiden Gestalten gegenwärtig sei.&lt;br /&gt;
* die Bestrafung von Sünden nur durch den zuständigen Richter gemäß der Bibel und den heiligen Anordnungen erfolgen, keinesfalls durch Anordnungen von Privatpersonen.&lt;br /&gt;
* das Wort Gottes frei verkündet werden, jedoch nur durch von den kirchlichen [[Ordinarium|Ordinarien]] bestellte Priester.&lt;br /&gt;
* die Kirche sowie ihre Geistlichen (ausgenommen [[Mönchtum|Mönche]]) Kirchengut besitzen, dessen Aneignung durch andere als [[Kirchenraub]] verfolgt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TK&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Diese Vereinbarungen mit der katholischen Kirche wurden vom gemäßigten Flügel der Hussiten, den Utraquisten, unterschrieben. Die Taboriten hingegen waren damit nicht einverstanden. Es kam zu einem Kampf der Anhänger beider hussitischen Glaubensrichtungen. Dabei trugen die Kalixtiner verbündet mit einem kaiserlichen Heer den militärischen Sieg in der [[Schlacht von Lipan]] am 30. Mai 1434 davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die am 5. Juli 1436 geschlossenen Bestimmungen führten das Ende der seit 1420 im östlichen [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] wütenden Hussitenkriege herbei. Auch der inzwischen zum Kaiser gekrönte Sigismund von Luxemburg erteilte seine Zustimmung, was nach der feierlichen Verkündung der Kompaktaten in Iglau im Sommer 1436 den Weg für die allgemeine Anerkennung des Luxemburgers als König durch die böhmischen Stände ebnete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HI&amp;quot;&amp;gt;Thomas Krzenck, Herder-Institut&amp;lt;/ref&amp;gt; Vertragsschließende Parteien waren hier Kaiser [[Sigismund (HRR)|Sigismund]], der zugleich König von [[Geschichte Böhmens#Hussitenkriege und Georg von Podiebrad|Böhmen]] war, auf der einen und die Vertreter der Hussiten auf der anderen Seite. Die Basler Kompaktaten setzten einen vorläufigen Schlusspunkt unter zwanzig Jahre der theologischen, politischen, diplomatischen und militärischen Auseinandersetzung zwischen den hussitischen Böhmen und der katholischen Kirche.&amp;lt;ref&amp;gt;Christina Traxler: Rezension zu: Šmahel, František: &amp;#039;&amp;#039;Die Basler Kompaktaten mit den Hussiten (1436)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Theologische Revue]], Jg. 117 (2021), Ausgabe Juli ([https://www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/thrv/issue/view/321 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar hatte die Delegation des Konzils mündlich wie schriftlich versprochen, den Kelch für Böhmen zu gewähren, doch wurde diese Zusage weder vom Plenum des Konzils noch durch den Papst [[Eugen IV.]] bestätigt.&amp;lt;ref name =&amp;quot;HI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Prag wurde ein Bischof aus den Reihen der Kalixtiner eingesetzt. Auch in der Moldaustadt wurde nach dem Vertragsschluss das Abendmahl mit Hostie und Weinkelch praktiziert; es war im gesamten böhmischen Königreich damit vereinheitlicht. Umgekehrt wurde Sigismund als legitimer Landesherr von den Hussiten akzeptiert. Für ihn bedeutete es ferner das Ende erfolgloser und finanziell aufwändiger Feldzüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufhebung ===&lt;br /&gt;
Der Amtskirche waren die Vereinbarungen einer böhmischen Sonderregelung auf Dauer nicht geheuer. Schon im Jahr 1448 wollte Kardinal [[Juan Carvajal (Kardinal)|Juan de Carvajal]] die der Kurie unbequemen Kompaktaten abschaffen. König [[Georg von Podiebrad]] verfolgte das Ziel, die Kompaktate durch den Papst bestätigen zu lassen, doch Papst [[Pius II.]] verwarf sie am 31. März 1462 ausdrücklich und verlangte die kirchliche Wiedervereinigung Böhmens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MeyKonLex&amp;quot;&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Kompakt%C4%81t Kompaktaten] [[Meyers Großes Konversations-Lexikon]], Band 11. Leipzig 1907, S. 339.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pius II. hob die Basler Kompaktaten als erzielten Kompromiss zwischen dem Konzil und den Hussiten in Anwesenheit einer böhmischen Delegation auf – unter anderem mit der Begründung, das Konzil habe allein den damals, d.&amp;amp;nbsp;h. drei Jahrzehnte zuvor lebenden Hussiten die Kompaktaten zugestanden, nicht aber nachfolgenden Generationen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HI&amp;quot; /&amp;gt; Im [[Kuttenberger Religionsfrieden]] von 1485 wurden die Baseler Kompaktaten zum Landesgesetz erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Jiří Pešek: Rezension von [[Joachim Bahlcke]], &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Tschechiens. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2014, in: &amp;#039;&amp;#039;Bohemia&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 58 (2018), S. 382–384 ([https://www.recensio.net/r/3fbb29833f8c4cea9c7d15541873c41e online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kompaktaten wurden im Jahr 1567 schließlich aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcus Wüst: Art. [https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/utraquisten &amp;#039;&amp;#039;Utraquisten&amp;#039;&amp;#039;]. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
Übersetzungen der Kompaktaten sind nur in geringer Zahl überliefert. Bekannt ist lediglich das Dekret über das Abendmahl unter beiderlei Gestalt vom 23. Dezember 1437, das in wenigen Sätzen die beiden Handschriften in der [[Nationalbibliothek der Tschechischen Republik|Prager Nationalbibliothek]] (Národní knihovna České republiky) mit wenigen Sätzen zusammenfassen. Für alle Utraquisten in Prag waren die sog. Kompaktaten-Tafeln an der [[Karlsplatz (Prag)#Heilig-Blut- oder Fronleichnamskapelle|Fronleichnamskapelle]] in der [[Prager Neustadt]] bestimmt. Da auch die utraquistischen Theologen untereinander in der Gelehrtensprache Latein miteinander korrespondierten, war eine Übersetzung ins Tschechische vor allem für die auf dem [[Böhmischer Landtag|Landtag]] versammelten Stände, vor allem Adel und Bürger, bestimmt. Anders verhielt es sich mit den alttschechischen Übersetzungen der Kompaktaten-Urkunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;TK&amp;quot;&amp;gt;tschechische und deutsche Übersetzung der Urkunden bei Thomas Krzenck&amp;lt;/ref&amp;gt;, die am 6. Juli 1436 in der [[St. Jakob (Jihlava)|Iglauer Jakobskirche]] verlesen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HI&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Winfried Eberhard]]: &amp;#039;&amp;#039;Internationales Symposium zum 555. Jahrestag der Annahme der Basler Kompaktaten&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Bohemia (Zeitschrift)|Bohemia]], Jg. 33 (1992), S. 177–180.&lt;br /&gt;
* [[František Šmahel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Basler Kompaktaten mit den Hussiten (1436). Untersuchung und Edition&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-447-11179-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.klett-akademie.de/sixcms/media.php/8/76C0B4C24E8F7D4C898D382A639E6634.pdf Ein blutiger Streit um das Abendmahl – die Hussitenkriege]&lt;br /&gt;
* [https://www.herder-institut.de//digitale-angebote/dokumente-und-materialien/themenmodule/quelle/3255/details.html &amp;#039;&amp;#039;Die Basler Kompaktaten seit 1433&amp;#039;&amp;#039;] in: [[Herder-Institut (Marburg)|Herder-Institut]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dokumente und Materialien zur ostmitteleuropäischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039; (mit der tschechischen und der deutschen Übersetzung der Kompaktaten). Themenmodul „Hus und die Hussiten“, bearbeitet von Thomas Krzenck, abgerufen am 27. April 2022&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konzilsdokument|Kompaktat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hussitische Bewegung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SteinundBaum</name></author>
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