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	<title>Barocklaute - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T09:41:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Barocklaute&amp;diff=1510978&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mathiasroesel: /* Johann Sebastian Bach */</title>
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		<updated>2025-09-18T20:14:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Oberbegriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Barocklaute&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet verschiedene europäische [[Laute]]ntypen des 17. und 18. Jahrhunderts. Kennzeichnend ist, dass zu den Spielchören auf dem Griffbrett (&amp;#039;&amp;#039;petit jeu&amp;#039;&amp;#039;) die Erweiterung des Bassregisters durch zusätzliche, [[Diatonik|diatonisch]] gestimmte Bass-Saiten tritt (&amp;#039;&amp;#039;grand jeu&amp;#039;&amp;#039;). Neben den verschiedenen Barocklauten existierten in dieser Zeit weitere [[Lauteninstrument]]e wie [[Mandora]] und [[Barockgitarre]]. Seit dem 18. Jahrhundert werden Lauten mit Bass-Saiten an einem verlängerten Hals wie [[Theorbe]] und [[Angelica (Musikinstrument)|Angelica]] auch [[Erzlaute]]n genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übergangszeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Doppelkopflaute.jpg|mini|links|Doppelkopflaute]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr ab 1580 wurde in Europa vermehrt Musik für Laute mit sieben und acht Chören komponiert. Die Saitenzahl der Laute wurde bis ca. 1620 auf bis zu zwölf [[Saitenchor|Chöre]] vermehrt. Dazu kamen Experimente mit der Stimmung der Spielsaiten. In der einschlägigen Sekundärliteratur sind über zwanzig verschiedene Stimmungen der Spielsaiten gezählt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://accordsnouveaux.ch/de/ François-Pierre Goy / Andreas Schlegel, Accords Nouveaux]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konrad Ragossnig]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Gitarre und Laute.&amp;#039;&amp;#039; Schott, Mainz 1978, ISBN 3-7957-2329-9, S. 19–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Antoine Francisque]]s um 1600 in Paris erschienenes Lautenbuch &amp;#039;&amp;#039;Le Tresor d&amp;#039;Orphee&amp;#039;&amp;#039; ist einer der frühesten Belege der neuen Saitenstimmungen („à cordes avalées“).&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Päffgen: &amp;#039;&amp;#039;Ach Elslein, liebes Elslein mein! Gitarrenmusik-Ausgaben. Ein Leitfaden.&amp;#039;&amp;#039; Teil III. In: &amp;#039;&amp;#039;Gitarre &amp;amp; Laute&amp;#039;&amp;#039; 6, 1984, Heft 1, S. 43–46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die zwei prominentesten Stimmungen dürften der so genannte &amp;#039;&amp;#039;Ton ravissant&amp;#039;&amp;#039; (mit fast tausend erhaltenen Stücken) und das &amp;#039;&amp;#039;Sharp tuning&amp;#039;&amp;#039; (mit über fünfhundert erhaltenen Stücken) gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Ton ravissant&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;French flat tuning&amp;#039;&amp;#039; nach [[Thomas Mace|Mace]]: g&amp;#039; - e&amp;#039; - c - a - e - H - A - G - F - E - D - C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Sharp tuning&amp;#039;&amp;#039; (10ch. Laute): e&amp;#039; - c&amp;#039; - a - f - c - G - F - E - D - C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Flat save the 3rd sharp&amp;#039;&amp;#039; (10ch. Laute): f&amp;#039; - d&amp;#039; - h - g - d - A - G - Fis - E - D&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächliche Tonhöhe dürfte sich nach dem Saitenmaterial gerichtet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurden verschiedene bautechnische Lösungen für die Aufnahme des Bassregisters probiert. Sehr verbreitet war in der Übergangszeit die Laute mit zwei Wirbelkästen, später &amp;#039;&amp;#039;double-headed lute&amp;#039;&amp;#039; bzw. „Doppelkopflaute“ genannt, bei der neben dem nach hinten „abgeknickten“ [[Wirbelkasten]] ein zweiter, nicht abgewinkelter Wirbelkasten für bis zu vier Basschöre angebracht war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Italienische Barocklaute ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sallas.jpg|mini|Italienische Barocklaute ([[Erzlaute]], Arciliuto) von Matteo Sellas]]&lt;br /&gt;
In Italien behielt die Barocklaute die aus der [[Renaissancelaute|Renaissance]] mit der [[Renaissancelaute]] überkommene Stimmung der sechs Spielsaiten in [[Quarte]]n und einer großen [[Terz (Musik)|Terz]], nominell: G - c - f - a - d&amp;#039; - g&amp;#039;. Hinzu treten bis zu acht [[Bordun]]-Chöre, die je nach Tonart einzustimmen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bautechnische Lösung für die Aufnahme der Bass-Saiten bestand in der Theorbierung, d. h. an dem in Längsrichtung des Halses angesetzten Wirbelkasten wurde eine kurze Verlängerung mit einem zweiten Wirbelkasten angebracht. Dieser Bautyp wird heute oft &amp;#039;&amp;#039;Liuto attiorbato&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alessandro Piccinini]], der für sich reklamierte, diesen Lautentyp im Jahr 1594 erfunden zu haben, lehnte die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Liuto attiorbato&amp;#039;&amp;#039; jedoch als unsachgemäß ab, nannte das Instrument &amp;#039;&amp;#039;Arciliuto&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;A. Piccinini: Intavolatura di Liuto et di Chitarrone. Libro primo.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort aus dem Original Italienischen ins Deutsche übersetzt von Sigrun Richter und Alexis Fernández. In: &amp;#039;&amp;#039;Gitarre Laute&amp;#039;&amp;#039; 3, 1981, Heft 1, S. 21–30, und Heft 2, S. 38–45; hier: Heft 2, S. 44 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; und betonte mithin, dass es sich um eine Laute handelt, nicht eine [[Theorbe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch über hundert Jahre später wies [[Silvius Leopold Weiss]] darauf hin, dass [[Theorbe]] und Arciliuto „unter sich selbst wieder ganz differieren.“&amp;lt;ref&amp;gt;Brief vom 21. März 1723 an [[Johann Mattheson]], in: [[Konrad Ragossnig]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Gitarre und Laute.&amp;#039;&amp;#039; Schott, Mainz 1978, ISBN 3-7957-2329-9, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Komponisten sind zu nennen: [[Johann Hieronymus Kapsberger]], [[Alessandro Piccinini]], [[Pietro Paolo Melii]] aus [[Reggio nell’Emilia]] (unter anderem Lautenist an der Wiener Hofkapelle&amp;lt;ref&amp;gt;[[Josef Zuth]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Laute und Gitarre.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Zeitschrift für die Gitarre (Anton Goll), Wien 1926 (1928), S. 192.&amp;lt;/ref&amp;gt;), [[Bernardo Gianoncelli]], [[Giovanni Zamboni]], [[Filippo dalla Casa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Georg Friedrich Händel]] setzte das Instrument in seiner Großform mit stark verlängertem zweiten Hals und Einzelsaiten im Bass als Continuo-Instrument im Orchester ein (&amp;#039;&amp;#039;Liuto attiorbato&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Französische Barocklaute ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Charles Mouton - François de Troy.jpg|mini|links|Elfchörige französische Barocklaute]]&lt;br /&gt;
Nach der experimentellen Phase in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts setzte sich in Frankreich die Barocklaute mit elf Chören durch. Die Spielsaiten sind in Quarten sowie in kleinen und großen Terzen gestimmt. Nominell – die tatsächliche Tonhöhe dürfte sich nach dem Saitenmaterial gerichtet haben – kann die Stimmung angegeben werden wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
f&amp;#039; - d&amp;#039; - a - f - d - A - G - F - E - D - C (später so genannte neufranzösische oder auch d-Moll-Stimmung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bauweise kehrten die französischen Lautenbauer zum Renaissancemodell der einfachen Knickhalslaute ohne Bassreiter oder Theorbierung zurück. Besonders Renaissancelauten der deutschen Lautenbauer [[Laux Maler]] (1518–1552, Bologna) und [[Hans Frei (Lautenbauer)|Hans Frei]], deren Werkstätten in Italien gewesen waren, wurden im 17. Jahrhundert dort aufgekauft, nach Frankreich gebracht und hier zu Barocklauten umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Hof [[Ludwig XIII.|Ludwigs XIII.]] herrschte ein regelrechter Kult um die Laute (sogar [[Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu|Richelieu]] nahm Unterricht bei [[Ennemond Gaultier]]). Durch die allgemein verbreitete Nachahmung französischer Kultur und Lebensweise erlangte die französische Barocklaute während des 17. Jahrhunderts in ganz Europa (außer in Italien) Popularität. Mit ihr verbreitete sich die französische Lautenmusik und der ihr eigene Stil (vertreten von Komponisten wie [[René Mézangeau]], Ennemond Gaultier, [[Denis Gaultier]], [[François Dufault]], [[Jacques Gallot]]) der zunächst auch von [[Cembalo|Clavecinisten]] wie [[Johann Jakob Froberger]], [[Louis Couperin]], [[Nicolas Antoine Le Bègue]] nachgeahmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die d-Moll-Stimmung erschien zuerst in zwei Drucken des Jahres 1638, nämlich beim Verleger [[Robert Ballard|Ballard]] (Paris) und bei [[Pierre Gaultier]] (Rom).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsche Barocklaute ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lisiewsaka-woman-playing-a-lute.jpg|mini|Schwanenhals-Barocklaute, &amp;#039;&amp;#039;Allegorie des [[Auditive Wahrnehmung|Hören]]s&amp;#039;&amp;#039; - Gemälde von [[Anna Dorothea Therbusch]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dresdner Virtuose und Komponist [[Silvius Leopold Weiss]] fügte der französischen Barocklaute ab ca. 1720 im Bass zwei weitere Chöre hinzu. Für diese zusätzlichen Saiten gab es hauptsächlich zwei bautechnische Lösungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Einen auf den abgeknickten Wirbelkasten aufgesetzten &amp;#039;&amp;#039;Bassreiter&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Theorbierung, d. h. der Wirbelkasten wird nicht abgeknickt, sondern wie bei der [[Theorbe]] gerade an den Hals angebaut und um einen zweiten, wiederum in Längsrichtung aufgesetzten Wirbelkasten erweitert, der fünf [[Saitenchor|Bass-Chöre]] aufnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser zweite Wirbelkasten wird nach seiner geschwungenen Verbindung &amp;#039;&amp;#039;Schwanenhals&amp;#039;&amp;#039; genannt. Auch Lauten mit insgesamt drei Wirbelkästen sind erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Komponisten und Spieler des Instruments waren [[Esaias Reusner der Jüngere]], [[Ernst Gottlieb Baron]], [[Wolff Jakob Lauffensteiner]]&amp;lt;ref&amp;gt; siehe zu diesem {{NDB|13|711||Lauffensteiner, Wolff Jacob|[[Rudolf Flotzinger]]|103915877}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Silvius Leopold Weiss]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Form als Schwanenhalslaute hat die Barocklaute bis in die Zeit der Vorklassik überlebt. Als Komponisten für dieses Instrument sind weiter zu nennen: [[Bernhard Joachim Hagen]], [[Adam Falckenhagen]], [[Jakob Friedrich Kleinknecht]] und [[Christian Gottlieb Scheidler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Johann Sebastian Bach ==&lt;br /&gt;
Ob [[Johann Sebastian Bach]] seine [[Werke für Laute (Bach)|„Werke für Laute“]] BWV 995, 996, 997, 998, 999, 1000, 1006a für eine Barocklaute schrieb oder für das „[[Lautenklavier|Lautenwerk]]“, ein mit Darm[[saite]]n bezogenes [[Cembalo]], ist nicht hinreichend geklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Josef Klima: &amp;#039;&amp;#039;Zur Renaissance der Barocklaute.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gitarre &amp;amp; Laute.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, Heft 6, 1987, S. 27–31.&lt;br /&gt;
* Thomas Mace: &amp;#039;&amp;#039;Musick’s Monument.&amp;#039;&amp;#039; London 1676; Faksimile-Nachdruck hrsg. vom Centre National de la Recherche Scientifique, 2. Auflage. Paris 1966.&lt;br /&gt;
* Andreas Schlegel: &amp;#039;&amp;#039;Die Laute in Europa - Geschichte und Geschichten zum Geniessen.&amp;#039;&amp;#039; A. Schlegel Verlag, 2007, ISBN 978-3-9523232-0-5.&lt;br /&gt;
* Ekkard Schulze-Kurz: &amp;#039;&amp;#039;Die Laute und ihre Stimmungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Wislingen 1990, ISBN 3-927445-04-5 (Zugleich Dissertation).&lt;br /&gt;
* Franz J. Giesbert: &amp;#039;&amp;#039;Schule für die Barocklaute.&amp;#039;&amp;#039; Schott, Mainz 1939, ISMN 979-0-001-04377-9.&lt;br /&gt;
* Stefan Lundgren: &amp;#039;&amp;#039;The Baroque Lute Companion.&amp;#039;&amp;#039; Lundgren Edition, München 1993.&lt;br /&gt;
* Toyohiko Satoh: &amp;#039;&amp;#039;Method for the Baroque Lute.&amp;#039;&amp;#039; Tree Edition, München 1987.&lt;br /&gt;
* Michel Serdoura: &amp;#039;&amp;#039;Method for the Baroque Lute.&amp;#039;&amp;#039; Ut Orpheus Edizioni, Bologna 2008, ISMN 979-0-2153-1599-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laute]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikinstrument (Barock)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mathiasroesel</name></author>
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