<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Barmakiden</id>
	<title>Barmakiden - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Barmakiden"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Barmakiden&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-23T08:26:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Barmakiden&amp;diff=96763&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;PaFra: /* Literatur */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Barmakiden&amp;diff=96763&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-19T14:24:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:An illustration from the Akhbar-i-Barmakiyan; Yahya Ibn Khalid al-Barmaki returning the jewel sent to him by Zubayda, the wife of Harun al-Rashid, India, Mughal, circa 1595-1600.jpg|mini|Der Barmakide [[Yahyā ibn Chālid]] schickt [[Zubaida bint Dschaʿfar]] ein Juwel zurück. Miniatur in einem illustrierten Manuskript aus [[Mogulreich|Mogulindien]] von Baranīs Barmakidengeschichte &amp;#039;&amp;#039;Aḫbār-i Barmakiyān&amp;#039;&amp;#039;, 1595–1600.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Barmakiden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|البرامكة&amp;amp;lrm;}} &amp;#039;&amp;#039;al-Barāmika&amp;#039;&amp;#039;; {{faS|برمكيان&amp;amp;lrm;}} &amp;#039;&amp;#039;Barmakiyān&amp;#039;&amp;#039;) waren eine Familie aus [[Balch]] in [[Tocharistan]], die unter den ersten fünf [[Abbasiden-Kalifat|abbasidischen Kalifen]] (750–803) als [[Wesir]]e und Sekretäre höchste Staatsämter bekleideten und auch als Prinzenerzieher wirkten. Während des frühen Kalifats von [[Hārūn ar-Raschīd]] (reg. 786–809) erreichte die Macht der Barmakiden mit [[Yahyā ibn Chālid]] und seinen beiden Söhnen al-Fadl und [[Dscha&amp;#039;far ibn Yahya|Dschaʿfar]] ihren Höhepunkt. Yahyā ließ Werke aus dem [[Sanskrit]] und anderen Sprachen ins Arabische übersetzen. Im Jahre 803 wurde die Familie jedoch überraschend aus unklaren Gründen vom Kalifen entmachtet. Die Barmakiden stellen einen der am besten dokumentierten Fälle dar, in dem Mitglieder einer führenden zum Islam konvertierten Familie aus den neu eroberten wohlhabenden ostiranischen Provinzen im Zuge der abbasidischen Revolution zu politischer Macht und weit über ihre Heimat hinausreichenden Einfluss gelangten. In der späteren arabischen und persischen Literaturtradition wurden die Barmakiden für ihre außergewöhnliche Großzügigkeit gerühmt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Nach Kevin van Bladel waren die Barmakiden keine Perser, sondern [[Buddhismus|buddhistische]] [[Baktrien|Baktrier]]. „Barmak“ (abgeleitet von [[Sanskrit]] &amp;#039;&amp;#039;pramukha&amp;#039;&amp;#039; [Vorsteher, Verwalter]) war kein Personenname, sondern der erbliche Titel des Vorstehers des buddhistischen Klosters ([[Vihara]]) von Naubahār, das die gesamte Oase von Balch unter seiner Kontrolle hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot;&amp;gt;Kevin van Bladel: “Barmakids”, in: [[Encyclopaedia of Islam|Encyclopaedia of Islam, THREE]], veröffentlicht 2012. {{DOI|10.1163/1573-3912_ei3_COM_24302}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Kloster wurde im 7. Jahrhundert von dem buddhistischen Pilgermönch [[Xuanzang]] besucht und beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Bouvat: &amp;#039;&amp;#039;Les Barmécides d&amp;#039;après les historiens arabes et persans.&amp;#039;&amp;#039; 1912, S. 28–30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Ruinen sind heute noch unter dem Namen [[Tacht-e Rostam (Balch)]] in Balch zu sehen. Die dem Kloster zugehörigen Ländereien mit einer Fläche von etwa 1568 km² befanden sich im Besitz der Barmakiden. Dieser Grundbesitz oder zumindest ein Teil davon blieb der Familie auch später erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartold: &amp;#039;&amp;#039;Barmakiden&amp;#039;&amp;#039; in [[Encyclopaedia of Islam|Enzyklopaedie des Islam]] Bd. I, S. 691.&amp;lt;/ref&amp;gt; Barmak, der Stammvater, nach dem die Barmakiden benannt wurden, und sein Sohn Chālid waren noch Buddhisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Muʿāwiya I.]] eroberte 663–664 ʿAbdallāh ibn ʿĀmir [[Chorasan]] und sandte Qais ibn al-Haitham und ʿAtā ibn Sāʾib gegen Balch aus, die die Stadt einnahmen und Naubahār zerstörten.&amp;lt;ref&amp;gt;Bouvat: &amp;#039;&amp;#039;Les Barmécides d&amp;#039;après les historiens arabes et persans.&amp;#039;&amp;#039; 1912, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einem Bericht, den [[Yāqūt ar-Rūmī]] zitiert, baute Barmak Naubahār aber wieder auf und nahm darin Wohnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Yāqūt ar-Rūmī: &amp;#039;&amp;#039;Kitāb Muʿǧam al-buldān&amp;#039;&amp;#039;. Ed. [[Ferdinand Wüstenfeld]]. Brockhaus, Leipzig, 1867. Bd. IV, S. 819. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:3:5-19011/fragment/page=00000825 Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklar ist, wann die Barmakiden zum Islam konvertierten. Einigen Berichten zufolge soll Barmak bereits zur Zeit von [[ʿUthmān ibn ʿAffān]] konvertiert und anschließend der Feindseligkeit des türkischen Königs Tarhān ausgesetzt gewesen sein; anderen Berichten zufolge hingegen war es Barmaks Sohn Chālid, der als Erster konvertierte, gefolgt von seinen Brüdern al-Hasan und Sulaiman.&amp;lt;ref&amp;gt;Sourdel: &amp;#039;&amp;#039;Le vizirat ʿAbbāside de 749 à 936 (132 a 324 de l’Hégire).&amp;#039;&amp;#039; 1959, S. 131f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wiederum andere sprechen davon, dass Barmak und sein Sohn zum Islam konvertierten, nachdem sie zusammen mit anderen Geiseln aus Chorasan an den Hof von [[Hischām ibn ʿAbd al-Malik]] in [[Resafa|ar-Rusāfa]] in Syrien gebracht worden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Rolle unter den frühen Abbasiden ==&lt;br /&gt;
Im Jahre 742 begann Chālid auf Betreiben seines Vaters, sich an der [[Banū Hāschim|hāschimidischen]] [[Daʿwa]]-Bewegung zu beteiligen. Er wurde einer der wenigen Nicht-Araber im inneren Kreis der Revolutionäre, einer von zwanzig „Inspektoren“ (&amp;#039;&amp;#039;nuẓarāʾ&amp;#039;&amp;#039;) unter den zwölf Anführern (&amp;#039;&amp;#039;nuqabāʾ&amp;#039;&amp;#039;), die die Revolution leiteten. In den Annalen von [[at-Tabarī]] wird er im Jahr 129 der [[Hidschra]] (= 746–747 n. Chr.) als aktiver Teilnehmer der Abbasidischen Revolution erwähnt. [[Abū Muslim]], der Anführer der abbasidischen Streitkräfte in [[Chorasan]], soll ihm und Abū ʿAun (gest. ca. 784) befohlen haben, Gelder herbeizuschaffen, die bei den [[Schia|Schiiten]] eingesammelt worden waren. Im folgenden Jahr trat er als einer der Feldoffiziere auf, die die abbasidischen Truppen in die Schlacht führten. In der Zeit von 749 bis 753 war er für die [[Diwan (Verwaltung)|Dīwāne]], die Charādsch-Grundsteuer und die Armee der neuen abbasidischen Regierung zuständig. Dies machte ihn praktisch zum obersten Finanzbeamten des Reiches. Sein Erfolg in dieser Rolle lässt auf eine solide Ausbildung und Verwaltungserfahrung schließen, die er sich entweder am Hof von Hischām oder schon vorher in Balch angeeignet hatte. In jedem Fall führten seine Rolle in der abbasidischen Revolution, sein Erfolg als Verwalter und die enge Beziehung seiner Familie zu den Abbasiden von Anfang an zu einer herausragenden Rolle der Barmakiden in der neuen Regierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentliche Zeit der „Herrschaft der Barmakiden“ (&amp;#039;&amp;#039;sulṭān Āl Barmak&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;So die Ausdrucksweise von [[Abū l-Faradsch al-Isfahānī]] in &amp;#039;&amp;#039;Maqātil aṭ-Ṭālibīyīn&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Aḥmad Ṣaqar. 2. Auflage. Intišārāt aš-Šarīf ar-Rad, Ghom 1995. S. 349. [https://archive.org/details/5262pdf/page/n352/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; begann mit der Thronbesteigung [[Hārūn ar-Raschīd]]s im Jahre 786, als Chālids Sohn [[Yahyā ibn Chālid|Yahyā]] zum [[Wesir]] aufstieg.&amp;lt;ref&amp;gt;Sourdel: &amp;#039;&amp;#039;Le vizirat ʿAbbāside de 749 à 936 (132 a 324 de l’Hégire).&amp;#039;&amp;#039; 1959, S. 134.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis 803 kontrollierte er zusammen mit seinen Söhnen al-Fadl und Dschaʿfar, die ebenfalls Wesire waren, die meisten Bereiche der Regierung oder war zumindest daran beteiligt. Nach [[Hugh N. Kennedy]] leiteten die Barmakiden einen Prozess der fiskalen Zentralisierung ein, der einen „fundamentalen Wendepunkt“ in der Regierungsgeschichte des Arabischen Reiches darstellte. Jetzt konnten mit detaillierten Aufstellungen ausgestattete Bürokraten im Namen des Kalifen hohe Einnahmen aus den Provinzen einfordern, Einnahmen, die unter der Herrschaft der Umayyaden in den Provinzen verblieben waren. Dies stärkte die Zentralregierung und bereicherte die Klasse der Sekretäre (&amp;#039;&amp;#039;kuttāb&amp;#039;&amp;#039;), deren anhaltende Bedeutung danach als das wichtigste langfristige Ergebnis des Wesirats der Barmakiden angesehen werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem begann mit den Barmakiden die kulturelle Blütezeit des Abbasidenkalifats. Sie ließen zahlreiche Werke aus dem Sanskrit ins Arabische übersetzen, so auch die Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Bilauhar und Budhāsaf&amp;#039;&amp;#039;, die die Grundlage für den byzantinischen Roman [[Barlaam und Josaphat]] bildete. Es handelt sich um eine stark interpolierte und erweiterte Form der Erzählung über die Erweckung [[Buddha]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt; Auch griechische philosophische und naturwissenschaftliche Werke wurden übersetzt, ebenso kamen Zoroastrier und Christen an den Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besitzungen in Bagdad ==&lt;br /&gt;
Die Barmakiden besaßen in [[Bagdad]] eine Vielzahl von Palästen an beiden Ufern des [[Tigris]].&amp;lt;ref&amp;gt;George Salmon: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039; introduction topographique á l&amp;#039;histoire de Bagdâdh d&amp;#039;Aboû Bakr Aḥmad Ibn Thâbit Al-Khatîb al-Bagdâdhî&amp;#039;&amp;#039;. Bouillon, Paris 1904. S. 113, Fußnote 3. [https://archive.org/details/lintroductionto00salmgoog/page/n136/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der irakische Geschichtsschreiber Ibn at-Tiqtaqā (gest. 1309) zitiert Hārūn ar-Raschīds Leibarzt Buchtīschūʿ mit der Aussage, dass die Barmakiden gegenüber des kalifalen Palastes al-Chuld am anderen Ufer des Tigris wohnten, so dass sie nur die Breite des Flusses von ihm trennte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibn aṭ-Ṭiqṭaqā: &amp;#039;&amp;#039;al-Faḫrī fī l-ādāb as-sulṭānīya wa-d-duwal al-islāmīya&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Hartwig Dérenbourg. Bouillon, Paris 1895. S. 287. [https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k209261x/f265.item Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöse Ausrichtung ==&lt;br /&gt;
[[Ibn an-Nadīm]] gibt in seinem &amp;#039;&amp;#039;Fihrist&amp;#039;&amp;#039; die Meinung wieder, dass alle Barmakiden [[Zandaqa|Zindīqen]] gewesen seien, mit Ausnahme von Yahyā&amp;#039;s Bruder Muhammad ibn Chālid.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibn an-Nadīm: &amp;#039;&amp;#039;al-Fihrist&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Riḍā Taǧaddud. 3. Aufl. Dār al-Masīra, Beirut, 1988.  S. 401. [https://archive.org/details/4726pdf/page/n400/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Philologe al-Asmaʿī wird mit den Versen zitiert:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem lang=&amp;quot;ar&amp;quot; style=&amp;quot;margin-right:5em; float:right; text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
إذا ذكر الشّرك في مجلس&lt;br /&gt;
أنارت وجوه بني برمك&lt;br /&gt;
وإن تليت عندهم آية&lt;br /&gt;
أتوا بالأحاديث عن مزدك&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Iḏā ḏukira š-širku fī maǧlisin&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Anārat wuǧūhu Banī Barmak&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Wa-in tuliyat ʿindahum āya&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Atau bi-l-aḥādīṯi ʿan Mazdak&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; float:left;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn in einer Sitzung der [[Schirk]] erwähnt wurde,&lt;br /&gt;
Leuchteten die Gesichter der Nachkommen von Barmak.&lt;br /&gt;
Und wenn bei ihnen ein Koranvers rezitiert wurde,&lt;br /&gt;
Brachten sie Berichte vor über [[Mazdak]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ibn Qutaiba: &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-Maʿārif&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Ṯarwat ʿAkkāša. Dār al-Maʿārif, Kairo 1981. S. 282. [https://archive.org/details/Alma3arif/page/n535/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entmachtung durch Hārūn ar-Raschīd ==&lt;br /&gt;
Die Gründe für den plötzlichen Sturz der Familie und die Hinrichtung des jüngeren Sohnes [[Dscha&amp;#039;far ibn Yahya|Dschaʿfar]] im Jahre 803 sind nicht ganz klar. Al-Dschahschiyārī (gest. 942) führt die Meinung eines Zeitgenossen an, wonach die Verachtung der Barmakiden für [[Al-Fadl bin ar-Rabīʿ|al-Fadl ibn ar-Rabīʿ]] und ihre Verfolgung von Muhammad ibn al-Dschamīl zu den Gründen ihres Untergangs gehörten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibn ʿAbdūs al-Ǧahšiyārī: &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-Wuzarāʾ wa-l-kuttāb.&amp;#039;&amp;#039; Ed. Muṣṭafā as-Saqqāʾ, Ibrāhīm al-Abyārī u. ʿAbd al-Ḥafīẓ Šilbī. Kairo 1938. S. 252f. [https://archive.org/details/KitabAlwozaraaWaAlKotaab/page/n283/mode/2up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine andere Erklärung, die [[Ibn Challikān]] (gest. 1282) anführt, sieht die Gründe für den Zorn Hārūn ar-Raschīds auf die Barmakiden darin, dass er ihrer langen Herrschaft überdrüssig gewesen sei, Dschaʿfar und al-Fadl immer anmaßender aufgetreten seien, und sich deswegen Feinde der Barmakiden wie al-Fadl ibn ar-Rabīʿ an den Kalifen gewandt und gegen sie Stimmung gemacht hätten. Dies habe dann zu ihrem Sturz geführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ibn Challikān|Ibn Ḫallikān]]:  &amp;#039;&amp;#039;Wafayāt al-aʿyān wa-anbāʾ abnāʾ az-zamān&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Iḥsān ʿAbbās. Dār Ṣādir, Beirut 1978. Bd. I, S. 335. [https://archive.org/details/WAQ17074/01_17074/page/n334/mode/1up Digitalisat] – Englische Übersetzung [[William Mac Guckin de Slane]]. Paris 1843. Bd. I, S. 309. [https://archive.org/details/ibn-khallikans-biographical-dictionary-1842-volume-3/Vol1Of4WafayatAl-ayantheObituariesOfEminentMenByIbnKhallikan/page/309/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine populäre Geschichte, die von späteren Autoren angeführt wird, führte den Sturz der Barmakiden auf die Übertretung eines Verbots zurück: Hārūn ar-Raschīd hatte angeblich Dschaʿfar mit seiner geliebten Schwester [[Abbasa|al-ʿAbbāsa]] verheiratet, um sie beide gleichzeitig in seiner Gesellschaft haben zu können, ohne dass sich al-ʿAbbāsa verschleiern musste, bestand aber darauf, dass die Ehe nicht vollzogen werden sollte. Die Geschichte besagt, dass al-ʿAbbāsa, die sich in Dschaʿfar verliebt hatte, es mit Hilfe seiner Mutter schaffte, Dschaʿfar zu verführen, indem sie als Sklavin verkleidet in sein Schlafzimmer schlich, als er alkoholisiert war. Bei der Zusammenkunft zeugte er ihr einen Sohn oder Zwillinge, die bei der Geburt in [[Mekka]] versteckt wurden, aber schließlich vom Kalifen entdeckt wurden, der daraufhin Dschaʿfar hinrichtete und seinen Vater Yahyā und seinen Bruder al-Fadl einsperrte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wassili Wladimirowitsch Bartold]] äußerte die Vermutung, „dass der Sturz der Barmakiden schon lange Zeit vorbereitet und keineswegs auf einen plötzlichen Einfall des Khalifen zurückzuführen“ war.&amp;lt;ref&amp;gt;Bartold: &amp;#039;&amp;#039;Barmakiden&amp;#039;&amp;#039;. 1913, Bd. I, S. 693.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Lucien Bouvat]] mutmaßte, dass die wahre Ursache für den Sturz der Barmakiden die übermäßige Macht gewesen sei, die sie nach und nach erlangt hatten. Ihr Pomp habe den Kalifen erniedrigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bouvat: &amp;#039;&amp;#039;Les Barmécides d&amp;#039;après les historiens arabes et persans.&amp;#039;&amp;#039; 1912, S. 75f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Entmachtung der Barmakiden wurde der Besitz aller Angehörigen der Familie eingezogen, lediglich Yahyā&amp;#039;s Bruder Muhammad ibn Chālid wurde vom Kalifen verschont.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt; Die Entmachtung der Familie bedeutete allerdings nicht, dass ihre Ideen und ihr Einfluss völlig verschwanden, denn sie hinterließen eine Schule von ehemaligen Schützlingen in der Verwaltung, die ihre Arbeit fortsetzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Kennedy: “The Barmakid revolution in Islamic government”. 1990, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierzu gehörten insbesondere die beiden Brüder [[al-Fadl ibn Sahl|al-Fadl]] und [[al-Hasan ibn Sahl]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sourdel: &amp;#039;&amp;#039;Le vizirat ʿAbbāside de 749 à 936 (132 a 324 de l’Hégire).&amp;#039;&amp;#039; 1959, S. 196–218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Rezeption ==&lt;br /&gt;
Das Wesirat der Barmakiden wird in der arabischen Tradition als ein „goldenes Zeitalter“ in Erinnerung behalten, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Berichte über sie hauptsächlich von Autoren stammen, die der Klasse der Sekretäre zugehören, die von ihren Finanzreformen profitierten. Viele der verfügbaren Informationen über die Barmakiden gehen auf ein einziges verlorenes Werk zurück, das durch viele von späteren Autoren überlieferte Auszüge bekannt ist, das Werk &amp;#039;&amp;#039;Aḫbār al-Barāmika wa-faḍāʾiluhum&amp;#039;&amp;#039; („Die Nachrichten und [[Fadā&amp;#039;il]] der Barmakiden“) von Abū Hafs ʿUmar ibn al-Azraq al-Kirmānī ([[fl.]] ca. 800). Es muss ein [[Enkomion]] auf die Barmakiden gewesen sein, das verfasst wurde, als diese noch an der Macht waren oder kurz nach ihrem Sturz. Al-Kirmānī stellte die Barmakiden als [[ʿAdscham|nicht-arabisches]] Gegenstück zur [[Banū Hāschim|haschimidischen]] Dynastie der Abbasiden dar. Die arabischen Chronisten stellten eine Verbindung zwischen dem Sturz der Barmakiden und dem späteren Bruderkrieg zwischen [[al-Amīn (Abbaside)|al-Amīn]] und [[al-Ma&amp;#039;mūn]] her, indem sie diesen als angemessene Wiedergutmachung für das den Barmakiden zugefügte Unrecht präsentierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bladel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden noch verschiedene andere Bücher mit Geschichten über die Barmakiden verfasst. Eines davon ist das persischsprachige Werk &amp;#039;&amp;#039;Aḫbār-i Barmakiyān&amp;#039;&amp;#039; von Diyā&amp;#039; ad-Dīn Baranī (gest. 1356), das auf einem verlorengegangenen arabischen Werk eines gewissen Abū Muhammad ʿUbaidallāh al-Ithrī fußt, das 92 Anekdoten über die Barmakiden enthält. Baranī verfasste es für [[Firuz Schah Tughluq]], um ihm die Freigebigkeit der Barmakiden vor Augen zu führen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bouvat: &amp;#039;&amp;#039;Les Barmécides d&amp;#039;après les historiens arabes et persans.&amp;#039;&amp;#039; 1912, S. 9f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter [[Akbar]] wurde eine mit Miniaturen illustrierte Handschrift dieses Werks erstellt. Die Begebenheiten um den Sturz der Barmakiden haben auch Eingang in die Erzählungen von [[Tausendundeine Nacht|Tausend und einer Nacht]] gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der jähe Sturz der Barmakiden hat auch im deutschen Sprachraum literarische Behandlung erfahren, so durch [[Friedrich Maximilian Klinger]]s „Geschichte Giafars des Barmeciden. Ein Seitenstück zu Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt“ (1792/94), [[Aloys Weißenbach]]s Schauspiel „Die Barmeciden“ (1801) und [[Joseph von Hammer-Purgstall]]s Trauerspiel „Dschafer, oder der Sturz der Barmegiden“ (1813). Goethe war die große kulturelle Bedeutung der Barmakiden ebenfalls sehr bewusst. In seinen Noten und Abhandlungen zum [[West-östlicher Divan|West-Östlichen Divan]] beschrieb er die Zeit der Barmakiden „als eine Zeit lokalen, lebendigen Wesens und Wirkens, von der man, wenn sie vorüber ist, nur hoffen kann, daß sie erst nach geraumen Jahren an fremden Orten unter ähnlichen Umständen vielleicht wieder aufquellen werde.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mommsen301&amp;quot;&amp;gt;Mommsen: &amp;#039;&amp;#039;Die Barmekiden im West-Östlichen Divan&amp;#039;&amp;#039; 1952/53, S. 301.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Werk selbst eröffnete er mit den Versen: „Zwanzig Jahre ließ ich gehn / Und genoß was mir beschieden; Eine Reihe völlig schön / Wie die Zeit der Barmekiden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Mommsen: &amp;#039;&amp;#039;Die Barmekiden im West-Östlichen Divan&amp;#039;&amp;#039; 1952/53, S. 295.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Katharina Mommsen]] vermutet, dass es sich dabei um eine versteckte Dankadresse an seinen Fürsten und Gönner [[Carl August (Sachsen-Weimar-Eisenach)|Carl August]] handelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mommsen301&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ihsan Abbas: &amp;#039;&amp;#039;Barmakids.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]]&amp;#039;&amp;#039; Bd. III, S. 806–809 [https://iranicaonline.org/articles/barmakids Online-Version]&lt;br /&gt;
* Arezou Azad und &amp;amp; Pejman Firoozbakhsh: “The Representation of the Barmakids in Bodleian Manuscript Ouseley 217 and Other Monographs. Essays in Honor of Hugh N. Kennedy” in Letizia Osti und Maaike van Berkel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Historian of Islam at Work&amp;#039;&amp;#039;. Leiden, Brill 2022. S. 356–383.&lt;br /&gt;
* [[Wassili Wladimirowitsch Bartold]]: &amp;#039;&amp;#039;Barmakiden&amp;#039;&amp;#039; in [[Encyclopaedia of Islam|Enzyklopaedie des Islam]]. Brill, Leiden 1913. Bd. I, S. 691–693. [https://archive.org/details/enzyklopaediedes01hout/page/690/mode/2up Digitalisat]&lt;br /&gt;
* Kevin van Bladel: &amp;#039;&amp;#039;The Bactrian background of the Barmakids.&amp;#039;&amp;#039; In: Anna Akasoy, Charles Burnett, Ronit Yoeli-Tlalim (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Islam and Tibet. Interactions along the musk routes.&amp;#039;&amp;#039; Farnham/Burlington 2011. S. 74–86.&lt;br /&gt;
* Kevin van Bladel: “Barmakids”, in: [[Encyclopaedia of Islam|Encyclopaedia of Islam, THREE]], veröffentlicht 2012. {{DOI|10.1163/1573-3912_ei3_COM_24302}}.&lt;br /&gt;
* C. Edmund Bosworth: “Abū Ḥafṣ ʿUmar al-Kirmānī and the rise of the Barmakids” in &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the School of Oriental and African Studies&amp;#039;&amp;#039; 57 (1994), 268–282.&lt;br /&gt;
* [[Lucien Bouvat]]: &amp;#039;&amp;#039;Les Barmécides d&amp;#039;après les historiens arabes et persans.&amp;#039;&amp;#039; Ernest Leroux, Paris, 1912. [https://archive.org/details/lesbarmcidesda00bouvuoft/page/n5/mode/2up Digitalisat]&lt;br /&gt;
* Tayeb El-Hibri: &amp;#039;&amp;#039;Reinterpreting Islamic historiography. Hārūn al-Rashīd and the narrative of the ʿAbbāsid caliphate&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, Cambridge 1999.&lt;br /&gt;
* [[Hugh N. Kennedy]]: “The Barmakid revolution in Islamic government” in Charles Melville (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Persian and Islamic studies in honour of P. W. Avery&amp;#039;&amp;#039;. Centre of Middle Eastern Studies, Cambridge 1990. S. 89–98.&lt;br /&gt;
* Julie Scott Meisami: “Masʿūdī on love and the fall of the Barmakids” in &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Royal Asiatic Society&amp;#039;&amp;#039; 1989, 252–277.&lt;br /&gt;
* [[Katharina Mommsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Barmekiden im West-Östlichen Divan&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; Band 14/15, 1952/53, S. 279–301. [http://egw.unc.edu/km/pdf/1953-DieBarmekidenIm.pdf Digitalisat] (PDF; 10&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* S.S. Nadvi: “The Origin of the Barmakids” in &amp;#039;&amp;#039;Islamic Culture&amp;#039;&amp;#039; 6 (1932) 19–28.&lt;br /&gt;
* [[Étienne Marc Quatremère]]: “Note sur les Barmécides” in &amp;#039;&amp;#039;Journal Asiatique&amp;#039;&amp;#039; 17 (1861) 105–119.&lt;br /&gt;
* Dominique Sourdel: &amp;#039;&amp;#039;Le vizirat ʿAbbāside de 749 à 936 (132 a 324 de l’Hégire).&amp;#039;&amp;#039; Institut Français de Damas, 1959. S. 127–181.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118933345|VIAF=811172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dynastie (Iran)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Muslimische Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wesir]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PaFra</name></author>
	</entry>
</feed>