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	<title>Bann (Recht) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T05:25:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bann_(Recht)&amp;diff=293459&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2025-11-16T06:51:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die [[Recht|juristische]] oder [[Religion|religiös]] aufgeladene [[Sanktion]] des Ausschlusses eines [[abweichler]]ischen Individuums oder einer Gruppe zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer als legitim angesehenen Ordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge ==&lt;br /&gt;
Das Wort Bann leitet sich ab vom französischen &amp;#039;&amp;#039;ban&amp;#039;&amp;#039;, das im Mittelalter das Gebiet bezeichnete, das der [[Gerichtsbarkeit]] eines [[Lehnsherr]]en oder [[Bannherr]]en (Truppenführer&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Ehrenfried Zschackwitz|Johann Ehrenfried Zschackwiz]]: &amp;#039;&amp;#039;Vollständige Politische Geschichte der Staaten von Europa.&amp;#039;&amp;#039; bey Christian Wilhelm Brandt, Hamburg, 1739, S.&amp;amp;nbsp;270 ({{Google Buch|BuchID=-eJBAAAAcAAJ|Seite=270}}). [[Gemeinsamer Bibliotheksverbund|GVK]]: [http://gso.gbv.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=86594282X bibliografischer Nachweis]&amp;lt;/ref&amp;gt;) unterstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Dufour: &amp;#039;&amp;#039;Das verlassene Kind.&amp;#039;&amp;#039; Mankau Verlag GmbH, 2012, ISBN 978-3-863-74047-4, S.&amp;amp;nbsp;10 ({{Google Buch|BuchID=m8Kq6jlappQC|Seite=10}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu auch: Jacob Grimm: &amp;#039;&amp;#039;Weisthümer.&amp;#039;&amp;#039; Dieterich, 1840, S.&amp;amp;nbsp;418 ({{Google Buch|BuchID=HFg4AQAAIAAJ|Seite=418}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gebannter oder [[Geächteter]] hat dort kein Aufenthaltsrecht und befindet sich als „[[Geächteter#Der Gesetzlose als Mythos|Gesetzloser]]“ außerhalb der Gerichtsbarkeit, die zugleich [[Rechtsschutz]] und [[Rechtssicherheit]] bot (siehe dazu auch [[Vogelfreiheit]] und [[Stadt#Freiheit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich galten Abweichler als von bestimmten negativen Mächten wie [[Dämon]]en besessen, an denen man den Bann als [[magisch]]es Bannen dieser Geister in Gestalt des [[Exorzismus]] vollzog. Diese besitzergreifenden Geister trieb und schloss der Bann aus, der insofern einen [[Sicherheit|Schutz]] bot, wie es noch heute der Begriff der [[Bannmeile]] zum Ausdruck bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem magisch-exorzistischen Verständnis rührt die Vorstellung, bestimmte Menschen könnten etwas oder jemanden bannen, in ihren Bann ziehen. Darauf gehen die heute landläufigen Formulierungen zurück, etwa: &amp;#039;&amp;#039;wie gebannt zuschauen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;sich im Bann einer bestimmten Musik befinden&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bann als Kategorie im weltlichen und kanonischen Recht ==&lt;br /&gt;
Die [[Antike]] praktizierte den Bann in unterschiedlichen Formen, so verbannte das Volk von [[Athen]] im [[Scherbengericht]] Missliebige aus der Gemeinschaft.&amp;lt;br /&amp;gt;In der [[Römische Republik|Römischen Republik]] wurde um 450 v.&amp;amp;nbsp;Chr. nach Auseinandersetzungen zwischen [[Patriziat (Römisches Reich)|Patriziern]] und [[Plebejer]]n das [[Zwölftafelgesetz]] geschaffen, das grundsätzlich, wenn auch &amp;#039;&amp;#039;reformiert&amp;#039;&amp;#039; bis zum Untergang des Römischen Reiches galt. Danach gab es zunächst zwei mögliche Bannformen im [[Rechtswesen im antiken Rom#Strafformen|Römischen Rechtswesen]]: &amp;#039;&amp;#039;aquae et ignis interdictio&amp;#039;&amp;#039;, bei dem sich ein Straftäter oder Missliebiger – legal – durch Flucht vor der Verurteilung dem (drohenden) Urteil entziehen konnte, aber seine Bürgerrechte und Vermögen verlor&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[s:RE:Aquae et ignis interdictio|Aquae et ignis interdictio]]&amp;#039;&amp;#039; auf wikisource.org.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;#039;&amp;#039;[[relegatio]]&amp;#039;&amp;#039;. Hier wurde den Verurteilten – häufig politisch aktive Personen – eine entfernte Provinz als Aufenthaltsort zugewiesen; er behielt aber seine Bürgerrechte. Ein bekanntes Beispiel für eine lebenslange Verbannung ist der Dichter [[Ovid]]. Ab dem [[Römisches Reich#Die hohe Kaiserzeit|Kaiserreich]] nachgewiesen: &amp;#039;&amp;#039;[[deportatio]]&amp;#039;&amp;#039; (bei Ehebruch, Brandstiftung, Giftmischerei, Inzest, Fälscherei, Sakrileg, Menschenraub etc.) Der Verbannte besaß nichts weiter als seine Kleidung, verlor seine Bürgerrechte und wurde nicht selten vor oder nach seiner Ankunft im Verbannungsort ermordet. Unter den christlichen Kaisern wurde &amp;#039;&amp;#039;deportatio&amp;#039;&amp;#039; auch auf „Sektiererei“ und „Übertretung administrativer Vorschriften“ ausgedehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[s:RE:Deportatio in insulam|Deportatio in insulam]]&amp;#039;&amp;#039; auf wikisource.org.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle Verbannungsformen konnten politisch motiviert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Semitische Sprache|semitische]] Sprachwelt gibt den Bann als &amp;#039;&amp;#039;häräm&amp;#039;&amp;#039; (Absonderung, Verbot, Weihung) wieder, was in feierlicher Form die Aussonderung einer Gabe zur [[Opfer (Religion)|Opferung]] (siehe auch [[Sündenbock]]), oder förmlich die Ausrottung einer feindlichen Gruppe oder eines ganzen Volkes während eines [[Krieg]]es zelebriert. Auch in den [[Arabische Sprache|arabischen]] Wörtern „[[Haram (Islam)|Haram]]“ sowie „[[Harem]]“ findet er seinen Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bann trat im germanischen Recht als &amp;#039;&amp;#039;[[Reichsacht|Acht]]&amp;#039;&amp;#039; in Kraft bei [[Mord]], Totschlag, [[Vermögensdelikt|Raub]], [[Körperverletzungsdelikt|Körperverletzung]], [[Vermögensdelikt|Diebstahl]], [[Brandstiftung]], [[Hexe]]rei, [[Lüge|falsches Zeugnis]], [[Ehrdelikt|Beleidigung]], [[Vergewaltigung]], [[Inzest]] etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Christentum]] übernimmt den hebräischen Bannbegriff zunächst im [[Neues Testament|Neuen Testament]] mit dem [[Griechische Sprache|griechischen]] [[Anathema]] ([[Kirchenbann]]). Dieser Begriff, eigentlich [[Weihegeschenk]] an Gott, verbindet den Bann mit einem scharfen [[Fluch]] bzw. einer Selbstverfluchung und stellt ihn nicht sogleich in einen gruppensozialen, sondern einen ausschließlich theologischen Bezug. Für die [[Exkommunikation]] aus der Gemeinde wurde hingegen die Formel der Übergabe an den [[Satan]] verwendet (1. Korinther 5,5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die christliche [[Kirche (Organisation)|Kirche]] praktiziert den Bann als [[Buße (Christentum)|Buß]]- und [[Strafe|Strafverfahren]] gegen [[Häretiker]] ab dem 4. Jahrhundert mit der &amp;#039;&amp;#039;Anathema&amp;#039;&amp;#039;formel. Im [[Mittelalter]] wächst dem Bann die prominente Rolle gesellschaftlicher Brandmarkung zu, der weithin einhergeht mit der [[Diskriminierung]] im [[weltlich]]en Bereich. Beispiele hierfür sind der Kirchenbann durch Papst [[Gregor VII.]] über [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich IV.]] im Zuge des [[Investiturstreit]]s und die [[Bannbulle]] &amp;#039;&amp;#039;[[Decet Romanum Pontificem]]&amp;#039;&amp;#039;, mit der [[Martin Luther]] am 3. Januar 1521 exkommuniziert wurde (Weiteres siehe: [[Exkommunikation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Aufklärung]] verliert der Bann seine primär theologische Bedeutung, bleibt aber als juristische Sanktion präsent. Mächte wie [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], [[Frankreich]] oder [[Russland]] praktizierten teilweise über Jahrhunderte die [[Verbannung]] von [[Delinquent]]en; hauptsächlich zum Zwecke der [[Kolonisierung]] abgelegener Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im 20. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert wurde vom Instrument der Bannung in besonderer Weise durch das südafrikanische [[Apartheid]]sregime der [[Nationale Partei (Südafrika)|National Party]] gegen Organisationen und zahlreiche Bürger ihres Landes Gebrauch gemacht. Diese [[Maßnahme (Recht)|Maßnahme]] wurde 1950 mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Suppression of Communism Act]]&amp;#039;&amp;#039; eingeführt – danach wurde [[Nelson Mandela]] mehrmals gebannt –, mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Unlawful Organizations Act]]&amp;#039;&amp;#039; von 1960 verschärft und mit seinem unter internationalem Druck entstandenen Nachfolgegesetz &amp;#039;&amp;#039;[[Internal Security Amendment Act]] (Act No. 79 / 1976)&amp;#039;&amp;#039; von 1976, das insgesamt fünf „Sicherheitsgesetze“ änderte, weiter praktiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[SAIRR]]: &amp;#039;&amp;#039;A Survey of Race Relations in South Africa 1976&amp;#039;&amp;#039;. Johannesburg 1977, S.&amp;amp;nbsp;44–50 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bannungsanordnungen richteten sich unter dem Vorwurf des [[Kommunismus]] gegen alle Kritiker der Apartheid, insbesondere führende Intellektuelle, wie kirchliche Amtsträger, Pädagogen, Hochschullehrer, Schriftsteller und Juristen. Die Bannung bestand aus präzisen Restriktionen, beispielsweise ein umfassendes Betätigungs- und Aufenthaltsverbot, die Bindung an einen konkreten Ort, die Unterbindung jeglicher Publikationen, öffentlicher Auftritte bzw. Teilnahme an Veranstaltungen, das Verbot zum Zusammentreffen mit mehr als einer Person, das Kontaktverbot allgemein und ein Zitierverbot durch Dritte, alles in individueller Festlegung je nach Einzelfall.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurz&amp;quot;&amp;gt;Manfred Kurz: &amp;#039;&amp;#039;Indirekte Herrschaft und Gewalt in Südafrika&amp;#039;&amp;#039;. Arbeiten aus dem Institut für Afrika-Kunde, Nr.&amp;amp;nbsp;30. Hamburg (Institut für Afrika-Kunde) 1981, S.&amp;amp;nbsp;99–115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Elisabeth Adler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Apartheid als Herausforderung für Südafrikas Christen und Kirchen. Wie lange noch? Dokumente 1970 bis 1980&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1982, S.&amp;amp;nbsp;245.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Bannungspolitik wurde 1971 von dem südafrikanischen Juristen [[Anthony S. Mathews]] als „[[Führerprinzip]]“&amp;lt;ref&amp;gt;A. S. Mathews: &amp;#039;&amp;#039;Security Laws and Social Change in the Republic of South Africa&amp;#039;&amp;#039;. In: Heribert Adam (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;South Africa: Sociological Perspektives&amp;#039;&amp;#039;. London 1971 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; gebrandmarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Bannungen verbot die Regierung zahlreiche demokratische Organisationen der schwarzen und farbigen Bevölkerung, die sich für Menschenrechte und Gleichberechtigung im Land einsetzten. Das erzeugte wiederum den Prozess des &amp;#039;&amp;#039;[[Black Consciousness Movement|Black Consciousness]]&amp;#039;&amp;#039;, einem sich aus der Repression formierenden Selbstbewusstseins und Zusammengehörigkeitsgefühls. Die Bannungsentscheidungen wurden nur auf den in den Gesetzen formulierten Ermächtigungen des zuständigen Justizministers getroffen, lagen außerhalb des Bereichs gerichtlicher Zuständigkeiten und erfolgten ohne Anhörung der Betroffenen. Die Nichtbefolgung der Auflagen, auch bei geringsten Übertritten (beispielsweise: wenige Minuten Verspätung bei Kontrollmeldungen) wurde mit der Mindeststrafe von einem Jahr Haft belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen tritt der Bann häufig noch im privaten Bereich und in Organisationen auf, die damit ein Mitglied ausschließen können (beispielsweise wurde 2003 die Organisation [[Reporter ohne Grenzen]] für ein Jahr aus der [[Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen]] ausgeschlossen. Die Organisation hatte mit Flugblättern dagegen protestiert, dass Libyen den Vorsitz in der UN-Menschenrechtskommission übernommen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.netzeitung.de/medien/248445.html |titel=Uno schließt Reporter ohne Grenzen von Sitzungen aus |werk=Netzeitung |datum=2003-07-24 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20030810025831/http://www.netzeitung.de/medien/248445.html |archiv-datum=2003-08-10 |abruf=2011-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) In China werden Formen der Bannung gegen Kritiker der dort herrschenden Verhältnisse eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Reichsacht]]&lt;br /&gt;
* [[Vogelfreiheit]]&lt;br /&gt;
* [[Gesetzloser]]&lt;br /&gt;
* [[Verbannung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bann}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glaube und Dogma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Exorzismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschenrechte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apartheid]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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