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	<title>Balthasar Venator - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:%E2%B5%93/ARreplace&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:ⵓ/ARreplace (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;⇄&lt;/a&gt;; •1 externer Link geändert• &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:%E2%B5%93/externalURLform&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:ⵓ/externalURLform (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;🌐︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venator&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latinisierung|latinisiert]] aus &amp;#039;&amp;#039;Jäger&amp;#039;&amp;#039;) (* [[1594]] in [[Weingarten (Baden)|Weingarten]]; † [[11. Februar]] [[1664]] in [[Meisenheim]]) war ein deutscher [[Humanist|Späthumanist]], [[neulateinischer Dichter]] und [[Satiriker]]. Zusammen mit anderen Dichtern wie beispielsweise dem früh verstorbenen [[Martin Opitz]] zählt er zum [[Heidelberger Dichterkreis]] und gilt als einer der Wegbereiter der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] in der Dichtkunst. Seine Erlebnisse während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] (1618–1648) veranlassten ihn zu drastischen [[Schilderung]]en, die zum Teil anonym gedruckt wurden. Die scharfsinnigen und zum Teil spitzzüngigen Schriften waren zu Lebzeiten überaus beliebt und wurden vielfach nachgedruckt. Dagegen wirken seine fabulösen und weit ausschweifenden Beschreibungen heute eher sperrig und finden nur wenige Leser. Auch einer seiner beiden Söhne trat sowohl beruflich –&amp;amp;nbsp;als ein Gesandter des Hofes&amp;amp;nbsp;– als auch dichterisch in seine Fußstapfen, erreichte aber nicht den Ruhm des Vaters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Venator wurde im damals [[Kurpfalz|kurpfälzischen]] Dorf Weingarten bei [[Bruchsal]] geboren. Der Sohn eines Christoph Jäger, nach anderen Quellen des damals in Weingarten amtierenden Pfarrers Laurentius Jäger in dessen Pfarrhaus zur Welt gekommen, wurde [[Calvinismus|calvinistisch]] erzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Balthasar Venator: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Schriften in zwei Bänden&amp;#039;&amp;#039;; Lateinisch-Deutsch. Hrsg. von Georg Burkard und Johannes Schöndorf, Manutius-Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3-934877-02-8, Seite XV ({{Google Buch | BuchID = SX9iAAAAMAAJ | Hervorhebung = „Laurentius Venator“ Weingarten }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1607 war es dem begabten Jungen dank eines Stipendiums möglich, das [[Casimirianum Neustadt]] zu besuchen, das einen sehr guten Ruf genoss. Seine dichterische Begabung wurde früh erkannt. Rektor [[Johann Philipp Pareus]] belobigte sein Talent und ernannte den Jahrgangsbesten des Abschlussjahrgangs 1613 aus [[Vollmacht]] des [[Hofpfalzgraf]]en [[Johann Jacob Grasser]] (1579–1627) 1614 zum [[Dichterkrone|&amp;#039;&amp;#039;poeta laureatus&amp;#039;&amp;#039;]]. Am 25. Oktober 1613 schrieb er sich an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]] ein und studierte zunächst an der Philosophischen Fakultät und 1616 als [[Alumnus]] des Sapienzkollegs die Fachrichtung [[Theologie]]. 1617 unterrichtete er an der [[Heidelberg]]er Klosterschule und fand danach eine Anstellung als &amp;#039;&amp;#039;Secretarius&amp;#039;&amp;#039; am kurpfälzischen Hof. Venator war körperlich von kleiner Gestalt, Bücherliebhaber, gelehrt und belesen. Zutiefst bedauerte er, wenn Bibliotheken verdarben. Das Motto, das er einem Freund ins Stammbuch schrieb, lautete &amp;#039;&amp;#039;ψυχήζ ίατρόζ γράμματα&amp;#039;&amp;#039; (Literatur ist die Ärztin der Seele).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Heidelberger Zeit erwarb sich Venator wichtige Kontakte. Mit dem Geschichtsprofessor und Bibliothekar [[Jan Gruter]] verband ihn eine herzliche Freundschaft, 1618 empfahl ihn der kurpfälzische Geheime Rat [[Johann Joachim von Rusdorff]] (1589–1640) mit rühmenden Worten, später wurde er von dem kurpfälzischen Oberrat und Mittelpunkt der Heidelberger [[Gelehrtenrepublik]] [[Georg Michael Lingelsheim]] wesentlich gefördert. Venator gehörte zusammen mit seinen Freunden [[Julius Wilhelm Zincgref]] und [[Martin Opitz]] zum [[Heidelberger Dichterkreis]]. Die jungen Dichter setzten sich insbesondere für den Gebrauch der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] in der Dichtkunst ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanging from The Miseries and Misfortunes of War by Jacques Callot.jpg|mini|hochkant=2.5|Der Galgenbaum. Mord und Gewalt aus [[Jacques Callot]]s Zyklus &amp;#039;&amp;#039;Les Misères et les Malheurs de la guerre&amp;#039;&amp;#039; (1633)]]&lt;br /&gt;
Der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] griff indessen von [[Böhmen]] auf die Kurpfalz über. Die Einnahme Heidelbergs&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[s:Belagerung und Einnahme Heidelbergs 1622|Belagerung und Einnahme Heidelbergs 1622]]&amp;#039;&amp;#039; auf [[Wikisource]]&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Zusammenbruch des kurpfälzischen Staatswesens im Herbst 1622 ruinierten Venators Lebensgrundlage. Seine Ausbildung als reformierter Theologe wurde völlig wertlos. Wie er selbst in der Widmung des &amp;#039;&amp;#039;Panegyricus&amp;#039;&amp;#039; rückblickend schreibt, erlitt er Gefangennahme und Kerkerhaft, wurde am Leben bedroht und musste Hunger leiden und sich zeitweise als [[Soldat]] anwerben lassen. Seine beiden Eltern starben im gleichen Jahr in der Fremde, aus Gram über die Niederbrennung von Weingarten, wie er sagt. Es begann eine unruhige Phase im Leben des jungen Mannes. In Heidelberg wie in Weingarten war kein Verdienst und kein Bleiben möglich. In Weingarten wurden ein [[römisch-katholische Kirche|katholischer]] Pfarrer und ein katholischer [[Schultheiß]] eingesetzt, über die er 1624 zwei lateinische Spottverse dichtete. Bei dem Medizinprofessor und Leibarzt [[Friedrich V. (Pfalz)|Friedrichs&amp;amp;nbsp;V.]] [[Peter de Spina III.|Peter de Spina]] durfte er sich 1624 einmal satt essen. Aus seiner prekären Lage erlöste ihn Lingelsheim, der im Exil in seiner Vaterstadt [[Straßburg]] lebte und ihn von 1624 bis 1628 als [[Hauslehrer]] für seine Söhne annahm.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Conermann, Harald Bullbock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Martin Opitz: Briefwechsel und Lebenszeugnisse: Kritische Edition mit Übersetzung&amp;#039;&amp;#039;, Band 1. Berlin 2009, S. 353 und S. 390 ({{Google Buch | BuchID = WdsbC3Z1rLAC | Seite = 353 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Venator begann in Straßburg 1624 ein Jurastudium und ließ 1625 seine ersten selbstständigen Drucke erscheinen. 1628 erlangte er auf Empfehlung [[Matthias Bernegger]]s eine Hauslehrerstelle in [[Tübingen]] bei Marcus [[Rehlinger (Patrizier)|von Rechlingen]] (auch Rehlingen).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1071138 Katalogeintrag Staatsarchiv Ludwigsburg]&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitläufige [[Grand Tour|Kavaliersreisen]] seiner Zöglinge führten Venator in die [[Schweiz]] und nach [[Frankreich]]. Dort erlernte er die [[französische Sprache]] und wusste sich recht bald auch gewandt darin auszudrücken. Im Herbst 1631 erging an ihn ein Ruf als Erzieher des Erbprinzen [[Friedrich (Pfalz-Zweibrücken-Veldenz)|Friedrich]] von [[Pfalz-Zweibrücken]], den er von 1631 bis 1634 auf einer ausgedehnten Bildungsreise begleitete, erneut durch die Schweiz, Frankreich und die [[Spanische Niederlande|Spanischen Niederlande]]. Venator verblieb bis an sein Lebensende im Dienst der Zweibrücker Herzöge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maysenheim Merian.jpg|mini|hochkant=2.5|Meisenheim um 1645 mit der [[Schlosskirche (Meisenheim)|Schlosskirche]], in der Venator begraben wurde]]&lt;br /&gt;
Im Juni 1635 heiratete Venator, nun Regiments-[[Auditor]], in [[Zweibrücken]] Maria Katharina, die Tochter des ehemaligen [[Grafschaft Sponheim|sponheimischen]] [[Amtmann]]s in [[Herrstein]] Christoph Frankengrüner. Noch im selben Jahr brach mit der Einnahme Zweibrückens durch den kaiserlichen General [[Matthias di Gallasso|Gallas]] auch das Pfalz-Zweibrückische Staatswesen zusammen und es begann eine gnadenlose Ausplünderung von Stadt und Umland; der Großteil der Bevölkerung fiel über die nächsten Jahre Krieg, Hunger und Pest zum Opfer. Venator gelangte schließlich mit den Resten des Hofes in die zweibrückische Nebenresidenz Meisenheim und hatte dort ab 1639 die Position eines [[Landschreiber]]s inne. 1642 oder 1643 wurde er zu einer Mission nach [[Zürich]] geschickt, im Sommer 1644 hielt er sich als Gesandter bei Herzog [[Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg]] in [[Düsseldorf]] auf, nachdem er dort bereits im Winter 1633/34 für ein halbes Jahr gewesen war.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Conermann, Harald Bullbock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Martin Opitz: Briefwechsel und Lebenszeugnisse: Kritische Edition mit Übersetzung&amp;#039;&amp;#039;. Band 1, Berlin 2009, S. 1197 ({{Google Buch | BuchID = WdsbC3Z1rLAC | Seite = 1197 }}).&amp;lt;/ref&amp;gt; 1646 wurde er zum Hofrat befördert und fand sich schließlich als [[Verweser|Amtsverweser]] in Meisenheim, womit er das höchst mögliche Amt außerhalb der Residenzstadt, das ein Bürgerlicher erringen konnte, bekleidete. Er wurde in der [[Schlosskirche (Meisenheim)|Meisenheimer Schlosskirche]] begraben. Die Witwe überlebte ihn um zwanzig Jahre. Aus der Ehe entsprossen zwei Söhne und drei Töchter, die geachtete Stellungen erreichen oder ansehnlich einheiraten konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marx&amp;quot;&amp;gt;Reiner Marx: Artikel &amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venator&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit bringt Frucht – Saarpfälzisches Autorenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. Saarpfalz, Sonderheft 2008, Homburg 2008, S. 187–190, {{ISSN|0930-1011}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Neben seiner beruflichen Tätigkeit wirkte Venator auch als neulateinischer Dichter und Autor, dessen Werke wegen ihrer Formvollendung gerühmt werden. Die im Jahr 2001 erschienene Werkausgabe umfasst 35 Schriften und 108 Briefe. 14 Briefe bewahrt die [[Pfälzische Landesbibliothek Speyer]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://217.198.244.66:8080/cgi-bin/hans/regsrchindex.pl?wert=hs.+614&amp;amp;printapr=DEFAULT&amp;amp;recnums=673&amp;amp;index=ISB&amp;amp;db=hans | archive-is=20120726094815 | text=Pfälzische Landesbibliothek Speyer, Hs. 614}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein bekanntestes Werk ist der &amp;#039;&amp;#039;Panegyricus Iano Gruteri&amp;#039;&amp;#039; (1630), der lobende Nachruf auf seinen ehemaligen Professor Jan Gruter, der exemplarisch das Leben eines Humanisten beschreibt und zwischen 1630 und 1707 insgesamt siebenmal aufgelegt wurde. Die Schrift verdankt ihre Beliebtheit zum Teil der Bekanntheit Gruters, hauptsächlich aber der geschliffenen Sprache und der ausschweifenden gelehrten Exkurse in die griechische und lateinische Vorstellungswelt; Venator hatte dem Drucker 20 Druckbögen füllen müssen, viel mehr, als er über Gruters eigentliches Leben wusste. In dieser Schrift ist auch die Vita von Gruters Mutter [[Catherine Tishem]] überliefert, deren Gelehrsamkeit Venator besonders hervorhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Venators Jugendgedichte, Widmungstexte und Memorialschriften wie auch seine Briefe sind fast ausschließlich in [[Latein]] verfasst. Mit der „Klagschrifft vber den Tödlichen Hintrit deß Edlen Teutschen Helden [[Hans Michael Elias von Obentraut|Michaels von Obentraut]]“ (1625) versuchte er sich in seiner Straßburger Zeit in deutscher Heldendichtung und sprach sich im &amp;#039;&amp;#039;Panegyricus Iano Gruteri&amp;#039;&amp;#039; für den Gebrauch der deutschen Sprache und ihrer Schwestersprachen in der Dichtkunst aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Venator ist zudem ein wichtiger [[Zeitzeuge]] der Geschichte der [[Pfalz (Region)|Pfalz]] während des Dreißigjährigen Krieges, den er von Anfang bis Ende miterlebte und mehrfach beschrieb. Die &amp;#039;&amp;#039;Vita [[Peter de Spina II.|Petri de Spina]]&amp;#039;&amp;#039; (1625) und der bereits genannte &amp;#039;&amp;#039;Panegyricus Iano Gruteri&amp;#039;&amp;#039; (1630) enthalten in Lebensläufe eingebettete Schilderungen über die Kriegsschicksale seines Heimatdorfes Weingarten und der Städte [[Bretten]] und Heidelberg, die Lobrede auf seinen Zögling Herzog Friedrich von Pfalz-Zweibrücken zu dessen 40. Geburtstag (1656) liefert einen Beitrag zur [[Biografie]] des Fürsten. Die anonym erschienenen und mehrfach nachgedruckten &amp;#039;&amp;#039;Pictura loquens&amp;#039;&amp;#039; (1632) sind ein satirischer Beitrag, in dem die Haupthandelnden des Dreißigjährigen Krieges ihre Gedanken offenbaren, dabei kommen die Katholiken deutlich schlechter weg als die Protestanten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marx&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein lateinisches Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Donarium in nova Tigurinorum bibliotheca suspendendum&amp;#039;&amp;#039; schrieb er im Juni 1643 in Meisenheim nach einem Besuch in Zürich.&amp;lt;ref&amp;gt;Lateinischer Text abgedruckt in: Salomon und Anton Salomon Vögelin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Wasserkirche&amp;#039;&amp;#039;, Zürich 1842–1848, 7 Teile, &amp;#039;&amp;#039;Neujahrsblatt hrsg. von der [[Zentralbibliothek Zürich|Stadtbibliothek in Zürich]]&amp;#039;&amp;#039;, S. 55–57.&amp;lt;/ref&amp;gt; In 33 Distichen lobt er die 1629 gegründete Bürgerbibliothek Zürich (Vorläuferin der [[Stadtbibliothek Zürich]]), rühmt ihre geschickte Einrichtung in der [[Wasserkirche]] – damals Insel in der Limmat – und fordert dazu auf, neben der [[Kriegsführung|Kriegskunst]] und dem Schanzenbau auch die Wissenschaften zu pflegen angesichts des seit 1618 herrschenden Krieges und der menschlichen und kulturellen Verluste. Ausführlich beschreibt er seine Erinnerung an den Raub der berühmten pfälzischen Bibliothek [[Bibliotheca Palatina]] Heidelberg im Jahr 1623. Das Gedicht wurde vom Zürcher Gelegenheitsdichter [[Johann Wilhelm Simler]] in deutsche Verse ([[Alexandriner]]) übersetzt und unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Arte et Marte]], Durch Wissenschaft und Waffen&amp;#039;&amp;#039; –&amp;amp;nbsp;dem [[Wahlspruch]] der damaligen Zürcher Bibliothek&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Germann: &amp;#039;&amp;#039;Arte et Marte, durch Wissenschaft und Waffen : die Gründungsidee der Bürgerbibliothek Zürich (1629)&amp;#039;&amp;#039;. – In: &amp;#039;&amp;#039;Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1981&amp;#039;&amp;#039;, S. 25–45, mit Abb. des Neujahrsblatts 1661 und des Bibliotheksstempels der Stadtbibliothek Zürich des 17. Jh. mit der Devise «Arte et Marte» (Holzschnitt).&amp;lt;/ref&amp;gt; – als Neujahrsblatt für die Jugend 1661 in einem Einblattdruck gedruckt und mit einer Radierung von [[Conrad Meyer (Maler)|Conrad Meyer]] (1618–1689) versehen. Zur 250-Jahr-Feier der Gründung publizierte die Zentralbibliothek Zürich 1979 einen Nachdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin bemerkenswert sind zwei bedrückende Schilderungen über das Schicksal von Stadt und Herzogtum Zweibrücken nach der Einnahme der Stadt 1635, einmal die &amp;#039;&amp;#039;Epistola de calamitatibus Ducatus Bipontini&amp;#039;&amp;#039; an den calvinistischen polnischen Grafen [[Andrzej Leszczyński]] (1637), dann die &amp;#039;&amp;#039;Civitatis Bipontinae quaerimonia&amp;#039;&amp;#039;, die Klage der Zweibrücker Bürgerschaft gegen eine maßlose Geldforderung des Obristen [[Pallandt|Pallant zu Moriamé]] (1649). Venator schildert, wie gnadenlos die Verwüstungen und Gewaltexzesse durch die Soldateska für die Bevölkerung während der Besatzungszeit waren; schonungslos detailliert beschreibt er [[Folterung]]en und Fälle von [[Kannibalismus]]. Diese Schriften dürfen jedoch nicht unkritisch gelesen werden, weil es sich dabei um ein Mittel der psychologischen Kriegsführung bzw. im zweiten Fall der publizistischen Einflussnahme handeln könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Alterswerk Venators erschienen zwei anonyme [[Satire|satirische]] Erzählungen in deutscher Sprache, beeinflusst durch [[Johann Michael Moscherosch]], mit dem Venator 1650 korrespondierte. Das 1656 in Zweibrücken mit fingiertem Druckvermerk ans Licht gegebene Traumbild „Seltzame Traum-Geschicht Von Dir und Mir“ zeigt mit barocker Fabulierlust die Zustände an einem Hof auf, wohl auf den Zweibrücker Hof gemünzt, doch den Lesern aus anderen Gegenden vertraut. Vier Jahre später erschien die „Kurtze und Kurtzweilige Beschreibung der zuvor unerhörten Reise, Welche Herr Bilgram von Hohen Wandern ohnlängsten in der neue Ober-Welt des Monds gethan“, in der ebenfalls ein Traum benutzt wird, um durch Standpunktverschiebung zum [[Heterotopie (Geisteswissenschaft)|Utopischen]] Missstände in Politik und Kirche beschreiben zu können. Der Blick wird von außen, in diesem Falle von neugierigen und vernünftigen Mondbewohnern, auf die Heimat gerichtet, was dem Anliegen der Kritik die Schärfe nimmt. Beide Gesellschaftssatiren waren sehr beliebt und weit verbreitet und wurden zwischen 1656 und 1667 vielfach nachgedruckt. Unter [[Falsche Flagge|falscher Flagge]], nämlich als Jugendwerk [[Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen|Grimmelshausens]] wurden sie – aus welchen Gründen auch immer – vom Verleger 1684 in die erste Werkausgabe Grimmelshausens aufgenommen und lange dafür gehalten. Erst 1924 wurde nach umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen der richtige Autor bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Söhne –&amp;amp;nbsp;die Angaben schwanken zwischen dem älteren Sohn Friedrich und dem jüngeren Sohn [[Balthasar Venator junior]]&amp;amp;nbsp;– setzte als kurpfälzischer Gesandter am [[Immerwährender Reichstag|Immerwährenden Reichstag]] die väterliche [[Tradition]] fort und ließ von 1669 bis 1673 anonym und ohne Druckort die siebenbändige Schriftenreihe &amp;#039;&amp;#039;Ominosa rerum series&amp;#039;&amp;#039; erscheinen, die in nicht verletzender Form die Personen und Verhandlungen des Reichstags karikiert. [[Johann Heinrich Zedler|Zedler]] würdigt sie als „nette und sinnreiche satirische Schriften“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Zedler Online|46|588|1149|1152|Venator, Balthasar|Kommentar=Hier: Spalte 1152, zum Sohn Balthasar}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der siebte Band enthält –&amp;amp;nbsp;in anonymisierter Form&amp;amp;nbsp;– auch eine Neuausgabe der beiden Zweibrücken betreffenden Schriften Balthasar Venators senior.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liste der Werke ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klagschrifft vber den Tödlichen Hintrit deß Edlen Teutschen Helden Michaels von Obentraut&amp;#039;&amp;#039; (1625)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vita Petri de Spina&amp;#039;&amp;#039; (1625)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Panegyricus Iano Gruteri&amp;#039;&amp;#039; (1630)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Pictura loquens&amp;#039;&amp;#039; (1632)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Epistola de calamitatibus Ducatus Bipontini&amp;#039;&amp;#039; (1637)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Epistola ad Andream Comitem de Lesno&amp;#039;&amp;#039; (1638)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Civitatis Bipontinae quaerimonia de debito non debito&amp;#039;&amp;#039; (1649)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Seltzame Traum-Geschicht Von Dir und Mir&amp;#039;&amp;#039; (1656)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kurtze und Kurtzweilige Beschreibung der zuvor unerhörten Reise, Welche Herr Bilgram von Hohen Wandern ohnlängsten in der neue Ober-Welt des Monds gethan&amp;#039;&amp;#039; (1660)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Schriften&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Georg Burkard, Johannes Schöndorf. Manutius-Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3-934877-02-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|26|745||Venator, Balthasar|[[Ralf Georg Czapla]]|117369993}}&lt;br /&gt;
* Erich Volkmann: &amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venator&amp;#039;&amp;#039;. Phil. Dissertation, Berlin 1936.&lt;br /&gt;
* Johannes Schöndorf: &amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venator und seine Deutschen Satiren.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wolfenbütteler Barocknachrichten&amp;#039;&amp;#039; 21, 1994, {{ISSN|0340-6318}}, S. 95–107.&lt;br /&gt;
* Johannes Schöndorf: &amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venators Leben und Werk.&amp;#039;&amp;#039; In: Balthasar Venator: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Schriften&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheca Neolatina&amp;#039;&amp;#039; 9,1), hrsg. von Georg Burkard, Johannes Schöndorf. Heidelberg 2001, ISBN 3-934877-02-8, S. XIII–XXXVI.&lt;br /&gt;
* Reiner Marx: Artikel &amp;#039;&amp;#039;Balthasar Venator&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit bringt Frucht – Saarpfälzisches Autorenlexikon&amp;#039;&amp;#039;. Saarpfalz, Sonderheft 2008, Homburg 2008, {{ISSN|0930-1011}}, S. 187–190.&lt;br /&gt;
* Klaus Conermann, Harald Bullbock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Martin Opitz: Briefwechsel und Lebenszeugnisse: Kritische Edition mit Übersetzung&amp;#039;&amp;#039;. Band 1. De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-017907-1 ({{Google Buch | BuchID = WdsbC3Z1rLAC }}).&lt;br /&gt;
* Gilbert Waterhouse: &amp;#039;&amp;#039;The Literary Relations of England and Germany in the Seventeenth Century&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge 1914, S. 20, 51f. [http://www.archive.org/stream/literaryrelation00wate#page/n5/mode/2up online] (englisch)&lt;br /&gt;
* Werner Zeder: &amp;#039;&amp;#039;Arte et Marte, eine Rüstkammer für den Geist: Balthasar Venators Lobgedicht auf die Bürgerbibliothek in Zürich (1643)&amp;#039;&amp;#039;. – In: &amp;#039;&amp;#039;Turicensia latina: lateinische Texte zur Geschichte Zürichs aus Altertum, Mittelalter und Neuzeit&amp;#039;&amp;#039; / hrsg. von Peter Stotz u.&amp;amp;nbsp;a. – Zürich 2003; ISBN 3-03823-013-8; S. 258–263 lateinischer Text und deutsche Prosaübersetzung, mit Abb. des Einblattdrucks von 1661 S. 257.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{VerzDtDrucke|VD=17|PPN=004267222}}&lt;br /&gt;
* [http://www.virtuelles-kupferstichkabinett.de/zoomed.php?signatur=18320 Herzog August Bibliothek; Graph. Res. B: 154; Titelvignette mit Rollwerk und Puttenkopf von Balthasar Venator, Epistola Balth. Venatoris Ad Illustrissimum Dominum Dn. Andream, Comitem De Lesno …, 1638.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117369993|LCCN=no/2002/20721|VIAF=47005005}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Venator, Balthasar}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Barock]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1594]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1664]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Neulatein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hofrat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Venator, Balthasar&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Meleager, Janus; Jäger, Balthasar&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Späthumanist, neulateinischer Dichter und Satiriker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1594&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Weingarten (Baden)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Februar 1664&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Meisenheim]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ⵓ</name></author>
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