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	<title>Balsam AG - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Balsam_AG&amp;diff=2727702&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-115556 am 20. September 2025 um 16:14 Uhr</title>
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		<updated>2025-09-20T16:14:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Balsam AG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im westfälischen [[Steinhagen (Westfalen)|Steinhagen]] bei [[Bielefeld]] steht für einen der schwersten Fälle von [[Wirtschaftskriminalität]] in der Geschichte der [[Bundesrepublik Deutschland]]. Ebenso wie die [[Jürgen Schneider (Bauunternehmer)#Schneider-Affäre|Schneider-Affäre]] wurde er im Jahr 1994 aufgedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Unternehmen ==&lt;br /&gt;
Die Balsam AG wurde 1965 von Friedel Balsam gegründet. Balsam startete sein Unternehmen mit einem geliehenen Kapital von 7000 [[Deutsche Mark|DM]]. In der Folgezeit entstand ein florierendes mittelständisches Unternehmen, das mit über 1000 Mitarbeitern für dreistellige Millionenumsätze sorgte&amp;lt;ref&amp;gt;Schmeh, &amp;#039;&amp;#039;Alle haben tief und fest geschlafen&amp;#039;&amp;#039;, Der Balsam-Krimi, S.&amp;amp;nbsp;96&amp;lt;/ref&amp;gt; und zum weltgrößten Sportbodenhersteller avancierte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/meldungen/vor-zehn-jahren-balsam-milliardenpleite-erschuettert-die-finanzwelt-524979.html |wayback=20110401100347 |text=Balsam-Milliardenpleite erschüttert die Finanzwelt in stern.de  }} abgerufen am 25.&amp;amp;nbsp;August 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Kern des Geschäftsbetriebs war die Herstellung von Sportböden und Kunstrasen. Ausgestattet wurden damit Stadien, Tennisplätze, Turnhalle und Laufparcours. Auch war das Unternehmen mit seinen Produkten bei den [[Olympische Spiele|Olympischen Spielen]] und [[Weltmeisterschaft]]en vertreten. Mitte der 1980er Jahre hatte sich ein derart großer Erfolg eingestellt, dass die Balsam AG mit ihrem Produktsegment in die Liga der [[Global Player|Weltmarktführer]] aufrückte. Der Erfolg war stark davon beeinflusst, dass eine aggressive und von der Konkurrenz gefürchtete Dumpingpreispolitik betrieben wurde. Entweder wurden Konkurrenten sukzessive aufgekauft oder sie wurden vom Markt verdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Betrug und die Vorgehensweise ==&lt;br /&gt;
Innerhalb von zehn Jahren wurden allein zwei Dutzend Mitbewerber aufgekauft. Die Aufkäufe ereigneten sich außerhalb jedes ordnungsgemäßen Geschäftsgebarens, denn es wurde keine finanzielle Kontrolle ausgeübt. Friedel Balsam bewog das im späteren Prozess zum Eingeständnis, dass er die eigenen Kosten „völlig aus dem Auge“ verloren habe. Herkunft des Kapitals und seine Verwendung wurden ignoriert, sodass die bilanziellen Geschäftszahlen negativ waren. Im Firmenhaushalt klafften Löcher. Vernachlässigt wurden die Überprüfung der Rentabilität der Zukäufe, ebenso blieb die Überwachung der eigenen Liquidität aus. Als Grund wird angeführt, dass man sich einseitig auf schieres Umsatzwachstum und den Ausbau der Unternehmensgröße konzentriert habe. Etwas anderes habe nicht im Fokus gestanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker H. Peemöller, Stefan Hofmann |Titel=Bilanzskandale: Delikte und Gegenmaßnahmen |Verlag=Erich Schmidt Verlag GmbH &amp;amp; Co KG |Datum=2005 |ISBN=978-3-503-09031-0 |Online=https://books.google.de/books?id=8C_HMLT6mWMC&amp;amp;pg=PA93&amp;amp;lpg=PA93&amp;amp;dq=wirtschaftswoche+24/1994&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=9aUN27Ir9b&amp;amp;sig=ZnMCjwrulnYKO5h9CipkfUOda5A&amp;amp;hl=de |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In dem Zusammenhang wurden Vergleiche mit den unternehmerischen Machenschaften des Baumaschinenherstellers [[Horst-Dieter Esch]] angestellt, der 1984, also wenige Jahre zuvor, mit seinem [[IBH-Holding|IBH-Imperium]] 1984 in Konkurs gegangenen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Balsam-[[Buchhalter]] Klaus-Detlev Schlienkamp verfiel in Absprache mit Firmengründer Friedel Balsam auf Tricks, um das hausinterne Anliegen zu verschleiern. Dabei konnte er auf seine Kontakte zur &amp;#039;&amp;#039;Procedo Gesellschaft für Exportfactoring D. Klindworth mbH&amp;#039;&amp;#039; (kurz: &amp;#039;&amp;#039;Procedo&amp;#039;&amp;#039;) in [[Wiesbaden]], einem [[Finanzdienstleistung|Finanzdienstleister]] bauen, dessen Spezialgebiet das [[Factoring]] war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/1994/25/eiskalt-ausgetrickst |titel=Eiskalt ausgetrickst |archiv-url=https://web.archive.org/web/20130102140802/https://www.zeit.de/1994/25/eiskalt-ausgetrickst |abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Factoring basiert auf der revolvierenden Übertragung von [[Foderung|Unternehmensforderungen]] gegen Schuldner auf einen Finanzdienstleister, bevor diese fällig werden. Das dahinterstehende Prinzip ist einfach: Der Finanzdienstleister vergibt einem Unternehmen einen [[Kredit]], sobald es eine Zahlung erwartet. Das Vorgehen ähnelt einem [[Vorschuss (Recht)|Vorschuss]], ist eine Vorauszahlung. Sobald die Forderung gegenüber dem Gläubiger, der gleichzeitig Factoringnehmer ist, [[Tilgung (Geldverkehr)|getilgt]] ist, wird der Kredit  an den Finanzdienstleister zurückgezahlt. Konkret handelte es im Falle der Balsam AG um ein sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;[[Factoring#Echtes und unechtes Factoring|unechtes Factoring]]&amp;#039;&amp;#039;, denn die Forderungen wurden an &amp;#039;&amp;#039;Procedo&amp;#039;&amp;#039; nicht verkauft, das [[Delkredere]]risiko verblieb somit bei der Balsam AG, was sich als fatal herausstellen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Rode |Titel=Der deutsche Corporate-governance-Kodex: Funktionen und Durchsetzungsmechanismen im Vergleich zum britischen combined code |Verlag=Peter Lang |Datum=2009 |ISBN=978-3-631-57739-4 |Online=https://books.google.nl/books?id=_MMrJaI13_QC&amp;amp;pg=PA91&amp;amp;lpg=PA91&amp;amp;dq=balsam+ag&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=c2GZiqeP0Z&amp;amp;sig=-sGMkhmp1Kq7Q8puhWXpDUuJtEA&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=1lM7UPHxKY35sgbezoDgDg |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anfänglich korrekter Abwicklung im Sinne der Bestimmungen, weitete Schlienkamp die Möglichkeiten eines schnelleren Zahlungseingangs aus. Er gab überhöhte Rechnungsbeträge bei der &amp;#039;&amp;#039;Procedo&amp;#039;&amp;#039; an, woraus resultierte, dass das Kreditierungsvolumen erheblich anwuchs. Um die immer größer werdenden Finanzlöcher zu stopfen, erachtete der Buchhalter dieses Vorgehen ab Mitte der 1980er-Jahre für zwingend erforderlich. Im weiteren Verlauf wurden die Rechnungsbeträge immer realitätsferner. Schlussendlich wurden die Rechnungen komplett gefälscht und nicht mehr lediglich erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker H. Peemöller, Stefan Hofmann |Titel=Bilanzskandale: Delikte und Gegenmaßnahmen |Verlag=Erich Schmidt Verlag GmbH &amp;amp; Co KG |Datum=2005 |ISBN=978-3-503-09031-0 |Online=https://books.google.de/books?id=8C_HMLT6mWMC&amp;amp;pg=PA93&amp;amp;lpg=PA93&amp;amp;dq=wirtschaftswoche+24/1994&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=9aUN27Cs49&amp;amp;sig=HtTFBD18fRokAmSUi8Tl1rYMBJY&amp;amp;hl=de |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Geschäftsmodell artete damit zu einem [[Schneeballsystem]] aus. In der Phase der Aufdeckung des Betruges standen einer realen Auftragslage von 40 Millionen DM Verbindlichkeiten in der Größenordnung von 1,8 Milliarden DM gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=»Wundersame Geldvermehrung« |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=1996-04-21 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wirtschaft/wundersame-geldvermehrung-a-023dc69c-0002-0001-0000-000008910913 |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitte Juni 1994 meldete die Balsam AG dann [[Insolvenz|Konkurs]] an. Die &amp;#039;&amp;#039;Procedo&amp;#039;&amp;#039; war ebenfalls wirtschaftlich am Ende und leitete ein gerichtliches [[Vergleich (Recht)|Vergleichsverfahren]] mit anschließendem Verkauf an die [[Rewe Group|Rewe Gruppe]] ein. Gleichwohl hatte Schlienkamp noch versucht, die Verluste der Balsam AG in irgendeiner Weise auszugleichen, indem er mit [[Devisenoptionsgeschäft|Devisenoptionen]] handelte, was tatsächlich dazu führte, dass der Schaden der Banken verringert werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Heiße Luft |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=1994-06-12 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wirtschaft/heisse-luft-a-51b5adc5-0002-0001-0000-000013685994 |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Die Balsam AG hatte sich von insgesamt fünfzig Kreditgebern Geld geliehen, die ihre Engagements nahezu vollständig abschreiben mussten. Im Gegensatz zur &amp;#039;&amp;#039;[[Jürgen Schneider (Bauunternehmer)#Schneider-Affäre|Jürgen-Schneider-Affäre]]&amp;#039;&amp;#039; gab es keine nachhaltige Konkursmasse in Form von Immobilien oder Festgeldkonten, die den Schaden der Banken hätten mindern können. Es war vielmehr mit „Luft“ gehandelt worden. Dazu kam, dass lediglich die [[Deutsche Bank]] und die damalige [[Dresdner Bank]] an der verbliebenen Konkursmasse partizipierten, denn sie wurden Profiteure ihrer vereinbarten Global[[Abtretung (Deutschland)|abtretungen]]. Da die fiktiven Erträge ordnungsgemäß versteuert worden waren, mussten die Gemeinden [[Steinhagen (Westfalen)|Steinhagen]] und [[Grefrath]] 1997 zu Unrecht vereinnahmte Gewerbesteuer an den Insolvenzverwalter erstatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozess ==&lt;br /&gt;
Die Staatsanwaltschaft führte Ermittlungen wegen des Tatverdachts des [[Kreditbetrug]]s, der [[Urkundenfälschung]] und der [[Steuerhinterziehung (Deutschland)|Steuerhinterziehung]] und klagte die Beschuldigten mit einer 875 Seiten umfassenden Anklageschrift vor dem [[Landgericht Bielefeld]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Schneider |Titel=Erfolgsfaktoren der Unternehmensüberwachung: Corporate governance aktienrechtlicher Aufsichtsorgane im internationalen Vergleich |Verlag=Erich Schmidt Verlag GmbH &amp;amp; Co KG |Datum=2000 |ISBN=978-3-503-05866-2 |Online=https://books.google.nl/books?id=ZriKYdsn4vYC&amp;amp;pg=PA8&amp;amp;lpg=PA8&amp;amp;dq=balsam+ag&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=-VzvQkov5c&amp;amp;sig=52djHrjmY7sMmgvsIndYek9yO6M&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=1lM7UPHxKY35sgbezoDgDg |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurden nahezu 200 Verhandlungstage benötigt, bevor der Prozess nach drei Jahren urteilsreif war. Zwei Vorstände der Balsam AG erhielten [[Geldstrafe (Deutschland)|Geldstrafen]] in Höhe von 100.000 DM. Zwei Procedo-Manager erhielten [[Freiheitsstrafe|Haftstrafen]] von 21 und 24 Monaten. Friedel Balsam erhielt eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Schlienkamp, der als einziger Beschuldigter ein [[Geständnis]] abgelegt hatte und im Prozess als [[Kronzeuge]] der Staatsanwaltschaft gegenüber den anderen Angeklagten aufgetreten war,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Karl-Heinz Steinkühler |url=https://www.focus.de/finanzen/news/ein-eleganter-deal-balsam_id_1842998.html |titel=BALSAM – Ein eleganter Deal |werk=focus.de |datum=1995-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde am 20. September 1999 nach 195 Verhandlungstagen in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/der-firmenboss-erhaelt-acht-jahre-haftstrafe/93130.html | titel=Der Firmenboss erhält acht Jahre Haftstrafe | autor= | werk=[[Der Tagesspiegel|tagesspiegel.de]] | datum=1999-09-20 |abruf=2020-05-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war am 10. November 1998 geflohen und wurde am 28. März 2000 auf den Philippinen gefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor= |url=https://www.spiegel.de/wirtschaft/millionenbetrueger-balsam-finanzchef-verhaftet-a-70874.html |titel=Millionenbetrüger: Balsam-Finanzchef verhaftet |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2000-03-28 |abruf=2020-05-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bemerkenswertes ==&lt;br /&gt;
* Der Hauptbeschuldigte der Affäre, Schlienkamp, der am 6. Juni 1994 ein Geständnis abgelegt hatte&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nicole Donath |url=https://www.nw.de/nachrichten/zwischen_weser_und_rhein/23545729_Warum-der-Balsam-Skandal-fuer-den-Ermittler-der-Polizei-Bielefeld-zum-Drama-wurde.html |titel=Warum der Balsam-Skandal für den Ermittler der Polizei Bielefeld zum Drama wurde |werk=nw.de |datum=2023-04-27 |sprache=de |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/wirtschaft/chronik-der-milliardenbetrug-a-42609.html |titel=Chronik: Der Milliardenbetrug |werk=spiegel.de |datum=1999-09-20 |sprache=de |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und während seiner [[Untersuchungshaft (Deutschland)|Untersuchungshaft]] [[Offener Vollzug|Freigänger]] war, erklärte in einem Brief an den Richter seinen bevorstehenden [[Suizid|Freitod]], woraufhin von ihm jegliche Spur fehlte. Im März 2000 wurde er von [[Personenfahndung|Zielfahndern]] auf den [[Philippinen]] aufgespürt. Trotz Heirat mit einer Philippinin wurde er aufgrund einer fehlenden Aufenthaltserlaubnis von dort ausgeliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein ehemaliger Mitarbeiter der Balsam AG erstattete bereits im Dezember 1992 [[Strafanzeige]] gegen die Balsam AG. Dazu legte er detaillierte Unterlagen vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel.de&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Nur zum Abheften |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=1994-09-18 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wirtschaft/nur-zum-abheften-a-2cb354fa-0002-0001-0000-000013686237 |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mangels [[Anfangsverdacht]]s ging die zuständige Staatsanwaltschaft Bielefeld dem erhobenen Vorwurf nicht nach. Nach Wiederholung der Strafanzeige durch den gleichen Antragsteller im Herbst 1993 wurde die zuständige [[Kriminalpolizei (Deutschland)|Kriminalpolizei]] tätig, wobei der zuständige [[Staatsanwalt]] Jost Schmiedeskamp erneut nicht tätig wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://investigativ.org/ |titel=Investigativer Journalismus {{!}} Website zum Buch von Johannes Ludwig |sprache=de-DE |abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Später entstand der Vorwurf, dass zwischen der Ehefrau Schmiedeskamps und der Lebensgefährtin Balsams persönliche Beziehungen bestanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel.de&amp;quot;/&amp;gt; Eine [[Staatshaftungsrecht (Deutschland)|Staatshaftungsklage]] wegen der Verschleppung der Ermittlungen wurde abgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 2. Januar 1995 und Beschluss des OLG Düsseldorf vom 7.&amp;amp;nbsp;August 1995 – 18 W 5/95 NJW 1996, 530 ({{Webarchiv |url=http://zip-online.de/f4d93d700f98fd50b0b6551c15264622 |text=Online |wayback=20131002064617}})&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der durch die zweite Strafanzeige gegen die Firma mit den Ermittlungen betraute [[Amtsbezeichnungen der deutschen Polizei|Kriminalhauptkommissar]] K.-H. Wallmeier nahm die Balsam AG ins Visier und stellte dabei auch die Unterlassungen der Staatsanwaltschaft fest. Er entlarvte letztlich den Betrugsfall, wobei er sogar Urlaubstage für seine Recherche opferte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel.de&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das ZDF-Magazin „[[Frontal (1993)|Frontal]]“ berichtete am 31. Mai 1994 in einem siebenminütigen Beitrag über eine Krediterschleichung durch eine Sportanlagenbaufirma aus Ostwestfalen. Ein mit verdecktem Gesicht und abgefälschter Stimme sprechender Insider erklärte, wie der Kreditbetrug funktionierte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Johannes Ludwig (Publizist)|Johannes Ludwig]] |url=http://investigativ.org/kapitel-4/4-4-2-4-1/ |titel=4.4.2.4.1 – Der Fall Balsam. Oder: Über die Unverzichtbarkeit von engagierten Rechercheuren |werk=Investigativer Journalismus. Website zum Buch „Investigatives Recherchieren“ von Johannes Ludwig |sprache=de |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Skandal um die Balsam AG war symptomatisch für eine Mehrzahl von Fällen der 1990er Jahre, die eindeutige Fehlverhalten von [[Aufsichtsrat|Aufsichtsräten]] gegenüber den Unternehmensvorständen offenbarten. Der Schwachpunkt lag darin, dass völlig unzureichend kontrolliert wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Forster, 1995, I.&amp;lt;/ref&amp;gt; obwohl eine effiziente [[Unternehmensverfassung]] bestand. Verbesserungsvorschläge aus der Literatur der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft richteten sich insbesondere an die Aufsichtsräte und [[Wirtschaftsprüfer]]. Gemäß § 124 Abs. 3 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]] waren Abschlussprüfer vom Aufsichtsrat zu bestellen, anstatt vom Vorstand. Die Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat wurden deutlich ausgeweitet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Rode |Titel=Der deutsche Corporate-governance-Kodex: Funktionen und Durchsetzungsmechanismen im Vergleich zum britischen combined code |Verlag=Peter Lang |Datum=2009 |ISBN=978-3-631-57739-4 |Online=https://books.google.nl/books?id=_MMrJaI13_QC&amp;amp;pg=PA91&amp;amp;lpg=PA91&amp;amp;dq=balsam+ag&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=c2GZiqeP0Z&amp;amp;sig=-sGMkhmp1Kq7Q8puhWXpDUuJtEA&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=1lM7UPHxKY35sgbezoDgDg |Abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das Konkursverfahren über das Vermögen der Balsam AG wurde 2009 eröffnet und 2014 aufgehoben. Forderungen in Höhe von 1,98 Milliarden DM standen etwa 10 Millionen DM Firmenvermögen gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nicole Donath |url=https://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/10646076_Akte-Balsam-nun-geschlossen.html |titel=Akte Balsam nun geschlossen |sprache=de |abruf=2023-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Journalisten Karl-Heinz Steinkühler und Hans-Joachim Block von der Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Westfälische]]&amp;#039;&amp;#039; wurden für ihre Aufdeckungen im Balsam-Skandal 1994 mit dem [[Wächterpreis der deutschen Tagespresse#1990 bis 1999|Wächterpreis der deutschen Tagespresse]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[FlowTex|FlowTex-Skandal]]: Dieser Wirtschaftsskandal aus dem badischen [[Ettlingen]], der im Jahr 2000 aufgedeckt wurde, weist die Gemeinsamkeit auf, dass vornehmlich „Luftgeschäfte“ getätigt wurden.&lt;br /&gt;
* [[Liste von Unternehmenszusammenbrüchen und -skandalen]]&lt;br /&gt;
* Zweiteilige TV-Dokumentation [https://www.arte.tv/de/videos/RC-024044/der-milliarden-coup/ &amp;#039;&amp;#039;Der Milliarden-Coup - Deutschlands schlimmstes Wirtschaftsverbrechen&amp;#039;&amp;#039;], 2022, Regie: Simone Schillinger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus Schmeh: &amp;#039;&amp;#039;Die 55 größten Flops der Wirtschaftsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/Wien, Redline Wirtschaft, Ueberreuter, ISBN 3-8323-0864-4.&lt;br /&gt;
* Klaus Ott: &amp;#039;&amp;#039;Der Abschiedsbrief&amp;#039;&amp;#039; [Klaus Schlienkamp], [[Süddeutsche Zeitung]], 18. Juli 2020, S. 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=7762467-1|VIAF=188258336}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Boden (Bauteil)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftskriminalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schneeballsystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalfall in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Kreis Gütersloh)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Kreis Gütersloh)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinhagen (Westfalen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmensgründung 1965]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-115556</name></author>
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