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	<title>Balkaren - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Gripweed: Schützte „Balkaren“: Wiederkehrender Vandalismus ([Bearbeiten=Nur angemeldete, nicht neue Benutzer] (bis 26. August 2025, 18:51 Uhr (UTC)) [Verschieben=Nur angemeldete, nicht neue Benutzer] (bis 26. August 2025, 18:51 Uhr (UTC)))</title>
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		<updated>2025-02-26T19:51:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Schützte „&lt;a href=&quot;/index.php/Balkaren&quot; title=&quot;Balkaren&quot;&gt;Balkaren&lt;/a&gt;“: Wiederkehrender &lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:Vd&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:Vd (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Vandalismus&lt;/a&gt; ([Bearbeiten=Nur angemeldete, nicht neue Benutzer] (bis 26. August 2025, 18:51 Uhr (UTC)) [Verschieben=Nur angemeldete, nicht neue Benutzer] (bis 26. August 2025, 18:51 Uhr (UTC)))&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Balkarian fest in Bezengi 2011 (16).jpg|miniatur|Balkarischer Volkstanz in [[Besengi]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Caucasus-ethnic balkaren.png|miniatur|Siedlungsgebiet der Balkaren]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Balkaren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[karatschai-balkarische Sprache|Eigenbezeichnung]]: малкъарлыла&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;/malqarlyla/&amp;#039;&amp;#039;) sind eine [[Turksprachen|turksprachige]] [[Ethnie]] des [[Kaukasus]]. Sie stehen unter starkem [[Tscherkessen|tscherkessischen]] Kultureinfluss und sind eng mit den benachbarten [[Karatschaier]]n verwandt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zimpel&amp;quot;&amp;gt;Heinz-Gerhard Zimpel: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltbevölkerung.&amp;#039;&amp;#039; S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Balkaren gehören zu den [[Turkvölker]]n. Ihre Sprache &amp;#039;&amp;#039;Balkarisch&amp;#039;&amp;#039; ist eine Gruppe von vier [[Dialekt]]en des [[karatschai-balkarische Sprache|Karatschai-Balkarisch]]en, der fünfte Dialekt ist &amp;#039;&amp;#039;Karatschaisch&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der rund 112.924 Balkaren (2010)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20200430211642 |text=Excel-Tabelle 5, Zeile 42 |archiv-bot=2022-10-08 07:51:21 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt; siedeln heute überwiegend in der zu [[Russland]] gehörenden autonomen Republik [[Kabardino-Balkarien]] (in der russischen Volkszählung 2010: 108.577&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20200430211642 |text=Ergebnisse der Volkszählung Russlands 2010 |archiv-bot=2022-10-08 07:51:21 InternetArchiveBot }}, Excel-Tabelle 7, Zeile 473.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und in den angrenzenden Gebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Balkaren gehören neben den Karatschaiern, [[Korjo-Saram|Russlandkoreanern]], [[Russlanddeutsche]]n, [[Krimtataren]], [[Kalmücken]], [[Tschetschenen]], [[Inguschen]] und [[Mescheten]] zu den Nationalitäten, die im Rahmen der [[Stalinismus|stalinistischen]] [[Ethnische Deportationen in der UdSSR|Zwangsmaßnahmen]] vollständig von [[NKWD]]-Einheiten nach Zentralasien deportiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Die erste Erwähnung der Steppennomaden-Verbände der [[Protobulgaren|Ur-Bulgaren]] stammt von dem aramäisch-armenischen Historiker [[Mar Abas Katina]] aus dem vierten Jahrhundert sowie im lateinischen Werk „[[Chronograph von 354|Anonymer Chronograph]]“. Die Bezeichnung für die Balkaren in der Form болхары&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;/bolchary/&amp;#039;&amp;#039; ist in russischen Dokumenten seit dem 16./17. Jahrhundert bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=История карачаевцев и балкарцев |url=http://real-alania.narod.ru/alanialand/B1/1qar/GunBolgar.htm |wayback=20091208123305}}; abgerufen am 18. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Bezeichnung könnte vom ur-bulgarischen Wort für &amp;#039;&amp;#039;gemischt&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet sein oder nach einer Hypothese von der Region um [[Balch]]. Daneben kam der Gelehrte János Németh aufgrund der Semantik des Zeitwortes „bulga“ in verschiedenen Turksprachen zu der Überzeugung, dass &amp;#039;&amp;#039;bulgar&amp;#039;&amp;#039; „Aufwühler, Aufwiegler, Revolutionär“ bedeutet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Veselin Beševliev]]: [http://macedonia.kroraina.com/en/vbpp/vbpp_4a.htm &amp;#039;&amp;#039;Die protobulgarische Periode der bulgarischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039;] S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Höchstwahrscheinlich stammt der Name der Balkaren von der Eigenbezeichnung der Ur-Bulgaren &amp;#039;&amp;#039;(Bolgar)&amp;#039;&amp;#039; und des [[Großbulgarisches Reich|Groß-Bolgarischen Reiches]]. Dass sich der Name der Balkaren &amp;#039;&amp;#039;(Malqar)&amp;#039;&amp;#039; vom Namen der Bolgaren oder einer Splittergruppe ableitet, und nicht wie man früher vermutete, vom mittelalterlich-[[Kaukasische Sprachen|kaukasischsprachigen]] Stammesverband der &amp;#039;&amp;#039;Malchi&amp;#039;&amp;#039; oder vom Fluss [[Malka]], gilt deshalb als wahrscheinlich, weil sie noch ältere russische Quellen als &amp;#039;&amp;#039;bolchary&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;bolgary&amp;#039;&amp;#039; bezeichnen. Die [[Lautverschiebung]] /b/ zu /m/ scheint also erst danach stattgefunden zu haben. Bis ins 20. Jahrhundert war dieser Name nur die Selbstbezeichnung des östlichsten der fünf Stammesverbände und wurde erst dann auf die gesamte Ethnie übertragen.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Urbulgaren}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternative Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
Die Volksgruppe der Balkaren bezeichnete sich selbst lange Zeit als &amp;#039;&amp;#039;taulu&amp;#039;&amp;#039;, Plural &amp;#039;&amp;#039;taulula&amp;#039;&amp;#039;, als „Bergbewohner“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zimpel&amp;quot; /&amp;gt; Bei den Russen und den Westeuropäern waren sie jedoch bis weit ins 20. Jahrhundert als die „fünf Stämme der [[Kaukasus-Tataren|Berg-Tataren]]“ bekannt. Auch wurden die Balkaren fälschlicherweise nur mit dem Namen „[[Tataren]]“ bezeichnet. Erst in sowjetischer Zeit wurde der Name der Balkaren (Eigenbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;malqar&amp;#039;&amp;#039;) vom östlichsten der fünf Balkarenstämme auf alle Balkaren übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprache und Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Victims of Deportation Memorial (Nalchik) (12).jpg|mini|Büste des wichtigsten balkarischen Dichters Kjasim Metschijew im Mahnmal für die Opfer der stalinistischen Deportation aller Balkaren in [[Naltschik]]]]&lt;br /&gt;
[[Karatschai-balkarische Sprache|Karatschai-Balkarisch]] wird linguistisch dem nordwestlichen [[Kiptschakische Sprachen|kiptschakischen Zweig]] der Turksprachen zugeordnet. Die nächste Verwandte ist [[Kumykisch]] in [[Dagestan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftlich belegt ist die karatschai-balkarische Sprache seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals hatten Balkaren und Karatschaier ihre Sprache noch auf der Basis des [[Arabisches Alphabet|arabischen Alphabets]] zu seltenen Anlässen geschrieben, wie erstmals in der sogenannten „Holam/Hulam-Inschrift“ von 1715, gefunden im balkarischen [[Aul]] Holam, die einen politischen Schiedsspruch von 1709 niederschreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://karachays.com/publ/61-1-0-304 Hamid Haschimowitsch Malkondujew: &amp;#039;&amp;#039;Über die balkarisch-karatschaischen Töre.&amp;#039;&amp;#039; (eine Art Dorfräte)], 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der Zeit der frühsowjetischen [[Korenisazija]] wurde sie 1924–38 [[Latinisierung in der Sowjetunion|lateinschriftlich]], danach in [[Kyrillische Schrift|kyrillischer Schrift]] allgemein durch Schulpflicht als Schriftsprache etabliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Etablierung der Schriftsprache gibt es mehrere Dichter und Schriftsteller. Über das Siedlungsgebiet hinaus sehr bekannter Nationalschriftsteller ist [[Kjasim Bekkijewitsch Metschijew|Kasim Metschijew]] (1859–1945).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stämme und frühere Sozialstruktur ==&lt;br /&gt;
Bis in die sowjetische Zeit existierten in ihrem traditionellen, geographisch besonders hoch gelegenem, Siedlungsgebiet (einige Dörfer liegen oberhalb der [[Baumgrenze]]) zwischen dem [[Elbrus]] im Westen und [[Nordossetien]] im Osten fünf turksprachige Stammesverbände: die &amp;#039;&amp;#039;Urusbi&amp;#039;&amp;#039; am Oberlauf des [[Baksan (Fluss)|Baksan]], die &amp;#039;&amp;#039;Tschegem&amp;#039;&amp;#039; am Oberlauf des [[Tschegem (Fluss)|Tschegem]], die &amp;#039;&amp;#039;Chulam&amp;#039;&amp;#039; und die relativ wenigen &amp;#039;&amp;#039;Besengi&amp;#039;&amp;#039; (nur im Dorf Besengi), beide am Oberlauf des [[Tscherek|Tscherek-Chulamski]] und die eigentlichen Balkar – Selbstbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Malqar&amp;#039;&amp;#039; – am Oberlauf des [[Tscherek|Tscherek-Balkarski]] (von West nach Ost).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://www.iriston.com/books/cuciev_-_etno_atlas/maps/map03.jpg Ethnologische Karte des Großen Kaukasus 1774–1783 von dem Historiker Artur Zuzijew] (russisch) östlich des Elbrus (weißes Dreieck), die Besengi sind nicht in der Karte, nur in der Legende erwähnt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von dem westlicheren, ähnlich sprechenden Stamm der &amp;#039;&amp;#039;Karatschai&amp;#039;&amp;#039; waren sie bis zur Ansiedlung einiger Bergbewohner in flacheren Gebieten in sowjetischer Zeit durch das Elbrusmassiv räumlich isoliert. In der frühsowjetischen Politik der [[Korenisazija]] wurden diese Stämme zu einer einheitlichen offiziellen Nationalität vereinigt und nach dem östlichsten Stamm als Balkaren bezeichnet; als solche wurden sie zu einer der beiden [[Titularnation]]en in Kabardino-Balkarien. Die westlicheren Karatschaier wurden dagegen zu einer getrennten Nationalität und Titularnation erhoben. Beide erhielten aber die gemeinsame Schriftsprache [[Karatschai-balkarische Sprache|Karatschai-Balkarisch]]. Auf die Namen der historischen Stammesverbände bzw. ihrer Flusstäler gehen die Namen der [[Karatschai-balkarische Sprache#Dialekte und Literatursprache|fünf karatschai-balkarischen Dialekte]] &amp;#039;&amp;#039;Karatschai&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Baksan&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tschegem&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Chulam-Besengi&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Malqar&amp;#039;&amp;#039; zurück, der erste wird von Karatschaiern, die anderen vier von Balkaren gesprochen. Nationale Karatschaier und Balkaren fordern heute eine Zusammenlegung zu einer einheitlichen Nationalität mit einer gemeinsamen Republik innerhalb Russlands, was aber nicht bei der gesamten Bevölkerung auf Widerhall stößt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wiktor Alexandrowitsch Schnirelman|Victor Shnirelman]]: {{Webarchiv |url=http://src-hokudai-ac.jp/publictn/acta/23/02_shnirelman.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;The Politics of a Name:Between Consolidation and Separation in the Northern Caucasus.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20150925104953}} (PDF; 784&amp;amp;nbsp;kB) in: &amp;#039;&amp;#039;Acta Slavica Iaponica.&amp;#039;&amp;#039; 23 (2006) S. 37–73. Hier S. 67, letzter Absatz, 2. und 3. Satz zu soziologischen Studien 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die nördlich benachbarten [[Kabardiner]] hatten die balkarischen Stämme bis zu deren Beseitigung in sozialistischer Zeit eine traditionelle Sozialschichtung mit dem Stand der Fürsten an der Spitze, gefolgt von einem niederen Adel und den Freien und den kleineren Gruppen der Leibeigenen und Sklaven (die beiden letzten schon juristisch im Kaiserreich Russland abgeschafft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
Die Balkaren waren bis zum 18. Jahrhundert [[orthodoxe Kirchen|orthodoxe]] [[Christen]] mit vorchristlichen Traditionen. Ab dem 18. Jahrhundert traten sie vollständig zum [[Sunniten|sunnitischen]] [[Islam]] über. Die Bevölkerung ist heute aber nicht mehr vollständig religiös.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnogenese ==&lt;br /&gt;
Im Prozess der [[Ethnogenese]] der Karatschaier und Balkaren spielten nach archäologischen Indizien neben turksprachigen Verbänden aus den nördlich angrenzenden Steppen auch autochthone kaukasische Gruppen und westliche Teilverbände der [[Iranische Sprachen|iranischsprachigen]] [[Alanen]] eine Rolle, wobei sich die Turksprache in der Region durchsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage wie die Turksprache in die Region kam, gibt es zwei Hypothesen: die ältere sieht sie als Ergebnis der Einwanderung von [[Kiptschaken]] im 12./13. Jahrhundert. In einem Krieg gegen das Kiptschakenreich Anfang des 12. Jahrhunderts verlor das nordkaukasische Alanenreich Gebiete an die Kiptschaken. Aus der Zeit finden sich auch die ersten drei Gräber von Steppennomaden in der alanischen Siedlung Nischni Archys in [[Karatschai-Tscherkessien]]. Der archäologisch feststellbare Zustrom nahm mit den [[Mongolensturm|Mongolenzügen]] im 13. Jahrhundert zu. Dafür spräche neben archäologischen Hinweisen auch, dass die dem Karatschai-Balkarischen am nächsten stehende Sprache [[Kumykisch]] ist, und die Flucht der [[Kumyken]] vor den Mongolen ist in Quellen erwähnt. Die jüngere Hypothese verweist darauf, dass im 6./7. Jahrhundert Verbände der turksprachigen [[Protobulgaren|Bolgaren]] und [[Sabiren]] in westliche Teile Alaniens einwanderten, als die Region unter ihrer Herrschaft stand. Für Zusammenhänge spräche, dass der [[swanisch]]e Name für die [[Osseten]], &amp;#039;&amp;#039;sawair&amp;#039;&amp;#039; auf die Sabiren zurückgeht und der Name der Balkaren auf die Bolgaren zurückgeht&amp;amp;nbsp;– wobei dafür auch im 12. Jahrhundert eine Gruppe von Bolgaren aus der [[Region Stawropol|Region um Stawropol]] (die &amp;#039;&amp;#039;Udar-Bolgar,&amp;#039;&amp;#039; die zum kiptschakischen Verband gehörten) in Frage kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Zur räumlichen Verteilung siehe [http://www.iriston.com/books/cuciev_-_etno_atlas/maps/map48.jpg diese Karte von Zuzijew]. Rot gestrichelt: Grenzen der alanischen Stämmeunion im 6.–13. Jh., blaues Feld: Bolgaren in Alanien im 7. Jh., Gebiet A: Kiptschaken, aus denen die Karatschai-Balkaren wurden, Gebiet B: Kiptschaken, aus denen die Kumyken wurden, gelbes Feld: Karatschaisch-balkarische Stämme im 17. Jh.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://iratta.com/2007/06/05/09_alanyovsy_i_gruzija_pervaja_chast.html Kusnezow 9,2 neunter Absatz] er hält auch die jüngere Hypothese für gut möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob im 6./7. oder 12./13. Jahrhundert eingewandert, die turksprachigen Gruppen waren wohl bis ins 14. Jahrhundert Teil der alanischen Stämmeunion, assimilierten sprachlich die Vorbewohner und verbreiteten im Westen ihre Turksprache, bevor sie vor den Kriegszügen [[Timur]]s und der folgenden Expansion der [[Tscherkessen|tscherkessischen]] [[Kabardiner]] ins Hochgebirge auswichen, oder in diese [[Assimilation (Soziologie)|assimiliert]] wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karatschai-balkarische nationale Verbände versuchen in den letzten Jahrzehnten zu propagieren, das [[Ethnonym]] der Karatschaier und Balkaren sei in Wirklichkeit &amp;#039;&amp;#039;alan,&amp;#039;&amp;#039; was sie selbst und einige Nachbarsprachen&amp;lt;ref&amp;gt; auf [[Mingrelische Sprache|Mingrelisch]] und [[Nogaisch]], vgl. z.&amp;amp;nbsp;B. Vladimir P. Nedjalkov: [https://books.google.de/books?id=gXI6AAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA971&amp;amp;dq=vladimir+P.+Nedjalkov+reciprocal+constructions+Noghai&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwje1bi-w7HkAhUEa1AKHTmPBmMQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=vladimir%20P.%20Nedjalkov%20reciprocal%20constructions%20Noghai&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Reciprocal Constructions&amp;#039;&amp;#039;, Amsterdam 2007, S. 971, übersetzt ins Deutsche]: „„Alan“ ist eine gegenseitige Anrede der Karatschaier und Balkaren. Die Mingrelier und Nogaier nennen sie auch Alani.“ belegt und übernommen von Habichev 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwenden würden. Alle Alanen seien in Wahrheit turksprachig gewesen, womit die historischen Alanen vereinnahmt werden sollen. Der führende Nordkaukasus-Archäologe und -Historiker Wladimir Kusnezow weist beide Argumente zurück: die Fremdbezeichnungen seien Umkehrungen. Aus der Tatsache, dass die iranischsprachigen Osseten in der [[swanisch]]en Nachbarsprache &amp;#039;&amp;#039;sawair&amp;#039;&amp;#039; genannt werden, könne man auch nicht schlussfolgern, dass die turksprachigen [[Sabiren]] vielleicht iranischsprachig waren, oder aus dem Namen der [[Franzosen]] nicht, dass die namensgebenden [[Franken (Volk)|Franken]] romanischsprachig waren, aus dem Namen der [[Bulgaren]] nicht, dass die turksprachigen Bolgaren slawisch waren usw. Die karatschai-balkarische Anrede &amp;#039;&amp;#039;alan!&amp;#039;&amp;#039; ist keine ethnische Selbstbezeichnung, sondern bedeutet „Hey!“, „Hallo!“, „Hey, Freund!“, „Hallo, mein Herr!“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://iratta.com/2007/06/05/09_alanyovsy_i_gruzija_pervaja_chast.html Kusnezow 9,2 neunter Absatz], er bezeichnet die Behauptung des balkarischen nationalistischen Historikers I. Miziew als „unaufrichtig“ (лукавит=er ist unaufrichtig/er ist schlitzohrig/er macht Winkelzüge usw.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die behauptete Turksprachigkeit aller Alanen ist durch [[Alanen#Sprache|mittelalterlich-alanische Textfragmente]] in einem frühen Dialekt der iranischen Sprache [[Ossetisch]] widerlegt. Weitergehende Behauptungen, Turksprachen hätten schon seit der Bronzezeit im Kaukasus existiert, haben keine wissenschaftliche Grundlage.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur karatschai-balkarischen Nationalbewegung siehe {{Webarchiv |url=http://src-hokudai-ac.jp/publictn/acta/23/02_shnirelman.pdf |text=Shnirelman S. 61–68. |wayback=20150925104953}}, auch diese Theorie wurde maßgeblich von I. Miziew entwickelt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind aber im ideologischen Milieu des [[Panturkismus]] über die Region hinaus verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kraniometrie|Anthropologische]] Vergleichsuntersuchungen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Skelette aus Balkarien mit Skeletten aus [[Kurgan (Grabhügel)|Grabhügeln]] verschiedener Nomadenverbände ließen keine nennenswerte Zuwanderung von Alanen, Protobulgaren, Kiptschaken oder anderen Steppennomaden erkennen, sondern die frühen Balkaren im allgemeinen anthropologisch als kaukasische Bevölkerung erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.academia.edu/36335581/%D0%9C.%D0%9C._%D0%93%D0%95%D0%A0%D0%90%D0%A1%D0%98%D0%9C%D0%9E%D0%92%D0%90_%D0%9A_%D0%B2%D0%BE%D0%BF%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%83_%D0%BE_%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B8%D1%81%D1%85%D0%BE%D0%B6%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B8_%D0%B1%D0%B0%D0%BB%D0%BA%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B5%D0%B2_M.M._GERASIMOVA_On_the_origins_of_Balkars M.M. Gerassimowa: &amp;#039;&amp;#039;Zur Frage der Herkunft der Balkaren.&amp;#039;&amp;#039;] (russisch) aus: Anthropologische Mitteilungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, Moskau 2013, Nr. 3 (25), S. 52–71.&amp;lt;/ref&amp;gt; Genetische Untersuchungen des väterlich vererbten [[Y-Chromosom]]s in karatschai-balkarischen Familien ergaben dagegen, dass sie zu fast einem Drittel ein [[Gen-Cluster]] aufweisen, das bei nördlichen, meist turksprachigen Steppenbewohnern häufig ist (R1aZ2123), zu fast einem Drittel ein Cluster, das für zentralkaukasische autochthone Bevölkerung typisch ist (G2a1a) und zu über einem Drittel verschiedene andere Subcluster, was also nahelegt, dass es eine teilweise Zuwanderung aus nördlichen Steppen gegeben hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Ergebnisse der Y-DNA-Untersuchungen bis in die einzelnen Familien aufgeschlüsselt bei: [http://www.elbrusoid.org/articles/karachay-balkar/427362/ A.-Ch. A. Katschijew, T.B. Usdenow, Ch. B. Chasanow: &amp;#039;&amp;#039;Strukturen der karatschaischen Familienherkunft und ihre Korrelation zu den Resultaten Y-chromosomaler DNA-Untersuchungen.&amp;#039;&amp;#039;] Tscherkessk, Moskau, Karatschajewsk 2016. (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Башня Балкаруковых.JPG|mini|[[Kaukasischer Wehrturm|Wehrturm]] in dem balkarischen Dorf El-Tübü (russisch: Eltjubju)]]&lt;br /&gt;
Die Kaukasusregion wurde im 6. Jahrhundert durch Teile der [[Urbulgaren]] unterworfen und gehörte später zum [[Großbulgarisches Reich|Großbulgarischen Reich]]. Im 9. Jahrhundert siedelten Teile der Magyaren in dieser Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den Jahren 1219 und 1223 wurde die Region mehrmals von den [[Mongolensturm|Mongolen]] überfallen. Die [[Kaukasus|kaukasischen]] Bergstämme kämpften damals auf Seiten des [[Georgien|georgischen]] Königs. Nach der mongolischen Eroberung gehörte der größte Teil des Kaukasus zum Reich der [[Goldene Horde|Goldenen Horde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert wurden die Balkaren durch die benachbarten [[Tscherkessen]] in das Gebirge abgedrängt. Die Balkaren waren seit dem 16. Jahrhundert mit dem tscherkessischen Fürstentum [[Kabarda]] verbündet, nach heftigen Widerständen im [[Kaukasuskrieg (1817–1864)|Kaukasuskrieg]], nach dem Teile als [[Muhacir|Muhadschir]]e ins [[Osmanisches Reich|Osmanische Reich]] emigrierten, fielen sie im 19. Jahrhundert an das [[Russisches Kaiserreich|Russische Reich]]. Vom 17. bis 19. Jahrhundert wurden die Balkaren unter dem Einfluss der [[Nogaier]] und [[Krimtataren]] zum Islam bekehrt. 1827 wurden sie vom Russischen Reich unterworfen und lebten dort lange Zeit noch autonom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Victims of Deportation Memorial (Nalchik) (1).jpg|mini|Mahnmal für die Opfer der Deportation aller Balkaren 1944 unter Stalin nach Mittelasien in Naltschik]]&lt;br /&gt;
Seit 1922 bildeten die Balkaren zusammen mit den [[Kabardiner]]n ein gemeinsames autonomes Gebiet, das 1936 zur [[Autonome Sozialistische Sowjetrepublik|ASSR]] aufgewertet wurde. In der Zeit der [[Stalinismus|stalinistischen]] gewaltsamen [[Zwangskollektivierung in der Sowjetunion|Zwangskollektivierung der Landwirtschaft]] 1929–33 und der [[Tschistka|großen Terror-Säuberung]] 1936–38 kam es in den Berggebieten der Balkaren, wie auch in den Berggebieten [[Karatschai-Tscherkessien]]s und [[Tschetscheno-Inguschetien]]s zu so breiten Widerständen, dass die Kollektivierung zeitweilig abgebrochen werden musste.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Simon (Slawist)|Gerhard Simon]]: &amp;#039;&amp;#039;Nationalismus und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion: Von der Diktatur zur nachstalinistischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Zweiten Weltkrieg war das Siedlungsgebiet der Balkaren vom Juli 1942 ([[Unternehmen Edelweiß (Kaukasus)|Unternehmen Edelweiß]]) bis Januar 1943 ([[Nordkaukasische Operation]]) zeitweilig von der [[Wehrmacht]] besetzt. Aufgrund ihres Widerstandes gegen die 1943 wiedereinrückende [[Rote Armee]] wurden sie auf Befehl [[Josef Stalin]]s unter dem Vorwurf der [[Kollaboration]] mit der Wehrmacht vollständig mit allen Männern, Frauen, Kindern und Alten innerhalb weniger Stunden von [[NKWD]]-Einheiten vom 8. März 1944, früh 2:00 Uhr bis 9. März festgenommen und nach Mittelasien verbannt, wobei sehr viele Deportierte umkamen. Der Hintergrund des Kollaborationsvorwurfes an eine ganze Ethnie wird seit langem diskutiert. Zwar gab es balkarische Kollaborateure mit den Deutschen, aber ihre Unterstützung in der Bevölkerung war nach heutigem Kenntnisstand relativ gering. Viele Fachhistoriker gehen deshalb davon aus, dass schon die breiten Widerstände vor dem Weltkrieg, Probleme beim Erreichen der Freiwilligen-Quoten für die Rote Armee und schließlich Widerstände gegen die Wiedereinführung stalinistischer Maßnahmen 1943 eher die Ursache der Deportation mit ihren großen Opferzahlen war, als die offiziell angeführte Kollaboration, an der sich nur eine Minderheit beteiligte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jeronim Perović]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Nordkaukasus unter russischer Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2015, S. 430–441.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Balkaren wurden zwar [[1957]] offiziell von [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Chruschtschow]] rehabilitiert, durften aber erst 1967 offiziell in die alten Siedlungsgebiete zurückkehren, als viele bereits auf eigene Faust „illegal“ zurückgekehrt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach bildeten sie wieder mit den [[Tscherkessische Sprachen|tscherkessischsprachigen]] [[Kabardiner]]n zusammen, wie vor dem Krieg die [[Kabardino-Balkarische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik]], die nach dem Zerfall der Sowjetunion zur Republik [[Kabardino-Balkarien]] im Staatsverband Russlands wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Heinz-Gerhard Zimpel: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltbevölkerung. Geografie – Kultur – Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Nikol Verlagsgesellschaft mbH &amp;amp; Co. KG Hamburg 2000, ISBN 3-933203-84-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Balkars|Balkaren}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222124012/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/35812521/ Die Karbardiner und die Balkaren] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turksprachige Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Russland]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Kabardino-Balkarien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie im Kaukasus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gripweed</name></author>
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