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	<title>Balkanzug - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wahldresdner: HC: Ergänze Kategorie:Orient-Express</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Orient-Express&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Orient-Express (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Orient-Express&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Balkanzug route.svg|mini|Routen des Balkanzugs und seiner Zugteile von 1916 bis 1918]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Balkanzug der Mittelmächte am Bahnhof in Nisch 1918 (1 von 1).jpg|mini|Balkanzug am Bahnhof Niš im letzten Kriegsjahr 1918]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Balkanzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Schnellzug]] von [[Berlin]] nach [[Istanbul]], der von der [[Mitropa]] während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] betrieben wurde. Als Ersatz für den seit Kriegsbeginn eingestellten [[Orient-Express]] übernahm er dessen Funktion im hochwertigen Reiseverkehr zwischen Mitteleuropa und der [[Balkanhalbinsel]]. Zugleich sollte er die [[Mittelmächte]] enger miteinander verbinden. Mit Ende des Krieges wurde der seit Januar 1916 verkehrende Zug wieder eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Nachdem im europäischen Eisenbahnverkehr etwa seit 1870 vermehrt [[Schlafwagen]] und [[Speisewagen]] eingesetzt worden waren, hatte sich die 1874 gegründete [[Compagnie Internationale des Wagons-Lits]] (CIWL) (auf Deutsch: Internationale Schlafwagengesellschaft, ISG) in der Folgezeit in vielen europäischen Staaten vertraglich den Betrieb dieser Wagen als Monopol gesichert. Die CIWL übernahm auch den Betrieb der meisten [[Luxuszug (Zuggattung)|Luxuszüge]] auf europäischen Schienen. Zwar hatte die CIWL ihren Sitz in [[Brüssel]], mehrheitlich war sie jedoch in französischem Besitz, auch ein Teil der Verwaltung befand sich in Paris. Bereits vor dem Krieg hatte dies in Anbetracht der Rivalität und der „[[Deutsch-französische Erbfeindschaft|Erbfeindschaft]]“ zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich vor allem in [[Preußen]] Unbehagen hervorgerufen, und die [[Preußische Staatseisenbahnen|Preußischen Staatseisenbahnen]] (KPEV) hatten der CIWL ihre Binnenkurse so weit es ging verweigert. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs setzte sich die deutsche Reichsregierung daher nachdrücklich das Ziel, die CIWL aus dem Verkehr im deutschen Einflussbereich zu verdrängen. [[Paul von Breitenbach]], der Chef des [[Reichseisenbahnamt]]es und preußische [[Liste der preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten|Minister der öffentlichen Arbeiten]] führte dazu in einer Denkschrift an Reichskanzler [[Theobald von Bethmann Hollweg]] aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich glaube, mich in Übereinstimmung mit den Zielen der Reichspolitik zu befinden, wenn ich mir nach Ausbruch des Weltkrieges die Aufgabe setzte, den Einfluss der ISG soweit zu brechen, als er deutschen Interessen offensichtlich abträglich ist. Dabei kam es mir […] darauf an, den Eisenbahnverkehr nach dem Balkan und darüber hinaus nach dem weiteren Orient […] dem französischen Einfluss zu entreißen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Stöckl, Claude Jeanmaire: &amp;#039;&amp;#039;Komfort auf Schienen: Schlafwagen, Speisewagen, Salonwagen der Europäischen Eisenbahnen. Comfort on Rails: Sleepers, Diners and Salon-cars on the European Railways.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Eisenbahn- und Strassenbahnliteratur, Basel 1970, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien wurde die CIWL unter Zwangsverwaltung gestellt. Unter Beteiligung der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]], der [[Dresdner Bank]] und weiterer Banken aus [[Österreich-Ungarn]] wurde am 24. März 1916 entsprechend die [[Mitropa]] als Konkurrenzunternehmen zur CIWL gegründet. Die vor dem Krieg abgeschlossenen Verträge mit der CIWL liefen allerdings trotzdem noch einige Zeit weiter, so konnte die Mitropa den Betrieb der Schlaf- und Speisewagen auf den Strecken der [[K.k. österreichische Staatsbahnen|österreichischen Staatsbahnen]] erst zum 1. Januar 1918 übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung des Balkanzugs ==&lt;br /&gt;
Bereits vor Gründung der Mitropa planten die beteiligten Bahnen der Mittelmächte den Balkanzug als Ersatz des von der CIWL betriebenen Orient-Express, um die von Breitenbach beschriebene Zielsetzung in einem ersten Schritt umzusetzen. Eine direkte Verbindung nach Istanbul konnte allerdings erst eingerichtet werden, nachdem durch den im Oktober 1915 erfolgten Kriegseintritt [[Bulgarien]]s und die nachfolgende, Anfang 1916 weitgehend abgeschlossene [[Serbienfeldzug der Mittelmächte|Eroberung Serbiens]] eine durchgehende und sichere Landverbindung zwischen dem [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] und seinen Verbündeten in Mitteleuropa hergestellt worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedrich August III. von Sachsen (2).jpg|mini|hochkant|Der sächsische König Friedrich August III. war Teilnehmer der Eröffnungsfahrt des Balkanzugs]]&lt;br /&gt;
Insgesamt waren zwölf Bahnverwaltungen am Balkanzug beteiligt:&lt;br /&gt;
* Die Preußische Staatseisenbahnverwaltung, vertreten durch die [[Eisenbahndirektion#Preußen|KED]] Halle und Breslau&lt;br /&gt;
* die [[Königlich Sächsische Staatseisenbahnen|Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen]]&lt;br /&gt;
* die [[Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen]]&lt;br /&gt;
* die [[Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen|Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen]]&lt;br /&gt;
* die [[Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen|Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen]]&lt;br /&gt;
* die [[Königlich Bayerische Staatseisenbahnen|Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen]]&lt;br /&gt;
* die k.k. österreichischen Staatsbahnen&lt;br /&gt;
* die [[Kaschau-Oderberger Bahn|k. k. privilegierte Kaschau-Oderberger Bahn]]&lt;br /&gt;
* die [[Magyar Államvasutak|Königlich Ungarische Staatsbahn (Magyar Királyi Államvasutak)]]&lt;br /&gt;
* die [[Militär-Eisenbahndirektion Nisch]] (für das unter Zwangsverwaltung stehende Netz der [[Železnice Srbije|Serbischen Staatsbahn]])&lt;br /&gt;
* die [[Balgarski Darschawni Schelesnizi|Bulgarische Staatsbahn]]&lt;br /&gt;
* die [[Chemins de fer Orientaux]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ungarische Staatsbahn übernahm die Funktion der geschäftsführenden Gesellschaft. Da die Ungarische Staatsbahn wie auch die k.k. österreichischen Staatsbahnen und die &amp;#039;&amp;#039;Chemins de fer Orientaux&amp;#039;&amp;#039; ungekündigte Verträge mit der CIWL besaßen, war die zwangsverwaltete CIWL ebenfalls zu berücksichtigen. Neben preußischen Schlafwagen musste der Zug daher auch Schlaf- und Speisewagen der CIWL führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mühl&amp;quot;&amp;gt;Albert Mühl: &amp;#039;&amp;#039;Schlafwagen in Deutschland. Die Wagen und der Betrieb von den Anfängen bis zum Übergang auf die Mitropa.&amp;#039;&amp;#039; EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 116–119.&amp;lt;/ref&amp;gt; An den Waggons wurde der Zugname auf den Seitenwänden deutlich lesbar angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Fahrt des Balkanzugs fand am [[15. Januar]] 1916 statt und wurde mit großem propagandistischen Aufwand, prominenten Teilnehmern und umfangreicher Berichterstattung in der Presse durchgeführt. Entlang der Strecken wurde der Zug durch Menschenmengen begeistert empfangen,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.geschichte-pirna.de/Pirna%20im%201.%20Weltkrieg.pdf Beispiel entlang des Abschnitts Dresden-Tetschen, Bericht aus Pirna] (PDF; 2,5&amp;amp;nbsp;MB), abgerufen am 25. Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Schulklassen wurden zur Begrüßung abgeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Heidemarie Franke, Ilse Ernst:  {{Webarchiv |url=http://oops.uni-oldenburg.de/volltexte/2000/618/pdf/franke-ernst.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Kriegsgeneration.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20120118175909}} In: Ursula Blömer, Detlef Garz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Wir Kinder hatten ein herrliches Leben ...“: jüdische Kindheit und Jugend im Kaiserreich 1871 - 1918.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-8142-0719-X, S. 203, abgerufen am 25. Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Teilnehmern der ersten Fahrt gehörte unter anderem auch der sächsische König [[Friedrich August III. (Sachsen)|Friedrich August&amp;amp;nbsp;III.]], der allerdings nur bis [[Děčín|Tetschen]], dem Grenzbahnhof zwischen Sachsen und Österreich, mitfuhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Balkanzug in der öffentlichen Wahrnehmung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ansicht-balkanzug-03.jpg|mini|Zeitgenössische Propagandapostkarte zum Balkanzug]]&lt;br /&gt;
Der Balkanzug wurde rasch beliebt und auch von prominenten Fahrgästen genutzt. Dazu gehörten neben Militärs und Diplomaten der Mittelmächte unter anderem [[Karl Kraus]] (der darüber in der &amp;#039;&amp;#039;[[Die Fackel|Fackel]]&amp;#039;&amp;#039; berichtete), [[Ludwig Ganghofer]], [[Felix Salten]] sowie der bulgarische Zar [[Ferdinand I. (Bulgarien)|Ferdinand&amp;amp;nbsp;I.]] und dessen Söhne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sölch&amp;quot;&amp;gt;Werner Sölch: &amp;#039;&amp;#039;Orient-Express. Glanzzeit und Niedergang eines Luxuszuges.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Alba Verlag, Düsseldorf 1998, S. 39–42.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Folge wurde der Zug vielfach propagandistisch verwertet, etwa auf Grußpostkarten und Plakaten. Durch diese prominente Rolle wurde der Zug aber auch in der Kritik am Krieg genannt, etwa durch Kraus. [[Richard Hülsenbeck]] erwähnt ihn in seinem &amp;#039;&amp;#039;[[Dadaistisches Manifest (Huelsenbeck)|Dadaistischen Manifest]]&amp;#039;&amp;#039; von 1918, mit dem er den [[Dadaismus]] in Berlin mitbegründete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die alliierte Propaganda reagierte auf den Ersatz für den Orientexpress und versuchte zunächst, seine Existenz in Abrede zu stellen, beispielsweise in der französischen Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Le Temps (Frankreich)|Le Temps]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;secret&amp;quot;&amp;gt;The Man who dined with the Kaiser (Pseudonym): [http://www.worldcat.org/title/my-secret-service-vienna-sophia-constantinople-nish-belgrade-asia-minor-etc/oclc/262465320?title=&amp;amp;detail=&amp;amp;page=frame&amp;amp;url=http%3A%2F%2Fwww.archive.org%2Fdetails%2Fmysecretservicev00manwrich%26checksum%3D890d1f7bf82cb13f064e82996a47d16a&amp;amp;linktype=digitalObject &amp;#039;&amp;#039;My secret service Vienna-Sophia-Constantinople-Nish-Belgrade-Asia Minor, etc.&amp;#039;&amp;#039;] Doran, New York 1916, S. 191 ff., abgerufen am 25. Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Bald wurde er aber durchaus als Bedrohung und wesentlicher Teil der Kriegsführung der Mittelmächte wahrgenommen. Ein anonymer Autor bezeichnete ihn als {{Zitat|... the show train of the world. Never has there been a train with such grave responsibilities. It might well be called „the Publicity Train“.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;secret&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zuglauf ==&lt;br /&gt;
Angesichts der Kriegszeit wurde der Balkanzug nicht als Luxuszug, sondern als [[Durchgangszug]] eingestuft. Dennoch diente er vor allem als repräsentative Zugverbindung, mit der die vier Mittelmächte besser verbunden sein sollten. Ähnlich wie der Orient-Express, den er ersetzte, erhielt der Balkanzug neben seinem Hauptlauf Berlin–Istanbul verschiedene [[Kurswagen]]gruppen. Insgesamt bestand er aus drei Zugzweigen:&lt;br /&gt;
* Der Hauptlauf des Balkanzugs ging von der [[Berliner Stadtbahn]] über [[Breslau]], [[Bohumín|Oderberg]], [[Žilina|Sillein]] und [[Galanta]] nach [[Budapest]]. Von dort verkehrte er über [[Belgrad]], [[Niš|Nisch]] und [[Sofia]] bis nach Istanbul, damals meist als &amp;#039;&amp;#039;Konstantinopel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
* Der zweite Zugteil begann ebenfalls in Berlin, jedoch nicht auf der Stadtbahn, sondern im [[Berlin Anhalter Bahnhof|Anhalter Bahnhof]]. Er führte über [[Dresden]], [[Děčín|Tetschen]] und [[Jihlava|Iglau]] nach [[Wien]], wo der dritte, aus [[Straßburg]] kommende Zugteil beigestellt wurde. Über [[Bratislava|Preßburg]] (heute: Bratislava) führte der Zuglauf nach Budapest. In Galanta wurde er mit dem über Oderberg geführten Zugteil vereinigt.&lt;br /&gt;
* Als dritter Zugteil wurden in Wien Wagen aus [[Straßburg]] über [[Stuttgart]] und [[München]] beigestellt. Aufgrund schwacher Nachfrage wurde dieser Zugteil aber bereits im Juni 1917 auf den Laufweg ab München verkürzt. Ab Mai 1918 soll zudem ein Kurswagen von [[Würzburg]] nach Wien eingesetzt worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sölch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch die meisten Luxuszüge der Vorkriegszeit fuhr der Balkanzug nicht täglich. Zunächst fuhr er zweimal pro Woche. In Richtung Istanbul verkehrte beispielsweise der Münchner Zugteil mittwochs und samstags, in der Gegenrichtung begann die Fahrt in Istanbul an Dienstagen und Samstagen. Die Fahrt bspw. von München bis Istanbul dauerte im ersten Fahrplan 67 Stunden und 20 Minuten, also knapp drei Tage.&amp;lt;ref&amp;gt;Bayerische Staatszeitung, Sonntag, 16. Januar 1916 Nr. 12&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Juni 1918 fuhr der Balkanzug allerdings nur noch einmal pro Woche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mühl&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zugbildung und Lokomotiven ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Zugbildung Balkanzug.gif|mini|hochkant=2|Zugbildung des Balkanzugs (Teilstrecke Galanta bis Budapest), Stand 1916/17]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MAV 327komp.jpg|mini|Beim Balkanzug eingesetzte MÁV-Baureihe 327]]&lt;br /&gt;
Neben Schlaf-, Speise- und Gepäckwagen erhielt der Balkanzug –&amp;amp;nbsp;anders als der Orient-Express&amp;amp;nbsp;– auch normale Sitzwagen der 1. und 2. Wagenklasse. Die Bewirtschaftung der Schlaf- und Speisewagen blieb allerdings aufgrund der nicht gekündigten Verträge in Ungarn und Bulgarien bei der zwangsverwalteten CIWL. Daneben liefen auch durch die Preußisch-Hessische Staatseisenbahnverwaltung (KPEV) gestellte und bewirtschaftete Schlafwagen. Erst ab 1917 übernahm die Mitropa schrittweise Betrieb und Bewirtschaftung, die letzten CIWL-Wagen gingen zum 1. Januar 1918 pachtweise an die Mitropa. Als Wagenmaterial wurden neben den normalen Sitzwagen, die von den beteiligten Bahngesellschaften gestellt wurden, Schlaf- und Speisewagen der KPEV, der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen sowie von der CIWL übernommene Wagen eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle beteiligten Bahnen setzten vor dem Balkanzug ihre modernsten Schnellzuglokomotiven ein. Unter anderem führten die [[Preußische S&amp;amp;nbsp;10]], die [[Bayerische S&amp;amp;nbsp;3/6]], die [[Sächsische XVIII&amp;amp;nbsp;H]], die Reihen [[KkStB 110|110]], [[KkStB 310|310]] und [[KkStB 910|910]] der [[K.k. österreichische Staatsbahnen|k.k. österreichischen Staatsbahnen]] sowie die [[MÁV-Baureihe 327]] den Balkanzug. Auf Teilabschnitten erreichte der Balkanzug zudem mit die höchsten Reisegeschwindigkeiten der damals verkehrenden Schnellzüge, wenn auch unter den erschwerten Bedingungen der damaligen Kriegszeit. Zwischen Berlin und Dresden betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit im Fahrplan 1918 immerhin 72,5&amp;amp;nbsp;km/h, die Fahrtzeit des Balkanzugs von 2&amp;amp;nbsp;Stunden und 29 Minuten wurde auf dieser Strecke nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erst nach fast 20 Jahren wieder erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Fahrtzeiten nach Stöckl/Jeanmaire, S. 95. Der [[Henschel-Wegmann-Zug]] der Zwischenkriegszeit benötigte ab 1936 allerdings deutlich unter zwei Stunden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unfälle ==&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Eisenbahnunfall von Rahnsdorf}}&lt;br /&gt;
Am 11. November 1916 fuhr der Zugteil von Berlin über Breslau in Richtung Istanbul kurz nach der Abfahrt bei [[Berlin-Rahnsdorf]] in eine Gruppe von Gleisarbeiterinnen. 19 Frauen starben bei dem Unglück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/zugunglueck/1989 |titel=Zugunglück Rahnsdorf |werk=gedenktafeln-in-berlin.de |abruf=2023-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Ende des Balkanzugs ==&lt;br /&gt;
Im September 1918 brach der bulgarische Widerstand an der [[Salonikifront]] gegen die Alliierten zusammen, das Land schied mit dem [[Waffenstillstand von Thessaloniki]] am 29. September 1918 aus dem Krieg aus. Damit endete auch der Betrieb des Balkanzuges; die letzte Fahrt fand am 15. Oktober 1918 statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sölch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die CIWL trat wieder in ihre Verträge aus der Vorkriegszeit ein und schloss weitere Verträge mit den neu entstandenen Staaten Südosteuropas ab. Der Balkanzug wurde ab 1919 durch den das Gebiet des Deutschen Reiches, Österreichs und Ungarns umgehenden „[[Simplon-Orient-Express]]“ als wichtigste Verbindung auf den Balkan abgelöst, der alte Zuglauf des Orient-Express über München und Wien wurde erst ab 1920 als „Orient-Express“ wieder bedient, allerdings in der Regel nur mehr dreimal pro Woche. Nach Berlin wurden von Istanbul durch die CIWL noch bis 1939 Schlafwagen als Kurswagen angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Albert Mühl: &amp;#039;&amp;#039;Schlafwagen in Deutschland. Die Wagen und der Betrieb von den Anfängen bis zum Übergang auf die Mitropa.&amp;#039;&amp;#039; EK-Verlag, Freiburg im Breisgau 1996, ISBN 3-88255-680-3.&lt;br /&gt;
* Werner Sölch: &amp;#039;&amp;#039;Orient-Express. Glanzzeit und Niedergang und Wiedergeburt eines Luxuszuges&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Alba, Düsseldorf 1998, ISBN 3-87094-173-1&lt;br /&gt;
* [[Fritz Stöckl]], Claude Jeanmaire: &amp;#039;&amp;#039;Komfort auf Schienen: Schlafwagen, Speisewagen, Salonwagen der Europäischen Eisenbahnen. Comfort on Rails: Sleepers, Diners and Salon-cars on the European Railways.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Eisenbahn- und Strassenbahnliteratur, Basel 1970, {{DNB|840645783}} (= &amp;#039;&amp;#039;Archiv&amp;#039;&amp;#039; Nr. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.faz.net/aktuell/politik/historisches-e-paper/historisches-e-paper-zum-ersten-weltkrieg-mit-dem-ersten-balkanzug-von-berlin-nach-konstantinopel-13876692.html Historisches FAZ-E-Paper: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Zeitung 03.02.1916: Mit dem ersten Balkanzug von Berlin nach Konstantinopel&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.deutschlandfunk.de/jungfernfahrt-vor-100-jahren-mit-dem-balkanzug-von-berlin.871.de.html?dram:article_id=342473 Deutschlandfunk: Mit dem Balkanzug von Berlin nach Konstantinopel]&lt;br /&gt;
* [https://retours.eu/en/30-balkanzug-1916/# Propaganda vehicle during the First World War: Balkanzug] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.trains-worldexpresses.com/200/204.htm Der Balkanzug auf trains-worldexpresses.com] (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/104044/41?tx_dlf_navigation%5Bcontroller%5D=Navigation&amp;amp;tx_dlf_tableofcontents%5Baction%5D=main&amp;amp;tx_dlf_tableofcontents%5Bcontroller%5D=TableOfContents&amp;amp;cHash=516a4004ec135b499b0cce24d375c4d5 Fahrplan des Balkanzugs im Winter 1916/17, Sächsisches Kursbuch] (Digitalisat SLUB Dresden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internationaler Fernzug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtzug]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenzug mit Namen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erster Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zuglauf (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zuglauf (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zuglauf (Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schienenverkehr (Serbien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zuglauf (Türkei)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zuglauf (Bulgarien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:MITROPA]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orient-Express]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wahldresdner</name></author>
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