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	<title>Bajau - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bertramz: Änderung 265096899 von Xqbot rückgängig gemacht; lf</title>
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		<updated>2026-03-20T15:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265096899&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265096899&quot;&gt;265096899&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Xqbot&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Xqbot&quot;&gt;Xqbot&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Vinta Boat of the Bajau Laut people.jpg|mini|Bajau in ihren charakteristischen [[Vinta]]-Booten]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bajau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bajaw&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{IPA|ˈbædʒɔː}} oder {{IPA|ˈbɑːdʒaʊ}}), auch &amp;#039;&amp;#039;Bajao, Badjau, Badjo, Badjaw, Badjao&amp;#039;&amp;#039;, sind eine [[Indigene Völker|indigene]] [[Ethnie]] des [[Malaiischer Archipel|Malaiischen Archipels]]. Aufgrund ihrer Lebensweise in Booten zählten sie zu den [[Seenomaden]]. Inzwischen haben viele Bajau das reine Leben auf dem Meer ganz oder teilweise aufgegeben. Sie pflegen jedoch einen dem Meer verbundenen Lebensstil, der seinen Ausdruck in der Nutzung kleiner hölzerner Segelschiffe, wie etwa den &amp;#039;&amp;#039;lepas&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Proa|perahu]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;vinta&amp;#039;&amp;#039; findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sich [[Philippinen#Terror und Konflikte|ausweitenden Konflikte]] in ihrem ursprünglichen Lebensraum auf dem [[Sulu-Archipel]] und durch Benachteiligungen im Bildungssektor und auf dem Arbeitsmarkt auf den [[Philippinen]] migrierte die Mehrzahl der Bajau im Verlauf der letzten 50 Jahre nach Malaysia. Derzeit stellen sie mit 14 % Bevölkerungsanteil die zweitgrößte ethnische Gruppe im Bundesstaat Sabah.&amp;lt;ref name=&amp;quot;census2010&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.statistics.gov.my/portal/download_Population/files/population/05Jadual_Mukim_negeri/Mukim_Sabah.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Population Distribution by Local Authority Areas and Mukims, 2010&amp;#039;&amp;#039; (Census 2010). |format=PDF; 359&amp;amp;nbsp;kB |wayback=20120227090345}} statistics.gov.my&amp;lt;/ref&amp;gt; Gruppen von Bajau sind auch nach [[Sulawesi]] und [[Kalimantan]] in Indonesien migriert, wobei es keine genauen Informationen zu ihrer dortigen Verbreitung gibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;orang bajo&amp;quot;&amp;gt;Lotte Kemkens, University of Utrecht: {{Webarchiv |url=http://igitur-archive.library.uu.nl/student-theses/2010-0303-200346/Kemkens%20Lotte.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Living on Boundaries: The Orang Bajo of Tinakin Laut, Indonesia&amp;#039;&amp;#039;. |format=PDF; 2,79&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20111117103949}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnologische Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass alle Seenomaden Südostasiens in einem direkten ethnolinguistischen Zusammenhang stehen. Die neuere Forschung zeigt jedoch, dass drei Hauptgruppen mit eigenen kulturellen und linguistischen Charakteristika zu unterscheiden sind:&amp;lt;ref name=&amp;quot;clifford320ff&amp;quot;&amp;gt;Clifford, Seite 320 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[Moken]] und die mit ihnen verwandten Moklen des burmesisch-thailändischen Mergui-Archipels,&lt;br /&gt;
* die [[Orang Laut]], auch &amp;#039;&amp;#039;Seevolk&amp;#039;&amp;#039; genannt, ein buntes Gemisch aus ethnischen Gruppen die aus den Küstengewässern des südöstlichen Sumatra, dem südlichen [[Johor]], Batam und anderen [[Riau-Inseln]] von Indonesien stammen,&lt;br /&gt;
* die Bajau Laut des [[Sulu-Archipel]]s, Ostborneo, Sulawesi und den Inseln des östlichen Indonesiens. Die nomadischen Gruppen sind staatenlos, weshalb ihre Kinder vom staatlichen Schulsystem ausgeschlossen sind.&lt;br /&gt;
Mit Ausnahme einer kleinen Überschneidung bei den &amp;#039;&amp;#039;Moken&amp;#039;&amp;#039; und [[Urak Lawoi]], einer Untergruppe der &amp;#039;&amp;#039;Orang Laut&amp;#039;&amp;#039;, sind die drei Gruppen in verschiedenen geographischen Regionen anzutreffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;clifford320ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Badjo&amp;#039;s met gevangen schildpad aan de Sapébaai TMnr 10006455.jpg|mini|Indonesische Bajau mit gefangener Seeschildkröte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Badjao beggars.jpg|mini|In Armut lebende Bajau-Familien bitten häufig die Passagiere der aus den Philippinen kommenden Fähren um etwas Kleingeld.&amp;lt;ref name=&amp;quot;twilight&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Genau wie bei den [[Kadazan-Dusun]] ist der Ausdruck „Bajau“ ein Sammelbegriff, der dazu benutzt wird, etliche eng verwandte indigene Gruppen zu beschreiben. Die Bajau-Gruppen verschmelzen kulturell mit den [[Sama (Volk)|Sama]], wodurch der treffendere Ausdruck eigentlich „Sama-Bajau“ wäre. Historisch wurde der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Sama&amp;#039;&amp;#039; für die auf dem Festland sesshaft gewordenen Sama–Bajau benutzt, während der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Bajau&amp;#039;&amp;#039; den meerverbundenen, auf ihren Booten lebenden und nomadisierenden Gruppen vorbehalten blieb. Allerdings verschwindet auch diese Unterscheidung mittlerweile, da die Mehrzahl der Bajau das Leben im Boot zugunsten von Pfahlbautensiedlungen in den flachen Küstengewässern aufgegeben haben. Heutzutage ist das Unterscheidungsmerkmal zwischen den &amp;#039;&amp;#039;Bajau&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;Sama&amp;#039;&amp;#039; deren Armut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Sama–Bajau-Völkern werden etwa zehn Sprachen innerhalb des Sama-Bajau-Zweiges der [[Malayo-polynesische Sprachen|malayo-polynesischen]] Sprachfamilie zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Clifford Sather: &amp;#039;&amp;#039;The Bajau Laut&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Badjo&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Badjau&amp;#039;&amp;#039; wird ausschließlich im indonesischen Sprachraum benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Badjo of Badjau&amp;#039;&amp;#039; auf Seite 100/101 in: J. Paulus: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopædie van Nederlandsch-Indië&amp;#039;&amp;#039;, 2. Ausgabe, Teil 1 (A-G), Marinus Nijhoff, &amp;#039;S-Gravenhage &amp;amp; E.J. Brill, Leiden, 1917&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Wortes „Bajau“ ist nicht scharf umrissen. Es besteht Übereinstimmung, dass die Menschen dieses Volkes zwar mit dem Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Bajau&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden, sich selbst aber niemals so genannt haben. Vielmehr benennen sie sich mit den Namen ihrer Stämme, die sich wiederum an den jetzigen oder ursprünglichen Siedlungsplätzen orientieren. Ihre Benennung mit dem Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Bajau&amp;#039;&amp;#039; wird von den unterschiedlichen Gruppen jedoch akzeptiert, da sie erkannt haben, dass ihnen Gemeinsamkeiten im Wortschatz und in generellen genetischen Merkmalen wie etwa der dunklen Hautfarbe zu Eigen sind – obwohl hier die &amp;#039;&amp;#039;Simunuls&amp;#039;&amp;#039; mit ihrem helleren [[Teint]] eine Ausnahme bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[North Borneo Chartered Company|Britischen Verwaltungsangestellten in Sabah]] benannten die Sama generell als „Bajau“ und trugen dies auch in deren Geburtsurkunden unter der Rubrik „Rasse“ ein. Aus politischen Gründen und um Zugang zu den [[Ketuanan Melayu|Privilegien der Malaien]] zu bekommen, begannen viele, sich selbst als Malaien zu bezeichnen. Dies trifft häufig für Bajau-Migranten aus den Philippinen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Badjao kid diving for coins.jpg|mini|links|Ein Kind der Bajau taucht im Hafen von [[Tagbilaran]] nach Münzen, die Touristen ins Wasser werfen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meiste Zeit in ihrer Geschichte waren die Bajau ein nomadisierendes, zur See fahrendes Volk, das seinen Lebensunterhalt mit Handel und Fischerei bestritt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian&amp;quot;&amp;gt;[https://www.theguardian.com/environment/2010/sep/18/last-sea-nomads &amp;#039;&amp;#039;The last of the sea nomads&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;The Guardian&amp;#039;&amp;#039;, 18. September 2010; abgerufen am 18. September 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die in ihren Booten &amp;#039;&amp;#039;(lepa-lepa)&amp;#039;&amp;#039; lebenden Bajau sahen sich selbst als nicht-kriegerisches Volk. Sie hielten sich nahe den Küsten auf und errichteten dort Pfahlbauten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian&amp;quot; /&amp;gt; Obwohl nachgewiesen ist, dass sie von den südlichen Küsten der Philippinen stammen, berichten die Legenden der Sama in Sabah, dass sie von den Mitgliedern der königlichen Garde des [[Johor|Sultans von Johor]] abstammen und, nachdem sie von einem Sturm hierher verschlagen worden waren, an der Ostküste von Borneo eine neue Heimat fanden. Eine andere Legende erzählt, dass die Bajau die Braut des Sultans eskortierten, aber die Braut später vom Sultan von Brunei entführt wurde. Linguistische und historische Indizien sprechen dafür, dass die anthropologischen Wurzeln der Bajau im Süden der Philippinen liegen. Die Legenden zeigen den historischen Einfluss der malaiischen Lebensumwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spuren weisen darauf, dass die Sama vor mehr als 300 Jahren vom [[Riau-Inseln|Riau-Archipel]], insbesondere von den [[Lingga-Inseln]], kamen. Einige sind der Meinung, dass die Migration der Sama nach Nordwest-Borneo bereits mehr als einhundert Jahre früher einsetzte und mit den Handelsbeziehungen zum Sultanat von Brunei verknüpft ist. Als der Einfluss des [[Johor|Sultanats Johore]] dahinschwand und die [[Bugis]] die politische Macht an sich gezogen hatten, flohen die Sama an die Westküste Nordborneos und stellten sich unter den Schutz des Sultans von Brunei. Aus diesem Grund werden die Sama von den [[Kadazan-Dusun]] &amp;#039;&amp;#039;tuhun Sam&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;tulun Sama&amp;#039;&amp;#039; genannt, was so viel bedeutet wie „das Volk aus Sama“. Man vermutet, dass die Sama nicht zum Königshaus gehörten, aber ergebene Arbeiter, Handwerker, Bootsbauer und Bauern waren, die vor den ethnischen Säuberungen in Johor geflohen waren, als die Bugis die Macht übernahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl an Bajau, die zur See geboren werden und auch dort leben, nimmt immer weiter ab, teilweise aufgrund der umstrittenen Regierungsprogramme der Landesregierung von Sabah, die eine Ansiedlung der Bajau auf dem Festland fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian&amp;quot; /&amp;gt; Derzeit existiert eine riesige Siedlung philippinischer Bajau auf [[Pulau Gaya]] vor der Küste Sabahs. Viele der Einwohner sind illegale Immigranten. Mit der Insel als Stützpunkt arbeiten viele als Hilfskräfte im nahen [[Kota Kinabalu]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die indonesische Regierung versucht, die innerhalb ihres Staatsgebietes lebenden Bajau an Land anzusiedeln. Zwar entscheiden sich viele Badjo dagegen, da dies einen weitgehenden Verzicht auf ihre Tradition bedeuten würde, jedoch nehmen andere diese Möglichkeit wahr, um ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diskriminierung der Bajau (größtenteils durch die dominierenden [[Tausūg]], die sie aus historischen Gründen als „minderwertig“ betrachten und teilweise auch durch die christlichen Filipinos)&amp;lt;ref name=&amp;quot;lopez&amp;quot;&amp;gt;Mellie Leandicho Lopez: [https://books.google.com/books?id=jGssp-oJrT8C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;pg=PA50#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;A handbook of Philippine folklore&amp;#039;&amp;#039;], Seite 50, UP Press, 2006, ISBN 971-542-514-3&amp;lt;/ref&amp;gt; und die fortdauernde Gewalt im [[Autonomous Region in Muslim Mindanao|muslimischen Teil von Mindanao]], haben viele Bajau zur Bettelei oder zur Emigration gezwungen. Am häufigsten übersiedeln sie dabei nach Malaysia oder Indonesien, wo sie weniger häufig Diskriminierungen ausgesetzt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;twilight&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://pcij.org/imag/EarthWatch/bajau3.html |wayback=20110927225618 |text=&amp;#039;&amp;#039;Twilight of the Sea People&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2023-03-16 00:27:08 InternetArchiveBot }} In: Philippine Center of Investigative Journalism, Vol. III, Ausgabe 2, Juni 2001; abgerufen am 21. März 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;beja&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demographie und Religion ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{Hauptartikel|Religion der Bajau}} --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Balkendiagramm&lt;br /&gt;
| float    = right&lt;br /&gt;
| title    = Religionszugehörigkeit der Bajau&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=http://www.statistics.gov.my/portal/download_Population/files/census2010/Taburan_Penduduk_dan_Ciri-ciri_Asas_Demografi.pdf|title=2010 Population and Housing Census of Malaysia|language=ms en  |accessdate=2021-10-06 |publisher=Department of Statistics, Malaysia|format=PDF; 6,8&amp;amp;nbsp;MB |offline= |archiveurl=https://web.archive.org/web/20131113165406/http://www.statistics.gov.my/portal/download_Population/files/census2010/Taburan_Penduduk_dan_Ciri-ciri_Asas_Demografi.pdf|archivedate=2013-11-13|pages=107 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| titlebar = #DDD&lt;br /&gt;
| left1    = Religion&lt;br /&gt;
| right2   = Prozent&lt;br /&gt;
| width    = 300px&lt;br /&gt;
| bars     =&lt;br /&gt;
{{Balken Pixel|Islam|green|95|,26 %}}&lt;br /&gt;
{{Balken Pixel|Christentum|black|0|,52 %}}&lt;br /&gt;
{{Balken Pixel|Volksreligionen|blue|0|,08 %}}&lt;br /&gt;
{{Balken Pixel|ohne / unbekannt|orange|4|,14 %}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Untergruppen der Bajau unterscheiden sich in kultureller, linguistischer und religiöser Hinsicht. Die religiöse Ausprägung reicht von einer strikten Befolgung des [[Sunniten|sunnitischen Islam]] über Formen des [[Volksislam]] bis hin zu [[Animismus (Religion)|animistischen Glaubensvorstellungen]] mit Geistern und [[Ahnenverehrung]]. Die Christen bilden eine sehr kleine Minderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Untergruppen ===&lt;br /&gt;
Die Volkszählung im Jahr 2010 ergab eine Bevölkerung von 469.620 Bajau in Sabah.&amp;lt;ref&amp;gt;Ethnien-basierter Auszug aus dem &amp;#039;&amp;#039;2010 Population and Housing Census&amp;#039;&amp;#039;; Mitteilung des Amtes für Statistik vom 6. September 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Die Angaben der Volkszählung basieren allein auf der Antwort der befragten Personen ohne weiteren Nachweis.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Sarawak zählt eine kleinere Untergruppe der Iban zu den Bajau, wird aber statistisch nicht weiter aufgeschlüsselt. Bajau in anderen Bundesstaaten sind ohne statistische Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen sind viele der Untergruppen der Bajau nach dem Gebiet oder der Insel, wo sie über viele Jahre leben, benannt. Obwohl sie alle gleichermaßen Bajau genannt werden, hat jede Untergruppe ihre eigene Sprache, Kultur und Tradition. Gleichwohl verstehen einzelne Untergruppen die Sprachen anderer Gruppen. Zum Beispiel verstehen einige Bajau die Bajau-Ubian-Sprache und die Bajau-Ubian und Simunul verstehen und sprechen die Tausug-Sprache, die in Sabah auch Suluk-Sprache genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liste der Bajau-Untergruppen:&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ubian&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Die größte Gruppe der Bajau. Sie leben als zahlenmäßig starke Minderheitengruppe in den Städten [[Kudat]] und [[Semporna]] in [[Sabah]], Malaysia.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bannaran&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Diese Untergruppe stammt ursprünglich von der Insel Bannaran. Man findet sie hauptsächlich in Kudat, [[Kunak]], Semporna und [[Tawau]].&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sama&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Zumeist als &amp;#039;&amp;#039;Kota Belud-Bajau&amp;#039;&amp;#039; bekannt, da eine große Anzahl von ihnen in oder bei Kota Belud im Bundesstaat [[Sabah]] lebt. Nichtsdestotrotz ist die Namensgebung irreführend, da sie entlang der gesamten Westküste Sabahs leben und nicht ausschließlich in Kota Belud. Sie selbst nennen sich &amp;#039;&amp;#039;Sama&amp;#039;&amp;#039;, nicht Bajau.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Samah/Sama Sulawesi Selatan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia)&amp;lt;ref&amp;gt;Manusia Bugis, Christian Pelras, ISBN 979-99395-0-X, translated from „The Bugis“, Christian Pelras, 1996, Oxford:Blackwell Publishers Ltd.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Simunul&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Die Simunul leben überwiegend im Kampung Bokara bei Sandakan, in Semporna und im Gebiet von [[Lahad Datu]]. Die Simunuls in Sabah stammen ursprünglich von [[Tawi-Tawi]]; wo auch noch die Mehrzahl von ihnen lebt. Sie Simunul sind die einzige Untergruppe der Bajau mit heller Hautfarbe.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Samal (Volk)|Samal]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Philippinen, Malaysia) – Ursprünglich aus dem Süden der Philippinen stammend, bevölkert eine große Zahl der Samal die Küsten des nördlichen Sabah. Gleichwohl sind auch viele in die nördlichen Meeresgebiete der [[Visayas]] und des südlichen [[Luzon]] migriert. Die Samal werden manchmal als deutlich unterschiedlich zu den übrigen Bajau wahrgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;beja&amp;quot;&amp;gt;Edsel L. Beja: [https://books.google.com/books?id=DR8L1EWraw4C&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;pg=PA286#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Negotiating globalization in Asia&amp;#039;&amp;#039;], Seite 286, Ateneo de Manila University Press, 2006, ISBN 971-0426-01-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;nimmo&amp;quot;&amp;gt;Harry Nimmo: &amp;#039;&amp;#039;The sea people of Sulu: a study of social change in the Philippines&amp;#039;&amp;#039;, Chandler Pub. Co., 1972, ISBN 0-8102-0453-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem stellen sie die größte Untergruppe der Bajau dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;culture&amp;quot;&amp;gt;[http://www.everyculture.com/East-Southeast-Asia/Samal-Orientation.html &amp;#039;&amp;#039;Samal – Orientation&amp;#039;&amp;#039;.] Countries and Their Cultures; abgerufen am 17. Juni 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bajau Suluk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Diese Untergruppe lebt hauptsächlich in Kudat. Ihre Wurzeln liegen auf den Philippinen, deshalb waren sie über einen langen Zeitraum ihrer Geschichte in der Lage, in der Sprache der Tausug und der Samal zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tando&amp;#039; Bas&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Vor den 1970er Jahren war diese Untergruppe kaum in Sabah zu finden. Sie ist erst in neuerer Zeit von Tando Bas in den Philippinen nach Sabah migriert.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ungus Matata&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Vor den 1970er Jahren war diese Untergruppe kaum in Sabah zu finden. Sie ist erst in neuerer Zeit von Ungus Matata in den Philippinen nach Sabah migriert.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tolen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Diese Untergruppe war ausschließlich auf [[Pulau Bum Bum]] bei Semporna beheimatet. Andere Spuren von ihnen wurden nicht nachgewiesen, auch nicht auf den Philippinen.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pala&amp;#039;u&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Diese Untergruppe lebte ursprünglich ausschließlich auf Booten. Erst in jüngerer Zeit wurden einige auf dem Festland in Sabah sesshaft.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tabawan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Philippines, Malaysia) – Vor den 1970er Jahren war diese Untergruppe kaum in Sabah zu finden. Sie ist erst in neuerer Zeit von Tabawan, Tawi-Tawi in den Philippinen nach Sabah migriert.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Banguingui]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Balangingi Samal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Philippines, Malaysia) – Auf den Philippinen beheimatet, wo auch die Mehrzahl immer noch lebt. Vor den 1970er Jahren war diese Untergruppe kaum in Sabah zu finden. Erst in neuerer Zeit sind einige von ihnen nach Sabah migriert. Die Balanguingui waren vom 16. bis zum 19. Jahrhundert Sklavenhändler und Piraten. Einen Teil ihrer Sklaven integrierten sie in ihre eigene Kulturgemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;warren&amp;quot;&amp;gt;James Francis Warren: [https://books.google.com/books?id=VUZq93ydrrwC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;pg=PA184#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;The Sulu zone, 1768–1898: the dynamics of external trade, slavery, and ethnicity in the transformation of a Southeast Asian maritime state&amp;#039;&amp;#039;], Seite 207, NUS Press, 2007, ISBN 9971-69-386-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sikubung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Malaysia) – Vor den 1970er Jahren war diese Untergruppe kaum in Sabah zu finden. Sie ist erst in neuerer Zeit nach Sabah migriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religion ===&lt;br /&gt;
Ansprüche auf religiöse Frömmigkeit und Bildung sind eine wichtige Quelle des individuellen Prestiges unter den an der Küste lebenden Bajau. Der Titel &amp;#039;&amp;#039;salip/sarip&amp;#039;&amp;#039; (Abkömmling des Propheten [[Mohammed]]) zeigt, dass sein Träger ein besonderes Ansehen in seinem Heimatdorf genießt. Da nicht alle Bajau auf eigene Moscheen zurückgreifen können, nutzen sie auch die religiösen Einrichtungen der Araber und Malaien. Wegen ihres nomadisch ausgerichteten Lebensstil zur See sind die &amp;#039;&amp;#039;Ubian Bajau&amp;#039;&amp;#039; wenig am orthodoxen Islam orientiert, sondern praktizieren einen [[Synkretismus|synkretischen]] [[Volksglauben]], bei dem Meeresgeister – in der islamischen Terminologie als [[Dschinn]] bekannt – verehrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bajau House.JPG|mini|Eingang zu einem wiederaufgebauten, traditionellen Bajau-Haus im &amp;#039;&amp;#039;Heritage Village&amp;#039;&amp;#039; von [[Kota Kinabalu]], [[Sabah]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:National Museum KL 2008 (131).JPG|mini|Bajau-Kopfschmuck; er wird beim Reiten getragen]]&lt;br /&gt;
Bajau sind ausgezeichnete [[Pferdesport|Reiter]] – dies ist ihre Besonderheit in Malaysia, wo der Pferdesport niemals große Verbreitung gefunden hat. Die Bajau sind auch bekannt für ihre Fähigkeiten im Weben und in verschiedenen Handarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Semporna wird von den dortigen Bajau der von den Tausug übernommene Pangalay-Tanz aufgeführt. Auf Basis dieses in Sabah &amp;#039;&amp;#039;Daling-Daling&amp;#039;&amp;#039; genannten Tanzes, entwickelten die Bajau ihren eigenen Tanz, den sie &amp;#039;&amp;#039;Igal-Igal&amp;#039;&amp;#039; nennen und der auf die Bewegungen und Kostüme des &amp;#039;&amp;#039;Daling-Daling&amp;#039;&amp;#039; aufbaut. Dieser Tanz ist mittlerweile bei allen Hochzeitszeremonien der Bajau in Semporna in Gebrauch und hat sich bis nach Sandakan verbreitet. Seit dem Jahr 2000 wird dieser Tanz zusammen mit dem [[Joget]]-Tanz bei den nächtlichen Hochzeitszeremonien der Sama Bajau verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren Musikinstrumenten gehören die im gesamten Archipel verbreitete zweifellige Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[Kendang|gendang]]&amp;#039;&amp;#039; und die aus der muslimischen Tradition stammende Zupflaute &amp;#039;&amp;#039;[[gambus]]&amp;#039;&amp;#039;. Hinzu kommt das eigene, mit [[Zirkularatmung]] geblasene [[Rohrblattinstrument]] &amp;#039;&amp;#039;pipiu&amp;#039;&amp;#039;. Die Bajau verwenden keine der sonst weit verbreiteten [[Gong|Buckelgongs]], die in den südlichen Philippinen als &amp;#039;&amp;#039;[[kulintang]]&amp;#039;&amp;#039; und auf Borneo etwa als &amp;#039;&amp;#039;[[Bandai (Gong)|bandai]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt sind. Beliebt ist der indonesische Popmusikstil &amp;#039;&amp;#039;[[Dangdut]]&amp;#039;&amp;#039;. In ihre mündliche Erzähltradition haben die Bajau die malaiische Gedichtform &amp;#039;&amp;#039;[[Pantun]]&amp;#039;&amp;#039; übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Chandra Nuraini, 2016, S. 13f&amp;lt;/ref&amp;gt; Gesungene &amp;#039;&amp;#039;Pantun&amp;#039;&amp;#039; begleiten sie mit der Fiedel &amp;#039;&amp;#039;[[biola]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.metmuseum.org/de/art/collection/search/504776 &amp;#039;&amp;#039;Biola (violin).&amp;#039;&amp;#039;] The Metropolitan Museum of Art&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überlieferte Überzeugungen ===&lt;br /&gt;
Viele Bajau der Ostküste bewahren zusammen mit ihrem traditionellen Lebensstil zur See auch die Überbleibsel einer überlieferten, vor-islamischen Überzeugung. Traditionelle Bajau-Gemeinschaften sind durch die Zugehörigkeit eines &amp;#039;&amp;#039;dukun&amp;#039;&amp;#039; ([[Schamane]]) und die Befolgung von [[Tabu]]s im kulturellen Umfeld und im Umgang mit dem Meer charakterisiert. Beispielsweise zelebrieren sie ein Dankopfer an den Seegott &amp;#039;&amp;#039;Omboh Dilaut&amp;#039;&amp;#039;, wenn ein besonders großer Fang eingebracht wird. In Semporna, an der Ostküste Sabahs, wird jährlich mit den traditionellen Booten der Bajau die &amp;#039;&amp;#039;regatta lepa&amp;#039;&amp;#039; ausgetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Gemeinschaft der Bajau darf nur der Schamane ihre Entstehungsgeschichte erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die auf Booten lebenden Bajau konsultieren mindestens einmal im Jahr im Rahmen einer öffentlichen [[Séance]] und nächtlichen [[Trancetanz|Trancetänzen]] ein zur Gemeinschaft gehörendes [[Medium (Person)|Medium]]. In Zeiten von Epidemien ist es die Aufgabe dieser Medien, krankheitsverursachende Geister aus der Gemeinschaft zu vertreiben. Dies geschieht dadurch, dass ein „Geisterboot“ von den Ankergründen der Gemeinschaft weg in die offene See geschickt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Forscher vermuten, dass Reisen der Bajau nach [[Arnhemland]] den Ursprung der Erzählungen über die mysteriösen [[Baijini]] in den Mythen der australischen [[Yolngu]] begründen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ronald Murray Berndt]], [[Catherine Helen Berndt]]: &amp;#039;&amp;#039;Arnhem Land: its history and its people&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Human relations area files.&amp;#039;&amp;#039; Volume 8: &amp;#039;&amp;#039;Murngin&amp;#039;&amp;#039;. F. W. Cheshire, 1954, S. 34; [https://books.google.com/?id=MosgAAAAMAAJ&amp;amp;dq=baijini+bajau&amp;amp;q=+bajau#search_anchor /books.google.com]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meerestechnologie und Fischerei ===&lt;br /&gt;
Die kleinen überdachten Boote, auf denen die Bajau einen Großteil ihres Lebens verbringen, heißen &amp;#039;&amp;#039;lepas&amp;#039;&amp;#039;. Auf ihnen lebt auf etwa zehn Quadratmetern oft eine ganze Familie. Mehrere dieser Boote zusammen bilden ein Dorf. Die Bajau verlassen sie praktisch nur, wenn es absolut nötig ist, beispielsweise um Feuerholz oder Material für Werkzeug zu beschaffen. Selbst Stürme treiben sie nicht an Land, sondern veranlassen sie lediglich dazu, Schutz in der Nähe von Inseln, in Buchten oder [[Mangrove (Ökosystem)|Mangrovenwäldern]] zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptnahrungsmittel der Badjo ist [[Fische|Fisch]] in allen Variationen. Bei der Jagd machen sie sich eine spezielle Klappe im Boden ihrer Boote zunutze, um den Bewegungen der Fischschwärme unter ihnen zu lauschen. Angeblich sind sie in der Lage, die Aktivität der Meeresböden wahrzunehmen und sollen den [[Tsunami vom 26. Dezember 2004]] nahen gehört haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fischer der Bajau benutzen hölzerne Segelboote &amp;#039;&amp;#039;(perahu lambo)&amp;#039;&amp;#039; für [[Segeltörn|Reisen]] bis zur [[Timorsee|Timor-]] und [[Arafurasee]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stacey2007&amp;quot;&amp;gt;Stacey, Natasha: [http://epress.anu.edu.au/apem/boats/pdf/whole-book.pdf &amp;#039;&amp;#039;Boats to burn: Bajo fishing activity in the Australian fishing zone&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 33,4&amp;amp;nbsp;MB) ANU E Press, Canberra 2007, ISBN 978-1-920942-95-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bau und der [[Stapellauf]] der handgefertigten Boote unterliegt traditionellen [[Riten]] und nach Überzeugung der Bajau ist das Schiff selbst [[Animismus (Religion)|geistbeseelt]] (&amp;#039;&amp;#039;sumangaq&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stacey2007&amp;quot; /&amp;gt; Gemäß einer völkerrechtlichen Vereinbarung von 1974 dürfen „traditionelle indonesische Fischer“ in der [[200-Meilen-Zone]] von Australien fischen, die auch die traditionellen Fischgründe der Bajau einschließt. Allerdings hat die Fischerei in diesem Gebiet die Sorge um eine [[Überfischung]] aufgeworfen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Field2009&amp;quot;&amp;gt;I.C. Field, M.G. Meekan, R.C. Buckworth, C.J.A. Bradshaw: [https://coreybradshaw.files.wordpress.com/2011/03/field-et-al-2009-fish-fisheries.pdf &amp;#039;&amp;#039;Protein mining the world’s oceans: Australasia as an example of illegal expansion-and-displacement fishing&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 457&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;Fish and Fisheries&amp;#039;&amp;#039;, Band 10, S. 323; [[doi:10.1111/j.1467-2979.2009.00325.x]]&amp;lt;/ref&amp;gt; und zur Zerstörung von Schiffen der Bajau geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stacey2007&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bajau sind auch für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten im [[Apnoetauchen]] bekannt. Durch physische Anpassung sind sie in der Lage, unter Wasser besser zu sehen und länger zu tauchen als andere Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BBC&amp;quot; /&amp;gt; Als genetische [[Evolutionäre Anpassung|Adaption]] verfügen sie über eine um das Doppelte vergrößerte [[Milz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Der Spiegel]]: [https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/warum-ein-volk-aus-suedostasien-so-tief-tauchen-kann-a-1203901.html &amp;#039;&amp;#039;Das Geheimnis der Supertaucher&amp;#039;&amp;#039;], vom 20. April 2018, geladen am 20. April 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Melissa A. Ilardo et al. in [[Cell (Zeitschrift)|Cell]]: [http://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674%2818%2930386-6 &amp;#039;&amp;#039;Physiological and Genetic Adaptations to Diving in Sea Nomads&amp;#039;&amp;#039;], issued 19. April 2018, geladen am 20. April 2018&amp;lt;/ref&amp;gt; Oftmals durchstechen sich jugendliche Bajau das [[Trommelfell]], um das Tauchen und die Jagd im Meer zu erleichtern. Viele ältere Bajau sind deshalb schwerhörig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Guardian&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;BBC&amp;quot;&amp;gt;Megan Lane: [http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-12151830 &amp;#039;&amp;#039;What freediving does to the body&amp;#039;&amp;#039;.] [[BBC News]], 12. Januar 2011; abgerufen am 21. März 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten aus Malaysia ==&lt;br /&gt;
* [[Mat Salleh]] – Krieger und Volksheld, Anführer der [[Mat-Salleh-Rebellion]] gegen die [[North Borneo Chartered Company]]&lt;br /&gt;
* [[Tun Mustapha]] – 1. [[Yang di-Pertua Negeri Sabah]] und 3. [[Ministerpräsident von Sabah]]&lt;br /&gt;
* [[Mohamad Said Keruak]] – 4. [[Ministerpräsident von Sabah]] und 7. [[Yang di-Pertua Negeri Sabah]] aus [[Kota Belud]]&lt;br /&gt;
* [[Salleh Said Keruak]] – 9. [[Ministerpräsident von Sabah]] aus [[Kota Belud]]&lt;br /&gt;
* [[Sakaran Dandai]] – 8. [[Ministerpräsident von Sabah]] und 8. [[Yang di-Pertua Negeri Sabah]] aus [[Semporna]]&lt;br /&gt;
* [[Ahmadshah Abdullah]] – 9. [[Yang di-Pertua Negeri Sabah]] aus [[Inanam]]&lt;br /&gt;
* [[Mohd Nasir Tun Sakaran]] – Politiker aus [[Semporna]]&lt;br /&gt;
* [[Mohd Shafie Bin Apdal]] – Malaysischer Minister&lt;br /&gt;
* [[Osu Sukam]] – 12. [[Ministerpräsident von Sabah]] aus [[Papar]]&lt;br /&gt;
* [[Pandikar Amin Mulia]] – Sprecher des Parlaments von Malaysia&lt;br /&gt;
* [[Askalani Abdul Rahim]] – Ehemaliger Minister für Kultur, Jugend und Sport aus [[Semporna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hanafi Hussin, Jacqueline Pugh-Kitingan (Hrsg.): [https://theaquaticape.org/wp-content/uploads/2019/09/proceedings-of-the-international-conference-on-bajau-and-maritime-affairs-in-southeast-asia.pdf &amp;#039;&amp;#039;Re-Emergence of Maritime Customs, Heritage and Leadership in the Globalised World.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the International Conference on Bajau and Maritime Affairs in Southeast Asia. (ICONBAJAU 2019)&amp;#039;&amp;#039;. 23.–27. April 2019 &lt;br /&gt;
* Frank M. LeBar (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ethnic Groups of Insular Southeast Asia, Volume 1: Indonesia, Andaman Islands, and Madagaskar&amp;#039;&amp;#039;. Human Relations Area Files Press, New Haven, 1972&lt;br /&gt;
* Frank M. LeBar (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ethnic Groups of Insular Southeast Asia, Volume 2: Philippines and Formosa&amp;#039;&amp;#039;. Human Relations Area Files Press, New Haven, 1972&lt;br /&gt;
* Mark Miller: [https://www.researchgate.net/publication/242558614_A_Grammar_of_West_Coast_Bajau &amp;#039;&amp;#039;A Grammar of West Coast Bajau.&amp;#039;&amp;#039;] (Dissertation) The University of Texas at Arlington, 2007&lt;br /&gt;
* Chandra Nuraini: [https://download.garuda.kemdikbud.go.id/article.php?article=942065&amp;amp;val=14628&amp;amp;title=The%20intangible%20legacy%20of%20the%20Indonesian%20Bajo &amp;#039;&amp;#039;The intangible legacy of the Indonesian Bajo.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Wacana,&amp;#039;&amp;#039; Band 17, Nr. 1, 2016, S. 1–18&lt;br /&gt;
* Clifford Sather: &amp;#039;&amp;#039;The Bajau Laut – Adaption, History, And Fate In A Maritime Fishing Society Of South-Eastern Sabah&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Kuala Lumpur, 1997, ISBN 983-56-0015-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* Eliza Kubarska: &amp;#039;&amp;#039;Walking under water&amp;#039;&amp;#039;. Dokumentarfilm, 77 min, 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bajau people|Bajau}}&lt;br /&gt;
* Nagatsu Kazufumi: {{Webarchiv |url=http://www.asafas.kyoto-u.ac.jp/publication/pdf/no_01/p212_230.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Pirates, Sea Nomads or Protectors of Islam?: A Note on „Bajau“ Identifications in the Malaysian Context&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 1,020&amp;amp;nbsp;kB |wayback=20060619102621}}. Asian and African Area Studies, Kyoto 2001, S. 212–230&lt;br /&gt;
* Nagatsu Kazufumi: [http://www.iias.nl/iiasn/31/IIASN31_17.pdf &amp;#039;&amp;#039;Islamization of the Sama Dilaut in Sabah, Malaysia.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 167&amp;amp;nbsp;kB) International Institute for Asian Studies. IIAS Newsletter 31, Juli 2003&lt;br /&gt;
* [http://www.mysabah.com/2005_tamu-besar/ Tamu Besar, Kota Belud]&lt;br /&gt;
* [http://www.asiasentinel.com/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=421&amp;amp;Itemid=34 „The Badjao people of Palawan Island“ by Antonio Graceffo]&lt;br /&gt;
* [https://www.theguardian.com/science/2018/apr/19/mystery-of-sea-nomads-amazing-ability-to-freedive-is-solved „Mystery of sea nomads’ amazing ability to freedive“ by Nicola Davis, The Guardian]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bajau| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie auf Borneo]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Malaysia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Indonesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie auf den Philippinen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Sabah]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nomaden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indigenes Volk in Asien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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