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	<title>Bagatellisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T20:36:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bagatellisierung&amp;diff=948903&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DeWikiMan: - Kat: war so inkonsistent, es ist nicht ersichtlich, warum dieses Themenfeld eine Kat. begründet, die Corona-Krise aber nicht (beises sind vmtl. nur Beispiele)</title>
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		<updated>2026-04-20T19:32:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;- Kat: war so inkonsistent, es ist nicht ersichtlich, warum dieses Themenfeld eine Kat. begründet, die Corona-Krise aber nicht (beises sind vmtl. nur Beispiele)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bagatellisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der Psychologie die Tendenz zur Verharmlosung, Untertreibung oder zum Herunterspielen von Tatsachen oder Empfindungen bezeichnet. Die Bagatellisierung ist Teil einer psychologischen Abwehr, taucht aber in der psychologischen Literatur nicht als eigener [[Abwehrmechanismus]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung, Erwähnung ==&lt;br /&gt;
Das Wort leitet sich von dem romanischen Wortstamm &amp;#039;&amp;#039;Bagatelle&amp;#039;&amp;#039; für unbedeutende, geringfügige Angelegenheit, Kleinigkeit ab, wie es sich auch in den deutschsprachigen juristischen Begriffen des [[Bagatelldelikt]]s und der [[Bagatellgrenze]] niedergeschlagen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschsprachigen zusammenfassenden psychologisch-medizinischen Fachliteratur (Lexika, Registerbände) taucht der Begriff nur bei Stangl&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Stangl: Stichwort: &amp;#039;&amp;#039;Bagatellisierung&amp;#039;&amp;#039; {{Toter Link |datum=2022-10 |url=https://lexikon.stangl.eu/18788/bagatellisierung/%7COnline |text=Lexikon für Psychologie und Pädagogik |archivebot=2022-10-07 15:37:52 InternetArchiveBot}}. Abgerufen am 11. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Dorsch&amp;lt;ref name=&amp;quot;dorsch&amp;quot;&amp;gt;Stichworte &amp;#039;&amp;#039;Bagatellisierung, Essstörung, Bipolare Störung&amp;#039;&amp;#039; in Dorsch: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Psychologie&amp;#039;&amp;#039; [https://dorsch.hogrefe.com/ online-Version]. Abgerufen am 11. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Uexküll&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thure von Uexküll]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin&amp;#039;&amp;#039;. 3- neubearbeitete und erweiterte Auflage, [[Urban &amp;amp; Schwarzenberg]], München 1986, S. 1326.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie in dem populärwissenschaftlichen Online-Lexikon &amp;#039;&amp;#039;[[DocCheck|DocCheck Flexikon]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://flexikon.doccheck.com/de/Bagatellisierung Bagatellisierung bei DocCheck Flexikon]. Abgerufen am 11. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf, während er in der Auflistung der [[Abwehrmechanismus|Abwehrmechanismen]] nicht gesondert benannt wird. Gebräuchlich ist er als [[Deskription|deskriptiver]] Begriff dennoch sowohl im klinischen Bereich als auch in der Testpsychologie und im gesellschaftlichen Kontext.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinische Psychologie ==&lt;br /&gt;
Im psychologischen Kontext dient die Bagatellisierung der Angstabwehr und der Vermeidung von Unlust bzw. [[Kognitive Dissonanz|Kognitiver Dissonanz]] in Überforderungsituationen. Dorsch beschreibt die Bagatellisierung im klinischen Bereich als Strategie z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Bipolare Störung|bipolaren Störungen]] als die Neigung, insbesondere die Symptome der [[Manie|manischen Phase]] herunterzuspielen, sowie beim [[Stockholm-Syndrom]] und bei [[Essstörung]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dorsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit [[koronare Herzerkrankung|koronaren Herzerkrankungen]] kann es sowohl in frühen Krankheitsphasen als auch im Zusammenhang mit der psychischen Verarbeitung eines überstandenen [[Herzinfarkt]]es zur Bagatellisierung des lebensbedrohlich traumatischen Erlebens des Infarktes und den damit einhergehenden Themen und Affekten kommen. Die Bagatellisierung kann im Gegenüber Distanz als typische [[Gegenübertragung]]s&amp;lt;nowiki/&amp;gt;reaktion auslösen und es besteht die Gefahr, dass die psychischen Folgen des Infarktes im Rahmen der Akut- und Rehabilitationsbehandlung und auch in der Langzeitbetreuung unerkannt bleiben und eine notwendige psychotherapeutische Hilfe dadurch nicht empfohlen oder nicht in Anspruch genommen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thure von Uexküll]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychosomatische Medizin&amp;#039;&amp;#039;. 3. neubearbeitete und erweiterte Auflage, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München 1986, S. 680.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. Jordan, B. Bardé: &amp;#039;&amp;#039;Posttraumatische Belastungsstörungen nach einem akuten Herzinfarkt.&amp;#039;&amp;#039; Psychotherapeut 50, 33–42 (2005). {{DOI|10.1007/s00278-004-0378-x}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Suchtkrankheit|Suchterkrankungen]] sind Bagatellisierung und [[Verleugnung]] der Schwere der Problematik oft Teil einer Selbst- und Fremdtäuschung. Dies wird sowohl im Zusammenhang mit Substanzmissbrauch, insbesondere dem gesellschaftlich weniger tabuisierten [[Alkoholkonsum]], als auch bei Essstörungen beschrieben. Die Bagatellisierung steht im Zusammenhang mit der mangelnden Krankheitseinsicht und dient sowohl der Erhaltung des Suchtverhaltens und der Vermeidung, sich einer Behandlung zu unterziehen, als auch der Abwehr von [[Schamgefühl|Scham]] und gesellschaftlicher [[Stigmatisierung psychisch Kranker|Stigmatisierung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/alkoholsuechtige-bagatellisieren-ihre-erkrankung/ &amp;#039;&amp;#039;Alkoholsüchtige bagatellisierung ihre Erkrankung&amp;#039;&amp;#039;] bei Neurologen und Psychiater im Netz. Abgerufen am 11. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ingo Schäfer, Nena Kerkow, Martina Stubenvoll: &amp;#039;&amp;#039;Patienten mit Suchtproblemen.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans-Wolfgang Hoefert, Martin Härter (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Schwierige Patienten.&amp;#039;&amp;#039; [[Huber Verlag|Huber-Verlag]], Bern 2013, S. 231–240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.addiction.de/suchterkrankungen/ Michael Klein: &amp;#039;&amp;#039;Suchterkrankungen: Medizinisch-psychologische Grundlagen der Entstehung.&amp;#039;&amp;#039;] Veröffentlicht 2021 bei &amp;#039;&amp;#039;Addiction. Das Portal zum Thema Sucht und Suchterkrankungen&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 11. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Testpsychologie ==&lt;br /&gt;
In der Testpsychologie bezeichnet Bagatellisierung eine [[Antworttendenz]] in Befragungen sowie [[psychologischer Test|psychologischen Tests]] im Sinne der [[Soziale Erwünschtheit|Sozialen Erwünschtheit]]. Sie führt zum Weglassen oder Untertreiben von (in der Gesellschaft) schlecht bewerteten Sachverhalten. Die gegensätzliche Bestrebung, das Übertreiben (schlecht bewerteter Sachverhalte), wird auch als [[Aggravation]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.ch/books?id=ZuDMAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA187&amp;amp;dq=Bagatellisierung+Fragebogen+Aggravation&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiMv__ai_DOAhVpQJoKHQlfAQYQ6AEIHDAA#v=onepage&amp;amp;q=Bagatellisierung%20Fragebogen%20Aggravation&amp;amp;f=false A. Beauducel, A. Leue: Psychologische Diagnostik] – &amp;#039;&amp;#039;[[Hogrefe Verlag]]&amp;#039;&amp;#039;, 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere dann, wenn das Ergebnis des Tests für den Getesteten rechtliche Folgen hat, spielt die Verfälschung der Testergebnisse durch Bagatellisierung eine bedeutsame Rolle und ist in der Konstruktion des Tests zu berücksichtigen. Ein Beispiel dafür ist der &amp;#039;&amp;#039;Test zur Erfassung verkehrsrelevanter Persönlichkeitsmerkmale&amp;#039;&amp;#039; (TVP), mit dem im Rahmen einer Prüfung auf Fahreignung die persönlichkeitsspezifische Eignung eines Autofahrers zur Teilnahme am Straßenverkehr erfasst wird.&amp;lt;ref&amp;gt;U. Ewert: (2004). &amp;#039;&amp;#039;Test zur Erfassung verkehrsrelevanter Persönlichkeitsmerkmale (TVP)&amp;#039;&amp;#039;. (Review) Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 50 (4), 2004, 208-20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftlicher Kontext ==&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit [[Häusliche Gewalt|Gewalt in Familien]] gehört die Bagatellisierung zu den Mechanismen, die dazu beitragen, die gewaltsamen Verhältnisse zu erhalten und ein Eingreifen von Außen zu verhindern. Sowohl Täter als auch Opfer, weitere Familienmitglieder oder die Umgebung (Nachbarn, Schule) können zur Bagatellisierung neigen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.diagnose-gewalt.eu/haeusliche-gewalt/definition-haeuslicher-gewalt/mythen-und-stereotype.html Diagnose Gewalt: Erkennen, Benennen, Informieren.]&amp;#039;&amp;#039; Auf: Diagnose Gewalt. Abgerufen am 12. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Gysi: &amp;#039;&amp;#039;Fünf Konzepte zur Veranschaulichung komplexer Dynamiken bei sexualisierter Gewalt.&amp;#039;&amp;#039; In: Jan Gysi, Peter Rüegger: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch sexualisierte Gewalt. Therapie, Prävention und Strafverfolgung&amp;#039;&amp;#039;. Hogrefe, Bern 2018: S. 75–94.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso kann Bagatellisierung zum Erhalt grenzverletzenden Verhaltens oder [[Sexualisierte Gewalt|sexualisierter Gewalt]] am Arbeitsplatz, im Vereinsleben oder kirchlichen Zusammenhang beitragen und den Betroffenen die notwendige Unterstützung vorenthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mediana.de/unterstuetzung-fuer-betroffene-statt-bagatellisierung/ &amp;#039;&amp;#039;Unterstützung für Betroffene statt Bagatellisierung.&amp;#039;&amp;#039;] Mediana Gruppe. Abgerufen am 12. November 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kombination mit [[Rationalisierung (Psychologie)|Rationalisierung]], [[Euphemismus]] gehört die Bagatellisierung zu den Mechanismen, die im Kontext von [[Krieg]] und [[Flucht]] dazu beitragen, eigene Schuld als Täter zu [[Verleugnung|leugnen]] oder vor dem eigenen Gewissen wie vor anderen in ihrer Bedeutung zu minimieren. Hinzu können die Diffusion der Verantwortung für das eigene Handeln kommen sowie die Herabwürdigung, Dehumanisierung und Dämonisierung der Opfer ([[Täter-Opfer-Umkehr]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Sladjana Kosijer-Kappenberg: &amp;#039;&amp;#039;Verständnis von Täterschaft im Kontext von Krieg und Flucht.&amp;#039;&amp;#039; [[Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], Göttingen 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Mechanismen können auch die Verarbeitung in den nächsten Generationen betreffen und in der [[Transgenerationale Weitergabe|Transgenerationalen Weitergabe]] erneut auftauchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mirjam Liepmann: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland, bleiche Mutter. Versuch einer Annäherung an die Kriegseltern-Generation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychoanalyse im Widerspruch.&amp;#039;&amp;#039; 2014, 52, S. 121–139.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Themenfelder, in denen Bagatellisierung als einer der Mechanismen zur Abwehr von Angst oder Verantwortung beschrieben wurde, sind die Auseinandersetzung mit der [[Klimakrise]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.psychologenverlag.de/mediadaten/ Lea Dohm, Peter Felix, Bianca Rodenstein: &amp;#039;&amp;#039;Wenn Warnungen ungehört verhallen.&amp;#039;&amp;#039;] In: Report Psychologie. 2020, 45(2): 2–5. Abgerufen am 12. November 2021-&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[COVID-19-Pandemie|Corona-Krise]].&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Dott: &amp;#039;&amp;#039;Angst und Regression in der Zeit des Coronavirus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychoanalytische Familientherapie.&amp;#039;&amp;#039; 2020 21(1): S. 97–116. [[DOI:10.30820/1616-8836-2020-1-97]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rückblickende Verharmlosung der Lebensverhältnisse und Alltagsbedingungen in demokratiefernen Regimen sind an Beispielen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts belegbar, so für die Verklärung der SED-Diktatur in der [[DDR]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hubertus Knabe]]: &amp;#039;&amp;#039;Honeckers Erben. Die Wahrheit über die Linke&amp;#039;&amp;#039;. Ullstein Buchverlage, Berlin 2009, ISBN  978-3-549-07329-2, S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|bagatellisieren}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bagatellisierung}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|verharmlosen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitssymptom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychologische Diagnostik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abwehrmechanismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewalt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DeWikiMan</name></author>
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