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	<title>Břetislav I. - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T19:01:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=B%C5%99etislav_I.&amp;diff=113826&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2024-10-12T19:28:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dalimilova kronika Bretislav unasi Jitku.jpg|mini|Břetislav entführt Judith von Schweinfurt aus dem Kloster. Aus der Pariser Handschrift der [[Dalimil]]-Chronik, 14. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Břetislav I.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um 1005; † [[10. Januar]] [[1055]] in [[Chrudim]]) war ab 1035 [[Liste der böhmischen Herrscher#Herzöge von Böhmen|Herzog von Böhmen]]. Er entstammte dem böhmischen Adelsgeschlecht der [[Přemysliden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Aufstieg ===&lt;br /&gt;
Břetislav I. war ein unehelicher Sohn des Herzog [[Oldřich]]. Obwohl dieser später Břetislavs Mutter, die Bauerntochter [[Božena von Böhmen|Božena]], heiratete, blieb die Ehe eine [[Mesalliance]]. Břetislav konnte nur deshalb den Fürstentitel erreichen, weil keiner der Brüder seines Vaters Nachkommen hatte. Nach dem Chronisten [[Cosmas von Prag]] begegnete Oldřich Božena etwa 1002 in [[Postoloprty]]. Es ist aber zu vermuten, dass er sie bereits vor 1002 heiratete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Břetislav wird von Cosmas erstmals für das Jahr 1021 erwähnt. Er soll seine spätere Frau [[Judith von Schweinfurt]], die Tochter [[Heinrich von Schweinfurt|Heinrichs]] von [[Nordgau (Bayern)|Nordgau]], aus einem Nonnenkloster in [[Schweinfurt]] entführt haben. Nach der Rückkehr ließen sich Břetislav und Judith in [[Mähren]] nieder. Sein Herrschersitz war [[Olmütz]], wo sein erster Sohn [[Spytihněv II. (Böhmen)|Spytihněv]] geboren wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1029 war Břetislav daran beteiligt, die [[Polen]] zu vertreiben, die große Teile von Mährens besetzt hielten. Diese Offensive wurde begünstigt durch den gleichzeitigen Angriff [[Jaroslaw der Weise|Jaroslaws von Kiew]] auf Polen. Břetislavs Erfolg in Mähren trug maßgeblich zur vorübergehenden Stabilisierung des böhmischen Fürstentums unter seinem Vater Oldřich bei. Břetislav erhielt Mähren als Teilfürstentum und versuchte 1031, auch in der südlichen [[Slowakei]] Gebiete zu besetzen, dies jedoch ohne dauernden Erfolg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sein Vater im Sommer 1033 auf Befehl des Kaisers [[Konrad II. (HRR)|Konrad II.]] gefangen genommen worden war, sollte Břetislav mit Mähren belehnt werden. Von dort wurde er jedoch durch Oldřich vertrieben, nachdem dieser 1034 aus der kaiserlichen Gefangenschaft freigelassen worden war. Der Grund für die Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn ist nicht mehr zu ermitteln. Man vermutet, dass der junge Fürst auf der Seite seines Onkels Jaromír stand, den Oldřich hatte [[Blendung (Strafe)|blenden]] und einkerkern lassen. Am 9. November 1034 starb Oldřich. Jaromír verzichtete zu Gunsten seines Neffen Břetislav darauf, die Nachfolge seines Bruders anzutreten. Ein Jahr später, am 4. November 1035, wurde Jaromír vermutlich von Angehörigen des konkurrierenden Geschlechts der [[Vršovci]] ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auseinandersetzungen mit Polen und dem Reich ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajhradský klášter, socha (21).jpg|mini|hochkant|Statue Břetislavs im [[Abtei Rajhrad|Kloster Rajhrad]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1035 kämpfte Břetislav an der Seite des Kaisers gegen die [[Liutizen]], die die heute nicht mehr existierende [[Werben (Elbe)|Burg Werben]] in der [[Altmark]] überfallen hatten. Zunächst band er sich eng an das [[Heiliges Römisches Reich|Reich]], wobei er wohl von der Herkunft seiner Frau profitierte. Im gleichen Maß wie sich Böhmen unter Břetislav stabilisierte, verschlimmerte sich die Krise Polens. Břetislav nutzte diese Lage. Im Sommer 1039 führte er einen Raubzug nach Polen. Die meisten Burgen ergaben sich kampflos. Er ließ [[Krakau]] und andere Städte plündern und eroberte Ende Juli [[Gnesen]]. Der Kriegszug wurde außer von vielen Adligen auch von einem Teil der [[Fürst#Kirchenfürsten|Kirchenfürsten]] begleitet, unter anderem vom Prager Bischof [[Severus (Prag)|Šebíř]]. Nach dem Öffnen des Grabes von [[Adalbert von Prag]], ließ der Fürst die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Břetislav-Dekrete&amp;#039;&amp;#039; verlesen, die den Toten zur freiwilligen Rückkehr nach Böhmen bewegen sollten. Gemeinsam mit den Gebeinen Adalberts nahm er auch die sterblichen Überreste seines Stiefbruders [[Gaudentius von Gnesen|Radim-Gaudentius]] mit, des ersten Erzbischofs von [[Erzbistum Gniezno|Gnesen]]. Vermutlich war die Inbesitznahme der [[Reliquie]]n der eigentliche Grund des Feldzuges; gleichzeitig schwächte er durch die Besetzung des [[Herzogtum Schlesien|Herzogtums Schlesien]], Gnesens und Mährens die Macht Polens. Mit Hilfe der Reliquien sollte [[Erzbistum Prag|Prag]] von einem Mainzer [[Suffraganbistum]] zum eigenen böhmischen [[Erzbistum]] aufgewertet werden und die Nachfolge Gnesens antreten. Entsprechende Pläne wurden mit einer Gesandtschaft [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]] nach [[Rom]] verfolgt, stießen aber auf erbitterten Widerstand des [[Bistum Mainz|Mainzer Erzbischofs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiser [[Heinrich III. (HRR)|Heinrich III.]] schloss sich dieser Haltung an. Zudem verlangte er die Freigabe Polens, bei dem es sich wie bei Böhmen um ein [[Vasall]]enfürstentum des Reiches handelte, und einen hohen Straf[[tribut]], den Břetislav nicht zu zahlen bereit war. 1039 konnte Břetislav einen Feldzug noch abwenden, indem er seinen Sohn Spytihněv dem Kaiser als Geisel übergab. Nachdem Břetislav keine Einsicht gezeigt hatte, brach Heinrich III. im August 1040 zum Feldzug gegen Böhmen auf. Der erste Teil der Armee sollte mit Heinrich von [[Cham (Oberpfalz)|Cham]] aus über [[Domažlice|Taus]] einmarschieren. Kern dieser Truppen waren [[Bayern (Volk)|Bayern]] und [[Hessen (Stamm)|Hessen]]. [[Markgrafschaft Meißen|Sachsen]] unter der Führung des Markgrafen [[Ekkehard II. (Meißen)|Ekkehard II. von Meißen]] sollten über Nordböhmen einmarschieren. Heinrich stieß bald auf böhmische Befestigungen, die seinen Vormarsch zum Stocken brachten. Am 22./23. August versuchte Heinrich vergeblich, diese Befestigungen zu überwinden, und zog sich nach verlustreichen Kämpfen um den [[Neumarker Pass]], in denen er auch seinen Bannerträger [[Werner I. (Maden)|Werner]] mit der gesamten Vorhut verlor, wieder nach Bayern zurück. Auch Otto von [[Schweinfurt (Adelsgeschlecht)|Schweinfurt]], der kurz darauf mit frischen Soldaten zum Kaiser stoßen sollte, war auf seinem Weg nach Böhmen in verlustreiche Kämpfe verwickelt worden. Ekkehard gelang es jedoch, [[Prkoš]], den [[Kastellan]] von [[Bílina|Bilin]], zu bestechen, der sich ihm entgegenstellen sollte. Ekkehard kam bis tief in das Innere des Landes, musste sich aber dann doch zurückziehen. Prkoš wurden für seinen Verrat die Augen ausgestochen und die Hände und Füße abgehackt. Anschließend wurde er in einen Fluss geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldzug hatte zu Verlusten auf beiden Seiten geführt. Im Frühjahr 1041 schickte Břetislav Gesandte zu Heinrich. Die Verhandlungen blieben offenbar erfolglos, denn ein [[Kaiserliche Armee (HRR)|Kaiserliches Heer]] marschierte im Spätsommer erneut in Böhmen ein, diesmal mit mehr Erfolg. Am 8. September standen die Truppen vor Prag. Am 29. September 1041 ergab sich Břetislav und musste sich im Oktober in [[Regensburg]] dem Kaiser unterwerfen. Die Bedingungen, die Břetislav erfüllen musste, waren vergleichsweise milde: Die Gebeine des heiligen Adalbert durften in Prag bleiben, Břetislav behielt Schlesien und Mähren, letzteres sogar als offizielles Lehen, das ab diesem Zeitpunkt nahezu unangefochten im böhmischen Staatsverband blieb. Im Gegenzug musste Břetislav jedoch an Polen eine Entschädigung zahlen, Gefangene freilassen und Geiseln stellen. Ein Grund für die milde Behandlung dürften Umwälzungen in Ungarn gewesen sein, bei denen der reichsfreundliche König [[Peter Orseolo]] vertrieben worden war. Heinrich III. brauchte Böhmen als Pufferzone gegen Ungarn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einigung mit Polen ===&lt;br /&gt;
Břetislav kam in den folgenden Jahren seinen Verpflichtungen als [[Vasall]] des Kaisers nach. Im Sommer 1042 nahm er an einem Feldzug Heinrichs gegen die [[Ungarn]] teil. Der nach dem Sieg eingesetzte neue ungarische König konnte sich allerdings nicht lange halten. 1050 scheint es zu erneuten Konflikten mit Polen gekommen zu sein, in deren Verlauf der polnische König [[Kasimir I. (Polen)|Kasimir I.]] einen Teil des 1041 Böhmen zugesprochenen Landes wieder in seinen Besitz bringen konnte. 1044 und 1051 war Břetislav an weiteren Feldzügen nach Ungarn beteiligt. Den dritten Feldzug 1054 bereitete er mit vor, nahm aber nicht mehr an ihm teil. Noch zu Lebzeiten Břetislavs versuchte Heinrich, den andauernden Streit zwischen den Vasallenreichen Polen und Böhmen zu schlichten. Während des Pfingstfestes 1053 setzte Heinrich in [[Quedlinburg]] durch, dass [[Breslau]] und andere Burgen an Polen zurückgegeben wurden. Polen musste dafür an Böhmen jährliche Abgaben leisten. Die genaueren Bedingungen dieses Abkommens sind unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch organisierte Břetislav Böhmen neu und baute eine Verwaltung auf, die sich an den Burgbezirken orientierte, ordnete das Münzwesen und erließ zahlreiche Gesetze, unter anderem eine Erbfolgeordnung, mit der das Prinzip des [[Seniorat]]s eingeführt wurde. Břetislav bestimmte seinen ältesten Sohn [[Spytihněv II. (Böhmen)|Spytihněv]] zum Nachfolger, die jüngeren Söhne [[Vratislav II.|Vratislav]], [[Konrad I. (Böhmen)|Konrad]] und [[Otto I. (Mähren)|Otto]] erhielten Teilfürstentümer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Břetislav starb am 10. Januar 1055 bei einem Besuch im ostböhmischen [[Chrudim]]. Sein Leichnam wurde im Prager [[Veitsdom]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{ADB|3|317|318|Bretislav I.|[[Gottlieb Biermann (Historiker)|Gottlieb Biermann]]|ADB:Bretislav I.}}&lt;br /&gt;
* Barbara Krzemieńska: &amp;#039;&amp;#039;Břetislav I. Čechy a střední Evropa v prvé polovině XI. století&amp;#039;&amp;#039;. garamond, edice Historica, 1999, ISBN 80-901760-7-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bretislaus I, Duke of Bohemia|Břetislav I.}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://141.84.81.24/etc/dokumente/a083215.pdf | wayback=20070927043916 | text=Aufsatz von 1870 zum Böhmenfeldzug 1039–1041}} [[PDF]] (1,63 MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.brno.cz/index.php?lan=de&amp;amp;nav01=2222&amp;amp;nav02=2220&amp;amp;nav03=2447&amp;amp;idosobnosti=66 Kurzvita auf der offiziellen Seite von Brünn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste|VORGÄNGER=[[Jaromír (Böhmen)|Jaromír]]|NACHFOLGER=[[Spytihněv II. (Böhmen)|Spytihněv II.]]|AMT=[[Liste der böhmischen Herrscher|Herzog von Böhmen]]|ZEIT=1035–1055}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12252943X|LCCN=n80045450|NDL=|VIAF=37802178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bretislav 01}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Böhmischer Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzog (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Přemyslide]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 11. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1055]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Břetislav I.&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=böhmischer Fürst; Herrscher über das böhmische Fürstentum Prag&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1005&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. Januar 1055&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Chrudim]], [[Ostböhmen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>131.188.3.226</name></author>
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