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	<title>Axel Oxenstierna - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wikijunkie: Klammer-WL ersetzt mit AWB</title>
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		<updated>2026-01-17T23:31:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammer-WL ersetzt mit &lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:AWB&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;Wikipedia:AWB&quot;&gt;AWB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Axel Oxenstierna 1635.jpg|mini|Axel Oxenstierna (1635) [[Datei:Autograf, Axel Oxenstierna, Nordisk familjebok.png|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
Graf (Greve) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Axel Gustafsson Oxenstierna af Södermöre&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Oxenstjerna&amp;#039;&amp;#039;, schwedische Aussprache: ʊksɛnˌɧæːɳa) {{Audio|sv-Axel Oxenstierna.ogg|Aussprache}} (* [[16. Juni]] [[1583]] auf Gut [[Fånö]] bei [[Bålsta]]; †&amp;amp;nbsp;[[28.&amp;amp;nbsp;August]] [[1654]] in [[Stockholm]]) war schwedischer [[Kanzler (Mittelalter)|Reichskanzler]] vor, während und nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], von 1612 bis zu seinem Tod 1654.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem [[Gustav II. Adolf|König Gustav Adolf]] 1632 gefallen war, führte Oxenstierna für dessen unmündige Tochter [[Christina (Schweden)|Christina]] als Vormund die Regierungsgeschäfte. Die schwedische Verwaltung reformierte er. Die lange Dauer des Krieges war, neben der Unnachgiebigkeit der Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] und [[Ferdinand III. (HRR)|Ferdinand III.]] in Religionsfragen, vor allem eine Folge seiner Entscheidungen. Letztlich konnte er territoriale Gewinne in Deutschland und auch gegen Dänemark durchsetzen und Schwedens Großmachtstellung im Ostseeraum sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Axel Oxenstierna war der Sohn des Freiherrn [[Gustaf Gabrielsson Oxenstierna (1551–1597)|Gustaf Gabrielsson Oxenstierna]] (1551–1597) und dessen Ehefrau Barbro Axelsdotter [[Bielke (Adelsgeschlecht)|Bielke]] (1556–1624). Er entstammte dem alten [[Schwedischer Adel|schwedischen Adels]]&amp;amp;shy;geschlecht [[Oxenstierna (Adelsgeschlecht)|Oxenstierna]] aus [[Småland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 16 Jahren [[immatrikuliert]]e sich Oxenstierna 1599 zusammen mit seinen Brüdern an der [[Universität Rostock]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://purl.uni-rostock.de/matrikel/100046294 Immatrikulation von Axel Oxenstierna] im [[Rostocker Matrikelportal]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Folgejahr wechselte er nach [[Universität Wittenberg|Wittenberg]] und 1601 nach [[Collegium Jenense|Jena]]. Dort studierte er bis 1603.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Studium wurde er 1603 zum Kammerjunker von König [[Karl IX. (Schweden)|Karl&amp;amp;nbsp;IX.]] von [[Schweden]] berufen und im Jahre 1606 in diplomatischer Mission nach [[Mecklenburg]] gesandt; es war die erste von vielen noch folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Juni 1608 heiratete er Anna Åkesdotter (Bååt). Mit ihr hatte er die Söhne [[Erik Axelsson Oxenstierna]] und [[Johan Axelsson Oxenstierna]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1609 wurde Oxenstierna in den [[Reichsrat (Schweden)|Reichsrat]] berufen und 1611 bestimmte ihn [[Gustav II. Adolf|König Gustav Adolf]] zum Mitglied des [[Regentschaftsrat]]es. 1610 ging er nach [[Kopenhagen]], um einen Krieg mit [[Dänemark]] zu verhindern, war aber nicht erfolgreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kanzlerschaft ===&lt;br /&gt;
Am 6. Januar 1612 wurde er zum Reichskanzler ernannt und seine Organisation und Kontrolle machte sich in jedem Teil der Administration positiv bemerkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am [[Frieden von Knäred]] (zwischen Dänemark und Schweden) vom 20. Januar 1613 war Oxenstierna maßgeblich beteiligt. Die Kronländer [[Livland]] und [[Finnland]] verwaltete Oxenstierna in den Jahren 1614 und 1616 für seinen König quasi als Vize-Regent. [[Estland]] hatte sich schon 1584 als &amp;#039;&amp;#039;Fürstentum Ehsten&amp;#039;&amp;#039; der schwedischen Herrschaft unterstellt, mit dem [[Vertrag von Altmark]] von 1629 verlor Polen-Litauen Livland an Schweden. Den [[Frieden von Stolbowo|Friedensvertrag von Stolbowo]], der am 9. März 1617 den Krieg zwischen Schweden und Russland beendete, schuf er ebenfalls mit Bravour.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1620 leitete Oxenstierna die Delegation nach [[Berlin]], welche den Heiratskontrakt zwischen Gustav Adolf und [[Maria Eleonora von Brandenburg]] ausarbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diplomat und Stratege im Dreißigjährigen Krieg ===&lt;br /&gt;
1622 avancierte Oxenstierna zum Statthalter von [[Riga]], das Gustav Adolf im Vorjahr erobert hatte. Für seine Dienste, welche dem König inzwischen unentbehrlich waren, erhielt er u.&amp;amp;nbsp;a. das [[Bistum Livonien#Das Bistum Livonien mit Sitz in Wenden|Bistum Wenden]]. 1623 verhinderte Oxenstierna einen Bruch mit Dänemark. Durch eine gemeinsame Besetzung von [[Stralsund]] konnte die Stadt vor den kaiserlichen Truppen geschützt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1626 wurde er zum Gouverneur der eroberten Gebiete in Preußen berufen. Als solcher verhandelte er 1629 – unter Vermittlung Frankreichs – den [[Waffenstillstand von Altmark]]. Im [[Vertrag von Bärwalde]] schloss Schweden im Januar 1631 ein Bündnis mit Frankreich. Nach der [[Schlacht bei Breitenfeld (1631)|Schlacht bei Breitenfeld]] am 7.&amp;amp;nbsp;September 1631 wurde  Oxenstierna zum schwedischen Bevollmächtigten am Rhein ernannt, mit sehr weit reichenden Befugnissen. Seine Ernennungsurkunde erreichte ihn Anfang 1632.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. November 1632 fiel König [[Gustav II. Adolf|Gustav Adolf]] in der [[Schlacht bei Lützen]], Nachfolgerin wurde seine knapp sechsjährige Tochter [[Christina (Schweden)|Christina I.]] Ab sofort übernahm Oxenstierna die politische Führung. Den militärischen Oberbefehl teilten sich Herzog [[Bernhard von Sachsen-Weimar]] und [[Gustaf Horn|Gustav Graf Horn]], Oxenstiernas Schwiegersohn. Die Schweden beschlossen, den Krieg auch ohne den König weiterzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Folgen der &amp;#039;&amp;#039;Schlacht bei Nördlingen&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
[[Datei:HeilbronnerKonvent1633.jpg|mini|Axel Oxenstierna bei Verhandlungen mit Vertretern des [[Heilbronner Bund]]es 1633, [[Kolorieren|kolorierte]] [[Lithographie]] um 1842, nach einem [[Kupferstich]] aus der Zeit]]&lt;br /&gt;
Am 23. April 1633 schloss Oxenstierna zwischen Schweden und den fränkischen, schwäbischen und rheinischen Ständen den [[Heilbronner Bund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem Herbst 1633 drängte Oxenstierna den Fürsten [[Ludwig I. (Anhalt-Köthen)|Ludwig&amp;amp;nbsp;I. von Anhalt-Köthen]], vom Amt des schwedischen Statthalters der Stifte [[Halberstadt]] und [[Magdeburg]] zurückzutreten. Trotzdem nahm ihn der Fürst im Februar 1634 in die &amp;#039;&amp;#039;[[Fruchtbringende Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039; auf. Die Aufnahme erfolgte beim [[Halberstädter Konvent]] des Niedersächsischen Kreises zusammen mit anderen Konvent-Teilnehmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Schlacht bei Nördlingen]] am 6.&amp;amp;nbsp;September 1634 mussten die Protestanten unter Bernhard von Sachsen-Weimar und Gustaf Horn eine schwere Niederlage hinnehmen. Das protestantische [[Kurfürstentum Sachsen]], dessen Kurfürst [[Johann Georg I. (Sachsen)|Johann Georg I.]] lange neutral geblieben war und sich erst 1631 nach der [[Magdeburger Hochzeit|Zerstörung Magdeburgs]] und einem Einfall kaiserlicher Truppen unter [[Johann T’Serclaes von Tilly|General Tilly]] in Sachsen auf die Seite Gustav Adolfs geschlagen hatte, nutzte die Gelegenheit, aus dem Bündnis wieder auszuscheren. Er und in der Folge viele andere protestantische Mächte schlossen nun den [[Prager Frieden (1635)|Prager Frieden]] von 1635 mit Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] und der [[Katholische Liga (1609)|katholischen Liga]]; der Heilbronner Bund löste sich wieder auf. Nur [[Bernhard von Sachsen-Weimar]] und [[Wilhelm V. (Hessen-Kassel)|Wilhelm V. von Hessen-Kassel]] blieben an der Seite Schwedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein allgemeiner Frieden in Deutschland war aber nicht die Folge, weil Oxenstierna sich nicht nach Schweden zurückziehen wollte, sondern beschloss, den Krieg mit der Unterstützung Frankreichs weiterzuführen, um eine Habsburgische Hegemonie in Europa und gar im von Schweden beherrschten Ostseeraum zu verhindern. 1636 bekräftigte Schweden daher sein Bündnis mit Frankreich in Wismar, musste allerdings den Franzosen ein gleichberechtigtes Entscheidungsrecht einräumen; Oxenstierna misstraute zwar dem [[Kardinal Richelieu]], blieb aber auf ihn als mächtigsten Bundesgenossen angewiesen. Oxenstierna erklärte die Fortführung des Krieges so: „Hätte seine verstorbene Majestät sich nicht mit seiner Armee nach Deutschland begeben, besäße der Kaiser heute eine Flotte auf diesen Meeren... die gesamte Küste wäre an ihn gefallen und wir hier in Schweden hätten uns nicht einer einzigen Minute der Sicherheit erfreut.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. nach Georges Pagès, &amp;#039;&amp;#039;The Thirty Years War: 1618–1648&amp;#039;&amp;#039;, ins Engl. übers. v. David Maland und John Hooper, New York, 1939, 131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politik in Schweden ===&lt;br /&gt;
1636 nach Schweden zurückgekehrt, übernahm Oxenstierna die Vormundschaft für Königin Christina und verbannte deren als verantwortungslos geltende Mutter [[Maria Eleonora von Brandenburg|Maria Eleonora]] auf [[Schloss Gripsholm]], bis sie 1640 nach Dänemark floh. Das negative Bild einer hysterischen, depressiven und verschwenderischen Königinwitwe war allerdings zu erheblichen Teilen interessegeleitet, da weder Oxenstierna noch der Reichsrat sie – wie es üblich gewesen wäre – an der Regierung beteiligen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;Moa Matthis: &amp;#039;&amp;#039;Maria Eleonora: drottningen som sa nej (Die Königin die Nein gesagt hat).&amp;#039;&amp;#039; Bonniers 2010, ISBN 978-91-0-011354-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Christina wuchs nun im Hause ihrer Tante [[Katharina Wasa (1584–1638)|Katharina von Schweden]] und deren Gemahls [[Johann Kasimir (Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg)|Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken]] heran, zusammen mit deren Kindern. Oxenstierna leitete fortan die gesamte Innen- und Außenpolitik. Es stärkte seine Position, dass der schwedische Feldmarschall [[Johan Banér|Banér]] im Herbst 1636 gegen eine Übermacht von Kaiserlichen und Sachsen die [[Schlacht bei Wittstock]] gewann. 1638 verpflichtete sich Schweden in Hamburg gegenüber Frankreich zur Fortführung des Krieges, gegen eine jährliche Zahlung von einer Million Talern. 13 Jahre dauerten die folgenden, als „Französisch-Schwedischer Krieg“ bezeichneten Kämpfe auf deutschem Boden noch an, ohne dass es eine entscheidende Schlacht und einen militärischen Sieger gegeben hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1643 beschloss der [[Reichsrat (Schweden)|Reichsrat]] unter dem Einfluss Oxenstiernas parallel den Beginn des [[Torstenssonkrieg]]es gegen Dänemark. Schwedische Truppen unter dem Kommando von [[Lennart Torstensson|Torstensson]] und Horn rückten in Jütland und Schonen ein; im folgenden Jahr gewannen die Schweden mit der Seeschlacht im [[Fehmarnbelt]] den Krieg. Mit dem [[Frieden von Brömsebro]] beendete ihn Oxenstierna 1645 und gewann eine Reihe von Inseln hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr wurde er zum Kanzler der [[Universität Uppsala]] berufen. Oxenstierna war für wissenschaftliche Fragen und Neuerungen immer offen. Er gründete fünf Gymnasien und interessierte sich sehr für die Reformen von [[Wolfgang Ratke]]. [[Hugo Grotius]] ernannte er zum schwedischen Gesandten in [[Paris]] und es verband ihn ein längerer Briefwechsel mit diesem Wissenschaftler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1644 übernahm Königin Christina als Achtzehnjährige die Regierungsgewalt und Oxenstiernas Regentschaft als Vormund endete; er blieb jedoch im Amt als Reichskanzler. Die junge Königin, unter dem Einfluss ihres Ziehvaters Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken, traf nun allerdings auch eigene Entscheidungen, gegen Oxenstiernas Rat. 1647 ernannte sie ihren Vetter [[Karl X. Gustav|Karl Gustav]] von Pfalz-Zweibrücken zum Generalissimus der schwedischen Truppen in Deutschland und signalisierte gleichzeitig ihre Absicht, ihn zu heiraten, wovon sie später aber wieder Abstand nahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1643 verhandelten die kriegführenden Parteien – das Reich, Frankreich und Schweden – in Münster und Osnabrück über einen möglichen Friedensschluss. Zum Friedenskongress, der schließlich den [[Westfälischer Frieden|Westfälischen Frieden]] von 1648 aushandelte, schickte Oxenstierna seinen Sohn [[Johan Axelsson Oxenstierna]] und den Legaten [[Johan Adler Salvius]]. Die Verträge sicherten die schwedische Großmachtstellung im Ostseeraum und brachten Schweden die Herrschaft über [[Schwedisch-Pommern|Schwedisch-Vorpommern]] einschließlich der Inseln [[Rügen]], [[Usedom]] und [[Wolin|Wollin]], die Stadt [[Wismar]] mit den Ämtern [[Poel]] und [[Neukloster]] vom Herzogtum [[Mecklenburg]], das Hamburger Domkapitel, das Erzstift [[Bistum Bremen|Bremen]] und das Hochstift [[Bistum Verden|Verden]]. Diese Gebiete blieben deutsche [[Reichslehen]] und verschafften Schweden Sitze und Stimmen im [[Reichstag (Heiliges Römisches Reich)|Reichstag]] des Heiligen Römischen Reiches. Außerdem erhielt Schweden eine Kriegsentschädigung von 5&amp;amp;nbsp;Millionen [[Taler]]n. Dafür zog es seine Truppen aus den übrigen Teilen des Reiches und von der ostpreußischen Küste ab. Es behielt Estland und Livland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oxenstiernas Verwaltungsreformen ===&lt;br /&gt;
Oxenstierna nahm zwar an dem Kriegszug Gustav Adolfs in Deutschland zeitweise teil, führte jedoch keine Schlachten. Dies tat der König selbst als Militärexperte, später seine Generäle, denen Oxenstierna weitgehend freie Hand ließ, solange sie seine großen strategischen Vorgaben einhielten. Ebenso erfolgreich war er als Verwaltungsexperte: Er erstellte eine neue Gerichtsordnung (1614) und eine neue Reichstagsordnung (1616). Gegen alle Widerstände begann er 1617 das schwedische Heer zu reformieren und 1618 führte er mit Erfolg eine neue Kammerverwaltung ein. 1622 wurde eine neue [[Ritterhaus]]ordnung erlassen, die die Rechte der Adelskammer stärkte (im Gegenzug erhob Gustav Adolf viele seiner treuen Beamten in den Adel), im selben Jahr auch eine neue Kanzleiordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große Verdienste erwarb sich Oxenstierna zudem um die Entwicklung des Postwesens in Schweden. Bereits 1620 organisierte er einen regelmäßigen Postbetrieb zwischen Stockholm und dem schwedischen Postamt in Hamburg, dessen Route über den schwedischen Grenzposten [[Markaryd]] durch Dänemark führte. Der einzige [[Bote|Kurierwechsel]] erfolgte anfangs in Markaryd und ab 1658, nach dem Erwerb von [[Schonen]], am Grenzposten [[Helsingör]]. Private Post war auf dieser Strecke zur Beförderung nicht zugelassen. Der Postdienst diente rein staatlichen Interessen Schwedens und war im Dreißigjährigen Krieg von hoher Bedeutung, da die schwedischen Militärs so über eine relativ gute Kommunikationsanbindung in die Heimat verfügten. 1636 wurde unter Oxenstierna das staatlich organisierte öffentliche Postwesen in Schweden begründet. Als Boten wurden Bauern verpflichtet, deren Höfe an den Postrouten lagen und die als Gegenleistung Steuererleichterungen bekamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abdankung Königin Christinas ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Axel Oxenstierna.jpg|mini|Axel Oxenstierna]]&lt;br /&gt;
Als Königin Christina 1651, kurz nach ihrer offiziellen Krönung, Oxenstierna ihre Absicht kundgab, dem Thron zu entsagen, überredete er sie, davon Abstand zu nehmen, weil er ihrem Cousin und Thronerben [[Karl X. Gustav|Karl Gustav]] misstraute. Dessen Vater Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken gehörte zu Oxenstiernas Rivalen und scharte seine Gegner um sich. Außerdem hielt der Kanzler den jungen Prinzen für einen unreifen Abenteurer.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunnar Wetterberg, &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Den mäktige Oxenstierna&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, Populär Historia, 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Jahre später änderte er aber seine Meinung über den Prinzen, auch war dessen Vater inzwischen gestorben und Oxenstiernas Verhältnis zu Christina stark abgekühlt. Sie zog sich immer mehr ins Privatleben zurück, nachdem sie sich zuvor – nach Oxenstiernas Ansicht unvorteilhaft – in die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden eingemischt hatte, bei denen er gern noch mehr für Schweden herausgeholt hätte. Als sie im Februar 1654 erneut ihre Absicht abzudanken kundtat, gegenüber dem Reichsrat und dem [[Schwedischer Ständereichstag|Ständereichstag]], antwortete er ihr zwar, sie werde das innerhalb weniger Monate bereuen, setzte ihr aber keinen Widerstand mehr entgegen. Er verhandelte vielmehr die Konditionen ihrer künftigen Versorgung und ermöglichte auf dem [[Reichstag (Schweden)|Reichstag]] am 16. Juni 1654 im [[Schloss Uppsala]] den Thronwechsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Monate später starb Graf Axel Gustafsson Oxenstierna af Södermöre am 7. September 1654 mit 71 Jahren in Stockholm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Oxenstiernska mars 2007.JPG|mini|hochkant=0.8|Torso von [[Axel Oxenstiernas Palast]] in der Stockholmer Altstadt]]&lt;br /&gt;
Er heiratete am 5. Juni 1608  Anna Åkesdotter (Bååt) († 23. Juni 1649). Das Paar hatte mehrere Kinder:&lt;br /&gt;
* [[Johan Axelsson Oxenstierna|Johan]] (* 24. Juni 1611; † 5. Dezember 1657)&lt;br /&gt;
: ⚭ 1636 Anna Sture (1614–1646)&lt;br /&gt;
: ⚭ 1648 Margaretha Brahe (1603–1669)&lt;br /&gt;
* Catharina (* 1612; † 25. Juni 1661) ⚭ 1640 Johan Kruse (1615–1645) Herr von Harviala&lt;br /&gt;
* Christine (* 1612; † 8. August 1631) ⚭ 1628 [[Gustaf Horn]] von Björneborg (1592–1657), Graf von Pori&lt;br /&gt;
* [[Erik Axelsson Oxenstierna|Erik]] (* 13. Februar 1624; † 23. Oktober 1656) ⚭ 1648 Elisabeth Brahe (1632–1689)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jörg P. Findeisen: &amp;#039;&amp;#039;Axel Oxenstierna, Architekt der schwedischen Großmacht-Ära und Sieger des dreißigjährigen Krieges&amp;#039;&amp;#039;. Katz, Gernsbach 2007, ISBN 978-3-938047-24-8.&lt;br /&gt;
* Sigmund W. Goetze: &amp;#039;&amp;#039;Die Politik des schwedischen Reichskanzlers Axel Oxenstierna gegenüber Kaiser und Reich&amp;#039;&amp;#039;. Mühlau, Kiel 1971 (zugl. Dissertation, Universität Kiel 1971).&lt;br /&gt;
* Alexander Zirr: &amp;#039;&amp;#039;Axel Oxenstierna – Schwedens Reichskanzler während des Dreißigjährigen Krieges&amp;#039;&amp;#039;. Meine Verlag, Leipzig 2008, ISBN 978-3-9811859-7-3.&lt;br /&gt;
* {{SvensktBioHandlexikon |Lemma= |Band=2 |Seite=252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{VerzDtDrucke|VD=17|PPN=004056906}}&lt;br /&gt;
* {{LBMV PPN|568626451}}&lt;br /&gt;
* [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Oxenstierna_af_S%C3%B6derm%C3%B6re_nr_4 Eintrag] im &amp;#039;&amp;#039;adelsvapen&amp;#039;&amp;#039;-Wiki&lt;br /&gt;
* [https://ir.uiowa.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1023&amp;amp;context=honors_theses The Uncrowned King: Axel Oxenstierna and Sweden&amp;#039;s Rise to Power During the Thirty Years War] von Forest R. Johnson III, University of Iowa, 2016 (eng.)&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article223795096/Axel-Oxenstierna-Schwedens-ewiger-Kanzler.html Der Schwede, der die Verwüstung Deutschlands betrieb]&lt;br /&gt;
* [[Heiner Wember]]: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-axel-oxenstierna-102.html &amp;#039;&amp;#039;16. Juni 1583 – Geburtstag des schwedischen Politikers Axel Oxenstierna&amp;#039;&amp;#039;] [[WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 16. Juni 2023. (Podcast, verfügbar bis 16. Juni 2099.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118738925|LCCN=n83015209|VIAF=69254716}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Oxenstierna, Axel}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsrat (Schweden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Graf (Schweden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Torstenssonkrieg (Schweden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gustav II. Adolf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Oxenstierna|Axel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwede]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1583]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1654]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Oxenstierna, Axel&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Oxenstierna af Södermöre, Axel Gustafsson&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=schwedischer Kanzler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. Juni 1583&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=auf Fånö bei [[Uppsala]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. August 1654&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stockholm]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wikijunkie</name></author>
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