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	<title>Autoritarismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo</title>
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		<updated>2026-01-05T06:11:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit der staatlichen Herrschaftsform, zum soziologischen Begriff siehe [[Autoritärer Charakter]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Economist Intelligence Unit Democracy Index 2024.svg|mini|hochkant=1.9|Herrschaftsform nach Land gemäß [[Demokratieindex (The Economist)|Demokratieindex]] für das Jahr 2024:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|{{Farbindex|240011|}}{{Farbindex|66000f|}}{{Farbindex|a8261f|}}{{Farbindex|da820f|&amp;lt;br /&amp;gt;Autoritarismus}}&lt;br /&gt;
|{{Farbindex|fad45d|}}{{Farbindex|f9f8bb|&amp;lt;br /&amp;gt;Mischform}}&lt;br /&gt;
|{{Farbindex|c3eded|}}{{Farbindex|6bd2df|}}{{Farbindex|2f5cd5|}}{{Farbindex|0c3091|&amp;lt;br /&amp;gt;[[Demokratie]]}}&lt;br /&gt;
|}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Autoritarismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|auctoritas}} ‚Einfluss‘, ‚Geltung‘, ‚Macht‘) ist eine [[Herrschaftsform]], bei der im Unterschied zur [[Demokratie]] die politische [[Macht]] nicht bei der gesamten Bevölkerung liegt, sondern bei einer oder wenigen Personen. Die Bürger eines autoritär regierten [[Staat]]es haben also keine Möglichkeit, durch freie [[Wahl]]en die [[Regierung]] nach ihrem Wunsch zu ändern. In der Regel kommt es unter der Herrschaft von autoritären Regimen auch deutlich häufiger als in Demokratien zu Verletzungen der [[Menschenrechte]], bspw. durch die [[Politischer Gefangener|Inhaftierung politischer Gegner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein umgangssprachliches Synonym ist [[Diktatur]], dieser Begriff wird in der [[Politikwissenschaft]] allerdings nicht verwendet, da er nicht eindeutig definiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derzeit lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung in mehr oder weniger autoritären Systemen. Der größte eindeutig autoritäre Staat ist [[Volksrepublik China|China]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Extremform des Autoritarismus gilt der [[Totalitarismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale und politische Basis autoritärer Systeme ==&lt;br /&gt;
Autoritäre Systeme werden von bestimmten sozialen Kräften einer Gesellschaft getragen. Diese bilden gegebenenfalls ihre [[Oligarchie|oligarchische]] Machtbasis. Diese sozialen Kräfte können in z.&amp;amp;nbsp;B. zivile und militärische Kräfte unterteilt werden. Das heißt, autoritäre Staaten können zivil, militärisch, [[Volksstamm|tribal]], religiös oder bürokratisch usw. gestützt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Legitimationsmuster autoritärer Systeme ==&lt;br /&gt;
[[Max Weber]] beschreibt drei Formen der [[Herrschaft#Max Webers Begriffsdefinition|Legitimation]]: [[tradition]]elle, [[charisma]]tische und rationale Legitimität. In Bezug auf autoritäre Systeme sind nur die traditionelle und charismatische Legitimität von Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell bedeutet nach Max Weber: „die Autorität des ewig Gestrigen: der durch unvordenkliche Geltung und gewohnheitsmäßige Einstellung auf ihre Innehaltung geheiligter Sitten“ – dieses Legitimationsmuster trifft vor allem auf autoritäre Staaten zu, in denen die Religion als Legitimation für den Herrschenden gilt und das Politische nicht vom Sakralen getrennt ist. Beispiele hierfür sind [[Saudi-Arabien]] und der [[Iran]], wobei Anklänge an dieses Muster auch in Teilen der westlichen Welt (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Bible Belt]]), wenn auch mit beschränktem Einfluss, vorzufinden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charismatisch bedeutet nach Max Weber: „aus Begeisterung oder Not und Hoffnung geborene, gläubige, ganz persönliche Hingabe“ – dieses Legitimationsmuster trifft vor allem auf Länder zu, in denen ein politischer [[Führer]] Anerkennung in der Bevölkerung erworben und seine Herrschaft in einem autoritären System verankert hat. Als ein Beispiel hierfür kann [[Kuba]] unter [[Fidel Castro]] angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strukturmuster der politischen Macht ==&lt;br /&gt;
In autoritären Systemen ist die [[Macht]] in der Regel zentralisiert. Die meisten modernen autoritären Staaten sind [[Scheindemokratie]]n, da laut [[Verfassung]] häufig formal demokratische Strukturen vorgeschrieben sind, diese allerdings nicht wirklich bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man Industrie- und Entwicklungsländer, kann ein höheres Maß an Personalisierung des Politischen festgestellt werden. Als personalistisch bezeichnet man eine Führung dann, wenn sie in einer Person konzentriert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehung zwischen Machthabern und Herrschaftsunterworfenen ==&lt;br /&gt;
Das wesentliche Element im Verhältnis von Machthabern und Machtunterworfenen ist die [[Gewalt]] „von oben“, meist in Form einer [[Geheimpolizei]], deren Zweck darin besteht, die politische Macht der herrschenden Klasse zu schützen und jegliche Form der [[Opposition (Politik)|Opposition]] zu unterdrücken. Die [[politische Partizipation]] wird von den Machthabern entweder unterbunden oder gesteuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommunikationsforscherin Sarah Oats bezeichnete die Rolle der [[Massenmedien]] als einen kritischen Faktor beim Abgleiten eines Staates in den Autoritarismus.&amp;lt;ref&amp;gt;Professor of Political Communication Sarah Oates: &amp;#039;&amp;#039;Television, Democracy and Elections in Russia.&amp;#039;&amp;#039; BASEES/Routledge Series on Russian and East European Studies, Routledge, 2006, ISBN 978-1-134-17847-6, S. 149: {{&amp;quot;|… mass media are critical factors in halting the slide in authoritarianism}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Stabilisierung eines etablierten Regimes können die verschiedenen Strategien [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]], [[Selbstzensur]] oder [[Propaganda]] verfolgt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Heberer, Gunter Schubert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Regime Legitimacy in Contemporary China: Institutional Change and Stability.&amp;#039;&amp;#039; Routledge Contemporary China Series, Routledge, 2008, ISBN 978-1-134-03630-1, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Kontrolle der großen Medien sei es nach dem Politikwissenschaftler Stephen K. Wegren annähernd ausgeschlossen, dass Medien eine [[Debatte#Politische Debatten in den Massenmedien|Debatte]] auslösen können, wie dies eine Funktion von Medien in offenen politischen Systemen der Fall sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen K. Wegren: &amp;#039;&amp;#039;Putin&amp;#039;s Russia: Past Imperfect, Future Uncertain.&amp;#039;&amp;#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, 6. Ausgabe 2015, ISBN 978-1-4422-3919-7, S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der stärker werdenden Popularität [[Rechtspopulismus|rechtspopulistischer]] Parteien sprechen Medien in den 2010er Jahren von einer Krise des [[Liberalismus]]. So hebt etwa der Journalist [[Thomas Assheuer]] hervor, dass der Soziologe Ralf Dahrendorf bereits in den 1990er Jahren voraussagte, dass die [[Globalisierung]] „eher autoritären als demokratischen Verfassungen Vorschub leisten“ werde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas Assheuer |url=https://www.zeit.de/2016/23/krise-liberalismus-donald-trump-kapitalismus-patriotismus-rechtspopulismus/komplettansicht |titel=Krise des Liberalismus: Ein autoritäres Angebot |hrsg=Zeit online |datum=2016-05-27 |abruf=2017-03-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutsche Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] warnte 2017 mehrmals – in seiner Antrittsrede vor dem Bundestag, bei seinem ersten Auslandsbesuch in Frankreich sowie bei seiner ersten Rede im Europaparlament – vor einer neuen „Faszination des Autoritären“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas Kirchner |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/europaeische-union-die-uebergrosse-mehrheit-der-deutschen-will-europa-1.3450645 |titel=Europäische Union: „Die übergroße Mehrheit der Deutschen will Europa“ |hrsg=sueddeutsche.de |datum=2017-04-04 |abruf=2017-04-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/besuch-frankreich-frank-walter-steinmeier-paris |titel=Besuch in Frankreich: Steinmeier warnt vor „Faszination des Autoritären“ |hrsg=Zeit online |datum=2017-03-30 |abruf=2017-04-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herausgeber der [[Berliner Zeitung]] [[Michael Maier (Journalist)|Michael Maier]] nannte wesentliche Kennzeichen, die autoritäre Systeme von einer auf Gewaltenteilung basierenden freiheitlichen Demokratie unterscheiden: „Autoritäre Systeme können über Nacht Maßnahmen verordnen. Sie können die Bürgerrechte nach Belieben einschränken. [[Polizeistaat|Polizei-]] und [[Überwachungsstaat]] ersticken Widerstand im Keim. Andersdenkende oder Kritiker werden mundtot gemacht, verschwinden von der Bildfläche – über Nacht. [[Denunziation]] ist der Kitt, der Unrechtssysteme im Innersten zusammenhält. Bürokratische Schikanen nötigen die Bürger zum Wohlverhalten. Um sich selbst nicht zu gefährden, misstrauen die Bürger einander und verraten sich gegenseitig. Mitbestimmung, Expertise und Parlamentarismus werden als Fassaden aufrechterhalten. Eine unabhängige Justiz gibt es nicht. Zensur findet statt. Die Würde des Menschen ist eine Frage von [[Gunst]] und [[Willkür (Recht)|Willkür]]. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Entscheidung über Krieg und Frieden ist den Interessen von kleinen Cliquen untergeordnet. Die Macht der Herrschenden ist unantastbar. Der Wille der Machthaber ist unberechenbar. Die Missachtung von kleinsten Vorschriften kann gravierende Folgen haben. Die Vorschriften ändern sich oft über Nacht, manchmal sogar im Nachhinein.“ Er betonte, es sei in Europa „viel zu verlieren“ und sprach von einer Belastungsprobe des europäischen Systems, welches – im Zuge einer schleichenden „globalen Angleichung“ – zunehmend Symptome einer „Anarchie von oben“ zeige.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michael Maier |url=https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/anarchie-von-oben-li.174866 |titel=Anarchie von oben |werk=berliner-zeitung.de |datum=2021-08-03 |abruf=2021-08-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typologie autoritärer Regime nach Juan J. Linz ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Engelbert Dollfuss.png|mini|hochkant|[[Engelbert Dollfuß]]’ Diktatur in Österreich enthielt eine Vielzahl von autoritären Elementen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franco0001.PNG|mini|hochkant|[[Francisco Franco]], Diktator Spaniens von 1936 bis 1975 und einer der letzten autoritären Diktatoren in Europa]]&lt;br /&gt;
Folgende Typen autoritärer Regime wurden von &amp;#039;&amp;#039;[[Juan J. Linz]]&amp;#039;&amp;#039; systematisiert. Sie sind [[Idealtypus|idealtypisch]] und nur selten deckungsgleich mit real existierenden Regimen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürokratisch-militärisches Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* keine mobilisierungsfähige Partei&lt;br /&gt;
* Führung: a-charismatische Militärs&lt;br /&gt;
* Mentalität pragmatisch&lt;br /&gt;
Dieser Typ folgt meist auf ein liberal-demokratisches System, das über keine Systemloyalitäten oder keine stabile Regierung verfügt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Militärdiktatur]]en in [[Lateinamerika]] 1960er bis 1990er&lt;br /&gt;
* [[Union Myanmar]]&lt;br /&gt;
* [[Thailand]]&lt;br /&gt;
* [[Pakistan]]&lt;br /&gt;
* [[Ägypten]]&lt;br /&gt;
* [[Fidschi]]&lt;br /&gt;
* [[Türkei]] ([[Militärputsch in der Türkei 1960|1960–1961]]), ([[Militärputsch in der Türkei 1971|1971–1973]]), ([[Militärputsch in der Türkei 1980|1980–1983]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autoritärer Korporativismus ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* vom Staat verfügte Prozedur der Interessenrepräsentation&lt;br /&gt;
* zwangsadministrative Begrenzung innergesellschaftlicher Konflikte&lt;br /&gt;
Ideologische Alternative für Gesellschaften, die infolge ihrer ökonomischen und sozialen Komplexität nicht allein mit technokratisch-autoritären Mitteln regiert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Austrofaschismus]] in [[Ständestaat (Österreich)|Österreich]] (1934–1938)&lt;br /&gt;
* [[Estado Novo (Portugal)|Estado Novo]] in [[Portugal]] (1933–1974)&lt;br /&gt;
* [[Miklós Horthy|Horthy]]-[[Königreich Ungarn|Ungarn]] (1919/1920–1944)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilisierende autoritäre Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* emotionale Legitimationsformen durch eine affektive Identifikation mit der Regierung&lt;br /&gt;
* [[plebiszit]]äre Beteiligungsformen sollen dabei helfen, die Unterstützung zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
* [[Franquismus|Franco-Spanien]] (1939–1976)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Postkoloniale mobilisierende Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* begrenzter Pluralismus&lt;br /&gt;
* relative Autonomie der Gesellschaft&lt;br /&gt;
* Heterogene politische Tendenzen und Kräfte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im postkolonialen [[Afrika]] ließen soziale und ökonomische Disparitäten, ethnische, linguale und religiöse Unterschiede der Bevölkerung und eine schwache Bürokratie viele Staatsführer glauben, dass nur ein autoritär geführter Staat Erfolg verheißen würde. Die meisten dieser Regime sind Militär[[putsch]]en oder der Umwandlung in rein persönliche Herrschaften zum Opfer gefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Elfenbeinküste]]&lt;br /&gt;
* [[Tansania]]&lt;br /&gt;
* [[Burkina Faso]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neopatrimoniale Regime ===&lt;br /&gt;
Unter [[Neopatrimonialismus]] wird ein besonders häufig in Afrika anzutreffender Herrschaftstyp bezeichnet, der als eine Mischform aus klassisch-patrimonialer und legal-rationaler Herrschaft angesehen werden kann. Als Regimetyp ist er zwischen [[Autokratie]] und [[Demokratie]] anzusiedeln. Kennzeichnende Bestandteile des Neopatrimonialismus sind [[Klientelismus]] und politische [[Patronage]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Kamerun]]&lt;br /&gt;
* [[Kenia]]&lt;br /&gt;
* [[Indonesien]]&lt;br /&gt;
* [[Kolumbien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rassen- oder ethnische „Demokratien“ {{Anker|Rassendemokratie}} ===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend für Rassendemokratien und [[Ethnokratie]]n ist, dass bestimmte ethnische Gruppen von der politischen Partizipation ausgeschlossen werden und keine demokratischen Rechte besitzen. Es wird nicht nur Druck auf die diskriminierte, in den historischen Beispielfällen nicht-weiße Bevölkerung ausgeübt, sondern auch auf Dissidenten aus der privilegierten Schicht (historisch: Weiße), die die [[Apartheid|Trennungspolitik]] bekämpfen und in Frage stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Südafrika]] während der [[Apartheid]] (bis 1994)&lt;br /&gt;
* [[Geschichte von Simbabwe|Rhodesien]] (bis 1980)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Israel bezeichnete Linz als „multiethnische nichtkonsensuale Demokratie“, in der sich eine Entwicklung zur „Rassendemokratie“ abzeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Juan José Linz: &amp;#039;&amp;#039;Totalitäre und autoritäre Regime&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reihe Potsdamer Textbücher.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). 2. Auflage. Berliner Debatte Wissenschaftsverlag, Berlin 2003, S. 219.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unvollständige totalitäre und prätotalitäre Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* Entwicklungstendenzen zum [[Totalitarismus]] gestoppt oder verzögert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prätotalitarismus bezeichnet die Übergangsphase zum Totalitarismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Spaniens|Spanien]] nach dem [[Spanischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] (1939)&lt;br /&gt;
* [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsches Reich]] kurz nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme]] (1933)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Posttotalitäre autoritäre Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* Verblassen utopischer Fernziele, Ritualisierung bzw. formelhafte Erstarrung der Ideologie&lt;br /&gt;
* graduelle soziale, ökonomische und kulturelle – jedoch keine politische – Repluralisierung&lt;br /&gt;
* bürokratischer Führungsstil der politischen Eliten, Tendenz zur Verrechtlichung des Herrschaftshandelns&lt;br /&gt;
* Ritualisierung bzw. Erstarrung der gesellschaftlichen Mobilisierung, bei teilweiser Duldung oder gar Förderung der Flucht ins Privatleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Posttotalitarismus bezieht sich vor allem auf die [[Sowjetunion]] und ihre osteuropäischen [[Satellitenstaat]]en seit der [[Entstalinisierung]]. Diese Kategorie enthält noch weitere Subtypen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subtypen:&lt;br /&gt;
* früher Posttotalitarismus: [[Volksrepublik Bulgarien|Bulgarien]] (1988/89)&lt;br /&gt;
* eingefrorener Posttotalitarismus: [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] (1971–1989), [[Tschechoslowakei#Tschechoslowakische Sozialistische Republik (1960–1990)|Tschechoslowakei]] (1977–1989)&lt;br /&gt;
* reifer Posttotalitarismus: [[Ungarn#Ostblock, Ungarnaufstand und Wende|Ungarn]] (1982–1988)&lt;br /&gt;
* Posttotalitarismus mit sultanistischen Zügen: [[Rumänien#Sozialistische Republik|Rumänien]] unter [[Nicolae Ceaușescu|Ceaușescu]]&lt;br /&gt;
* Übergang vom Posttotalitarismus zum Autoritarismus: [[Volksrepublik Polen|Polen]] (1980er Jahre)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typologie autoritärer Regime nach Wolfgang Merkel ==&lt;br /&gt;
Der deutsche Politikwissenschaftler [[Wolfgang Merkel]] definiert zehn unterschiedliche autoritäre Typologien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommunistisch-autoritäres Parteienregime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* Partei als [[Avantgarde]] der [[Arbeiterklasse]] und damit einziges legitimes Machtzentrum&lt;br /&gt;
* meist [[Einparteiensystem]] oder ein solches in Verbindung mit Satellitenparteien (z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Blockparteien]] in der DDR) neben ihr&lt;br /&gt;
* enger Führungszirkel (meist ein [[Politbüro]]) trifft die Entscheidungen&lt;br /&gt;
* kollektives Führungsgremium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Sowjetunion]] 1924–1929, 1953–1956, 1985–1991&lt;br /&gt;
* [[Volksrepublik Polen]] ab 1956&lt;br /&gt;
* [[Volksrepublik Ungarn]] ab 1956&lt;br /&gt;
* [[Volksrepublik China]] seit den 1990er Jahren&lt;br /&gt;
* [[Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien|Jugoslawien unter Tito]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Faschistisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* [[Führerprinzip]]&lt;br /&gt;
* [[Antisozialismus]]&lt;br /&gt;
* [[Antiliberalismus]]&lt;br /&gt;
* korporatistische Ideologie und Organisationsstruktur&lt;br /&gt;
* [[Parteiarmee]]&lt;br /&gt;
* [[Massenmobilisierung]]&lt;br /&gt;
* legitimatorischer Rückgriff auf vormoderne Mythen und Ordnungsmuster ([[Germanentum]], [[Hispanität]], [[Lateinische Rasse|Latinität]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Italienischer Faschismus|Faschistisches Italien]]&lt;br /&gt;
* [[NS-Deutschland]] bis 1938&lt;br /&gt;
* [[Unabhängiger Staat Kroatien]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Rumäniens#Ära Antonescu|Antonescu-Regime in Rumänien]]&lt;br /&gt;
* [[Slowakischer Staat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärregime ===&lt;br /&gt;
Allgemeine Merkmale:&lt;br /&gt;
* [[Militarismus]]&lt;br /&gt;
* [[Patriotismus]]/[[Nationalismus]]&lt;br /&gt;
* [[Nationale Sicherheit]]&lt;br /&gt;
* Ruhe und Ordnung&lt;br /&gt;
* Modernisierung von Wirtschaft und Verwaltung&lt;br /&gt;
* mehrere Varianten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bürokratisch-militärisches Regime ====&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* [[Junta]] von acharismatischen Militärs&lt;br /&gt;
* ideologiearmer Pragmatismus&lt;br /&gt;
* folgt häufig auf liberale Demokratien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* lateinamerikanische Militärdiktaturen der 1960er und 1970er Jahre&lt;br /&gt;
* [[Griechische Militärdiktatur]]&lt;br /&gt;
* [[Thailand]]&lt;br /&gt;
* [[Südkorea]] 1961–1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Militärisches Führerregime ====&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* meist charismatischer militärischer Führer&lt;br /&gt;
* spätere politische Lösung des Regimes vom Militär&lt;br /&gt;
* Legitimation durch direkt-plebiszitäre Beziehung zum Volk&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Königreich Ungarn|Ungarn]] unter dem [[Reichsverweser]] [[Miklós Horthy]]&lt;br /&gt;
* [[Zweite Polnische Republik]] unter [[Józef Piłsudski]]&lt;br /&gt;
* [[Paraguay]] unter [[Alfredo Stroessner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Militärisches Gangsterregime und Warlord-Herrschaft ====&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* reines Repressionsregime ohne wertorientierte Zielvorstellungen&lt;br /&gt;
* persönliche Bereicherung der [[Warlord]]s und Privatisierung des Militärs&lt;br /&gt;
* Ergebnis von zerfallender Staatlichkeit&lt;br /&gt;
* meist nur von kurzer Dauer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Mobutu Sese Seko|Mobutu]]-Regime in Zaire ([[Demokratische Republik Kongo]])&lt;br /&gt;
* [[Afghanistan]] 1990–1995&lt;br /&gt;
* [[Liberia]] unter [[Charles Taylor (Politiker)|Charles Taylor]] 1997–2003&lt;br /&gt;
* [[Somalia]] seit den 1990er Jahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Korporatistisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* „organische Demokratie“&lt;br /&gt;
* staatlich kontrollierte Wirtschafts- und Berufsstände&lt;br /&gt;
* permante Zwangsschlichtung im nationalen Interesse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Estado Novo (Portugal)|Estado Novo]] in [[Portugal]]&lt;br /&gt;
* [[Austrofaschismus]]&lt;br /&gt;
* [[Franquismus|Franquistisches]] Spanien und [[Italienischer Faschismus|faschistisches Italien]] in der Frühphase der Regime&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rassistisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* Ausschluss einer bestimmten Ethnie oder durch ihre Hautfarbe definierten Bevölkerungsgruppe aus dem demokratischen Prozess und von Bürgerrechten&lt;br /&gt;
* für das in den historischen Fallbeispielen zumeist weiße Mehrheiten bzw. Minderheiten einschließende politische System galten demokratische Normen und Verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Südafrika]] während der [[Apartheid]]&lt;br /&gt;
* [[Rhodesien]]&lt;br /&gt;
* [[USA]] bis zum [[Amerikanischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autoritäres Modernisierungsregime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* tritt entweder als Militär-, Einparteien- oder Führerregime auf&lt;br /&gt;
* Fehlen einer traditionellen Herrschaftsform&lt;br /&gt;
* häufig aus [[Befreiungsbewegung]]en hervorgegangen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Peronismus|Peronistische Regime]] in [[Argentinien]]&lt;br /&gt;
* [[Ägypten]] unter [[Gamal Abdel Nasser]]&lt;br /&gt;
* [[Türkei]] unter [[Atatürk]]&lt;br /&gt;
* [[Algerien]] unter [[Ben Bella]]&lt;br /&gt;
* [[Putsch in Chile 1973|Militärdiktatur in Chile]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theokratisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
* [[Theokratie]]&lt;br /&gt;
* religiöse Heilslehre als staatlich verordnete Weltanschauung&lt;br /&gt;
* Tendenz zum [[Totalitarismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Iran]] seit 1979&lt;br /&gt;
* [[Tibet (1912–1951)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dynastisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* monarchisches Prinzip&lt;br /&gt;
* [[konstitutionelle Monarchie]] und nicht-konstitutionelle [[Monarchie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[England]]/[[Königreich Großbritannien|Großbritannien]] 17.–19. Jahrhundert (konstitutionelle Monarchie)&lt;br /&gt;
* Scheichtümer in der Golfregion&lt;br /&gt;
* [[Königsdiktatur]]en in Osteuropa während der [[Zwischenkriegszeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sultanisch-autoritäres Regime ===&lt;br /&gt;
Merkmale:&lt;br /&gt;
* Mischung aus extrem personalisiertem und erratischem Herrschaftsstil&lt;br /&gt;
* Familienklan-Herrschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Rumänien]] unter [[Nicolae Ceaușescu]] ab den 1970er Jahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autoritarismus in der Sozialpsychologie ==&lt;br /&gt;
Der Autoritarismus wird sozialpsychologisch als eine [[Einstellung (Psychologie)|Einstellung]] (&amp;#039;&amp;#039;Right-Wing-Authoritarianism&amp;#039;&amp;#039; o.a. RWA), manchmal auch als eine [[Persönlichkeitseigenschaft]] aufgefasst ([[autoritäre Persönlichkeit]] bzw. [[autoritärer Charakter]]) oder dient als Oberbegriff für faschistoide und antidemokratische Einstellungen. Psychologisch ist der Begriff doppeldeutig, denn er beschreibt einerseits ein extrem dominantes Verhalten, andererseits die Bereitschaft zur Unterwerfung unter Ranghöhere. Insofern hängen Autoritarismus und [[Gehorsam]] zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren bekannten und viel diskutierten Experimenten haben [[Stanley Milgram]] ([[Milgram-Experiment]]) und [[Philip Zimbardo]] ([[Stanford-Prison-Experiment]]) das beobachtete Gehorsamkeitsverhalten unter simulierten, für die Teilnehmer realistisch wirkenden Bedingungen untersucht und nach Zusammenhängen mit anderen sozialen Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmalen gefragt. Philip Zimbardo: {{&amp;quot; |The only link between personality and prison behavior was a finding that prisoners with a high degree of &amp;#039;&amp;#039;authoritarianism&amp;#039;&amp;#039; endured our authoritarian prison environment longer than did other prisoners.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Webseite von Philip Zimbardo über das Stanford-Prison-Experiment: [https://www.prisonexp.org/conclusion conclusions]. Abruf am 12. März 2021&amp;lt;/ref&amp;gt; (Die einzige Verbindung zwischen Persönlichkeit und Gefängnisverhalten war der Befund, dass Gefangene mit einem hohen Grad an &amp;#039;&amp;#039;Autoritarismus&amp;#039;&amp;#039; unsere autoritäre Gefängnisumgebung länger ertrugen als andere Gefangene.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die amerikanische Verhaltensökonomin [[Karen Stenner]] argumentiert, dass Autoritarismus kein Persönlichkeitsmerkmal sei, sondern als eine Reaktion auf Bedrohungen der normativen Ordnung anzusehen ist,&amp;lt;ref&amp;gt;Karen Stenner: &amp;#039;&amp;#039;The Authoritarian Dynamic&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press, 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich darin äußert, dass das „vorgestellte ‚Wir‘“ zerfällt, was zu Angst vor dem „ethnischen Verschwinden“ und vor Zuwanderung führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ivan Krastev: &amp;#039;&amp;#039;Auf dem Weg in die Mehrheitsdiktatur?&amp;#039;&amp;#039; In: Henrich Geiselberger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die große Regression.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2017, S. 117–134, hier: S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der aktuellen psychologischen Forschung wird für das Konstrukt des Autoritarismus v.&amp;amp;nbsp;a. der Begriff des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Right-Wing-Authoritarianism (RWA)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; verwendet, welcher Autoritarismus als eine relative stabile, ideologische [[Einstellung (Psychologie)|Einstellung]] versteht. Diese kann aufgegliedert werden in &amp;#039;&amp;#039;autoritäre Aggression&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;autoritäre Unterwürfigkeit&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Konventionalismus&amp;#039;&amp;#039;. Konzepte zu Left-Wing-Authoritarianism (LWA) liegen vor, sind jedoch noch nicht so gut untersucht wie RWA.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John Duckitt |Titel=Authoritarianism: Conceptualisation, Research, and New Developments |Hrsg=Danny Osborne, Chris G. Sibley |Sammelwerk=The Cambridge Handbook of Political Psychology |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Datum=2022 |ISBN=978-1-108-48963-8 |DOI=10.1017/9781108779104 |Seiten=177-197}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Right-Wing-Authoritarianism gilt zusammen mit [[Soziale Dominanzorientierung|Sozialer Dominanzorientierung (SDO)]] als stärkster Prädiktor für [[Vorurteilsforschung|Vorurteile]] und [[Ethnozentrismus]]. Personen mit einer hohen Ausprägung in RWA sehen die Welt als gefährlich und streben daher nach Sicherheit und Ordnung. Dieses Streben zeigt sich dann in dem Gehorsam gegenüber wahrgenommenen Autoritäten (autoritäre Unterwürfigkeit), Strafbedürfnis gegenüber denen, die von den Normen abweichen (autoritäre Aggression) sowie tradierten Werten (Konventionalismus).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Danny Osborne, Thomas H. Castello, John Duckitt, Chris G. Sibley |Titel=The Psychological Causes and Societal Consequences of Authoritarianism |Sammelwerk=Nature Reviews Psychology |Band=2 |Verlag=Springer Nature Ltd. |Datum=2023-03-03 |DOI=10.1038/s44159-023-00161-4 |Seiten=220-232}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zum Totalitarismus ==&lt;br /&gt;
Nach [[Juan Linz]], der den Begriff in den 1960er Jahren geprägt hat, unterscheidet der Autoritarismus sich vom diktatorischen [[Totalitarismus]] durch:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Juan Linz|Juan J. Linz]]: &amp;#039;&amp;#039;Totalitarian and Authoritarian Regimes.&amp;#039;&amp;#039; In: Fred I. Greenstein, Nelson W. Polsby (Eds.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook of Political Science.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 3: &amp;#039;&amp;#039;Macropolitical Theory.&amp;#039;&amp;#039; Addison-Wesley, Reading 1975, ISBN 0-201-02603-1, S. 175–411.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# begrenzten [[Pluralismus (Politik)|Pluralismus]],&lt;br /&gt;
# keine umfassend formulierte [[Ideologie]],&lt;br /&gt;
# weder extensive noch intensive Mobilisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der begrenzte Pluralismus ist als zentrales Abgrenzungsmerkmal zu sehen. Der Handlungsspielraum von politischen und gesellschaftlichen Akteuren hängt weitgehend von der autoritären Staatsführung ab. In Abgrenzung zum Totalitarismus ist für den Autoritarismus zutreffender von [[Mentalität]]en zu sprechen als von (politischen) Ideologien und [[Weltanschauung]]en. Mentalität ist nach [[Theodor Geiger]] „subjektive Ideologie“, aber „objektiver Geist“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Theodor Geiger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die soziale Schichtung des deutschen Volkes. Soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage.&amp;#039;&amp;#039; Enke, Stuttgart 1932 [ND ebd. 1987], ISBN 3-432-96201-0, S. 77&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mentalitäten sind psychische [[Persönlichkeitseigenschaft|Prädispositionen]] und funktionieren formlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fehlen einer klaren Ideologie bewirkt einen Verlust der Mobilisierungsfähigkeit; der Bevölkerung fehlt eine emotionale Bindung an das System. Daher formulieren autoritäre [[Regime]] ihre Politik pragmatisch und versuchen gleichzeitig, allgemeine [[Wertvorstellung]]en wie [[Patriotismus]], [[Nationalismus]], [[Modernisierung (Soziologie)|Modernisierung]] und Ordnung durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Autokratie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Anne Applebaum]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Verlockung des Autoritären: Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. [[Siedler Verlag]], München 2021, ISBN 978-3-8275-0143-1.&lt;br /&gt;
** Originalausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Twilight of Democracy : The Seductive Lure of Authoritarianism.&amp;#039;&amp;#039; Doubleday, New York 2020, ISBN 978-0-385-54580-8.&lt;br /&gt;
* Erica Frantz: &amp;#039;&amp;#039;Authoritarianism – What everyone needs to know.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2018, ISBN 978-0-19-088020-0.&amp;lt;ref&amp;gt;www.foreignaffairs.com: [https://www.foreignaffairs.com/reviews/capsule-review/2018-12-11/authoritarianism-what-everyone-needs-know &amp;#039;&amp;#039;Rezension&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Hartmann (Politikwissenschaftler)|Jürgen Hartmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Vergleichende Regierungslehre und Systemvergleich.&amp;#039;&amp;#039; In: Dirk Berg-Schlosser, Ferdinand Müller-Rommel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vergleichende Politikwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. [[Springer VS|Verlag für Sozialwissenschaften]], 1997, ISBN 978-3-8100-3860-9, S.&amp;amp;nbsp;31&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* Werner Herkner: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Sozialpsychologie.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Huber, Bern 2001, ISBN 3-456-81989-7.&lt;br /&gt;
* [[Juan Linz|Juan José Linz]]: &amp;#039;&amp;#039;Autoritäre Regime.&amp;#039;&amp;#039; In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Staat und Politik.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 1996, ISBN 3-492-22070-3, S. 40–43.&lt;br /&gt;
* Juan José Linz: &amp;#039;&amp;#039;Totalitäre und autoritäre Regime.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben und übersetzt von [[Raimund Krämer]]. 3. Auflage. Potsdamer Textbücher 4. [[WeltTrends]], Potsdam 2009, ISBN 978-3-941880-00-9.&lt;br /&gt;
* Juan José Linz: &amp;#039;&amp;#039;Ein autoritäres Regime: Der Fall Spanien.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben und übersetzt von [[Raimund Krämer]] und Christoph Sebastian Widdau. Potsdamer Textbücher 13. WeltTrends, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941880-35-1.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Nohlen]]: &amp;#039;&amp;#039;Autoritäre Systeme.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Waldmann]], [[Klaus Ziemer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die östlichen und südliche Länder&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Politik in 7 Bändern.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). C.H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-36908-1, S. 67–74.&lt;br /&gt;
* [[Lars Rensmann]], [[Steffen Hagemann]], [[Hajo Funke]]: &amp;#039;&amp;#039;Autoritarismus und Demokratie. Politische Theorie und Kultur in der globalen Moderne&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wochenschau Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;). Wochenschau Verlag, Schwalbach 2011, ISBN 978-3-89974-679-2.&lt;br /&gt;
* Susanne Rippl, Christian Seipel, Angela Kindervater (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autoritarismus. Kontroversen und Ansätze der aktuellen Autoritarismusforschung.&amp;#039;&amp;#039; Leske und Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2634-4.&lt;br /&gt;
* Bernd Six: &amp;#039;&amp;#039;Generalisierte Einstellungen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Manfred Amelang]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie der Psychologie. Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Hogrefe, Göttingen 1966, ISBN 978-3-8017-0553-4, S. 1–50.&lt;br /&gt;
* Karen Stenner: &amp;#039;&amp;#039;The authoritarian dynamic.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 978-0-521-53478-9. &lt;br /&gt;
* [[Max Horkheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Autoritärer Staat.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders.: [[Friedrich Pollock]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft, Recht und Staat im Nationalsozialismus. Analysen im [[Institut für Sozialforschung]] 1939–1942.&amp;#039;&amp;#039; Hg. [[Helmut Dubiel]], [[Alfons Söllner]]. [[Europäische Verlagsanstalt]] und [[Syndikat Verlag|Syndikat Buchgesellschaft]], Frankfurt 1981, ISBN 3-434-00469-6, S. 55–80.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch in: ders., &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft im Übergang. Aufsätze, Reden und Vorträge 1942–1970.&amp;#039;&amp;#039; Hg. Werner Brede. Fischer TB, Frankfurt 1972, ISBN 3-596-26545-2; wieder Fischer-Athenäum TB, Frankfurt 1990, ISBN 3-7610-4004-0, ISBN 3-8072-4004-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Merkel]] &amp;#039;&amp;#039;Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17201-9, S. 43–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Authoritarianism|Autoritarismus|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{GIGATHEMA|Autoritarismus}}&lt;br /&gt;
* [http://christophluescher.ch/old/Forschungsarbeit.html Autoritarismus und Ausländerfeindlichkeit] von Christoph Lüscher, [[Universität Zürich]], 1997&lt;br /&gt;
* [http://pw-portal.de/auswahlbibliografien/82-autoritarismus Politikwissenschaftliche Literatur zum Thema Autoritarismus] in der [[Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft|Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autoritarismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsstaat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftsform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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