<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Autokratie</id>
	<title>Autokratie - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Autokratie"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Autokratie&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T08:25:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Autokratie&amp;diff=21437&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-17841-94: /* Weblinks */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Autokratie&amp;diff=21437&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-26T21:41:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Autokrat|Siehe auch: [[Autocrat]].}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Autokratie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstherrschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|αὐτοκράτεια|autokráteia}} ‚Selbstherrschaft‘, von {{lang|grc|αὐτός|autós}} ‚selbst‘ und {{lang|grc|κρατεῖν|krateín}} ‚herrschen‘) wird in der [[Politikwissenschaft]] eine [[Herrschaftsform]] bezeichnet, in der eine Einzelperson oder Personengruppe unkontrolliert politische [[Macht]] ausübt und keinen [[verfassung]]smäßigen Beschränkungen unterworfen ist: eine durch den alleinigen Machtträger aus eigener Vollkommenheit selbst [[Legitimation (Politikwissenschaft)|legitimierte]] Herrschaft. In der [[Vergleichende Politikwissenschaft|vergleichenden Regierungslehre]] wird der Autokratie zumeist die [[Demokratie]] als idealtypisches Konzept gegenübergestellt. Für dazwischen liegende Systeme gibt es mehrere Konzepte, beispielsweise [[defekte Demokratie]] oder Hybridregime. Dagegen unterscheidet der [[Allgemeine Staatslehre|Staatsrechtler]] [[Karl Loewenstein (Jurist)|Karl Loewenstein]] als den der Autokratie entgegengesetzten Idealtypus den [[Verfassungsstaat]], in dem mehrere unabhängige Machtträger an der Ausübung der politischen Macht beteiligt sind und sich wechselseitig kontrollieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Loewenstein (Jurist)|Karl Loewenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Verfassungslehre.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Mohr, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147432-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff der [[Diktatur]], der lange als [[Antonym]] zu Demokratie gebraucht wurde, kommt demgegenüber in den Politikwissenschaften zunehmend außer Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Merkel]]: &amp;#039;&amp;#039;Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, S. 40; [[Uwe Backes]]: &amp;#039;&amp;#039;Vier Grundtypen der Autokratie und ihre Legitimierungsstrategien&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Steffen Kailitz]], [[Patrick Köllner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autokratien im Vergleich&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;[[Politische Vierteljahresschrift|PVS]], Sonderheft 47), Baden-Baden 2013, S. 157–175, hier S. 159, Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Jürgen Hartmann (Politikwissenschaftler)|Jürgen Hartmann]] konkurriert der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Autokratie&amp;#039;&amp;#039; mit Bezeichnungen von gleicher Bedeutung wie &amp;#039;&amp;#039;Diktatur&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[autoritäres System]]&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;autoritäres [[Regime]]&amp;#039;&amp;#039;),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; insoweit werden diese Begriffe in der Literatur auch synonym verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erica Frantz |Titel=Autocracy |Sammelwerk=Oxford Research Encyclopedia of Politics |Datum=2021 |ISBN=978-0-19-022863-7 |DOI=10.1093/acrefore/9780190228637.013.3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Autokraten&amp;#039;&amp;#039; (altgriechisch {{lang|grc|αυτοκράτης|autokrátes}} ‚selbst Herrschender‘) bezeichnet man dementsprechend einen Allein- bzw. Selbstherrscher, der in einem bestimmten Gebiet die Herrschaftsgewalt aus eigener Machtvollkommenheit ausübt und in seiner Machtfülle durch nichts und niemanden eingeschränkt ist. Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Autokrat&amp;#039;&amp;#039; wird umgangssprachlich auch für einen selbstherrlichen Menschen verwendet (ähnlich [[Despotie|Despot]], [[Tyrannei|Tyrann]], [[Diktatur|Diktator]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Autokratie, in der un[[freie Wahl]]en durchgeführt werden, wird manchmal als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wahlautokratie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („elektoraler Autoritarismus“) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Yonatan L. Morse: &amp;#039;&amp;#039;Review Article: The Era Of Electoral Authoritarianism.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;World Politics.&amp;#039;&amp;#039; Band 64, Nr. 1 (Januar 2012), {{JSTOR|41428375}}, S. 161–198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Typologie ==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist die Selbstherrschaft die Ausübung der uneingeschränkten Herrschaftsgewalt aus eigenem Recht ohne fremde Ermächtigung. Als [[Herrschaftsform]] vereint die Autokratie deshalb alle Kompetenzen des [[Politisches System|politischen Systems]] in einer zentralen Kraft und sieht weder die Beteiligung des [[Volk]]es an der [[Staatsgewalt]] noch einen wie auch immer gearteten Rückbezug auf eine übergeordnete Instanz vor, die die Ausübung der Herrschaft kontrolliert und legitimiert. Eine autokratische Regierung herrscht daher definitionsgemäß aus eigener Vollmacht und ist niemandem Rechenschaft schuldig. Bei angenommenem [[Gottesgnadentum]] wird diese absolute Vollmacht nur insoweit relativiert, als sie durch die Verantwortung des oder der Herrschenden gegenüber [[Gott]] beschränkt ist. Inhaber all dieser Kompetenzen kann eine einzelne Person ([[Monokratie]]; z.&amp;amp;nbsp;B. [[König]], Diktator) oder eine Gruppe ([[Politische Partei|Partei]], [[Junta]], [[Zentralkomitee]]) sein. [[Dieter Nohlen]] nennt folglich in Anknüpfung an [[Karl Loewenstein (Jurist)|Karl Loewenstein]] als definierendes Merkmal der Autokratie, dass nur ein Machtträger vorhanden sei, dies könne sowohl eine Gruppe als auch eine Einzelperson als Diktator sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dieter Nohlen |Titel=Autokratie |Sammelwerk=Lexikon der Politikwissenschaft: Theorien, Methoden, Begriffe |Reihe=Beck’sche Reihe |Band=Band 1: &amp;#039;&amp;#039;A–M&amp;#039;&amp;#039; |Nummer=1463 |Auflage=4. |Verlag=Beck |Ort=München |Datum=2010 |ISBN=978-3-406-59233-1 |Seiten=57 |Kommentar=in Anknüpfung an Karl Loewenstein: &amp;#039;&amp;#039;Verfassungslehre.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 1968}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Politikwissenschaftler [[Everhard Holtmann]] definiert Autokratie als [[Oberbegriff]], der alle Herrschaftsformen zusammenfasst, in denen die Staatsgewalt von einem einzelnen Herrscher monopolisiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Everhard Holtmann: &amp;#039;&amp;#039;Politik-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „konkurriert mit eingeführten Bezeichnungen von gleicher Bedeutung wie der Diktatur und dem [[Autoritarismus|autoritären System]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Hartmann |Titel=Demokratie und Autokratie in der vergleichenden Demokratieforschung: eine Kritik |Verlag=Springer VS |Ort=Wiesbaden |Datum=2015 |ISBN=978-3-658-07478-4 |Seiten=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als klassische Beispiele für Autokratien gelten die [[Monarchie#Absolute Monarchie|absolute Monarchie]] und die [[Legitimation (Politikwissenschaft)|illegitime]] [[Diktatur]]. Während der absolutistische Monarch zumindest das göttliche und historische Recht als eine auch für sich bindende Instanz anerkennt und seinen Untertanen zumeist auch die Integrität der Person und des Eigentums gewährt, sieht sich ein reiner Diktator prinzipiell an keinerlei [[Rechtsnorm]]en gebunden und wird in Normsetzung und Regierungsvollzug nur durch die faktischen Gegebenheiten und Möglichkeiten der Machtausübung (etwa die Verfügbarkeit eines Militärapparats) begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Autokratien sind gekennzeichnet durch eine „Dominanz informeller Institutionen“, so dass „Diktatoren oft klientelistische Netzwerke, systemische Korruption oder bestehende [[Clan]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;strukturen für ihren Machterhalt einsetzen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Gerschewski, Wolfgang Merkel, Alexander Schmotz, Christoph H. Stefes, Dag Tanneberg: &amp;#039;&amp;#039;Warum überleben Diktaturen?&amp;#039;&amp;#039; In: Steffen Kailitz, Patrick Köllner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autokratien im Vergleich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Politische Vierteljahresschrift]].&amp;#039;&amp;#039; Sonderheft 47). Nomos, Baden-Baden 2013, S. 116.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber festzuhalten ist anderseits, dass „autokratische Regime sich mit einem grundsätzlichen Dilemma konfrontiert sehen: Diktatoren können ohne den Rückhalt staatlicher und gesellschaftlicher Akteure, etwa aus Militär und Wirtschaft, weder effizient regieren noch werden sie sich dauerhaft an der Macht halten.“ Das erfordert wiederum den Aufbau oder Erhalt formeller Institutionen, es besteht ein Spannungsverhältnis mit möglicher Auswirkung auf die Systemstabilität.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Gerschewski, Wolfgang Merkel, Alexander Schmotz, Christoph H. Stefes, Dag Tanneberg: &amp;#039;&amp;#039;Warum überleben Diktaturen?&amp;#039;&amp;#039; In: Steffen Kailitz, Patrick Köllner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autokratien im Vergleich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Politische Vierteljahresschrift.&amp;#039;&amp;#039; Sonderheft 47). Nomos, Baden-Baden 2013, S. 111–136, hier S.&amp;amp;nbsp;114.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Personalistisch&amp;#039;&amp;#039; geprägte Autokratien (d. h. stark von einer Einzelperson dominierte Systeme, in denen die Führungsperson wenig Rücksicht auf unterstützende Institutionen und Beschränkungen innerhalb des Regimes nehmen muss) handeln mit größerer Wahrscheinlichkeit außenpolitisch aggressiv und konfliktorientiert als Autokratien, in denen regimetragende Institutionen eine gewisse Kontrolle über die Führung aufrechterhalten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WashingtonQuarterly2017-01-02&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Kendall-Taylor, Erica Frantz, Joseph Wright |Titel=The Global Rise of Personalized Politics: It’s Not Just Dictators Anymore |Sammelwerk=The Washington Quarterly |Band=40 |Nummer=1 |Datum=2017-01-02 |ISSN=0163-660X |Seiten=7–19 |DOI=10.1080/0163660X.2017.1302735}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica L. Weeks |Titel=Strongmen and Straw Men: Authoritarian Regimes and the Initiation of International Conflict |Sammelwerk=American Political Science Review |Band=106 |Nummer=2 |Datum=2012-05 |ISSN=1537-5943 |Seiten=326–347 |DOI=10.1017/S0003055412000111}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Torrey Taussig |url=https://www.brookings.edu/articles/the-rise-of-personalist-rule/ |titel=The rise of personalist rule |hrsg=Brookings Institution |datum=2017-03-23 |sprache=en-US |abruf=2024-04-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu trägt eine in der Umgebung des Diktators auftretende Informationsverknappung bei, abweichende Meinungen werden aus der Entscheidungsfindung mit der Zeit ausgeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gespräch mit Erica Frantz |url=https://www.niskanencenter.org/putins-war-and-personalist-authoritarianism/ |titel=Putin’s War and Personalist Authoritarianism |hrsg=Niskanen Center |datum=2022-03-23 |sprache=en |abruf=2024-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WashingtonQuarterly2017-01-02&amp;quot; /&amp;gt; Übersteht ein personalistisches Regime überdies seine Anfangsjahre und hat sich über einen längeren Zeitraum stabilisiert, sinkt dazu die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Tod des Diktators wieder verschwindet. Denn die regimestützenden Eliten können ihre zukünftige Position im Falle des Verschwindens der Diktatur nicht einschätzen und haben ein Interesse daran, den Status quo beizubehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Interview mit Erica Frantz:{{Internetquelle |url=https://meduza.io/en/feature/2023/05/16/a-very-grim-portrait |titel=‘A very grim portrait’ Political scientist Erica Frantz on what Russia’s future holds after Putin |werk=Meduza |datum=2023-05-16 |sprache=en |abruf=2024-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Kendall-Taylor, Erica Frantz |Titel=The Treacherous Path to a Better Russia |Sammelwerk=Foreign Affairs |Band=102 |Nummer=4 |Datum=2023-06-20 |ISSN=0015-7120 |Online=[https://www.foreignaffairs.com/russian-federation/treacherous-path-better-russia foreignaffairs.com] |Abruf=2024-04-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Kendall-Taylor, Erica Frantz |Titel=After Putin: Lessons from Autocratic Leadership Transitions |Sammelwerk=The Washington Quarterly |Band=45 |Nummer=1 |Datum=2022-01-02 |ISSN=0163-660X |Seiten=79–96, hier 81. ff u. 90 |DOI=10.1080/0163660X.2022.2057112}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Autokratien können nach [[Juan Linz]] in [[Autoritarismus|autoritäre]] und [[Totalitarismus|totalitäre]] Regime unterteilt werden. In neuere Überlegungen werden zusätzlich so genannte hybride Regime, [[Scheindemokratie]]n, [[Illiberale Demokratie|illiberale Demokratien]] oder [[Defekte Demokratie|defekte Demokratien]] einbezogen, die als „Zwischending“ zwischen (formell existierender) Demokratie und (faktischer) Autokratie eingestuft werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Juan Linz]]: &amp;#039;&amp;#039;Totalitäre und autoritäre Regime.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Berliner Debatte Wissenschaftsverlag, Berlin 2003.&amp;lt;!-- Seite ??? --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Politikwissenschaftler [[Uwe Backes]] nennt drei Typen von Autokratien, die er nach der in ihnen vorherrschenden Herrschaftslegitimation unterscheidet:&lt;br /&gt;
# Regime mit einer [[Chiliasmus|chiliastischen]] Herrschafts[[ideologie]], die er Ideokratien nennt. Diese Ideologien erheben einen exklusiven Wahrheitsanspruch für ihre sehr weitreichenden deskriptiven und normativen Aussagen. Sie entwickeln die Grenzen historischer Existenz überschreitende Visionen einer idealen Zukunft und weisen zurück auf einen angeblichen, lange vergangenen [[Politischer Mythos|mythischen]] Idealzustand, den wiederherzustellen sie sich anschicken. Als Beispiele nennt er die bislang als [[Totalitarismus]] zusammengefassten Regime, aber auch die [[Islamische Republik Iran]].&lt;br /&gt;
# Regime ohne oder mit nur scheinhafter Ideologie, die zum Eigennutz des oder der Herrscher und aus reiner Machtgier aufrechterhalten werden. Diesen Typus nennt er [[Despotismus]]. Als Beispiele nennt er verschiedene außereuropäische Regime wie das der [[Geschichte Haitis#Duvalier-Diktatur (1957 bis 1986)|Duvaliers auf Haiti]] oder [[Zaire]] unter [[Mobutu Sese Seko]].&lt;br /&gt;
# Regime mit begrenzter Herrschaftsidee. Hier unterscheidet Backes den [[Absolutismus]], der sich dynastisch-traditional legitimiere, und den [[Autoritarismus]], der sich etwa auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, die Bewahrung bewährter Traditionen, die Mehrung nationalen Prestiges oder eine maßvolle [[Modernisierung (Soziologie)|Modernisierung]] im Sinne einer [[Entwicklungsdiktatur]] berufe. Beispiele hierfür seien [[Ägypten]] unter [[Gamal Abdel Nasser]] oder die [[Baath-Partei]]en im [[Irak]] und [[Syrien]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uwe Backes]]: &amp;#039;&amp;#039;Autokratien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studienkurs Politikwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;). Nomos. Baden-Baden 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele für Autokratien ==&lt;br /&gt;
=== Autokratische Regierungen im Alten Rom ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Statue-Augustus.jpg|mini|Statue eines unumschränkten Autokraten der römischen Antike, hier der erste Kaiser [[Augustus]]]]&lt;br /&gt;
Die Alleinherrschaft des [[Römische Königszeit|Königs]] wurde im römischen Staatswesen etwa im 6. vorchristlichen Jahrhundert (im Rahmen der Unabhängigkeitsbestrebungen der Stadt Rom gegenüber der [[Etrusker|etruskischen]] Vorherrschaft) durch die [[Römische Republik|Republik]] ersetzt, in der zunächst der Stadtadel (&amp;#039;&amp;#039;[[Patriziat (Römisches Reich)|Patrizier]]&amp;#039;&amp;#039;) die Staatsgewalt besaß, an welcher später auch die niederen Schichten der römischen Bürgerschaft (das „Volk“) partizipierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Kriegs- und Krisenzeiten gab es in der römischen Republik die Möglichkeit, für ein halbes Jahr einen [[Römischer Diktator|Diktator]] mit sehr weit gehenden Machtbefugnissen zu ernennen. Dieser hatte das &amp;#039;&amp;#039;summum imperium&amp;#039;&amp;#039; inne, das heißt, ihm unterstanden (zeitlich begrenzt) alle Ämter des [[Magistratur|Magistrats]]. Die Befugnisse der [[Volkstribun]]en waren während der Diktatur außer Kraft gesetzt, ebenso das Berufungsrecht der [[Römisches Bürgerrecht|römischen Bürger]] vor Strafgerichten. Der Diktator durfte allerdings die Verfassung nicht ändern und weder Kriege erklären noch neue Steuern erheben. Er konnte für Taten während seiner Amtszeit selbst nicht belangt werden. Eine vergleichbare [[sakrosankt]]e ({{laS|sacrosanctus|de=unantastbar}}) Stellung besaßen sonst nur die Volkstribunen als besonders geschützte Volksvertreter. Die römische Diktatur kann mit diktatorischen Regimen der Moderne kaum gleichgesetzt werden, da sie eine legitime Institution war, die in ihrer Machtfülle und Dauer beschränkt war. In der Spätzeit der Republik geriet sie aber immer stärker in Gefahr, für despotische Zwecke einzelner politischer Akteure missbraucht zu werden. So soll [[Gaius Iulius Caesar|Caesar]] kurz vor seiner Ermordung versucht haben, sich eine lebenslange Diktatur verleihen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Begründung des [[Prinzipat]]s in der [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] wurden insbesondere die Rechte und Vollmachten der Volkstribunen auf den als unbeschränkten Alleinherrscher fungierenden &amp;#039;&amp;#039;[[Princeps]]&amp;#039;&amp;#039; („Erster“, daraus entstanden die [[Herrschertitel|Titel]] [[Fürst]] und [[Prinz]]) übertragen, der die Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Augustus (Titel)|Augustus]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Caesar (Titel)|Caesar]]&amp;#039;&amp;#039; (daraus: [[Kaiser]]) führte. Der Schein einer im Sinne der republikanischen Staatsverfassung agierenden Ausnahmeregierung blieb dabei gewahrt. Dem von den meisten römischen Kaisern ebenfalls geführten Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Imperator]]&amp;#039;&amp;#039; („Befehlshaber“, eigentlich der Ehrentitel eines Militärbefehlshabers) entsprach in der griechischen Kaisertitulatur, die besonders in den späteren Phasen des römischen Reiches parallel oder anstelle der lateinischen Bezeichnungen verwendet wurde, der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Autokrator&amp;#039;&amp;#039; („Selbstherrscher“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autokratische Regierungen in Russland ===&lt;br /&gt;
Im [[Russisches Kaiserreich|russischen Kaiserreich]] trug ab 1721 der [[Zar]] über lange Zeit ganz offiziell den Titel &amp;#039;&amp;#039;Selbstherrscher&amp;#039;&amp;#039; und bezeichnete sich als „Autokrat aller [[Reußen (historischer Begriff)|Reußen]]“ ({{ruS|Император и Самодержец Всероссийский|Imperator i Samoderschez Wserossijskij}}, wörtlich „All-Russischer Kaiser und Autokrat“), also „Selbstherrscher von ganz Russland“. Die Regierungsform der russischen Zaren seit Abschaffung des kirchlichen [[Patriarchat (Kirche)|Patriarchenamts]] in der [[Russisch-Orthodoxe Kirche|Russisch-Orthodoxen Kirche]] durch Zar [[Peter I. (Russland)|Peter I.]] wird auch als [[Cäsaropapismus]] bezeichnet. Dabei vereinte der weltliche Herrscher zwar nicht unmittelbar weltliche und geistliche Gewalt in einer Person, aber die Kirche war den staatlichen Instanzen direkt untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Russische Revolution|russischen Revolution]] und der Einführung des [[Sowjet]]systems wurde dieses in Form einer autokratischen Herrschaft der [[Kommunistische Partei der Sowjetunion|Kommunistischen Partei]] realisiert, wie sie insbesondere in der 1936 bis 1977 geltenden [[Sowjetische Verfassung von 1936|Verfassung]] der [[Sowjetunion]] zur Vollendung kam. Zeitweilig verschob sich die Alleinherrschaft von der Partei (bzw. ihren [[Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion|Führungszirkeln]]) auf den &amp;#039;&amp;#039;Woschd&amp;#039;&amp;#039; [[Josef Stalin]], der einen [[Personenkult]] um sich aufbaute und mit [[Großer Terror (Sowjetunion)|Massenterror]] regierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dmitri Antonowitsch Wolkogonow|Dimitri Wolkogonow]]: &amp;#039;&amp;#039;Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt.&amp;#039;&amp;#039; Econ-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf / Wien 1993, ISBN 3-612-26011-1, S. 319 und passim.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autokratische Regierungen in Deutschland ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|1=NS-Staat|2=Deutsche Demokratische Republik|titel2=DDR}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahlautokratien ===&lt;br /&gt;
Als Beispiele für Wahlautokratien werden neben Russland unter [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stanislav Klimovich |Titel=From failed democratization to the war against Ukraine: what happened to Russian institutions under Putin? |Sammelwerk=Zeitschrift für Politikwissenschaft |Band=33 |Nummer=1 |Datum=2023-03-01 |ISSN=2366-2638 |Seiten=103–120 |DOI=10.1007/s41358-023-00345-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Ungarn]] unter [[Viktor Orbán]],&amp;lt;ref&amp;gt;András Bozóki, Zoltán Fleck: &amp;#039;&amp;#039;Embedded Autocracy: Hungary in the European Union.&amp;#039;&amp;#039; Rowman &amp;amp; Littlefield, London 2024, S. 19, 222 u. ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; die [[Türkei]] unter [[Recep Tayyip Erdoğan]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ece Göztepe: &amp;#039;&amp;#039;Über die Verteidigung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Politik]]&amp;#039;&amp;#039; 68, Heft 3, 2021, S. 323 – 336, hier S. 326.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die meisten Staaten des [[Subsahara-Afrika|subsaharischen Afrika]] genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrea Cassani, Giovanni Carbone: &amp;#039;&amp;#039;Electoral authoritarianism: persistence and innovation in sub-Saharan Africa&amp;#039;&amp;#039;. In: Natasha Lindstaedt, Jeroen J. J. Van den Bosch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Research Handbook on Authoritarianism.&amp;#039;&amp;#039; Edward Elgar Publishing, Cheltenham 2024, ISBN 978-1-80220-481-0, S. 25–41, hier S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff der Wahlautokratie wird in der Wissenschaft jedoch unterschiedlich definiert und gemessen. In der Praxis führt dies häufig dazu, dass die Klassifizierung eines Landes als Wahlautokratie stark von der verwendeten Definition und Messmethode abhängt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jonas Willibald Schmid |Titel=Electoral autocracies, hybrid regimes, and multiparty autocracies: same, same but different? |Sammelwerk=Democratization |Band=0 |Nummer=0 |ISSN=1351-0347 |DOI=10.1080/13510347.2025.2476183 |Seiten=1–24 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Uwe Backes]]: &amp;#039;&amp;#039;Autokratien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studienkurs Politikwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;). Nomos. Baden-Baden 2022, ISBN 978-3-8487-8003-7.&lt;br /&gt;
* Stanislav Balík, Michal Kubát: &amp;#039;&amp;#039;Undemokratische Regime. Theoretische Verortung und Fallbeispiele.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Budrich, Opladen 2015, ISBN 978-3-8474-0728-7.&lt;br /&gt;
* [[Steffen Kailitz]], [[Patrick Köllner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autokratien im Vergleich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Politische Vierteljahresschrift]].&amp;#039;&amp;#039; Sonderheft 47). Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8487-0022-6.&lt;br /&gt;
* Steffen Kailitz, [[Stefan Wurster]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Legitimationsstrategien von Autokratien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Special Issue). Wiesbaden, Springer VS 2017, {{DNB|1136735879}}.&lt;br /&gt;
* [[Juan Linz|Juan J. Linz]]: &amp;#039;&amp;#039;Totalitäre und autoritäre Regime.&amp;#039;&amp;#039; Berliner Debatte Wissenschaftsverlag, Berlin 2000, ISBN 3-931703-43-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Autokrat}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Autocracy|Autokratie|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-02/islam-demokratie-kultur/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Autokratien sind nicht typisch islamisch.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 23. Februar 2011&lt;br /&gt;
* [https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/divide-et-impera/ &amp;#039;&amp;#039;Divide et Impera. Autokratieforschung.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Katapult-Magazin.&amp;#039;&amp;#039; 1. April 2015&lt;br /&gt;
* orf.at: [https://orf.at/stories/3425002/ &amp;#039;&amp;#039;Studie: Autokratien weltweit auf dem Vormarsch&amp;#039;&amp;#039;] 26. März 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4206090-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftsform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-17841-94</name></author>
	</entry>
</feed>