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	<title>Augustinismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-20T10:53:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Augustinismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird die [[Wahrnehmung|Rezeption]] des [[Christentum|christlichen]] Theologen und [[Kirchenlehrer]]s [[Augustinus von Hippo]] (354–430)  verstanden. Mit dem Begriff wird insofern die Wirkungsgeschichte von Augustinus, insbesondere in der Geschichte des [[Abendland]]es beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale und Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hauptmerkmale des Augustinismus stellte [[Wilhelm Geerlings]] zwei allgemeine Aspekte heraus: 1. Die [[Dualismus|dualistische]] Aufteilung der [[Wirklichkeit]]. 2. Ein aus diesem Dualismus abgeleitetes erkenntnistheoretisches Prinzip des Überschreitens der [[Sinnlichkeit|sinnlichen]] hin zu einer unsichtbaren [[Welt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Geerlings: &amp;#039;&amp;#039;Augustinismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Volker Drehsen / Hermann Häring u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Christentums&amp;#039;&amp;#039;. 1500 Stichwörter von A-Z. München 2001, S. 111, ISBN 3-572-01248-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Konkret haben insbesondere Augustinus’ Erwägungen über den [[Gottesstaat]] (&amp;#039;&amp;#039;[[De civitate Dei]]&amp;#039;&amp;#039;), über die [[Trinität]] (&amp;#039;&amp;#039;[[De Trinitate]]&amp;#039;&amp;#039;), [[Prädestination]], [[Erbsünde]] und [[Gnade (Theologie)|Gnade]] die weiteren Diskussionen über die großen Themen der [[Theologie]] bis in die Gegenwart hinein bestimmt. In diesem Sinne ist der Augustinismus „eine Grundstruktur abendländischer Theologie“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reventlow87f&amp;quot;&amp;gt;Henning Reventlow: &amp;#039;&amp;#039;Epochen der Bibelauslegung&amp;#039;&amp;#039;. Von der Spätantike bis zum ausgehenden Mittelalter. München 1994, S. 87 f., ISBN 3-406-34986-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umstritten ist, inwieweit der Augustinismus [[Gnosis|gnostische]] Ideen in der abendländischen Geschichte transportiert haben könnte. Augustinus, der mehrere Jahre Anhänger des [[Manichäismus]] war, bevor er zum Gegner dieser Religion wurde und sich dem Christentum zuwandte,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rüdiger Safranski]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Böse oder Das Drama der Freiheit&amp;#039;&amp;#039;. München / Wien 1997, S. 50; Stuart Holroyd: &amp;#039;&amp;#039;Gnostizismus&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Martin Engelbrecht. Braunschweig 1995, S. 73 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; verstand [[Weltgeschichte]] als eine gewaltige Auseinandersetzung zwischen dem [[Reich Gottes|Reich Christi]] und dem Reich des [[Das Böse|Bösen]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eric Voegelin]]: &amp;#039;&amp;#039;Die politischen Religionen&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von Peter J. Opitz. München 1993, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Philosoph [[Ernst Cassirer]] merkte in diesem Kontext an, dass „die fortdauernde Einwirkung, die die manichäische Lehre auf Augustin auch nach dem Bruch mit dem Manichäismus geübt hat, nicht genügend beachtet zu werden pflegt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cassirer295&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Cassirer]]: &amp;#039;&amp;#039;Individuum und Kosmos in der Philosophie der Renaissance&amp;#039;&amp;#039;. Die platonische Renaissance in England und die Schule von Cambridge. Hamburg 2002, S. 295, ISBN 3-7873-1414-8. (Quelle: Richard Reitzenstein: Augustin als antiker und als mittelalterlicher Mensch. In: &amp;#039;&amp;#039;Vorträge der Bibliothek Warburg&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von Fritz Saxel. Bd. 2: Vorträge 1922–1923. Leipzig / Berlin 1924, S. 28–65.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dieser Auffassung nahm er explizit Bezug auf eine Vortragsreihe von [[Richard Reitzenstein]] aus den Jahren 1922 und 1923. Der Gnosis-Forscher Sonnenschmidt legte sich in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Politische Gnosis&amp;#039;&amp;#039; dagegen nicht auf einen direkten Zusammenhang zwischen der antiken Gnosis und der politischen Gnosis in der Moderne fest. Vielmehr stellte er diesen Aspekt als eine Forschungsperspektive heraus und fragte sich, auch mit ausdrücklichen und beispielhaften Bezug auf Augustinus: „Der Bogen, der von der spätantiken Gnosis zur modernen Gnosis in der Untersuchung gespannt ist, eröffnet neue Forschungsperspektiven, die unter der allgemeinen Hinsicht zusammengefasst werden können, ob es eine Entwicklungslinie bzw. Entwicklungs›logik‹ der Gnosis zumindest im [[Abendland]] gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard W. Sonnenschmidt: &amp;#039;&amp;#039;Politische [[Gnosis]]&amp;#039;&amp;#039;. Entfremdungsglaube und Unsterblichkeitsillusion in spätantiker Religion und politischer Philosophie, München 2001, S. 261, ISBN 3-7705-3626-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bedeutsames und folgenreiches Thema, mit dem sich Augustinus in seiner Opposition gegen den [[Pelagianismus]] seiner Zeit wandte, war die Frage nach der [[Willensfreiheit]] des Menschen. Nach Augustinus, der sich diesbezüglich auf [[Paulus von Tarsus|Paulus]] berief, ist die [[Sünde]] &amp;#039;&amp;#039;keine&amp;#039;&amp;#039; freie Tat. Aller guter Wille des Menschen ist von [[Gott (Christentum)|Gott]] abhängig; ein Gedanke, der später auch [[Martin Luther|Luther]] bewegte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reventlow87f&amp;quot; /&amp;gt; Ferdinand Baur stellte heraus, dass „die augustinische Erbsündenlehre sogar noch über den manichäischen Sünden- und Freiheitsbegriff hinausgehe“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Drecoll2&amp;quot;&amp;gt;Volker Henning Drecoll: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der Gnadenlehre Augustins&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen 1999, S. 2, ISBN 3-16-147046-X. (Quelle: Ferdinand Christian Baur: &amp;#039;&amp;#039;Das manichäische Religionssystem&amp;#039;&amp;#039;. Neudr. nach d. Ausg. von 1831, Göttingen 1928, [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;cqlMode=true&amp;amp;query=idn%3D572346158 DNB].)&amp;lt;/ref&amp;gt; Augustin hat nach Baur für den Urzustand [[Adam und Eva|Adams]] genau dieselbe Freiheit behauptet wie [[Pelagius (Theologe)|Pelagius]] für den Menschen insgesamt. So sei er von der Freiheit des Menschen ausgegangen, um sie sogleich wieder fallen zu lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Drecoll2&amp;quot; /&amp;gt; Der Philosoph [[Peter Sloterdijk]] pointierte, dass das Phänomen Augustinus „ideen- und mentalitätsgeschichtlich schicksalhaft“ geworden sei, „weil durch ihn der bewegendste Gedanke der alten Welt, [[Platon]]s Deutung der [[Liebe]] als Heimweh nach dem [[Universalienproblem|präexistentiell]] intuierten [[Das Gute|Guten]], einer folgenreichen, verdüsterenden Neudeutung, ja einer Umkehrung unterworfen wurde“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sloterdijk8f&amp;quot;&amp;gt;Peter Sloterdijk: &amp;#039;&amp;#039;Vorbemerkungen&amp;#039;&amp;#039;. In: Kurt Flasch: &amp;#039;&amp;#039;Augustinus&amp;#039;&amp;#039;. München 2000, S. 8 f., ISBN 3-423-30692-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und er fügte hinzu: „Augustinus hat die Schleusen geöffnet, durch die seither [[Masochismus|primärmasochistische]] Energien ins europäische Denken einströmen; er hat – mit einer Radikalität, die ihn geradezu in den Rang einer höheren Gewalt erhob – das menschlich Unheilbare zum Hauptmotiv seiner Wirklichkeitsdeutung erhoben“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sloterdijk8f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Wirkungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon kurz nach dem Tod von Augustinus setzte eine „Verzettelung“ hinsichtlich der Rezeption seiner Schriften ein, die dazu führte, dass seine Denkweisen nur bruchstückhaft an die christlichen Denker des [[Mittelalter]]s vermittelt wurden. So wurden in die erkenntnistheoretische Diskussion und in der Frage um den ontologischen [[Gottesbeweis]] lediglich die frühen Schriften von Augustinus aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt; Gleichsam interessierten sich die Denker des Mittelalters für die politischen Aspekte der Schriften von Augustinus. Das Hauptaugenmerk des „politischen Augustinismus“ richtete sich dabei auf dessen Werk über den [[Gottesstaat]] (&amp;#039;&amp;#039;De civitate Dei&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders für das [[Franziskanische Orden|Franziskanertum]] war ein „starker Augustinismus“ stets charakteristisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reventlow213f&amp;quot;&amp;gt;Henning Reventlow: &amp;#039;&amp;#039;Epochen der Bibelauslegung&amp;#039;&amp;#039;. Von der Spätantike bis zum ausgehenden Mittelalter. München 1994, S. 213 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für das ausgehende Hochmittelalter ist diesbezüglich vor allem der Philosoph und Theologe [[Bonaventura]] (1221–1274) zu erwähnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reventlow213f&amp;quot; /&amp;gt; Rezipiert wurde Augustinus auch von [[Geert Groote|Gerard Groote]] (1340–1384), der sich ebenso für [[Bernhard von Clairvaux]] interessierte, Schüler von [[Jan van Ruysbroek]] war und später eine eigene [[Bruderschaft]] gründete. Die bedeutendste Schrift dieser Bruderschaft, die erhebliche Verbreitung fand, war die &amp;#039;&amp;#039;[[Nachfolge Christi]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ruggiero Romano]] / [[Alberto Tenenti]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Grundlegung der modernen Welt&amp;#039;&amp;#039;. Spätmittelalter, Renaissance, Reformation. Fischer Weltgeschichte Band 12. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1994, S. 108.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Ideengeschichte|ideengeschichtlicher]] Hinsicht lässt sich der Augustinismus auch in der Zeit der [[Renaissance]] und [[Reformation]] nachweisen. So vor allem in der [[Gnadenlehre]] und [[Rechtfertigungslehre]] sowie in der [[Zwei-Reiche-Lehre|Reichen]] des Kirchenreformators [[Martin Luther]] (1483–1546).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt; Das [[Konzil von Trient]], dessen Beschlüsse in Opposition zur [[Protestantismus|protestantischen Reformation]] formuliert wurden, zeigte dagegen hinsichtlich der Gnaden-, Kirchen- und [[Sakrament]]enlehre einen anderen Augustinus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neuen Entdeckungen in der Zeit der Renaissance führten zu Verunsicherungen. Entgegen der von Augustinus vertretenen Auffassung hatten die Entdeckungen gezeigt, dass es eine Vielzahl irdischer Welten gibt und die Möglichkeit eines polygenetischen Ursprung der Menschheit nicht auszuschließen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RomanoTenenti201f&amp;quot;&amp;gt;Ruggiero Romano / Alberto Tenenti: &amp;#039;&amp;#039;Die Grundlegung der modernen Welt&amp;#039;&amp;#039;. Spätmittelalter, Renaissance, Reformation. Fischer Weltgeschichte Band 12. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1994, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere die [[Jesuiten]] versuchten die neuen Tatsachen mit alten Prinzipien zu versöhnen, indem sie den philosophischen Begriff [[Erfahrung]] heranzogen, „um zu erklären, wie und warum ein Augustinus irren konnte“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RomanoTenenti201f&amp;quot; /&amp;gt; Auch bei dem Philosophen [[Gottfried Wilhelm Leibniz]] (1646–1716) findet sich ein entsprechender Versuch der Neudeutung von Augustinus. So war Leibniz der Ansicht, dass die antike Meinung von der „Winzigkeit“ des [[Universum]]s Augustinus daran gehindert habe, eine angemessene Erklärung für das [[Das Böse|Böse]] zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Susan Neiman]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Böse denken&amp;#039;&amp;#039;. Eine andere Geschichte der Philosophie. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2004, S. 56, ISBN 3-518-58389-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Jansenismus]] des 17. und 18. Jahrhunderts setzte sich vor allem mit den „düsteren“ Denkweisen von Augustinus auseinander und beschäftigte sich mit dessen Gnadenlehre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso finden sich Ideen von Augustinus im Werk des politischen Philosophen [[Jean-Jacques Rousseau]] (1712–1778), für den vor allem die Frage nach der [[Freiheit]] des Menschen in der politischen, [[Bürgertum|bürgerlichen]] Gemeinschaft im Mittelpunkt seiner Überlegungen stand.&amp;lt;ref&amp;gt;Hiltrud Naßmacher: &amp;#039;&amp;#039;Politikwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. München / Wien / Oldenbourg 1994, S. 308 f., ISBN 3-486-22393-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Philosophin [[Susan Neiman]] schrieb diesbezüglich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gleich Augustinus sah Rousseau in der menschlichen Freiheit Gottes größte Gabe; gleich Augustinus schilderte er unermüdlich, wie sehr wir sie missbrauchen. Anders als Augustinus meint Rousseau, der [[Sündenfall]] und die mögliche [[Erlösung]] davon ließen sich ganz und gar [[Natur|natürlich]] erklären. &amp;#039;&amp;#039;Natürlich&amp;#039;&amp;#039; meint hier: [[Wissenschaft|wissenschaftlich]] im Gegensatz zu [[Theologie|theologisch]]. Rousseau setzt die Geschichte an die Stelle der Theologie, und an die Stelle der Gnade die pädagogische [[Psychologie]].“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Susan Neiman]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Böse denken&amp;#039;&amp;#039;. Eine andere Geschichte der Philosophie. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2004, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Philosophie des 20. Jahrhunderts ist die Rezeption der Denkweisen von Augustinus nachweisbar, so zum Beispiel bei [[Max Scheler]] (1874–1928) und [[Martin Heidegger]] (1889–1976).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geerlings111&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hannah Arendt]] (1905–1975) legte in ihrer 1929 erschienenen Dissertation &amp;#039;&amp;#039;[[Der Liebesbegriff bei Augustin]]&amp;#039;&amp;#039; erstmals – anknüpfend an eine These in den &amp;#039;&amp;#039;[[Confessiones|Bekenntnissen]]&amp;#039;&amp;#039; – die Grundlage für ihre Auffassung über die herausragende Bedeutung der Geburt (später Gebürtlichkeit, Natalität) gegenüber einer Philosophie des Todes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludger Lütkehaus]] (Hg.) Vorwort. In: Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Der Liebesbegriff bei Augustin. Versuch einer philosophischen Interpretation.&amp;#039;&amp;#039; Berlin Wien 2003 S. 7–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihren Werken zitiert sie häufig eine Stelle aus Augustinus’ &amp;#039;&amp;#039;De civitate Dei&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
::„Initium ut esset, creatus est homo, ante quem nullus fuit.“ „Damit ein Anfang sei, wurde der Mensch geschaffen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Aus Buch 12, zitiert nach: Ludger Lütkehaus (Hg.) Vorwort. In: Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Der Liebesbegriff bei Augustin. Versuch einer philosophischen Interpretation.&amp;#039;&amp;#039; Berlin Wien 2003 S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der politischen Theologie um die Jahrhundertwende war [[Adolf von Harnack]] (1851–1930) von herausragender Bedeutung. In seiner 1922 verlegten Schrift &amp;#039;&amp;#039;Augustin&amp;#039;&amp;#039; postulierte Harnack seine Forderung nach einem „neuen Augustinismus“, in dem „die [[Ehrfurcht]] vor Gott als der Quelle aller hohen Güter die Erkenntnis und die [[Gesinnung]]en der Menschen durchdringt, die wahre Freiheit begründet und einen Bund der [[Gerechtigkeit]] und des [[Frieden]]s schafft“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nottmeier287&amp;quot;&amp;gt;Christian Nottmeier: &amp;#039;&amp;#039;Adolf von Harnack und die deutsche Politik 1890–1930&amp;#039;&amp;#039;. Eine biographische Studie zum Verhältnis von Protestantismus, Wissenschaft und Politik. Tübingen 2004, S. 487, ISBN 3-16-148154-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Harnacks Blick richtete sich auf eine Erneuerung der [[Kultur]] im Sinne einer [[Idealismus (Philosophie)|idealistischen]] geistigen Vertiefung, ohne sich gegen die Errungenschaften der [[Moderne]] zu richten. Massiv gegen [[Oswald Spengler]]s damals populäres Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untergang des Abendlandes]]&amp;#039;&amp;#039; argumentierte er explizit mit seiner Augustinus-Rezeption. Großes Lob erhielt Harnack für seine Schrift &amp;#039;&amp;#039;Augustin&amp;#039;&amp;#039; von dem Dichter [[Gerhart Hauptmann]] (1862–1946).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nottmeier287&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturhistoriker [[Friedrich Heer]] konstatierte in seinem erstmals 1968 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;Gottes erste Liebe&amp;#039;&amp;#039; die Geschlechtsfurcht als ein Merkmal des Augustinismus. Dabei verwendete Heer die Begriffe „Augustinismus“ und „Manichäismus“ als ein [[Epitheton|Doppelepitheton]] und stellte einen Bezug zum modernen [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]] her. So schrieb er, dass zum Zeitpunkt seiner Niederschrift „kirchliche Kampagnen gegen die Sexualisierung, gegen die [[Sexwelle]] durch Stadt und Land“ laufen würden. Und er fügte hinzu: „Sie beruhen auf augustinischen und manichäischen Grundlagen. Der latente Manichäismus ist die Krebskrankheit der Christenheit. Der Antisemitismus setzt sich gerne in Metastasen dieses Krebses fest.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Heer: &amp;#039;&amp;#039;Gottes erste Liebe&amp;#039;&amp;#039;. Die Juden im Spannungsfeld der Geschichte. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. / Berlin 1986, S. 520 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gustav Friedrich Wiggers]]: &amp;#039;&amp;#039;Versuch einer pragmatischen Darstellung des Augustinismus und [[Pelagianismus]] nach ihrer geschichtlichen Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 1833. [https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;id=MkIAAAAAYAAJ&amp;amp;dq=Augustinismus&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=cDmIvKWbOF&amp;amp;sig=HPNCvYX3wve_TBQVtf0K_ajCjpg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#PPP1,M1 Google Books]&lt;br /&gt;
* [[Odilo Rottmanner]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Augustinismus. Eine [[Dogmengeschichte|dogmengeschichtliche]] Studie.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlicht vom Verlag der J.J. Lentner’schen Buchhandlung, 1892.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bernheim]]: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliche Zeitanschauungen in ihrem Einfluß auf Politik und Geschichtsschreibung&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen 1918. (Neudruck, Tübingen 1964, [https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;amp;cqlMode=true&amp;amp;query=idn%3D450410374 DNB].)&lt;br /&gt;
* Ricarda Winterswyl: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zum politischen Augustinismus und [[Neuplatonismus]] in der mittelalterl. Rechtslehre, mit bes. Berücksichtigung des [[Hostiensis]]&amp;#039;&amp;#039;. Diss., München 1958.&lt;br /&gt;
* [[Georg Denzler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die verbotene [[Lust]]. 2000 Jahre christliche Sexualmoral.&amp;#039;&amp;#039; München 1988. (Neuaufl., Weyarn 1997, ISBN 3-932131-04-5.)&lt;br /&gt;
* [[Karl Löwith]]: &amp;#039;&amp;#039;Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Die theologischen Voraussetzungen der Geschichtsphilosophie.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1953. (Neuaufl., Stuttgart 2004, ISBN 3-476-02010-X.)&lt;br /&gt;
* [[Dietrich Ritschl]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Last des augustinischen Erbes&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Parrhesia]]&amp;#039;&amp;#039;. [[Karl Barth]] zum 80. Geburtstag. Zürich 1966, S. 470–490.&lt;br /&gt;
* [[Erich Przywara]]: &amp;#039;&amp;#039;Augustinisch. Ur-Haltung des Geistes&amp;#039;&amp;#039; (= Kriterien 17). Johannes Verlag, Einsiedeln 1970.&lt;br /&gt;
* [[Susanne Hausammann]]: &amp;#039;&amp;#039;Alte Kirche&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 3: &amp;#039;&amp;#039;Gottes Dreiheit – des Menschen Freiheit. Trinitätslehre, Anfänge des Mönchtums, Augustin und Augustinismus. Zur Geschichte und Theologie vom 4./5. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Neukirchen-Vluyn 2003, ISBN 3-7887-1922-2.&lt;br /&gt;
* [[Traugott Koch]] / Stephan von Twardowski: &amp;#039;&amp;#039;Die Entstehung der lutherischen Frömmigkeit. Die Rezeption pseudo-augustinischer Gebetstexte in der Revision früher lutherischer Autoren ([[Andreas Musculus]], [[Martin Moller]], [[Philipp Kegel]], [[Philipp Nicolai]]).&amp;#039;&amp;#039; Waltrop 2004, ISBN 3-89991-021-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?query=Augustinismus&amp;amp;method=simpleSearch Literatur zum Thema Augustinismus] im Katalog der [[Deutsche Nationalbibliothek|Deutschen Nationalbibliothek]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antikenrezeption]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsrezeption]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Theologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gnosis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustinus von Hippo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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