<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=August_Sternickel</id>
	<title>August Sternickel - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=August_Sternickel"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Sternickel&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T03:57:03Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Sternickel&amp;diff=1455755&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bleichi: /* Tat von 1913 */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Sternickel&amp;diff=1455755&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-06-27T19:40:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Tat von 1913&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Fotothek df rp-d 0510049 August Sternickel.jpg|mini|August Sternickel]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;August Sternickel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. Mai]] [[1866]] in [[Mszana|Mschanna]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.territorial.de/obschles/rybnik/gem1908.htm territorial.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;([[Kreis Rybnik]]); † [[30. Juli]] [[1913]] in [[Frankfurt an der Oder]] ([[Hinrichtung|hingerichtet]])) war ein deutscher [[Brandstiftung|Brandstifter]] und [[Mord|Mörder]]. Bekannt wurden vor allem zwei Taten 1905 und 1913, bei denen er die Leichen seiner Opfer jeweils bei gelegten Bränden verbrannte. In der Zeit zwischen den Taten wurde er [[steckbrief]]lich gesucht, war allerdings unter falschen Namen unterwegs und blieb verschwunden. Die jahrelange Suche führte in der Zeit zu einem regelrechten &amp;#039;&amp;#039;Sternickel-Schrecken&amp;#039;&amp;#039; in der Bevölkerung, bei der ihm Brände von Bauernhäusern im gesamten Gebiet des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Reiches]] in der Öffentlichkeit zugeschrieben wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schwinge|Maximillian Jacta]]: &amp;#039;&amp;#039;Berühmte Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;. Band: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland II&amp;#039;&amp;#039;. Goldmann-Verlag, München 1967, S. 202 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach seiner Verurteilung 1913 war der Fall Sternickel Gegenstand von [[Moritat]]en auf Jahrmärkten und auch Gegenstand von Zeitungsberichten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schwinge|Maximillian Jacta]]: &amp;#039;&amp;#039;Berühmte Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;. Band: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland II&amp;#039;&amp;#039;. Goldmann-Verlag, München 1967, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Sternickel war Sohn eines Bäckers. Er erlernte das Handwerk eines [[Müller (Berufsbezeichnung)|Müllers]], wurde Müllergeselle und Mahlknecht. Persönlich redegewandt und gutaussehend begann er sich zunächst als [[Heiratsbetrug|Heiratsschwindler]] zu betätigen. So verlobte er sich im Gebiet des [[Oderbruch]]s mit der Tochter einer vermögenden Familie und spielte dabei vor, dass er der Sohn eines [[Rittergut]]sbesitzers sei. Er selbst sei dabei, sich ebenfalls nach einem zu erwerbenden Gut umzusehen. Wegen eines angeblichen kurzfristigen Liquiditätsproblemes wandte er sich an den Vater seiner Verlobten und bat diesen um einen Kredit von 3.000&amp;amp;nbsp;[[Mark (1871)|Mark]]. Nachdem der Vater sich bei Dritten nach Sternickel erkundigt hatte und die Antworten negativ waren, wurde die Verlobung aufgelöst. Sternickel gelang es aber, sich der Strafverfolgung in diesem Fall noch zu entziehen. Er wurde allerdings dann wegen anderer Schwindeleien mehrmals verurteilt, wenn die Strafen auch eher geringfügig ausfielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten [[Eigentumsdelikt]]e, angefangen vom [[Diebstahl (Deutschland)|Diebstahl]] an seinen Schlafstellen, bis schließlich zum Einbruch. Wegen Einbruchsdiebstahl wurde er dann erstmals zu einer [[Zuchthaus]]strafe verurteilt. Seine letzte diesbezügliche Strafe wegen Rückfalldiebstahles wurde durch eine [[Strafkammer]] in [[Nysa|Neiße]] ausgesprochen. Nachdem er diese Strafe abgesessen hatte, begab er sich nach [[Berlin]], wo er in und um Berlin als Gelegenheitsarbeiter tätig wurde. Schließlich begab er sich endgültig in ein Leben als Wanderarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mordfall von 1905 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Młyn w Plakowicach.JPG|mini|Windmühle in Plagwitz, mit dem ermordeten Müller Knappe]]&lt;br /&gt;
1905 gelangte Sternickel nach [[Płakowice|Plagwitz]] im [[Landkreis Löwenberg in Schlesien]]. Er fand bei Herrn Knappe, dem Besitzer der Mühle, eine Anstellung. Die dortige Mühle war relativ bekannt, da es um die Plagwitzer Mühle während der [[Befreiungskriege]] zu schweren Kämpfen zwischen französischen und russischen Einheiten gekommen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Hilfe von zwei Komplizen, den Brüdern Reinhold und Wilhelm Pietsch, beraubte und ermordete er den Besitzer der Mühle. Um die Tat zu vertuschen, steckte Sternickel anschließend die Mühle an, die dann in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli 1905 niederbrannte. Unter den Trümmern konnte allerdings die Leiche noch gefunden werden; es war auch noch erkennbar, dass der Müller ermordet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar war relativ schnell klar, dass Sternickel die Tat begangen hatte, er war allerdings verschwunden. Auch die Einschaltung der Mordkommission in Berlin blieb bei den Ermittlungen nach ihm erfolglos. Nach langen Ermittlungen konnten aber seine Komplizen festgenommen werden. Am 20. Oktober 1910 wurde gegen die Brüder Pietsch vor dem Landgericht Hirschberg verhandelt. Beide sagten aus, dass Sternickel der Urheber der Tat gewesen sei. Reinhold Pietsch konnte zwar eine Beteiligung am [[Raub (Deutschland)|Raub]] an dem Müller, nicht aber eine Beteiligung an dem Mord nachgewiesen werden. Er wurde wegen des Raubes zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Seinem Bruder Wilhelm konnte eine konkrete Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden, er wurde daher aus Mangel an Beweisen freigesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeit des Untertauchens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1905 und seiner Tat von 1913 blieb Sternickel für die Behörden nicht auffindbar, obwohl sogar die [[Kriminalpolizei (Deutschland)|Kriminalpolizei]] von Berlin als damals führende Kriminalbehörde eingeschaltet wurde. Er hatte sich wieder auf Wanderschaft begeben und war auf dem Lande als landwirtschaftlicher Arbeiter und zuweilen auch als Müllergeselle tätig. Er bediente sich hierbei falscher Namen. Seine Arbeitgeber in dieser Zeit waren ausgesprochen zufrieden mit ihm. Er zeigte Arbeitseifer und Fleiß. Besonders im Umgang mit ihm anvertrauten Tieren zeigte er sich vorbildlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jacta202&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Schwinge|Maximillian Jacta]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein gerissener Kapitalverbrecher – Der Fall August Sternickel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Berühmte Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;. Band: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland II&amp;#039;&amp;#039;. Goldmann-Verlag, München 1967, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nicht geringe Gruppe von Personen, die ein ähnliches Wanderleben wie Sternickel in dieser Zeit führte, war von den Polizeibehörden des 19. Jahrhunderts bereits als erhebliches Sicherheitsrisiko angesehen worden. In der Folge wurden nach und nach umfassende Melde- und Ausweispflichten zur polizeilichen Überwachung eingeführt. Diese wurden mehr und mehr verfeinert und waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts trotz einiger logistischer Probleme relativ umfassend.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Becker: &amp;#039;&amp;#039;Dem Täter auf der Spur – Eine Geschichte der Kriminalistik&amp;#039;&amp;#039;. Primus-Verlag, Darmstadt 2005, ISBN 3-89678-275-4, S. 70–74.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sternickel kam allerdings trotz des Fehlens entsprechender Papiere zugute, dass zur Zeit seiner Flucht auf dem Lande, vor allem während der Erntezeit, ein erheblicher Mangel an Arbeitskräften bestand. In der Folge waren die Betreiber landwirtschaftlicher Betriebe erheblich stärker an fähigen und willigen Arbeitskräften als an der Einhaltung von melderechtlichen Vorschriften interessiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jacta202&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Zeugenaussagen ließ sich ableiten, dass er als angeblicher Heuhändler &amp;#039;&amp;#039;Winckler&amp;#039;&amp;#039; 1909 eine Witwe Krause und 1910 den [[Kötter|Kossäten]] Knöting getötet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schwinge|Maximillian Jacta]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein gerissener Kapitalverbrecher – Der Fall August Sternickel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Berühmte Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;. Band: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland II&amp;#039;&amp;#039;. Goldmann-Verlag, München 1967, S. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tat von 1913 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Kallies, der Besitzer eines etwa 60&amp;amp;nbsp;[[Morgen (Einheit)|Morgen]] großen Gutes in der Nähe von [[Ortwig]], stellte im Oktober 1912 August Sternickel als Knecht unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Otto Schöne&amp;#039;&amp;#039; ein. Neben der Bewirtschaftung seines Gutes betrieb Kallies noch eine Außenstelle der lokalen [[Sparkasse]]. Schöne erwies sich als guter Arbeiter, besonders ihm anvertraute Tiere behandelte er vorbildlich. Dem Bauern fiel allerdings auf, dass Schöne gelegentlich tagelang abwesend war und dass er ihm keine Papiere vorlegte. Schöne weigerte sich, seinem Arbeitgeber mitzuteilen, wohin er verschwand. Während der Knecht eines Tages abwesend war, durchsuchte Kallies Ende 1912 den Besitz Schönes nach Papieren. Schöne bemerkte dies. Sternickel sagte später aus, dass dies der Moment gewesen sei, wo er beschlossen habe, sich dafür an seinem Arbeitgeber zu rächen. Sternickel sprach in einer Herberge in [[Müncheberg]] den damals zwanzigjährigen Georg Kersten, dessen 18-jährigen Bruder Willy und den 21-jährigen Franz Schliewenz an, ob sie „dufte Berliner“ seien, die mit ihm „ein Ding drehen“ wollten. Diese bejahten. Gemäß der Verabredung begaben sich die drei an einem frühen Morgen zum Kuhstall von Kallies. Dort wurde der Bauer überwältigt und mit einer Schnur [[Erdrosseln|erdrosselt]]. Als kurz darauf die 16-jährige Magd Anna Phillip den Stall betrat, um die Kühe zu melken, wurde auch sie überwältigt und ebenfalls erdrosselt. Anschließend begaben sich die vier in das Hauptgebäude und die Ehefrau von Kallies wurde im Bett getötet. Danach wurden die beiden Kinder des Bauern geweckt, mit einer Pistole bedroht und gezwungen, anzugeben, wo sich die Geldkassette von Kallies befand. Die beiden Töchter wurden anschließend eingesperrt. Die Beute wurde durch Sternickel aufgeteilt – jeder seiner Komplizen erhielt hierbei 100&amp;amp;nbsp;Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hinrichtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sternickel schrieb während der letzten Tage vor seiner [[Hinrichtung]] in Frankfurt an der Oder 1913 an seinen Memoiren und ließ sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. „Als er wenige Stunden vor dem kritischen Zeitpunkt damit fertig war, verlangte er ein Bad, kleidete sich hierauf sehr vorteilhaft an und hielt später auf dem Richtplatz an die Versammelten eine witzige Ansprache“, verlautete 1930 in der &amp;#039;&amp;#039;Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform&amp;#039;&amp;#039;. [[Enthauptung|Enthauptet]] wurde der 47-Jährige durch den [[Scharfrichter]] [[Lorenz Schwietz]] aus [[Breslau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Erich Schwinge|Maximillian Jacta]], &amp;#039;&amp;#039;Ein gerissener Kapitalverbrecher – Der Fall August Sternickel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Berühmte Strafprozesse&amp;#039;&amp;#039;. Band: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland II&amp;#039;&amp;#039;. Goldmann-Verlag, München 1967, S. 200–214.&lt;br /&gt;
* [[Hugo Friedländer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Räuberwesen / Der Raubmörder August Sternickel vor den Geschworenen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;. Band 12, Berlin 1913; {{zeno.org|20003607453}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sternickel, August}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Serienmörder (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Mordfall)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Deutsches Kaiserreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1866]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Sternickel, August&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Raubmörder und Brandstifter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. Mai 1866&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Mschanna [[Kreis Rybnik]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. Juli 1913&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Frankfurt an der Oder]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bleichi</name></author>
	</entry>
</feed>