<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=August_Hirt</id>
	<title>August Hirt - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=August_Hirt"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Hirt&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T00:36:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Hirt&amp;diff=597940&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 22. November 2025 um 23:36 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=August_Hirt&amp;diff=597940&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-22T23:36:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;August Erwin Theobald Hirt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 56 ff.&amp;quot; /&amp;gt; (* [[29. April]] [[1898]] in [[Mannheim]]; † [[2. Juni]] [[1945]] in [[Schluchsee (Gemeinde)|Schönenbach]]) war ein [[Anatomie|Anatom]] deutscher und schweizerischer Nationalität. Er hatte Professuren an den Universitäten [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Heidelberg]], [[Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald|Greifswald]] und [[Johann Wolfgang Goethe-Universität|Frankfurt]] sowie der [[Reichsuniversität Straßburg]] inne. Hirt führte [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuche]] mit dem Kampfstoff [[Senfgas]] (Lost) an Häftlingen des [[KZ Natzweiler-Struthof]] durch und war maßgeblich an der Ermordung von 86 jüdischen Häftlingen aus dem [[KZ Auschwitz]] beteiligt, die zur Anlage der [[Straßburger Schädelsammlung]] am dortigen Anatomischen Institut dienen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und akademischer Werdegang ===&lt;br /&gt;
August Hirt war eines von neun Geschwistern in der Familie Hirt. Sein Vater Johannes Hirt war ein Kaufmann, seine Mutter war Charlotte Maria Katharina Hirt. Beide Eltern besassen die Schweizer Staatsangehörigkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 56 ff.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Hirt besuchte das [[Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim|Karl-Friedrich-Gymnasium]] in Mannheim.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karen Strobel, Brigitte Zwerger |Titel=Betrachtungen und Quellenstudien zur frühen völkischen Bewegung in Mannheim bis 1922 |Verlag=Marchivum |Ort=Mannheim |Datum=2020 |Seiten=188-189 |Online=https://www.marchivum.de/sites/default/files/2020-10/Betrachtungen_Quellenstudien%20fr%C3%BChe%20v%C3%B6lkische%20Bewegung%20_Strobel_Zwerger_04_10_2020.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1914 meldete sich der Gymnasiast freiwillig zur Teilnahme am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Im Oktober 1916 wurde er durch einen Durchschuss des Oberkiefers verletzt. Ausgezeichnet mit dem [[Eisernes Kreuz|Eisernen Kreuz II. Klasse]] kehrte Hirt nach Mannheim zurück und legte 1917 sein Abitur ab. Anschließend studierte er an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]] Medizin. Er war seither Mitglied der [[Burschenschaft Normannia zu Heidelberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Schwartzer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Adreßbuch des [[Allgemeiner Deutscher Burschenbund|Allgemeinen Deutschen Burschenbundes]]&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Stand vom 1. August 1919&amp;#039;&amp;#039;, Max Schlutius, Magdeburg 1919, S. 115&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willy Nolte]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1934, S. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1921 nahm er zusätzlich die [[deutsche Staatsbürgerschaft]] an. Hirt promovierte 1922 mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Der Grenzstrang des Sympathicus bei einigen Sauriern&amp;#039;&amp;#039;. Anschließend war er am Anatomischen Institut der Universität Heidelberg tätig, 1925 [[Habilitation|habilitierte]] er sich mit der Habilitationsschrift &amp;#039;&amp;#039;Über den Faserverlauf der Nierennerven&amp;#039;&amp;#039;. Ab 1930 war er außerordentlicher Professor am Institut.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Jahr 1930 wird von Klee (&amp;#039;&amp;#039;Auschwitz,&amp;#039;&amp;#039; S. 356), Benzenhöfer (&amp;#039;&amp;#039;Hirt,&amp;#039;&amp;#039; S. 23) und [[Axel W. Bauer|Bauer]] (&amp;#039;&amp;#039;Die Universität Heidelberg und ihre medizinische Fakultät 1933–1945. Umbrüche und Kontinuitäten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; 11 (1996), Heft 4, S. 11) angegeben. Wechsler nennt wohl irrtümlich 1933 als Jahr der außerordentlichen Professur.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Hirt trat im September 1932 dem [[Kampfbund für deutsche Kultur]] bei.&amp;lt;ref&amp;gt;Bauer, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. April 1933 folgte die Mitgliedschaft in der [[Schutzstaffel|SS]] ([[Liste von SS-Mitgliedsnummern|SS-Nummer]] 100.414), in der Hirt bis 1944 zum [[SS-Sturmbannführer|Sturmbannführer]] aufstieg. Ab dem 1. März 1942 gehörte er dem [[SS-Hauptämter|Persönlichen Stab Reichsführer SS]] an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kater1998&amp;quot; details=&amp;quot;S. 248&amp;quot; /&amp;gt; Zum 1. Mai 1937 trat Hirt der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 4.012.784).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/15881441&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:SS-Verordnungsblatt 20. April 1942 Seite 2.jpg|mini|hochkant|Beförderung zum [[SS-Hauptsturmführer]] an [[Führergeburtstag|Hitlers Geburtstag]] 1942 im SS-Verordnungsblatt]]&lt;br /&gt;
Ab dem 1. April 1936 war Hirt ordentlicher Professor und Direktor des Anatomischen Instituts der [[Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald|Universität Greifswald]], zum 1. Oktober 1938 ging er in gleicher Position an die [[Johann Wolfgang Goethe-Universität|Universität Frankfurt]], während der dortige Ordinarius [[Wilhelm Pfuhl (Mediziner)|Wilhelm Pfuhl]] nach Greifswald wechselte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;eberle2015&amp;quot;&amp;gt;[[Henrik Eberle]]: &amp;#039;&amp;#039;»Ein wertvolles Instrument«. Die Universität Greifswald im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, 2015, ISBN 978-3-412-22397-7, S. 693f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Universität Greifswald: &amp;#039;&amp;#039;Personalakte Prof. August Hirt.&amp;#039;&amp;#039; 1936–1938, {{URN|nbn:de:gbv:9-g-5196040}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Oberarzt im Heer von August 1939 bis April 1941 nahm Hirt am [[Westfeldzug]] teil. Ab dem 1. Oktober 1941 war er Direktor des Anatomischen Instituts der neugegründeten Reichsuniversität Straßburg.&amp;lt;ref&amp;gt;Biographische Angaben – insofern nicht anders angegeben – nach Patrick Wechsler: &amp;#039;&amp;#039;La Faculté de Medecine de la „Reichsuniversität Straßburg“ (1941–1945) a l’heure nationale-socialiste.&amp;#039;&amp;#039; Straßburg 1991, S. 126–129 ([http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1896/ Arbeit auf dem Dokumentenserver der Universität Freiburg]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirt heiratete am 25. September 1923 Marie Frieda Häffner,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 56 ff.&amp;quot; /&amp;gt; die Tochter Renate wurde 1923, der Sohn Rainer 1929 geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 106&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=http://www.encyclopedie.bseditions.fr/article.php?pArticleId=6&amp;amp;pChapitreId=19072&amp;amp;pSousChapitreId=19075 |titel=Alsace : l’Alsace au temps des « malgré nous » |werk=encyclopedie.bseditions.fr |datum= |abruf=2025-09-28 |kommentar=Familienfoto}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaftliches Wirken und Menschenversuche ===&lt;br /&gt;
August Hirt beschäftigte sich seit den Anfängen seiner beruflichen Tätigkeit vor allem mit dem Einfluss des [[Sympathikus]] auf Organsysteme. Ab Ende der 1920er Jahre kam die Beschäftigung mit der sogenannten Intravitalmikroskopie, einer Form der [[Fluoreszenzmikroskopie]] zur Untersuchung lebenden Gewebes, hinzu. Diese Forschungen führte Hirt größtenteils in Zusammenarbeit mit dem Pharmakologen [[Philipp Ellinger]] durch, der 1933 gemäß dem [[Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums]] entlassen wurde und daraufhin nach England emigrierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Verzeichnis der Schriften Hirts nach Wechsler, S. 126 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hirt propagierte den Einsatz dieser Technik bei der Therapie von [[Krebs (Medizin)|Krebserkrankungen]] und von Schäden durch den Kampfstoff Lost (Senfgas).&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Sievers mit dem vorläufigen Bericht Hirts an Brandt, 9. Februar 1942, Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1047-letter-to-rudolf-brandt?q=NO-085 NO-085], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lostversuche ====&lt;br /&gt;
Während seiner Einberufung zur [[Wehrmacht]] war Hirt 1939 kurzzeitig an das Institut für Pharmakologie und Wehrtoxikologie der [[Pépinière|Militärärztlichen Akademie]] in Berlin abkommandiert, wo er Versuche mit dem Kampfstoff [[Senfgas]] ([[Loste|Lost]]) durchführte. In den Versuchen hatte Hirt die therapeutische Wirkung von [[Trypaflavin]] bei Lostschädigungen untersucht, sowohl im [[Tierversuch]] als auch an zwei Probanden der Militärakademie. Laut Hirt wurde die Heilung des geschädigten Gewebes „zweifellos beschleunigt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Sievers vom 2. Juni 1942 mit Bericht Hirts an Brandt, Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1075-letter-and-report-concerning?q=NO-97#p.1 NO-97], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Leiter des Instituts, der Toxikologe [[Wolfgang Wirth (Mediziner, 1898)|Wolfgang Wirth]], äußerte in einer Vernehmung nach Ende des Krieges, dass man sich davon überzeugt habe, „daß an der Sache nichts ist. Hirt selbst hat Versuche bei uns gemacht und auch welche vorgeführt. Das Ganze entwickelte sich immer mit sehr viel Getöse“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee1997&amp;quot; details=&amp;quot;S. 358&amp;quot; /&amp;gt; Laut Wirth bat man um die Ablösung Hirts und äußerte sich hinsichtlich seiner Versuche ablehnend gegenüber der Heeresinspektion. Hirt stellte die „Beschränkung seines Kommandos“ als Grund für die unvollendeten Versuche dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brief Sievers&amp;quot;&amp;gt;Brief Sievers vom 2. Juni 1942.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse aus den Versuchen mit Lost-Kampfstoff verwendete Hirt nach eigenem Bekunden auch während seiner Abkommandierung an die Westfront: Er behandelte einen Apotheker mit Trypaflavin und Umschlägen, der sich bei einem Laboratoriumsunfall die Hand mit Lost verletzt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;August Hirt, &amp;quot;Bericht über die im Auftrag der Wehrmacht ausgeführten Lost-Untersuchungen&amp;quot;. Dokument NO-97, Nuremberg Trials Project. [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1075-letter-and-report-concerning?q=NO-97#p.1 NO-97] Abgerufen am 26. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese „Behandlung“, von deren Wirksamkeit sich Hirt überzeugt zeigte, muss entweder im Herbst 1939 oder direkt vor der Offensive gegen Frankreich (Mai 1940) stattgefunden haben, denn zwischenzeitlich (ab Anfang Januar 1941) war Hirt wieder an die Universität Frankfurt zurückkommandiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/57429 Udo Benzenhöfer: August Hirt – Verbrecherische Menschenversuche mit Giftgas und &amp;#039;terminale&amp;#039; Anthropologie], S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Frankfurter Zeit Anfang 1940&amp;lt;ref&amp;gt;[http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/57429 Udo Benzenhöfer: August Hirt – Verbrecherische Menschenversuche mit Giftgas und &amp;#039;terminale&amp;#039; Anthropologie], S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; stellte Hirt weitere Versuche mit dem Kampfstoff an: Laut seinem Bericht versuchte er, das „Verhalten“ des Kampfstoffes im lebenden Organismus mittels Fluoreszenzmikroskopie zu verfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1075-letter-and-report-concerning?q=NO-97#p.1 NO-97] Abgerufen am 26. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu wurden Versuche an Ratten gemacht, denen prophylaktisch [[Retinol]] (Vitamin A) in hohen Dosen verabreicht wurde, wodurch nach Hirts Darstellung die Überlebenszeit der Tiere verlängert werden konnte. Entsprechende Versuche am Menschen waren geplant, fanden aber nach Hirts Aussage nicht statt, da er zu Beginn des [[Westfeldzug]]s zu seiner Einheit zurückkehren musste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brief Sievers&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Eröffnung der [[Reichsuniversität Straßburg]] am 23. November 1941 traf Hirt mit [[Wolfram Sievers]], Reichsgeschäftsführer der [[Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe]], zusammen. Zum Jahresende wies [[Rudolf Brandt (Jurist)|Rudolf Brandt]], Referent [[Heinrich Himmler]]s, Sievers schriftlich an, dass man Hirt „die Möglichkeit geben möge, mit Gefangenen und mit Berufsverbrechern, die sowieso nicht mehr in Freiheit kommen und mit den für eine Hinrichtung vorgesehenen Personen Versuche jeder Art anzustellen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Brandts an Sievers vom 29. Dezember 1941, Dokument NO-1491, zitiert nach Michael H. Kater: &amp;#039;&amp;#039;Das „Ahnenerbe“ der SS 1935–1945: ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches&amp;#039;&amp;#039;. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-55858-7, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ende 1941, Anfang 1942 musste Hirt seine Versuche mit Kampfstoffen in Straßburg für längere Zeit wegen einer schweren Erkrankung mit Lungenblutungen unterbrechen, die Sievers in einer späteren Aktennotiz vom 26. Juni 1942 (NO-2210) mit den Lost-Versuchen in Zusammenhang brachte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/57429 Udo Benzenhöfer: August Hirt – Verbrecherische Menschenversuche mit Giftgas und &amp;#039;terminale&amp;#039; Anthropologie], S. 28–29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Januar 1942 fragte Sievers bei Hirt hinsichtlich einer möglichen Mitarbeit an einem Projekt zur „Erforschung und Bekämpfung der auf den Menschen einwirkenden Insekten“ an, das Himmler angeordnet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Sievers vom 17. Januar 1942 an Hirt, Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1951-letter-to-prof-august?q=sievers#p.1 NO-791], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe des Frühjahrs plante man Hirt schließlich für Forschungen zur [[Rattenbekämpfung]] ein. Hirt zog die Möglichkeit des Einsatzes von Lost in Erwägung und nahm trotz eines Mangels an Mitarbeitern und Versuchstieren die Experimente an Tieren in Straßburg auf. Für Menschenversuche schlug Wolfram Sievers das [[KZ Dachau]] vor, ausgewählt wurde letztlich das [[KZ Natzweiler-Struthof]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kater1998&amp;quot; details=&amp;quot;S. 248&amp;quot; /&amp;gt; Im Juli 1942 wurde das [[Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung]] im „Ahnenerbe“ begründet und Hirt zum Leiter der &amp;#039;&amp;#039;Abteilung H (Hirt)&amp;#039;&amp;#039; ernannt. Um seine erneute Einberufung in die Wehrmacht zu vermeiden, wurde Hirt in die [[Waffen-SS]] übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Julien Reitzenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://skull-collection.com/august-hirt/ August Hirt]&amp;#039;&amp;#039;. In: skull-collection.com, abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1942 begann August Hirt gemeinsam mit dem Luftwaffenarzt [[Karl Wimmer (Mediziner)|Karl Wimmer]] und dem Anatomen [[Anton Kiesselbach]] mit den Menschenversuchen im KZ Natzweiler-Struthof. Bereits im Oktober hatte man Häftlinge für die Experimente ausgewählt und ihre Tauglichkeit für die Versuche mittels erhöhter Nahrungsrationen herzustellen versucht. Die erste Versuchsreihe wurde aufgrund unzureichender Qualität der Chemikalie abgebrochen, mit einer neuen Lieferung verliefen die Experimente hingegen zu Hirts Zufriedenheit. Die Versuche beschrieb der ehemalige [[Kapo (KZ)|Kapo]] Ferdinand Holl nach Ende des Krieges: Unter Aufsicht Hirts brachte Karl Wimmer den flüssigen Kampfstoff auf die Unterarme der Häftlinge auf, nach zehn Stunden traten an den Körpern Brandwunden auf, die Häftlinge erlitten starke Schmerzen, einige erblindeten. Die Wunden wurden täglich photographisch dokumentiert. Nach fünf oder sechs Tagen starb der erste Häftling, ihm folgten sieben weitere, darunter Häftling Nr. 1656, der am 21. Dezember 1942 verstorbene vermutliche [[Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus|Homosexuelle]] Karl Kirn&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Bonah, Sandrine Gaume, Hans-Joachim Lang, Loic Lutz, Gabriele Moser, Florian Schmaltz |Titel=La médecine nazie contre l’humanité : Expérimentations médicales au camp de concentration de Natzweiler-Struthof |Verlag=Éditions Tallandier |Ort=Paris |Datum=2024 |ISBN=979-1-02105793-7 |Seiten=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (geboren 1907) aus [[Nagold]]. Die zerstörten inneren Organe der Toten wurden entnommen und untersucht, die Überlebenden transportierte man nach etwa zwei Monaten in andere Lager.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeugenaussage Holls vom 3. November 1946, Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/5555-affidavit-concerning-the-poison?q=NO-590#p.1 NO-590], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee1997&amp;quot; details=&amp;quot;S. 366&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kater1998&amp;quot; details=&amp;quot;S. 248&amp;quot; /&amp;gt; Nach Aussage von [[Josef Kramer]], ab Mai 1942 Kommandant des Lagers, und eines ehemaligen Häftlings war auch der Internist [[Otto Bickenbach]] an diesen Versuchen beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitscherlich, &amp;#039;&amp;#039;Medizin ohne Menschlichkeit,&amp;#039;&amp;#039; S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Versuche mit der Lost-Prophylaxe durch Vitamingabe wurden unter Hirts Verantwortung größtenteils von Otto Bickenbach durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Hirts an Sievers vom 23. April 1943, nach Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz,&amp;#039;&amp;#039; S. 381.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12. April 1943 meldete der [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] von Natzweiler-Struthof die Fertigstellung einer zwanzig Kubikmeter großen Gaskammer. Jeweils vier von Bickenbach ausgewählte Häftlinge mussten die Kammer betreten und dann eine gasgefüllte Ampulle zertreten. Laut Holl wurden während dessen Zeit im Lager (bis 1943) insgesamt etwa 150 Personen, aufgeteilt in Gruppen zu 30 Häftlingen, diesen Versuchen unterzogen. In den ersten Gruppen starben durchschnittlich sieben oder acht Häftlinge, die Überlebenden wurden in andere Konzentrations- und Vernichtungslager verbracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee1997&amp;quot; details=&amp;quot;S. 381&amp;quot; /&amp;gt; Im Sommer 1943 erhielt Hirt für seine Lost-Versuche und die Fluoreszenzmikroskopie das [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz]] II. Klasse mit Schwertern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 163&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dringlichkeit der Versuche mit Kampfstoffen wurde im März 1944 von [[Karl Brandt (Mediziner)|Karl Brandt]] angemahnt, worauf Wolfram Sievers diesem einen Bericht über die Versuche Hirts zukommen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitscherlich: &amp;#039;&amp;#039;Medizin,&amp;#039;&amp;#039; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin wurde ein &amp;#039;&amp;#039;Behandlungsvorschlag für Kampfstoffverletzungen mit Lost&amp;#039;&amp;#039; übergeben, den Hirt und Wimmer auf Grundlage der durchgeführten Versuche verfasst hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;August Hirt, Karl Wimmer: &amp;#039;&amp;#039;Behandlungsvorschlag fuer Kampfstoffverletzungen mit Lost.&amp;#039;&amp;#039; 1944. Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1082-memorandum-concerning-lost-gas?q=NO-99#p.1 NO-99], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Skelettsammlung ====&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Straßburger Schädelsammlung}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Strasbourg Hôpital civil plaque institut anatomie.jpg|mini|Gedenktafel für die im KZ Natzweiler-Struthof ermordeten Häftlinge am Institut für Anatomie der Universität Straßburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Camp de concentration de Natweiller-Struthof plaque mémorielle noms des 86 juifs gazés.jpg|mini|Gedenkplakette in Natzweiler-Struthof mit 86 Namen von Ermordeten]]&lt;br /&gt;
Hirts Bericht zu seinen bisherigen Lost-Forschungen und den Möglichkeiten seiner als „[[Intravitalmikroskopie]]“ bezeichneten Fluoreszenzmikroskopie, der am 9. Februar 1942 von Sievers an Brandt weitergeleitet wurde, enthielt einen „Vorschlag zur Sicherstellung der Schädel von [[Jüdischer Bolschewismus|jüdisch-bolschewistischen]] Kommissaren“, nach dem gefangengenommene [[Politkommissar]]e systematisch zu vermessen und anschließend zu ermorden seien, um deren Schädel einer [[Straßburger Schädelsammlung|Sammlung in Straßburg]] zuzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Nahezu von allen Rassen und Völkern sind umfangreiche Schädelsammlungen vorhanden. Nur von den Juden stehen der Wissenschaft so wenig Schädel zur Verfügung, daß ihre Bearbeitung keine gesicherten Ergebnisse zuläßt. Der Krieg im Osten bietet uns jetzt die Gelegenheit, diesem Mangel abzuhelfen. In den jüdisch-bolschewistischen Kommissaren, die ein widerliches, aber charakteristisches Untermenschentum verkörpern, haben wir die Möglichkeit, ein greifbares wissenschaftliches Dokument zu erwerben, indem wir uns ihre Schädel sichern. […] Der zur Sicherstellung des Materials Beauftragte […] hat eine vorher festgelegte Reihe photographischer Aufnahmen und anthropologischer Messungen zu machen und, soweit möglich, Herkunft, Geburtsdaten und andere Personalangaben festzustellen. Nach dem danach herbeigeführten Tode des Juden, dessen Kopf nicht verletzt werden darf, trennt er den Kopf vom Rumpf und sendet ihn in eine Konservierungsflüssigkeit gebettet in eigens zu diesem Zwecke geschaffenen und gut verschließbaren Blechbehältern zum Bestimmungsort.&lt;br /&gt;
 |Autor=Brief Sievers mit dem vorläufigen Bericht Hirts an Brandt, 9. Februar 1942&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Brief Sievers mit dem vorläufigen Bericht Hirts an Brandt, 9. Februar 1942, zitiert bei Mitscherlich, Medizin, S. 225 f., Dokument [https://nuremberg.law.harvard.edu/documents/1049-letter-to-rudolf-brandt?q=NO-085#p.1 NO-085], verfügbar im &amp;#039;&amp;#039;Nuremberg Trials Project&amp;#039;&amp;#039; der Harvard Law School. Abgerufen am 13. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob der Vorschlag tatsächlich von Hirt stammte, wurde wiederholt unterschiedlich beurteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ging bei der Anklage des Anthropologen [[Bruno Beger]] 1968 davon aus, dass dieser den Text verfasst hatte. In seinem Urteil vom April 1971 kam das Landgericht Frankfurt am Main hingegen zu dem Schluss, dass Beger bei seiner Vermessungstätigkeit das endgültige Schicksal der Betroffenen nicht bekannt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee1997&amp;quot; details=&amp;quot;S. 359&amp;quot; /&amp;gt; Bruno Beger, für das „Ahnenerbe“ tätig, kam durch die Vermittlung von Wolfram Sievers mit August Hirt in Kontakt. Innerhalb des „Ahnenerbes“ trug das Vorhaben, das später zu einer „Skelettsammlung Fremdrassiger“ umkonzipiert wurde, den Namen „Auftrag Beger“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lang2004&amp;quot; details=&amp;quot;S. 149&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1943 suchten Bruno Beger und [[Hans Fleischhacker (Anthropologe)|Hans Fleischhacker]] im [[KZ Auschwitz]] 115 jüdische Häftlinge aus und begannen sie [[Anthropometrie|anthropometrisch]] zu vermessen. Die Frauen unter ihnen waren zuvor alle in [[Block 10 (KZ Auschwitz)|Block 10]] im Stammlager Auschwitz untergebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Lang: &amp;#039;&amp;#039;Die Frauen von Block 10,&amp;#039;&amp;#039; S. 182–192.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/Excerpts/748000.htm |text=Auszüge aus dem Verfahren gegen Hans Helmut Fleischhacker, |wayback=20070703175811}} LG Frankfurt/M. vom 5. März 1971, 4 Ks 1/70.&amp;lt;/ref&amp;gt; 89 Häftlinge wurden bei Ausbruch einer Epidemie in Quarantäne gesperrt. 26 sind bis heute verschollen. Von den 89 starben drei in Quarantäne, die anderen 86 wurden hektisch ins [[KZ Natzweiler-Struthof]] deportiert, wo nach ihrer Ankunft Anfang August 1943 eine improvisierte [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammer]] errichtet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 143 ff.&amp;quot; /&amp;gt; Nachdem Beger an den Opfern Blutgruppen- und Röntgenuntersuchungen vorgenommen hatte, wurden sie im Verlauf des August vom Lagerkommandanten [[Josef Kramer]] vergast, das benötigte Blausäuresalz hatte ihm Hirt persönlich übergeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ffm06041971&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/Excerpts/752000.htm |text=Auszüge aus dem Verfahren gegen Bruno Beger und Wolf-Dietrich Wolff |wayback=20070703175721}} LG Frankfurt/M. vom 6. April 1971, 4 Ks 1/70.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Absicht, die Skelette für eine Sammlung zu präparieren, wurde nicht verwirklicht. Die Leichen wurden bei der [[La Libération|Befreiung Straßburgs]] entdeckt und 1951 auf dem [[Jüdischer Friedhof (Cronenbourg)|jüdischen Friedhof in Strasbourg-Cronenbourg]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 wurden im Gerichtsmedizinischen Institut der [[Universität Straßburg]] weitere sterbliche Überreste von Opfern Hirts gefunden. Sie sollen neben den anderen Opfern auf dem jüdischen Friedhof in Straßburg bestattet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Stefan Ulrich | url=https://www.sueddeutsche.de/panorama/menschenexperimente-in-ns-zeit-museum-des-grauens-1.2577521 | titel=Museum des Grauens | werk=[[sueddeutsche.de]] | datum=2015-07-23 |abruf=2025-09-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsende und Tod ===&lt;br /&gt;
Während eines [[alliierte]]n Bombenangriffs auf [[Straßburg]] kamen am 25. September 1944 Hirts Ehefrau und Sohn ums Leben. Nach der Befreiung Straßburgs Ende November 1944 floh August Hirt mit seiner Tochter nach [[Tübingen]], wo er sich bis zur Besetzung [[Württemberg]]s durch die Alliierten aufhielt, dann tauchte er bei Bauern im [[Schwarzwald]] unter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lang2004&amp;quot; details=&amp;quot;S. 193&amp;quot; /&amp;gt; Hirt war gesundheitlich angeschlagen, einerseits infolge Verletzungen aus dem Ersten Weltkrieg (welche Nahrungsaufnahme und Sprechen erschwerten), andererseits aufgrund der [[Exposition (Epidemiologie)|Exposition]] gegenüber Lost im Jahr 1942.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 56 ff.&amp;quot; /&amp;gt; Am 2. Juni 1945 erschoss er sich (Herzschuss)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot; details=&amp;quot;S. 56 ff.&amp;quot; /&amp;gt; in [[Schluchsee (Gemeinde)|Schönenbach]] und wurde auf dem Friedhof in [[Grafenhausen]] beerdigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lang2004&amp;quot; details=&amp;quot;S. 214&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Klaus Morath | url=http://www.fr.de/panorama/einsame-nazi-arztes-10950019.html | titel=Der einsame Tod des Nazi-Arztes | werk=[[Frankfurter Rundschau|fr.de]] | datum=2019-01-03 |abruf=2024-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz wurde noch bis Ende der 1950er Jahre nach Hirt gefahndet, ein französisches Militärgericht in [[Festung Metz|Metz]] verurteilte ihn am 23. Dezember 1953 in Abwesenheit zum Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Hans-Joachim Lang (Historiker)|Hans-Joachim Lang]] veröffentlichte 2004 das Buch &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Nummern,&amp;#039;&amp;#039; in dem er seine Recherchen über das Verbrechen und die 86 Opfer veröffentlichte. Lang hat anhand der Häftlingsnummern, die ein elsässischer Mitarbeiter am Straßburger Institut für Anatomie, [[Henri Henripierre]], notiert hatte, die Namen der Opfer identifiziert und anhand umfangreicher weiterer Recherchen auch Lebensläufe rekonstruieren können. Auf dieser Grundlage konnte an dem Massengrab auf dem jüdischen Friedhof von Straßburg, in dem die Opfer beigesetzt sind, ein Grabstein errichtet werden, auf dem alle 86 Namen verzeichnet sind. Der Grabstein wurde am 11. Dezember 2005 im Rahmen einer öffentlichen Feier, an der auch Angehörige der Opfer teilnahmen, enthüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rolf Hochhuth]]s Erstlingswerk &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stellvertreter]]&amp;#039;&amp;#039; von 1963 lässt Hirt in der zweiten Szene des ersten Akts im Kreise anderer Personen des Nationalsozialismus wie [[Adolf Eichmann]] beim Kegeln auftreten. Er repräsentiert hier den Typus des NS-Wissenschaftlers, der sich durch „wissenschaftlich gepflegte Idiotie und Grausamkeit, [die] selbst noch das branchenübliche Maß vieler prominenter SS-Mediziner übertraf“ (Hochhuth), auszeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Udo Benzenhöfer]]: [http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/57429 &amp;#039;&amp;#039;August Hirt – Verbrecherische Menschenversuche mit Giftgas und „terminale“ Anthropologie.&amp;#039;&amp;#039; (Digitalisat)] In: Udo Benzenhöfer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mengele, Hirt, Holfelder, Berner, von Verschuer, Kranz: Frankfurter Universitätsmediziner der NS-Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Klemm &amp;amp; Oelschläger, Münster 2010, ISBN 978-3-932577-97-0, S. 21–42.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-10-039306-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael H. Kater]]: &amp;#039;&amp;#039;Das „Ahnenerbe“ der SS 1935–1945. Ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-55858-7.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Joachim Lang (Historiker)|Hans-Joachim Lang]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Nummern. Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann &amp;amp; Campe, Hamburg 2004, ISBN 978-3-455-09464-0.&lt;br /&gt;
* Hans-Joachim Lang: &amp;#039;&amp;#039;Die Frauen von Block 10. Medizinische Versuche in Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann &amp;amp; Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-50222-0.&lt;br /&gt;
* Hans-Joachim Lang: &amp;#039;&amp;#039;Eine Schädelstätte moderner Forschung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Februar 2019&lt;br /&gt;
* Klaus Morath: &amp;#039;&amp;#039;{{cite web |url=http://www.fr.de/panorama/august-hirt-der-einsame-tod-des-nazi-arztes-a-1621016,0#artpager-1621016-1|archive-url=https://web.archive.org/web/20181118081517/https://www.fr.de/panorama/august-hirt-der-einsame-tod-des-nazi-arztes-a-1621016,0#artpager-1621016-1|archive-date=2018-11-18|title= Der einsame Tod des Nazi-Arztes|date=15. November 2018|publisher=[[Frankfurter Rundschau]]}}&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Katrin Müßig: &amp;#039;&amp;#039;Prof. Dr. med. August Hirt 1898–1945. Leben und Werk.&amp;#039;&amp;#039; Regensburg, Univ., med. Diss. 2014.&lt;br /&gt;
* [[Julien Reitzenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Himmlers Forscher. Wehrwissenschaft und Medizinverbrechen im „Ahnenerbe“ der SS.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh Verlag, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-76657-1.&lt;br /&gt;
* Julien Reitzenstein: &amp;#039;&amp;#039;Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger Schädelsammlung“. Fritz Bauers letzter Fall.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2018, ISBN 978-3-428-15313-8.&lt;br /&gt;
* Angelika Uhlmann: &amp;#039;&amp;#039;August Hirt und seine Mitarbeiter Kiesselbach, Wimmer und Mayer. Die Karrieren vor der Reichsuniversität Straßburg.&amp;#039;&amp;#039; Rev. Allem. Pays Lang. Allem. 43 (3) 2011, S. 333–340.&lt;br /&gt;
* Patrick Wechsler: &amp;#039;&amp;#039;La Faculté de Medecine de la „Reichsuniversität Straßburg“ (1941–1945) a l’heure nationale-socialiste.&amp;#039;&amp;#039; Straßburg 1991, S. 126–129 ([http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1896/ Arbeit auf dem Dokumentenserver der Universität Freiburg]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilme ==&lt;br /&gt;
* [http://www.lenomdes86.fr/ &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der 86 (Le nom des 86),&amp;#039;&amp;#039;] Film von Emmanuel Heyd und Raphael Toledano, Dora Films, 2014, 63&amp;#039; (fr, en, de).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://www.dailymotion.com/video/xzg25n_au-nom-de-la-race-et-de-la-science_news Au nom de la race et de la science (Im Namen der Rasse und der Wissenschaft)]&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentarfilm von Sonia Rolley, Axel et Trancrède Ramonet. Produktion &amp;#039;&amp;#039;Temps noir&amp;#039;&amp;#039;, Frankreich, 2013, 55&amp;#039; (fr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119339005}}&lt;br /&gt;
* [http://www.die-namen-der-nummern.de/index.php/de/die-taeter &amp;#039;&amp;#039;August Hirt&amp;#039;&amp;#039;] in &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Nummern: Die Täter&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Udo Benzenhöfer]], [http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/57429 August Hirt – Verbrecherische Menschenversuche mit Giftgas und &amp;#039;terminale&amp;#039; Anthropologie]&lt;br /&gt;
* [https://skull-collection.com/august-hirt/ Liste der Opfer der Lost-Versuche bei skull-collection.com]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Hans-Joachim Lang |url=https://www.zeit.de/2004/35/A-Strassburg |titel=Zeitgeschichte: Skelette für Straßburg |werk=[[zeit.de]] |datum=2004-08-19 |sprache=de |abruf=2024-11-17 |abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Hans-Joachim Lang |url=https://www.spiegel.de/geschichte/ns-verbrechen-a-950002.html |titel=NS-Verbrechen |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2010-01-06 |abruf=2024-11-17 |abruf-verborgen=ja}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kater1998&amp;quot;&amp;gt;[[Michael H. Kater]]: &amp;#039;&amp;#039;Das „Ahnenerbe“ der SS 1935–1945. Ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-55858-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee1997&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-10-039306-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lang2004&amp;quot;&amp;gt;[[Hans-Joachim Lang (Historiker)|Hans-Joachim Lang]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Nummern. Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren.&amp;#039;&amp;#039; Hoffmann &amp;amp; Campe, Hamburg 2004, ISBN 978-3-455-09464-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reitzenstein2018&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julien Reitzenstein |Titel=Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger Schädelsammlung“ – Fritz Bauers letzter Fall |Sammelwerk=Zeitgeschichtliche Forschungen |Band=52 |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=2018 |ISBN=978-3-428-15313-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Anatomie-Ordinarien der Universität Greifswald}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119339005|LCCN=no/2002/81002|VIAF=54955799}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hirt, August}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KfdK-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Greifswald)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Reichsuniversität Straßburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zum Tode verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Mannheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hirt, August&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hirt, August Erwin Theobald&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-schweizerischer Anatom, Direktor des Anatomischen Instituts der Reichsuniversität Straßburg&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. April 1898&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mannheim]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. Juni 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Schluchsee (Gemeinde)|Schönenbach]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
	</entry>
</feed>