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	<title>Augendominanz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T16:22:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Augendominanz&amp;diff=392890&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Uwe Gille: Webarchiv geprüft</title>
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		<updated>2025-01-23T08:12:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Webarchiv geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Augendominanz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Fachbegriff &amp;#039;&amp;#039;okulare Dominanz&amp;#039;&amp;#039; von [[Lateinische Sprache|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;oculus&amp;#039;&amp;#039; „Auge“ und &amp;#039;&amp;#039;dominus&amp;#039;&amp;#039; „Herr“) bezeichnet den Umstand, dass das [[Netzhaut|retinale]] Abbild des einen Auges eines Lebewesens gegenüber dem retinalen Abbild des anderen Auges bevorzugt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Binokularsehen]] sind die Augen räumlich unterschiedlich positioniert; dadurch unterscheiden sich ihre retinalen Abbilder; die Netzhäute werden also von unterschiedlichen Lichtstrahlen getroffen. Wenn sich die beiden retinalen Abbilder hinreichend ähnlich sind (ansonsten kommt es zur [[Binokulare Rivalität|binokularen Rivalität]]), kombiniert das Gehirn sie miteinander zu einem einheitlichen Bild, indem die visuelle Information des nicht-dominanten Auges auf die des dominanten Auges „verschoben“ wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Bear, M.F.;Connors B.W.;Paradiso, M.A. (2009) „Neurowissenschaften“, 3. Auflage, Heidelberg: Spektrum  (Kapitel 9 und 10)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Goldstein, E.B. (2000). „Wahrnehmungspsychologie“ Heidelberg: Spektrum. ISBN 978-3827401892&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Vorgang wird [[Binokularsehen#Fusion|Fusion]] genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Kaufmann: Strabismus. 4. grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage, unter Mitarbeit von W. de Decker u. a., Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York 2012, ISBN 3-13-129724-7&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Zur Feststellung der Augendominanz gibt es verschiedene Verfahren. Bei vielen wird die Versuchsperson darum gebeten, ein näheres Objekt wie den eigenen Daumen bei ausgestrecktem Arm und ein ferneres Objekt aufeinander abzustimmen, also mit dem Daumen das entferntere Objekt abzudecken und dabei den Daumen zu fixieren. Nun wird die Versuchsperson gebeten, die Augen abwechselnd zu schließen. Schließt sie das nicht dominante Auge, verändert sich die Position des nahen Objektes (des Daumens) auf dem entfernteren Objekt nicht, da die binokulare Wahrnehmung auf das dominante Auge abgestimmt ist. Schließt die Versuchsperson dagegen ihr dominantes Auge, verändert sich die Position des Daumens scheinbar, da die visuelle Information des nicht dominanten Auges nicht mehr an die des geschlossenen dominanten Auges angepasst werden kann. Der Daumen scheint daher in Richtung des geschlossenen dominanten Auges zu springen. Öffnet die Versuchsperson ihr dominantes Auge wieder, scheint der Daumen auf das entfernter anvisierte Objekt zurückzuspringen.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Valle-Inclan et al.: &amp;#039;&amp;#039;A new method to assess eye dominance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psicologica&amp;#039;&amp;#039; (2008), 29, 55–64. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augendominanz kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und richtet sich nicht zwangsweise danach, mit welchem Auge man besser sieht. Bei etwa zwei Dritteln der Menschen dominiert das rechte Auge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. D. Chaurasia, B. B. Mathur: &amp;#039;&amp;#039;Eyedness.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Anatomica]]&amp;#039;&amp;#039; 1976;96(2):301-5. PMID 970109&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;M. R. Reiss: &amp;#039;&amp;#039;Ocular dominance: some family data.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Laterality.&amp;#039;&amp;#039; 1997;2(1):7-16. PMID 15513049&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walter H. Ehrenstein|W. H. Ehrenstein]], B. E. Arnold-Schulz-Gahmen, W. Jaschinski: &amp;#039;&amp;#039;Eye preference within the context of binocular functions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Albrecht von Graefes Archiv für klinische und experimentelle Ophthalmologie.&amp;#039;&amp;#039; 2005 Sep;243(9):926-32. Epub 2005 Apr 19. PMID 15838666&amp;lt;/ref&amp;gt; Welches Auge dominiert, variiert anscheinend jedoch auch mit der Blickrichtung während des Tests;&amp;lt;ref&amp;gt;A. Z. Khan, J. D. Crawford: &amp;#039;&amp;#039;Ocular dominance reverses as a function of horizontal gaze angle.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vision Res.&amp;#039;&amp;#039; 2001 Jun;41(14):1743-8. PMID 11369037&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. Quartley, A. Y. Firth: &amp;#039;&amp;#039;Binocular sighting ocular dominance changes with different angles of horizontal gaze.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Binocul Vis Strabismus Q.&amp;#039;&amp;#039; 2004;19(1):25-30. PMID 14998366&amp;lt;/ref&amp;gt; das entscheidende Kriterium ist dabei anscheinend, auf welcher der beiden Netzhäute das Abbild des betrachteten Objekts größer ist.&amp;lt;ref&amp;gt;M. S. Banks, T. Ghose, J. M. Hillis: &amp;#039;&amp;#039;Relative image size, not eye position, determines eye dominance switches.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vision Res.&amp;#039;&amp;#039; 2004 Feb;44(3):229-34. PMID 14642894&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Personen mit dem [[Williams-Beuren-Syndrom]], das durch einen Gendefekt ausgelöst wird und unter anderem zu Fehlsichtigkeit führen kann, ist anscheinend das linke Auge häufiger dominant als das rechte.&amp;lt;ref&amp;gt;J. W. Van Strien, G. C. Lagers-Van Haselen, J. M. Van Hagen, I. F. De Coo, M. A. Frens, J. N. Van Der Geest: &amp;#039;&amp;#039;Increased prevalences of left-handedness and left-eye sighting dominance in individuals with Williams-Beuren syndrome.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J Clin Exp Neuropsychol.&amp;#039;&amp;#039; 2005 Nov;27(8):967-76. PMID 16207621&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise ist auch bei [[Migräne]]-Patienten das linke Auge häufiger dominant; die experimentellen Befunde sind hier noch nicht schlüssig.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Aygul, S. Dane, H. Ulvi: &amp;#039;&amp;#039;Handedness, eyedness, and crossed hand-eye dominance in male and female patients with migraine with and without aura: a pilot study.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Percept Mot Skills.&amp;#039;&amp;#039; 2005 Jun;100(3 Pt 2):1137-42. PMID 16158700&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Amblyopie]], einer durch Entwicklungsstörung im Kindesalter hervorgerufenen dauerhaften Sehschwäche eines Auges, dominiert das funktionstüchtigere Auge.&amp;lt;ref&amp;gt;T. Handa, K. Shimizu, K. Mukuno, T. Kawamorita, H. Uozato: &amp;#039;&amp;#039;Effects of ocular dominance on binocular summation after monocular reading adds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Cataract and Refractive Surgery]].&amp;#039;&amp;#039; 2005 Aug;31(8):1588-92. PMID 16129296&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei anisometropher [[Kurzsichtigkeit]], d. h., wenn die Sehstärke der Augen sich (deutlich) unterscheidet, dominiert hingegen das kurzsichtigere Auge.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Y. Cheng, M. Y. Yen, H. Y. Lin, W. W. Hsia, W. M. Hsu: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.iovs.org/cgi/content/full/45/8/2856 Association of ocular dominance and anisometropic myopia.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Investigative ophthalmology &amp;amp; visual science.&amp;#039;&amp;#039; 2004 Aug;45(8):2856-60. PMID 15277513&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;E. Goldschmidt, N. Lyhne, C. S. Lam: &amp;#039;&amp;#039;Ocular anisometropia and laterality.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Acta ophthalmologica Scandinavia.&amp;#039;&amp;#039; 2004 Apr;82(2):175-8. PMID 15043536&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Das dominante Auge scheint bei der visuellen Wahrnehmung eine vorherrschende Rolle einzunehmen; so ist es beispielsweise nicht nur schneller bei Suchaufgaben, sondern scheint sogar vom untergeordneten Auge gelieferte Eindrücke zu unterdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Shneor, S. Hochstein: &amp;#039;&amp;#039;Eye dominance effects in feature search.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vision Research.&amp;#039;&amp;#039; Nov 2006;46(25):4258-69. Epub 2006 Oct 2. PMID 17014886&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeinträchtigungen der Sehkraft des dominanten Auges werden sehr viel deutlicher wahrgenommen als Beeinträchtigungen des untergeordneten Auges. Dies beeinflusst die Behandlungsmethoden der [[Katarakt (Medizin)|Kataraktchirurgie]] und der [[Refraktive Chirurgie|refraktiven Chirurgie]] sowie die Anpassung von [[Kontaktlinse]]n: Um befriedigende Resultate zu erzielen, muss die Sehkraft des dominanten Auges möglichst umfassend wieder hergestellt werden; Einschränkungen beim untergeordneten Auge hingegen sind eher verkraftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegen dominantes Auge und dominante Hand auf verschiedenen Körperseiten, so spricht man von &amp;#039;&amp;#039;Kreuzdominanz&amp;#039;&amp;#039;. Studien legen nahe, dass Kreuzdominanz positive Auswirkungen auf das Zielen hat, z.&amp;amp;nbsp;B. beim [[Wurfscheibenschießen]] und beim [[Golf (Sport)|Golf]].&amp;lt;ref&amp;gt;A. Brian: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://www.pponline.co.uk/encyc/0148.htm |wayback=20070928045550 |text=Sports Vision Training: An expert guide to improving performance by training the eyes.}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linksseitige und wechselseitige Augendominanz stehen gemeinsam mit [[Linkshänder|Linksseitigkeit]] im Allgemeinen im Verdacht, Lernschwierigkeiten zu verursachen oder zu begünstigen.&amp;lt;ref&amp;gt;U. Hohl-Brunner: &amp;#039;&amp;#039;Buchstabensuppe und Zahlensalat. Wie die Augendominanz unser Lernen beeinflusst.&amp;#039;&amp;#039; VAK Verlags GmbH; Auflage 1, Sep 2003. ISBN 3935767315&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Messungen der Blickbewegungen mit der [[Blickbewegungsregistrierung]] muss die Anlage besonders auf das dominante Auge kalibriert werden, um zuverlässige Ergebnisse zu liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Als Ursache der Augendominanz wird wie auch bei Rechts- oder Linkshändigkeit die Dominanz einer [[Hirnhemisphäre]] angenommen. In der Entwicklungsphase des Sehsinns entstehen im [[Visueller Cortex|visuellen Cortex]], dem Gehirnareal, in dem visuelle Eindrücke verarbeitet werden, sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Augendominanzsäulen&amp;#039;&amp;#039; (englisch &amp;#039;&amp;#039;ocular dominance columns&amp;#039;&amp;#039;, ODC). Diese säulenförmigen Verbünde von Neuronen, die sich am freigelegten Gehirn als streifenförmiges Muster ausmachen lassen, schließen sich entweder an ein [[Axon]] des rechten oder linken Auges an und erstrecken sich über mehrere Neuronenschichten. Normalerweise sind die Augendominanzsäulen etwa gleichmäßig auf beide Augen verteilt; ist jedoch während der Entwicklungsphase ein Auge funktionsuntüchtig, so wachsen nur die Säulen des anderen Auges und nehmen den visuellen Cortex für sich ein.&amp;lt;ref&amp;gt;D. H. Hubel, T. N. Wiesel: &amp;#039;&amp;#039;Receptive fields of single neurones in the cat’s striate cortex.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Journal of Physiology]].&amp;#039;&amp;#039; 1959 Oct;148:574-91. PMID 14403679&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich ist die Ausbildung der Augendominanzsäulen für die Augendominanz verantwortlich, das binokulare Sehen und die Tiefenwahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Physiologie des Auges]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Uwe Gille</name></author>
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