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	<title>Aufschreibesystem - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T08:21:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aufschreibesystem&amp;diff=147246&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gunnar.Kaestle: spezifischere Wikilink-Auswahl</title>
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		<updated>2024-12-21T16:03:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;spezifischere Wikilink-Auswahl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Medientheorie|medientheoretischer]] [[Terminus]], den [[Friedrich Kittler]] in seiner Habilitationsschrift &amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesysteme 1800/1900&amp;#039;&amp;#039; in die [[Literaturwissenschaft|Literatur-]], [[Kulturwissenschaft|Kultur-]] und [[Medienwissenschaft]]en eingeführt hat. Mit dem Begriff bezeichnet Kittler „das Netzwerk von Techniken und Institutionen […], die einer gegebenen Kultur die Adressierung, Speicherung und Verarbeitung relevanter Daten erlauben“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Aufschreibe S519&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesysteme 1800/1900&amp;#039;&amp;#039;, S. 519&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Begriff entlehnte Kittler aus den Aufzeichnungen des Nervenkranken [[Daniel Paul Schreber]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Friedrich Kittler |Titel=Aufschreibesysteme 1800/1900. Vorwort |Hrsg=Ute Holl, Claus Pias |Sammelwerk=Aufschreibesysteme 1800/1900. In memoriam Friedrich Kittler (1943-2011) |Datum=2012 |Seiten=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theoretische Annahmen ==&lt;br /&gt;
Kittlers Aufschreibesysteme erweitern [[Michel Foucault|Michel Foucaults]] Konzept des [[Diskursanalyse|Diskurses]] um eine medienhistorische Perspektive. Foucaults Frage nach den Bedingungen, unter denen eine Gesellschaft mögliche Aussagen organisiert und die Grenze des Sag- und Wissbaren absteckt, nähert sich Kittler über die medientechnische Grundlage von Diskursen an. Ihm geht es somit auch um eine „technische Relektüre Foucaults“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Aufschreibesysteme umfassen demzufolge sowohl Medien und Techniken zur Informationsverarbeitung als auch eine Vielzahl kultureller Praktiken, Institutionen und Diskurse, die ein zusammenhängendes Netzwerk bilden. So kann beispielsweise das Speichermedium Schrift in unterschiedlichen Aufschreibesystemen einen je spezifischen Status haben, indem es mit verschiedenen Praktiken, Institutionen und Diskursen verbunden wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Moser |Titel=Aufschreibesystem |Hrsg=Ansgar Nanning |Sammelwerk=Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze – Personen – Grundbegriffe |Auflage=5 |Ort=Stuttgart / Weimar |Datum=2013 |Seiten=41}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phasen ==&lt;br /&gt;
[[Mediengenealogie|Mediengenealogisch]] unterscheidet Kittler dabei vor allem drei Phasen. Die ersten beiden bezeichnet er als Aufschreibesysteme 1800 und 1900, die nachfolgende Phase blieb bei Kittler ohne Namen. In der Forschung ist gelegentlich vom „Aufschreibesystem 2000“ die Rede.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gerrit Fröhlich |Titel=Medienbasierte Selbsttechnologien 1800, 1900, 2000. Vom narrativen Tagebuch zur digitalen Selbstvermessung |Ort=Bielefeld |Datum=2018 |Seiten=216-219}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschreibesystem 1800 ===&lt;br /&gt;
Das Aufschreibesystem 1800 wird im späten 18. Jahrhundert etabliert und dauert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Seine medientechnischen Grundlagen sind der [[Buchdruck]] und das [[Buch]] als [[Leitmedium]], die um 1800 mit neuen Lese- und Schreibpraktiken verbunden werden. Kittler unterscheidet das Aufschreibesystem 1800 vom Aufschreibesystem der frühneuzeitlichen [[Res publica literaria|Gelehrtenrepublik]], in der Schrift nur einem kleinen Teil der Gesellschaft zugänglich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind die typischen Merkmale der [[Gutenberg-Galaxis]] wie die Entwicklung der Konzepte von [[Autorschaft]] und [[Urheber]], die Herausbildung von Hilfsmitteln wie Adressierung von Büchern durch Nennung des Autors, Ausgestaltung des [[Titelblatt]]s und  [[Paginierung]] sowie [[Mechanisierung]], [[Standardisierung]], [[Normung|Normierung]] und schließlich beginnende [[Automatisierung]] der Prozesse und Verfahren, die Veränderung des Laut[[lesen]]s zum [[Stilllesen]], das Einsetzen der [[Bildungsrevolution]] mit allgemeiner [[Alphabetisierung (Lesefähigkeit)|Alphabetisierung]], die Veränderung des Denkens hin zu [[Linearität#In der Geschichtsphilosophie|Linearität]], die damit verbundene Ausdifferenzierung der [[Wissenschaft]]en und die Entwicklung der wissenschaftlichen Methodik, die Veränderung der Sprache durch Herausbildung von [[Nationalsprache]]n, die wiederum zur Entstehung von [[Nationalstaat]]en führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Text]]e und [[Partitur]]en bilden die einzigen verfügbaren [[Zeitspeicher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisches und prägendes Merkmal des &amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesystems 1800&amp;#039;&amp;#039; im Speziellen ist das [[Alphabetisches Monopol|alphabetische Monopol]] mit der [[Autorität]] der Autorschaft, prägenden Persönlichkeiten wie dem „Dichterfürsten“ [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]], die Paarung von Schöpfernarzissmus und Lesergehorsam und der Relektüre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschreibesystem 1900 ===&lt;br /&gt;
Partielle [[Medienverbund|Medienverbünde]] ab Anfang des 20. Jahrhunderts mit den „technischen Urmedien“ wie [[Phonograph]] und [[Grammophon]], [[Kinetoskop]] bzw. [[Bewegte Bilder|Film]] sowie der Typewriter bzw. die [[Schreibmaschine]] und später [[Fernsehen]], [[Radio]], [[Tonband]] und [[Post]] charakterisieren das &amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesystem 1900&amp;#039;&amp;#039;. Das &amp;#039;&amp;#039;alphabetische Monopol&amp;#039;&amp;#039; wird gebrochen, prägende Wissenschaftszweige sind die [[Psychophysik]], [[Psychotechnik]] und die [[Physiologie]], die auch die ersten [[Errechnetes Bild|errechneten Bilder]] hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmals mögliche Speicherung von [[Schrift]], [[Abbild|Bild]] und [[Schall|Ton]] leitet das &amp;#039;&amp;#039;Ende der Gutenberg-Galaxis&amp;#039;&amp;#039; ein, das bei anderen Medientheoretikern etwas später angesetzt und beispielsweise als [[McLuhan-Galaxis]] ([[Manuel Castells]]) oder – mit einem noch späteren Beginn – als [[Turing-Galaxis]] ([[Volker Grassmuck]], [[Wolfgang Coy]]) bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschreibesystem 2000 ===&lt;br /&gt;
Das mögliche Nachfolgestadium ist der „totale Medienverbund auf Digitalbasis“;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFT S8&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Grammophon Film Typewriter&amp;#039;&amp;#039;, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; durch die [[Digitalisierung]] werden beliebige Manipulationen der Datenflüsse wie [[Modulation (Technik)|Modulation]], Transformation, [[Synchronisation]], [[Verzögerung (Telekommunikation)|Verzögerung]], [[Speichern (Informatik)|Speicherung]], [[Umtastung]], [[Scrambling]], [[Dokumentenscanner|Scanning]] und [[Mapping]] möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Computer]] wird zum alles integrierenden Leitmedium: „Statt Techniken an Leute anzuschließen, läuft das absolute Wissen als Endlosschleife.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFT S8&amp;quot; /&amp;gt; Alle Medien der Neuzeit implodieren im Computer. Es kommt zur universalen [[Medienkonvergenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mündliche Überlieferung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Zur Gutenberg-Galaxis:&lt;br /&gt;
* [[Michael Giesecke]]: [[Der Buchdruck in der frühen Neuzeit]]. &amp;#039;&amp;#039;Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien&amp;#039;&amp;#039; (stw; 1357). Suhrkamp, Frankfurt 1998, ISBN 3-518-28957-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ende der Gutenberg-Galaxis:&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Kittler]]: &amp;#039;&amp;#039;Grammophon Film Typewriter&amp;#039;&amp;#039;. Berlin: Brinkmann &amp;amp; Bose, 1986. ISBN 3-922660-17-7 (engl. Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Gramophone Film Typewriter&amp;#039;&amp;#039;, Stanford 1999)&lt;br /&gt;
* Friedrich Kittler: &amp;#039;&amp;#039;Aufschreibesysteme 1800/1900&amp;#039;&amp;#039;. München: Fink, 1985. ISBN 3-7705-2881-6 (engl. Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Discourse Networks 1800 / 1900&amp;#039;&amp;#039;, with a foreword by David E. Wellbery. Stanford 1990)&lt;br /&gt;
* [[Norbert Bolz]]: &amp;#039;&amp;#039;Am Ende der Gutenberg-Galaxis&amp;#039;&amp;#039;. München: Fink, 1993. ISBN 3-7705-2871-9&lt;br /&gt;
* [[Marshall McLuhan]]:&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;[[The Gutenberg Galaxy]]&amp;#039;&amp;#039;, London 1962 (englischsprachige Erstausgabe).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters&amp;#039;&amp;#039;, Bonn u.&amp;amp;nbsp;a. 1995 (deutschsprachige Übersetzung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediengeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medienwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gunnar.Kaestle</name></author>
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