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	<title>Auctor - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Martino vero am 1. Dezember 2025 um 08:07 Uhr</title>
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		<updated>2025-12-01T08:07:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Braunschweig St. Autor um 1460.jpg|mini|Darstellung des heiligen Autor um 1460&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Die neuere Geschichte der Stadt Braunschweig in Karten, Plänen und Ansichten. Mit einem Abriß der älteren Stadtgeschichte und einer Zeittafel von [[Richard Moderhack]].&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von der Stadt Braunschweig Vermessungsamt, Braunschweig 1981, S. 50f.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Bei der Belagerung Braunschweigs durch die Truppen des [[Staufer|staufischen]] Königs [[Philipp von Schwaben]] im Jahre 1200 erschien St. Autor mit [[Schwert]] und [[Krummstab|Bischofsstab]] über der belagerten Stadt und verhinderte so deren Einnahme.&amp;lt;br /&amp;gt;Auf dem Spruchband steht in gotischen [[Minuskel|Buchminuskeln]]: „huius sis fautor urbis brunswik pater autor“ („Sei dieser Stadt Braunschweig Beschützer, Vater Autor!“).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sachsenchronik Bote 1492 Sankt Autor (Stadtbibliothek Braunschweig).JPG|mini|Die [[Cronecken der Sassen|Sachsenchronik]] von entweder [[Cord Bote]] oder [[Hermann Bote]] aus dem Jahre 1492: Abbildung der Stadt Braunschweig, über ihr rechts oben thronend ihr Schutzpatron Sankt Autor („Sanctus Autor“). Im Vordergrund wohl zwei Ritter der [[Lilienvente]].]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auctor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Autor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann-Apmann&amp;quot;&amp;gt;C. Hillmann-Apmann, In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auteur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Petin&amp;quot;&amp;gt;[https://books.google.fr/books?id=_2YAAAAAMAAJ&amp;amp;pg=PA561&amp;amp;hl=fr#v=onepage&amp;amp;q=auteur&amp;amp;f=false L’Abbé Pétin: &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire hagiographique ou Vies des saints et des bienheureux.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band, Paris 1850, S. 537.] auf books.google.fr&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adinctor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, (* ca. [[5. Jahrhundert]]) ist seit dem Jahr 1200 der [[Stadtpatron|Stadtheilige]] und [[Schutzpatron]] der Stadt [[Braunschweig]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhard Dorn (Architekt)|Reinhard Dorn]]: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliche Kirchen in Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; Hameln 1978, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Gedenktag, der 20.&amp;amp;nbsp;August,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann-Apmann&amp;quot; /&amp;gt; ist gleichzeitig bis in die [[Neuzeit]] hinein der Stadtfeiertag Braunschweigs gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mertens50&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Die neuere Geschichte der Stadt Braunschweig in Karten, Plänen und Ansichten. Mit einem Abriß der älteren Stadtgeschichte und einer Zeittafel von Richard Moderhack.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von der Stadt Braunschweig Vermessungsamt, Braunschweig 1981, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Nachleben ==&lt;br /&gt;
=== Metz ===&lt;br /&gt;
Über die historische Person Auctor ist kaum etwas bekannt. Nicht eindeutig geklärt ist, woher Auctor stammte und wo er wirkte, denn es gab an verschiedenen Orten mehrere Personen dieses Namens. Nach unsicherer Überlieferung soll er in [[Griechenland]] geboren und in [[Rom]] [[Weihesakrament|ordiniert]] worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roemer29&amp;quot;&amp;gt;Ute Römer-Johannsen, Christof Römer: &amp;#039;&amp;#039;800 Jahre St. Aegidien.&amp;#039;&amp;#039; S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von dort soll er nach [[Gallien]] weiter gezogen sein. Der 13. [[Bischof]] des [[Lothringen|lothringischen]] [[Bistum Metz|Metz]] trug diesen Namen, als [[Attila]]s [[Hunnen]] die Stadt im Jahre 451 einnahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Petin&amp;quot; /&amp;gt; Er wird so zum ersten Mal in einem [[Manuskript]] aus dem Jahre 776 erwähnt. Die [[Reliquie]]n des Metzer Bischofs wurden 830 in das [[Elsass|elsässische]] [[Kloster Marmoutier (Elsass)|Kloster Marmoutier]] gebracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Petin&amp;quot; /&amp;gt; Sein Grab wurde dort 1525 während des [[Deutscher Bauernkrieg|Bauernkrieges]] zerstört. Sein Gedenktag ist der 9. August.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.fr/books?id=_2YAAAAAMAAJ&amp;amp;pg=PA561&amp;amp;hl=fr#v=onepage&amp;amp;q=auteur&amp;amp;f=false L’Abbé Pétin: &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire hagiographique ou Vies des saints et des bienheureux.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band, Paris 1850, S. 551.] auf books.google.fr&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Trier ===&lt;br /&gt;
In [[Trier]], das ca. 100 km nordöstlich von Metz liegt, soll es mindestens einen, evtl. sogar zwei Bischöfe dieses Namens gegeben haben (wiewohl diese historisch nicht belegbar sind).&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Römer-Johannsen und Christof Römer geben in &amp;#039;&amp;#039;800 Jahre St. Aegidien&amp;#039;&amp;#039; auf S. 29f an, dass der 13. Bischof von Metz sowie der 14. und 35. von Trier diesen Namen trugen. In der aus dem 1. Viertel des 13. Jahrhunderts stammenden &amp;#039;&amp;#039;Translatio S. Autoris&amp;#039;&amp;#039; soll er zum ersten Mal als Bischof von Metz und Erzbischof von Trier genannt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist allerdings gleichfalls bisher nicht geklärt, ob „Auctor“ tatsächlich (immer) ein Personenname in Trier war oder ob es sich dabei nicht auch um ein [[Gattungsname|Appellativum]] im Sinne von „Schöpfer“ oder „Stifter“ handeln könnte. Weiterhin wird vermutet, dass die Gebeine eines &amp;#039;&amp;#039;Auctor&amp;#039;&amp;#039;, die sich im Trierer [[Reichsabtei St. Maximin]] befanden, durch [[Reliquientranslation]] von Metz dorthin gelangt sein könnten. Ein dazugehöriger [[Kult]] entwickelte sich in Trier erst im letzten Drittel des 11. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann-Apmann&amp;quot; /&amp;gt; Sein Gedenktag ist – wie der des Braunschweiger Schutzheiligen – der 20. August.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Legende des Braunschweiger Schutzpatrons ===&lt;br /&gt;
Der [[Brunonen|brunonischen]] Markgräfin [[Gertrud die Jüngere von Braunschweig|Gertrud der Jüngeren von Braunschweig]] soll der Heilige im Traum erschienen sein, wobei er sie um Überführung seiner Gebeine nach Braunschweig bat. Im Jahre 1113&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=w9oAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA53&amp;amp;dq=Auctor+Braunschweig&amp;amp;as_brr=1&amp;amp;cd=11&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q=Auctor%20Braunschweig&amp;amp;f=false Theodor von Haupt: &amp;#039;&amp;#039;Trierisches Zeitbuch vom Jahr 58 vor Christi Geburt bis zum Jahr Christi 1821.&amp;#039;&amp;#039; Trier 1822, S. 53.] auf books.google.de&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden die Reliquien von Trier dorthin gebracht und gelangten 1115 in das neu gegründete [[Aegidienkloster (Braunschweig)|Aegidienkloster]]. [[Arnold von Lübeck]] erwähnt dies in seiner um 1210 abgeschlossenen [[Arnoldi Chronica Slavorum|Chronica Slavorum]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00000859/images/index.html?id=00000859&amp;amp;nativeno=215 Chronica Slavorum von Arnold von Lübeck] auf daten.digitale-sammlungen.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderer Quelle kam es bereits 1105 und 1107 zu Reliquienüberführungen vom St. Maximin in das [[Kloster Helmarshausen]], von wo aus sie schließlich nach Braunschweig gebracht wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann-Apmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Deutscher Thronstreit|welfisch-staufischen Thronstreits]] [[Belagerung|belagerten]] die Truppen des [[Staufer|staufischen]] Königs [[Philipp von Schwaben]] im Jahre 1200 die [[Welfen|welfische]] Stadt Braunschweig. Am 20. August des Jahres bewahrte der heilige Auctor die Stadt vor der Einnahme, indem er den feindlichen Truppen mit dem Schwert in der Hand erschien, woraufhin diese die Belagerung abbrachen. Seither gilt er als Schutzpatron Braunschweigs und der 20. August als „Autorstag“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hillmann-Apmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die verhältnismäßig friedliche Beendigung innerstädtischer Revolten gegen den Rat, der sogenannten „[[Braunschweiger Schichten]]“, während des 14. und 15. Jahrhunderts wurde dem Wirken des Stadtheiligen zugeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reliquien und Verehrung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Braunschweig Brunswick Autorshof Totale (2007).JPG|mini|Der [[Autorshof]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Reliquien wurden seit 1115 im Braunschweiger [[Benediktiner]]kloster St. Maria und [[Ägidius (Heiliger)|Aegidius]] neben letzterem Hauptpatron verehrt. Nach der Errettung der Stadt vor den staufischen Belagerern im Jahre 1200 galt St. Auctor fortan als Beschützer und Stadtheiliger, dessen Reliquien jedes Jahr an seinem Gedenktag, dem 20. August, in einer großen [[Prozession]] um die Stadtmauer herumgetragen wurden. Dabei sangen die Gläubigen u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;De leve here sunt Autor / de is eyn hillich man, / is unse procurator, / de vor uns striden kan.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meckseper1081&amp;quot;&amp;gt;Cord Meckseper (Hrsg.): Landesausstellung Niedersachsen 1985: &amp;#039;&amp;#039;Stadt im Wandel.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150–1650.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;1081.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine solche jährliche Feier im [[Braunschweiger Dom|Domstift St. Blasius]] wurde 1298 vom Rat der Stadt gestiftet. Die Stiftung einer Autorskapelle im Dom ist für 1317 belegt. Während der „[[Braunschweiger Schichten#1374–1380: Große Schicht, auch Schicht des Rates|Großen Schicht]]“ von 1374 bis 1380 wurden acht Ratsmitglieder getötet. Nach der Niederschlagung dieses innerstädtischen Aufstandes wurde 1386 zur Sühne die [[Autorskapelle]] am [[Altstadtrathaus (Braunschweig)|Altstadtrathaus]] errichtet. Die Überwindung der Unruhen von 1445 bis 1446 veranlasste den Rat, aus Dankbarkeit einen silbernen Reliquienschrein anfertigen zu lassen, der 1457 fertiggestellt wurde. Seit 1457 wurde der Schrein alljährlich von 12 Ratsherren in einer Prozession um die Stadtmauern getragen. Darüber hinaus wurde 1493/94 eine Lampenkrone mit der Silhouette der Stadt angefertigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Dorn: &amp;#039;&amp;#039;Mittelalterliche Kirchen in Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; Hameln 1978, S. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Einzug der [[Reformation]] in Braunschweig im Jahre 1528 endete die Heiligenverehrung in der Stadt. Der zum [[Katholizismus]] konvertierte Herzog [[Anton Ulrich (Braunschweig-Wolfenbüttel)|Anton Ulrich]] veranlasste 1710 die Beisetzung der Reliquien in einem &amp;#039;&amp;#039;Monumentum&amp;#039;&amp;#039;, das 1789 abgebrochen wurde. Die Gebeine wurden in der Chorscheitelkapelle der [[Aegidienkirche (Braunschweig)|Aegidienkirche]] bestattet. Dort wurden sie in den Jahren 1789, 1938 und 1976 wieder aufgefunden. An der Rückwand der Kapelle befindet sich die Inschrift: &amp;#039;&amp;#039;St. Auctor – Hier wurden die von Herzog Anton Ulrich beigesetzten Gebeine des Hl. Auctor am 4. Juni 1976 wieder aufgefunden+&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Römer-Johannsen, Christof Römer: &amp;#039;&amp;#039;800 Jahre St. Aegidien.&amp;#039;&amp;#039; S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 20. August 1955 erfolgte die Erneuerung des Festes zum Jahrestag des Stadtpatrons durch die katholische Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabplatte von 1710 ===&lt;br /&gt;
Die Chorscheitelkapelle von [[Aegidienkirche (Braunschweig)|St. Aegidien]] in Braunschweig ist als St.-Auctor-Kapelle gestaltet. An der Rückwand richten sich deutsche und lateinische Inschriften an den Besucher unserer Zeit. Im Boden ist die Grabplatte eingelassen, die Herzog Anton Ulrich im Jahr 1710 anfertigen ließ:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable toptextcells&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot; |Bild&lt;br /&gt;
! class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot; |Inschrift&lt;br /&gt;
! class=&amp;quot;hintergrundfarbe-basis&amp;quot; |Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benutzer:Rabanus Flavus|R.F.]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Braunschweig St. Aegidien Grabplatte St. Auctor.jpg|150px]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
D(EO) O(PTIMO) M(AXIMO)&lt;br /&gt;
SANCTO AUCTORI&lt;br /&gt;
SAECULO P(OST) N(ATIVITATEM) C(HRISTI) IV.&lt;br /&gt;
METENSIUM EPISCOPO&lt;br /&gt;
TREVIRENSIUM ARCHIEPISCOPO&lt;br /&gt;
ET THAUMATURGO&lt;br /&gt;
CUIUS OSSA&lt;br /&gt;
GERTRUDIS&lt;br /&gt;
BRUNSVIGAE DOMINA&lt;br /&gt;
TREVIRENSIBUS&lt;br /&gt;
PIO FURTO ABSTULIT&lt;br /&gt;
HUC DETULIT A(NNO) M.CXV&lt;br /&gt;
QUEMQUE DEIN CIVITAS&lt;br /&gt;
PATRONUM SIBI STATUIT&lt;br /&gt;
&amp;amp; COLUIT MULTIMODE&lt;br /&gt;
NUNC DEMUM&lt;br /&gt;
CERTIOR URBIS SUAE PATRONUS&lt;br /&gt;
IMO PATER&lt;br /&gt;
ANTONIUS ULRICUS&lt;br /&gt;
DUX BRUNSV(IGENSIS) ET LUNEB(URGENSIS)&lt;br /&gt;
TERRA UT TERRA FIAT RECONDITO&lt;br /&gt;
HOC MONUMENTUM FIERI FECIT&lt;br /&gt;
A(NNO) M.DCCX&lt;br /&gt;
ABI SIS VIATOR&lt;br /&gt;
ET SI AD SANCTOS TENDIS&lt;br /&gt;
SANCTOS HONORA&lt;br /&gt;
SANCTISSIMUM ADORA&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
– Gott, dem Besten und Größten –&lt;br /&gt;
Dem heiligen Auctor,&lt;br /&gt;
im 4. Jahrhundert nach der Geburt Christi&lt;br /&gt;
Bischof von Metz,&lt;br /&gt;
Erzbischof von Trier&lt;br /&gt;
und Wundertäter,&lt;br /&gt;
dessen Gebeine&lt;br /&gt;
Gertrud,&lt;br /&gt;
Herrin von Braunschweig,&lt;br /&gt;
den Trierern&lt;br /&gt;
durch frommen Diebstahl entwendete&lt;br /&gt;
und hierher übertrug im Jahr 1115&lt;br /&gt;
und den darauf die Stadt&lt;br /&gt;
sich zum Schutzpatron bestimmte&lt;br /&gt;
und auf vielerlei Weise verehrte,&lt;br /&gt;
ihm hat nun schließlich&lt;br /&gt;
ein sichererer Schutzherr seiner Stadt,&lt;br /&gt;
vielmehr ihr Vater&lt;br /&gt;
Anton Ulrich,&lt;br /&gt;
Herzog von Braunschweig und Lüneburg,&lt;br /&gt;
nachdem er ihn, damit er Erde werde, in der Erde barg,&lt;br /&gt;
dieses Denkmal anfertigen lassen&lt;br /&gt;
im Jahr 1710.&lt;br /&gt;
Geh denn, Wanderer,&lt;br /&gt;
und wenn du nach den Heiligen strebst,&lt;br /&gt;
ehre die Heiligen,&lt;br /&gt;
den Allerheiligsten bete an.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle und Darstellung ===&lt;br /&gt;
[[Berthold Meier]] (1451–1465), [[Abt]] und [[Chronik|Chronist]] des Aegidienklosters, verfasste kurz nach 1457 die „Legenden und Geschichten des Klosters St. Aegidien zu Braunschweig“ in [[Niederdeutsch|niederdeutscher Sprache]]. Das 76 Blätter umfassende Werk widmete er dem Rat der Stadt. Die [[Manuskript|Handschrift]] wird heute im [[Museum August Kestner|Kestner-Museum]] in [[Hannover]] aufbewahrt. In ihr befindet sich die bekannteste Darstellung des heiligen Auctor. Die [[Miniaturmalerei|Miniatur]], die um 1460 von einem unbekannten Künstler geschaffen wurde, misst 242 × 165&amp;amp;nbsp;mm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mertens50&amp;quot; /&amp;gt; Sie zeigt St. Auctor mit Schwert und Bischofsstab über der Stadt Braunschweig schwebend. Am linken unteren Bildrand erkennt man mehrere Benediktinermönche dankend zu ihm aufblicken, am rechten unteren Rand den Bürgermeister und den Rat der Stadt. Beiden zu Füßen sind die Wappen des Bischofs (mit [[Mitra]]) sowie der Stadt Braunschweig (der steigende, rote [[Braunschweiger Löwe]]) sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Abbildung der Stadt handelt es sich um die erste bekannte bildliche Darstellung Braunschweigs.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Hodemacher]]: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 2: Okergraben und Stadtring.&amp;#039;&amp;#039; Cremlingen 1996, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ansicht ist aus Südwesten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Mertens: &amp;#039;&amp;#039;Die neuere Geschichte der Stadt Braunschweig in Karten, Plänen und Ansichten. Mit einem Abriß der älteren Stadtgeschichte und einer Zeittafel von Richard Moderhack.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von der Stadt Braunschweig Vermessungsamt, Braunschweig 1981, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings ist nicht eindeutig geklärt, welche der Gebäude abgebildet sind. Vieles der gotisch geprägten [[Stadtlandschaft (Geographie)|Stadtlandschaft]] ist vereinfachend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meier verfasste die Schrift, in der auch St. Aegidius, der zweite Hauptheilige der Kirche, Erwähnung findet, kurz nachdem er als Abt veranlasst hatte, dass die Gebeine St. Auctors am Sonntag [[Laetare]] 1457 in einen neu geschaffenen silbernen [[Schrein]] [[Umbettung|umgebettet]] wurden. Der neue Schrein war als Dank für das unblutige Ende der „[[Braunschweiger Schichten#1445–1446: Schicht der „ungehorsamen Bürger“|Schicht der ungehorsamen Bürger]]“ (&amp;#039;&amp;#039;Schicht der unhorsem borger&amp;#039;&amp;#039;, 1445/46) vom Rat der Stadt gestiftet worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mertens50&amp;quot; /&amp;gt; Im „Großen Brief“ hatten sich die Konfliktparteien Rat, Gemeinden und die Bürger, die in den ratsfähigen Gilden zusammengeschlossen waren, über deren zukünftige politische Mitsprache geeinigt. Der „Große Brief“ wurde mit einem neu geschaffenen [[Siegel]] besiegelt, das St. Auctor im Bischofsgewand zeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mertens50&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 verehrte der Rat der Stadt Braunschweig der Aegidienkirche ein aus Silber gefertigtes Modell Braunschweigs, das von einer Figur gekrönt war, die den heiligen Auctor darstellte. Das einer Lichtkrone gleiche Modell des irdisch/himmlischen Jerusalems wurde in der Kirche aufgehängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meckseper1081&amp;quot; /&amp;gt; Am Seitengiebel der Aegidienkirche ist noch heute eine Darstellung des Heiligen zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== St. Auctor als Namensgeber ===&lt;br /&gt;
Nachdem die fünf [[Weichbild]]e [[Altewiek]], [[Altstadt (Braunschweig)|Altstadt]], [[Hagen (Braunschweig)|Hagen]], [[Neustadt (Braunschweig)|Neustadt]] und [[Sack (Braunschweig)|Sack]] 1445 zu einer einzigen politischen Körperschaft erhoben worden war, entstand das Auctorsiegel, das das gemeinsame Siegel für die „[[Meinheit|Meynheit]]“, das heißt, für alle fünf war. In sämtlichen Kirchen der Stadt befanden sich [[Altar|Auctor-Altäre]]. Abbildungen des Heiligen sind auf den nach ihm benannten braunschweigischen &amp;#039;&amp;#039;Auctorgroschen&amp;#039;&amp;#039; zu sehen, die zwischen 1499 und 1501 geprägt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roemer30&amp;quot;&amp;gt;Ute Römer-Johannsen, Christof Römer: &amp;#039;&amp;#039;800 Jahre St. Aegidien.&amp;#039;&amp;#039; S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am [[Altstadtmarkt (Braunschweig)|Altstadtmarkt]], direkt nordöstlich an das Altstadtrathaus angrenzend, befand sich zwischen 1380 und 1679 die Autorskapelle. Nach dem Abriss dieser [[Buße (Religion)|Sühnekapelle]] wurde am selben Ort 1681 der [[Autorshof]] errichtet. Im Süden der Stadt Braunschweig liegt die nach dem Heiligen benannte &amp;#039;&amp;#039;Autorstraße&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Hodemacher: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 2: Okergraben und Stadtring.&amp;#039;&amp;#039; Cremlingen 1996, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorname „Autor“ wurde auch nach der Reformation in Braunschweig als [[Synonymie|Synonym]] für „Braunschweiger“ verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Roemer30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Lothringen|lothringischen]] Ortschaft [[Rezonville]], westlich von [[Metz]] ist Auctor die [[St-Auteur (Rezonville)|Kirche St-Auteur]] geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Hänselmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Abt Berthold Meiers Legenden und Geschichten des Klosters St. Aegidien zu Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; Zwissler, Wolfenbüttel 1900.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3937664467}}&lt;br /&gt;
* [[Cord Meckseper]] (Hrsg.): Landesausstellung Niedersachsen 1985: &amp;#039;&amp;#039;Stadt im Wandel&amp;#039;&amp;#039;, Ausstellungskatalog Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150–1650.&amp;#039;&amp;#039; Seite 1077–1081, Edition Cantz, Stuttgart 1985, ISBN 3-922608-37-X.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Naß]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Auctorkult in Braunschweig und seine Vorläufer im früheren Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 62 (1990), S. 153–207.&lt;br /&gt;
* [[Nomen nominandum|N. N.]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Klosters und der Kirche Sanct Egidii in Braunschweig zur Erinnerung an die Vorzeit bei der Feier des neunten Elbmusikfestes.&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1836 ([https://books.google.de/books?id=w6QDAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=%22Geschichte+des+Klosters+und+der+Kirche+Sanct+Egidii+in+Braunschweig%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=I3BCtNYKMW&amp;amp;sig=cEz_w6Dw6X1mfZt8IZK_K-MRj5g&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=9SWBS8S_O4G5_QaBwLD4Bg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false Digitalisat bei Google Books]).&lt;br /&gt;
* Ute Römer-Johannsen und [[Christof Römer]]: &amp;#039;&amp;#039;800 Jahre St. Aegidien. Liebfrauenmünster der katholischen Propsteigemeinde St. Nicolai zu Braunschweig.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Braunschweigischen Landesmuseums.&amp;#039;&amp;#039; 22, Braunschweig 1979.&lt;br /&gt;
* [[Eberhard Rohse]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Chronist als Hagiograph. Der Braunschweiger Stadtheilige Sankt Autor im Werk Hermann Botes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Eulenspiegel-Jahrbuch 1998.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 38, S. 11–69, {{ISSN|0531-2159}}, ISBN 3-923233-01-9.&lt;br /&gt;
* Wolfram Trojok: &amp;#039;&amp;#039;St. Auctor.&amp;#039;&amp;#039; In: {{BibISBN|3926701145|Seite=25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Saint Auctor|Auctor (Heiliger)}}&lt;br /&gt;
* {{SaarBiogr |1181 |Auktor &amp;amp;#91;auch Auteur&amp;amp;#93;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Bischöfe von Metz|Bischof von Metz]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=~451&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Adelphus]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Expiece]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|AMT2=[[Liste der Bischöfe von Trier|Bischof von Trier]]&lt;br /&gt;
|ZEIT2=409–427&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Leontius (Trier)|Leontius]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=[[Severus von Trier]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121774252|VIAF=35321076}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Auctor}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Metz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Trier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Christentum, Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Braunschweigische Geschichte]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:1200]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 4. oder 5. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Auctor&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Autor&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Schutzpatron der Stadt Braunschweig&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Jahrhundert oder 5. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Martino vero</name></author>
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