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	<title>Atmende Wand - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T16:13:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Atmende_Wand&amp;diff=171303&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jossi2: /* Einleitung */ Wort zuviel</title>
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		<updated>2026-01-29T21:49:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung: &lt;/span&gt; Wort zuviel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;atmende Wand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die auf eine These [[Max von Pettenkofer]]s (1818–1901) zurückgehende Vorstellung, eine [[Wand (Bauteil)|Wand]] müsse „atmen“ können (im Sinne von Luftdurchlässigkeit = [[Konvektion]]), um ein behagliches [[Raumklima]] zu schaffen und Schimmel an Wandstellen zu vermeiden. Tatsächlich waren weder damalige typische Wände luftdurchlässig noch heutige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Baubiologie]] greift trotzdem heute noch auf diesen Begriff zurück, teils in der ursprünglichen Bedeutung für Konvektion, teils für die [[Wasserdampfdurchlässigkeit]] (Diffusion) von Baustoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
Der Hygieniker Max von Pettenkofer stellte 1858&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Pettenkofer |Hrsg= |Titel=Über den Luftwechsel in Wohngebäuden |Auflage= |Verlag=Cottaesche Buchhandlung |Ort=München |Datum=1858 |ISBN= |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bei [[Luftwechsel]]-Messungen in seinem [[Zimmer|Büroraum]] fest, dass sich nach dem vermeintlichen Abdichten sämtlicher [[Fuge (Zwischenraum)|Fugen]] die [[Luftwechselrate]] weniger als erwartet verminderte, und erklärte dies durch einen erheblichen Luftaustausch durch die Ziegelwände hindurch. Nach heutigem Kenntnisstand hatte er jedoch übersehen, dass Zimmer auch andere Bauteile als Wände haben und der Ofen in seinem Versuchsraum nicht abgedichtet war. Insbesondere die Holzbalkendecken der damaligen Zeit stellten sich bei Messungen mit und ohne Linoleumauflage später als sehr fugenundicht heraus. Dass [[Backstein|Ziegel]], [[Kalkmörtel|Luftkalkmörtel]] und ähnliche [[Porosität|poröse]] [[Baustoff]]e luftdurchlässig sind, demonstrierte er durch einen Versuch, in dem er auf die Stirnflächen eines wenige Zentimeter großen zylindrischen und seitlich abgedichteten Probenstücks einen kleinen Trichter aufsetzte und durch kräftiges Blasen durch die Probe hindurch eine Kerze ausblies. Der Luftaustausch durch die Zimmerwände hindurch sei, so Pettenkofer, ein wesentlicher Beitrag zum [[Raumluft]]austausch. Nasse Wände hingegen würden den Luftwechsel behindern (wie ebenfalls im Versuch demonstrierbar). Pettenkofer war noch stark von der mittelalterlichen „[[Miasma|Miasmenvorstellung]]“ geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich sind zahlreiche poröse Baustoffe im Sinne Pettenkofers luftdurchlässig. Ein Lufttransport durch das Porengefüge hindurch kann jedoch nur durch einen [[Luftdruck]]-Unterschied zwischen den beiden Seiten einer Wand in Gang gesetzt werden. Da sich der Luftdruck im Gebäude üblicherweise fast nicht vom Außenluftdruck unterscheidet, ist keine treibende Kraft für einen solchen Transportvorgang vorhanden. Der vom Wind verursachte [[Staudruck]] an der Außenoberfläche ist zu geringfügig, um Luftaustauschraten zu erzeugen, die im Vergleich zu den sonstigen Undichtigkeiten von Bedeutung sein könnten. Außerdem werden derartige Baustoffe in der Praxis immer in Verbindung mit einer luftdichten Schicht, z.&amp;amp;nbsp;B. Putzen und Bauplatten, eingesetzt, so dass die Wand als Ganzes &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; luftdurchlässig ist. Dies wurde 1928 durch Messungen unter definierten Randbedingungen an Bauteilen durch Ernst Raisch bewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ernst Raisch |Hrsg= |Titel=Luftwechselmessungen an Baustoffen und Baukonstruktionsteilen |Sammelwerk=Gesundheits-Ingenieur |Band=51.&amp;amp;nbsp;Jahrgang |Nummer=30.&amp;amp;nbsp;Heft |Verlag=Oldenbourg |Ort=München und Berlin |Datum=1928-07-28 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Prüfung der Luftdurchlässigkeit ==&lt;br /&gt;
Den größten [[Fassade]]n-Prüfstand Europas hat seit 2008 die [[Hochschule Luzern#Technik &amp;amp; Architektur|Hochschule Luzern]]. Eine 2,5 Meter tiefe Prüfkammer mit einer 8&amp;amp;nbsp;m&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;12&amp;amp;nbsp;m großen Öffnung ermöglicht die Prüfung der Luftdurchlässigkeit, der [[Schlagregendichtheit]] und der Widerstandskraft gegen [[Windlast]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.hslu.ch/ta_medienmitteilung_ccfm.pdf |titel=Einweihung: Europas grösster Fassadenprüfstand |datum=2009-12-11 |abruf=2022-09-17 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20091211044344/http://www.hslu.ch/ta_medienmitteilung_ccfm.pdf |archiv-datum=2009-12-11 |offline= |archiv-bot=2022-10-06 01:43:54 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baubiologische Verwendung des Begriffs &amp;quot;Atmende Wände&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
In der Baubiologie wird der Begriff &amp;quot;Atmende Wände&amp;quot; nicht im bauphysikalischen Sinne einer Luftdurchströmung, sondern als Synonym für ein gesundes und ausgeglichenes Raumklima verwendet. Dabei steht der Begriff für Wandoberflächen und Baustoffe, die zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit und zur Reduktion von Schadstoffen in Innenräumen beitragen soll.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gesundheit.gv.at/leben/umwelt/luftschadstoffe/raumklima.html |titel=Raumklima - Luftschadstoffe - Innenräume |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bewusstgesund.orf.at/bewusstgesund/230520_bewusst_gesund_raumklima100.html |titel=Raumklima - Kalk und Lehm fürs Wohlbefinden |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bmluk.gv.at/themen/klima-und-umwelt/luft-und-laerm/innenraum/rl_luftqualitaet.html |titel=Richtlinie zur Bewertung der Luftqualität von Innenräumen |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den zentralen Eigenschaften solcher &amp;quot;atmenden&amp;quot; Wandaufbauten zählen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Feuchtepufferung:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Diffusionsoffene Putze und Farben können zeitweise auftretende Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder abgeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Damit tragen sie dazu bei, die relative Luftfeuchtigkeit im Innenraum im Idealbereich zwischen etwa 40 % und 60 % zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. V. Arundel, E. M. Sterling, J. H. Biggin, T. D. Sterling |Titel=Indirect health effects of relative humidity in indoor environments |Sammelwerk=Environmental Health Perspectives |Band=65 |Datum=1986-03 |ISSN=0091-6765 |DOI=10.1289/ehp.8665351 |PMC=1474709 |PMID=3709462 |Seiten=351–361 |Online=https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1474709/ |Abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Diffusionsfähigkeit:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Materialien wie Kalk- und Lehmputze oder Silikatfarben besitzen eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (niedriger Wasserdampfdiffusionswiderstand (µ bzw. sd-Wert)) und ermöglichen so den Austausch von Wasserdampf zwischen Raumluft und Wandoberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.umweltberatung.at/betriebe-raumluft |titel=Raumluft |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Allergikerverträglichkeit:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Baubiologisch empfohlene Putze und Farben sind weitgehend frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und anderen Schadstoffen, die die Raumluftqualität beeinträchtigen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Kalk- und Lehmputze können darüber hinaus bestimmte Luftschadstoffe und Gerüche absorbieren und chemisch binden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ibo.at/ |titel=Ökologisch Bauen, Gesund Wohnen - IBO - Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Natürlicher Schimmelschutz:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Kalk- und Silikatputze wirken durch ihre Alkalität schimmelhemmend. Ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit kurzfristig aufzunehmen, kann Kondensatbildung an kalten Wandstellen verringern und damit das Schimmelrisiko senken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://auva.at/praevention/medien-und-publikationen/publikationen-us/lueften-in-bildungseinrichtungen/ |titel=Lüften in Bildungseinrichtungen |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Atmende Wände&amp;quot; wird in diesem Zusammenhang bewusst positiv verwendet, um die Bedeutung diffusionsoffener und schadstoffarmer Materialien für das Wohlbefinden in Innenräumen hervorzuheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt; In der Fachliteratur wird jedoch betont, dass diese Eigenschaften den Luftaustausch durch Lüften oder technische Lüftungssysteme nicht ersetzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bmluk.gv.at/themen/klima-und-umwelt/luft-und-laerm/innenraum/rl_luftqualitaet.html |titel=Richtlinie zur Bewertung der Luftqualität von Innenräumen |sprache=de |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=H. Künzel |Titel=Sollen Hausaußenwände atmungsfähig sein? |Sammelwerk=Physik in unserer Zeit |Band=21 |Nummer=6 |Datum=1990 |Seiten=252–257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wand]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauphysik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moderne Sage]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jossi2</name></author>
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