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	<title>Atlantropa - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Atlantropa&amp;diff=221950&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;H7: /* Atlantropa in der Fiktion */ etwas knapper zusammengefasst; im übrigen zweifle ich daran, dass es sich hier um &quot;echte&quot; Rezeption handelt und der Eintrag hier in den Artikel hinein gehört</title>
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		<updated>2026-02-02T18:54:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Atlantropa in der Fiktion: &lt;/span&gt; etwas knapper zusammengefasst; im übrigen zweifle ich daran, dass es sich hier um &amp;quot;echte&amp;quot; Rezeption handelt und der Eintrag hier in den Artikel hinein gehört&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Map of the Atlantrop Projekt.png|mini|hochkant=1.2|Übersichtskarte der Wasserkraft- und Landgewinnungsprojekte Atlantropas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Atlantropa&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Bezeichnung eines monumentalen [[Staudamm]]-Projektes in der [[Straße von Gibraltar]] und bei den [[Dardanellen]], das der deutsche Architekt [[Herman Sörgel]] ab 1928 bis zu seinem Unfalltod im Jahre 1952 geplant und bekannt gemacht hat. Mit dem Projekt sollte das Mittelmeer abgesenkt und teils ausgetrocknet werden, unter anderem um Land zu gewinnen, Strom zu erzeugen und die koloniale Vormachtstellung [[Europa]]s über [[Afrika]] zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele ==&lt;br /&gt;
Das Projekt sollte gemäß seinen Befürwortern mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Es sollte Neuland gewinnen, Lebensraum und Arbeitsplätze schaffen und elektrische Energie für ganz Europa liefern. Nicht zuletzt sollten durch dieses [[Kolonisation|kolonisatorische]], über mehrere Generationen laufende Großprojekt die Schaffenskräfte der europäischen Völker positiv gebündelt und dadurch neuerliche kriegerische Auseinandersetzungen in Europa vermieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt entstand in den 1920er Jahren, als Afrika fast völlig von europäischen Kolonialmächten beherrscht war, und verfolgte auch dezidiert [[Kolonialismus|kolonialistische]] Ziele. Zwar sollte „Europa mit Afrika zu einem mächtigen Weltteil zwischen Pan-Amerika und Asien“ vereinigt werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;, jedoch nicht als gleichberechtigte Partner, sondern zum Schutz der europäischen Vormachtstellung über Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1932 schrieb Sörgel: „Durch Einverleibung Afrikas in den abendländischen Kulturkreis ist heute noch eine Beherrschung der schwarzen Rasse möglich“. Zudem erhoffte er sich, dass „[d]urch Erstarkung Europas zu Atlantropa“ eine „Versandung und Bolschewisierung von Osten noch vorgebeugt werden“ könne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LMD&amp;quot; /&amp;gt; Sörgel erklärte weiter, dass „wenn die Weißen auf die Dauer Afrika beherrschen wollen, so die Überzahl der Schwarzen ihnen gegenüber nicht zu groß sein“ dürfe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Zu diesem Zweck plante Sörgel zahlreiche Folgeprojekte für Stauseen in Zentralafrika, darunter das gesamte Kongobecken als aufgestauter Binnensee, um zum einen weitere Energiereserven zu erschließen, andererseits das Klima auf die Bedürfnisse der Weißen Rasse herunterzukühlen und damit den europäischen Lebensraum zu erweitern.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://web.archive.org/web/20150525013708/http://www.zeit.de/1991/23/weltmacht-atlantropa/seite-3 Weblink der &amp;#039;&amp;#039;Zeit,&amp;#039;&amp;#039; S. 3] und Folgeseite (im Webarchiv)&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Aspekt wurde auch später wichtig, als Sörgel seine Pläne den Amerikanern vorstellte. [[Die Zeit]] nannte diese Folgeprojekte „die ungeschminkt rassistische Kehrseite Atlantropas“. Dies habe demnach in einer [[Neue Weltordnung|Neuen Weltordnung]] gipfeln sollen, in der ein (um Afrika) gestärkter europäischer Superkontinent zur neuen Weltmacht neben dem kapitalstarken Amerika und dem bevölkerungsreichen Asien hätte aufsteigen sollen. Mehrere Architekten stellten sich in den Dienst Sörgels und engagierten sich&amp;lt;!-- unklar, ob nur Ideengeber oder schon mit konkreten Planungen, vgl. Zeit-Artikel S. 4 --&amp;gt; mit Einzelprojekten bis hin zu neuen Städten, darunter [[Erich Mendelsohn]] in Palästina, [[Peter Behrens]] und [[Emil Fahrenkamp]], aber auch [[Fritz Höger]] im „Bann der Utopie“ nach dem Vorbild der sowjetischen [[Konstruktivismus (Architektur)|Konstruktivisten]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://web.archive.org/web/20150525013708/http://www.zeit.de/1991/23/weltmacht-atlantropa/seite-5 Weblink der &amp;#039;&amp;#039;Zeit,&amp;#039;&amp;#039; S. 5] und Folgeseite (im Webarchiv)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Machtergreifung]] der Nationalsozialisten 1933 änderte den Blick für den Lebensraum im Süden hin zum [[Blut-und-Boden-Ideologie|Lebensraum im Osten]]. Für sein Projekt kontaktierte Sörgel u.&amp;amp;nbsp;a. den italienischen Diktator [[Benito Mussolini]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Sörgel versuchte Atlantropa mit dem neuen Regime weiterzuführen. Er argumentierte mit dem für die „[[Herrenrasse]]“ Lebensraum schaffenden Projekt und mit Verweis auf die Erweiterung der [[Achse Berlin–Rom]] zu einer Achse Berlin-Rom-Kapstadt. Doch das Nazi-Regime lehnte Atlantropa als zu pazifistisch ab. Bernhard Köhler, Leiter der Wirtschaftskommission in der Reichsleitung der NSDAP, gab Sörgel 1939 unmissverständlich zu verstehen, diese „Angelegenheit internationaler Friedensfreunde“ sei eine Bindung, die Sörgel erst überwinden müsse, bevor sein Projekt politisch wertvoll sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://web.archive.org/web/20150525013708/http://www.zeit.de/1991/23/weltmacht-atlantropa/seite-6 Weblink der &amp;#039;&amp;#039;Zeit,&amp;#039;&amp;#039; S. 6] und Folgeseite (im Webarchiv)&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies war die Rote Linie, die zu überschreiten Sörgel nicht mehr bereit war. Stattdessen wurde ein Propagandafilm gegen das Projekt veröffentlicht und Sörgel ab 1943 mit einem Publikationsverbot belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;!-- 1943 siehe Zeit-Artikel --&amp;gt; Die Einladung, sein Projekt auf der [[1939 New York World’s Fair|Internationalen Weltausstellung 1939]] vorzustellen, beantworteten die Nazis mit einem Ausreiseverbot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1940 wurde nach langer Planung der Verein „Atlantropa-Institut“ gegründet, der auch nach dem Tod von Sörgel bis 1960 betrieben wurde und versuchte, Geld für die Realisierung des Projektes aufzutreiben. Dazu diente sich Sörgel den amerikanischen Besatzern an. Er stieß in die Lücke, die der Mangel an politischen Utopien nach dem Krieg hinterließ und es gelang ihm, sein Projekt hochrangigen Vertretern der US-Regierung vorzustellen, als eine Möglichkeit, Rohstoffreserven zu erschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Voigt, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, in der Doku &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa – Der Traum vom neuen Kontinent.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.youtube.com/watch?v=FiTuVdjlgsU Online auf YouTube]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei half ihm auch der Roman &amp;#039;&amp;#039;Power for Sale&amp;#039;&amp;#039; (1939) von [[John Knittel]], der sich auch nach dem Krieg noch gut verkaufte und stellenweise den Charakter eines Werbeträgers für das Projekt hat. Knittel unterstützte Sörgel auch finanziell und ermöglichte 1951 die Produktion eines Imagefilms.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Gall, Historiker Deutsches Museum München, in der Doku &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa – Der Traum vom neuen Kontinent.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.youtube.com/watch?v=FiTuVdjlgsU Online auf YouTube]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Erschließung der Kernenergie zur zivilen Stromerzeugung war das Atlantropa-Projekt wirtschaftlich nicht mehr zeitgemäß. Trotzdem hielt Sörgel bis zu seinem Tod im Jahr 1952 an seinem Projekt fest. Das Atlantropa-Institut wurde sechs Jahre danach aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Peter Behrens, Atlantropa Pantropa 01.jpg|mini|hochkant=1.2|Design-Skizze des Hochhauses über der Gibraltardamm-Schleuse ([[Peter Behrens]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Atlantropa.jpg|mini|hochkant=1.2|Das Mittelmeer zur Zeit der [[Letzte Kaltzeit|letzten Kaltzeit]], zugleich ein Bild davon, wie es nach der Realisierung von Atlantropa aus dem Weltraum aussehen würde]]&lt;br /&gt;
Das Konzept basierte auf der Beobachtung, dass ständig Wasser aus dem [[Atlantischer Ozean|Atlantik]] und dem [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]] in das [[Mittelmeer]] strömt, da dort mehr Wasser verdunstet, als seine Zuflüsse ausgleichen. Durch einen Staudammbau sollte dieser Zufluss einerseits verringert werden, um zur Neulandgewinnung den Meeresspiegel abzusenken, andererseits sollte der Restzufluss zur Stromerzeugung mittels [[Wasserkraft]] genutzt werden. Zur Zeit der [[Messinische Salinitätskrise|Messinischen Salinitätskrise]] vor einigen Millionen Jahren war die Meerenge von Gibraltar auf natürliche Weise verschlossen, was zum starken Absinken des Wasserspiegels im heutigen Mittelmeergebiet führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiator war der Architekt [[Herman Sörgel]], der die Idee 1927 hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LMD&amp;quot;&amp;gt;[https://monde-diplomatique.de/artikel/!5925537 &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa. Der Traum von der Trockenlegung des Mittelmeers&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Le Monde Diplomatique]]&amp;#039;&amp;#039;, 13. April 2023. Abgerufen am 19. August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe der nächste Jahre entwickelte er u.&amp;amp;nbsp;a. zusammen mit dem Schweizer Ingenieur Bruno Siegwart die Planung des Staudamms &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa&amp;#039;&amp;#039; an der Meerenge von Gibraltar. Sie entschieden sich bei den Planungen nicht für die schmalste Stelle, sondern für die circa 20 Kilometer westlich davon gelegene flachste. Nach Sörgels Aufzeichnungen sollte allein das Fundament 2,5 Kilometer breit und bis zu 300 Meter hoch sein. Die Bauzeit wurde mit zehn Jahren veranschlagt. In vier Schichten sollten je 200.000 Arbeiter eingesetzt werden. Ungeklärt blieben die logistischen Probleme bei der Baumaterialbeschaffung und dem Arbeitertransport.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt lief ursprünglich unter dem Namen „Panropa“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanns Günther ([[Hanns Günther|Walter de Haas]]) |Titel=In hundert Jahren |Verlag=Kosmos |Datum=1931 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Änderung in Atlantropa sollte den Unterschied zu einer anderen Interessengruppe, der [[Paneuropa-Bewegung]] deutlich machen, in der Sörgel allerdings einen Bruder und Bundesgenossen sah.&amp;lt;ref&amp;gt;Sylvia Huber: &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa. Das Mittelmeer – wegen Umbaus geschlossen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;forum. Magazin Technisches Museum Wien.&amp;#039;&amp;#039; {{ZDB|2056697-9}}. Heft 3/2017 S. 5–7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestaltung ===&lt;br /&gt;
Der Name des Projektes steht auch für das visionäre Ziel des Projektes, einen durchgängigen Kontinent aus dem heutigen [[Europa]] und [[Afrika]], verbunden über ein weitgehend trockengelegtes Mittelmeer, zu bilden. Sörgel plante zwei Absenkungsgebiete ein. So sollte eine Landbrücke [[Sizilien]], das heutige [[Italien]] und [[Nordafrika]], genauer [[Tunesien]] miteinander verbinden. Damit sollte eine durchgehende Eisenbahnverbindung zwischen [[Berlin]], [[Rom]] und [[Kapstadt]] ermöglicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im dergestalt zweigeteilten Mittelmeer hätte in der Endausbaustufe der Wasserstand im westlichen Teil um bis zu 100 Meter abgesenkt werden sollen, im östlichen Teil um 200 Meter. Die Wasserfläche des Mittelmeeres wäre um 20 Prozent geschrumpft und 500.000&amp;amp;nbsp;km² Neuland wären gewonnen worden; eine Fläche etwa in der Größe Spaniens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Venedig]] plante Sörgel in seinem Projekt einen [[Staudamm]] und einen künstlichen See, der die venezianische [[Lagune]] vor dem „Austrocknen“ bewahren sollte. Der Staudamm in einer Entfernung von etwa 30&amp;amp;nbsp;km sollte vom [[Markusturm (Venedig)|Campanile]] nicht mehr sichtbar sein, sodass der ursprüngliche Charakter Venedigs erhalten geblieben wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;Huber, Atlantropa, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele dieser Ideen hätten erst 50 bis 100 Jahre nach Baubeginn verwirklicht werden können.&amp;lt;!-- vgl. Zeit-Artikel S. 4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls sollte das Projekt auch die Bewässerung der [[Sahara]] und nach späteren Plänen auch des [[Kongobecken]]s beinhalten. Mit Erweiterung des [[Tschadsee]]s sollte so eine Art „zweiter Nil“ entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michael Förtsch |url=https://1e9.community/t/atlantropa-als-ein-muenchner-architekt-das-mittelmeer-trocken-legen-wollte/3643 |titel=Atlantropa: Als ein Münchner Architekt das Mittelmeer trocken legen wollte |werk=1E9 Community |hrsg=1E9 Team |datum=2020-02-14 |abruf=2020-02-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
 == Atlantropa in der Diskussion ==&lt;br /&gt;
Vom derzeitigen Forschungsstand aus betrachtet, erkennt man heute in dem Großprojekt neben seinem Nutzeffekt zunehmend mehr Schwierigkeiten und Gefahren. Dennoch wird über die Realisierung eines ähnlichen Projektes, der Abschottung des Mittelmeeres vom Atlantik mittels eines Dammes zur Verhinderung des Meeresspiegelanstieges im Mittelmeerraum, nachgedacht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://br-online.de/bayerisches-fernsehen/faszination-wissen/faszination-wissen-damm-mittelmeer-ID1207063844278.xml |text=Der größte Damm der Welt: Rettung für den Mittelmeerraum? |wayback=20090208170559}} Faszination Wissen, Bayerisches Fernsehen (BR)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auswirkungen ===&lt;br /&gt;
Der Vorteil des Projekts wären neben der Landgewinnung eine größere Unabhängigkeit der europäischen Energieversorgung und der niedrigere Verbrauch von fossilen Energieträgern zur Erzeugung elektrischer Energie gewesen. Hinzugekommen wären die wirtschaftliche Integration und ein industrieller Aufbau von Nordafrika. Eingebettet waren Sörgels Pläne in einen fast grenzenlosen Technik- und Fortschrittsglauben seiner Generation, die zwischen beiden Weltkriegen das „goldene Zeitalter der wasserbautechnischen Großprojekte“ hervorbrachten,&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://web.archive.org/web/20150525013708/http://www.zeit.de/1991/23/weltmacht-atlantropa/seite-3 Weblink der Zeit, S. 3] (im Webarchiv)&amp;lt;/ref&amp;gt; darunter der Abschlussdamm der [[Zuiderzee]] in den Niederlanden, Staudämme und Kraftwerke in der Sowjetunion, die Trockenlegung der [[Pontinische Ebene|Pontinischen Sümpfe]] in Italien, die Regulierung des [[Tennessee River]] in den USA. Auch erste Vorüberlegungen zur Wasserumverteilung in [[Zentralasien]] mit Kanälen zur Erschließung dieser Gebiete auf dem Wasserweg, wie sie später im ebenso monumental-gigantischen [[Dawydow-Plan]] gipfelten, entstanden in dieser Zeit, als Ökologie und Klimafolgen derartiger Bauvorhaben noch überhaupt keine Rolle spielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geologisch betrachtet wäre der Damm neben den Gefahren der [[Plattentektonik]] einer erhöhten Gefährdung durch [[Tsunami]]s ausgesetzt gewesen. Eine Auswirkung der immensen Druckveränderung auf die vulkanisch und seismisch aktiven Zonen etwa in Italien, Griechenland oder der Türkei ist kaum abschätzbar, [[induzierte Seismizität]] ist schon von weit kleineren Eingriffen in die Erdoberfläche bekannt. Durch die Versteppung der Randzonen des Mittelmeers hätten sich die Niederschläge in Nordafrika verringert und damit auch die Ernteerträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich wären schwere ökologische Folgen (Vernichtung des Lebensraumes tausender Arten) zu erwarten, insbesondere durch den ansteigenden Salzgehalt des Restmeeres. Zudem dürfte der Einfluss auf das Klima in der Mittelmeerregion nur äußerst schwer abzuschätzen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt hätte Auswirkungen auf den internationalen Warenhandel durch Schiffsverkehr gehabt, da er durch eine Vielzahl von Schleusen eingeschränkt und beeinträchtigt worden wäre. Praktisch alle existierenden Häfen im Mittelmeer wären trocken gelegen und hätten neu angelegt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Umverteilen des Wassers aus dem Mittelmeerraum auf die Weltmeere würde der Meeresspiegel weltweit um etwa einen Meter steigen, und dies würde eventuell auch den [[Golfstrom]] beeinflussen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Atlantropa in der Fiktion ==&lt;br /&gt;
Das Atlantropa-Projekt wurde in mehreren fiktiven Werken als verwirklichter Plan und als Inspiration für ähnliche Projekte genutzt. In [[Philip K. Dick]]s Roman [[Das Orakel vom Berge]] hat der fiktive Reichskanzler [[Martin Bormann]] das Mittelmeer zu weiten Teilen trockenlegen lassen, um neues Land zu schaffen. In der [[The Man in the High Castle (Fernsehserie)|Serien-Adaption des Philip-K.-Dick-Werkes]] wird dieser Plan gerade vorbereitet und mit einem Modell und einer Konzeptskizze präsentiert – und zwar unter dem Namen Atlantropa, Sörgel wird dabei nicht erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Rendezvous mit 31/439|ersten Teil des Rama-Zyklus]] von Arthur C. Clarke wird angesprochen, dass das Mittelmeer unter großen technischen Mühen abgesenkt worden war – unter anderem, um immense archäologische Ausgrabungen zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Roman ist &amp;#039;&amp;#039;Projekt Atlantropa&amp;#039;&amp;#039; von J. E. Wells (Pseudonym von Eberhard Seitz) aus dem Jahre 1956.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das jahrzehntelange Bemühen Herman Sörgels und seiner Frau Irene, Unterstützung für die Schaffung Atlantropas zu finden, behandelt der 2021 erschienene Roman &amp;#039;&amp;#039;Der kühnste Plan seit Menschengedenken&amp;#039;&amp;#039; von [[Matthias Lohre]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1289-der-kuehnste-plan-seit-menschengedenken.html|titel=Der kühnste Plan seit Menschengedenken – Wagenbach Verlag|sprache=de|abruf=2021-06-10}} ISBN 978-3-8031-3336-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine ähnliche Stoßrichtung verfolgt der Roman &amp;#039;&amp;#039;Afrika fluten&amp;#039;&amp;#039; von [[Christoph Keller (Journalist)|Christoph Keller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fernsehserie [[The Man in the High Castle (Fernsehserie)|The Man in the High Castle]] (2. Staffel, Episode 3, vgl.u. &amp;#039;&amp;#039;Filme und Dokumentationen&amp;#039;&amp;#039;) ist am Anfang der Episode Atlantropa kurz auf einem Plakat zu sehen und das Projekt wird in wenigen Sätzen erklärt (&amp;#039;&amp;#039;Minute 5; für ~30 Sekunden&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.amazon.de/gp/video/detail/B086VWWQ9Z/ref=atv_dp_season_select_s2&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sörgels Schriften zu Atlantropa ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mittelmeer-Senkung. Sahara-Bewässerung.&amp;#039;&amp;#039; (Atlantropa-Projekt) = Lowering the Mediterranean, irrigating the Sahara. Leipzig: Gebhardt 1929.&lt;br /&gt;
* Europa-Afrika: ein Weltteil [http://library.fes.de/cgi-bin/digisomo.pl?id=00245&amp;amp;dok=1931/1931-10-12&amp;amp;f=1931_0983&amp;amp;l=1931_0987 (online)] / Herman Sörgel. – [Electronic ed.]. In: Sozialistische Monatshefte. 37 (1931), H. 10, S. 983–987.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa.&amp;#039;&amp;#039; Zürich: Fretz &amp;amp; Wasmuth 1932, XII.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die drei großen „A“. Großdeutschland und italienisches Imperium, die Pfeiler Atlantropas.&amp;#039;&amp;#039; [Amerika, Atlantropa, Asien]. München: Piloty &amp;amp; Loehle 1938, XII.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa-ABC: Kraft, Raum, Brot. Erläuterungen zum Atlantropa-Projekt.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig: Arnd 1942.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa. Wesenszüge eines Projekts.&amp;#039;&amp;#039; Vorwort von [[John Knittel]]. Stuttgart: Behrendt 1948.&lt;br /&gt;
* Electronic ed.: Bonn: FES Library, 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Christoph Keller (Journalist)|Christoph Keller]]: &amp;#039;&amp;#039;Afrika fluten.&amp;#039;&amp;#039; Rotpunktverlag, Zürich, 2023, ISBN 978-3-03973-000-1.&lt;br /&gt;
* [[Dirk van Laak]]: &amp;#039;&amp;#039;Weiße Elefanten. Anspruch und Scheitern technischer Großprojekte.&amp;#039;&amp;#039; DVA, Stuttgart 1999, ([https://web.archive.org/web/20081209112328/http://www.tg.ethz.ch/dokumente/pdf_files/Weisse_Elefanten.pdf Besprechung] der [[NZZ]], PDF-Datei, 4 S.)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Voigt: &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa: Weltbauen am Mittelmeer. Ein Architektentraum der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Dölling und Galitz, Hamburg 1998, ISBN 3-933374-05-7.&lt;br /&gt;
* Alexander Gall: &amp;#039;&amp;#039;Das Atlantropa-Projekt: die Geschichte einer gescheiterten Vision. Herman Sörgel und die Absenkung des Mittelmeers.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-593-35988-X.&lt;br /&gt;
* Alexander Gall: &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa: A Technological Vision of a United Europe.&amp;#039;&amp;#039; In: Erik van der Vleuten, Arne Kaijser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Networking Europe. Transnational Infrastructures and the Shaping of Europe, 1850–2000.&amp;#039;&amp;#039; Science History Publications, Sagamore Beach 2006, ISBN 0-88135-394-9, S. 99–128.&lt;br /&gt;
* Ulrich Blode: &amp;#039;&amp;#039;Gibraltardamm und Mittelmeersenkung.&amp;#039;&amp;#039; In: Walter Delabar, Frauke Schlieckau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bluescreen. Visionen, Träume, Albträume und Reflexionen des Phantastischen und Utopischen.&amp;#039;&amp;#039; Aisthesis Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89528-769-5, S. 87–97.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme und Dokumentationen ==&lt;br /&gt;
* Michel Morales, Harald Rauser: &amp;#039;&amp;#039;Neuer Kontinent? Grössenwahn Atlantropa.&amp;#039;&amp;#039; Doku, 2016 ([https://www.youtube.com/watch?v=OMCQqpY-dqg archiviert bei YouTube])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Atlantropa –&amp;amp;nbsp;Der Traum vom neuen Kontinent.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentation, 45 Min. bzw. 60 Min., 2006, Buch &amp;amp; Regie: [[Michel Morales]], Editor: Harald Rauser, Produktion: Haifisch Entertainment, NDR, BR, ORF [[Westdeutscher Rundfunk|WDR]], Erstsendung:  13. Februar 2006, {{Webarchiv |url=http://www.wdr.de/tv/wdr-dok/archiv/2006/060213_01.phtml |text=Inhaltsangabe |wayback=20060716210101}} vom WDR&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Meer versinkt.&amp;#039;&amp;#039; Dokudrama., 1936. Buch und Regie: [[Anton Kutter]], Produktion: Bavaria-Filmkunst. ([https://www.youtube.com/watch?v=YKH2Z8zhAzc archiviert bei YouTube])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[The Man in the High Castle (Fernsehserie)|The Man in the High Castle]]&amp;#039;&amp;#039;, Staffel 2, Folge 3, &amp;#039;&amp;#039;Willkommen im Reich – Projekt Atlantropa&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://blog.deutsches-museum.de/2019/01/23/atlantropa Der Blog des Deutschen Museums – Ein Mann und das Meer]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20130522151745/http://www.zeit.de/1991/23/weltmacht-atlantropa Weltmacht Atlantropa]  (Webarchiv)&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20070101102640/http://www.cad.architektur.tu-darmstadt.de/d_projects/index_atlantropa.html Atlantropa-Bauten und Landschaftsplanung], [[Computer-aided design|CAD]]-Projekt an der [[TU Darmstadt]] (Webarchiv)&lt;br /&gt;
* Markus Mähner: [https://www.br.de/mediathek/podcast/alles-geschichte-history-von-radiowissen/wer-visionen-hat-soergels-plan-das-mittelmeer-auszutrocknen/2031118 &amp;#039;&amp;#039;WER VISIONEN HAT… Sörgels Plan, das Mittelmeer auszutrocknen&amp;#039;&amp;#039;] [[Bayern 2]] [[Radiowissen]]. Ausstrahlung am 14. August 2023. (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4517267-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Talsperre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nicht realisiertes Verkehrsprojekt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserkraftwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Mittelmeerraums]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geopolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kolonialgeschichte Afrikas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus in Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Straße von Gibraltar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landgewinnung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;H7</name></author>
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