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	<title>Atlantischer Hering - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Atlantischer_Hering&amp;diff=16863&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wheeke: HC: Entferne Kategorie:Atlantischer Ozean; Ergänze Kategorie:Umwelt und Natur (Atlantischer Ozean)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Atlantischer_Hering&amp;diff=16863&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-13T17:48:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Entferne &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Atlantischer_Ozean&quot; title=&quot;Kategorie:Atlantischer Ozean&quot;&gt;Kategorie:Atlantischer Ozean&lt;/a&gt;; Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Umwelt_und_Natur_(Atlantischer_Ozean)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Umwelt und Natur (Atlantischer Ozean) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Umwelt und Natur (Atlantischer Ozean)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Atlantischer Hering&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Clupea harengus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|Linnaeus]], 1758&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name       = Echte Heringe&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName   = Clupea&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Clupeinae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Heringe&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Clupeidae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Clupeoidei&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Unterordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Heringsartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Clupeiformes&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Clhar u0.png&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Heringsschwarm.gif|mini|Heringsschwarm]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hdgs Fishing.gif|mini|[[Olaus Magnus]]: Fischfang (1555)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Heringsfass.JPG|mini|In Salzlake eingelegter Hering wird bis heute in [[Kantje|großen Holzfässern]] ins Inland transportiert und daraus verkauft. Im heutigen Handel spielt dieses Gebinde aber nur noch eine nachgeordnete Rolle.]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Atlantische Hering&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Clupea harengus&amp;#039;&amp;#039;) ist einer der häufigsten [[Fische]] der Welt, einer der bedeutendsten [[Speisefisch]]e und gehört zur Gattung der [[Echte Heringe|Echten Heringe]]. Er wird seit Menschengedenken besonders an seinen [[Laich]]plätzen gefangen. Viele Städte wurden in der Nähe der Laichplätze und Durchzugsgebiete gegründet. Für die [[Hanse]] war der Atlantische Hering eines der wichtigsten [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Handelsgüter]].&lt;br /&gt;
Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein war der Atlantische Hering so häufig, dass er als „Arme-Leute-Essen“ galt. Heute sind die Bestände durch starke Befischung und ökologische Probleme in der [[Ostsee]] deutlich zurückgegangen, laut dem [[Internationaler Rat für Meeresforschung|Internationalen Rat für Meeresforschung]] (ICES) von rund 300.000 Tonnen im Jahr 1991 auf rund 105.000 Tonnen im Jahr 2020.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NDR |url=https://www.ndr.de/ratgeber/klimawandel/Ostsee-Wie-der-Klimawandel-dem-Hering-zusetzt,hering290.html |titel=Ostsee: Wie der Klimawandel dem Hering zusetzt |sprache=de |abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Ursache dafür wird vor allem der mit dem [[Klimawandel]] verbundene Anstieg der Meerestemperatur vermutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NDR |url=https://www.ndr.de/ratgeber/klimawandel/Ostsee-Wie-der-Klimawandel-dem-Hering-zusetzt,hering290.html |titel=Ostsee: Wie der Klimawandel dem Hering zusetzt |sprache=de |abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atlantische Hering wurde in Deutschland 2021 und 2022&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/item/510-fisch-des-jahres-2021-der-atlantische-hering-clupea-harengus |titel=Der Hering (Clupea harengus) bleibt auch im Jahr 2022 Fisch des Jahres |werk= |hrsg=Deutscher Angelfischerverband |datum= |zugriff=2021-12-29 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zum [[Fisch des Jahres (Deutschland)|Fisch des Jahres]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
Die Art verfügt über ein weiträumiges Verbreitungsgebiet im [[Nordatlantik]], das sich vom [[Biskaya|Golf von Biskaya]] in die [[Ostsee]] und nördlich im [[Arktischer Ozean|Arktischen Ozean]] bis nach [[Spitzbergen (Inselgruppe)|Spitzbergen]] und [[Nowaja Semlja]] erstreckt. In westlicher Richtung dehnt es sich über [[Island]] und das südwestliche [[Grönland]] bis an die Küsten von [[South Carolina]] aus. Der Atlantische Hering lebt in Tiefen bis etwa 360 Meter&amp;lt;ref name=&amp;quot;fishbase&amp;quot;&amp;gt;nach fishBase&amp;lt;/ref&amp;gt; sowohl [[pelagisch]] im Freiwasser als auch in küstennahen Bereichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
Der schlanke und seitlich abgeflachte Fisch kann eine Körperlänge von etwa 45 Zentimeter und dabei ein [[Körpergewicht]] von ungefähr einem [[Kilogramm]] erreichen, meist bleibt er jedoch kleiner. Das große, leicht oberständige Maul endet vor dem Hinterrand der mit einem durchsichtigen [[Fettlid]] ausgestatteten Augen. Der Rücken ist von stahlblauer, dunkelgrauer oder grünlicher Farbe, während Seiten und Bauch silbrig gefärbt sind. Die [[Bauchflosse]]n und die [[Afterflosse]] sind weißlich transparent. Basis und der obere Rand der [[Brustflosse]]n sind von dunkler Farbe. Die kurze [[Rückenflosse|Rücken-]] und die tief gegabelte [[Schwanzflosse]] erscheinen vollständig dunkel gefärbt. Im Unterschied zur im [[Habitus (Biologie)|Habitus]] recht ähnlichen [[Europäische Sprotte|Sprotte]] (&amp;#039;&amp;#039;Sprattus sprattus&amp;#039;&amp;#039;) befindet sich der Ansatz der Bauchflossen hinter der Vorderkante der Rückenflosse und die [[Elasmoidschuppe|Schuppen]] am Bauch sind abgerundet und nicht gekielt. Ferner unterscheidet sich der Hering durch eine ovale Ansammlung kleiner Zähne am [[Pflugscharbein]] (Vomer) von anderen Mitgliedern seiner Familie. Eine [[Seitenlinienorgan|Seitenlinie]] fehlt, es findet sich nur das Kopfkanal-System: ein aus 4 verknöcherten Röhren bestehendes, [[Neuromasten|druckempfindliche Zellen]] aufweisendes Organ, das eine Orientierung zur Nahrung ermöglicht.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=Hering beim Leibniz-Institut für Meereswissenschaften |url=http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=oz-on_heringe |wayback=20060118110620 }} (abgerufen am 26. August 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer mittleren Längsreihe trägt der Hering mehr als 60 seiner relativ großen und nur lose sitzenden Schuppen. Im Körperbau stimmt er mit dem [[Pazifischer Hering|Pazifischen Hering]] weitestgehend überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Flossenformel]]: [[Flosse#Rückenflosse|Dorsale]] 17–21, [[Flosse#Afterflosse|Anale]] 14–20, [[Flosse#Brustflossen|Pectorale]] 15–19, [[Flosse#Brustflossen|Ventrale]] 7–10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
Der Atlantische Hering lebt in Schwärmen mit teilweise sehr hoher Bestandsdichte. Der Fisch ernährt sich zunächst von [[Phytoplankton]] ([[Alge]]n), später von [[Zooplankton]], wie kleinen [[Krebstiere]]n, [[Pelagial|pelagisch]]en [[Schnecken]] und Fischlarven,  die auf Sicht gejagt und mit Hilfe der [[Kiemenreuse]] aus dem Wasser filtert werden, sowie von kleinen Fischen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul Kotterba, Dorothee Moll, Helmut Winkler, Annegret Finke, Patrick Polte |Titel=A wolf in sheep&amp;#039;s clothing: Planktivorous Atlantic herring preys on demersal fishes in coastal waters |Sammelwerk=Ecology |Band=105 |Nummer=8 |Datum=2024-08 |ISSN=0012-9658 |DOI=10.1002/ecy.4363 |Online=https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ecy.4363 |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Epibranchialorgan]] ist reduziert. Bei entsprechender Planktondichte geht er dazu über, mit weit geöffneten Maul und Kiemenöffnungen durchs Wasser zu ziehen und so die Nahrung auszuseihen. Dieses „ram feeding“ wird nur kurzzeitig durch Schluckbewegungen unterbrochen. Am Tage hält er sich vorwiegend in tieferen Wasserschichten auf, während er des Nachts seiner Nahrung bei deren Vertikalwanderung an die Oberfläche folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untersuchungen des Mageninhaltes von ausgewachsenen Heringen haben gezeigt, dass die Tiere im Herbst statt Plankton Fische fressen. Dass Heringe sich auch von Fischen ernähren, war bislang nicht bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=http://www.focus.de/regional/mecklenburg-vorpommern/umwelt-nachwuchsforscher-entlockt-hering-geheimnisse_id_7075111.html | titel=Nachwuchsforscher entlockt Hering Geheimnisse |hrsg=Focus |datum=2017-05-03 |zugriff=2017-05-04 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atlantische Hering ist in der Lage, Geräusche zu erzeugen und auch selbst wahrzunehmen. Dank einer Verbindung von der Schwimmblase zum Mittelohr hört er gut – nicht aber [[Ultraschall]], wie ihn [[Zahnwale]] zum Orten verwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;D. Mann, A. Popper und B. Wilson (2005):  Biol Lett. 2005 (June 22) 1(2): S. 158–161&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Geräusche werden vorwiegend nachts und offenbar durch Ausstoßen von Gas aus einem Schwimmblasen-Porus vor der Afteröffnung erzeugt. Der Zweck dieses Verhaltens ist noch unklar; da sich aber die Geräuschproduktion mit der Größe des Schwarms steigert, kann man es auch als Kommunikation deuten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ben Wilson, Robert S. Batty und Lawrence M. Dill: „Pacific and Atlantic Herring Produce Burst Pulse Sounds“, &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Royal Society of London Series B – Biological Sciences, Biology Letters Supplement 3&amp;#039;&amp;#039;, vol. 271, 2004, S.&amp;amp;nbsp;95–97, {{DOI|10.1098/rsbl.2003.0107}} (u.&amp;amp;nbsp;a. Link zu Audio-Datei), {{ISSN|1471-2954}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung ==&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Fortpflanzungsphase schwankt populationsabhängig stark. Die Paarung des Atlantischen Herings findet küstennah in einer Tiefe zwischen 40 und 70 Metern statt, meist in der Übergangsschicht von Küsten- und dem salzhaltigeren Tiefenwasser. Die weiblichen Tiere geben dabei etwa 20.000 bis 50.000, bei großen Exemplaren ausnahmsweise bis zu 200.000&amp;lt;ref name=&amp;quot;ADW&amp;quot;&amp;gt;nach Animal Diversity Web&amp;lt;/ref&amp;gt; der 1,2 bis 1,5 Millimeter großen Eier ab. Die Befruchtung durch die Männchen erfolgt im offenen Wasser. Brutpflege wird durch die Elterntiere nicht betrieben. Die befruchteten Eier sind klebrig und sinken auf den Grund, wo sie an Steinen, Pflanzen und aneinander haften. Bei einer Wassertemperatur von 9 Grad Celsius schlüpfen die [[Larven]] nach zwei Wochen, höhere Temperaturen verkürzen die Reifedauer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Muus&amp;amp;Nielsen&amp;quot;&amp;gt;nach Muus und Nielsen&amp;lt;/ref&amp;gt; Die zwischen 7 und 9 Millimeter großen Larven steigen zur Oberfläche auf, wobei sie sich zum Licht orientieren. Nach etwa einer Woche haben sie ihren [[Dottersack]] aufgezehrt und beginnen sich von sehr kleinen Planktonalgen und den Larven von Krebstieren zu ernähren. Mit einer Gesamtlänge von 15 bis 17 Millimeter bilden die Larven ihre Rückenflosse aus. After- und Bauchflossen und die Einkerbung der Schwanzflosse erscheinen bei etwa drei Zentimeter Körperlänge. Ab ungefähr vier Zentimeter Körpergröße werden die Schuppen gebildet und der Nachwuchs beginnt seinen Eltern zu gleichen. Nach drei bis sieben Jahren erlangen die Jungfische die Geschlechtsreife. Der Atlantische Hering kann ein Alter von über 20 Jahren erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rolle im Ökosystem ==&lt;br /&gt;
Für eine sehr große Zahl von Arten stellt der Atlantische Hering eine wichtige Nahrungsquelle dar, neben dem Menschen beispielsweise für eine Reihe von [[Dorschartige]]n, [[Thunfische]]n, [[Makrelen]], [[Robben]] und [[Wale]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökonomische und politische Wirkungen des Heringsfangs in Europa ==&lt;br /&gt;
Der Heringsfang in der [[Ostsee]] ist untrennbar mit dem Aufstieg der [[Hanse]] zur regionalen Wirtschaftsmacht verbunden. Der Hering war als [[Protein|eiweiß]]reiches Nahrungsmittel und [[Fasten]]speise im [[Mittelalter]] sehr begehrt, zusätzlich hatte er durch Einlegen in [[Speisesalz|Salz]] oder Salzlake (mit Salz aus [[Lüneburg]]) den Vorteil, gut transportiert und gelagert werden zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Jakob Sell: &amp;#039;&amp;#039;Über  den starken Heringsfang an Pommerns und Rügens Küsten im 12. und 14. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Lateinischen übersetzt von D. [[Ernst Heinrich Zober|E. H. Zober]]. Stralsund 1831, 26 Seiten, [http://books.google.de//books?id=mggBAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA1#PPA3 online]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Fastenzeit]]en waren im Mittelalter sehr ausgedehnt und umfassten bis zu einem Drittel des Jahres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Salzheringproduktion führte unter anderem auch zum Bau der [[Alte Salzstraße|Alten Salzstraße]] und des [[Stecknitzkanal]]s zwischen [[Elbe]] und [[Trave]], einem der ersten [[Kanal (Wasserbau)|Kanalprojekte]] der [[Neuzeit]] in [[Mitteleuropa]], für den Antransport des Lüneburger Salzes via [[Lübeck]] nach [[Schonen]]. Die dortigen hansezeitlichen Verarbeitungsplätze, [[Skanör-Falsterbo|Skanör und Falsterbo]], wurden während der Saison im August und September zu Großstädten mit bis zu 20.000 Menschen. Eingelagert in zu einem Fünftel mit Salz gefüllten Fässern aus [[mecklenburg]]ischem und [[Pommern|pommerschem]] Holz, zertifiziert mit dem eingebrannten [[Siegel]] der Stadt Lübeck, wurden die [[Heringstonne]]n bis [[Nürnberg]] und [[Regensburg]] gehandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer wichtiger Handelsweg verlief von den Häfen und Weiterverarbeitungseinrichtungen der Niederlande über den Rhein nach Köln, von wo aus weite Teile des westlichen und südlichen Heiligen Römischen Reiches versorgt wurden. Die niederländischen Produzenten verdrängten zwischen 1380 und 1400 [[Schonen]] als wichtigste Herkunftsregion für den in Köln gehandelten Hering. Häufig betrieben Kölner Händler auch Tauschhandel mit Hering aus dem Norden gegen Wein aus dem Süden. Mit dem Fischkaufhausmeister und seinen Helfern bestand eine spezielle Gruppe städtischer Beauftragter, die die Qualität des Herings zu überwachen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nicolas Brunmayr |url=https://academic.oup.com/gh/article-abstract/38/4/527/5918225 |titel=Herring Trade, Quality Controls and Diplomacy in Cologne in the Fifteenth Century |werk=German History Vol. 38, No. 4 |datum=Dezember 2020 |seiten=527–549 |abruf=2021-06-14 |format=pdf |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 1500 verminderten sich stetig die Heringsschwärme in der Ostsee, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts fast völlig ausblieben. Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Nordseeherings ab dem Ende des 15. Jahrhunderts begann der Aufstieg der [[Republik der Sieben Vereinigten Provinzen|niederländischen]] [[Generalstaaten]] und der Niedergang der Hanse.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Schubert: &amp;#039;&amp;#039;Essen und Trinken im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Primus Verlag, Darmstadt 2. Aufl. 2010, S. 136 ff., ISBN 978-3-89678-702-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massive [[Überfischung]] im [[Nordatlantik]], unter anderem auch der Heringsbestände, führte zwischen 1958 und 1975 zu den sogenannten [[Kabeljaukrieg]]en mit schweren politischen Konflikten zwischen [[Island]] und anderen europäischen Staaten. Island weitete darauf schrittweise seine Einflusszone im Nordatlantik bis hin zur [[200-Seemeilen-Zone]] aus und veränderte damit auch das internationale [[Seerecht]] und das [[Völkerrecht]]. Seither haben internationale Fischerei-Vereinbarungen aber dazu geführt, dass der Hering (im Gegensatz etwa zum [[Kabeljau]]) in seinen atlantischen Beständen nicht bedroht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung und Zubereitungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Herring-01.jpg|mini|Atlantische Heringe (Fang vor der norwegischen Küste)]]&lt;br /&gt;
Der Hering zählt als fetter [[Speisefisch]] wegen seines Nährwerts mit hohem [[Protein|Eiweißgehalt]], einer günstigen [[Fettsäuren]]zusammensetzung sowie des Gehalts an [[Jod]] und [[Selen]] zu den wichtigsten Speisefischen der Welt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web| title = Fettsäurenmuster von Süß- und Salzwasserfischen| publisher = Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V| accessdate = 2012-05-28| url = http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=620| archiveurl = https://web.archive.org/web/20130302040233/http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=620| archivedate = 2013-03-02| offline = yes| archivebot = 2023-03-10 17:53:01 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Abhängig vom Zeitpunkt des Fangs haben der Ernährungszustand des Herings und die sich jährlich wiederholende Fortpflanzungsphase Einfluss auf die verfügbare Fleischqualität. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Rohware lassen sich unterscheiden:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Klinger: &amp;#039;&amp;#039;Der junge Koch&amp;#039;&amp;#039;. Fachbuchverlag Dr. Pfanneberg &amp;amp; Co., Gießen 19. Aufl. 1980: S. 50–51&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matjesheringe, Fettheringe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:Im Frühjahr beginnt der Fisch, neue Fettreserven aufzubauen. Der [[Rogen]] oder die Spermamilch sind noch nicht entwickelt. Dafür reichern sich im Fettansatz die Geschmacksstoffe des Herings an. Bei bester Ernährung weist der Matjeshering, unabhängig von seiner Größe, einen Fettgehalt von etwa 18 % im ausgenommenen Zustand bzw. etwa 14 % als [[Filet (Fisch)|Filet]] auf. Nur die Matjesheringe sind geeignet, zu sogenannten Matjes-Salzlakenfilets weiterverarbeitet zu werden. Der ganze Matjeshering hat dementsprechend auch als sogenannter &amp;#039;&amp;#039;[[grüner Hering]]&amp;#039;&amp;#039; eine höhere Qualität als der Hering in seinen saisonal späteren Entwicklungsphasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vollheringe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:Sie enthalten nun bereits die Milch oder den Rogen. Der Fettansatz ist jedoch mit einem Teil der Geschmacksstoffe zurückgebildet. Der Vollhering findet zum Beispiel traditionell Verwendung als geräucherter &amp;#039;&amp;#039;Bückling&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hohlheringe, Ihlen, Schotten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:Der Fisch hat abgelaicht, das Fleisch ist mager und trockener. Daher bietet sich seine Verwendung eher zu Marinaden wie beim &amp;#039;&amp;#039;Rollmops&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Bismarckhering&amp;#039;&amp;#039; oder zu [[Fischsalat]]en an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Fangschiffen wird der Hering nach der Vorsortierung meist als Ganzes gleich zur Konservierung gefroren und gelangt in dieser Form in den Großhandel sowie in die Weiterverarbeitung. Die [[Lebensmittelindustrie]] bietet den bereits filetierten Hering in unterschiedlichsten Aufbereitungen servierfertig abgepackt, in der Dose oder im Glas an. Eine der bekanntesten Konserven dieses Fisches ist wohl der Hering in Tomatensauce.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Arten der Zubereitung und der Konservierung gehen jedoch auf die langen Traditionen und Gewohnheiten in den Ländern des Heringsfangs zurück:&lt;br /&gt;
* gebratener Hering (siehe auch &amp;#039;&amp;#039;[[Grüner Hering|Grüne Heringe gebraten]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Hering nach Müllerin-Art&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Brathering]] in süß-saure [[Marinieren|Marinade]] eingelegt&lt;br /&gt;
* Räucherhering ([[Bückling]], Räuchermops)&lt;br /&gt;
* marinierter Hering&lt;br /&gt;
** [[Rollmops]]&lt;br /&gt;
** [[Bismarckhering]], benannt nach [[Otto von Bismarck]]&lt;br /&gt;
** Sild (nach dem dänischen und norwegischen Wort für Hering), mit Salz und Essig im Fass gelagert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lebensmittellexikon.de/a0000300.php Lebensmittellexikon.de Atlantischer Hering]. Abruf am 11. Dezember 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Salzhering]], ein wichtiges Handelsgut während der Hansezeit&lt;br /&gt;
* [[Matjes]]&lt;br /&gt;
* [[Grüner Hering]] (auch &amp;#039;&amp;#039;Hering grün&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Surströmming]]&lt;br /&gt;
* [[Heringssalat]]&lt;br /&gt;
* [[Heringsstipp]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Vilcinskas: &amp;#039;&amp;#039;Fische: Mitteleuropäische Süßwasserarten und Meeresfische der Nord- und Ostsee.&amp;#039;&amp;#039; BLV Verlagsgesellschaft, München 2000, ISBN 3-405-15848-6, S. 60.&lt;br /&gt;
* Bent J. Muus, Jørgen G. Nielsen; Preben Dahlström, Bente Olesen Nyström (Illustrationen): &amp;#039;&amp;#039;Die Meeresfische Europas. In Nordsee, Ostsee und Atlantik.&amp;#039;&amp;#039; (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Havfisk og fiskeri i Nordvesteuropa.&amp;#039;&amp;#039; 1998, übersetzt von Matthias Stehmann), Franckh-Kosmos, Stuttgart 1999, ISBN 3-440-07804-3, S. 87 ff.&lt;br /&gt;
* Ernst Schubert: &amp;#039;&amp;#039;Alltag im Mittelalter: Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander.&amp;#039;&amp;#039; Primus, Darmstadt 2002, ISBN 3-89678-424-2.&lt;br /&gt;
* Manfred Klinkhardt: &amp;#039;&amp;#039;Der Hering. Clupea harengus.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Brehms Tierleben#Die Neue Brehm-Bücherei|Die Neue Brehm-Bücherei]].&amp;#039;&amp;#039; Band 199). Westarp-Wiss., Magdeburg / Spektrum, Akad. Verlag, Heidelberg/Berlin/Oxford 1996, ISBN 978-3-89432-498-8, S. 230.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Clupea harengus|Atlantischer Hering (&amp;#039;&amp;#039;Clupea harengus&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://animaldiversity.ummz.umich.edu/site/accounts/information/Clupea_harengus.html Animal Diversity Web zum Atlantischen Hering] (englisch)&lt;br /&gt;
* {{Fishbase|g=Clupea|s=harengus}}&lt;br /&gt;
* {{IUCN&lt;br /&gt;
| Year           = 2013.2&lt;br /&gt;
| ID             = 155123&lt;br /&gt;
| ScientificName = Clupea harengus&lt;br /&gt;
| YearAssessed   = 2009&lt;br /&gt;
| Assessor       = Herdson, D. &amp;amp; Priede, I. &lt;br /&gt;
| Download       = 2. Dezember 2013&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* [https://biodiv-atlas.de/fische/#!/species/40675/details &amp;#039;&amp;#039;Clupea harengus&amp;#039;&amp;#039;] im Fischartenatlas der [[Gesellschaft für Ichthyologie|Deutschen Ichthyologischen Gesellschaft e.V.]] (Verbreitungsdaten der deutschen Meeresgebiete und der Trilateralen Wattenmeerkooperation (NL, D, DK), weitere Informationen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Fisch des Jahres in Deutschland}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159595-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heringsartige]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Speisefisch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Umwelt und Natur (Atlantischer Ozean)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wheeke</name></author>
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