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	<title>Astrozytom, IDH-mutiert - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T01:40:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Astrozytom,_IDH-mutiert&amp;diff=186032&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Flebeleb: Fehlende Präposition ergänzt.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Astrozytom,_IDH-mutiert&amp;diff=186032&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-01T06:06:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fehlende Präposition ergänzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Dieser Artikel behandelt das Astrozytom mit IDH-Mutation. Zu anderen Tumoren mit dem Namensbestandteil &amp;#039;&amp;#039;Astrozytom&amp;#039;&amp;#039; siehe [[Astrozytom]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
|01-CODE= D33&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG= Gutartige Neubildung des Gehirns und Zentralnervensystems&lt;br /&gt;
|02-CODE= D43&lt;br /&gt;
|02-BEZEICHNUNG= Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens des Gehirns und des Zentralnervensystems&lt;br /&gt;
|03-CODE= C71&lt;br /&gt;
|03-BEZEICHNUNG= Bösartige Neubildung des Gehirns&lt;br /&gt;
|04-CODE= C72&lt;br /&gt;
|04-BEZEICHNUNG= Bösartige Neubildung des Rückenmarkes, der Hirnnerven und anderer Teile des Zentralnervensystems&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox ICD-O&lt;br /&gt;
|01-CODE= 9400/3&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG= Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 2&lt;br /&gt;
|02-BEZEICHNUNG= Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 3&lt;br /&gt;
|02-CODE= 9401/3&lt;br /&gt;
|03-BEZEICHNUNG= Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 4&lt;br /&gt;
|03-CODE= 9445/3&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Astrozytom.jpg|mini|Astrozytom des Mittelhirns, mit kompressionsbedingtem [[Hydrozephalus]]]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Astrozytom, IDH-mutiert&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Astrozytom]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein diffus wachsender [[Hirntumor]], dessen Zellen [[Astrozyten]] ähnlich sehen. Diese [[Gliazelle]]n bilden das Stützgewebe des [[Zentralnervensystem#ZNS der Wirbeltiere|Zentralnervensystems]], Astrozytome werden deshalb den [[Gliom]]en zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems]] wird das [[Isocitrat-Dehydrogenase|IDH]]-mutierte Astrozytom anhand [[Molekularbiologie|molekulargenetischer]] und [[Histologie|histologischer]] Eigenschaften definiert. Insbesondere in Folge von Fortschritten der Molekulargenetik vereinigt der Tumortyp die früheren Entitäten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;IDH-mutiertes [[Glioblastom]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;anaplastisches Astrozytom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;diffuses Astrozytom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Letzteres mit den Varianten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gemistozytisches&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;fibrilläres&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;protoplasmatisches Astrozytom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Abhängig vom Verhalten des Tumors und seiner Prognose werden Astrozytomen die [[WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems#Gradierung|ZNS-WHO Grade]] 2 bis 4 zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Therapie erfolgt mittels Operation, Bestrahlung und Chemotherapeutika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epidemiologie ==&lt;br /&gt;
Durch die veränderte Klassifikation liegen mit Stand 2023 noch keine genauen Daten zur Häufigkeit vor. Nach alter Klassifikation traten diffuse (Grad 2) und anaplastische (Grad 3) Astrozytome mit einer [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] von 0,5 bzw. 0,4 Fällen pro 100.000 Menschen pro Jahr auf. Das [[Median|mediane]] Alter der Patientinnen und Patienten mit diesem Tumor liegt bei 35 Jahren, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Niedriggradige Subtypen treten eher bei jüngeren Menschen auf, höhergradige eher bei älteren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=WHO Classification of Tumours Editorial Board |Titel=Central Nervous System Tumours |Reihe=World Health Organization Classification of Tumours |Auflage=5th ed |Verlag=[[International Agency for Research on Cancer]] |Ort=Lyon |Datum=2021 |ISBN=978-92-832-4508-7 |Seiten= |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot;&amp;gt;{{AWMF|https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-099l_S2k_Gliome_2021-07-verlaengert.pdf|Gliome|S2k|[[Deutsche Gesellschaft für Neurologie]]|01.02.2021, inhaltlich überprüft am 31.10.2023}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheitsentstehung und Risikofaktoren ==&lt;br /&gt;
Welche Zellart oder Zellarten Ursprung IDH-mutierter Astrozytome sein können, ist, wie bei anderen Gliomen, nicht abschließend geklärt. In den Tumoren finden sich Zellen mit [[Astrozyt|astrozytärer]], [[Oligodendrozyt|oligodendrozytärer]] und [[Neuroblast|neuroblastärer]] Differenzierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Fälle sind sporadisch. Familiäre Häufungen treten bei bestimmten einzelnen Genmutationen und manchen Syndromen genetischer Instabilität (z. B. [[Li-Fraumeni-Syndrom]]) auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lokalisation ==&lt;br /&gt;
Astrozytome finden sich vorwiegend im [[Frontallappen|Frontal-]] und [[Temporallappen]] des [[Großhirn]]s. Die Tumoren entwickeln sich im Bereich der [[Weiße Substanz|weißen Substanz]] (Nervenzellfaserbündel) der [[Telencephalon#Einteilung in Hemisphären|Hemisphären]] (Hirnhälften) und liegen meist „unterhalb“ der [[Hirnrinde]] &amp;#039;&amp;#039;(subkortikal)&amp;#039;&amp;#039;. Sie können aber auch in allen anderen Abschnitten des Gehirns und des [[Rückenmark]]s auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die meisten anderen Gliome metastasieren Astrozytome nur selten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Bei etwa zwei Drittel der Patientinnen und Patienten ist das erste klinische [[Symptom]] ein [[Epilepsie|epileptischer Anfall]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;AdamsVictor&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Allan H. Ropper, Martin A. Samuels, Joshua P. Klein, Sashank Prasad |Titel=Adams and Victor&amp;#039;s principles of neurology |Auflage=Twelfth edition |Verlag=McGraw Hill |Ort=New York Chicago San Francisco Athens London |Datum=2023 |ISBN=978-1-264-26452-0 |Seiten=651 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mechanismus der Symptome ist die [[Infiltration (Medizin)|Infiltration]] und Zerstörung benachbarter [[Neuron]]e. Durch einen Verdrängungsdruck kommt es zum „[[Hirndruck]]“. Das häufigste gemeinsame Zeichen dieser Mechanismen ist ein [[Papillenödem]] (Vorwölbung der Papille, der Austrittsstelle des Sehnerven in der Netzhaut, ohne Minderung der Sehkraft). Kopfschmerzen, [[Lethargie]] und Persönlichkeitsveränderungen sind ebenfalls häufige Zeichen eines beginnenden Hirndruckes. Fokale neurologische Zeichen ([[Lähmung]], Störung der [[Hirnnerven]]funktion, Kopfschmerzen) gehen der Diagnosestellung oft Jahre voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Untersuchungsbefunde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildgebung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Astrocytoma, grade 2, T2-FLAIR-Mismatch.jpg|mini|T2/FLAIR-Mismatch: In der T2-Gewichtung (links) ist der gesamte Tumor aufgehellt, in der FLAIR-Gewichtung (rechts) nur der Rand.]]&lt;br /&gt;
Die Bildgebung erfolgt in der Regel mittels [[Magnetresonanztomographie]]. Eine Kontrastmittelaufnahme ist bei Grad-2-Astrozytomen selten (20 %), bei höhergradigen Subtypen jedoch häufig. [[Verkalkung]]en können vorliegen. Insbesondere höhergradige Tumoren können auch ein umliegendes [[Ödem]] zeigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;IDHMutant&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Antonio Dono, Leomar Y. Ballester, Ditte Primdahl et al. |Titel=IDH-Mutant Low-grade Glioma: Advances in Molecular Diagnosis, Management, and Future Directions |Sammelwerk=Current Oncology Reports |Band=23 |Nummer=2 |Datum=2021-02 |ISSN=1523-3790 |Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s11912-020-01006-6 |Abruf=2023-12-16 |DOI=10.1007/s11912-020-01006-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Isocitrate&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Julie J Miller, L Nicolas Gonzalez Castro, Samuel McBrayer et al. |Titel=Isocitrate dehydrogenase (IDH) mutant gliomas: A Society for Neuro-Oncology (SNO) consensus review on diagnosis, management, and future directions |Sammelwerk=Neuro-Oncology |Band=25 |Nummer=1 |Datum=2023-01-05 |ISSN=1522-8517 |Seiten=4–25 |DOI=10.1093/neuonc/noac207 |PMC=9825337 |PMID=36239925}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Beurteilung eines binären Klassifikators|hochsensitives]] Merkmal für Astrozytome der Grade 2 und 3 ist ein &amp;#039;&amp;#039;T2/FLAIR-Mismatch&amp;#039;&amp;#039;, also ein Darstellungsunterschied zwischen zwei [[Magnetresonanztomographie#Liste von Abkürzungen gebräuchlicher MRT-Sequenzen|MRT-Sequenzen]]. In der T2-Sequenz zeigt sich der gesamte Tumorbereich [[Magnetresonanztomographie#Bildbeurteilung|hyperintens]], also aufgehellt, während in der FLAIR-Sequenz nur der Randsaum hyperintens ist. In der T1-Sequenz ist der Tumor hypointens.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;AdamsVictor&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ziqin Han, Qiuying Chen, Lu Zhang et al. |Titel=Radiogenomic association between the T2-FLAIR mismatch sign and IDH mutation status in adult patients with lower-grade gliomas: an updated systematic review and meta-analysis |Sammelwerk=European Radiology |Band=32 |Nummer=8 |Datum=2022-08 |ISSN=1432-1084 |Seiten=5339–5352 |DOI=10.1007/s00330-022-08607-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darstellung von metabolischen Eigenschaften ist mittels [[Magnetresonanzspektroskopie]] möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Isocitrate&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astrozytome können auch als [[Zufallsbefund]] bei [[Computertomographie|computertomographischen]] Untersuchungen finden. Grad 2 zeigt unscharfe [[Hypodensität]]en, manchmal auch Verkalkungen oder [[Zyste (Medizin)|zystische]] Formationen. Höhere Grade präsentieren auch Ödeme oder Kontrastmittelanreicherung. Insbesondere Astrozytome Grad 4 können sich ähnlich wie Glioblastome mit großen, zentralen Nekrosen mit umgebender Kontrastmittelanreicherung darstellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Astrocytoma.jpg|mini|PET-Scan eines gesunden Gehirns (oben) und eines mit Astrozytom (unten)]]&lt;br /&gt;
Im [[Positronen-Emissions-Tomographie|PET]]-Scan des Glucose-Stoffwechsels (FDG-PET) stellt sich das Astrozytom hypometabolisch dar („kalter Knoten“, das heißt, es ist Gewebe mit vermindertem Stoff- und Energieumsatz). Entdifferenzierungen innerhalb des Tumors führen gelegentlich zu malignen Zwischenstufen, die dann im PET-Bild als „hot spots“ (Gewebe mit erhöhtem Stoff- und Energieumsatz) innerhalb des „kalten Knotens“ erscheinen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Angiographie]] zeigen Astrozytome typischerweise keine pathologische Blutgefäßarchitektur &amp;#039;&amp;#039;(Vaskularisierung)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Liquor ===&lt;br /&gt;
Der [[Liquor cerebrospinalis|Liquorbefund]] ist in der Regel unauffällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gemistocytic Astrocytoma 003.jpg|mini|Astrozytom, Grad 2]]&lt;br /&gt;
IDH-mutierte Astrozytome wachsen expansiv und diffus infiltrierend, die Grenze zwischen [[Graue Substanz|grauer]] und [[Weiße Substanz|weißer Substanz]] kann verwaschen sein. Blutgefäße werden verdrängt, die [[Hirnhaut|Hirnhäute]] können infiltriert sein und der Tumor kann zum Beispiel eine Gewebebrücke durch die [[Fissura Sylvii|Sylvische Fissur]] bilden. Eine [[Liquoraussaat]] von Tumorzellen ist selten. Selten gibt es [[Degeneration|degenerative]] Veränderungen innerhalb von Mikrozysten mit Verkalkungen. Bei Grad 4 kann es zu Nekrosen und Einblutungen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Histologie ===&lt;br /&gt;
Astrozytome bestehen aus [[Gliazelle]]n, welche diffus das Gewebe durchwachsen. Dabei reicht das Spektrum von nur geringgradig veränderten Gewebeproben bis zu hochmalignen, hyperzellulären Tumoren. Insbesondere bei Astrozytomen Grad 2 lassen sich verschiedene Differenzierungstypen ausmachen, die früher als eigenständige Varianten des diffusen Astrozytoms geführt wurden. Die am häufigsten vorkommenden fibrilläre Differenzierung zeigt eine eher lockere Durchsetzung des Gewebes mit [[Gliafasern]]. Häufig finden sich Anteile mit [[Gemistozyt|gemistozytärer]] Differenzierung, dabei handelt es sich um Tumorzellen mit großen, eosinophilem [[Cytoplasma|Zytoplasmata]] und teils mehreren exzentrisch gelegenen [[Zellkern|Kernen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neuropathology&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=B.K. Kleinschmidt-DeMasters, Melike Pekmezci, Fausto Rodriguez, Tarik Tihan |Titel=Diagnostic Pathology: Neuropathology |Auflage=3. |Verlag=Elsevier |Datum=2022 |ISBN=978-0-323-71331-3 |Seiten=4 ff. |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Graden 3 und 4 finden sich Anaplasien. Ausschließlich bei Grad 4 kann es auch zu einem raschen Wachstum kleiner Blutgefäße, der mikrovaskulären Proliferation, kommen. Atypische Zellkerne kommen bei allen Graden vor, sind jedoch nicht für die Gradierung entscheidend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neuropathology&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genetik ===&lt;br /&gt;
Beim IDH-mutierten Astrozytom liegt eine [[Gain-of-function-Mutation]] der [[Isocitrat-Dehydrogenase]] (IDH) vor. In 90 % der Fälle handelt es sich um die R132H-Mutation von IDH1, bei der eine einzige [[Aminosäuren|Aminosäure]] an Position 132 –&amp;amp;nbsp;[[Arginin]] (R) gegen [[Histidin]] (H)&amp;amp;nbsp;– ausgetauscht ist. In je 5 % der Fälle liegt eine atypische Mutationen von IDH1 oder IDH2 vor, diese sind vor allem bei jüngeren Menschen häufiger. Diese Mutationen beeinträchtigen die Umwandlung von [[Isocitrat]] in [[alpha-Ketoglutarat]], was für die zelluläre Energiebereitstellung notwendig ist, und reduzieren es stattdessen direkt zu [[2-Hydroxyglutarsäure|2-Hydroxyglutarat]], dessen erhöhter Spiegel epigenetische Veränderungen, vor allem [[Methylierung|Hypermethylierungen]], verursacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IDHmutation&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sue Han, Yang Liu, Sabrina J. Cai et al. |Titel=IDH mutation in glioma: molecular mechanisms and potential therapeutic targets |Sammelwerk=British Journal of Cancer |Band=122 |Nummer=11 |Datum=2020-05-26 |ISSN=0007-0920 |Seiten=1580–1589 |DOI=10.1038/s41416-020-0814-x |PMC=7250901 |PMID=32291392}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Zustand wird als &amp;#039;&amp;#039;glioma-associated CpG island methylator phenotype&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;G-CIMP&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet und geht mit veränderter Expression diverser Regulatoren des Zellwachstums, sogenannter [[Onkogen|Onko-]] und [[Tumorsuppressorgen]]e, einher. Eine hohe Gesamtzahl an Mutationen, viele Kopienzahlveränderungen und ein geringer Grad der [[DNA-Methylierung]] sind mit schlechteren Prognosen assoziiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diffuse&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Serena Ammendola, Giuseppe Broggi, Valeria Barresi |Titel=IDH-mutant diffuse gliomas: Tips and tricks in the era of genomic tumor classification |Sammelwerk=Histology and Histopathology |Band=38 |Nummer=07 |Datum=2023 |ISSN=0213-3911 |Seiten=739–753 |DOI=10.14670/HH-18-582}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WHOclassification&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Patrick Y Wen, Roger J Packer |Titel=The 2021 WHO Classification of Tumors of the Central Nervous System: clinical implications |Sammelwerk=Neuro-Oncology |Band=23 |Nummer=8 |Datum=2021-08-02 |ISSN=1522-8517 |Seiten=1215–1217 |DOI=10.1093/neuonc/noab120 |PMC=8328017 |PMID=34185090}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;markers&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. Mircea S. Tesileanu, Wies R. Vallentgoed et al. |Titel=Molecular markers related to patient outcome in patients with IDH-mutant astrocytomas grade 2 to 4: A systematic review |Sammelwerk=European Journal of Cancer |Band=175 |Datum=2022-11 |Seiten=214–223 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0959804922005032 |Abruf=2023-12-16 |DOI=10.1016/j.ejca.2022.08.016}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine mögliche Erklärung für die bevorzugte Lage im Frontallappen ist die dortige Expression des Gens [[GLUD2]], welches für die [[Glutamatdehydrogenase]] (GDH) kodiert. Die GDH katalysiert ebenfalls die Synthese von alpha-Ketoglutarat und kann so die negativen Auswirkungen der IDH-Mutation auf die mitochondriale Energiebereitstellung teilkompensieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 70 bis 90 % der IDH-mutierten Astrozytome haben eine [[Loss-of-Function-Mutation]] in den Tumorsuppressorgenen TP53 und ATRX. Der Verlust des ATRX-Proteins ermöglicht Krebszellen die [[Telomerase]]-unabhängige Verlängerung der [[Telomer]]e und damit mehr Zellteilungen. TP53 kodiert für das Protein [[p53]], einen wichtigen Initiator des [[Apoptose|programmierten Zelltods]]. [[Homozygotie|Homozygote]] [[Deletion]]en, also der Verlust beider Kopien, von [[CDKN2A]]- und [[CDKNA2B]] sind mit schlechterer Prognose assoziiert, diese Tumoren werden als Grad 4 eingestuft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Isocitrate&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;markers&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Simon Gritsch, Tracy T. Batchelor, L. Nicolas Gonzalez Castro |Titel=Diagnostic, therapeutic, and prognostic implications of the 2021 World Health Organization classification of tumors of the central nervous system |Sammelwerk=Cancer |Band=128 |Nummer=1 |Datum=2022-01 |ISSN=0008-543X |Seiten=47–58 |DOI=10.1002/cncr.33918}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=David.E. Reuss |Titel=Updates on the WHO diagnosis of IDH-mutant glioma |Sammelwerk=Journal of Neuro-Oncology |Band=162 |Nummer=3 |Datum=2023-05 |ISSN=0167-594X |Seiten=461–469 |DOI=10.1007/s11060-023-04250-5 |PMC=10227121 |PMID=36717507}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[1p/19q-Kodeletion]] schließt TP53- und ATRX-Mutationen oder -Verluste weitestgehend aus, IDH-mutierte Gliome mit dieser [[Deletion|Kodeletion]] werden als &amp;#039;&amp;#039;[[Oligodendrogliom]], IDH-mutiert und 1p/19q-kodeletiert&amp;#039;&amp;#039; klassifiziert. Anhand dieses Kriteriums können auch fast alle ehemals als &amp;#039;&amp;#039;[[Mischgliom|Oligoastrozytome]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Mischgliome&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete Tumoren entweder als Astrozytom oder Oligodendrogliom identifiziert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diffuse&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epigenetik ===&lt;br /&gt;
Die [[O6-Methylguanin-DNA-Methyltransferase]] repariert alkylierte DNA und schützt den Körper damit vor der Entstehung von Tumoren. In etwa 85 % der Astrozytome ist das Enzym durch die [[Methylierung|Hypermethylierung]] des MGMT-[[Promotor (Genetik)|Promotors]] weitestgehend [[Gen-Silencing|inaktiv]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Isocitrate&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Immunhistochemie ===&lt;br /&gt;
Über [[Immunhistochemie|immunhistochemische]] Verfahren können diverse [[Surrogatmarker]] für die Zellteilungsrate oder genetische und epigenetische Veränderungen dargestellt werden. Wie bei anderen Gliomen sind das [[Saures Gliafaserprotein|saure Gliafaserprotein]] und [[Vimentin]] fast immer darstellbar und ermöglichen die Identifikation der diffusen Infiltration. Zudem können verschiedene IDH-Mutationen, ATRX- und TP53-Mutationen oder -Verluste, der Zellteilungsmarker [[Ki-67 (Protein)|Ki-67]] und [[OLIG2]] angefärbt werden. Bei Nachweis von ATRX- oder TP53-Mutationen kann auf den genetischen Test einer 1p/19q-Kodeletion zur Differentialdiagnostik eines Oligodendroglioms verzichtet werden. Der Verlust von p16 oder MTAP als Surrogat für eine homozygote CKDN2A/B-Deletion ist Gegenstand aktueller Forschung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neuropathology&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diffuse&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gradierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Astrocytoma grades 2, 3, 4.png|mini|Astrozytome von Grad 2 (oben) bis 4 (unten) in der [[Hämatoxylin-Eosin-Färbung]]. Sichtbar ist die Entdifferenzierung und größere Zelldichte bei höheren Graden.]]&lt;br /&gt;
Das Astrozytom hat nach der WHO-Klassifikation von 2021 drei Subtypen, welche anhand molekulargenetischer und histologischer Kriterien unterschieden werden. Nach der Version von 2016 gab es diverse eigenständige Tumorentitäten und -varianten, die in den Subtypen aufgegangen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WHOclassification&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strikte Grenzwerte für Mitosenzahl, Ki-67-Index oder ähnlichem zur genauen Abgrenzung der Grade 2 und 3 liegen mit Stand 2023 nicht vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Isocitrate&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neuropathology&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 2&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Das Astrozytom Grad 2 zeigt histologisch keine Anaplasien, Nekrosen oder mikrovaskuläre Proliferation, das Gewebe kann jedoch etwas verdichtet sein und atypische Mitosen zeigen. Üblicherweise sind weniger als vier Prozent der Zellen Ki-67-positiv. Der Unterscheidung des hochdifferenzierten Gewebes von einer [[Astrogliose]] oder gesunden Astrozyten erfolgt mittels immunhistochemischen Nachweises der IDH-Mutation. In vorherigen Versionen der WHO-Klassifikation wurden diese Subtypen als &amp;#039;&amp;#039;diffuses Astrozytom&amp;#039;&amp;#039; mit den Varianten &amp;#039;&amp;#039;gemistozytisches&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;fibrilläres&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;protoplasmatisches Astrozytom&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 3&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Das Astrozytom Grad 3 zeigt histologisch Anaplasien, verstärkte mitotische Aktivität (Ki-67 4–10 %), dabei auch atypische Teilungen und vielkernige Zellen. Diese Tumoren wurden früher meist als &amp;#039;&amp;#039;anaplastisches Astrozytom&amp;#039;&amp;#039; eingestuft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Astrozytom, IDH-mutiert, Grad 4&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
: Nur das Astrozytom Grad 4 zeigt hohe mitotische Aktivität, Anaplasien, mikrovaskuläre Proliferation, Nekrosen und/oder homozygote CKDN2A/B-Deletionen. Hierbei handelt es sich häufig um früher als &amp;#039;&amp;#039;IDH-mutierte Glioblastome&amp;#039;&amp;#039; klassifizierte Tumoren, mit denen sie häufige TERT-Mutationen und/oder einen +7/-10-Genotyp gemeinsam haben. Sie entstehen meistens [[Genetische Variation (Mensch)#de-novo-Mutation|de novo]], entwickeln sich also nicht, wie lange gedacht, aus niedriggradigeren Astrozytomen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;WHOclassification&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Die Therapie des IDH-mutierten Astrozytoms ist vom Allgemeinzustand der Patientinnen und Patienten, den Therapiezielen und Grad und Lokalisation des Tumors abhängig. Sie wird [[Interdisziplinarität|interdisziplinär]] im Rahmen eines [[Tumorboard]]s zwischen der [[Neuroonkologie]], [[Neuroradiologie]], [[Neuropathologie]], [[Neurochirurgie]] und [[Radioonkologie]] besprochen. Die Standardtherapie ist eine Kombination aus chirurgischer [[Resektion]], [[Strahlentherapie|Bestrahlung]] und [[Chemotherapie]], ergänzt durch [[Symptomatische Therapie|supportive Maßnahmen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;EANOguidelines&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Weller, Martin van den Bent, Matthias Preusser et al. |Titel=EANO guidelines on the diagnosis and treatment of diffuse gliomas of adulthood |Sammelwerk=Nature Reviews Clinical Oncology |Band=18 |Nummer=3 |Datum=2021-03 |ISSN=1759-4774 |Seiten=170–186 |DOI=10.1038/s41571-020-00447-z |PMC=7904519 |PMID=33293629}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chirurgische Therapie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Brain biopsy under stereotaxy.jpg|mini|Hirnbiopsie mithilfe der [[Stereotaxie]]]]&lt;br /&gt;
Die neurochirurgische Operation mit Verminderung der Hauptmasse des Tumors (Tumorreduktion) kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, aber nicht dauerhaft verhindern, da praktisch immer einzelne Tumorzellen das gesunde Gehirngewebe schon infiltrativ durchwandert haben und deswegen eine vollständige Tumorentfernung nicht möglich ist. Eine möglichst frühe und weitreichende [[Resektion]] ist ein wichtiger prognostischer Faktor. Auf eine Biopsie sollte nur in Ausnahmefällen verzichtet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Astrozytomen vom Grad 2 kann insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten nach einer Resektion zunächst auf eine Bestrahlung und Chemotherapie verzichtet werden, falls der Tumor besonders klein und größenstabil ist und keine Symptome verursacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;IDHMutant&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radiotherapie ===&lt;br /&gt;
Eine Bestrahlung des Tumors und Teile der Umgebung verlängert das progressionsfreie Überleben deutlich. Insbesondere bei niedriggradigen Astrozytomen mit langsamerem Wachstum muss besondere Rücksicht auf umliegendes gesundes Gewebe genommen werden, um die Nebenwirkungen der Therapie zu minimieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Bestrahlung ist mit höheren Raten an homozygoter CDKN2A-Deletion bei Rezidiven assoziiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chemotherapie ===&lt;br /&gt;
Die etabliertesten [[Zytostatikum|Zytostatika]] in der Behandlung des Glioblastoms sind [[Alkylanzien]], welche die [[DNA-Replikation]] stören und so insbesondere das Wachstum sich schnell vermehrender Tumorzellen hemmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astrozytome von Grad 2 werden mit einer kombinierten Chemotherapie aus [[Procarbazin]], [[CCNU]] (Lomustin) und dem [[Mitosehemmer]] [[Vincristin]] ([[Chemotherapie#Therapieschemata|PCV-Schema]]) behandelt. Alternativ kann das Alkylanz [[Temozolomid]] zum Einsatz kommen, welches bei den Graden 3 und 4 Standard ist. Bei den Graden 2 und 3 erfolgt die Chemotherapie erhaltend nach einer Bestrahlung, bei Grad 4 analog zum Glioblastom auch währenddessen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Therapie bei Progression und Rezidiven ===&lt;br /&gt;
Grundsätzlich können alle Therapieformen auch in der Therapie von Rezidiven und progressiven Tumoren angewandt werden, wobei klinische Daten zur Effektivität häufig noch nicht eindeutig sind. Ein Einschluss in [[Klinische Studie|klinische Studien]] sollte erwogen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Supportivtherapie ===&lt;br /&gt;
Ein perifokales [[Hirnödem]] kann mit [[Corticosteroide]]n reduziert werden. Bei [[Epilepsie|epileptischen Anfällen]] sollte eine Therapie mit [[Antiepileptika]] eingeleitet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;EANOguidelines&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychosoziale Versorgung ===&lt;br /&gt;
Astrozytompatientinnen und -patienten sollte psychologische Beratung und Therapie angeboten werden. Ebenso können sie nach Bedarf [[Logopädie|logopädische]], [[Ergotherapie|ergo]]- und [[Physiotherapie|physiotherapeutische]] Behandlungen und [[Soziale Arbeit|sozialarbeiterische]] Unterstützung erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;EANOguidelines&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klassifikation ===&lt;br /&gt;
Vor allem anhand von molekulargenetischen Markern werden, mit Stand 2023, für manche IDH-mutierte Astrozytome eine Klassifikation als eigener Tumortyp vorgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{#lst:Gliom|AstrozytomeNeu}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Therapien ===&lt;br /&gt;
Forschungsansätze für [[Gezielte Krebstherapie|gezielte Therapien]] zielen vielfach auf mutiertes IDH und seine Auswirkungen. IDH-Hemmer wie [[Ivosidenib]] und [[Vorasidenib]] sind bereits für die IDH-mutierte [[akute myeloische Leukämie]] zugelassen und werden in ihrer Wirkung auf Gliome erforscht. 2023 finden sich [[Immuntherapie]]n mit [[Immuncheckpoint-Inhibitor|Checkpoint-Inhibitoren]] wie [[Pembrolizumab]] oder [[Avelumab]] und [[Peptidimpfstoff]]e gegen die IDH1-R132H-Mutation in frühen klinischen Studien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IDHmutation&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[CDK4|CDK4-]] und [[CDK6]]-Inhibitoren wie [[Palbociclib]] sind für die Behandlung mancher Brustkrebsvarianten zugelassen. Ihre Effektivität wird bei Gliomen mit der prognostisch ungünstigen homozygoten CDKN2A/B-Deletion erforscht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;implications&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination des Anti-[[Vascular Endothelial Growth Factor|VEGF]]-Antikörpers [[Bevacizumab]] mit Temozolomid bringt gegenüber einer alleinigen Temozolomidtherapie keinen Überlebensvorteil.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S2kLeitlinie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prognose ==&lt;br /&gt;
IDH-mutierte Astrozytome sind nicht heilbar, die mittlere Überlebenszeit hängt vom Grad des Tumors und weiteren Einflüssen ab. Günstige prognostische Faktoren sind unter anderem junges Alter und eine möglichst restlose Resektion. Die [[Median|mediane]] Überlebenszeit beträgt bei Grad 2 über zehn Jahre, bei Grad 3 fünf bis zehn Jahre und bei Grad 4 etwa drei Jahre.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CentralNervousSystemTumours&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{AWMF|https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-099l_S2k_Gliome_2021-07-verlaengert.pdf|Gliome|S2k|[[Deutsche Gesellschaft für Neurologie]]|01.02.2021, inhaltlich überprüft am 31.10.2023}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hirntumor]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Flebeleb</name></author>
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