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	<title>Asklepiadeische Strophe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-22T00:49:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Asklepiadeische_Strophe&amp;diff=131865&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;A1000: -typo</title>
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		<updated>2021-10-26T13:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;-typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Asklepiadeische Strophen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der antiken [[Verslehre]] eine Gruppe [[Vierzeiler|vierzeiliger]] [[Strophenform]]en bezeichnet, die durch die Verwendung zweier verwandter, im Kern [[Chorjambus|chorjambischer]] [[Versmaß]]e gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Asclepiadeus minor}}&lt;br /&gt;
== Asklepiadeische Verse ==&lt;br /&gt;
Das erste der beiden Versmaße, der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;kleine Asklepiadeus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;asclepiadeus minor&amp;#039;&amp;#039;; in [[Metrische Formelnotation|metrischer Formelnotation]] mit {{Versmaß|as|mi}} abgekürzt) besteht aus zwei durch [[Zäsur]] getrennten jeweils sechssilbigen Teilen. Der erste Teil besteht aus zwei [[Elementum longum|Longa]] gefolgt von [[Chorjambus]] ({{Vers|/--/}}), der zweite aus Chorjambus gefolgt von [[Elementum breve|Breve]] und einsilbigem Versschluss. Das metrische Schema ist also:&lt;br /&gt;
:{{Vers|//\f/--/!/--/\f-\i}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Asclepiadeus maior}}&lt;br /&gt;
Beim zweiten Versmaß, dem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;großen Asklepiadeus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;asclepiadeus maior&amp;#039;&amp;#039;; abgekürzt {{Versmaß|as|ma}}), wird zwischen die beiden Teile des kleinen Asklepiadeus ein weiterer Chorjambus gefügt:&lt;br /&gt;
:{{Vers|//\f/--/!/--/!/--/\f-\i}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versmaße wurden von späteren Grammatikern nach dem um 300 v. Chr. lebenden ionisch-alexandrinischen Dichter [[Asklepiades von Samos]] benannt, sind jedoch schon wesentlich früher nachweisbar. Schon bei [[Alkaios von Lesbos|Alkaios]] im 7. Jahrhundert v. Chr. finden sich Belege, später bei hellenistischen Dichtern wie [[Theokrit]] oder [[Kallimachos]]. Die Versform erscheint sowohl in Lyrik als auch in der Tragödie und wird dabei sowohl [[stichisch]] als auch in Kombination mit anderen Versmaßen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ulrich von Wilamowitz-Möllendorf: &amp;#039;&amp;#039;Hellenistische Dichtung in der Zeit des Kallimachos.&amp;#039;&amp;#039; Hildesheim 1999 (ND Hildesheim 1962, 2. Aufl.), S. 146f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den griechischen Autoren wird der Vers abweichend von der oben wiedergegebenen Form freier gehandhabt. Der Versanfang ist [[Äolisches Versmaß|äolisch]], d. h. die ersten beiden [[Verselement]]e zeigen [[metrische Ambivalenz]] und bilden die sogenannte [[äolische Basis]] (in [[Metrische Notation|metrischer Notation]] durch {{Vers|\a\a}} wiedergegeben), insbesondere das zweite Element erscheint öfters durch eine [[Kürze]] ersetzt. Auch die Zäsur tritt nicht so regelmäßig auf, manchmal entfällt sie oder erscheint nicht stets nach dem 6. Element. Man hat also&lt;br /&gt;
:{{Vers|\a\a/--//--/-\i}}&lt;br /&gt;
als griechische Form des kleinen Asklepiadeus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die lateinische Dichtung wurde der Vers von [[Catull]] und [[Horaz]] eingeführt. Vor allem von Horaz, der sich rühmt, die äolischen Versmaße in das Lateinische gebracht zu haben,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Horaz &amp;#039;&amp;#039;carmina&amp;#039;&amp;#039; 3,30,13ff., &amp;#039;&amp;#039;princeps Aeolium carmen ad Italos deduxisse modos&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde der Vers sehr häufig verwendet und in die klassische Form gebracht, insbesondere was die Stellung der Zäsuren betrifft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hat etwa Catull ähnlich wie die griechischen Dichter beim großen Asklepiadeus nur in der Hälfte der Verse beide Zäsuren, während sie bei Horaz ganz regelmäßig erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Crusius]], [[Hans Rubenbauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Metrik.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Hueber, München 1955, S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Catull (&amp;#039;&amp;#039;carmina&amp;#039;&amp;#039; 30) und bei Horaz (neben I,11 in den Oden I,18 und IV,10) wurde der große Asklepiadeus nur stichisch verwendet. Bei Prudentius erscheint er als Teil einer aus 2. [[Glykoneus]], kleinem und großem Asklepiadeus gebildeten Strophe ({{Versmaß|gl}}/{{Versmaß|as|mi}}/{{Versmaß|as|ma}}) in der &amp;#039;&amp;#039;praefatio&amp;#039;&amp;#039; seiner [[Hymne]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;Prudentius [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A2008.01.0553 &amp;#039;&amp;#039;praefatio&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele spät- bzw. nachantiker Verwendung asklepiadeischer Formen finden sich bei [[Hilarius von Poitiers]], dann in Frankreich bei [[Pierre de Ronsard]], in England bei [[Philip Sidney]] (&amp;#039;&amp;#039;Old Arcadia&amp;#039;&amp;#039;), [[William Collins (Dichter)|William Collins]] (&amp;#039;&amp;#039;Ode to Evening&amp;#039;&amp;#039;) und [[John Milton]]. In der deutschen Dichtung gab es Nachbildungen der klassischen Strophenformen durch [[Friedrich Gottlieb Klopstock|Klopstock]], [[Friedrich Hölderlin|Hölderlin]] und zahlreiche andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strophenformen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den asklepiadeischen Strophen werden fünf, gelegentlich auch nur drei Formen unterschieden, je nachdem, ob man die beiden [[monostichisch]]en Formen (1. und 5.) dazu zählt oder nicht.&lt;br /&gt;
Die ersten vier Formen bestehen aus kleinem Asklepiadeus, 2. [[Glykoneus]] und 2. [[Pherekrateus]], wobei die beiden letzteren Versmaße als Verkürzungen des kleinen Asklepiadeus betrachtet werden können. Der große Asklepiadeus erscheint nur monostichisch in der 5. Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste asklepiadeische Strophe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophe ist monostichisch und besteht aus vier kleinen Asklepiadeen (4 × {{Versmaß|as|mi}}). Das Schema ist:&lt;br /&gt;
{{Vers|:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i}}&lt;br /&gt;
Als Beispiel für diese Form die ersten Verse der ersten Horazischen Ode&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0024%3Abook%3D1%3Apoem%3D1 I,1 v. 1–8]&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Maecenas atavis edite regibus,&lt;br /&gt;
o et praesidium et dulce decus meum:&lt;br /&gt;
sunt quos curriculo pulverem Olympicum&lt;br /&gt;
collegisse iuvat metaque fervidis&lt;br /&gt;
evitata rotis palmaque nobilis.&lt;br /&gt;
terrarum dominos evehit ad deos&lt;br /&gt;
hunc, si mobilium turba Quiritium&lt;br /&gt;
certat tergeminis tollere honoribus […]&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine konventionelle Übersetzung dieser Verse&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Übersetzung von O. Kreußler, [http://www.gottwein.de/Lat/hor/horc101.php].&amp;lt;/ref&amp;gt; lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;O Maecenas, entstammt Fürsten aus alter Zeit,&lt;br /&gt;
Du mein schützender Hort, liebender Genius!&lt;br /&gt;
Da sind, die es ergötzt, wenn in Olympias&lt;br /&gt;
Bahn sie sammelten Staub, und so das glühende&lt;br /&gt;
Rad umbeugte das Ziel, ziehet der Palmenzweig&lt;br /&gt;
Die Beherrscher der Welt auf zu der Götter Thron.&lt;br /&gt;
Den freut&amp;#039;s, wenn sich bestrebt schwankes Quiritenvolk,&lt;br /&gt;
Aufzuschwingen zu dreifaltigen Ehren ihn&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine deutlich unkonventionellere Nachbildung dieses Horazischen Gedichts stammt aus dem &amp;#039;&amp;#039;Horatius travestitus&amp;#039;&amp;#039; von [[Christian Morgenstern]]&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Horatius travestitus. Ein Studentenulk.&amp;#039;&amp;#039; Schuster &amp;amp; Loeffler, Berlin 1897, S. 10, {{Digitalisat|IA=bub_gb_4qlBAAAAYAAJ|SZ=n10}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sie folgendermaßen sehr frei übersetzte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Hoher Protektor und Freund, Edler von Gönnersheim,&lt;br /&gt;
was doch alles der Mensch auf seiner Erde treibt! ...&lt;br /&gt;
Dieser fegt auf dem Rad über die Rennbahn, und&lt;br /&gt;
platzt der Gummischlauch nicht, geht er zuerst durchs Ziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welcher Tag für den Mann, wenn ihm das Comité&lt;br /&gt;
die Medaille verleiht, Meisterschaft zuerkennt!&lt;br /&gt;
Jenen wieder erfreut&amp;#039;s, wenn ihn der Wähler Schar&lt;br /&gt;
an das berühmte Büfett unseres Reichstags schickt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele der stichischen Verwendung des kleinen Asklepiadeus sind bei Horaz &amp;#039;&amp;#039;carmina&amp;#039;&amp;#039; III,30 und IV,8, außerdem findet er sich in den Tragödien [[Seneca]]s und bei spätlateinischen Dichtern wie [[Prudentius]] und [[Martianus Capella]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite asklepiadeische Strophe ===&lt;br /&gt;
Die Strophe besteht aus drei kleinen Asklepiadeen und einem 2. [[Glykoneus]], der durch Wegfall der Zäsur und eines Chorjambus entsteht (3 × {{Versmaß|as|mi}} / {{Versmaß|gl2}}). Das Schema ist:&lt;br /&gt;
{{Vers|:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/-\i}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel der Anfang der Horazischen Ode I,24&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0024%3Abook%3D1%3Apoem%3D24 I,24] v. 1–4&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Quis desiderio sit pudor aut modus&lt;br /&gt;
tam cari capitis? praecipe lugubris&lt;br /&gt;
cantus, Melpomene, cui liquidam pater&lt;br /&gt;
vocem cum cithara dedit.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Strophenform ist in der lateinischen Dichtung nur bei Horaz belegt und dort in den Oden I,6; I,15; I,24; I,33; II,12; III,10; III,16; IV,5 und IV,12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird der Vers meist mit unbetonter zweiter Silbe nachgebildet. So zum Beispiel bei [[Friedrich Gottlieb Klopstock]] in &amp;#039;&amp;#039;Friedrich der Fünfte&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Gottlieb Klopstock: &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039;. Band 1. Leipzig 1798, S. 87 v.1–4, [http://www.zeno.org/nid/20005173523 online].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Welchen König der Gott über die Könige&lt;br /&gt;
Mit einweihendem Blick, als er geboren ward,&lt;br /&gt;
Sah vom hohen Olymp, dieser wird Menschenfreund&lt;br /&gt;
Seyn, und Vater des Vaterlands!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dritte asklepiadeische Strophe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophe besteht aus zwei kleinen Asklepiadeen, einem 2. [[Pherekrateus]] und einem 2. [[Glykoneus]] ({{Versmaß|as|mi}} / {{Versmaß|as|mi}} / {{Versmaß|pher2}} / {{Versmaß|gl2}}). Das Schema ist:&lt;br /&gt;
{{Vers|:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/\i&lt;br /&gt;
:///--/-\i}}&lt;br /&gt;
In der lateinischen Dichtung wiederum nur bei Horaz und dort in den Oden I,5; I,14; I,21; I,23; III,7; III,13 und IV,13. Das folgende Beispiel aus IV,13&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0024%3Abook%3D4%3Apoem%3D13 IV,13] v.1–4&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Audivere, Lyce, di mea vota, di&lt;br /&gt;
audivere, Lyce: fis anus et tamen&lt;br /&gt;
vis formosa videri&lt;br /&gt;
ludisque et bibis inpudens&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Pherekrateus und Glykoneus sind durch [[Synaphie]] verbunden. Beide Versformen kann man als Verkürzungen des kleinen Asklepiadeus interpretieren. Der Glykoneus entsteht durch Wegfall eines Chorjambus, der Pherekrateus aus diesem durch weiteren Wegfall einer Kürze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Strophenform ist die im Deutschen bei weitem am häufigsten nachgebildete. Bekannt ist Klopstocks &amp;#039;&amp;#039;Der Zürchersee&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Gottlieb Klopstock: &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039;. Band 1. Leipzig 1798, S. 82 v.1–4, [http://www.zeno.org/Literatur/M/Klopstock,+Friedrich+Gottlieb/Gedichte/Oden.+Erster+Band/Der+Z%C3%BCrchersee online].&amp;lt;/ref&amp;gt;, vor allem dessen erster Vers:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Schön&amp;lt;/u&amp;gt; ist, &amp;lt;u&amp;gt;Mutt&amp;lt;/u&amp;gt;er Na&amp;lt;u&amp;gt;tur&amp;lt;/u&amp;gt;, &amp;lt;u&amp;gt;dei&amp;lt;/u&amp;gt;ner Er&amp;lt;u&amp;gt;fin&amp;lt;/u&amp;gt;dung &amp;lt;u&amp;gt;Pracht&amp;lt;/u&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Auf&amp;lt;/u&amp;gt; die &amp;lt;u&amp;gt;Flu&amp;lt;/u&amp;gt;ren ver&amp;lt;u&amp;gt;streut&amp;lt;/u&amp;gt;, &amp;lt;u&amp;gt;schö&amp;lt;/u&amp;gt;ner ein &amp;lt;u&amp;gt;froh&amp;lt;/u&amp;gt; Ge&amp;lt;u&amp;gt;sicht&amp;lt;/u&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das&amp;lt;/u&amp;gt; den &amp;lt;u&amp;gt;gro&amp;lt;/u&amp;gt;ßen Ge&amp;lt;u&amp;gt;dank&amp;lt;/u&amp;gt;en&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Dei&amp;lt;/u&amp;gt;ner &amp;lt;u&amp;gt;Schöpf&amp;lt;/u&amp;gt;ung noch &amp;lt;u&amp;gt;ein&amp;lt;/u&amp;gt;mal &amp;lt;u&amp;gt;denkt&amp;lt;/u&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel ist [[Ludwig Hölty]]s &amp;#039;&amp;#039;Die Mainacht&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Hölty: &amp;#039;&amp;#039;Die Mainacht&amp;#039;&amp;#039; v. 5–8. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Gedichte.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg, 1783, S. 167, [http://www.deutschestextarchiv.de/hoelty_gedichte_1783/207 Digitalisat &amp;amp; Text].&amp;lt;/ref&amp;gt;, hier die zweite Strophe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Se&amp;lt;/u&amp;gt;lig &amp;lt;u&amp;gt;preis&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;#039; ich Dich &amp;lt;u&amp;gt;dann&amp;lt;/u&amp;gt;, &amp;lt;u&amp;gt;flö&amp;lt;/u&amp;gt;tende &amp;lt;u&amp;gt;Nach&amp;lt;/u&amp;gt;ti&amp;lt;u&amp;gt;gall&amp;lt;/u&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Weil&amp;lt;/u&amp;gt; Dein &amp;lt;u&amp;gt;Weib&amp;lt;/u&amp;gt;chen mit &amp;lt;u&amp;gt;Dir&amp;lt;u&amp;gt; &amp;lt;/u&amp;gt;woh&amp;lt;/u&amp;gt;net in &amp;lt;u&amp;gt;ei&amp;lt;/u&amp;gt;nem &amp;lt;u&amp;gt;Nest&amp;lt;/u&amp;gt;,&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Ihr&amp;lt;/u&amp;gt;em &amp;lt;u&amp;gt;sing&amp;lt;/u&amp;gt;enden &amp;lt;u&amp;gt;Gatt&amp;lt;/u&amp;gt;en&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Tau&amp;lt;/u&amp;gt;send &amp;lt;u&amp;gt;trau&amp;lt;/u&amp;gt;liche &amp;lt;u&amp;gt;Küss&amp;lt;/u&amp;gt;e &amp;lt;u&amp;gt;giebt&amp;lt;/u&amp;gt;.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber dem Beispiel bei Klopstock zeigt sich bei Hölty im Vergleich das Bemühen, das antike Versmaß möglichst genau nachzubilden, indem etwa die ersten beiden Silben dem Spondeus sich nähern („Se-lig“, „Weil Dein“, „Ih-rem“, „Tau-send“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Friedrich Hölderlin]] ist die 3. asklepiadische Strophe nach der [[Alkäische Strophe|alkäischen Strophe]] die am häufigsten nachgebildete, zum Beispiel in &amp;#039;&amp;#039;[[Heidelberg]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Sokrates und Alcibiades]]&amp;#039;&amp;#039; und wie hier in dem zweistrophigen Gedicht &amp;#039;&amp;#039;[[Abbitte (Hölderlin)|Abbitte]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Hölderlin: &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Stuttgart 1946, S. 248, [http://www.zeno.org/nid/2000510405X online].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Heilig Wesen! gestört hab ich die goldene&lt;br /&gt;
Götterruhe dir oft, und der geheimeren,&lt;br /&gt;
Tiefern Schmerzen des Lebens&lt;br /&gt;
Hast du manche gelernt von mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O vergiß es, vergib! gleich dem Gewölke dort&lt;br /&gt;
Vor dem friedlichen Mond, geh ich dahin, und du&lt;br /&gt;
Ruhst und glänzest in deiner&lt;br /&gt;
Schöne wieder, du süßes Licht!&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als weiteres Beispiel wäre zu nennen [[Josef Weinheber]]s &amp;#039;&amp;#039;Ode an die Buchstaben&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Englischen hat [[William Collins (Dichter)|William Collins]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Ode to Evening&amp;#039;&amp;#039; sich der Strophenform angenähert&amp;lt;ref&amp;gt;William Collins &amp;#039;&amp;#039;Ode to Evening&amp;#039;&amp;#039; v. 9–12.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Now air is hushed, save where the weak-ey&amp;#039;d bat&lt;br /&gt;
With short shrill shriek flits by on leathern wing,&lt;br /&gt;
:Or where the beetle winds&lt;br /&gt;
:His small but sullen horn&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
An den genommenen Lizenzen vor allem im zweiten Vers sind die Schwierigkeiten der Nachbildung dieser Versform im Englischen ablesbar. [[John Milton|Milton]] sagt von seiner Übersetzung der Horazischen Ode I,5, sie sei „Rendred almost word for word without rhyme according to the Latin measure, as near as the language will permit“&amp;lt;ref&amp;gt;Henry J. Todd (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Poetical Works of John Milton.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 7. Oxford 1809&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;, S. 101&amp;amp;nbsp;f., {{Digitalisat|GB=TiMJAAAAQAAJ|SZ=PA101}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;What slender Youth bedew&amp;#039;d with liquid odours&lt;br /&gt;
Courts thee on roses in some pleasant cave,&lt;br /&gt;
Pyrrha? For whom bind&amp;#039;st thou&lt;br /&gt;
In wreaths thy golden Hair[…]?&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vierte asklepiadeische Strophe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophe besteht aus zwei Verspaaren, gebildet aus 2. [[Glykoneus]] und kleinem Asklepiadeus ({{Versmaß|gl2}} / {{Versmaß|as|mi}} / {{Versmaß|gl2}} / {{Versmaß|as|mi}}). Das Schema ist:&lt;br /&gt;
{{Vers|:///--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/-\i}}&lt;br /&gt;
Die Strophe findet sich bei Horaz in I,3; I,13; I,19; I,36; III,9; III,15; III,19; III,24; III,25; III,28; IV,1 und IV,3. Das folgende Beispiel aus III,19&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0024%3Abook%3D3%3Apoem%3D19 III,19] v. 1–4.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Quantum distet ab Inacho&lt;br /&gt;
Codrus pro patria non timidus mori&lt;br /&gt;
narras et genus Aeaci&lt;br /&gt;
et pugnata sacro bella sub Ilio&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschen Dichtung hat diese Strophe unter anderem [[Josef Weinheber]] nachgebildet.  Sein &amp;#039;&amp;#039;Gesang vom Manne (1)&amp;#039;&amp;#039;, erste Strophe&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Weinheber: Sämtliche Werke, II. Band, Müller, Salzburg 1954, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Weite Meere aus Blut, im Ohr&lt;br /&gt;
brausend dumpfen Gesang, Sturm um die Stirn. Die Bucht&lt;br /&gt;
grau der Tränen, das Inselreich&lt;br /&gt;
fern geschaut, nur im Traum näher und spät erkannt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur [[stichisch|stichischen]] Verwendung des Verspaares aus 2. Glykoneus und kleinem Aklepiadeus siehe den Artikel zum [[Distichon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfte asklepiadeische Strophe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophe ist monostichisch und besteht aus vier großen Asklepiadeen (4 × {{Versmaß|as|ma}}). Das Schema ist:&lt;br /&gt;
{{Vers|:///--/!/--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/!/--/-\i&lt;br /&gt;
:///--/!/--/!/--/-\i}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr bekannt ist die Horazische Ode I,11&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz &amp;#039;&amp;#039;Oden&amp;#039;&amp;#039; [http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0024%3Abook%3D1%3Apoem%3D11 I,11]&amp;lt;/ref&amp;gt;, in der sich die zum geflügelten Wort gewordene Wendung &amp;#039;&amp;#039;[[carpe diem]]&amp;#039;&amp;#039; im letzten Vers findet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Tu ne quaesieris, scire nefas, quem mihi, quem tibi&lt;br /&gt;
finem di dederint, Leuconoe, nec Babylonios&lt;br /&gt;
temptaris numeros. ut melius, quidquid erit, pati.&lt;br /&gt;
seu pluris hiemes seu tribuit Iuppiter ultimam,&lt;br /&gt;
quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare&lt;br /&gt;
Tyrrhenum: sapias, vina liques et spatio brevi&lt;br /&gt;
spem longam reseces. dum loquimur, fugerit invida&lt;br /&gt;
aetas: carpe diem quam minimum credula postero.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erneut eine Morgensternsche Übersetzung als Beispiel für eine Nachbildung im Deutschen&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Horatius travestitus. Ein Studentenulk.&amp;#039;&amp;#039; Schuster &amp;amp; Loeffler, Berlin 1897, S. 20, {{Digitalisat|IA=bub_gb_4qlBAAAAYAAJ|SZ=n20}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Laß das Fragen doch sein! sorg dich doch nicht über den Tag hinaus!&lt;br /&gt;
Martha! geh nicht mehr hin, bitte, zu der dummen Zigeunerin!&lt;br /&gt;
Nimm dein Los, wie es fällt! Lieber Gott, ob dies Jahr das letzte ist,&lt;br /&gt;
das beisammen uns sieht, oder ob wir alt wie Methusalem&lt;br /&gt;
werden: sieh&amp;#039;s doch nur ein: das, lieber Schatz, steht nicht in unsrer Macht.&lt;br /&gt;
Amüsier dich, und laß Wein und Konfekt schmecken dir wie bisher!&lt;br /&gt;
Seufzen macht mich nervös. Nun aber Schluß! All das ist Zeitverlust!&lt;br /&gt;
Küssen Sie mich, m&amp;#039;amie! Heute ist heut! Après nous le déluge!&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Sandro Boldrini]]: &amp;#039;&amp;#039;Prosodie und Metrik der Römer.&amp;#039;&amp;#039; Teubner, Stuttgart &amp;amp; Leipzig 1999, ISBN 3-519-07443-5, S. 150&amp;amp;nbsp;f., 155&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Crusius]], [[Hans Rubenbauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Metrik.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Hueber, München 1955, S. 104–106, 119–121.&lt;br /&gt;
* [[James W. Halporn]], [[Martin Ostwald]]: &amp;#039;&amp;#039;Lateinische Metrik&amp;#039;&amp;#039;. Studienhefte Zur Altertumswissenschaft, Bd. 8. 4. Auflage. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-525-25309-5.&lt;br /&gt;
* {{PEPP|James W. Halporn, T. V. F. Brogan|Asclepiad|90|91}}&lt;br /&gt;
* Otto Paul, [[Ingeborg Glier]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Metrik.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Hueber, München 1974, S. 157–158.&lt;br /&gt;
* [[Gero von Wilpert]]: &amp;#039;&amp;#039;Sachwörterbuch der Literatur.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Kröner, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-520-84601-3, S. 50.&lt;br /&gt;
* Christian Zgoll: &amp;#039;&amp;#039;Römische Prosodie und Metrik. Ein Studienbuch mit Audiodateien&amp;#039;&amp;#039;. WBG, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-23688-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strophe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;A1000</name></author>
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