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	<title>Asebie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T13:06:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Asebie&amp;diff=123354&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rominator: /* Geschütztes Rechtsgut: die Staatsreligion */ es gab sehr wohl Meinungsfreiheit im klassischen Athen, wie man an den wenigen Prozessen von Beleidigungen in den Komödien sieht</title>
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		<updated>2026-01-08T12:47:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschütztes Rechtsgut: die Staatsreligion: &lt;/span&gt; es gab sehr wohl Meinungsfreiheit im klassischen Athen, wie man an den wenigen Prozessen von Beleidigungen in den Komödien sieht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Asebie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Asebeia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|ἀσέβεια|asébeia}}) bedeutet „Gottlosigkeit“, „Frevel gegen die Götter“ oder „Unfrömmigkeit“ und war ein Straftatbestand im [[Antikes Griechenland|antiken Griechenland]] und im [[Römisches Reich|Römischen Reich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antikes Griechenland ==&lt;br /&gt;
=== Quellen für den Gesetzesinhalt ===&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das Asebie unter Strafe stellte, ist nicht überliefert. Gesichert ist aber, dass es derartige Gesetze gab. Über ihren konkreten Inhalt und damit über den genauen Asebietatbestand gibt es verschiedene Angaben:&lt;br /&gt;
* Nach einem von [[Plutarch]]&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Perikles&amp;#039;&amp;#039; 32,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; wiedergegebenen Gesetzesvorschlag eines gewissen [[Diopeithes]] (eines religiösen Fanatikers und gewerbsmäßigen Wahrsagers, dem die „moderne“ Philosophie schon von Berufs wegen verhasst war) zu Beginn des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Krieges]] um das Jahr 432 v. Chr. sollte in einem besonderen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden, „wer nicht an die Götter glaubt und sich in wissenschaftlichen Vorträgen mit Himmelserscheinungen befasst“.&lt;br /&gt;
* Nach [[Polybios]]&amp;lt;ref&amp;gt;Polybios 36,9,15.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist Asebie „Beleidigen der Götter, der Eltern und der Toten“.&lt;br /&gt;
* [[Aristoteles]]&amp;lt;ref&amp;gt;Aristoteles, &amp;#039;&amp;#039;Von Tugend und Lastern&amp;#039;&amp;#039; 7,2.&amp;lt;/ref&amp;gt; nennt das „falsche Verhalten gegenüber den Göttern, den göttlichen Wesen (Dämonen), den Verstorbenen, Eltern und dem Vaterland“ Asebie.&lt;br /&gt;
* Gegen [[Sokrates]] lautete die Anklage, er glaube nicht an die Götter (oder erkenne sie nicht an),  führe neue göttliche Wesen (&amp;#039;&amp;#039;daimonia&amp;#039;&amp;#039;) ein und verderbe die Jugend. Hier ist die Übersetzung des griechischen Wortes νομίζω problematisch. In der [[Apologie (Platon)|Apologie des Sokrates]], wie sie von [[Platon]] überliefert wurde, scheint es die Bedeutung von „glauben“ zu haben, in der [[Apologie (Xenophon)|Apologie]] von [[Xenophon]] nimmt das Wort eher die Bedeutung von „anerkennen“ an und bezeichnet keinen Vorwurf gegen die innere Überzeugung des Sokrates, sondern sein äußeres Verhalten gegen die kultische Ordnung Athens. [[Manfred Fuhrmann]] vermutet, dass der letzte Anklagepunkt nicht eigentlicher Teil der Asebie sei, sondern lediglich eine Ergänzung, um Sokrates’ moralisches Fehlverhalten zu rügen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Fuhrmann]], „Nachwort“, in: &amp;#039;&amp;#039;Platon. Apologie des Sokrates&amp;#039;&amp;#039;, übersetzt, erläutert und herausgegeben von Manfred Fuhrmann. Reclam, 1986. Stuttgart, S. 99–102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschütztes Rechtsgut: die Staatsreligion ===&lt;br /&gt;
Zum Verständnis des Straftatbestandes ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es im antiken Griechenland keine Glaubens- und in Religionsangelegenheiten auch keine speziell geschützte [[Meinungsfreiheit]] gab und dass die [[Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen|Trennung zwischen Staat und Religion]] unbekannt war. Religion war nicht Privatsache, sondern religiöse und hoheitliche Aufgaben lagen gleichermaßen in den Händen des Staates, dessen Institutionen, etwa der [[Areopag]] in [[Athen]], oft auch sakrale Funktionen erfüllten und für die Reinheit und die Bewahrung der religiösen Überlieferung sorgten. So war auch festgelegt, welche Götter vom Staat anerkannt waren. Zur Staatsreligion gehörte aber auch die Ehrerbietung, die den Eltern und den verstorbenen Vorfahren zu entbieten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erscheinungsformen der Asebie ===&lt;br /&gt;
In erster Linie stellt die Leugnung der Existenz der Götter eine Asebie dar. Sie wurde etwa [[Anaxagoras]] vorgeworfen, der die Sonne für einen glühenden Stein und nicht für einen Gott hielt&amp;lt;ref&amp;gt;Platon, Apologie 26 d&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ebenso wurde [[Protagoras]] die Aussage vorgeworfen, er wisse von den Göttern weder zu sagen, ob sie seien noch ob sie nicht seien. Der Asebietatbestand hatte dabei nicht das private, idealistische „Glauben“ im Blick, sondern die öffentliche Verweigerung der diesen Göttern zukommenden Ehrerbietung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lächerlichmachung der staatlich anerkannten Götter stellte einen Angriff auf die Staatsreligion dar, der unter die Asebie fiel. So wurde [[Alkibiades]] die Verhöhnung der Göttin Demeter und Kora durch Nachäffen der Mysterien vorgeworfen&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Alkibiades&amp;#039;&amp;#039; 22,3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dem [[Andokides (Redner)|Andokides]] die Verstümmelung von Hermesbüsten und Verunglimpfung der [[Mysterien von Eleusis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner war die Einführung neuer Gottheiten oder die Vergöttlichung von Menschen Asebie. Besonders in dem Anklagevorwurf gegen Sokrates, er verderbe die Jugend, kommt jedoch zum Ausdruck, dass ganz allgemein das Infragestellen der hergebrachten Werte der Gemeinschaft – zu denen in Athen das demokratische System gehörte – als Asebie angesehen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Asebeia war ein Begriff, mit dem die philosophischen Ansichten einiger antiker Gelehrter belegt wurden, so beispielsweise die des [[Anaxagoras]] und des [[Sokrates]]. Benutzt wurde der Vorwurf der Gottlosigkeit oft auch, um missliebige Gegenspieler der Konservativen abzustrafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenteil der Asebeia ist die Eusebeia ({{lang|grc|εὐσέβεια|eusébeia}}), von der sich der lateinisch-griechische Name [[Eusebius]] herleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfahren ===&lt;br /&gt;
Asebie gehörte zu den Verbrechen, die jeder Bürger durch eine öffentliche Klage (&amp;#039;&amp;#039;[[graphē]]&amp;#039;&amp;#039;) vor Gericht bringen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;asebeias graphē&amp;#039;&amp;#039; war bei dem für sakrale Angelegenheiten zuständigen [[Archon basileus]] einzureichen. Dieser führte eine Voruntersuchung (&amp;#039;&amp;#039;anakrisis&amp;#039;&amp;#039;) durch, nahm die Beweise entgegen und bestimmte den Verhandlungstermin und den zuständigen Spruchkörper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die Verhandlung war das Volksgericht, die [[Heliaia]]. Für öffentliche Prozesse entschied sie in einer Besetzung von 501 durch das Los bestimmten Geschworenen (Heliasten). Die Verhandlung musste an einem Tag durchgeführt werden, und an demselben Tag wurde ohne Beratung das Urteil gefällt. Das Urteil war unanfechtbar, einen Instanzenzug gab es nicht. Das Gericht konnte nur zwischen den beiden Anträgen der Anklage und des Angeklagten wählen; auch eine knappe Mehrheit genügte zur Verurteilung – wie im Falle von [[Sokrates]] (281 von 501 Stimmen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsfolge ===&lt;br /&gt;
Das Gesetz sah für das Verbrechen der Asebie keine bestimmte Strafe vor. Eine Verurteilung musste daher in zwei Schritten durchgeführt werden: In einer ersten Abstimmung wurde über Schuld oder Unschuld abgestimmt ([[Schuldinterlokut]]). Erkannte die Mehrheit der Heliasten auf „schuldig“, so folgte eine Verhandlung und Abstimmung über das Strafmaß. Beide Parteien erhielten nochmals das Wort und stellten Anträge zu der zu verhängenden Strafe. Bei der abschließenden Abstimmung konnten die Heliasten sich nur zwischen diesen beiden Anträgen entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Strafe kamen eine Geldstrafe, die Verbannung oder die Todesstrafe in Betracht. Freiheitsstrafen waren dagegen in Athen nicht üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Vollstreckung waren die [[Elfmänner]] (Hendeka) zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Asebieprozesse ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Asebieprozesse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die von [[Konservatismus|konservativ]] gesinnten Kräften im [[antike]]n Griechenland gegen Philosophen und [[Sophisten]] angestrebt wurden, waren ein Hauptventil der weltanschaulichen Spannungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das erste Opfer war ca. 430 vor Chr. [[Anaxagoras]] und sein [[physik]]alisches ([[Materialismus|materialistisches]]) Weltbild. Anaxagoras entging der Todesstrafe, wurde aber [[Verbannung|verbannt]].&lt;br /&gt;
* Etwa 15 Jahre später musste sich [[Diagoras von Melos]] wegen Asebie vor Gericht verteidigen. Er war [[Lyrik]]er und Sophist im eigentlichen Sinne. Man sagte ihm nach, dass er die [[Gott|Götter]] leugne und man warf ihm zudem die Geringschätzung der [[Mysterien von Eleusis|Eleusischen Mysterien]] vor. Er wurde zum Tode verurteilt und musste aus Athen fliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Sophist [[Protagoras]] wurde aus Athen verbannt, weil er in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Über die Götter&amp;#039;&amp;#039; sagte: &amp;#039;&amp;#039;Von den Göttern vermag ich nicht zu erkennen, ob sie existieren oder nicht und wie sie gestaltet sind&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Sokrates]] wurde wegen Asebie zum Tode verurteilt (siehe [[Platon]]s „[[Apologie (Platon)|Verteidigungsrede]]“ des Sokrates und seinen [[Platonischer Dialog|Dialog]] &amp;#039;&amp;#039;[[Kriton]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weitere der Asebie Angeklagte:&lt;br /&gt;
** [[Alkibiades]]&lt;br /&gt;
** [[Andokides (Redner)|Andokides]]&lt;br /&gt;
** [[Phryne]]&lt;br /&gt;
** [[Aspasia (Antike)|Aspasia]]&lt;br /&gt;
** [[Aristoteles]]&lt;br /&gt;
** [[Theophrastos von Eresos]]&lt;br /&gt;
** [[Stilpon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Atheist [[Theodoros von Kyrene (Philosoph)|Theodoros von Kyrene]] soll der Anklage nur knapp entronnen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Diogenes Laertios]], &amp;#039;&amp;#039;Über Leben und Lehren berühmter Philosophen&amp;#039;&amp;#039; 2,101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römisches Reich ==&lt;br /&gt;
Ähnlich wie in Griechenland wurde auch im Römischen Reich ein Abfall von der [[Römische Religion|Staatsreligion]] geahndet, was bei den [[Christenverfolgungen im Römischen Reich]] zum Tragen kam.&amp;lt;ref&amp;gt;Benedikt Dorbath, Die Logik der Christenverfolgungendurch den Römischen Staat, Würzburg 2016 (Dissertation), S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jan Dreßler: &amp;#039;&amp;#039;Philosophie vs. Religion? Die Asebie-Verfahren gegen Anaxagoras, Protagoras und Sokrates im Athen des fünften Jahrhunderts v. Chr.&amp;#039;&amp;#039; Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-6245-3.&lt;br /&gt;
* [[Alexander Rubel]]: &amp;#039;&amp;#039;Stadt in Angst. Religion und Politik in Athen während des Peloponnesischen Krieges.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-15206-9.&lt;br /&gt;
* {{RE|II,2|1529|1531|Ἀσεβείας γραφή|[[Theodor Thalheim]]|RE:Ἀσεβείας γραφή}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Atheismus]]&lt;br /&gt;
* [[Blasphemie]]&lt;br /&gt;
* [[Majestätsbeleidigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Attisches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung aufgrund von Religion oder Weltanschauung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rominator</name></author>
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