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	<title>Arvalbrüder - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T17:53:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Arvalbr%C3%BCder&amp;diff=204396&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DerMaxdorfer: Kommentar zu zwei Einträgen im Literaturverzeichnis</title>
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		<updated>2025-06-20T10:34:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kommentar zu zwei Einträgen im Literaturverzeichnis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Lucius Verus Frater Arvalis Louvre Ma1169.jpg|mini|Büste des Kaisers [[Lucius Verus]] als Arvalbruder ([[Louvre]], Paris, Inventarnummer Ma 1169)]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arvalbrüder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;fratres arvales&amp;#039;&amp;#039;) waren ein [[Römisches Reich|römisches]] Zwölferkolleg von [[Römische Priester und Priesterschaften|Priestern]]. Ihre Bedeutung ist ursprünglich „Gebrüder des Ackers“ (&amp;#039;&amp;#039;arvum&amp;#039;&amp;#039; ‚Feld, Acker‘). Sie waren die [[Priester]] der ansonsten unbekannten [[Römische Mythologie|römischen Göttin]] [[Dea Dia]], einer Fruchtbarkeitsgöttin. Ihr Versammlungsort war der [[Heiligtum der Dea Dia|heilige Hain der Dea Dia]] an der [[Via Campana]], südöstlich von Rom am rechten Ufer des [[Tiber]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Kult ist sehr alt und war schon in den Zeiten der [[Römische Republik|römischen Republik]] kaum mehr verständlich. Ursprünglich sollen die zwölf Priester Söhne der [[Acca Larentia]] gewesen sein, die eine Geliebte des [[Herakles|Herkules]] und Gemahlin des [[Faustulus]] sowie Amme des [[Romulus und Remus|Romulus]] war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Plinius der Ältere]], &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; 18,6; [[Aulus Gellius]], &amp;#039;&amp;#039;[[Noctes Atticae]]&amp;#039;&amp;#039; 7,7,8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Kollegium bestand wohl ursprünglich nur aus [[Patriziat (Römisches Reich)|Patriziern]], die sich einen &amp;#039;&amp;#039;magister&amp;#039;&amp;#039; (Lehrmeister) zum Sprecher wählten. Neben ihm wirkte der &amp;#039;&amp;#039;[[Flamen (Religion)|flamen]]&amp;#039;&amp;#039;, ein besonders hervorgehobener Priester. Die Mitgliedschaft war lebenslang und wurde durch [[Kooptation]] ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die kultische Vereinigung in den republikanischen Zeiten wahrscheinlich längst nicht mehr existierte und jedenfalls kaum noch von Bedeutung war, wurde sie durch [[Augustus]] 27 v. Chr. wiederbelebt. Dies war Teil seines großangelegten ideologischen und politischen Programms, die religiösen und gesellschaftlichen „Sitten der Vorfahren“ (&amp;#039;&amp;#039;[[Mos maiorum|mores maiorum]]&amp;#039;&amp;#039;) wiederzubeleben – was nicht zuletzt zum Ziel hatte, sich in der letzten Phase der [[Römische Bürgerkriege|Römischen Bürgerkriege]] gegen [[Marcus Antonius]] durchzusetzen, der in seiner Politik mit vielen Traditionen brach und daher von Augustus als „unrömisch“ [[Diffamierung|diffamiert]] wurde. Die überlieferten Riten der Arvalbrüder enthalten Hinweise, dass Augustus und seine Helfer nach alten, in Vergessenheit geratenen Kulten und Kulthandlungen recherchierten und dabei auch Elemente neu zusammenfügten, die in der frührömischen Zeit in ganz andere Kontexte gehört hatten (sogenannte [[erfundene Tradition]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Zu diesem politischen und kulturellen Kontext siehe John Scheid: &amp;#039;&amp;#039;Ad Deam Diam. Ein heiliger Hain in Roms Suburbium&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Spielräume der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). Franz Steiner, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-515-12327-3, S. 53–57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig wurden die neu zusammengestellten Arvalbrüder bald mit Aufgaben rund um den [[Kaiserkult]] betraut. Die Arvalbrüder opferten nun auch an Gedenktagen der Kaiser zu ihrem Wohl. Augustus selbst und sein Freund [[Marcus Vipsanius Agrippa]] gehörten zu den ersten Mitgliedern der neu erstandenen Priesterschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arvalbrüder wurden nunmehr vom Kaiser (vor-)ausgewählt und legten ihr Gelübde vor der kaiserlichen Familie ab. Die Mitgliedschaft war nicht mehr auf Patrizier beschränkt. Die Kaiser und einzelne Angehörige ihrer Familie waren Mitglieder des Kollegiums, so zum Beispiel [[Tiberius Gemellus|Tiberius Iulius Caesar Nero]], genannt Gemellus, der von [[Caligula]] später als Konkurrent um den Thron ermordet wurde. Erst mit dem ausgehenden dritten Jahrhundert verlor der Kult wieder an Bedeutung. Das letzte inschriftliche Zeugnis stammt aus dem Jahr 304 und nennt den letzten bekannten Arvalbruder namens Annius Rufus.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum letzten Beleg aus dem Jahr 304 siehe John Scheid: &amp;#039;&amp;#039;Le dernier arvale.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michel Christol]] u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Institutions, société et vie politique dans l&amp;#039;Empire romain au IVe siècle ap. J.-C. Actes de la table ronde autour de l&amp;#039;œuvre d&amp;#039;André Chastagnol&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Publications de l&amp;#039;École française de Rome.&amp;#039;&amp;#039; Band 159). École Française de Rome, Rom 1992, ISBN 2-7283-0253-7, S. 219–223 ([https://www.persee.fr/doc/efr_0000-0000_1992_act_159_1_4239 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulthandlungen ==&lt;br /&gt;
Die Arvalbrüder führten in der [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] detailliert Protokoll über ihre Zusammenkünfte und Kulthandlungen und ließen diese Chronik, die sogenannten [[Arvalakten]], auf Steintafeln einmeißeln, die in ihrem heiligen Hain im [[Heiligtum der Dea Dia]] an der Via Campana aufgestellt wurden. Diese [[Inschrift]]en bieten seltene Einblicke in die alltäglichen Abläufe der römischen Staatskulte und teilweise auch in historische Ereignisse, wenn die Arvalbrüder sich beispielsweise anlässlich eines kaiserlichen Sieges versammelten. Zu den Kultbestimmungen, die sich aus den Texten rekonstruieren lassen, gehört beispielsweise die Festlegung, dass [[Eisen]] und auf der [[Töpferscheibe]] gedrehte Gefäße in dem heiligen Hain verboten waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben alten Göttern wie der Dea Dia und dem Quellgott [[Fons (Mythologie)|Fons]] wurde der [[Kapitolinische Trias|Kapitolinischen Trias]] geopfert. An einer Stelle der Arvalakten findet sich als Zitat eingeschoben ein an [[Mars (Mythologie)|Mars]] gerichtetes altes Kultlied der Arvalbrüder, das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Carmen Arvale]]&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Gebetslied war wohl schon den kaiserzeitlichen Priestern, zu deren Zeit es inschriftlich festgehalten wurde, nicht mehr ganz verständlich. Es beginnt mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;ENOS LASES IUVATE&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– „Helft uns, [[Laren]]“. Der dazugehörige, im Text erwähnte Tanz, der &amp;#039;&amp;#039;triumpus&amp;#039;&amp;#039; (Dreischritt), wurde auch im [[Römischer Triumph|Triumphzug]] getanzt, der ihm seinen Namen verdankt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Babett Edelmann: &amp;#039;&amp;#039;Arvalbrüder und Kaiserkult. Zur Topographie des römischen Kaiserkultes.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hubert Cancik]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Praxis der Herrscherverehrung in Rom und seinen Provinzen&amp;#039;&amp;#039;. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, ISBN 3-16-147895-9, S. 189–205.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Rüpke]], Bernd Nüsslein, Helmut Pannke: &amp;#039;&amp;#039;Fasti sacerdotum. Die Mitglieder der Priesterschaften und das sakrale Funktionspersonal römischer, griechischer, orientalischer und jüdisch-christlicher Kulte in der Stadt Rom von 300 v. Chr. bis 499 n. Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Potsdamer Altertumswissenschaftliche Beiträge]].&amp;#039;&amp;#039; Band 12). 3 Teilbände, Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-07456-2.&lt;br /&gt;
* [[John Scheid]]: &amp;#039;&amp;#039;Romulus et ses frères. Le collège des frères arvales, modèle du culte public dans la Rome des empereurs&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothèque des Ecoles française d’Athènes et de Rome.&amp;#039;&amp;#039; Band 275). École Française de Rome, Rom 1990, ISBN 2-7283-0203-0.&lt;br /&gt;
* John Scheid: &amp;#039;&amp;#039;Le collège des Frères Arvales. Étude prosopographique du recrutement (69–304)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Saggi di storia antica.&amp;#039;&amp;#039; Band 1). „L’Erma“ di Bretschneider, Rom 1990, ISBN 88-7062-679-2.&lt;br /&gt;
* {{DNP|2|67|69|Arvales fratres|John Scheid||Fundstelle=}}&lt;br /&gt;
* John Scheid: &amp;#039;&amp;#039;Recherches archéologiques à la Magliana. Commentarii Fratrum Arvalium qui supersunt. Les copies épigraphiques des protocoles annuels de la confrérie arvale (21 av.–304 ap. J.–C.)&amp;#039;&amp;#039;. Unter Mitarbeit von Paola Tassini und [[Jörg Rüpke]] (= &amp;#039;&amp;#039;Roma Antica.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). École Française de Rome, Rom 1998, ISBN 2-7283-0539-0 (Edition aller Fragmente der Arvalakten; zu den einigermaßen gut erhaltenen Fragmenten auch eine französische Übersetzung).&lt;br /&gt;
* John Scheid: &amp;#039;&amp;#039;Ad Deam Diam. Ein heiliger Hain in Roms Suburbium&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Spielräume der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). Franz Steiner, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-515-12327-3 (knappe Einführung in den Kult der Dea Dia und seine Aussagekraft für das Wesen der römischen Religion).&lt;br /&gt;
* {{RE|II,2|1463|1486|Arvales fratres|[[Georg Wissowa]]|RE:Arvales fratres}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.thelatinlibrary.com/carmenarvale.html Text des &amp;#039;&amp;#039;Carmen Arvale&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://imperiumromanum.com/religion/antikereligion/fratresarvales_01.htm Arvalbrüder] (Informationen auf imperiumromanum.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Römische Priester}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=806921-9|LCCN=n94089440|VIAF=130870161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Arvalbruder}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (römische Religion)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DerMaxdorfer</name></author>
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