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	<title>Arthur Seyß-Inquart - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Arthur_Sey%C3%9F-Inquart&amp;diff=85401&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Otberg: Änderung 265617762 von ~2026-18669-12 rückgängig gemacht; falsche Diktion</title>
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		<updated>2026-03-26T17:34:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265617762&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265617762&quot;&gt;265617762&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-18669-12&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-18669-12&quot;&gt;~2026-18669-12&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; falsche Diktion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Arthur-Seyss-Inquart-1940.jpg|mini|Arthur Seyß-Inquart (1940)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyß-Inquart&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[22. Juli]] [[1892]] in [[Stonařov|Stannern]], [[Okres Jihlava|Bezirk Iglau]], [[Markgrafschaft Mähren|Mähren]]; † [[16. Oktober]] [[1946]] in [[Nürnberg]]) war ein [[österreich]]ischer [[Jurist]], der in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] in unterschiedlichen Funktionen politisch Karriere machte. Er war in den letzten Wochen vor dem [[Anschluss Österreichs]] Innenminister sowie vom 11. bis 13. März 1938 [[Bundeskanzler (Österreich)|Bundeskanzler]] des [[Ständestaat (Österreich)|Bundesstaates Österreich]]. Anschließend fungierte er bis 30. April 1939 als [[Reichsstatthalter]] der „[[Alpen- und Donau-Reichsgaue|Ostmark]]“. Während des Zweiten Weltkriegs war er von Oktober 1939 bis Mai 1940 stellvertretender Generalgouverneur der von Deutschland [[Generalgouvernement|besetzten Gebiete Polens]] und danach [[Reichskommissariat Niederlande|Reichskommissar für die Niederlande]]. In der [[Schutzstaffel|SS]] hatte er ab 1941 den Rang eines [[SS-Obergruppenführer|Obergruppenführers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seyß-Inquart gehörte zu den 24 im [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]] vor dem [[Internationaler Militärgerichtshof|Internationalen Militärgerichtshof]] angeklagten Personen, wurde am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 in drei von vier Punkten schuldig gesprochen und als Kriegsverbrecher [[Hinrichtung|hingerichtet]]. In der modernen [[Geschichtswissenschaft]] wurde er als „effizienter und skrupelloser [[Schreibtischtäter]]“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=deutschlandfunkkultur.de |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/arthur-seyss-inquart-ein-raetselhafter-schreibtischtaeter-100.html |titel=Arthur Seyss-Inquart - Ein rätselhafter Schreibtischtäter |datum=2015-08-08 |sprache=de |abruf=2025-03-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Arthur Seyss-Inquart (1925).jpg|mini|hochkant|Arthur Seyß-Inquart (1925)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Arthur Seyß-Inquart kam als Sohn des Pädagogen Emil Seyß-Inquart (* 29. November 1841 [[Jaroslau]] in [[Galizien]], Lehrer am [[k.k.]] Staats-Gymnasium in [[Villach]], 1882–88 Professor am Gymnasium in [[Iglau]], danach Direktor des k.k. Deutschen Staats-Gymnasiums in [[Olmütz]]; † 17. Oktober 1920 [[Wien]]) und dessen Frau Auguste, geb. Hyrenbach, in [[Mähren|Südmähren]] als jüngstes von sechs Geschwistern zur Welt. Sein älterer Bruder [[Richard Seyß-Inquart]] (1883–1941) war Pädagoge, Lyriker und Justizbeamter (zuletzt Oberregierungsrat) sowie Gründungsdirektor der [[Bundesanstalt für Erziehungsbedürftige Kaiserebersdorf]]. Die Familie übersiedelte 1907 nach Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geboren wurde er als Arthur Seyß. Durch Namensübertragung seitens eines Großonkels, Heinrich Ritter von Inquart (1816–1896), [[Hofrat]] der Finanzverwaltung, entstand 1906 der Doppelname &amp;#039;&amp;#039;Seyß-Inquart&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ÖBL|12|213|213|Seyss-Inquart, Arthur}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut [[Dieter A. Binder]]s Eintrag zu Seyß-Inquart in der &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Deutsche Biographie|Neuen Deutschen Biographie]]&amp;#039;&amp;#039; führte die Familie ursprünglich den Namen &amp;#039;&amp;#039;Zajtich&amp;#039;&amp;#039; und änderte ihn erst 1906/07 auf Seyß-Inquart.&amp;lt;ref&amp;gt;{{NDB|24|302|303|Seyss-Inquart, Arthur|Dieter A. Binder|118764934}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen sprechen Schulpublikationen, die Emil Seyß ab den 1870er-Jahren unter diesem Namen veröffentlicht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://permalink.obvsg.at/AC07701107 &amp;#039;&amp;#039;Emil Seyss als Autor eines am 4. November 1900 in Olmütz gehaltenen Nachrufs auf einen Pädagogen.&amp;#039;&amp;#039;] Österreichischer Bibliothekenverbund, Gesamtkatalog.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Führung des Namens Zajtich ist nicht durch Primärquellen nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 lernte Seyß-Inquart Gertrud Maschka kennen, die er im Dezember 1916 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Ingeborg Caroline Auguste (* 1917), Richard (* 1921) und Dorothea (* 1928).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1928 zog er sich bei einer [[Bergwandern|Bergwanderung]] eine Beinverletzung zu, infolge derer er mehrmals operiert werden musste und zeitlebens hinkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hendricus Johannes Neuman: &amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyss-Inquart.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz 1970, Seiten 28–29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werdegang zum Rechtsanwalt ===&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Olmütz, später in [[Baden bei Wien]], studierte Seyß-Inquart an der [[Universität Wien]] [[Rechtswissenschaft]]. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] diente er in einem [[Regiment]] der [[k.u.k. Kaiserjäger]] der [[Gemeinsame Armee|österreichisch-ungarischen Armee]] und erreichte dort den Rang eines [[Oberleutnant]]s der Reserve.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gordon Williamson: Die SS – Hitlers Instrument der Macht.&amp;#039;&amp;#039; Neuer Kaiser Verlag 1998, S.&amp;amp;nbsp;287.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Fronturlaubes 1917 in Wien wurde er zum [[Doktor der Rechtswissenschaften|Dr.&amp;amp;nbsp;iur.]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Ab 1921 war er in Wien als Fachanwalt für [[Arbeitsrecht]] tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Biographie |url=https://www.deutsche-biographie.de/sfz74800.html#ndbcontent |titel=Seyss-Inquart, Arthur - Deutsche Biographie |sprache=de |abruf=2025-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Musial393&amp;quot;&amp;gt;[[Bogdan Musial]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04208-7, S. 393.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialist ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-2006-1106-506, Wien, Empfang von Schauspieler durch Goebbels.jpg|mini|[[Joseph Goebbels]], Gertrud Seyß-Inquart, [[Kajetan Mühlmann]], [[Paula Wessely]] und Seyß-Inquart beim Empfang von Schauspielern am 30. März 1938 in der [[Wiener Hofburg]]]]&lt;br /&gt;
Um 1919/1920 war Seyß-Inquart in Wien Mitglied der katholisch-deutschnationalen [[Deutsche Gemeinschaft (Österreich)|Deutschen Gemeinschaft]], der auch [[Engelbert Dollfuß]], [[Karl Wache]], [[Robert Hohlbaum]], [[Emmerich Czermak]] und [[Hermann Neubacher]] angehörten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurt Bauer 2005&amp;quot;&amp;gt;[[Kurt Bauer (Historiker)|Kurt Bauer]]: [https://langzeitarchivierung.bib-bvb.de/wayback/20131127130008/http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Dollfu%DF/Nicht_doch_Andreas_Khol.pdf &amp;#039;&amp;#039;Korrektur: Nicht doch, Andreas Khol!&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 48&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Presse]].&amp;#039;&amp;#039; 12. März 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1931 engagierte er sich in Organisationen wie dem [[Österreichisch-Deutscher Volksbund|Österreichisch-Deutschen Volksbund]] und dem [[Steirischer Heimatschutz|Steirischen Heimatschutz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee580&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2., aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 580.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 nahm Bundeskanzler Dollfuß die Verbindung zu Seyß-Inquart wieder auf; es kam zu zwei Treffen im Juli 1934 in [[Mattsee]] und Wien, also unmittelbar vor dem [[Juliputsch]], bei dem es zur Tötung Dollfuß’ kam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurt Bauer 2005&amp;quot; /&amp;gt; Ab 17. Juni 1937&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gertrude Enderle-Burcel]], Johannes Kraus: &amp;#039;&amp;#039;Christlich – Ständisch – Autoritär. Mandatare im Ständestaat 1934–1938.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und Österreichische Gesellschaft für historische Quellenstudien, Wien 1991, ISBN 3-901142-00-2, S. 217–209.&amp;lt;/ref&amp;gt; war Seyß-Inquart Mitglied des österreichischen [[Staatsrat (Österreich 1934–1938)|Staatsrates]] und wurde zum „Befriedungskommissar“ berufen, um die Verbindung zur&amp;amp;nbsp;– wie es hieß&amp;amp;nbsp;– „nationalen Opposition“ herzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Musial393&amp;quot; /&amp;gt; Auf Druck von [[Adolf Hitler]], der im [[Berchtesgadener Abkommen]] vom 15.&amp;amp;nbsp;Februar 1938 ultimativ die Beteiligung der NSDAP an Regierungsämtern gefordert hatte, überließ der damalige österreichische Bundeskanzler [[Kurt Schuschnigg]] Seyß-Inquart am darauffolgenden Tag das Amt des Innen- und Sicherheitsministers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Funktion begann er mit Überlegungen, ein nationalsozialistisches Österreich nicht sofort voll in das [[NS-Staat|Deutsche Reich]] zu integrieren, sondern vorerst nur die Personalunion des Staatsoberhauptes herzustellen. Dies hätte seiner eigenen Karriere genützt und Skrupel in Bezug auf seinen österreichischen Amtseid vermieden. Wie er allerdings in den Anschlusstagen selbst zugeben musste, wurde er von den treibenden Kräften des „Anschlusses“ nur vor- (und, wie sich bald zeigte, beiseite) geschoben. So versuchte Seyß-Inquart noch in der Nacht vom 11. auf den 12.&amp;amp;nbsp;März 1938&amp;amp;nbsp;– Stunden vor dem Einmarsch der [[Wehrmacht]]&amp;amp;nbsp;– über die zuständigen Stellen in [[Berlin]] Hitler davon zu überzeugen, von einem Grenzübertritt abzusehen. Dieser, noch wenige Stunden zuvor schwankend in seinem Entschluss, wurde daraufhin geweckt, erklärte jedoch, dass der Einmarsch nicht mehr aufzuhalten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichischer Bundeskanzler und Reichsstatthalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 119-5243, Wien, Arthur Seyß-Inquart, Adolf Hitler.jpg|mini|Seyß-Inquart neben Adolf Hitler in Wien (1938). Dahinter [[Martin Bormann]], [[Ernst Kaltenbrunner]], [[Heinrich Himmler]], [[Karl Wolff (SS-Mitglied)|Karl Wolff]] und [[Reinhard Heydrich]].]]&lt;br /&gt;
Nach militärischen Androhungen Deutschlands musste Schuschnigg sein Vorhaben, eine Volksbefragung am 13. März über Österreichs Unabhängigkeit abzuhalten, unter dem Druck Hitlers, sofort in das Land einzumarschieren, hinausschieben, und trat wegen der ausgeübten Gewaltandrohung am 11.&amp;amp;nbsp;März 1938 kurz vor Mitternacht zurück. Gleichzeitig wurde damit Seyß-Inquart von Bundespräsident [[Wilhelm Miklas]] nach mehrstündigem Zögern und nach weiteren telefonischen Ultimaten [[Hermann Göring]]s, sofort die bereitstehende Truppe in Österreich einmarschieren zu lassen, noch kurz vor Mitternacht zum Bundeskanzler bestellt. Trotz der erfüllten Forderung besetzte die 8. Armee am Morgen des 12. März Österreich, fast gleichzeitig wurde er am Morgen des gleichen Tages vereidigt. Er übte dieses Amt bis zum 13.&amp;amp;nbsp;März 1938, dem Tag des [[Anschluss Österreichs|„Anschlusses Österreichs“]] an das Deutsche Reich, aus. Seyß-Inquart war damit nach [[Walter Breisky]] die kürzeste Zeitspanne österreichischer Bundeskanzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. März 1938 wurde der „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich staatsrechtlich vollzogen. Das entsprechende, von der NS-Bundesregierung beschlossene Bundesgesetz musste, den Regeln der Ständestaatsverfassung entsprechend, vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden, um in Kraft treten zu können. Miklas weigerte sich jedoch und trat zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Funktionen gingen damit verfassungsgemäß auf Bundeskanzler Seyß-Inquart über. Dieser unterschrieb den Beschluss nunmehr in seiner Doppelfunktion als amtierendes Staatsoberhaupt und als Bundeskanzler. Seine Unterschrift gab dem [[Anschlussgesetz]] Rechtswirksamkeit; da damit der Staat Österreich zu bestehen aufhörte, endete mit dem Inkrafttreten des Anschlussgesetzes auch Seyß-Inquarts Funktion als amtierendes Staatsoberhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die gesamte Gesetzgebung der Ständestaatsdiktatur wurde auch dieser Vorgang bei der Wiedererrichtung der [[Republik Österreich]] 1945 als verfassungswidrig aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.verfassungen.at/at45-/vgesetz45-1.htm Verfassungsgesetz vom 1. Mai 1945 (St.G.Bl. 4/1945) über das neuerliche Wirksamwerden des Bundes-Verfassungsgesetzes in der Fassung von 1929 (Verfassungs-Überleitungsgesetz)] Artikel 2 und 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hitlers Auftritt und Rede auf dem Wiener [[Heldenplatz]] am 15. März 1938 hielt Seyß-Inquart eine kurze pathetische Rede.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.doew.at/cms/download/78t22/maerz38_heldenplatz.pdf#page=23 &amp;#039;&amp;#039;Der 15. März 1938, Wiener Heldenplatz&amp;#039;&amp;#039;], S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. Juni 1938 beantragte er die reguläre Aufnahme in die [[NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 6.270.392).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-II/938679&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 15. März 1938 bis zum 30. April 1939 wurde Seyß-Inquart zum Leiter der österreichischen Landesregierung mit dem Titel [[Reichsstatthalter]] bestellt. Die Landesregierung wurde im Mai 1938 verkleinert und hatte unter der Aufsicht des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, [[Josef Bürckel]], die Liquidation der österreichischen Zentralstellen durchzuführen. „Als Reichsstatthalter in Österreich führte Seyß-Inquart die [[Arisierung|Beschlagnahme]] jüdischen Eigentums durch.&amp;amp;nbsp;[…] Politische Gegner der Nazis [wurden] durch die Gestapo in Konzentrationslager geschafft, misshandelt und in vielen Fällen getötet.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Urteil von Nürnberg.&amp;#039;&amp;#039; dtv-Dokumente Nr. 8. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1961, S. 246.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Inkrafttreten des [[Ostmarkgesetz]]es am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1939 wurde die Landesregierung aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Bundesregierung Seyß-Inquart}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SS-Führer, Reichsminister ohne Geschäftsbereich und weitere Funktionen ===&lt;br /&gt;
Zum 12. März 1938 trat Seyß-Inquart der [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 292.771) bei und stieg dort im April 1941 bis zum [[SS-Obergruppenführer]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/556637&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Musial393&amp;quot; /&amp;gt; Mit der [[Gleichschaltung]] der österreichischen und deutschen Alpenvereine im Jahr 1938 wurde Seyß-Inquart zum „Führer des [[Deutscher Alpenverein|Deutschen Alpenvereins]] (DAV)“ bestellt. Seyß-Inquart war von 1939 bis 1945 [[Minister ohne Portefeuille|Reichsminister ohne Geschäftsbereich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg – Stellvertretender Generalgouverneur im Generalgouvernement ===&lt;br /&gt;
Nach dem Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde Seyß-Inquart Ende Oktober 1939 Stellvertreter des [[Generalgouverneur]]s [[Hans Frank]] im deutsch besetzten [[Generalgouvernement]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Musial393&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichskommissar für die Niederlande ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 121-1976, Arthur Seyß-Inquart.jpg|mini|Arthur Seyß-Inquart bei einer Ansprache vor der [[Ordnungspolizei]] in [[Den Haag]] (1940)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1940 ernannte Hitler ihn zum &amp;#039;&amp;#039;[[Reichskommissar für die Niederlande]]&amp;#039;&amp;#039;. Als untergebener Beauftragter des Reichskommissars für die Niederlande wurde [[Ernst August Schwebel|Ernst Schwebel]] zugeteilt, welcher diese Position bis Kriegsende innehatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Deutsche Besatzung der Niederlande 1940-1945|besetzten Niederlanden]] war Seyß-Inquart verantwortlich für den Aufbau eines deutschen Besatzungsregimes, die wirtschaftliche Ausbeutung des Landes, die Einführung von [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeit]], [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportationen]] von über 100.000 niederländischen Juden in [[Vernichtungslager]], Niederschlagung des [[Februarstreik]]s und Erschießung von Widerstandskämpfern. Für die niederländische Hauptstadt [[Amsterdam]] war ihm [[Hans Böhmcker]] unterstellt. Als einer der ersten Schritte erfolgte der Aufbau einer SS-Formation aus kollaborationswilligen Niederländern. Eine Zusammenarbeit mit den im Land bestehenden NS-orientierten Organisationen unter [[Anton Adriaan Mussert]] (1894–1946) und seinem Gegenspieler Rost van Tonningen (1894–1945) lehnte er konsequent ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad Kwiet, Zur Geschichte der Mussert-Bewegung, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Jahrgang 18, 1970, Heft 2, S.&amp;amp;nbsp;172ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Urteil des Nürnberger Internationalen Militärgerichtshofes wird Seyß-Inquarts Verhalten beschrieben (Auszug):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als Reichskommissar […] übte Seyß-Inquart unbarmherzigen Terror zur Unterdrückung allen Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, ein Programm, das er selbst als ‚Vernichtung‘ der Gegner bezeichnete. […] Die wirtschaftliche Verwaltung der Niederlande führte Seyß-Inquart durch, ohne die Regeln der [[Haager Abkommen|Haager Konvention]] […] zu beachten. […] Öffentlicher und privater Besitz wurde in großem Stil geplündert […] Sofort […] begann er, [[Versklavung|Sklavenarbeiter]] nach Deutschland zu schicken. […] Während der Besetzung wurden 500.000 Menschen von den Niederlanden nach dem Reich als Arbeiter gesandt, und nur ein ganz geringer Bruchteil davon waren tatsächlich Freiwillige.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Urteil von Nürnberg.&amp;#039;&amp;#039; dtv-Dokumente Nr. 8. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1961, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Eine der ersten Maßnahmen […] war der Erlass einer Reihe von Gesetzen, die die wirtschaftliche Schlechterstellung der Juden erzwang. […] Es ist […] wahr, dass in gewissen Fällen Seyß-Inquart gegen besonders scharfe Maßnahmen, die von anderen Dienststellen getroffen wurden, protestierte […] Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass Seyß-Inquart ein wissender und freiwilliger Teilnehmer an [[Kriegsverbrechen]] und [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] war, die während der Besetzung der Niederlande begangen wurden.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Urteil von Nürnberg.&amp;#039;&amp;#039; dtv-Dokumente Nr. 8. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1961, S. 248.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im letzten [[Hongerwinter|Kriegswinter 1944/45]], dem härtesten Winter seit 1864, drohte in den Niederlanden eine humanitäre Katastrophe. Seyß-Inquart kündigte an, weite Teile des Landes unter Wasser zu setzen, woraufhin das alliierte [[SHAEF]] verlautbaren ließ, dass er und Generaloberst [[Blaskowitz]] als Kriegsverbrecher behandelt würden, falls sie dies umsetzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Antony Beevor: &amp;#039;&amp;#039;Der Zweite Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; München 2014, S.&amp;amp;nbsp;831. Vgl. auch Dwight Eisenhower: &amp;#039;&amp;#039;Crusade in Europe.&amp;#039;&amp;#039; Heinemann, London 1949 (3. Auflage), S. 455.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Verhandlungen mit den Alliierten, welche u.&amp;amp;nbsp;a. durch seinen Untergebenen Schwebel organisiert wurden, kam es dann aber zu den humanitären [[Operationen Manna und Chowhound]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephen Dando-Collins |Titel=Operation Chowhound: The Most Risky, Most Glorious US Bomber Mission of WWII |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=St. Martin’s Publishing Group |Ort= |Datum=2015-02-24 |ISBN=978-1-4668-7915-7 |Seiten=div. |Online=https://books.google.de/books?id=B59-BAAAQBAJ&amp;amp;pg= |Abruf=2020-03-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hitler ernannte Seyß-Inquart in [[Politisches Testament Adolf Hitlers|seinem politischen Testament]] zum Außenminister und befahl, in den Niederlanden „[[verbrannte Erde]]“ zu hinterlassen, was Seyß-Inquart jedoch nicht durchführte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Niebaum54&amp;quot;&amp;gt;Peter Niebaum: &amp;#039;&amp;#039;Hans Calmeyer. Ein „anderer Deutscher“ im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Frank &amp;amp; Timme Verlag für Wissenschaftliche Literatur, Berlin 2011, ISBN 978-3-86596-376-5, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz nach dem [[Suizid]] Hitlers gelangte er aus den Niederlanden mit einem Schnellboot nach [[Flensburg]] zur [[Regierung Dönitz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Graf: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen.&amp;#039;&amp;#039; Klagenfurt/Ljubljana/Wien 2012, S. 197&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der Rückkehr über den Landweg, den er wegen des stürmischen Wetters an der Küste nehmen musste, wurde er in Hamburg von britischen Truppen verhaftet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hendricus Johannes Neuman |Titel=Arthur Seyss-Inquart |Verlag=Styria |Ort=Graz |Datum=1970 |Seiten=338-340}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johannes Koll |Titel=Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940–1945) |Verlag=Böhlau |Ort=Wien |Datum=2015 |ISBN=978-3-205-79660-2 |Seiten=572-576}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Teilen der Literatur wird fälschlicherweise eine Verhaftung in den Niederlanden angegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Niebaum54&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joe Heydecker u. Johannes Leeb |Titel=Der Nürnberger Prozess |Verlag=Kiepenheuer &amp;amp; Witsch |Ort=Köln |Datum=2015 |Seiten=59}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass diese tatsächlich in Hamburg stattfand, bestätigte Seyß-Inquart jedoch auch in der Zeugenvernahme bei den Nürnberger Prozessen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=PEwiVQmS5hA |titel=Nuremberg Trial Day 152 (1946) Arthur Seyss-Inquart Direct Dr. Steinbauer (AM), Minute 1:29:55 |werk=YouTube |datum=2021-01-28 |sprache=de |abruf=2025-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seyß-Inquart wurde von den Niederländern mit verschiedenen Spitznamen verspottet, die sich auf sein Hinken bezogen, wie etwa „Seys Hinkelepink“, „Seyss Hinkwat“ und „Judas Mankabenus“. Sein Name wurde verballhornt als „Zes-en-een-kwart“ („Sechs Gulden und ein Kwartje (=25 Cent)“, also 6¼). Als 1941 die Vorkriegsmünzen mit dem Bildnis von Königin Wilhelmina abgeliefert werden mussten, behielten viele Menschen ihr Geld und fertigten daraus Schmuck und Gebrauchsgegenstände, darunter Glutlöscher für Zigaretten, die aus diesen Münzen bestanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.friesverzetsmuseum.nl/collectie/voorwerpen-en-verhalen/zes-en-een-kwart |titel=zes-en-een-kwart |werk=friesverzetsmuseum.nl |sprache=nl |datum= |abruf=2025-09-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.verzetsmuseum.org/en/kennisbank/stay-on |titel=Stay on? – Verzetsmuseum |werk=verzetsmuseum.org |sprache=en |datum= |abruf=2025-09-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies wurde als „Klein verzet“ („kleiner Widerstand“) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.verzetsmuseum.org/nl/kennisbank/klein-verzet |titel=Klein verzet – Verzetsmuseum |werk=verzetsmuseum.org |sprache=nl |datum= |abruf=2025-09-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Bunker von Seyss-Inquart in Apeldoorn}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nürnberger Prozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Arthur Seyss-Inquart Nürnberg.jpg|mini|Arthur Seyß-Inquart als Angeklagter während einer Verhandlungspause im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess]]&lt;br /&gt;
Im Sommer 1945 wurde Seyß-Inquart bis zur Überstellung nach Nürnberg im [[Kriegsgefangenenlager]] Nr.&amp;amp;nbsp;32 ([[Camp Ashcan|Ascheimer]]) im luxemburgischen [[Mondorf-les-Bains|Bad Mondorf]] mit einer Anzahl von NSDAP-Größen und hohen Angehörigen der Wehrmacht interniert. Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, bei dem ihn [[Gustav Steinbauer]] verteidigte, wurde er in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen Frieden, Planung, Entfesselung und Durchführung eines [[Angriffskrieg]]es, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) angeklagt. Ein vorbereiteter Auslieferungsantrag der [[Ministerie van Justitie en Veiligheid|niederländischen Justiz]] wurde nicht umgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;auto&amp;quot;&amp;gt;[[Johannes Koll]]: &amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940–1945).&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2015, S. 582.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Zeuge war u.&amp;amp;nbsp;a. [[Ernst August Schwebel|Ernst Schwebel]] benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Haft präsentierte sich Seyß-Inquart als geläuterter [[Katholizismus|Katholik]], der mehrere autobiografische Schriften verfasste. In diesen zeigte er sich jedoch weiterhin als Verfechter von [[Nationalsozialismus]] und [[Antisemitismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;auto&amp;quot;/&amp;gt; Bei seinem Schlusswort bekannte er sich noch einmal zur Person Adolf Hitlers und zu Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;Joe Heydecker, Johannes Leeb: &amp;#039;&amp;#039;Der Nürnberger Prozess.&amp;#039;&amp;#039; Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, Köln 2015, S. 596 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Verteidigung legten Seyß-Inquart und Steinbauer den Fokus vor allem auf seine Tätigkeiten in Österreich, die er mit seinem Eintreten für einen „Kampf [...] des deutschen Volkes“ legitimierte. Er erklärte auch, dass er in den Niederlanden nur geringen Einfluss auf [[SS]], [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] und [[Wehrmacht]] gehabt und die [[Haager Landkriegsordnung]] als überholt betrachtet habe. Jegliches Wissen und die Mittäterschaft am [[Holocaust]] verneinte Seyß-Inquart, er behauptete u.&amp;amp;nbsp;a., dass er im [[KZ Auschwitz-Birkenau]] nur ein Aufenthaltslager für die Juden bis zu einer Neuansiedlung nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] gesehen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johannes Koll]]: &amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940–1945).&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2015, S. 588–590&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article151649433/Wie-aus-einem-Gentleman-ein-Nazi-Schlaechter-wurde.html Wie aus einem Gentleman ein Nazi-Schlächter wurde]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Urteilsverkündung wurde Seyß-Inquart im Anklagepunkt 1 freigesprochen und in den Anklagepunkten 2, 3 und 4 für schuldig befunden, [[Todesstrafe|zum Tod]] durch den [[Erhängen|Strang]] verurteilt und am 16.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 im [[Zellengefängnis Nürnberg|Nürnberger Justizgefängnis]] hingerichtet. Die amerikanischen, britischen und sowjetischen Richter hatten sich dabei mit ihrem Streben für die Todesstrafe Seyß-Inquarts gegen den französischen Richter durchgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Joe Heydecker u. Johannes Leeb: &amp;#039;&amp;#039;Der Nürnberger Prozess&amp;#039;&amp;#039; Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, Köln 2015, S. 622.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Leichnam wurde einen Tag später im [[Städtisches Krematorium München|Städtischen Krematorium]] auf dem [[Ostfriedhof (München)|Münchner Ostfriedhof]] eingeäschert und die Asche in den [[Wenzbach (München)|Wenzbach]], einen Zufluss der [[Isar]], gestreut.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=39916258|Autor=[[Thomas Darnstädt]]|Titel=Ein Glücksfall der Geschichte|Jahr=2005|Nr=14|Seiten=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Seyß-Inquarts Nachlass wird heute in der Koblenzer Dienststelle des Bundesarchivs verwahrt (N 1180). Dieser umfasst Unterlagen und Korrespondenzen zur österreichischen Politik in den 1930er Jahren, zu den Aktivitäten der NSDAP in Österreich, zu den deutsch-österreichischen Beziehungen sowie zu seiner Tätigkeit als [[Reichsstatthalter]] von 1938 bis 1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Berliner Dienststelle des Bundesarchivs haben sich derweil im Bestand des ehemaligen Berlin Document Center zwei SS-Personalakten (R 9361-III/556637 und R 9361-III/556638) und eine Akte mit Parteikorrespondenz der NSDAP (R 9361-II/938679) zu Seyß-Inquart erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biographien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Hendricus Johannes Neuman: &amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyss-Inquart.&amp;#039;&amp;#039; Styria, Graz 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einträge in Nachschlagewerken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{NDB|24|302|303|Seyss-Inquart, Arthur|[[Dieter A. Binder]]|118764934}}&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|12|213|214|Seyss-Inquart Arthur|Dieter A. Binder}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3770052544}}&lt;br /&gt;
* [[Robert Wistrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Wer war wer im Dritten Reich?&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24373-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spezialstudien über bestimmte Aspekte von Seyss-Inquarts Tätigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Johannes Koll]]: &amp;#039;&amp;#039;Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940–1945).&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien [u.&amp;amp;nbsp;a.] 2015, ISBN 978-3-205-79660-2.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sueddeutsche.de/politik/ns-verbrecher-arthur-seyss-inquart-barbarischer-austronazi-1.2842683 Rezension] in der [[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]] vom 14. Februar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Johannes Koll: &amp;#039;&amp;#039;From the Habsburg Empire to the Third Reich: Arthur Seyß-Inquart and National Socialism.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Günter Bischof]], [[Fritz Plasser]], Eva Maltschnig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Austrian Lives.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Contemporary Austrian Studies, Bd. 21). University of New Orleans Press/Innsbruck University Press, New Orleans/Innsbruck 2012, ISBN 978-3-902811-61-5, S. 123–146.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Rosar: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Gemeinschaft. Seyss-Inquart und der Anschluß.&amp;#039;&amp;#039; Europa-Verlag, Wien 1971, ISBN 3-203-50384-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sonstiges Schrifttum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Wolfgang Graf: &amp;#039;&amp;#039;Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen.&amp;#039;&amp;#039; Hermagoras-Verlag, Klagenfurt/Ljubljana/Wien 2012, ISBN 978-3-7086-0578-4.&lt;br /&gt;
* [[Herbert Kraus (Rechtswissenschaftler)|Herbert Kraus]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Urteil von Nürnberg 1946.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1961 (dtv-Dokumente Nr. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118764934}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/016404}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|118764934}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG|Bio=arthur-seyss-inquart|Titel=Arthur Seyß-Inquart|Autor=Michaela Kipp}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/2d6a9c78-db57-41de-8489-a12e29cd2d21/ Nachlass Bundesarchiv N 1180]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seyssinquart, Arthur}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundeskanzler (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innenminister (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsminister (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Staatsrates (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Österreich im Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Nationalsozialismus (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Niederlande 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsstatthalter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichskommissar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Deutschen Klubs (Verein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Deutschen Gemeinschaft (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Danziger Kreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:VF-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Deutscher Alpenverein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Mähren)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1892]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seyß-Inquart, Arthur&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Politiker (NSDAP), MdR und Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. Juli 1892&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stonařov]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Oktober 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Otberg</name></author>
	</entry>
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