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	<title>Aromunen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T16:02:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aromunen&amp;diff=21782&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;BernwardAurelian: /* Heutige Verbreitung */ Ausdruck</title>
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		<updated>2025-12-10T17:48:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Heutige Verbreitung: &lt;/span&gt; Ausdruck&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aromunen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mazedorumänen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bilden ein Volk, dessen Angehörige vor allem im Norden [[Griechenland]]s, in [[Albanien]], [[Nordmazedonien]] und im Süden [[Bulgarien]]s sowie in der [[Rumänien|rumänischen]] [[Dobrudscha]] leben, dort in [[Diaspora]], nach der Auswanderung zwischen den beiden [[Weltkrieg]]en. Sie sprechen [[Aromunische Sprache|Aromunisch]], das von einem Teil der [[Sprachwissenschaft]]ler als eigenständige, mit [[Dakorumänisch]] engstens verwandte Sprache kategorisiert wird, während es ein anderer Teil der Sprachwissenschaftler als [[Dialekt]] des [[Rumänische Sprache|Rumänischen]] betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Dahmen: [http://books.google.de/books?id=7Kyt4p7sykUC&amp;amp;printsec=frontcover#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Identität von Minderheiten: Funktion und Themen der aromunischen Literatur.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kenntnis dieser Sprache bildet den Hauptpfeiler für die Präferenz, sich zur [[Ethnie]] der Aromunen zu bekennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aromunen gehören zumeist der [[Orthodoxe Kirche|orthodoxen Kirche]] an. Es gibt kein geschlossenes aromunisches Siedlungsgebiet. Die Angehörigen dieser Ethnie leben verstreut über weite Teile [[Südosteuropa]]s in mehr oder weniger großen Sprachinseln in engem kulturellen und sprachlichen Kontakt mit der benachbarten anderssprachigen Bevölkerung. Rein aromunische Siedlungen sind heute die Ausnahme. Deshalb sind die meisten Angehörigen der Volksgruppe [[Bilingualismus|bi]]- oder [[Mehrsprachigkeit|multilingual]]. Die größte aromunische Sprachinsel liegt im [[Epirus (griechische Region)|epirotischen]] und [[Thessalien|thessalischen]] [[Pindos]]-Gebirge im Nordwesten Griechenlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Meglenorumänen]] gehören zwar dem gleichen geographischen Raum an, sind jedoch aus geschichtlichen und sprachlichen Gründen von den Aromunen/Mazedorumänen zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
Bezeichnungen für die Aromunen in den wichtigsten von ihnen gesprochenen Sprachen:&lt;br /&gt;
* [[Aromunische Sprache|Aromunisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Makedonarmãnji&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Armãnji&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rãmãnji&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Dakorumänisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Aromâni&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Macedoromâni&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Machedoni&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Griechische Sprache|Griechisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Armani&amp;#039;&amp;#039; (Αρμάνοι,Αρωμάνοι ή Αρουμάνοι), verallgemeinernd auch &amp;#039;&amp;#039;Vlachi&amp;#039;&amp;#039; (Βλάχοι), &amp;quot;Karagounides&amp;quot; (Καραγκούνηδες) oder &amp;#039;&amp;#039;Koutsovlachi&amp;#039;&amp;#039; (Κουτσόβλαχοι)&lt;br /&gt;
* [[Albanische Sprache|Albanisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Vllehë&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Arumunë&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Çobanë&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Südslawische Sprachen|Südslawisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Aromuni&amp;#039;&amp;#039; (Аромуни), seltener &amp;#039;&amp;#039;Zinzaren&amp;#039;&amp;#039; (Цинцари)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Map-balkans-vlachs.png|mini|Das Verbreitungsgebiet der vier balkanromanischen Sprachen&amp;lt;br /&amp;gt; (Rot: Aromunisch)]]&lt;br /&gt;
Die zahlenmäßig stärkste Gruppe der Ethnie sind die Kutzowalachen/Mazedowlachen in [[Griechenland]]. Die sehr unterschiedlichen Schätzungen reichen von 30.000 bis 120.000 Aromunen in Griechenland.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Pan: &amp;#039;&amp;#039;Die Minderheitenrechte in Griechenland.&amp;#039;&amp;#039; In: Christoph Pan, Beate Sibylle Pfeil: &amp;#039;&amp;#039;Minderheitenrechte in Europa.&amp;#039;&amp;#039; Zweite überarbeitete und aktualisierte Auflage. Wien 2006, ISBN 3-211-35307-0, S. 205. (Handbuch der europäischen Volksgruppen, Band 2)&amp;lt;/ref&amp;gt; Offiziell werden in Griechenland keine Daten zur ethnischen Zugehörigkeit der Bevölkerung erhoben, Aromunen werden bei den Behörden und ebenso in der breiten Öffentlichkeit Griechenlands als Griechen betrachtet. Auch kirchlich wird nicht unterschieden: [[Liturgiesprache]] in den Kirchen der aromunischen Dörfer ist wie in anderen Gebieten Griechenlands das neutestamentliche [[Koine]]-Griechisch. Die Kutzowalachen leben kompakt im [[Epirus (griechische Region)|Epirus]] und in [[Thessalien]], das wegen seiner zahlreichen romanischen Bevölkerung im späten Mittelalter auch &amp;#039;&amp;#039;Große Walachei&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde. Daneben gibt es aromunisch geprägte Siedlungen in [[Ätolien-Akarnanien]] und Teilen [[Makedonien (geografische Region Griechenlands)|Makedoniens]]. Bedeutende walachische Gruppen existieren in den Großstädten Athen und [[Thessaloniki]]. In beiden Städten nahm die Zahl der Aromunen im 20. Jahrhundert durch den Zuzug vom Lande stark zu. In der Hauptstadt Makedoniens waren die aromunischen Kaufleute aber schon im 19. Jahrhundert zahlreich gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AlbaniaTraditionalCommunitiesByLanguageAndReligion.png|mini|Minderheitengebiete in Albanien (Gebiet der Aromunen: gelb)]]&lt;br /&gt;
In [[Albanien]] gibt es aromunisch geprägte Dörfer in [[Fier]] in der [[Myzeqe]], im [[Kreis Korça]] und bei [[Delvina]] sowie in [[Voskopoja]] &amp;#039;&amp;#039;(aromunisch: Moscopole)&amp;#039;&amp;#039;. In allen größeren Städten Süd- und Mittelalbaniens leben größere Gruppen von Aromunen, besonders in [[Tirana]] und Korça, aber auch in [[Elbasan]], [[Berat]] u.&amp;amp;nbsp;a. Über ihre Gesamtzahl liegen keine sicheren Angaben vor, Schätzungen schwanken zwischen 10.000 und 100.000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Nordmazedonien]] leben die Aromunen vor allem in den Städten Bitola, [[Prilep]] und [[Resen]] und [[Kruševo]]. Bei der Volkszählung von 2002 gaben etwa 8.700 Personen Aromunisch als Muttersprache an. Es gibt einige Grundschulklassen, in denen diese Sprache unterrichtet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Bulgarien]] leben Aromunen/Mazedorumänen ohne größere Siedlungszentren verstreut in den südlichen und südwestlichen Landesteilen. Über ihre zahlenmäßige Stärke gibt es keine zuverlässigen Angaben, aber Schätzungen gehen von nicht mehr als 3.000 Personen aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Thede Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Ethnizität und räumliche Verteilung der Aromunen in Südosteuropa&amp;#039;&amp;#039;. (= Münstersche Geographische Arbeiten; 43). Münster 1999, ISBN 3-9803935-7-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Serbien]] sind Aromunen/Mazedorumänen (Zinzaren) in mehrere große Städte wie Belgrad und [[Novi Sad]] zugewandert. Sie sind großteils [[Assimilation (Soziologie)|assimiliert]]. Bei den Volkszählungen werden [[Walachen]] (Vlachen) und [[Rumänen]] zusammengefasst. Daher werden sie oft mit der rumänischsprachigen Bevölkerung im serbischen [[Banat]] und im Tal des [[Timok]] verwechselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung der provinzialrömischen Bevölkerung auf dem südlichen Balkan ===&lt;br /&gt;
Die Ansiedlung [[Latein|lateinischsprachiger]] [[Veteran]]en auf dem Balkan begann im zweiten Jahrhundert vor Christus, nachdem die [[Römisches Reich|Römer]] im Jahr [[148 v. Chr.]] die [[Macedonia (Provinz)|Provinz Macedonia]] eingerichtet hatten. Das Gebiet zwischen der heute albanischen [[Adriatisches Meer|Adriaküste]] im Westen, der Linie [[Sofia|Serdica]] und [[Thessaloniki]] im Osten war in der römischen Kaiserzeit eine Mischzone griechischer und lateinischer Einflüsse; die Einwanderung aus [[Italien]] setzte sich bis in das erste nachchristliche Jahrhundert fort. Auch nach der Teilung in das griechische [[Byzantinisches Reich|Ost]]- und das lateinische [[Westrom]] – die Grenze verlief seit [[395]] n. Chr. von der [[Donau]] bei [[Sirmium]] (beim heutigen [[Belgrad]]) bis [[Lezha|Lissos]] in Nordalbanien – erhielt sich bei der provinzialrömischen Bevölkerung in Makedonien und Epirus die lateinische Sprache. Kirchlich gehörten diese Regionen in der [[Spätantike]] unter das lateinische [[Patriarchat (Kirche)|Patriarchat]] der römischen [[Papst|Päpste]], was sicher zum Erhalt der [[Romania (Linguistik)|Latinität]] beitrug, auch wenn politisch [[Konstantinopel]] die Vorherrschaft hatte und Griechisch nach und nach Amtssprache wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Völkerwanderungszeit und Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Zu den Wanderungen armanischer/mazedoarmanischer Bevölkerungsgruppen und ihrer Ausbreitung im [[Spätmittelalter]] existieren in der Geschichtsforschung verschiedene und häufig sehr umstrittene Auffassungen. Die Vermutungen sind mit der [[Jireček-Linie]] in Einklang zu bringen. Siehe auch: [[Rumänen#Die rumänische Ethnogenese|Die rumänische Ethnogenese]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dakorumänische These: Es wird von einem intensiven Austausch romanischer Bevölkerung zwischen den Gebieten aus den nördlichen und dem südlichen Balkan ausgegangen. Als Begründung dient vor allem die Nähe der aromunischen mit der rumänischen Sprache (beziehungsweise die Tatsache, dass das Aromunische von einem Teil der Sprachforschung als ein Dialekt der rumänischen Sprache wahrgenommen wird).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.britannica.com/EBchecked/topic/508587/Romanian-language Artikel aus Encyclopaedia Britannica über die Rumänische Sprache]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Aromunen gelten nach dieser Theorie als südlichster Zweig der [[Rumänen]] im weiteren Sinn des Begriffes und als Nachfahren der in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten romanisierten [[Thraker]] der südlichen [[Balkanhalbinsel]].&lt;br /&gt;
* Möglich ist auch, dass es sich bei den Aromunen um Nachfahren der &amp;#039;&amp;#039;[[Sermesianoi]]&amp;#039;&amp;#039; handelt, römische Provinzialbevölkerung, die im frühen 7. Jahrhundert  von den [[Awaren]] verschleppt und in [[Pannonische Tiefebene|Pannonien]] im heutigen [[Ungarn]] angesiedelt wurde. Hierfür spricht, dass sich die Sermesianoi unter dem [[Geschichte Bulgariens|bulgarischen]] Khan [[Kuwer]] nach ihrem erfolgreichen Aufstand um 680 in der Region um [[Thessaloniki]] ansiedelten, nicht weit von den heutigen Siedlungsgebieten der Aromunen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Stürme der [[Völkerwanderung]] und vor allem die [[Landnahme der Slawen auf dem Balkan]] seit dem Anfang des [[7. Jahrhundert]]s änderte sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung auf dem Balkan gravierend. Die romanische Bevölkerung wurde teilweise assimiliert und vor allem auch von der lateinischen Welt im Westen wie von der prägenden Weltmetropole [[Konstantinopel|Ostroms]] abgeschnitten. Ihre Sprache hielt sich nur noch in einigen Regionen im Inneren des Balkans sowie in einigen Küstenstädten. Von da an entwickelten sich die balkanromanischen Sprachen eigenständig. Vom [[Mittelalter]] bis in die [[Osmanisches Reich|osmanische]] Zeit lebten die Romanischsprachigen überwiegend als [[Transhumanz|transhumante]] Hirten und in den Städten als Kaufleute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 15. bis 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Manche Walachensiedlungen konnten sich seit dem 15. Jahrhundert relativ gut an die neue [[Türkei|türkische]] Herrschaft anpassen. Seit die Grenze des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reichs]] an der Donau lag, herrschte auf dem Balkan Frieden und Sicherheit auf den Straßen. An der wirtschaftlichen Prosperität und dem damit einhergehenden Aufschwung des Handels konnten neben griechischen auch zahlreiche aromunische Kaufleute profitieren. Sie vermittelten den Austausch mit den zentraleuropäischen Ländern, waren aber auch am Balkanhandel der [[Seerepubliken|Seerepublik Ragusa]] (heute [[Dubrovnik]]) beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. und 18. Jahrhundert besuchten aromunische Kaufleute die [[Messe (Wirtschaft)|Messen]] und Märkte in [[Leipzig]], [[Wien]] und [[Krakau]]. Sie waren ebenso in Konstantinopel und in [[Venedig]] tätig. Die Heimatregionen dieser Kaufleute erlebten eine kulturelle Blüte, die nicht zuletzt aus den Handelsgewinnen finanziert wurde. Das vorwiegend von Mazedowalachen bewohnte [[Voskopoja]]/Moscopole im Südosten Albaniens gehörte im 17. und 18. Jahrhundert zu den kulturellen Zentren der Orthodoxie auf dem Balkan. Hier entstand eine wissenschaftliche [[Akademie]] mit griechischer Unterrichtssprache und auch die erste [[Drucktechnik|Druckerei]] Südosteuropas wurde in Voskopoja/Moscopole gegründet. In der Kunst (vor allem [[Ikone]]nmalerei und [[Architektur]]) wurde ein Stil entwickelt, bei dem sich orientalische Elemente mit Anregungen aus dem Westen verbanden. Auch das nahe gelegene [[Korça]] und das makedonische [[Bitola]] wurden in ihrer Blütezeit nicht unwesentlich von den mazedorumänischen Kaufleuten mitgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Balkans-ethnique.JPG|mini|Ethnische Karte der Balkanhalbinsel vor dem [[Erster Balkankrieg|Ersten Balkankrieg]], mehrheitlich aromunisch besiedelte Gebiete in dunkelbraun (Verfasser: [[Paul Vidal de la Blache]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Romanian Schools for Aromanians and Meglenoromanians.JPG|mini|links|Rumänische Schulen für Aromunen und Meglenorumänen im Osmanischen Reich (1886)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1797 publizierte [[Constantin Ucuta]], ein [[Klerus|Kleriker]] aus [[Posen]], das erste Schulbuch in aromunischer Sprache. 1864 wurde die erste Schule mit aromunischer/mazedorumänischer Unterrichtssprache im mazedonischen [[Tarnova (Nordmazedonien)|Tarnova]] eröffnet. In den letzten drei Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg förderte die rumänische Regierung die Gründung aromunischer Schulen in den noch verbliebenen Balkanprovinzen des Osmanischen Reiches. So hat auch die rumänische Schulbewegung begonnen (ähnlich handelten Serbien und Bulgarien in Bezug auf die slawischen Untertanen des Sultans). Man versprach sich davon Einfluss auf die osmanische Politik und man wollte die Expansion nach Mazedonien vorbereiten. Die Lehrbücher für die aromunischen Schulen wurden teilweise in [[Rumänien]] verfasst und gedruckt, was zu einer Annäherung des geschriebenen Aromunisch an die rumänische Standardsprache führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Nach den Balkankriegen 1912/13 zählte man insgesamt 80 aromunische Schulen in den nun griechischen, albanischen und serbischen Gebieten, die bis dahin osmanisch gewesen waren. In den 1920er Jahren wurde die aromunische Unterrichtssprache im [[Königreich Jugoslawien]] abgeschafft und durch das Serbische ersetzt. Eine ähnliche Entwicklung gab es unter König [[Ahmet Zogu]] in Albanien, in den 1930er Jahren wurden dort die aromunischen Schulen albanisiert. In Griechenland wurde das Aromunische nach dem Bürgerkrieg als [[Schulsprache|Unterrichtssprache]] verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
Durch den im 19. Jahrhundert aufgekommenen [[Nationalismus]] der Balkanvölker sind die kulturellen Leistungen der Mazedorumänen/Aromunen weitgehend in Vergessenheit geraten beziehungsweise wurden von der jeweils herrschenden Nation für sich reklamiert. Nur langsam besinnt man sich wieder darauf, wie wichtig die Aromunen unter anderem als Bindeglied zum Westen gewesen sind. In Korça besitzen die Aromunen heute wieder eine eigene orthodoxe Kirche, die ihre Eigenständigkeit im Hinblick auf ihre religiösen Traditionen bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätowierungen ===&lt;br /&gt;
Bis zur ersten Hälfte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde den Mädchen im Alter von etwa 13–14 Jahren ein Kreuz auf die Stirn [[Tätowierung|tätowiert]], um sie vor [[Verschleppung]]en durch Osmanen zu schützen. Es wurde in der Regel zentriert oberhalb des Nasenrückens zwischen den Augen platziert. Außerdem wurden Mädchen die Namen ihrer Brüder auf die Hände und über die Finger tätowiert. Für die Farbe wurde zerriebene Holzkohle mit Alkohol gemischt und mit Nadelstichen in die Haut eingebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Podjavorsek: &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen in Mazedonien&amp;#039;&amp;#039;, arte-Dokumentation&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Aromunen ==&lt;br /&gt;
* [[Simon Georg Sina der Ältere]] (* 1753 in Sarajevo; † 1822 in Wien) war ein griechisch-österreichischer Kaufmann und förderte den Außenhandel Österreichs mit dem Osmanischen Reich&lt;br /&gt;
* [[Rigas Velestinlis]] (* 1757 in Velestino; † 1798 in Belgrad), Vorkämpfer der griechischen Unabhängigkeit&lt;br /&gt;
* [[Georg Simon von Sina]] (* 1783 in Niš; † 1856 in Wien), einer der bedeutendsten Bankiers und Unternehmer Österreichs im 19. Jahrhundert, spendete den Staatsschatz des neu gegründeten Staates Griechenland und war königlich griechischer Generalkonsul in Österreich&lt;br /&gt;
* [[Simon von Sina]] (* 1810 in Wien; † 1876 ebenda) war ein österreichischer Bankier und Unternehmer und finanzierte bedeutende Einrichtungen wie den Neubau der [[Universität Wien]] sowie die [[Ungarische Akademie der Bildenden Künste|Akademie Budapest]] und gründete die [[Akademie von Athen]] und die [[Nationales Observatorium Athen|Athener Sternwarte]]&lt;br /&gt;
* [[Georgios Averoff]] (geboren [[1815]] in [[Metsovo]], gestorben [[1899]] in [[Alexandria]]) war ein aromunischer Geschäftsmann und [[Philanthrop]] und Namensgeber des Flaggschiffs der griechischen Marine.&lt;br /&gt;
* [[George Murnu]] (* 1868 in Veria; † 1957 in Bukarest), Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Alcibiades Diamandi]] (* 1893 in Samarina; † 1948 in Bukarest), politischer Aktivist&lt;br /&gt;
*[[Gheorghe Hagi]] (* 1965 in Săcele, [[Kreis Constanța]]), Fußballspieler und -trainer&lt;br /&gt;
*[[Elena Gheorghe]] (* 1985 in [[Bukarest]]), rumänische Sängerin&lt;br /&gt;
*[[Elizabeta Samara]] (* 1989 in Constanța), Tischtennisspielerin&lt;br /&gt;
*[[Simona Halep]] (* 1991 in Constanța), Tennisspielerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Marija Bara, Tede Kal&amp;#039;, Andrej N. Sobolev: &amp;#039;&amp;#039;Južnoarumynskij govor sela Tur&amp;#039;ja (Pind). Sintaksis, leksika, ėtnolingvistika, teksty.&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Die südaromunische Mundart von Turia (Pindos).&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleiner Balkansprachatlas. Materialien zum Südosteuropasprachatlas.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4). Biblion-Verlag, München 2005, ISBN 3-932331-59-1 (Teils in russischer Sprache).&lt;br /&gt;
* [[Richard Clogg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Minorities in Greece. Aspects of a plural society.&amp;#039;&amp;#039; Hurst, London 2002, ISBN 1-85065-705-X.&lt;br /&gt;
* Nicolae Cuşa: &amp;#039;&amp;#039;Macedo-aromânii dobrogeni. The Macedo-Aromanians in Dobrudja.&amp;#039;&amp;#039; Ex Ponto, Constanţa 2004, ISBN 973-644-318-3.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Dahmen (Romanist)|Wolfgang Dahmen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen heute – eine Volksgruppe in der Identitätskrise?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Südosteuropa Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; 45, 2, 2005, {{ISSN|0340-174X}}, S. 66–77.&lt;br /&gt;
* [[Karl-Markus Gauß]]: &amp;#039;&amp;#039;Die verschwundene Nation – Unter den Aromunen Mazedoniens.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl-Markus Gauß: &amp;#039;&amp;#039;Die sterbenden Europäer. Unterwegs zu den Sepharden von Sarajevo, Gottscheer Deutschen, Arbëreshe, Sorben und Aromunen.&amp;#039;&amp;#039; dtv 30854, München 2002, ISBN 3-423-30854-0, S. 183–230.&lt;br /&gt;
* Anton Hilekman: &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen – Ein romanisches Volk im Herzen des Balkans.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Europa Ethnica.&amp;#039;&amp;#039; 25, 1968, {{ISSN|0014-2492}}, S. 98ff.&lt;br /&gt;
* Thede Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Ethnizität und räumliche Verteilung der Aromunen in Südosteuropa.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münstersche Geographische Arbeiten.&amp;#039;&amp;#039; 43) Institut für Geographie, Münster 1999, ISBN 3-9803935-7-7. (Zugleich: Dissertation an der [[Universität Münster|Westfälischen Wilhelms-Universität]] 1999)&lt;br /&gt;
* Thede Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Neue Arbeiten zu den Aromunen. Wachsendes Interesse in Südosteuropa. Kommentierte Bibliographie 1900–2004&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Balkan-Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge 28/29, 2003/2004, {{ISSN|0170-8007}}, S. 9–118.&lt;br /&gt;
* Kira Iorgoveanu-Mantsu: &amp;#039;&amp;#039;Noi, poetslji a populiloru njits. Poemi tu limba makedonarmãnã (armãna).&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Nous, les poètes des petits peuples. Poèmes en Macédonarman (Aroumain).&amp;#039;&amp;#039;) MicRomania, Charleroi 2007, ISBN 978-2-930364-28-5.&lt;br /&gt;
* Achille G. Lazarou: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;aroumain et ses rapports avec le grec.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ίδρυμα Μελετών Χερσονήσου του Αίμου.&amp;#039;&amp;#039; 206, {{ISSN|0073-862X}}). Übersetzt von Marie-Hélène Blanchaud. Institute for Balkan Studies, Thessaloniki 1986 (Zugleich: Athen, Univ., Diss.).&lt;br /&gt;
* Max Demeter Peyfuss: &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunische Frage. Ihre Entwicklung von den Ursprüngen bis zum Frieden von Bukarest (1913) und die Haltung Österreich-Ungarns.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wiener Archiv für Geschichte des Slawentums und Osteuropas.&amp;#039;&amp;#039; 8) Böhlau, Köln u. a. 1974, ISBN 3-205-08587-6.&lt;br /&gt;
* [[Maximilian Peyfuss|Max Demeter Peyfuss]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Druckerei von Moschopolis, 1731–1769. Buchdruck und Heiligenverehrung im Erzbistum Achrida.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wiener Archiv für Geschichte des Slawentums und Osteuropas.&amp;#039;&amp;#039; 13) 2. verbesserte Auflage. Böhlau, Wien u. a. 1996, ISBN 3-205-98571-0.&lt;br /&gt;
* [[Rupprecht Rohr]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen. Sprache – Geschichte – Geographie. Ausgewählte Beiträge zum 1. Internationalen Kongress für Aromunische Sprache und Kultur in Mannheim vom 2.–3. September 1985.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Balkan-Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 5) Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-863-8.&lt;br /&gt;
* Josef Sallanz: &amp;#039;&amp;#039;Bedeutungswandel von Ethnizität unter dem Einfluss von Globalisierung. Die rumänische Dobrudscha als Beispiel.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Potsdamer Geographische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; 26) Universitäts-Verlag, Potsdam 2007, ISBN 978-3-939469-81-0. (Zugleich Dissertation an der [[Universität Potsdam]] 2007)&lt;br /&gt;
* Irwin T. Sanders: &amp;#039;&amp;#039;The nomadic peoples of northern Griechenland: ethnic puzzle und cultural survival.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Social Forces.&amp;#039;&amp;#039; 1954, 33, 2, {{ISSN|0037-7732}}, S. 122–129.&lt;br /&gt;
* Stephanie Schwandner-Sievers: &amp;#039;&amp;#039;The Albanian Aromanians’ Awakening. Identity Politics and Conflicts in Post-Communist Albania.&amp;#039;&amp;#039; Bericht für das European Centre For Minority Issues in Flensburg ([http://www.ecmi.de/uploads/tx_lfpubdb/working_paper_3.pdf PDF-Datei], 467&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Michel Sivignon: &amp;#039;&amp;#039;Les pasteurs de Pinde septentrional.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Revue de Géographie de Lyon.&amp;#039;&amp;#039; 43, 1, 1968, S. 5–43.&lt;br /&gt;
* Nicolas Trifon: &amp;#039;&amp;#039;Les Aroumains, un peuple qui s&amp;#039;en va.&amp;#039;&amp;#039; Acratie, La Bussière 2005, ISBN 2-909899-26-8.&lt;br /&gt;
* A. J. B. Wace, M. S. Thompson: &amp;#039;&amp;#039;The nomads of the Balkans. An account of life und customs among the Vlachs of northern Pindus.&amp;#039;&amp;#039; Methuen, London 1914 (Reprinted edition. ebenda 1972, ISBN 0-416-76100-3).&lt;br /&gt;
* [[Gustav Weigand]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen. Ethnographisch-philologisch-historische Untersuchungen über das Volk der sogenannten Makedo-Romanen oder Zinzaren.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Barth, Leipzig 1894–1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen in Mazedonien.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 43 Min., Buch und Regie: Peter Podjavorsek, Produktion: fernsehbüro, [[Saarländischer Rundfunk]], [[arte]], Reihe: Vergessene Völker, Erstsendung: 18. Februar 2013 bei arte, [http://programm.ard.de/TV/arte/vergessene-voelker--1-4-/eid_287249442781337?list=now Inhaltsangabe] von [[ARD]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Die Aromunen&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentarfilm und Reportage, Deutschland, 2018, 43:33 Min., Buch und Regie: Britta Wolf, rbb Fernsehen, Erstsendung: 27. November 2018, [https://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=282051004411535 Inhaltsangabe] von ARD&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Zu Tisch in Ost-Rumänien&amp;#039;&amp;#039;, Deutschland 2018, ZDF, Regie: Stefan Pannen, Catalina Gagiu, 25:52&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Aromanians|Aromunen}}&lt;br /&gt;
* [http://www.makedonarman-council.org/ Macedon Armans Council]&lt;br /&gt;
* [http://www.armanami.org/ Macedon Armans Association from France]&lt;br /&gt;
* [http://www.ctarm.org/ Consiliul A Tinirlor Armanj, webpage about Youth Aromanians and their projects]&lt;br /&gt;
* [https://www.gfbv.de/de/news/das-drama-der-aromunen-274/ Das Drama der Aromunen] erzählt von Vasile Barba, einem Aromunen, 28. April 2005, ursprünglich veröffentlicht in: pogrom - bedrohte völker Heft 2 / 2001&lt;br /&gt;
* [http://www.romanianmuseum.com/Romania/RomaniaEthnoAROMAN.html#RomaniaD Aromunische Volkstrachten]&lt;br /&gt;
* [http://www.farsarotul.org/nl27_1.htm Thede Kahl: Aromanians in Greece: Minority or Vlach-speaking Greeks?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romanischsprachige Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnische Minderheit in Griechenland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BernwardAurelian</name></author>
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