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	<title>Arnold Dohmen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T04:53:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Arnold_Dohmen&amp;diff=1956349&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-12-04T17:32:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arnold Dohmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[2. August]] [[1906]] in [[Duisburg]]; † [[6. März]] [[1980]] in [[Lage (Lippe)|Lage]]) war ein deutscher [[Innere Medizin|Internist]], [[Bakteriologe]] und Stabsarzt der [[Heeressanitätsinspektion]], der im [[KZ Sachsenhausen]] [[Hepatitis]]-Versuche an jüdischen Kindern vornahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Dohmen absolvierte nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn ein [[Studium der Medizin]] und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] mit der im Jahr 1933 erschienenen [[Dissertation]] &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über das Bordet-Gengousche Bakterium&amp;#039;&amp;#039; an der [[Universität Rostock]] zum Dr. med.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe zum Studium den [http://purl.uni-rostock.de/matrikel/200020887 Eintrag von Arnold Dohmen] im [[Rostocker Matrikelportal]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dohmen war [[Sturmabteilung|SA-Führer]], er beantragte am 24. August 1937 die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.606.866).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/6630293&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee115f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2007, S. 115 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst war Dohmen am [[Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf|Universitäts-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf]] beschäftigt, bevor er im Jahr 1939 zur [[Wehrmacht]] eingezogen wurde. Seine [[Habilitation]] erfolgte 1941 an der [[Universität Hamburg]] mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Über die Formen der Reststickstoffsteigerung im Verlauf der Weilschen Krankheit, zugleich ein Beitrag zur Klinik des hepatorenalen Syndroms&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dohmen wurde im Jahr 1942 an die [[Pépinière|Militärärztliche Akademie]] zur Abteilung „Beratender Internist“ von [[Kurt Gutzeit]] nach [[Berlin]] versetzt. In Ermangelung von geeigneten Laboren in der Militärärztlichen Akademie, nahm er seine [[Hepatitis]]-Tierversuche am [[Robert Koch-Institut]] vor. Er infizierte Hühnerembryonen und Mäuse mit infektösem Material, das sein Kollege [[Hans Voegt]] durch Leberpunktionen an Hepatitiskranken gewonnen hatte. Im Frühjahr 1943 war sich Dohmen sicher, die Hepatitis-Virusinfektion auf seine Mäuse übertragen zu haben. Er wandte sich an den Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen [[Karl Brandt (Mediziner)|Karl Brandt]] mit der Bitte, dieses Material vom Tier auf den Menschen übertragen zu dürfen. Anfang Juni 1943 trug Dohmen sein Begehren auch dem [[Reichsarzt SS]] [[Ernst-Robert Grawitz]] vor, der bei dem [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] die Genehmigung erwirkte, dass Dohmen, obwohl er nicht SS-Mitglied war, acht zum Tode verurteilte polnische KZ-Häftlinge zur Untersuchung der Ursachen für übertragbare Hepatitis bekommen sollte. Dohmen hielt sich Ende Juni 1943 für vier Tage im [[KZ Auschwitz]] auf und [[Selektion (Konzentrationslager)|selektierte]] für seine Hepatitisexperimente elf jüdische Minderjährige und Heranwachsende zwischen neun und 19 Jahren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee259ff&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1997, S. 259 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Zerstörung des Robert Koch-Instituts durch einen alliierten Luftangriff im November 1943 verlagerte Dohmen seinen Dienstsitz zum Tierhygienischen Institut der [[Universität Gießen]]. Anfang Juni 1944 knüpfte Dohmen im Rahmen einer Hepatitistagung an der [[Universität Breslau]] Kontakte zu dem Hepatitisforscher [[Eugen Haagen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee259ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dohmen schien von seinem Vorhaben, an KZ-Häftlingen pseudomedizinische Experimente vorzunehmen, laut Gutzeit zunächst wieder Abstand genommen zu haben:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=In [[Gießen]] habe ich Dohmen wieder einmal –&amp;amp;nbsp;ich weiß nicht zum wievielten Male&amp;amp;nbsp;– aus seiner tierexperimentellen Lethargie aufzurütteln versucht, damit wir endlich zur letzten Klärung kommen. Komisch, wie schwer der Schritt vom Tier zum Menschen ist, aber schließlich und endlich ist der letztere ja doch die Hauptsache.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Brief von Kurt Gutzeit an seinen Mitarbeiter Wilhelm Fähndrich vom 23. August 1944. Zitiert bei: Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1997, S. 262.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1944 begann Dohmen im [[KZ Sachsenhausen]], in das seine Versuchsopfer überstellt worden waren, mit den Hepatitisexperimenten. Seinen Opfern injizierte er [[Virenkultur]]en in den Darmtrakt. Zur Prüfung des Ergebnisses nahm er an zwei seiner Opfern auch schmerzhafte Leberpunktionen vor. Ziel dieser Versuche sollte der Nachweis des Hepatitiserregers sowie die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes sein. Die „Elf von Auschwitz“ konnten gegen Kriegsende nur durch die Intervention von norwegischen Häftlingspflegern bei dem [[Sanitätswesen (KZ)|Lagerarzt]] [[Heinz Baumkötter]] überleben, da sie zur Tarnung angaben, dass die jüdischen Kinder und Jugendlichen möglicherweise noch für weitere medizinische Experimente gebraucht werden könnten. Die jüdischen Kinder wurden am 21. April 1945 im Rahmen der Evakuierung des KZ Sachsenhausen auf einen [[Todesmärsche von KZ-Häftlingen|Todesmarsch]] geschickt; Anfang Mai 1945 wurden sie durch Angehörige der britischen Armee bei [[Lübeck]] befreit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lenz&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Susanne Lenz |url=http://www.berliner-zeitung.de/archiv/an-der-filmhochschule-babelsberg-entstand-ein-streifen-ueber-die-juengsten-haeftlinge-von-sachsenhausen-arzt-missbrauchte-kinder-fuer-versuche,10810590,9210432.html |titel=Arzt mißbrauchte Kinder für Versuche |titelerg= |hrsg=[[Berliner Zeitung]] |werk=www.berliner-zeitung.de |datum=1996-12-02 |abruf=2024-07-13 |sprache= |format= |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dohmen praktizierte nach Kriegsende als niedergelassener Internist im [[Kreis Detmold]]. Am 27. Februar 1975 wurde ein gegen ihn eingeleitetes Ermittlungsverfahren eingestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee115f&amp;quot; /&amp;gt; Dohmen bestritt zuvor, an der Selektion der Kinder beteiligt gewesen zu sein und gab an, nur Scheinversuche durchgeführt zu haben. Diese Version hielt die zuständige Staatsanwaltschaft für nicht widerlegbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lenz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schicksal der Kinder wurde in dem Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;Jedesmal mußte ein Wunder sein – Die Kinder von Sachsenhausen&amp;#039;&amp;#039; verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lenz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-14906-1.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]].&amp;#039;&amp;#039; Aktualisierte 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.&lt;br /&gt;
* Brigitte Leyendecker, Burghard F. Klapp: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Hepatitisforschung im Zweiten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. In: C. Pross, [[Götz Aly]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Der Wert des Menschen. Medizin in Deutschland 1918–1945&amp;#039;&amp;#039;. Hentrich, Berlin 1989, ISBN 3-926175-62-1, S. 261–293.&lt;br /&gt;
* Brigitte Leyendecker: &amp;#039;&amp;#039;Die Wirkung einer Fußnote aus Mitscherlichs und Mielkes Dokumentation über den Nürnberger Ärzteprozess. Hans Voegt im Netzwerk der Hepatitisforscher vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. In: Sigrid Oehler-Klein, [[Volker Roelcke]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitspolitik in der universitären Medizin nach 1945. Institutionelle und individuelle Strategien im Umgang mit dem Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09015-5, S. 65–96.&lt;br /&gt;
* Saul Oren-Hornfeld: &amp;#039;&amp;#039;Wie brennend Feuer. Ein Opfer medizinischer Experimente im Konzentrationslager Sachsenhausen erzählt.&amp;#039;&amp;#039; Metropol Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-936411-71-9, S. 107–160.&lt;br /&gt;
* Ulf Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Arzt Karl Brandt. Medizin und Macht im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-351-02671-4, S. 401–465.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.pnn.de/brandenburg/juden-als-menschliche-versuchsobjekte-im-kz/22373368.html &amp;#039;&amp;#039;Juden als menschliche Versuchsobjekte im KZ&amp;#039;&amp;#039;.], [[Thomas Kunze]], am 2. April 2004 in Potsdamer Neuste Nachrichten (online)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=131994700|VIAF=23287472}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dohmen, Arnold}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanitätsoffizier (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakteriologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1906]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1980]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Robert Koch-Institut)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Dohmen, Arnold&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Internist und Bakteriologe, der im KZ Sachsenhausen an Hepatitisexperimenten beteiligt war&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. August 1906&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Duisburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=6. März 1980&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Lage (Lippe)|Lage]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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