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	<title>Aristonikos - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Procopius: /* Vorgeschichte */</title>
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		<updated>2025-04-13T08:45:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Vorgeschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|handelt vom König von Pergamon. Zum athenischen Staatsmann siehe [[Aristonikos von Marathon]].}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aristonikos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Ἀριστόνικος|Aristónikos}}; † [[129 v. Chr.]]) war der illegitime Sohn [[Eumenes II.|Eumenes’ II.]] Nachdem der letzte König von [[Pergamon]], [[Attalos III.]], testamentarisch sein Reich an das [[Römisches Reich|Römische Reich]] vererbt hatte, führte Aristonikos einen Aufstand mit dem Ziel an, Pergamon mit ihm als König unabhängig zu halten. Auf Münzen, die er prägen ließ, nannte sich Aristonikos &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eumenes III.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aristonikos’ Beurteilung ist seit der [[Geschichtsschreibung]] der [[Antike]] widersprüchlich, was seine Ursache vor allem darin hat, dass er zahlreiche Sklaven anwarb. Ob das Ziel die Befreiung aller Sklaven war, ist unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Aufteilung der kleinasiatischen Gebiete des [[Seleukidenreich]]s wurde 188 v.&amp;amp;nbsp;Chr. durch den [[Friede von Apameia|Vertrag von Apamea]] vollendet, und die Römer belohnten ihre Verbündeten. Hauptgewinner neben Rhodos war der [[Attaliden|Attalide]] Eumenes II., dessen Reichsgebiet sich vervierfachte. Die von den Seleukiden aufgegebenen Städte wurden teils tributpflichtig, teils blieben sie tributfrei, wie [[Polybios]] berichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Polybios 21,45,2–3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Städte, die Antiochos III. Tribut entrichtet, aber Rom unterstützt hatten, blieben frei von Tributforderungen, alle Poleis aber, die einst Tribut an frühere Attaliden gezahlt hatten, entrichteten nun die gleiche Summe an Eumenes II. Ferner mussten die Städte, die zu Antiochos übergelaufen waren und ihm Tribut entrichtet hatten, diese Summen fortan an Eumenes zahlen. Ohne Tributpflicht blieben alte Verbündete, wie [[Lampsakos]], [[Troja|Ilion]], [[Alexandria Troas]], [[Kyme (Aiolis)|Kyme]] und [[Izmir|Smyrna]].&amp;lt;ref&amp;gt;Roger B. McShane: &amp;#039;&amp;#039;The Foreign Policy of the Attalids of Pergamum.&amp;#039;&amp;#039; University of Illinois Press, Urbana IL 1964, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ilion, [[Klazomenai]], [[Chios]], Smyrna, [[Erythrai]], [[Milet]] und [[Phokaia]] durften ihr Territorium erweitern.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Dittenberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Sylloge Inscriptionum Graecarum.&amp;#039;&amp;#039; Band II. 3. Auflage (SIG³), Hirzel, Leipzig 1917, Nr. 633 und Roger B. McShane: &amp;#039;&amp;#039;The Foreign Policy of the Attalids of Pergamum.&amp;#039;&amp;#039; University of Illinois Press, Urbana IL 1964, S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pergamon umfasste nun [[Lykaonien]], die beiden [[Phrygien]], [[Mysien]], [[Lydien]] und [[Ionien]], dazu die genannten Griechenstädte.&amp;lt;ref&amp;gt;Esther Violet Hansen: &amp;#039;&amp;#039;The Attalids of Pergamon&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Cornell studies in classical philology.&amp;#039;&amp;#039; Band 36). Cornell University Press, Ithaca 1971, ISBN 0-801-40615-3, S. 3 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch war diese neue Mittelmacht ein Gemisch verschiedener Völker, Institutionen und Lebensformen. Die attalidische Dynastie war einer der wenigen Faktoren, die den zentrifugalen Kräften entgegenwirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren von 180 bis 140 v.&amp;amp;nbsp;Chr. führten Eumenes und sein Nachfolger [[Attalos II.]] (159–138 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) Kriege gegen fast alle Nachbarn. Nach dem Tod Attalos’ III. sollten diese fast ausnahmslos in der „anti-attalidischen Koalition“ auftauchen. Gleichzeitig unterlag das Reich ähnlichen sozialen Entwicklungen wie Italien, wo zunehmend die „Großbetriebe“ dominierten, mit Sklavenwirtschaft und der mit ihr einhergehenden Verarmung der Bauern, sowie einem fast zwanghaft anmutenden Expansionsdrang.&amp;lt;ref&amp;gt;Franco Carrata-Thomes: &amp;#039;&amp;#039;La rivolta di Aristonico e le origini della provincia romana d’Asia.&amp;#039;&amp;#039; Giappichelli, Turin 1968, S. 7–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 168 v. Chr. verloren die Attaliden die Gunst der Römer und gerieten zusehends unter Druck. Unter Attalos III. scheint die Situation noch komplizierter geworden zu sein. Durch die Ermordung zweier Adliger machte sich der König einen Teil des Adels zum Feind. Unklar ist, ob die damit in Zusammenhang stehende innere Opposition bereits unter Führung des Aristonikos stand, oder ob er ihr überhaupt nahestand.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul François Foucart: &amp;#039;&amp;#039;La formation de la province romaine d’Asie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mémoires de l’Institut National de France.&amp;#039;&amp;#039; 37, 1904, S. 302 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Erbe ==&lt;br /&gt;
Als im Jahr 133 v.&amp;amp;nbsp;Chr. der kinderlose König Attalos III. starb, übertrug er in seinem Testament das gesamte Reich an Rom.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Dittenberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Orientis Graeci Inscriptiones Selectae&amp;#039;&amp;#039; (OGIS). Band 1. Hirzel, Leipzig 1903, S. 533–537, Nr. 338 ([https://archive.org/details/orientisgraeciin01dittuoft/page/533/mode/1up Digitalisat]); vgl. Wolfgang Zeev Rubinsohn: &amp;#039;&amp;#039;The “Bellum Asiaticum” – A Reconsideration.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Istituto Lombardo di Scienze e Lettere. Rendiconti.&amp;#039;&amp;#039; Band 107, 1973, S. 546–570, hier S. 556 zur Fälschungsdiskussion; [[Titus Livius|Livius]], &amp;#039;&amp;#039;periochae&amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv|url=http://www.livius.org/li-ln/livy/periochae/periochae056.html#58 |wayback=20160303165713 |text=58; 59  }}; [[Velleius Paterculus]] [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Velleius_Paterculus/2A*.html 2,4]; [[Appian]], &amp;#039;&amp;#039;Mithridatius&amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv|url=http://www.livius.org/ap-ark/appian/appian_mithridatic_13.html#%A762 |wayback=20120226183655 |text=62  }}; Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Tib. Gracchus&amp;#039;&amp;#039; [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Plutarch/Lives/Tiberius_Gracchus*.html 14]; [[Florus]] 2,20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Motiv könnte gewesen sein, dass er Aristonikos als Rivalen betrachtete und ihn nicht auf dem Thron sehen wollte. Dazu kam aber, dass die Abhängigkeit von Rom seit Jahrzehnten zunahm und die Handlungsspielräume der Attaliden schrumpften, so dass man vielleicht einer gewaltsamen Annexion zuvorkommen wollte. Möglicherweise gab es zudem bereits einen Präzedenzfall: im Jahr 155 v.&amp;amp;nbsp;Chr. wollte sich [[Kyrene]], das [[Ptolemaios VIII.]] angeblich 162 v. Chr. den Römern als Erbe versprochen hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Supplementum Epigraphicum Graecum]]&amp;#039;&amp;#039; (SEG) 9,7. Gegen die Echtheit des Testaments argumentiert etwa L. Criscuolo: &amp;#039;&amp;#039;I due testamenti di Tolomeo VIII Evergete II.&amp;#039;&amp;#039; In: A. Jördens, J. F. Quack (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ägypten zwischen innerem Zwist und äußerem Druck. Die Zeit Ptolemaios’ VI. bis VIII. Internationales Symposion Heidelberg 16.–19. 9. 2007&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Philippika.&amp;#039;&amp;#039; Band 45). Harrassowitz, Wiesbaden 2011, S. 123–150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rom unterstellen, doch zu dieser Zeit lehnte der Senat noch ab. Im Fall Pergamon lehnte Rom, für dessen damals zerstrittene [[Nobilität|Führungsschicht]] der Schatz des Königs ein ausschlaggebendes Mittel in ihren Machtkämpfen sein konnte (siehe [[Tiberius Sempronius Gracchus]]), nicht ab. Ob dies das entscheidende Motiv war, das Erbe anzunehmen, ist unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gruppen hinter Aristonikos – eine umstrittene Frage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cistophorus Apollonis CdM.jpg|mini|Münze ([[Cistophor]]) des Aristonikos aus Apollonia, der sich darauf nach seinem Vater Eumenes nannte: In den Windungen der beiden Schlangen stehen die Buchstaben ΒΑ ΕΥ für {{lang|grc|Βασιλεύς Εὐμένης|Basileús Euménēs|de=König Eumenes}}]]&lt;br /&gt;
Das Testament selbst gab die Anfänge des Krieges vor. Sowohl Pergamon als auch die griechischen Städte sollten frei sein. Das Königsland und alles Gebiet der Untertanen sollte aber an Rom gehen. Daher sahen die Städte zunächst kaum Anlass, Aristonikos zu unterstützen. Nur in Phokaia gelang es seinen Anhängern, die Herrschaft an sich zu reißen. Hauptunterstützer waren aber die Armee und Teile der Flotte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Strabon]] 14,1,38; G. Lafaye: &amp;#039;&amp;#039;Inscriptiones Graecae ad Res Romanas Pertinenentes&amp;#039;&amp;#039; (IGRR). IV, Paris 1927, S. 292; Charles Bradford Welles: &amp;#039;&amp;#039;Royal Correspondence in the Hellenistic Period.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, New Haven 1934, S. 188-279 und Esther Violet Hansen: &amp;#039;&amp;#039;The Attalids of Pergamon&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Cornell studies in classical philology.&amp;#039;&amp;#039; Band 36). Cornell University Press, Ithaca 1971, S. 185–187.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[Hofpartei]] samt großer Teile der bei Hof Beschäftigten schloss sich ihm an, da sie ihre Entmachtung und möglicherweise Enteignung oder gar Verbannung fürchteten. Dagegen konnten sich die Küstenstädte durchaus Handelsvorteile versprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Tiberius Gracchus&amp;#039;&amp;#039; 13,14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aristonikos war mit seiner Flotte zunächst recht erfolgreich und genoss Unterstützung durch die Bürger der Hauptstadt und die griechischen [[Polis|Poleis]] der Küstenstädte, mit Ausnahme von [[Ephesos]]. Es gelang ihm die Besetzung von [[Samos]], [[Kolophon]] und [[Myndos]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Florus]] 1,35,4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch verlor er die entscheidende Seeschlacht gegen die Flotte der Stadt Ephesos bei [[Kyme (Aiolis)|Kyme]], wodurch die Anzahl seiner Verbündeten schrumpfte. Darauf musste sich Aristonikos auf einen Landkrieg verlegen und schlug sein Hauptquartier im Raum [[Thyateira|Thyatira]], [[Apollonis]], [[Stratonikeia (Karien)|Stratonikeia]] auf. Hauptrekrutierungsgruppen für seine Armee waren wohl Thraker,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Valerius Maximus]] 3,2,12; Frontinus 4,5,16; [[Orosius]] 5,10.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mysier und [[Karer]], vielleicht auch Galater, Lyder, Makedonen – und möglicherweise schon jetzt Arme und Sklaven. Die Thraker besiegten das Heer der Römer unter dem Konsul [[Publius Licinius Crassus Dives Mucianus|Crassus]], eine Schlacht, in der auch König [[Ariarathes V.]] ums Leben kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da um das thrakische [[Lysimacheia (Thrakien)|Lysimacheia]] pergamenischer Besitz bestand, hatten hier die Könige bereits früher auf thrakische Soldaten zurückgegriffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bengtson, S. 227–232.&amp;lt;/ref&amp;gt; Thraker brachten auch die Stadt [[Sestos]] in große Bedrängnis.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Dittenberger: &amp;#039;&amp;#039;Orientis Graeci Inscriptiones Selectae&amp;#039;&amp;#039; (OGIS). Band 1. Hirzel, Leipzig 1903, S. 537–544, Nr. 339 ([https://archive.org/details/orientisgraeciin01dittuoft/page/537/mode/1up Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann Aristonikos diese Armee und weitere Rekruten gewann, bleibt unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch undeutlicher ist die Rolle der Bewohner von Mysia Abbaitis und [[Karien]]. Sie sollten erst in der zweiten Phase des Krieges deutlicher in Erscheinung treten, als möglicherweise im Verlauf des Rückzugs ins Landesinnere das Hauptquartier nach Stratonikeia verlegt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Collins: &amp;#039;&amp;#039;The Revolt of Aristonicus.&amp;#039;&amp;#039; University of Virginia, Charlottesville VA 1978, S. 100 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Manius Aquilius]], der [[Marcus Perperna (Konsul 130 v.&amp;amp;nbsp;Chr.)|Marcus Perperna]] im Kampf gegen Aristonikos folgte, griff hier, folgt man [[Florus]], sogar zum Mittel der Brunnenvergiftung, um sich durchzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Florus 1,35,7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Myser haben den Aufstand zumindest während der Belagerung von [[Kyzikos]] unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;IGRR&amp;#039;&amp;#039; IV 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kern des Aufstandsgebiets um Stratonikeia siedelten zahlreiche „Makedonen“, zu denen wahrscheinlich nach der [[Schlacht von Pydna]] und der Besetzung Makedoniens zahlreiche Flüchtlinge stießen. Für [[Milet]] lässt sich dies zumindest nachweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Diodor]] 32,15,4–5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Thyatira war eine makedonische Siedlung, wie [[Strabon]] berichtet, der sie eine &amp;#039;&amp;#039;katoikìa makedónon&amp;#039;&amp;#039; nennt.&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon 13,4,4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naturgemäß umstritten ist aber weniger die Frage, wer die „Makedonen“ waren, eine ethnische Gruppe oder eine Funktionsbezeichnung als Militärsiedler, als vielmehr die Frage, wer die von Strabon als „Heliopoliten“ bezeichneten „Armen und Sklaven“ waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon 14,1,38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vieldeutige Bezeichnung gab in der Forschung Anlass zu Spekulationen, und Aristonikos wurde im Nachhinein für politische Ziele vereinnahmt. [[Diodor]], der die verschollene [[Utopie]] des [[Iambulos]] zum „Sonnenstaat“ zusammenfassend überlieferte, bildete die Grundlage für Spekulationen über einen „Sonnenstaat“ des Aristonikos, in dem es keine Sklaverei und keine Ungleichheit mehr geben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor 2,55–60. Erzählt wird die Geschichte von Iambulos und seinem Begleiter, die von [[Äthiopien]] nach Süden zu den Sonneninseln segeln und dort sieben Jahre lang in einer Gesellschaft Gleicher leben, in der es keine Ausbeutung und Unterdrückung gibt, und die sich und die Insel zu Ehren der als Gott verehrten Sonne nach dieser benennen. Diodor 2,58; vgl. {{RE|IX,1|681|683|Iambulos|[[Wilhelm Kroll]]|RE:Iambulos}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Erklärung bringt die &amp;#039;&amp;#039;Heliopoliten&amp;#039;&amp;#039; mit dem Sonnengott [[Helios]] in Verbindung. Schon 1870 trug [[Karl Bücher]] die Möglichkeit einer Beeinflussung durch den Sonnengott [[Adad]] von Heliopolis ([[Baalbek]]) in [[Syrien]] vor. Dabei versuchte er die Verehrung dadurch plausibel zu machen, dass auch [[Eunus]], der sizilische Sklavenführer, eine syrische Göttin, [[Atargatis (Gottheit)|Atargatis]], verehrt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Bücher: &amp;#039;&amp;#039;Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr.&amp;#039;&amp;#039; Sauerländer, Frankfurt a. M. 1874, S. 106 ([https://archive.org/details/bub_gb_tVfXAAAAMAAJ/page/n108/mode/1up Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Rostovtzeff bot alternativ den orientalischen Sonnengott &amp;#039;&amp;#039;Helios [[Dikaiosynes]]&amp;#039;&amp;#039; an, einen „Gott der Gerechtigkeit“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rostovtzeff-637&amp;quot;&amp;gt;[[Michael Rostovtzeff]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft- und Wirtschaftsgeschichte der hellenistischen Welt.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Darmstadt 1998, S. 637.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der weitere Argumentationsgang, der Kult sei in den des &amp;#039;&amp;#039;Zeus Helipolites&amp;#039;&amp;#039; eingeflossen, überzeugt nicht, denn er lässt sich erst z.&amp;amp;nbsp;Z. des [[Gnaeus Pompeius Magnus|Pompeius]] nachweisen, als die Einflüsse der Sonnenkulte sich schon erheblich verstärkt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Collins warf eine dritte Ableitungsmöglichkeit ein, die sich auf [[Tyrimnos]] bezog, den Nationalgott von [[Thyateira]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|VII A,2|1867|1868|Tyrimneia; Tyrimnos|[[Johanna Schmidt (Geographin)|Johanna Schmidt]]||[https://elexikon.ch/RE/VIIA,2_1869.png Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinen Ehren fanden athletische Wettspiele statt, die &amp;#039;&amp;#039;[[Tyrimneia]]&amp;#039;&amp;#039; hießen. Zudem bestand dieser Kult mindestens von der Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts bis in die Zeit des Kaisers [[Severus Alexander]]. Möglicherweise ist der Gott lydischer Herkunft, was auch den Rückzug der Heliopoliten ins Hinterland erklären könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztlich bleibt unklar, ob der Aufstand sich in der Schlussphase die Befreiung aller Sklaven im Namen eines Sonnengottes zum Ziel setzte – was in der Antike einmalig wäre – oder ob nicht die Anwerbung von Sklaven nur die &amp;#039;&amp;#039;[[Ultima Ratio|ultima ratio]]&amp;#039;&amp;#039; eines Krieges auf verlorenem Posten darstellte. Die jüngste Forschung misst der Bedeutung der Sklaven eine geringere Rolle zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die letzte Etappe des Kampfes ==&lt;br /&gt;
Seine Erhebung nahm unter diesen Umständen [[sozialrevolutionär]]e Züge an; so versprach er den Sklaven die spätere Freiheit. Aristonikos rief die Unfreien und Unterdrückten zum Befreiungskampf auf und stellte der sozialen Ungerechtigkeit die Utopie eines „Sonnenstaates“ der Gerechtigkeit gegenüber. Mit seinen Anhängern, den „Heliopoliten“ (Bewohner des Sonnenstaats), plünderte er die Städte Thyatira und [[Kolophon]] und bezahlte aus der Beute ein Heer aus kleinasiatischen und thrakischen Söldnern. Der Aufstand nahm einen solchen Umfang an, dass die benachbarten griechischen Städte und Herrscher seiner nicht mehr Herr wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aristonikos gelangen zahlreichen Siege über die Römer, unter anderem über ein Heer, das vom [[Konsulat (Römisches Reich)|Konsul]] des Jahres 131 v.&amp;amp;nbsp;Chr., [[Publius Licinius Crassus Dives Mucianus]], angeführt wurde. Dieser geriet 130 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Gefangenschaft, in der er den Tod fand. Erst [[Marcus Perperna (Konsul 130 v.&amp;amp;nbsp;Chr.)|Marcus Perperna]] gelang es 129 v.&amp;amp;nbsp;Chr., Aristonikos einzuschließen, zur Kapitulation zu zwingen und gefangen zu nehmen. Aristonikos starb im selben Jahr in Gefangenschaft. Seiner Bewegung fehlte die Unterstützung der griechischen Städte Kleinasiens, da diese durch Attalos’ Testament die Freiheit erhalten hatten und diese nicht durch einen Konflikt mit Rom riskieren wollten. Viele dieser Städte und große ländliche Gebiete wurden dennoch durch den Krieg verheert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rostovtzeff-637&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aristonikos’ Bewegung besaß eine große Anziehungskraft nicht nur für die armen und unfreien Schichten der Bevölkerung, sondern auch für Intellektuelle. So schloss sich ihr nach dem Untergang des [[Tiberius Sempronius Gracchus|Tiberius Gracchus]]&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Vogt: &amp;#039;&amp;#039;Sklaverei und Humanität. Studien zur antiken Sklaverei und ihrer Erforschung.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 1965, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Berater, der [[Stoa|stoische]] Philosoph [[Gaius Blossius]] aus [[Cumae]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Franco Carrata-Thomes: &amp;#039;&amp;#039;La rivolta di Aristonico e le origini della provincia romana d’Asia.&amp;#039;&amp;#039; Giappichelli, Turin 1968.&lt;br /&gt;
* Frank Collins: &amp;#039;&amp;#039;The Revolt of Aristonicus.&amp;#039;&amp;#039; University of Virginia, Charlottesville VA 1978 (Thesis, Ph.&amp;amp;nbsp;D.).&lt;br /&gt;
* [[Frank Daubner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bellum Asiaticum. Der Krieg der Römer gegen Aristonikos von Pergamon und die Einrichtung der Provinz Asia.&amp;#039;&amp;#039; Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0625-0 ([http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2006-3-161 Rezension bei H-Soz-Kult]).&lt;br /&gt;
* Paul François Foucart: &amp;#039;&amp;#039;La formation de la province romaine d’Asie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Académie des Inscriptions et Belles-Lettres. Mémoires de l’Institut National de France.&amp;#039;&amp;#039; Band 37, 1904, S. 297–339 ([https://www.persee.fr/doc/minf_0398-3609_1904_num_37_1_1583 online]).&lt;br /&gt;
* [[Heinz Kreißig]]: &amp;#039;&amp;#039;Aristonikos.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Johannes Irmscher]], [[Renate Johne]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der Antike]].&amp;#039;&amp;#039; Bibliographisches Institut, Leipzig 1990, ISBN 3-323-00026-9.&lt;br /&gt;
* Roger B. McShane: &amp;#039;&amp;#039;The Foreign Policy of the Attalids of Pergamum&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Illinois Studies in the Social Sciences.&amp;#039;&amp;#039; Band 53). University of Illinois Press, Urbana IL 1964, {{ISSN|0073-5183}}.&lt;br /&gt;
* [[Christian Mileta]]: &amp;#039;&amp;#039;Eumenes III. und die Sklaven. Neue Überlegungen zum Charakter des Aristonikosaufstandes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Klio (Zeitschrift)|Klio]].&amp;#039;&amp;#039; Band 80, 1998, S. 47–65.&lt;br /&gt;
* Vladimir Vavrinek: &amp;#039;&amp;#039;Aristonicus of Pergamon, pretender to the throne or leader of a slave revolt?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Eirene&amp;#039;&amp;#039; 13, 1975, {{ISSN|0046-1628}}, S. 109–129.&lt;br /&gt;
* {{RE|II,1|962|964|Aristonikos 14|[[Ulrich Wilcken]]|RE:Aristonikos 14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118938789|LCCN=n2004023199|VIAF=42637205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Attalide]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:König (Pergamon)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 2. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 129 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Aristonikos&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Eumenes III.&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=König von Pergamon&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=129 v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Procopius</name></author>
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