<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ariernachweis</id>
	<title>Ariernachweis - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ariernachweis"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ariernachweis&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T21:55:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ariernachweis&amp;diff=71018&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernd Rohlfs: /* Bundesarchiv */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ariernachweis&amp;diff=71018&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-06T11:54:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bundesarchiv&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Genealogical table for evidence of Aryan ancestry.jpg|mini|„Ahnentafel zum Nachweis arischer Abstammung für fünf Generationen“, herausgegeben im Auftrag des Dithmarscher Geschlechterbundes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lebenslauf einer medizinischen Inauguraldissertation, Deutschland 1937.jpg|mini|Lebenslauf in einer medizinischen Dissertation aus der Zeit des Nationalsozialismus (1937)]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ariernachweis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war im [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschland]] von 1933 bis 1945 für bestimmte Personengruppen (insbesondere Mitglieder der [[Schutzstaffel|SS]], Beamte, öffentlicher Dienst, Ärzte, Juristen, Wissenschaftler deutscher [[Hochschule]]n, umgesiedelte und neu eingebürgerte [[Volksdeutsche]]) ein von Staats- und Regierungsbehörden geforderter Nachweis (beglaubigte Ahnentafel) einer „rein [[Arier|arischen]] [[Abstammung]]“ aus der „arischen [[Volksgemeinschaft]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ariernachweis begann die Ausgrenzung von „Nichtariern“, vor allem [[Juden]], „[[Zigeuner]]n“, die über die Aberkennung ihrer [[Bürgerrecht]]e und Ausgrenzung bis zur [[Vertreibung]], [[Ghettoisierung]], [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] und staatlich organisierten [[Massenmord|Massenermordung]] in [[Konzentrationslager]]n ([[Holocaust]] und [[Völkermord an den Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus|NS-Völkermord an den Sinti und Roma]]) (1941–1945) führte. Dagegen galt „ein Engländer oder Schwede, ein Franzose oder Tscheche, ein Pole oder Italiener … als verwandt, also als arisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ariernachweise verlangten auch Berufsverbände, die [[Reichskulturkammer]] für alle künstlerisch Tätigen, ferner viele Unternehmen und ein Teil der Kirchen als Zugangsvoraussetzung für eine Anstellung sowie die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] für die Aufnahme als Parteimitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Das [[25-Punkte-Programm]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] von 1920 zeigte bereits, gegen wen der [[Rassismus]] der Nationalsozialisten primär gerichtet sein würde: Es verlangte die Ausweisung aller seit 1914 eingewanderten Juden und den Entzug der [[Bürgerrecht]]e für alle deutschen Juden. Es nutzte die Begriffe „Arier“ und „Nichtarier“ jedoch nicht, sondern schloss Personen aus, die nicht „[[Deutschblütig|deutschen Blutes]]“ sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.documentarchiv.de/wr/1920/nsdap-programm.html |titel=documentArchiv.de - Das 25-Punkte-Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (24.02.1920) |abruf=2024-01-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von (Nicht-)„Ariern“ und sogar von einem „Ariernachweis“ sprach man zu diesem Zeitpunkt bereits beim [[Adelsprüfungsausschuss]] der [[Deutsche Adelsgenossenschaft|Deutschen Adelsgenossenschaft]], der damals größten Adelsvereinigung, die seit 1920 arische Abstammung als Voraussetzung für die Mitgliedschaft festschrieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Malinowski: &amp;#039;&amp;#039;Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, in: &amp;#039;&amp;#039;Elitenwandel in der Moderne&amp;#039;&amp;#039;; 4, Akademie-Verlag, Berlin 2003. ISBN 978-3-05-004840-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage des Ariernachweises im reichsrechtlichen Sinne war Paragraph 3 (der sogenannte „[[Arierparagraph]]“) im „[[Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums]]“ vom 7. April 1933. Es war das erste rassistisch begründete Gesetz im [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]], und es bewies zugleich die Unmöglichkeit und Willkür einer rassischen Definition von „Jude“ oder „Nichtarier“. So bestimmte die erste Durchführungsverordnung vom 11. April 1933 entsprechend unklar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als nicht arisch gilt, wer von nicht arischen, insbesondere jüdischen Eltern oder Großeltern abstammt. Es genügt, wenn ein Elternteil oder ein Großelternteil nicht arisch ist. Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn ein Elternteil oder ein Großelternteil der jüdischen Religion angehört hat.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.documentarchiv.de/ns/1933/berufsbeamtentum_vo01.html &amp;#039;&amp;#039;Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. – Vom 11. April 1933.&amp;#039;&amp;#039;] documentArchiv.de&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mangels spezifischer [[Rassentheorie|Rassen]]-Merkmale für Juden wurde die [[Judentum|jüdische Religion]] als Definitionsmerkmal zu Hilfe genommen. Als arisch galt nur der, der eine Abstammung von nichtjüdischen Großeltern beweisen konnte. Von wem die Urgroßeltern abstammten und welcher Religion sie angehört hatten, ließ das Gesetz außer Betracht. Dies führte zu absurden Widersprüchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hatten jüdische Urgroßeltern ihre Kinder christlich [[taufe]]n lassen, dann waren deren Kinder und Enkel laut Gesetz „reinrassige Arier“, andernfalls waren sie „Nichtarier“. Trat ein Enkel christlicher Großeltern zum Judentum über, so waren seine Kinder und Enkel fortan ebenfalls „Nichtarier“, auch wenn ihre Vorfahren alle Christen waren. Auch ein Deutscher, dessen Eltern getaufte Christen waren, blieb „Nichtarier“, wenn nur einer seiner Großeltern Mitglied einer jüdischen Gemeinde war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bestimmte die Religionswahl im Dritten Reich über die Rassenzugehörigkeit, und das Gesetz vermehrte die Zahl der als „Juden“ definierten Personen. Für den Nachweis „arischer“ Abstammung reichte weder eine generationenlange Ansässigkeit und Zugehörigkeit zu einem der Völker vor allem Nordeuropas, die als „arische Völkergemeinschaft“ definiert wurde, noch ein den Ariern von Rassisten zugeschriebenes Aussehen, eine Charaktereigenschaft, ein Verhalten oder eine Leistung. Damit bewies das Gesetz selbst die Unmöglichkeit, „Rasse“ zur objektiven Eigenschaft zu machen und nachprüfbar festzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine ideologische Basis waren [[Rassentheorien]], die Vertreter wie [[Arthur de Gobineau]], [[Karl Eugen Dühring]], [[Houston Stewart Chamberlain]], [[Ernst Haeckel]] und andere seit etwa 1860 formuliert und propagiert hatten. Diese bezogen den aus der [[Sprachwissenschaft]] stammenden Arierbegriff für die Sprachfamilie der [[Indogermanen]], den die Rassenkunde nicht kennt, auf eine angebliche nordische Rasse, um so ein Kriterium zu [[Diskriminierung]], Ausgrenzung und Vertreibung der jüdischen Minderheit aus dem eigenen [[Volkstum]] zu gewinnen (siehe dazu [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Durchführung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ariernachweis 13.jpg|mini|Ariernachweis (Vor- und Rückseite) von 1943]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Kleiner Ariernachweis}} „Kleiner Ariernachweis“ ===&lt;br /&gt;
Der Nachweis der „arischen“ [[Abstammung]] erfolgte durch die Vorlage von sieben [[Geburtsurkunde|Geburts-]] oder Taufurkunden (des Probanden, der Eltern und der vier Großeltern) sowie drei [[Personenstandsurkunde|Heiratsurkunden]] (der Eltern und Großeltern). Diese mussten von [[Pastor]]en, [[Standesamt|Standesbeamten]] oder [[Archivar]]en offiziell [[Beglaubigung|beglaubigt]] worden sein. Ersatzweise konnten ein beglaubigter [[Ahnenpass]] oder eine beglaubigte [[Ahnentafel]] vorgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Überprüfung dieser Vorlagen mussten die deutschen Kirchen mitwirken, indem katholische Diözesen und evangelische Pfarrämter den Staatsbehörden ab April 1933 Auskünfte aus ihren [[Kirchenbuch|Kirchenbüchern]] erteilten, die vor das 18. Jahrhundert zurückreichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Lill: Rezensionsnotiz zu Gailus: &amp;#039;&amp;#039;Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im „Dritten Reich“&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&amp;#039;&amp;#039;, 27. Dezember 2008&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gaben den Staatsbehörden auf Einzelnachfrage Auskunft; die Kirchenverwaltungen ließen dazu eigene Formulare drucken.&amp;lt;ref&amp;gt;So zum Beispiel die katholischen Bistümer Bayerns ab 1938, um einen direkten Zugriff auf die kirchlichen Archive durch staatliche Stellen zu vermeiden, siehe Peter Pfister: {{Webarchiv|url=http://www.archivtag.de/at2005/abstract_pfister.pdf |wayback=20100702201519 |text=&amp;#039;&amp;#039;Selbstbehauptung, Kooperation und Verweigerung. Ariernachweise und katholische Pfarrarchive in Bayern&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-07-11 16:17:55 InternetArchiveBot }} (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne, vor allem den [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] zugehörige oder nahestehende Pfarrer suchten von sich aus nach Christen jüdischer Abstammung in ihren Tauf- und Trauregistern und meldeten sie den Behörden.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Gailus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im „Dritten Reich“.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird geschätzt, dass der „[[Arierparagraph]]“ im Sommer 1933 etwa zwei Millionen Angehörige der öffentlichen Verwaltung, außerdem Zehntausende von Rechtsanwälten, Studenten und Angehörige aus zahlreichen Berufen der Kultur und der Wissenschaft wie [[Schriftleitergesetz|Schriftleiter]] (Journalisten) sowie Bewerber um die Mitgliedschaft in der NSDAP, SA oder SS dazu veranlasste, nach Beweisen ihrer &amp;#039;&amp;#039;arischen Abstammung&amp;#039;&amp;#039; zu suchen. Eine umfangreiche Bürokratie entstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Ina Lorenz und Jörg Berkemann: &amp;#039;&amp;#039;Die Hamburger Juden im NS-Staat 1933 bis 1938/39&amp;#039;&amp;#039;, Band I, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1811-3, S. 437.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ungeklärten Familienverhältnissen –&amp;amp;nbsp;etwa bei [[Findelkind|Findlingskindern]] oder [[Unehelichkeit|un- und außerehelichen]] Geburten&amp;amp;nbsp;– und in allen Zweifelsfällen entschied die „[[Reichsstelle für Sippenforschung]]“ im [[Reichsministerium des Innern]] über den Einzelfall. Dabei lieferten ihr Universitätsinstitute oft „erb- und rassebiologische“ Gutachten.&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahnenpass 002 anonym.png|mini|Ahnenpass: Nachweis über die Abstammung im Dritten Reich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Großer Ariernachweis}}„Großer Ariernachweis“ ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahnenpass-axb02.jpg|mini|Auszug aus einem Ariernachweis (Vordruck des [[Franz-Eher-Verlag|Zentralverlags der NSDAP Franz Eher Nachfolger GmbH]], München)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „[[Reichserbhofgesetz]]“ und die NSDAP verlangten den Nachweis der „rein arischen“ Abstammung –&amp;amp;nbsp;auch für den [[Ehepartner]]&amp;amp;nbsp;– bis 1800, für Bewerber für die [[Schutzstaffel|SS]] (ab &amp;#039;&amp;#039;Führer&amp;#039;&amp;#039; und/oder &amp;#039;&amp;#039;Führeranwärter&amp;#039;&amp;#039;) sogar bis 1750 zurück („großer Ariernachweis“). In dieser Ahnentafel mussten alle Vorfahren des SS-Angehörigen bzw. seiner Frau oder Braut bis frühestens 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1800 aufgelistet sein, bei Rängen ab SS-Führer aufwärts entsprechend bis 1750. Bei jeder aufgeführten Person mussten Name, Beruf, Religion und Geburts- und Sterbedatum eingetragen werden. Um die Erarbeitung der Ahnentafel musste sich der Betreffende selbst kümmern. Es wurde außerdem darum gebeten, die dafür notwendigen Geburts-, Todes- und Heiratsurkunden beizulegen und an das [[Rasse- und Siedlungshauptamt]] zu schicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier wirkten die Kirchen mit. So legte etwa die [[Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg]] eigene alphabetische Taufverzeichnisse für die Zeit von 1800 bis 1874 an –&amp;amp;nbsp;bis kurz nach der Reichsgründung, nach der staatliche Standesämter ähnliche Register führten&amp;amp;nbsp;– und führte außerdem besondere Karteien für getaufte Juden und „[[Zigeuner]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Götz Aly]], [[Karl Heinz Roth]]: &amp;#039;&amp;#039;Die restlose Erfassung&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1984, S. 70 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der [[Umsiedlung der Südtiroler]] und der [[Umsiedlung der Deutsch-Balten|Deutsch-Balten]] im Kontext der [[Heim ins Reich|Heim-ins-Reich]]-Bewegung galt ein Ariernachweis als Voraussetzung. In [[Bozen]] wurde hierzu von den NS-Behörden eine eigene &amp;#039;&amp;#039;Sippenkanzlei&amp;#039;&amp;#039; eingerichtet und vom Genealogen [[Franz Sylvester Weber]] geleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hannes Obermair]]|Titel=„Großdeutschland ruft!“ Südtiroler NS-Optionspropaganda und völkische Sozialisation – “La Grande Germania chiamaǃ” La propaganda nazionalsocialista sulle Opzioni in Alto Adige e la socializzazione ‚völkisch‘|Verlag= [[Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte]]|Ort=[[Schloss Tirol]]|Datum=2020|ISBN=978-88-95523-35-4|Seiten=44}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rassegrundsätze ==&lt;br /&gt;
Erläuterungen in einem Ahnenpass-Vordruck des Reichsverbands der Standesbeamten Deutschlands (RDSD), 31. Ausgabe (mit Sterbebeurkundungen, Verlag für Standesamtswesen G.m.b.H. Berlin SW 61):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ahnenpass 003 anonym.jpg|S. 41: „Der Rassegrundsatz/Der Begriff der arischen Abstammung“ („ein Engländer ... oder Tscheche, ein Pole ... als verwandt, also als arisch“)&lt;br /&gt;
Ahnenpass 004 anonym.jpg|S. 42–43: „Die Bestimmungen/Die Unterlagen bzw. Grundlagen des Abstammungs&amp;amp;shy;nachweises“&lt;br /&gt;
Ahnenpass 005 anonym.jpg|S. 44–45: „Aufbau der Ahnentafel/Die Ahnenaufstellung“&lt;br /&gt;
Ahnenpass 006 anonym.jpg|S. 46–47: „Die Beschaffung der Urkunden/Andere Urkunden“&lt;br /&gt;
Ahnenpass 007 anonym.jpg|S. 48: „Andere Urkunden“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Der gesetzlich geforderte Abstammungsnachweis war ein sehr wirksames Instrument der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Wer ihn nicht erbringen konnte, war damit in fast allen Bereichen der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] stigmatisiert. Damit begann das NS-Regime, die als „Voll-“, [[Jüdischer Mischling|„Halb-“ und „Vierteljuden“]] oder sonstige „Fremdrassige“ definierten Bevölkerungsgruppen, ihrer in der formal weiterhin gültigen [[Weimarer Verfassung]] garantierten [[Bürgerrechte]] zu berauben. Sie wurden in den meisten Fällen aus ihrem Beruf entlassen und durften diesen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im September 1935 die sog. [[Nürnberger Gesetze|Nürnberger Rassengesetze]] ergingen, wurde der Ariernachweis für alle Bürger des Deutschen Reichs wichtig und alltäglich.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Im Schatten der Nürnberger Gesetze&amp;#039;&amp;#039;. In: Weiss, V.: &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2013, ISBN 978-3-944064-11-6, S.&amp;amp;nbsp;151–178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Verordnungen zum [[Reichsbürgergesetz]] entzogen Juden Schritt für Schritt die Staatsbürgerrechte und machte sie zu Bürgern zweiter Klasse. Das &amp;#039;&amp;#039;[[Blutschutzgesetz]]&amp;#039;&amp;#039; verbot zudem Eheschließungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nunmehr von Millionen Deutschen zu erbringenden „Ariernachweise“ führten zu einer Zunahme der [[Genealogie]] bzw. der scheinwissenschaftlichen „[[Sippenforschung]]“, die erst 1945 ihr Ende fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesetzliche Ausgrenzung von amtlich definierten „Nichtariern“ wurde bis 1945 durch zahlreiche Folgegesetze und Verordnungen ständig verschärft und ausgedehnt. Letztlich konnte der Ariernachweis über Leben und Tod entscheiden. Ab Juni 1941 wurden die durch ihn ausgegrenzten Juden, Sinti und Roma [[Deportation deutscher Juden|deportiert]], [[ghetto]]isiert und schließlich im Holocaust und Porajmos ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ariernachweis nach 1945 ==&lt;br /&gt;
Der Ariernachweis führt auch nach 1945 noch zu Auseinandersetzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2011 begann beim Dachverband deutscher Burschenschaften eine Diskussion über die Unterteilung der Mitglieder nach „deutsch“, „abendländisch-europäisch“ und „nicht-abendländisch-europäisch“, was als ähnlich zum „Ariernachweis“ kritisiert wurde.&amp;lt;ref name=BUR1&amp;gt;{{Literatur| Autor= Nina Marie Bust-Bartels| Titel=Burschen streiten wieder über &amp;quot;Ariernachweis&amp;quot;| Sammelwerk=[[der Freitag]]| Datum=2013-05-25| Online=https://www.freitag.de/autoren/bust-bartels/burschen-streiten-wieder-ueber-ariernachweis| Abruf=2022-01-10&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 warf [[Margot Käßmann]] der [[Alternative für Deutschland|AfD]] vor, deren Forderung nach einer höheren Geburtenrate der „einheimischen“ Bevölkerung entspreche dem „kleinen Arierparagraphen“ der Nationalsozialisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KAS1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/05/2017_05_26_2|titel=Käßmann nutzt Bibelarbeit zu Attacke gegen AfD|hrsg=Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers|datum=2017-05-26|archiv-url=https://web.archive.org/web/20170527193221/https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/05/2017_05_26_2|archiv-datum=2017-05-27|abruf=2022-01-10|zitat=Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies führte zu einer Auseinandersetzung mit den Publizisten [[Henryk M. Broder]] und [[Roland Tichy]] sowie der AfD.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KAS2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Boris Rosenkranz| Titel=AfD, Broder und Tichy verleumden Margot Käßmann als Rassistin| Sammelwerk=[[Übermedien]]| Datum=2017-05-29| Online=https://uebermedien.de/16125/afd-broder-und-tichy-verleumden-margot-kaessmann/| Abruf=2022-01-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bundesarchiv ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] gibt es keine Archivierung von Ariernachweisen, da es zur Zeit ihrer aktiven Verwendung keine zentrale Erfassung gab.&amp;lt;ref name=BUA1&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Babette Heusterberg|url=https://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/abteilungen/abtr/5.pdf|titel=Personenbezogene Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus|hrsg=Bundesarchiv|format=PDF|archiv-url=https://web.archive.org/web/20030818170442/https://www.bundesarchiv.de/imperia/md/content/abteilungen/abtr/5.pdf|archiv-datum=2003-08-18 |abruf=2022-01-10|zitat=Abdruck in: HEROLD-Jahrbuch. Neue Folge. Verlag Degener &amp;amp; Co, Neustadt a. d. Aisch, 2000, S. 147–186.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bundesarchiv übernahm die Bestände des [[Berlin Document Center]] 1994. Babette Heusterberg, die im Bundesarchiv das Document Center verwaltete, schrieb 2000 über die sog. Ariernachweise: {{&amp;quot;|Dabei ist klarzustellen, daß es die oft angefragte “Zentrale Archivierung von Ariernachweisen” nie gegeben hat. Auf Grund der Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 und zahlreicher anderer Gesetze und Rechtsverordnungen, z. B. für Beamte, oder gemäß spezieller Anordnungen der NSDAP und ihrer Gliederungen wurde von “deutschen Volksgenossen” ein Abstammungsnachweis verlangt. Der Abstammungsnachweis, d. h. der “Ariernachweis” konnte bei den entsprechenden Stellen durch Vorlage eines sogenannten Ahnenpasses bzw. ersatzweise auch durch die jeweilige Vorlage entsprechender Personenstandsurkunden oder polizeilich beglaubigter Abschriften dieser Urkunden beigebracht werden. Unterschieden wurde zwischen dem “kleinen Abstammungsnachweis” bis zur Großelterngeneration und dem “großen Abstammungsnachweis” zurück bis zu der am 1. Januar 1800 lebenden Ahnenreihe. Im Ahnenpass wurden die personenstandsrechtlichen Eintragungen direkt durch den Standesbeamten oder den Kirchenbuchführer vorgenommen. Er sollte so den Nachweis der “arischen Abstammung” erleichtern, welcher häufig von ein und derselben Person in mehreren Fällen gegenüber verschiedenen Stellen geführt werden musste. Folglich ist dieser grundsätzlich im Besitz der Familien zu suchen.}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;BUA1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste antijüdischer Rechtsvorschriften im Deutschen Reich 1933–1945]]&lt;br /&gt;
* [[Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe]]&lt;br /&gt;
* [[Deutschblütigkeitserklärung]]&lt;br /&gt;
* [[Limpieza de sangre]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eric Ehrenreich: &amp;#039;&amp;#039;The Nazi Ancestral Proof. Genealogy, Racial Science, and the Final Solution.&amp;#039;&amp;#039; Indiana University Press, Bloomington IN 2007, ISBN 978-0-253-34945-3.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Gailus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im „Dritten Reich“&amp;#039;&amp;#039;. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-55340-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19400004&amp;amp;seite=00001063 &amp;#039;&amp;#039;Verordnung über den Nachweis deutschblütiger Abstammung vom 1. August 1940.&amp;#039;&amp;#039;] auf der Seite der Österreichischen Nationalbibliothek&lt;br /&gt;
* [http://www.zum.de/Faecher/G/BW/neuzeit/zwanz/ns/arier.htm &amp;#039;&amp;#039;Virtuelles Museum für den Geschichtsunterricht&amp;#039;&amp;#039; mit Originaldokumenten zum Ariernachweis.] Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM) im Internet e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
* Hans-Peter Wessel: [http://www.gendat.de/index.htm?/krieg.html &amp;#039;&amp;#039;„Kriegswichtige Ahnenforschung“ während der NS-Zeit&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Steinburger Jahrbuch]]&amp;#039;&amp;#039;, 1996, &amp;#039;&amp;#039;Genealogische Homepage – Hans-Peter Wessel&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genealogisches Dokument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Privatrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1930er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1940er]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernd Rohlfs</name></author>
	</entry>
</feed>