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	<title>Aribert Heim - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hozro: Die letzte Textänderung von ~2026-25126-30 wurde verworfen und die Version 263824687 von 5glogger wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2026-04-24T20:17:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-25126-30&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-25126-30&quot;&gt;~2026-25126-30&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/263824687&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/263824687&quot;&gt;263824687&lt;/a&gt; von 5glogger wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aribert Ferdinand Heim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[28. Juni]] [[1914]] in [[Bad Radkersburg|Radkersburg]], [[Österreich-Ungarn]];&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;&amp;gt;Taufbuch Bad Radkersburg, tom. XXXII, fol. 101 ([https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/graz-seckau/bad-radkersburg/15592/?pg=105 Faksimile]), abgerufen am 4. Januar 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; † amtlich: [[10. August]] [[1992]] in [[Kairo]], [[Ägypten]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://rp-online.de/panorama/deutschland/gericht-erklaert-ns-verbrecher-heim-fuer-tot_aid-14086045 Ehemaliger KZ-Arzt in Ägypten gestorben. Gericht erklärt NS-Verbrecher Heim für tot.]&amp;#039;&amp;#039; bei rp-online.de, 21. September 2012 (zuletzt abgerufen am 2. Februar 2013).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--&amp;lt;ref name=&amp;quot;zdf&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,605603,00.html &amp;#039;&amp;#039;ZDF berichtet von Tod des meistgesuchten NS-Verbrechers.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;Spiegel Online.&amp;#039;&amp;#039; 4. Februar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;) war ein österreichisch-deutscher [[Arzt]] und [[Schutzstaffel|SS]]-Mitglied. Ihm wird angelastet, als [[KZ-Arzt|Lagerarzt]] zahlreiche Häftlinge im [[KZ Mauthausen]] ermordet zu haben. Ab 1962 war Heim flüchtig und wurde per [[Internationaler Haftbefehl|internationalem Haftbefehl]] auch unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Heribert Heim&amp;#039;&amp;#039; gesucht. In Medienberichten auch als „Dr. Tod“ und „Schlächter von Mauthausen“ bezeichnet, stand er zeitweise auf Platz eins der [[Operation Last Chance#Fahndungsliste|Liste der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher des Simon Wiesenthal Centers]]. Im Februar 2009 berichteten das [[ZDF]] und die &amp;#039;&amp;#039;[[The New York Times|New York Times]]&amp;#039;&amp;#039;, dass Heim 1992 in Kairo gestorben sei. Im September 2012 [[Todeserklärung|erklärte]] das [[Landgericht Baden-Baden]] Heim für tot und stellte das Strafverfahren gegen ihn ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Baden-Baden: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.yumpu.com/de/document/view/21333407/an-alle-medienvertreter-medieninformation-vom-21092012- Medieninformation vom 21.09.2012. Strafverfahren gegen Dr. Aribert Heim wegen Verdachts des mehrfachen Mordes aufgrund Todes des Angeschuldigten eingestellt.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;yumpu.com&amp;#039;&amp;#039; ({{Webarchiv|url=http://www.landgericht-baden-baden.de/servlet/PB/menu/1160250/index.html?ROOT=1160184 |wayback=20110309042224 |text=Pressemitteilung }} auf der Homepage des Landgerichts Baden-Baden, nicht mehr abrufbar), abgerufen am 1. November 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Aribert Heim wurde am 28. Juni 1914 als Sohn des [[Bundesgendarmerie|Gendarmerie-Bezirksinspektors]] Josef Ferdinand Heim und dessen Ehefrau Anna (geborene Puffinger [[recte]] Pufing) in Radkersburg geboren und am 8. Juli 1914 auf den Namen Aribert Ferdinand getauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;/&amp;gt; Sein Zwillingsbruder starb noch bei der Geburt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;/&amp;gt; Nach dem Besuch der Volksschule seines Heimatortes und der Mittelschule in [[Graz]], wo er am 25. Mai 1926 auch gefirmt wurde,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taufbuch&amp;quot;/&amp;gt; beendete er seine allgemeine Schullaufbahn mit dem Erwerb des [[Reifezeugnis]]ses.&amp;lt;ref&amp;gt;Biographische Angaben bei Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 71, 329–335.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits in den 1920er Jahren trat er sportlich in Erscheinung und war etwa 1927 Teilnehmer und Sieger eines vom Radfahrerverein – dessen Mitglied er zu dieser Zeit allerdings nicht war – organisierten Hindernisrennens in Radkersburg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|gtb|04|08|1927|13|Aus den Alpenländern. Radkersburg.}}, abgerufen am 4. Januar 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits als Schüler war Heim [[Leichtathletik|leichtathletisch]] aktiv und gehörte der Leichtathletiksektion des [[Grazer AK|Grazer AC]] an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GAK + Cricket&amp;quot;&amp;gt;{{ANNO|wst|13|02|1932|9|Leichtathletik.}}, abgerufen am 4. Januar 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch während seiner Schulzeit wurde er steirischer Meister im Diskuswurf und setzte seine Leichtathletiklaufbahn während seines Studiums in Wien beim [[Vienna Cricket and Football-Club]] fort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GAK + Cricket&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|wst|21|11|1932|7|Klubmeister und Klubrekorde der Cricketer.}}, abgerufen am 4. Januar 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1931 studierte er an der [[Universität Wien]], legte dort das [[Latinum]] ab und nahm 1933 ebenfalls in Wien ein [[Studium der Medizin]] auf. 1937 wechselte er an die [[Universität Rostock]].&amp;lt;ref&amp;gt;Im [[Rostocker Matrikelportal]] nicht nachweisbar&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jänner 1940 wurde Heim in Wien zum Doktor der Medizin [[Promotion (Doktor)|promoviert]]; zugleich erfolgte seine ärztliche [[Approbationsordnung|Bestallung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 war Heim in die zu dieser Zeit in Österreich illegale [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und die [[Sturmabteilung|SA]] eingetreten. Nach dem „[[Anschluss Österreichs]]“ an den [[NS-Staat]] wurde er am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1938 Mitglied der [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 367.744),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/529832&amp;lt;/ref&amp;gt; beantragte am 19. Juni 1938 die reguläre Aufnahme in die [[NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 6.116.098).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14261625&amp;lt;/ref&amp;gt; Als SS-Mitglied besuchte Heim auch die [[Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei#Medizinische Akademie der SS|Medizinische Akademie der SS]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0, S. 238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverbrechen als Lagerarzt ===&lt;br /&gt;
Im April 1940 meldete sich Heim freiwillig zur [[Waffen-SS]]. Nach der Rekrutenausbildung war er ab August 1940 beim Sanitäts-Ersatz-Bataillon der [[SS-Verfügungstruppe]] in Prag stationiert. Ab April 1941 wurde er beim [[Inspektion der Konzentrationslager|Inspekteur der Konzentrationslager]] (IKL) geführt. Heim war zunächst Lagerarzt im [[KZ Sachsenhausen]] und wechselte im Juni 1941 in gleicher Funktion in das [[KZ Buchenwald]] sowie im Juli 1941 in das [[KZ Mauthausen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 73, 329.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 192-188, KZ Mauthausen, Bau des Appellplatzes.jpg|mini|hochkant|KZ Mauthausen (1940)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenhändige Einträge im Mauthausener Operationsbuch dokumentieren mindestens 243 Operationen Heims an Häftlingen im Oktober und November 1941. Nach Zeugenaussagen eines Revierschreibers und eines Operationsgehilfen soll Heim gemeinsam mit dem Lagerapotheker [[Erich Wasicky]] hundertfach Juden durch [[intrakardial]]e Giftinjektionen, etwa mit [[Phenol]], ermordet haben. Zudem soll Heim zu Übungszwecken, aus Langeweile oder [[Sadismus]] Häftlingen bei Operationen Organe entnommen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; S. 37f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben der Gedenkstätte Mauthausen operierte Heim ungefähr 220 Häftlinge, zum Teil mehrfach. Laut dem Mauthausener Sterberegister starben hiervon 53 Häftlinge in den 30 Tagen nach der Operation. Zeugenaussagen lasten Heim Morde an weiteren, zuvor nicht operierten Häftlingen an.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Häftlingen, die eine Operation Heims überlebten, gehörte [[Otto Peltzer]], ein mehrfacher deutscher Leichtathletikmeister, der wegen seiner Homosexualität inhaftiert war.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Spanier [[Marcelino Bilbao]] war eines seiner Opfer: Zuerst zog er sechs Wochen lang Blut, dann injizierte er ihm eine mysteriöse Flüssigkeit, die seinen Körper lähmte. Wie lange Heim Lagerarzt in Mauthausen war, ist nicht gesichert bekannt. Nach Heims eigenen Angaben war er am 24. November 1941 in ein SS-Lazarett in Wien versetzt worden; später sei er [[Musterung]]sarzt bei verschiedenen SS-Ergänzungsämtern gewesen. Nach Aussagen von Marcelino Bilbao&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Galparsoro, Etxahun, 1980- |Titel=Bilbao en Mauthausen : memorias de supervivencia de un deportado vasco |Auflage=1. ed |Verlag=Crítica |Ort=Barcelona |Datum=2020 |ISBN=978-84-9199-178-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Hans Maršálek]], ab September 1942 Häftling in Mauthausen, war Heim noch im Sommer 1942 Arzt im Mauthausener [[KZ Gusen I|Nebenlager Gusen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 78f, 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 20. Oktober 1942 war Heim Arzt bei der [[6. SS-Gebirgs-Division „Nord“]], die auf finnischer Seite am [[Fortsetzungskrieg]] gegen die Sowjetunion teilnahm. Einzelheiten zu Heims Tätigkeit in Finnland sind weitgehend unbekannt; zeitweise war er Arzt im Divisionslazarett in der Stadt [[Oulu]].&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 44–47.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Waffen-SS hatte Heim 1944 den Rang eines [[SS-Hauptsturmführer]]s erreicht. Anfang 1945 waren Heim und die SS-Division an die Westfront verlegt worden und nahmen zum Zeitpunkt der [[Ardennenoffensive]] an Kämpfen in den Vogesen teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Am 15. März 1945 wurde Heim von [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischen]] Militärs im Hunsrück gefangen genommen. Zunächst in [[Kriegsgefangene|Kriegsgefangenschaft]], war Heim ab Ende 1946 in [[Flak-Kaserne Ludwigsburg|Ludwigsburg]] und auf dem [[Festung Hohenasperg|Hohenasperg]] [[Automatischer Arrest|interniert]]. Seine Entlassung erfolgte am 22. Dezember 1947 im Zuge einer [[Weihnachtsamnestie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 87, 329f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem [[Entnazifizierung]]sverfahren gab Heim am 20. März 1948 eine [[Versicherung an Eides statt|eidesstattliche Erklärung]] ab, der zufolge er gegen seinen Willen zur Waffen-SS eingezogen worden sei. „Von den verbrecherischen Absichten und Zielen der SS“ sei ihm bei seinem Eintritt in die Waffen-SS nichts bekannt gewesen, so Heim. Zugleich versicherte er, er habe „zu keinem Zeitpunkt an Aktionen, die gegen die Menschenrechte oder gegen das Völkerrecht waren, teilgenommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Eidesstattliche Erklärung Heims vom 20. März 1948, zitiert bei Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 82.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 22. März 1948 stellte die [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] in [[Neckarsulm]] das Entnazifizierungsverfahren unter Hinweis auf Heims Angaben ein. Der Kammer lag eine Auskunft des [[Berlin Document Center]]s vor, die Hinweise auf die von Heim verschwiegenen Mitgliedschaften in NSDAP und SS sowie auf seine Tätigkeit in Konzentrationslagern enthielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Spruchkammerverfahren siehe Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 81ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Entlassung aus der Internierung arbeitete Heim im Bürgerhospital im hessischen [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]]; gleichzeitig spielte er in der Saison [[Deutsche Eishockey-Meisterschaft 1948|1947/48]] Eishockey für den [[Rote Teufel Bad Nauheim|VfL Bad Nauheim]] und wurde Deutscher Vizemeister. Bereits im Jahr 1938 und auch während seiner Tätigkeit im KZ Mauthausen hatte Heim für den Wiener Club [[EK Engelmann Wien|EK Engelmann]] Eishockey gespielt und war mit dem Verein [[Deutsche Eishockey-Meisterschaft 1938/39|1939]] Deutscher Meister geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 88ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in der Zeit seiner [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum [[Doktor der Medizin]] war Heim als Eishockeyverteidiger im Einsatz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eishockey Österreich&amp;quot;&amp;gt;{{ANNO|vob|03|02|1940|7|SPORT IN KÜRZE – Wiener Eishockeyspieler zum Doktor promoviert.}}, abgerufen am 4. Januar 2024&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit seinem Klub wurde er zweimal Österreichischer Meister und bekam 1939 die Sportehrennadel der Stadt Wien verliehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eishockey Österreich&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 1949 heiratete Heim Friedl Bechtold und ließ sich als Arzt in [[Mannheim]] nieder. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Aribert Christian, geboren 1949, und Rüdiger, geboren 1955. 1953 absolvierte Heim seine [[Facharzt]]prüfung; im folgenden Jahr zog er nach Baden-Baden, wo er im November 1955 eine Praxis als [[Gynäkologie|Gynäkologe]] eröffnete. Zwischen August 1960 und Dezember 1961 war Heim als [[Vertragsarzt|Kassenarzt]] zugelassen. Nach Polizeiermittlungen soll Heim während seiner Zeit in Baden-Baden auch als Pharma-Vertreter tätig gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klemp100&amp;quot;&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 100.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dezember 1956 legte er nach mehrfachen Bemühungen seine [[österreichische Staatsbürgerschaft]] ab und nahm die [[deutsche Staatsangehörigkeit]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 119f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haftbefehle und Flucht ===&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf die Beteiligung Heims an Verbrechen im KZ Mauthausen hatten sich im Jänner 1946 bei der Vernehmung eines befreiten Häftlings durch US-Ermittler in Wien ergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Februar 1948 wandte sich ein Zeuge unter Angabe des Namens &amp;#039;&amp;#039;Heim&amp;#039;&amp;#039; an den Wiener Eishockeyverband; im März leitete die Wiener Staatsanwaltschaft ein Vorermittlungsverfahren ein. Im Mai 1948 erhielten die Ermittlungsbehörden einen Hinweis, dass Heim in Bad Nauheim gesehen worden sei. Nach der Befragung weiterer Zeugen erließen die österreichischen Behörden am 28. März 1950 einen Haftbefehl gegen Heim, der mit dem Vornamen &amp;#039;&amp;#039;Heribert&amp;#039;&amp;#039; und dem Geburtsort &amp;#039;&amp;#039;Ingstfeld&amp;#039;&amp;#039; unzutreffende Angaben enthielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 97ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mai 1951 entschied das [[Bundesministerium für Inneres|österreichische Innenministerium]], dass Heim entgegen dem Antrag der Wiener Staatsanwaltschaft nicht in Westdeutschland zur Fahndung ausgeschrieben werden solle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klemp100&amp;quot; /&amp;gt; Beim deutschen Einbürgerungsverfahren Heims 1956 stand das Polizeipräsidium Mannheim in Kontakt mit österreichischen Behörden, ohne dass dies zur Festnahme Heims führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein zweiter, im Juli 1957 vom [[Landesgericht für Strafsachen Wien]] erlassener Haftbefehl war auf Österreich beschränkt und enthielt weiterhin die unzutreffenden Angaben des Haftbefehls von 1950.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 101f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 1961 wandte sich die [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg]] an die österreichischen Behörden, um Heim anhand von Lichtbildern identifizieren zu lassen. Zwei Zeugen erkannten Heim wieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. September 1962 tauchte Heim unter. Am Vortag hatte das [[Amtsgericht Baden-Baden]] einen Haftbefehl erlassen, demzufolge Heim „dringend verdächtig“ ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=er habe als SS-Lagerarzt des früheren Konzentrationslagers Mauthausen/Österreich in den Jahren 1941 und 1942 eine grössere genau noch nicht feststehende Zahl von Häftlingen dieses Lagers – darunter auch Juden – bewusst dadurch getötet, dass er ihnen mit einer Spritze Benzin (Petroläther) oder Chlormagnesium unmittelbar in das Herz gespritzt habe, worauf jeweils sofort der Tod der Häftlinge eingetreten sei. Bei einzelnen Häftlingen habe er neben den Einspritzungen noch Operationen ausgeführt, obwohl er hierzu eine noch nicht genügende Ausbildung und Erfahrung gehabt habe. Dabei habe er wiederholt die Bauchhöhle geöffnet und innere Organe herausgenommen und anschliessend durch Spritzen die jeweiligen Häftlinge getötet.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Haftbefehl des Amtsgerichts Baden-Baden, zitiert bei Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 116.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Flucht hatte Heim im Mai 1962 dem Frankfurter Rechtsanwalt [[Fritz Steinacker]] eine Vollmacht erteilt. Steinacker erklärte im April 1977, dass die Einnahmen aus einem im Jahr 1958 von Heim erworbenen Mietshaus im Berliner Stadtteil [[Berlin-Moabit|Moabit]] dem Flüchtigen zufließen würden. Nach Hinweisen von [[Simon Wiesenthal]] und der jüdischen Gemeinde in Berlin leitete der Berliner Justizsenator [[Peter Ulrich (Politiker)|Peter Ulrich]] ein Spruchkammerverfahren gegen Heim ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 161ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rechtliche Grundlage war das nur in Berlin gültige &amp;#039;&amp;#039;[[Zweites Gesetz zum Abschluss der Entnazifizierung|Zweite Gesetz zum Abschluss der Entnazifizierung]]&amp;#039;&amp;#039; von 1955. Die Mieter des Hauses unterstützten die Forderung nach Enteignung durch einen [[Mietstreik]] und weigerten sich, die Miete an den Bevollmächtigten Heims zu zahlen. Im Juni 1979 verurteilte eine Berliner Spruchkammer Heim zu einer Geldstrafe von 510.000 Deutschen Mark, da er durch mindestens 100 Morde an Häftlingen im KZ Mauthausen die Herrschaft des Nationalsozialismus in besonderer Weise gefördert habe. Dabei sah die Spruchkammer das Mordmerkmal der [[Heimtücke]] als erfüllt an, da Heim die Häftlinge über seine Absichten getäuscht habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 182; {{Der Spiegel |ID=40349658 |Titel=Spezielle Note |Jahr=1979 |Nr=25 |Seiten=98–101 |Kommentar=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vollstreckung der in der Berufung bestätigten Geldstrafe war zunächst unmöglich, da das [[Landgericht Baden-Baden]] zugleich eine Beschlagnahme von Heims Vermögen verfügt hatte. Nach langwierigen Verhandlungen der beteiligten Behörden wurde das Haus 1988 verkauft. Aus dem Verkaufserlös wurde die Geldstrafe beglichen; der durch zwischenzeitlich eingetretene Wertsteigerungen erzielte Mehrerlös wurde auf ein [[Anderkonto|Notaranderkonto]] eingezahlt, das beschlagnahmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Jänner 1986 wurde in der Sendung [[Aktenzeichen XY … ungelöst]] (Folge 182, Fall 7) öffentlich nach Aribert Heim gesucht. Das Schwurgericht Baden-Baden hatte ihn wegen eines Mordprozesses zur Fahndung ausschreiben lassen. Zuständig war damals das Landeskriminalamt Stuttgart. Das Justizministerium von Baden-Württemberg hatte zudem eine Belohnung von 30.000 Deutschen Mark ausgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt,&amp;#039;&amp;#039; S. 189–193.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationale Suche ===&lt;br /&gt;
Heim wurde aufgrund des Haftbefehls von 1962 international gesucht. Für seine Ergreifung hatte der deutsche [[Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof|Generalbundesanwalt]] 1995 eine Belohnung von umgerechnet 130.000 [[Euro]] ausgesetzt, ein amerikanischer Geschäftsmann zusätzliche 130.000 Euro. 2007 hatte auch das [[Bundesministerium für Justiz|österreichische Justizministerium]] erstmals 50.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ausforschung, Ergreifung und Verurteilung Heims führen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/78607_Aribert-Heim-50.000-Euro-Belohnung.html &amp;#039;&amp;#039;Aribert Heim: 50.000 Euro Belohnung.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Wiener Zeitung]], 18. Juli 2008 (Abgerufen am 3. Juli 2011)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmj.gv.at/_cms_upload/_docs/auslobung.pdf Auslobung], [[Bundesministerium für Justiz]], Wien, Juli 2007 (Seite abgerufen am 20. August 2007)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jänner 2005 stellte das [[Simon Wiesenthal Center|Simon-Wiesenthal-Zentrum]] die &amp;#039;&amp;#039;[[Operation Last Chance]]&amp;#039;&amp;#039;, mit der die letzten noch lebenden NS-[[Kriegsverbrecher]] gefasst werden sollen, in Deutschland vor. Der Leiter des Zentrums in Jerusalem, [[Efraim Zuroff]], ging dabei auch auf den ungeklärten Verbleib Heims ein. Nach Angaben des Historikers [[Stefan Klemp]], der für das Simon-Wiesenthal-Zentrum an der Suche nach Heim beteiligt war, hatten Beamte des [[Landeskriminalamt Baden-Württemberg|Landeskriminalamts Baden-Württemberg]] das Simon-Wiesenthal-Zentrum im November 2004 gebeten, die Fahndung nach Heim durch eine „möglichst große Medienaktion zu unterstützen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; Klemp schätzt die Rolle der Medien bei der Suche nach Heim ambivalent ein: Einerseits hätten Veröffentlichungen wie beispielsweise der Artikel des [[Der Spiegel|&amp;#039;&amp;#039;Spiegels&amp;#039;&amp;#039;]] im August 2005&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=41583094 |Autor=Georg Bönisch, Markus Deggerich, Georg Mascolo, Jörg Schmitt |Titel=Es geht mir gut |Jahr=2005 |Nr=35 |Seiten=44–48}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die gewünschte Öffentlichkeit hergestellt, andererseits seien durch Berichte, die teilweise von einer unmittelbar bevorstehenden Verhaftung Heims ausgingen, Fahndungsmaßnahmen erschwert oder unmöglich gemacht worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 221, 239.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ergebnislose Suche nach Heim konzentrierte sich 2005 auf Spanien, da vermutet wurde, dass der Gesuchte an der [[Costa Blanca]] lebe.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 222–230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 2006 wurde in Südamerika nach Heim gesucht. Dort war er vermutet worden, da die Tochter Heims in [[Chile]] lebt. Die Tochter bestritt, jemals Kontakt zu ihrem Vater gehabt zu haben. Im Oktober 2007 hielt die &amp;#039;&amp;#039;Operation Last Chance&amp;#039;&amp;#039; in [[Argentinien]], Chile, [[Brasilien]] und [[Uruguay]] Pressekonferenzen ab, um auf die Fahndung nach Heim aufmerksam zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 264.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im April 2008 legte das Simon-Wiesenthal-Zentrum eine neue Liste vor, auf der Heim als der weltweit meistgesuchte nationalsozialistische Kriegsverbrecher geführt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,550698,00.html &amp;#039;&amp;#039;Simon-Wiesenthal-Zentrum. „Dr. Tod“ ist der meistgesuchte Nazi-Verbrecher.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel.&amp;#039;&amp;#039; 30. April 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amtliche Todeserklärung ===&lt;br /&gt;
Laut Veröffentlichungen von [[ZDF]] und &amp;#039;&amp;#039;[[The New York Times|New York Times]]&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Februar 2009 starb Heim am 10. August 1992 in Kairo an den Folgen von [[Kolorektales Karzinom|Darmkrebs]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/politik/article3149022/KZ-Arzt-Aribert-Heim-ist-schon-lange-tot.html &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt Aribert Heim ist schon lange tot.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;Welt online.&amp;#039;&amp;#039; 4. Februar 2009 (Abgerufen am 4. Juli 2011). Siehe auch Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 291ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heim habe sich ab Februar 1963 in Ägypten aufgehalten, sei Anfang der 1980er Jahre zum Islam [[Konversion (Religion)#Islam|konvertiert]] und habe seitdem den Namen &amp;#039;&amp;#039;Tarek Hussein Farid&amp;#039;&amp;#039; getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Nicholas Kulish]], [[Souad Mekhennet]] |Titel=Dr. Tod: die lange Jagd nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher |Auflage=2. Auflage |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2015 |ISBN=978-3-406-67261-3 |Originaltitel=The Eternal Nazi |Originalsprache=en-US |Übersetzer=[[Rita Seuß]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Davor habe er dort unter seinem zweiten Vornamen als &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Heim&amp;#039;&amp;#039; gelebt. In seiner Zeit in Ägypten hatte Heim wiederholt Kontakt zu Angehörigen in Europa, so 1976 erstmals zu seinem Sohn Rüdiger. Der Sohn gab in einem Interview mit dem ZDF an, er habe erst im Jahre 1979 im Rahmen des Sühneprozesses in Berlin &amp;#039;&amp;#039;en detail&amp;#039;&amp;#039; von den Vorwürfen gegen seinen Vater erfahren. Rüdiger Heim erklärte, dass er auch nach 1979 seinen Vater mehrmals in Ägypten besucht habe; zuletzt habe er seinen Vater vor dessen Tod sechs Monate lang in Kairo gepflegt. Im Zuge der Recherchen wurde den Journalisten eine Aktentasche übergeben, die unter anderem persönliche Dokumente Heims, Verteidigungsschriften für das Berliner Verfahren von 1979 sowie von Heim verfasste [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitische]] Schriften enthielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 292f, 326. Ein Teil der Dokumente wurde von der &amp;#039;&amp;#039;New York Times&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht: [https://www.nytimes.com/interactive/2009/02/04/world/africa/20090204-nazi-documents.html &amp;#039;&amp;#039;From the Briefcase of Dr. Aribert Heim.&amp;#039;&amp;#039;] (englisch, abgerufen am 4. Juli 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heims Sohn hatte noch 2008 bestritten, den Aufenthaltsort seines Vaters zu kennen.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 291ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rechtsanwälte Heims hatten in einem Finanzgerichtsverfahren im Juni 2001 angegeben, es bestünde weiterhin Kontakt zu dem Flüchtigen. Eine deshalb vom Simon-Wiesenthal-Zentrum wegen des Verdachts auf eine [[falsche uneidliche Aussage]] im März 2009 erstattete Strafanzeige führte zu keinen Ermittlungen, da die Vorwürfe verjährt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 283–289.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beamten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg erschien das Sterbedatum Heims plausibel, da es sich mit Erkenntnissen aus abgehörten Telefonaten deckte, die bis dahin nicht eindeutig interpretierbar waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 292.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ermittlungen des Landeskriminalamts setzten sich dennoch fort, da Heims Tod nicht zweifelsfrei erwiesen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=65243740 |Titel=NS-Verbrecher: Zweifel am Tod von Aribert Heim |Jahr=2009 |Nr=19 |Seiten=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Sommer 2010 war ein deutsches [[Rechtshilfe]]ersuchen an Ägypten noch anhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Klemp, &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt&amp;#039;&amp;#039;, S. 325.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Landgericht Baden-Baden]] stellte im September 2012 das Strafverfahren gegen Heim ein. Für das Gericht „verblieben keine Zweifel“, dass es sich bei dem 1992 in Kairo Verstorbenen um Heim gehandelt habe, wodurch ein [[Verfahrensvoraussetzung|Verfahrenshindernis]] gemäß {{§|206a|StPO|dejure}} [[Strafprozessordnung (Deutschland)|StPO]] vorliege.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://rp-online.de/panorama/deutschland/gericht-erklaert-ns-verbrecher-heim-fuer-tot_aid-14086045 Ehemaliger KZ-Arzt in Ägypten gestorben. Gericht erklärt NS-Verbrecher Heim für tot.]&amp;#039;&amp;#039; bei rp-online.de, 21. September 2012 (Abgerufen am 21. September 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Rezeption ==&lt;br /&gt;
Die spanische Schriftstellerin [[Clara Sánchez]] verweist in ihrem 2009 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Lo que esconde tu nombre&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Was dein Name verbirgt&amp;#039;&amp;#039;) auf Heim: In dem mit dem [[Nadal-Literaturpreis|Prix Nadal]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://derstandard.at/1262209011776/Prix-Nadal-an-Clara-Sanchez |titel=Prix Nadal an Clara Sanchez |werk=[[Der Standard|derStandard.at]] |datum=2010-01-07 |abruf=2012-09-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgezeichneten Werk werden Überlebende des KZ Mauthausen bei ihrer Suche nach ehemaligen KZ-Aufsehern an der spanischen Küste fündig. Heim kann sich vor seiner Verhaftung absetzen und verschwindet. 2011 produzierte der [[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]] das [[Hörspiel]] &amp;#039;&amp;#039;Was dein Name verbirgt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hoerdat&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hoerdat.in-berlin.de/ Hörspieldatenbank], In der Suchmaske bei &amp;#039;&amp;#039;Titel&amp;#039;&amp;#039; eingeben: &amp;#039;&amp;#039;Was dein Name verbirgt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;name&amp;quot;&amp;gt;Krimi am Samstag: {{Webarchiv |url=http://www.wdr5.de/sendungen/krimi-am-samstag/s/d/29.10.2011-10.05.html |text=Was dein Name verbirgt |wayback=20111031161448}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. S. Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-10-039306-6.&lt;br /&gt;
* [[Stefan Klemp]]: &amp;#039;&amp;#039;KZ-Arzt Aribert Heim. Die Geschichte einer Fahndung.&amp;#039;&amp;#039; Prospero, Münster 2010, ISBN 978-3-941688-09-4 ({{Google Buch|BuchID=e5cKPmBksywC}}).&lt;br /&gt;
* Stefan Klemp: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Aribert Heim: Deutsche und österreichische Strafverfolger fanden ihn nicht&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Proske]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Täter Helfer Trittbrettfahrer. Band 7: NS-Belastete aus Nordbaden + Nordschwarzwald&amp;#039;&amp;#039;. Gerstetten : Kugelberg, 2017, ISBN 978-3-945893-08-1, S. 125–143.&lt;br /&gt;
* [[Nicholas Kulish]], [[Souad Mekhennet]]: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Tod. Die lange Jagd nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Rita Seuß. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-67261-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|131372025}}&lt;br /&gt;
* Johanna Adorján: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/simon-wiesenthal-center-die-jagd-nach-den-letzten-kriegsverbrechern-1460235.html &amp;#039;&amp;#039;Simon Wiesenthal Center: Die Jagd nach den letzten Kriegsverbrechern&amp;#039;&amp;#039;;] Interview mit Efraim Zuroff. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 157/2007 vom 10. Juli 2007, S. 33.&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,605603,00.html &amp;#039;&amp;#039;„Dr. Tod“ Aribert Heim: ZDF berichtet von Tod des meistgesuchten NS-Verbrechers&amp;#039;&amp;#039;]; Spiegel Online, 4. Februar 2009.&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel |ID=41583094 |Autor=Georg Bönisch, Markus Deggerich, Georg Mascolo, Jörg Schmitt |Titel=Es geht mir gut |Jahr=2005 |Nr=35 |Seiten=44–48}}&lt;br /&gt;
* [[Souad Mekhennet]], [[Nicholas Kulish]]: [https://www.nytimes.com/2009/02/05/world/africa/05nazi.html?scp=1&amp;amp;sq=Aribert%20Heim&amp;amp;st=cse &amp;#039;&amp;#039;Uncovering Lost Path of the Most Wanted Nazi.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;The New York Times.&amp;#039;&amp;#039; 4. Februar 2009. (mit zahlreichen Dokumenten)&lt;br /&gt;
* Interview mit Souad Mekhennet [https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article135806359/Willst-du-nur-was-mit-Dschihadisten-zu-tun-haben.html Willst du nur was mit Dschihadisten zu tun haben?], Die Welt, 29. Dezember 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=131372025|LCCN=n2008030930|VIAF=88584689}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Heim, Aribert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Operation Last Chance]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lagerarzt im KZ Mauthausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lagerarzt im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lagerarzt im KZ Buchenwald]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gynäkologe, Geburtshelfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sportler (Grazer AK)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Vienna Cricket and Football-Club)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eishockeyspieler (EK Engelmann Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eishockeyspieler (EC Bad Nauheim)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Meister (Eishockey)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Meister (Eishockey)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Kriegsgefangener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1914]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1992]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Heim, Aribert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Heim, Aribert Ferdinand (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichisch-deutscher Arzt und SS-Mitglied&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. Juni 1914&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bad Radkersburg|Radkersburg]], [[Österreich-Ungarn]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. August 1992&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Kairo]], [[Ägypten]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Emigrant in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Immigrant in Ägypten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hozro</name></author>
	</entry>
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