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	<title>Arbitrage - Versionsgeschichte</title>
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		<title>~2025-65064-4: /* Arten */</title>
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		<updated>2025-09-19T12:18:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Arten&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den wirtschaftlichen Terminus. Zum US-amerikanischen Film siehe [[Arbitrage – Macht ist das beste Alibi]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arbitrage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{frS|arbitrage}}, von {{laS|arbitratus}} „Gutdünken, freie Wahl, freies Ermessen“) ist in der [[Wirtschaft]] die ohne [[Risiko]] vorgenommene Ausnutzung von [[Kursniveau|Kurs-]], [[Zinsniveau|Zins-]] oder [[Preisniveau|Preisunterschieden]] zum selben [[Zeitpunkt]] an verschiedenen Orten zum Zwecke der [[Gewinnmitnahme]]. Gegensatz ist die [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]], die solche Unterschiede innerhalb eines bestimmten [[Zeitintervall|Zeitraums]] ausnutzen will und, da sie auf die Zukunft gerichtet ist, mit Risiken behaftet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die Arbitrage gehört neben der Spekulation und dem [[Hedging]] zu den [[Handelsstrategie]]n im [[Finanzmanagement]]. Zu den Arbitrageobjekten gehören [[Finanzinstrument]]e ([[Forderung]]en, [[Verbindlichkeit]]en), [[Finanzierungstitel]], [[Wertpapier]]e (insbesondere [[Aktie]]n, [[Anleihe]]n), [[Devisen]], [[Sorten]], [[Edelmetall]]e, [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]] oder [[Handelsware]]n ([[Commodities]]). Anders als bei der Spekulation eignen sich [[Immobilie]]n und [[Kunstwerk]]e wegen bestehender Transaktionshemmnisse und/oder mangelnder [[Markttransparenz]] nicht für die Arbitrage. [[Grundstück]]e können nur durch zeitaufwendige Einschaltung von [[Notar]]en und [[Grundbuchamt|Grundbuchämtern]] erworben und veräußert werden, was ein entscheidendes Transaktionshemmnis darstellt. Bei Kunstwerken reichen die Markttransparenz und die [[Marktliquidität]] für Arbitragezwecke nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschließliches Ziel der Arbitrage ist die [[Gewinn]]erzielung durch [[Gewinnmitnahme]], ein Interesse an den Arbitrageobjekten besitzt der Arbitrageur&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Arbitrageur&amp;#039;&amp;#039; ist als [[Nomen Agentis]] jemand, der Arbitrage durchführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht. Wegen der Asymmetrie der Geschäfte – Käufer und Verkäufer sind beim Eröffnen und Schließen derselben [[Risikoposition]] im Regelfall nicht identisch – gibt es theoretisch nicht immer nur einen Gewinner und einen Verlierer. Unterschiedliche Zeithorizonte (Haltedauern), [[Richtung]]sentscheidungen ([[Long- und Short-Position]]), Strategien (Arbitrage, Hedge oder Spekulation) machen die [[Marktteilnehmer]] und deren Erfolg oder Misserfolg unübersichtlich. Arbitragegeschäfte sind risikolos, da dem Arbitrageur sämtliche [[Information]]en über Kurse, Zinsen oder Preise bereits zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses vorliegen und deshalb seine [[Entscheidung unter Sicherheit|Entscheidungen unter Sicherheit]] getroffen werden ([[Informationsgrad]]: 100 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet allgemein zwischen Differenz- und Ausgleichsarbitrage: &lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Differenzarbitrage&amp;#039;&amp;#039; ist die Kopplung von Kauf- und Verkaufsgeschäften zum selben Zeitpunkt und stellt die Arbitrage im engeren Sinne dar. Eine Differenzarbitrage liegt vor, wenn der Arbitrageur eine bestimmte [[Aktie]] an einer [[Börse]] kauft (verkauft), um sie zum selben Zeitpunkt an einer anderen Börse zu einem höheren (niedrigeren) Kurs zu verkaufen (kaufen). Auch [[Leerverkauf|Leerverkäufe]] können Bestandteil des Arbitragegeschäfts sein. Dann kann der Leerverkäufer durch den sofortigen Kauf den Leerverkauf [[Glattstellung|glattstellen]]. Meist werden Arbitrageanreize durch die Existenz räumlich getrennter Teilmärkte geschaffen &amp;#039;&amp;#039;(Raumarbitrage)&amp;#039;&amp;#039;, die dann Arbitragegewinne ermöglichen, wenn die Marktpreisdifferenz die interlokalen [[Transaktionskosten]] ([[Provision|Wertpapierprovisionen]], [[Zins]]en, [[Fracht (Handelsrecht)|Fracht]]raten) überschreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=tTmR_vyNdfgC&amp;amp;pg=PA325&amp;amp;dq=Differenzarbitrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Differenzarbitrage&amp;amp;f=false Willi Albers, Anton Zottmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 1977, S.&amp;amp;nbsp;325&amp;amp;nbsp;f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Ausgleichsarbitrage&amp;#039;&amp;#039; besteht darin, dass von verschiedenen Teilmärkten der günstigste für den angestrebten Abschluss (Kauf oder Verkauf) zum Ausgleich der eigenen Position ausgewählt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=PzbzBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA124&amp;amp;dq=ausgleichsarbitrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=ausgleichsarbitrage&amp;amp;f=false Helmut Lipfert: &amp;#039;&amp;#039;Nationaler und internationaler Zahlungsverkehr.&amp;#039;&amp;#039; 1970, S. 124.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgleichsarbitrage ist damit lediglich ein Kauf oder Verkauf ohne simultanes Gegengeschäft, der auf dem Teilmarkt mit dem niedrigsten oder höchsten aller bekannten Preise vollzogen wird. Stehen zwei Alternativen zur Verfügung, wählt der Arbitrageur bei der Ausgleichsarbitrage die günstigere Alternative aus. Eine Ausgleichsarbitrage mit Termindevisen liegt etwa dann vor, wenn der [[Exporteur]] ([[Importeur]]) seine auf [[Fremdwährung]] lautende [[Forderung]] ([[Verbindlichkeit]]) durch einen auf die gleiche Fälligkeit bezogenen Devisenterminverkauf (Devisenterminkauf) mit dem höchsten (niedrigsten) [[Terminkurs]] abdeckt.**&lt;br /&gt;
Bei der &amp;#039;&amp;#039;Zeitarbitrage&amp;#039;&amp;#039; erzielt der Arbitrageur Gewinne durch zeitlich auseinanderfallende [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]]. Die Zeitarbitrage ist keine echte Arbitrage, denn die für die Durchführung der Arbitrage-Gesamttransaktion erforderlichen Abschlüsse lassen sich nicht in einem Zeitpunkt, sondern nur mit großen zeitlichen Abständen tätigen;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen,&amp;#039;&amp;#039; Band 11, Ausgaben 13–24, 1958, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; sie ist deshalb teilweise spekulativ.&amp;lt;ref&amp;gt;Luis Esteban Chalmovsky: &amp;#039;&amp;#039;Der internationale Zahlungsverkehr und die Devisenmärkte in der volkswirtschaftlichen Theorie und in der bankbetrieblichen Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 1984, S.&amp;amp;nbsp;154&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Zeitarbitrage versucht der Arbitrageur, Vorteile aus den Kursabweichungen verschiedener Fälligkeiten einzelner (Devisen-)[[Termingeschäft]]e zu nutzen, insbesondere durch den Handel an den Devisenterminmärkten. Fehlt es – wie hier – an der Synchronität von Kauf und gleichzeitigem Verkauf, tritt das für die Spekulation typische Preisänderungsrisiko auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem werden in der [[Fachliteratur]] im Rahmen der [[Arbitragefreiheit]] zwei Arbitrage-Möglichkeiten unterschieden:&amp;lt;ref&amp;gt;Jonathan E. Ingersoll, &amp;#039;&amp;#039;Theory of Financial Decision Making&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 54 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Art&lt;br /&gt;
! Bezeichnung&lt;br /&gt;
! Bemerkungen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ I &amp;lt;br /&amp;gt; Dominanzarbitrage&lt;br /&gt;
| {{enS|free lottery}} || Arbitrage führt zu einer nicht-negativen [[Zahlung]] zu Beginn einer Periode und zu einer nicht-negativen Zahlung am Ende derselben Periode &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ II &amp;lt;br /&amp;gt; Differenzarbitrage&lt;br /&gt;
| {{enS|free lunch}} || Arbitrage führt zu einer strikt-positiven Zahlung zu Beginn einer Periode und zu einer nicht-negativen Zahlung am Ende derselben Periode&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine „free lottery“ liegt vor, wenn heute keine Ausgabe notwendig ist, sie aber in Zukunft nicht-negative Einnahmen garantiert und zu unsicheren Gewinnen führt. Ein Kapitalmarkt ist im Einperiodenfall arbitragefrei, wenn es keine Arbitrage vom Typ I gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Kapitalmarktorientierte_Unternehmensbewe/dfI5t6sxEH4C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Arbitragefreiheit+free+lottery&amp;amp;pg=PA37&amp;amp;printsec=frontcover  Hans-Christian Gröger, &amp;#039;&amp;#039;Kapitalmarktorientierte Unternehmensbewertung&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 37]&amp;lt;/ref&amp;gt; „Free lunch“ ist dagegen eine selbst-finanzierte [[Anlagestrategie|Anlage-]] oder [[Handelsstrategie]], bei der es im [[Verlauf|Zeitablauf]] weder Geldausgaben noch Geldeinnahmen gibt, die am Beginn der Periode eine positive Geldeinnahme aufweist und zu sicheren Gewinnen führt. Ein Kapitalmarkt, der keine Arbitrage vom Typ II zulässt, ist nicht ohne weiteres arbitragefrei vom Typ I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der [[Reimport]] (etwa von Pharmaprodukten) ist eine Arbitrage, weil die Preisunterschiede desselben [[Präparat]]es bekannt sind und von Arbitrageuren genutzt werden (können). Bisher sind die Reimporte jedoch zu gering, um die Inlandspreise auf das Auslandsniveau zu drücken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=U_CFBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA297&amp;amp;dq=cournot+arbitrage+m%C3%A4rkte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=cournot%20arbitrage%20m%C3%A4rkte&amp;amp;f=false Susanne Wied-Nebbeling: &amp;#039;&amp;#039;Markt- und Preistheorie.&amp;#039;&amp;#039; 1997, S. 46 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Steuerarbitrage&amp;#039;&amp;#039; ist eine Steuerausweichhandlung, die durch eine rechtliche [[Sachverhaltsgestaltung]] [[Multinationales Unternehmen|multinationaler Unternehmen]] gekennzeichnet ist, die einen [[Steuervorteil]] durch die unterschiedliche [[Besteuerung]] in mehreren [[Staat]]en ([[Niedrigsteuerland]]) ausnutzen. Beim [[Streckengeschäft]] schließlich wirkt ein Händler faktisch als Mittelsperson zwischen Kunde und Lieferant. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis ergibt in diesem Falle die Arbitrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Wechselarbitrage&amp;#039;&amp;#039; stammte ursprünglich aus Italien (&amp;#039;&amp;#039;arbitrio&amp;#039;&amp;#039;), wo sie seit dem 14. Jahrhundert belegt ist. Sie beschäftigt sich damit, [[Wechsel (Urkunde)|Wechsel]] dort zu kaufen, wo sie billig sind, und sie dahin zu verkaufen, wo sie teuer sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhart Von Schulze-Gaevernitz, Edgar Jaffe: &amp;#039;&amp;#039;Die einzelnen Erwerbsgebiete in der kapitalistischen Wirtschaft und die ökonomische Binnenpolitik im modernen Staate&amp;#039;&amp;#039;, Teil&amp;amp;nbsp;2: &amp;#039;&amp;#039;Bankwesen.&amp;#039;&amp;#039; 1915, S.&amp;amp;nbsp;86.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Korrespondenz des Handelshauses Stromeir aus dem Jahr 1384 belegt Wechselarbitrage-Geschäfte mit Genua.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Aron, Bert F. Hoselitz: &amp;#039;&amp;#039;Congrès et colloques&amp;#039;&amp;#039;, Band 15, Ausgaben 4–5, 1970, S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die auch in Antwerpen besonders seit etwa 1540 stark betriebene Wechselarbitrage enthielt drei Elemente. Einerseits wollte man an den örtlichen Differenzen der Wechselkurse verdienen, zweitens spekulierte man auf deren Änderung und andererseits wünschte man sich möglichst hohe Zinsen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=z6xRCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA22&amp;amp;dq=Wechselarbitrage+arbitrio&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Wechselarbitrage%20arbitrio&amp;amp;f=false Richard Ehrenberg: &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbörsen und Finanzkrisen des 16. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; 1922, S. 22.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der zitierten Quelle zufolge wollte Paul Behaim Geld auf Frankfurt geben und von Venedig nehmen, aber da das Geld sich &amp;#039;&amp;#039;largiert&amp;#039;&amp;#039; habe (flüssiger geworden sei), könne man mit solchem &amp;#039;&amp;#039;arbitrio&amp;#039;&amp;#039; nichts machen. Das bahnbrechende Werk &amp;#039;&amp;#039;Le Parfait Négociant&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Der perfekte Kaufmann&amp;#039;&amp;#039;) von [[Jacques Savary des Bruslons]] aus dem Jahre 1675 greift den italienischen Begriff auf und übernimmt ihn mit &amp;#039;&amp;#039;arbitrage&amp;#039;&amp;#039; ins Französische, von wo er auch im angelsächsischen und deutschsprachigen Raum übernommen wurde. Ausführlich geht Savary auf die Unternehmerfunktion der Arbitrage ein, vor allem unter den zahlreichen Währungen und Münzsorten jener Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Ökonom [[Antoine-Augustin Cournot]] verwendete den Arbitragebegriff 1838 in seiner – auf mathematischen Grundlagen beruhenden – Theorie des [[Reichtum]]s über die Verbindung der Märkte durch Konvergenz bereits im heutigen Sinne. Danach werden einzelne lokale Märkte durch Arbitrage zunehmend voneinander abhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Antoine-Augustin Cournot: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über die mathematischen Grundlagen der Theorie des Reichtums.&amp;#039;&amp;#039; Jena 1924, S.&amp;amp;nbsp;102&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Es ist klar, dass eine Ware, die beweglich ist, vom Markt, auf dem ihr Wert geringer ist, zu dem Markt strömen muss, auf dem ihr Wert größer ist, bis der Wertunterschied zwischen beiden Märkten nicht größer ist als die Transportkosten“.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert aus: Paul Parey: &amp;#039;&amp;#039;Berichte über Landwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 44, 1966, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[William Stanley Jevons]] formulierte 1871 sein „[[Gesetz von der Unterschiedslosigkeit der Preise]]“ ({{enS|Law Of One Price}}, kurz: &amp;#039;&amp;#039;LOOP&amp;#039;&amp;#039;), wonach die [[Wirtschaftssubjekt]]e ihre individuellen [[Portfolio]]s im [[Marktgleichgewicht]] realisiert haben, so dass die [[Gleichgewichtspreis]]e arbitragefrei sind und die Erzielung von Arbitragegewinnen nicht mehr möglich ist. Das Gesetz beruht auf Arbitragevorstellungen, wonach für ein Gut nur dann ein einheitlicher Preis gelten kann, wenn räumliche, zeitliche, sachliche und persönliche [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenzen]] entfallen und vollkommene Information vorliegt ([[vollkommener Markt]]). Das Zustandekommen eines einheitlichen Preises wird in diesem Fall damit begründet, dass in einem vollkommenen Markt Preisdifferenzen schnell als Arbitragemöglichkeit erkannt und von den Marktteilnehmern ausgenutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Léon Walras]] entwickelte in seinem 1874 erstmals erschienenen Buch&amp;lt;ref&amp;gt;Léon Walras: &amp;#039;&amp;#039;Éléments d’économie politique pure, ou théorie de la richesse sociale.&amp;#039;&amp;#039; 1874, S. 113–116.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein später von ihm mehrfach modifiziertes Arbitrage-Modell, wonach jeder Händler nur eine Ware besitzt, die er gegen eine andere Ware tauschen möchte, was jedoch nur über den Umweg eines indirekten Tauschs einer dritten Ware möglich ist &amp;#039;&amp;#039;(Dreiecksarbitrage)&amp;#039;&amp;#039;. Er bezeichnete diese Arbitrage als komplementären Austausch ({{enS|complementary exchanges}}). Walras machte erstmals darauf aufmerksam, dass es sich bei der Arbitrage auf den Devisenmärkten um genau den gleichen Vorgang handelt wie beim Tauschprozess auf den Warenmärkten, wie er von ihm in der für die Preistheorie fundamentalen Arbeit entwickelt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Schneider (Ökonom)|Erich Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Zahlungsbilanz und Wechselkurs.&amp;#039;&amp;#039; 1968, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Maynard Keynes]] untersuchte 1923 die Wechselkurs- und Zinsarbitrage&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes: &amp;#039;&amp;#039;A Tract on Monetary Reform.&amp;#039;&amp;#039; 1923, S. 77 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ging davon aus, dass ein Zinsarbitragegeschäft erst getätigt wird, wenn ein Mindestgewinn von 0,5 % auf Jahresbasis erzielt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes: &amp;#039;&amp;#039;A Tract on Monetary Reform.&amp;#039;&amp;#039; 1923, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Paul Einzig unterstellte 1937 ähnlich hohe Transaktionskosten,&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Einzig: &amp;#039;&amp;#039;The Theory of Exchange.&amp;#039;&amp;#039; 1937, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt; 30 Jahre später reduzierte er das Minimum auf 1/32 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach der Wiedereinführung der [[Konvertibilität|Devisenkonvertibilität]] im Dezember 1958 konnten sich Devisenkurs- und Zinsarbitrage allmählich wieder frei entfalten,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willi Albers]], Anton Zottmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 1977, S. 326.&amp;lt;/ref&amp;gt; weil sich ein freier Devisen- und Kapitalverkehr entwickeln konnte. Für den [[Devisenhandel]] bot sich wegen der Handelstechniken der Arbitrage und Spekulation, die auf die Ausnutzung von Kursunterschieden ausgerichtet sind, die Möglichkeit gewinnbringender Aktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die maßgeblich von [[Steven Ross]] 1976 entwickelte [[Arbitragepreistheorie]] erklärt als Kapitalmarktmodell auf dem [[Vollkommener Kapitalmarkt|vollkommenen Kapitalmarkt]] den Risiko-Rendite-Zusammenhang eines Portfolios. Sie besagt, dass durch Kauf und/oder Leerverkauf des Portfolios ein risikofreier Gewinn erzielt werden kann, wenn der Wert des Portfolios nicht mehr Null beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Israel M. Kirzner]] beschafft der [[Unternehmer]] Informationen, wertet sie zielgerichtet aus und nutzt dadurch Informationsvorsprünge über Marktungleichwichte für Arbitrage und Spekulation. Er setzt damit einen Marktprozess in Bewegung, der zu einem Marktgleichgewicht führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Israel Kirzner: &amp;#039;&amp;#039;Wettbewerb und Unternehmertum.&amp;#039;&amp;#039; 1978, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionen ==&lt;br /&gt;
Bestehende Preisunterschiede werden von Arbitrageuren erkannt und durch Arbitrage genutzt. Das führt durch Käufe zu einer Preiserhöhung auf dem preisgünstigeren Markt und durch Verkäufe zu Preisrückgängen auf dem teureren Markt. Deshalb übernimmt die [[Aggregation (Wirtschaft)|aggregierte]] Arbitrage eine &amp;#039;&amp;#039;Preisausgleichsfunktion&amp;#039;&amp;#039;. Arbitrage findet solange statt, bis der Arbitragegewinn mit den Transaktionskosten identisch ist. Die Raumarbitrage sorgt für [[Marktliquidität]], da der Arbitrageur beim Kauf das Arbitrageobjekt einem verkaufswilligen [[Marktteilnehmer]] abnimmt, um es beim Verkauf einem (anderen) kaufbereiten Marktteilnehmer zu überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbitrageur übernimmt auch eine &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsfunktion&amp;#039;&amp;#039;, wenn er beim Kauf von seiner verkaufswilligen [[Gegenpartei]] deren [[Lagerrisiko|Bestandsrisiko]] für das Arbitrageobjekt abnimmt. Eine [[Ressourcenallokation]] ist indes nicht vorhanden, weil den [[Anschaffungskosten]] eines Arbitrageobjekts zeitgleich Verkaufserlöse gegenüberstehen, so dass es zu keinem Mitteleinsatz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Markttransparenz ==&lt;br /&gt;
Gemeinsames Merkmal aller Arbitragearten ist die sichere Information über die den Arbitragegewinn bestimmenden Kurse oder Preise und die simultane Glattstellung (Verkauf oder Kauf). Das Fehlen dieser spezifischen intertemporalen Preisrisiken unterscheidet die Arbitrage von der Spekulation. Die sehr hohe [[Markttransparenz]] auf den [[Finanzmarkt|Finanzmärkten]] durch [[elektronischer Handel|elektronischen Handel]] verringert Arbitragemöglichkeiten und führt zur [[Arbitragefreiheit]], weil die Marktteilnehmer die Preise ihrer Produkte so schnell anpassen, dass Arbitragemöglichkeiten meist nur für sehr kurze Zeiträume bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Bankwesen]] wird Arbitrage im [[Eigenhandel]] meist in Form der Devisen- und [[Zinsdifferenzarbitrage]] vorgenommen. &amp;#039;&amp;#039;Devisenarbitrage&amp;#039;&amp;#039; liegt vor, wenn unterschiedliche [[Devisenkurs]]e einer [[Währung]] zur gleichen Zeit auf verschiedenen [[Devisenmarkt|Devisenmärkten]] ausgenutzt werden. Von &amp;#039;&amp;#039;Zinsdifferenzarbitrage&amp;#039;&amp;#039; spricht man, wenn die zwischen [[Staat]]en bestehenden unterschiedlichen [[Zinsniveau]]s ausgenutzt werden. Ist im Ausland das Zinsniveau höher (niedriger) als im Inland, lohnt sich die Geldanlage (Kreditaufnahme) durch ein [[Swap (Wirtschaft)|Devisenswapgeschäft]] in Form eines kombinierten Kassakaufs (Kassaverkaufs) und Terminverkaufs (Terminkaufs) in der entsprechenden Fremdwährung. Diese Zinsdifferenzarbitrage lohnt sich solange, bis der [[Swapsatz]] mit dem Arbitragegewinn identisch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marktteilnehmer ==&lt;br /&gt;
Marktteilnehmer, die Arbitrage/Spekulation/[[Trader|Trading]] durchführen, werden mit dem Nomen Agentis Arbitrageur/[[Spekulant]]/[[Trader]] bezeichnet. Die verschiedenen Anlage- und Handelsstrategien können den Marktteilnehmern wie folgt zugeordnet werden:&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Oehler, &amp;#039;&amp;#039;Die Erklärung des Verhaltens privater Anleger&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 155; ISBN 978-3791009780&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Marktteilnehmer]]&lt;br /&gt;
! [[Strategie (Wirtschaft)|Strategie]]&lt;br /&gt;
! [[Planungshorizont]]&lt;br /&gt;
! Strategiemittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Privatanleger]]&lt;br /&gt;
| [[Anlagestrategie]]: [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögenserhöhung]], [[Altersvorsorge]] || [[kurzfristig]] /  [[mittelfristig]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[langfristig]] || [[buy and hold]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[institutioneller Anleger]]&lt;br /&gt;
| [[Anlagestrategie]]: [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögenserhöhung]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[Handelsstrategie]]: [[Gewinnmitnahme]] || [[mittelfristig]] / [[langfristig]] || [[buy and hold]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[Timing-Strategie (Finanzwirtschaft)|Timing-Strategie]]&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;&lt;br /&gt;
| Arbitrageure/[[Spekulant]]en/[[Trader]]&lt;br /&gt;
| [[Handelsstrategie]]: [[Gewinnmitnahme]] || [[kurzfristig]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[mittelfristig]] || [[Timing-Strategie (Finanzwirtschaft)|Timing-Strategie]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwerpunkt bei Privatanlegern ist die mittel- und langfristige Kapitalanlage, Schwerpunkt bei Arbitrageuren/Spekulanten/Tradern ist die kurzfristige (Extremfall tägliche beim [[Daytrading]]) Gewinnmitnahme. Ausnahmsweise können Privatanleger auch kurzfristige Finanzprodukte wie [[Termingeld]]er als Anlageobjekt wählen, Spekulanten auch mittelfristige wie bei der Spekulation auf dem [[Immobilienmarkt]]. Privatanleger sind an den [[Marktdaten]] der Anlageobjekte interessiert (insbesondere [[Anlageklasse]], [[Börsenkurs]], [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittent]], [[Fälligkeit]], [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] oder [[Zinssatz]]), Arbitrageure/Spekulanten/Trader benutzen die Anlageobjekte lediglich als Vehikel für die Gewinnmitnahme und sind am Anlageobjekt nicht interessiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewinnerzielung ==&lt;br /&gt;
Anders als bei der risikobehafteten Spekulation, bei der auch die Gefahr eines [[Jahresfehlbetrag|Verlustes]] besteht, ist bei der Arbitrage die Erzielung eines Arbitragegewinnes sicher. Zwecks Gewinnerzielung muss die Differenz zwischen beiden Kursen größer sein als die intertemporalen [[Transaktionskosten]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=7XUhBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA9&amp;amp;dq=Arbitrage+jevons+1871&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi4p8Ot9afKAhVEvRoKHRj2BZQQ6AEIHDAA#v=onepage&amp;amp;q=Arbitrage%20jevons%201871&amp;amp;f=false Siegfried Trautmann: &amp;#039;&amp;#039;Investitionen: Bewertung, Auswahl und Risikomanagement.&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 8.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Arbitragegewinn ist als [[Spekulationsgewinn]] nach {{§|23|estg|juris}} [[Einkommensteuergesetz (Deutschland)|Einkommensteuergesetz]] (EStG) in Deutschland und oft auch international steuerpflichtig, wenn bestimmte Arbitrageobjekte der Gewinnerzielung zugrunde lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Arbitrage wird in der [[Wirtschaftswissenschaft]] überwiegend als nützlich beurteilt, da sie [[Markteffizienz]] schafft. Im Rahmen der [[Globalisierungskritik]] wird ein Missverhältnis zwischen dem tatsächlichen Handelsvolumen und den auf den Devisenmärkten umgesetzten Beträgen als kritikwürdig angesehen. Bei diesen angesprochenen Devisengeschäften handelt es sich fast vollständig um Arbitragegeschäfte zwischen verschiedenen Währungen, die innerhalb von Sekunden elektronisch abgewickelt werden, wodurch im Tagesverlauf sehr hohe Handelsvolumina entstehen können. Diese Arbitragegeschäfte werden gelegentlich als &amp;#039;&amp;#039;Zinsarbitrage&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet (besser: [[Currency Carry Trade]]s, um Verwechslungen auszuschließen). Dabei handelt es sich um Spekulationsgeschäfte zum Ausnutzen von Zinsunterschieden einzelner Währungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Joseph Schumpeter]] stellte den [[Arbitrage-Unternehmer]] dem [[Innovation|innovativen]] schöpferischen [[Unternehmer]] gegenüber. Schumpeter bewertet die Leistung des schöpferischen Unternehmers höher, erkennt jedoch zugleich an, dass der Arbitrage-Unternehmer ungewollt den Wettbewerb fördere, da er Kenntnisse, die vorher nur ihm zur Verfügung standen (und die Voraussetzung seiner Arbitrage-Tätigkeit sind), dem Markt zugänglich macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbitrage-Bedingung ==&lt;br /&gt;
Unter Arbitrage-Bedingung versteht man, dass es dauerhaft nicht möglich sein wird, einen risikolosen Gewinn durch den Kauf und Verkauf von [[Vermögensgegenstand|Vermögensgegenständen]] auf einem Markt zu realisieren, da sich die Preise irgendwann angleichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden sollen die einzelnen Voraussetzungen sowie die auf den Märkten ablaufenden Vorgänge, welche zum Einsetzen der Arbitrage-Bedingung notwendig sind, dargestellt werden. Auf eine spezielle Art sind Märkte verbunden, auf denen sich für das gleiche Gut Preise auf räumlich unterschiedlichen Märkten bilden. Weichen diese Preise voneinander ab, so dass sich regional differenzierte Preise ergeben, ist es möglich, durch Arbitragegeschäfte die Preisunterschiede zu nutzen, um Gewinne zu erzielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;demmler1993&amp;quot;&amp;gt;Horst Demmler, &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage, Oldenbourg Verlag, München, 1993, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel ===&lt;br /&gt;
Existenz zweier Anlagemöglichkeiten:&lt;br /&gt;
: A. Anlage eines Betrages &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; in Form des Kaufs von &amp;lt;math&amp;gt;x&amp;lt;/math&amp;gt; [[Hausrind|Kühen]] auf dem Viehmarkt zum Zeitpunkt &amp;lt;math&amp;gt;t_0&amp;lt;/math&amp;gt; und zum Preis &amp;lt;math&amp;gt;P_0&amp;lt;/math&amp;gt; pro Kuh, Verkauf nach einer Periode (&amp;lt;math&amp;gt;t_1&amp;lt;/math&amp;gt;) zum Preis &amp;lt;math&amp;gt;P_1&amp;lt;/math&amp;gt; pro Kuh&lt;br /&gt;
: B. Anlage des Betrages &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; durch Kauf einer [[Anleihe]] mit sicherer [[Verzinsung]] &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; für eine Periode (von &amp;lt;math&amp;gt;t_0&amp;lt;/math&amp;gt; bis &amp;lt;math&amp;gt;t_1&amp;lt;/math&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&amp;#039;&amp;#039;Folgende Berechnungen in Anlehnung an Varian&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;varian1999&amp;quot;&amp;gt;[[Hal R. Varian]], &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Mikroökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage, Oldenbourg Verlag, München, 1999, S.&amp;amp;nbsp;193–194.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der künftige Wert &amp;lt;math&amp;gt;V&amp;lt;/math&amp;gt; aus der Anlage &amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039; ergibt sich (ohne Berücksichtigung von Zinseffekten) somit als:&lt;br /&gt;
:(1) &amp;lt;math&amp;gt;V = P_1 \cdot x&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in &amp;lt;math&amp;gt;t_0&amp;lt;/math&amp;gt; der gesamte Betrag &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; angelegt wurde, gilt &amp;lt;math&amp;gt;P_0 \cdot x= K&amp;lt;/math&amp;gt;. Somit erhält man &amp;lt;math&amp;gt;x=K/P_0&amp;lt;/math&amp;gt;. Durch Einsetzen in (1) gelangt man zu:&lt;br /&gt;
:(2) &amp;lt;math&amp;gt;V = P_1 / P_0 \cdot K &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der künftige Wert der Anlage &amp;#039;&amp;#039;B&amp;#039;&amp;#039; entspricht:&lt;br /&gt;
:(3) &amp;lt;math&amp;gt;V = K+i&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gilt nun &amp;lt;math&amp;gt;P_1/P_0 \cdot K &amp;gt;&amp;lt;/math&amp;gt; oder &amp;lt;math&amp;gt;&amp;lt; K+i&amp;lt;/math&amp;gt; so ist Arbitrage möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exemplarisch soll dies für den Fall&lt;br /&gt;
:(4) &amp;lt;math&amp;gt;K+i &amp;gt; P_1/P_0 \cdot K&amp;lt;/math&amp;gt; dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre ein [[Individuum]] in diesem Fall im Besitz einer Kuh (&amp;lt;math&amp;gt;x = 1&amp;lt;/math&amp;gt;) und würde diese veräußern zu einem Preis pro Kuh von &amp;lt;math&amp;gt;P_0&amp;lt;/math&amp;gt; erhielte er einen Verkaufserlös von &amp;lt;math&amp;gt;K = P_0 \cdot 1 = P_0&amp;lt;/math&amp;gt;. Würde es diesen Betrag in Anlage&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;B&amp;#039;&amp;#039; investieren, erhielte es zum Zeitpunkt &amp;lt;math&amp;gt;t_1&amp;lt;/math&amp;gt;: &amp;lt;math&amp;gt;V = P_0 + i&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Umstellung von (4) ergibt sich &amp;lt;math&amp;gt;(K+i) \cdot P_0 &amp;gt; P_1 \cdot K&amp;lt;/math&amp;gt;, durch Einsetzen von &amp;lt;math&amp;gt;K = P_0&amp;lt;/math&amp;gt; und anschließendem Kürzen von &amp;lt;math&amp;gt;P_0&amp;lt;/math&amp;gt; ergibt sich &amp;lt;math&amp;gt;P_0+i&amp;gt;P_1&amp;lt;/math&amp;gt;. Somit würde das Individuum mit &amp;lt;math&amp;gt;P_0+i&amp;lt;/math&amp;gt; zum Zeitpunkt &amp;lt;math&amp;gt;t_1&amp;lt;/math&amp;gt; mehr erhalten als es benötigen würde, um die Kuh zum Preis von &amp;lt;math&amp;gt;P_1&amp;lt;/math&amp;gt; zurückzukaufen. Somit würde man einen risikofreien Gewinn erzielen – Arbitrage wäre existent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marktkräfte und Eintritt der Arbitrage-Bedingung ===&lt;br /&gt;
Im Marktkontext ist die dauerhafte Existenz einer derartigen „Gelddruckmaschine“ allerdings unwahrscheinlich. Es ist zu erwarten, dass die Arbitragemöglichkeiten nach einer gewissen Zeit durch die Marktkräfte beseitigt werden. Ursächlich hierfür sind, mit Bezug auf das oben genannte Beispiel, im Wesentlichen nachfolgende Entwicklungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besteht eine wie im Beispiel beschriebene Arbitragemöglichkeit, so werden rationale Individuen diese Gelegenheit erkennen und versuchen, ihren Nutzen daraus zu ziehen. Das heißt, es werden einerseits vermehrt Kühe in &amp;lt;math&amp;gt;t_0&amp;lt;/math&amp;gt; auf dem Viehmarkt angeboten, um den Preis &amp;lt;math&amp;gt;P_0&amp;lt;/math&amp;gt; zu erlösen und diesen in der Anleihe anzulegen. Somit ergibt sich ein erhöhtes Angebot, was auf kurz oder lang zu sinkenden Preisen &amp;lt;math&amp;gt;P_0&amp;lt;/math&amp;gt; führt. Folglich wird die rechte Seite von (4), also &amp;lt;math&amp;gt;P_1/P_0&amp;lt;/math&amp;gt; ansteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichsam führt die vermehrte Nachfrage nach Anleihen zu sinkenden [[Zins]]en &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt;. Somit vermindert sich die linke Seite von (4), also &amp;lt;math&amp;gt;(1+i)&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wird sich:&lt;br /&gt;
:(5) &amp;lt;math&amp;gt;1+i = P_1/P_0&amp;lt;/math&amp;gt; einstellen und sämtliche Arbitragemöglichkeiten sind eliminiert. Dies beschreibt somit die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arbitrage-Bedingung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Voraussetzungen für das Wirken der Marktkräfte ===&lt;br /&gt;
Für ein grundsätzliches Wirken der beschriebenen Marktkräfte hin zum Eintreten der Arbitragebedingung, also der Neutralisierung der [[Opportunität]] zur Realisierung eines risikolosen Gewinns, müssen bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(A) einen funktionierenden Markt, d.&amp;amp;nbsp;h. insbesondere:&lt;br /&gt;
* [[vollständige Information]] der Marktteilnehmer (vollkommene [[Markttransparenz]])&lt;br /&gt;
* Sicherheit hinsichtlich der Marktbedingungen (Preise, Kosten etc.)&lt;br /&gt;
* freier [[Marktzugang]]&lt;br /&gt;
* die Nichtexistenz von diskriminierend wirkenden [[Transaktionskosten]] (nur gegen einzelne Marktteilnehmer gerichtet)&lt;br /&gt;
* [[Homogenes Gut|homogene Güter]]&lt;br /&gt;
(B) rationale Individuen, die ihre Entscheidungen an der Maximierung ihres erwarteten Nutzens ausrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbitrage-Betrug ==&lt;br /&gt;
Über die [[Soziales Netzwerk (Internet)|sozialen Netzwerke]] werden vermehrt [[Ponzi-Schema|Ponzi]]- bzw. [[Schneeballsystem]]e beworben, die angeblich automatisiert [[Trianguläre Arbitrage|Trianguläre-Arbitrage]]-Geschäfte abwickeln. Die Firmen betreiben lediglich Briefkastenfirmen und haben ihren Sitz in Ländern, in denen wenig bis keine Regulation vorliegt und keinerlei Kapitaleinlage notwendig ist. Bekanntes Beispiel ist dafür Jubilee Ace mit Sitz auf den [[British Virgin Islands]]. Für diese Firma gibt es bereits eine offizielle Warnung der [[Finanzmarktaufsichtsbehörde|Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA)]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fma.gv.at/jubilee-ace/ |titel=Jubilee Ace |werk=FMA Österreich |datum=2020-02-27 |abruf=2020-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Optionsstrategie]]&lt;br /&gt;
* [[Bankenregulierung#Regulierungsarbitrage|Regulierungsarbitrage]]&lt;br /&gt;
* [[Trianguläre Arbitrage]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Olivier Blanchard]], Gerhard Illing: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 4. aktualisierte und erweiterte Auflage (der amerikanischen Auflage). Pearson Studium, München 2007, ISBN 978-3-8273-7209-3 &amp;#039;&amp;#039;(Wi – Wirtschaft)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Horst Demmler: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Volkswirtschaftslehre.&amp;#039;&amp;#039; Hauptband. 4. verbesserte Auflage. Oldenbourg Verlag, München 1993, ISBN 3-486-22552-9.&lt;br /&gt;
* [[Pankaj Ghemawat]]: &amp;#039;&amp;#039;The Forgotten Strategy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Harvard Business Review.&amp;#039;&amp;#039; 81, 11, November 2003, {{ISSN|0007-6805}}, S.&amp;amp;nbsp;76–85.&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Moritz, Georg Stadtmann: &amp;#039;&amp;#039;Monetäre Außenwirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; Vahlen Verlag, München 1999, ISBN 3-8006-2491-5 (&amp;#039;&amp;#039;Kompaktstudium Wirtschaftswissenschaften&amp;#039;&amp;#039; 15).&lt;br /&gt;
* [[Hal R. Varian]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Mikroökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg Verlag, München 1999, ISBN 3-486-24505-8 &amp;#039;&amp;#039;(Internationale Standardlehrbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [[Elmar Altvater]]: &amp;#039;&amp;#039;Geoökonomie und neuer Arbitragekapitalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Widerspruch.&amp;#039;&amp;#039; 18, 36, 1998, {{ISSN|1420-0945}}, S.&amp;amp;nbsp;18–41 [https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=wis-001:1998:18::494 online] (PDF; 12,4&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [[Artur Woll]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Volkswirtschaftslehre.&amp;#039;&amp;#039; 12. überarbeitete und ergänzte Auflage. Vahlen Verlag, München 1996, ISBN 3-8006-2091-X &amp;#039;&amp;#039;(Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4002820-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktienmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Devisenmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzstrategie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handel]]&lt;/div&gt;</summary>
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