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	<title>Arbeitsnachweis - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Sebastian Lorenz32 am 7. April 2023 um 11:19 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dresdner Journal 1906 001 Sachsenstiftung.jpg|mini|Zeitungsanzeige (1906) bezüglich Arbeitsnachweis für Soldaten in Sachsen]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Arbeitsnachweis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete man im 19. und frühen 20. Jahrhundert gewerbsmäßige und nichtgewerbsmäßige [[Arbeitsvermittlung]]sstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbestimmung ==&lt;br /&gt;
Als Arbeitsnachweise wurden Stellen zur Vermittlung von Arbeitsverträgen bezeichnet. Davon zu unterscheiden ist das [[Nachweisgesetz]], das den Arbeitgeber verpflichtet, die wesentlichen Inhalte eines Arbeitsvertrages schriftlich festzuhalten und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Mit dem Fortschreiten der [[Industrialisierung]] in [[Deutsches Reich|Deutschland]] und der damit einhergehenden ersten großen [[Große Depression (1873–1896)|Rezession]] prägte sich allmählich die [[Arbeitslosigkeit]] als wirtschaftliches Problem aus. Ab 1880 gründeten in Konkurrenz zu den gewerbsmäßigen und nichtgewerbsmäßigen Stellenvermittlern auch [[Verein]]e und [[Gemeinde|Kommunen]] Vermittlungsbüros (Arbeitsnachweis), die sich unparteiisch und zumeist unentgeltlich betätigten. Einflussreich war ein reichsweiter Kongresses des [[Freies Deutsches Hochstift|Freien Deutschen Hochstift]] 1893 in Frankfurt zur sozialen Lage von Erwerbslosen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christine Rädlinger]]: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Arbeitsamt München 1895–1995&amp;#039;&amp;#039;. Arbeitsamt München, 1995, Seite 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort kam der Vorschlag auf, kommunale Einrichtungen zur Arbeitsvermittlung zu schaffen, die Meldungen freier Arbeitsplätze entgegennehmen und sie Arbeitssuchenden zur Verfügung stellen. Vorreiter waren [[Stuttgart]] und [[Karlsruhe]], als besonders fortschrittlich galt der 1895 gegründete [[Verwaltungsgebäude für Arbeiterangelegenheiten|Zentralarbeitsnachweis München]]. Um effektiv und überregional (interlokal) vermitteln zu können, schlossen sich diese Arbeitsnachweise bald in Landesverbänden zusammen; der erste war der 1896 gegründete [[Verband Badischer Arbeitsnachweise]]. In [[Königreich Württemberg|Württemberg]] hatte die Regierung zum 1. Januar 1896 beim [[Arbeitsamt]] Stuttgart eine Landeszentrale als Ausgleichsstelle zwischen den öffentlichen Arbeitsnachweisen errichtet. 1915 bestand schließlich ein geschlossenes Netz mit 21 Landesverbänden für das ganze Reichsgebiet. Auf Tagungen tauschte man Erfahrungen aus und setzte sich für einheitliche Arbeitsmethoden ein, vor allem bei der Statistik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 1898 gegründete [[Verband Deutscher Arbeitsnachweise]] (VDA) unterstützte diese Entwicklungen und konnte durch seinen Vorsitzenden [[Richard Freund (Jurist)|Richard Freund]] die Politik der Reichsregierung maßgeblich beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Trotz verschiedener Vorstöße kam bis zum Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] 1914 kein [[Arbeitsnachweisgesetz]] zustande. Daher gab es keine Einrichtung, die einen reichsweiten Arbeitsmarktausgleich hätte organisieren können. Die im August 1914 gegründete [[Reichszentrale der Arbeitsnachweise]] und die Herausgabe eines [[Arbeitsmarktanzeigers]] (eine zweimal wöchentlich veröffentlichte Vakanzenliste) brachten keinen echten Fortschritt. Selbst nach der Bundesratsverordnung vom 14. Juni 1916 setzte nur [[Königreich Bayern|Bayern]] die Ermächtigung um, größere Städte zur Einrichtung von öffentlichen Arbeitsnachweisen zu verpflichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst der im Dezember 1916 beschlossene [[Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst|Vaterländische Hilfsdienst]] führte zu einem zentral gelenkten und mehrstufigen System. Nun übernahm in jedem Armeekorpsbezirk die Kriegsamtsstelle die gesamte [[Arbeitsvermittlung]]. Die praktische Durchführung oblag den ’Zentralauskunftsstellen’, die oft mit den Arbeitsnachweisverbänden durch die Personalunion der Vorsitzenden verbunden waren. Die nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise leisteten überwiegend die unmittelbare Arbeitsvermittlung. Der im Bezirk geeignetste, in der Regel der öffentliche, wurde zur ’Hilfsdienstmeldestelle’ bestimmt. Dieser Stelle mussten die anderen Arbeitsnachweise alle nicht erledigten Gesuche melden. Soweit auch ihr ein bezirklicher Ausgleich nicht gelang, gab sie die Meldungen an die Zentralauskunftsstelle weiter, und diese gegebenenfalls über die [[Kriegsamtsstelle]] an das [[Kaiserliche Statistische Amt]] zur Veröffentlichung im [[Arbeitsmarktanzeiger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch während des Krieges erkannten alle Verantwortlichen die Notwendigkeit, über die [[Demobilisierung]] hinaus das Arbeitsnachweissystem auszubauen. Vor allem der [[Verband deutscher Arbeitsnachweise|VDA]] forderte mehrfach, in allen Kommunen öffentliche Arbeitsnachweise zu schaffen und die Arbeitsnachweisverbände zu ’öffentlichen Korporationen’ mit der Bezeichnung [[Landesarbeitsämter]] auszugestalten. Auch auf der Reichsebene kam es zu Neuerungen: Zur Bearbeitung der ’sozialpolitischen Angelegenheiten des Reichs’ wurde am 4. Oktober 1918 ein [[Reichsarbeitsamt]] errichtet. Am 23. November 1918 übernahm das [[Reichsamt für wirtschaftliche Demobilmachung]] die Leitung des gesamten Arbeitsnachweiswesens vom bisherigen [[Kriegsamt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ’Anordnung über Arbeitsnachweise’ vom 9. Dezember 1918 überließ den Bundesstaaten die Entscheidung, die Kommunen zur Errichtung von Arbeitsnachweisen zu verpflichten; die meisten setzten diese Ermächtigung bald per Verordnung um. Die eingerichteten ’Landes- oder Provinzialämter für Arbeitsvermittlung’ ersetzten die bisherigen Zentralauskunftsstellen und die Landesverbände für Arbeitsnachweise. Ihre Aufgaben waren vor allem: Anregung zum Ausbau der [[Arbeitsvermittlung]] in den Gemeinden, [[Arbeitsmarktbeobachtung]] und [[Arbeitsmarktstatistik]], Austausch von Erfahrungen mit und zwischen den einzelnen Arbeitsnachweisen, Ausbildung des Personals der öffentlichen Arbeitsnachweise, Ausgleich von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zwischen den Arbeitsnachweisen, im Bedarfsfall unmittelbare Vermittlungstätigkeit für bestimmte Berufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Januar 1920 dem [[Reichsarbeitsministerium]] (RAM) als besondere Abteilung angegliederte [[Reichsamt für Arbeitsvermittlung]] wurde mit Verordnung vom 5. Mai 1920 als selbständige höhere [[Reichsbehörde]] ausgegliedert und der Aufsicht des RAM unterstellt. § 2 der Verordnung nannte bereits die späteren Kernaufgaben der [[Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung]]. Präsident des Reichsamtes wurde [[Friedrich Syrup]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Juni 1921 beschloss der VDA seine Auflösung; seine Ziele waren in wesentlichen Bereichen erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Arbeitsnachweisgesetz]] vom 22. Juli 1922 führte dann die einheitliche Bezeichnung ’Landesamt für [[Arbeitsvermittlung]]’ ein. Die Ämter wurden als Landesbehörden ’für Länder, Provinzen und andere größere Bezirke’ eingerichtet. Als gesetzliche Aufgaben hatten sie ’den [[Arbeitsmarkt]] zu beobachten und den Ausgleich von Angebot und Nachfrage zwischen den einzelnen Arbeitsnachweisen zu fördern’. Sie wirkten bei gesetzlichen Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitslose mit. Auch andere Aufgaben, insbesondere [[Berufsberatung]] und [[Lehrstellenvermittlung]], der Arbeitsbeschaffung, Erwerbsbeschränkten- und Wandererfürsorge konnten dazu gehören. Das [[Reichsamt für Arbeitsvermittlung]] behielt seine zentralen Funktionen, erhielt aber den Namen [[Reichsarbeitsverwaltung]]. Das Arbeitsnachweisgesetz führte mit Wirkung zum 1. Januar 1931 ein Verbot privater gewerbsmäßiger Arbeitsvermittlung für Arbeiter und Angestellte ein. Ab Inkrafttreten des Arbeitsnachweisgesetzes durfte keine neue Erlaubnis mehr für den Betrieb eines gewerblichen Arbeitsnachweises erteilt werden. Nichtgewerbliche Arbeitsnachweise wurden der Aufsicht der Reichsarbeitsverwaltung unterstellt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung]] vom [[16. Juli]] [[1927]] wurden die 20 Landesämter als [[Landesarbeitsämter]] in die Reichsanstalt integriert und durch Zusammenlegungen auf 13 verringert. Die zentrale Behörde erhielt nun die Bezeichnung ’Hauptstelle’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Hundert Jahre staatliche Sozialpolitik 1839–1939 : aus dem Nachlass von Friedrich Syrup&amp;#039;&amp;#039; / hrsg. von Julius Scheuble. Bearb. von Otto Neuloh. Stuttgart, 1957.&lt;br /&gt;
* Maier, Dieter G.: &amp;#039;&amp;#039;Anfänge und Brüche der Arbeitsverwaltung bis 1952 : zugleich ein kaum bekanntes Kapitel der deutsch-jüdischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. Brühl/Rheinland : Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, 2004. (Schriftenreihe / Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung ; 43). ISBN 3-930732-93-9.&lt;br /&gt;
* Nürnberger, Jürgen / Maier, Dieter G.: &amp;#039;&amp;#039;Präsident, Reichsarbeitsminister, Staatssekretär : Dr. [[Friedrich Syrup]] ; Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ; Leben, Werk, Personalbibliografie&amp;#039;&amp;#039;. Ludwigshafen, 2., wesentl. erw. Aufl., 2007. (Gestalter der Arbeitsmarktpolitik : Bibliografie und Biografie ; Band 1). ISBN 978-3-929153-81-1. (1. Aufl. 2006 ISBN 3-929153-80-7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Organisation des Arbeitsmarktes|&amp;#039;&amp;#039;Organisation des Arbeitsmarktes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Politik&amp;#039;&amp;#039; (1914)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arbeitsmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arbeitsmarktpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sebastian Lorenz32</name></author>
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