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	<title>Apsu - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;RPI am 2. Mai 2025 um 13:57 Uhr</title>
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		<updated>2025-05-02T13:57:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Apsu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Absu, Abzu&amp;#039;&amp;#039; ([[Sumerische Sprache|sumerisch]] ZU.AB,&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot; /&amp;gt; gelesen AB.ZU;&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot; /&amp;gt; [[Akkadische Sprache|akkadisch]] apsu,&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot; /&amp;gt; [[ebla]]itisch SU.AB,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Manfred Krebernik: &amp;#039;&amp;#039;Die Beschwörungen aus Fara und Ebla - Untersuchungen zur ältesten keilschriftlichen Beschwörungsliteratur&amp;#039;&amp;#039;. Olms, Hildesheim 1984, ISBN 3-487-07479-6, S. 170f.&amp;lt;/ref&amp;gt;), wurde in der [[Sumerische Religion|sumerischen Religion]] für Begriffe um das Phänomen [[Süßwasser]] verwendet. Zur Personifizierung als Gottheit siehe [[Abzu (Gottheit)|Abzu]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumeist mit dem [[Grundwasser]] identifiziert, ergibt sich eine weitere Bedeutung aus den sumerischen Schöpfungsmythen: der Apsu als „kosmischer Süßwasserozean“ und die in ihm am Anfang allen Weltgeschehens erfolgende Trennung der [[Welt]] in zwei Hälften: oben der Himmel (&amp;#039;&amp;#039;[[An (Gottheit)|An/Anu]]&amp;#039;&amp;#039;) und unten die Erde (&amp;#039;&amp;#039;[[Uraš (Göttin)|Uraš/Ki]]&amp;#039;&amp;#039;). In diesem [[Weltbild#Weltbilder im Sinne kosmologischer Vorstellungen|Weltbild]] wurde die Erde als im Inneren des Apsus schwebend vorgestellt (rundum von ihm umgeben), dabei war sie an ihrer Oberseite mit einem direkt anhaftenden und mit Luft (&amp;#039;&amp;#039;[[Enlil]]&amp;#039;&amp;#039;) gefüllten [[Firmament|festen Himmelsgewölbe]] versehen. Im Himmelsgewölbe, das also direkt an den kosmischen Süßwasserozean grenzt, dachten sich die Sumerer [[Schleuse]]n, die von den Göttern im Himmel mehr oder minder regelmäßig geöffnet werden. So erklärten sie sich das Phänomen des in Mesopotamien so dringend benötigten Regens auf [[Animismus (Religion)|animistische]] Weise, aber auch das Ereignis einer [[Sintflut]], die ein unbekannter Dichter im [[Atraḫasis-Epos|Atrahasis-Epos]] als zuletzt vergeblich gebliebenen Versuch der oberen [[Anunna|Himmelsgötter]] darstellt, die Menschen (die sie einst als ersatzweise Arbeitskräfte erschufen, um die gegen ihre bisherige Arbeitspflicht revoltierenden unteren [[Igigu|Erdgötter]] zu befrieden) wieder zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Es ist bislang nicht geklärt, welcher Sprache &amp;#039;&amp;#039;ZU.AB&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;apsu&amp;#039;&amp;#039; entstammt. Möglicherweise liegt eine [[Lehnwort|Entlehnung]] aus einer dritten Sprache vor. Eine Übernahme des sumerischen ZU.AB von der akkadischen Form &amp;#039;&amp;#039;apsu&amp;#039;&amp;#039; wird ebenso diskutiert wie umgekehrt eine akkadische Entlehnung aus der sumerischen Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiel wird der sumerischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;ušparu&amp;#039;&amp;#039; aus akkadisch &amp;#039;&amp;#039;paruššu&amp;#039;&amp;#039; für „[[Steckenpferd|Stecken]]“ oder „[[Stock (Stab)|Stab]]“ herangezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA124&amp;quot;&amp;gt;Dietz-Otto Edzard u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie (RIA).&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;A - Bepašte&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1932 (Nachdruck 1997), S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wayne Horowitz]] bezieht „zu“ auf „wissen“. Grundlage für seine Zuordnung bildet die Assoziation mit dem Gott [[Enki]], der „Gott der Weisheit“ genannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einerseits besteht eine Verbindung vom [[sumer]]ischen Wortzeichen &amp;#039;&amp;#039;A.AB.BA.&amp;#039;&amp;#039; gesprochen Ajaba, zum [[akkad]]ischen &amp;#039;&amp;#039;tiamtu&amp;#039;&amp;#039; (Meer, Ozean). Mit &amp;#039;&amp;#039;tiamtu&amp;#039;&amp;#039; wird der Bezug zu den Wassern des Ab hergestellt. Im [[Enki#Enki und Ninhursanga|Dilmun-Mythos]] entspricht &amp;#039;&amp;#039;tiamtu&amp;#039;&amp;#039; der [[Babylonien|babylonischen]] Göttin [[Tiamat]] als Personifikation des [[Salzwasser]]s. Der sumerische Begriff &amp;#039;&amp;#039;A.ENGUR&amp;#039;&amp;#039; ([[Fluss]]) wird auch für das sumerische &amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039; mit Wasser übersetzt, ohne die spezielle Form des Salz- oder Süßwassers zu meinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der akkadischen Sprache wird für das sumerische &amp;#039;&amp;#039;A&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;A.ENGUR&amp;#039;&amp;#039; der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;naru&amp;#039;&amp;#039; (Fluss) verwendet,&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA124&amp;quot; /&amp;gt; der sich ebenfalls in akkadischen Texten auf das akkadische apsu bezieht. Ebenso kann das sumerische &amp;#039;&amp;#039;SUG&amp;#039;&amp;#039; als akkadisches apsu gelesen werden, das in diesem Falle eine sprachliche Nähe zu oberirdischen Gewässern wie beispielsweise [[Sumpf|Sümpfen]] und [[See]]n aufweist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot; /&amp;gt; Ergänzend kommt &amp;#039;&amp;#039;Abzu-gal&amp;#039;&amp;#039; („Großer Abzu“) hinzu, die sich zweifelsfrei auf einen [[Kanal (Wasserbau)|Kanal]] oder Fluss bezieht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot;&amp;gt;Dietz-Otto Edzard u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie (RIA).&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;A - Bepašte&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1932 (Nachdruck 1997), S. 122.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit ist entweder der [[Euphrat]] oder eine Kanalabzweigung gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythologie ==&lt;br /&gt;
In den babylonischen Dichtungen entspricht der Apsu allen unter- und oberirdischen Süßgewässern und umgibt zugleich als kosmischer Süßwasserozean vollständig Himmel und Erde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA122&amp;quot; /&amp;gt; Beispielsweise erfährt [[Gilgamesch|Gilgameš]] im [[Gilgamesch-Epos]] vom babylonischen Noah (dem [[Atraḫasis-Epos|Atraḫasis]] entlehnt), wie es dazu kam, dass dieser mit seiner Frau nach der &amp;#039;&amp;#039;Großen Flut&amp;#039;&amp;#039; auf [[Dilmun]] angesiedelt wurde: eine von den „[[Wasser des Todes|Wassern des Todes]]“ – das salzige Weltmeer Tiamat – schützend umgebene „Götterinsel“ weit am östlichen Rand der Welt, die den [[Babylonier]]n als nächstgelegen zum kosmischen Süßwasserozean galt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA124&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutend ist in diesem Zusammenhang die sumerische Nennung des [[Sonnenaufgang]]es, der im „Schicksalsgemach (DU.KU.GA)“ beginnt und sich – wohl auch wegen seiner geographischen Nähe zu Dilmun – auf den Begriff Apsu bezog.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA124&amp;quot; /&amp;gt; Ea (sumerisch [[Enki]]) hatte später in der babylonischen Mythologie seinen Wohnort auf „dem getöteten Apsu“ errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RIA124&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nikasi-Hymne wird [[Ninti]] als die Königin des Apsu genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ninkasi A, Zeile 4.23.1., https://etcsl.orinst.ox.ac.uk/cgi-bin/etcsl.cgi?text=c.4.23.1&amp;amp;display=Crit&amp;amp;charenc=gcirc&amp;amp;lineid=c4231.9#c4231.9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Epos|epischen]] [[Mythos|Mythen]] Mesopotamiens, die von der späteren Wasser- und Kriegsgottheit [[Ninurta]] berichten, erscheint als nachträglicher Zusatz ([[Epitheton]]) ein Hinweis, der als [[Symbol|Sinnbild]] seiner „Stärke, Größe und Unerschütterlichkeit“ zu verstehen ist: die [[Libanon-Zeder|Zeder]], die im Apsu hochwächst (&amp;#039;&amp;#039;erenu&amp;amp;nbsp;ša&amp;amp;nbsp;ina&amp;amp;nbsp;apsi&amp;amp;nbsp;irbu&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;J. van Dijk: &amp;#039;&amp;#039;Lugal ud me-lám-bi nir-g̃ál: le récit épique et didact. des Travaux de Ninurta, du Déluge et de la Nouvelle création.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: &amp;#039;&amp;#039;Introduction, texte composite, traduction&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden 1983, ISBN 90-04-06871-6, Z. 189.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Enki findet sich ein ähnliches Epitheton in der Erzählung „[[Enki#Enki und die Weltordnung|Enki und die Weltordnung]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auffallend ist die Nähe des sumerischen Schöpfungsmythos zu den ersten Kapiteln der biblischen [[Genesis (Bibel)|Genesis]]: das Schweben des Geist Gottes auf den Wassern {{B|1. Mose|1}} mit der darauf folgenden Trennung von Himmel und Erde.  Darüber hinaus beginnt auch die abendländische Naturphilosophie mit dem Gedanken [[Thales]], dass der Kosmos von Grund auf aus Wasser beschaffen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturphilosophie und -wissenschaft ==&lt;br /&gt;
Die Annahme des Wassers als universal zu jedem Ding wandelbarer Urstoff der Welt findet sich ebenfalls bei [[Heraklit]] (&amp;#039;&amp;#039;Alles fließt; Feuers Umwende: Wasser&amp;#039;&amp;#039;) und hat bis heute seine große intellektuelle Anziehungskraft behalten: Noch der Astrophysiker [[Harald Lesch]] lässt seinen berühmten Vortrag „Was ist ein Symmetriebruch?“ mit der Vorstellung einer kosmisch allumfassenden Wasserkugel beginnen, deren raumzeitliche Oberfläche am Anfang – vor einem ersten Symmetriebruch – spiegelglatt ist: „Kein Lüftchen regt sich.“ So schwebt hier Herrn Leschs &amp;#039;Luft&amp;#039;-Geist ([[Pneuma]]; [[Psyche]]) auf den Wassern, bis er aus Freiheit die Entscheidung fällt, ein Stückchen Erde (Körper; [[Physis]]) hinein zu werfen, mit den dadurch erzeugten Wellen die Schöpfung (Bruch der Ursymmetrie) in Gang setzend und mit ihr die der Seelen: die vom Ursee herstammen (germanisch. Etymologie).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Abyssos]]&lt;br /&gt;
* [[Heiliger Baum von Eridu]]&lt;br /&gt;
* [[Pukku und Mikku]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Dietz-Otto Edzard]] u. a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie]] (RIA).&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;A – Bepašte&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin 1932 (Nachdruck 1997), ISBN 3-11-004451-X, S. 122–124.&lt;br /&gt;
* Wayne Horowitz: &amp;#039;&amp;#039;Mesopotamian Cosmic Geography.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Mesopotamian civilizations&amp;#039;&amp;#039;. Band 8). Eisenbrauns, Winona Lake 1998, ISBN 0-931464-99-4, S. 306–317, 334–347.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mesopotamische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Babylonien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sumer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythisches Gewässer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydronym]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RPI</name></author>
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