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	<title>Apophrades - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-10T23:42:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Apophrades&amp;diff=937874&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2024-04-20T07:00:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Apophrades&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ergänze &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;hemerai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, sind „unheilvolle Tage“ des [[Attischer Kalender|attischen Kalenders]], an denen aufgrund einer Atmosphäre der „Unreinheit“ und Befleckung manche privaten (zum Beispiel Antritt einer Reise) und öffentlichen Handlungen (zum Beispiel Erteilung eines [[Orakel]]s) unterlassen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In klassischer Zeit handelte es sich dabei um die Tage, an denen Mordfälle vor Gericht verhandelt wurden, wofür drei Tage gegen Ende jedes Monats vorgesehen waren, wenn auf sie nicht bereits ein Fest fiel. Außerdem galt der Tag als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;hemera apophras&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, an dem – im Rahmen des Fests der &amp;#039;&amp;#039;[[Plynterien]]&amp;#039;&amp;#039; – die Gewänder der [[Athene|Athena]] rituell gereinigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rekonstruktion der Bedeutung des Wortes &amp;#039;&amp;#039;apophrades (hemerai)&amp;#039;&amp;#039; wird dadurch erschwert, dass der Ausdruck von späteren griechischen Autoren häufig schlicht im Sinn des lateinischen &amp;#039;&amp;#039;[[Dies ater]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Dies nefastus|nefas]]&amp;#039;&amp;#039; gebraucht wurde. So schrieb [[Lukian von Samosata]] eine ganze Abhandlung (den &amp;#039;&amp;#039;Pseudologistes&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Lügenfreund&amp;#039;&amp;#039;), in der er einem „ignoranten“ Gegner die Bedeutung von &amp;#039;&amp;#039;apophrades&amp;#039;&amp;#039; auseinandersetzt, ohne selbst mit der Materie vertraut zu sein; im Gegensatz zum Obigen erklärt er, an diesen Tagen hätten keine Gerichtsverhandlungen und keine religiösen Zeremonien stattgefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa die Übersetzung Lukian von Samosata: &amp;#039;&amp;#039;[[:s:Apophras|Apophras]]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Lucian’s Werke.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von [[August Friedrich Pauly]]. 12. Bändchen, Metzler, Stuttgart 1831, S. 1459–1482.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Plutarch]] hat bei seinen häufigen Nennungen stets den lateinischen &amp;#039;&amp;#039;dies ater&amp;#039;&amp;#039; im Sinn. Andere erschlossen sogar neue Bedeutungen: So kam [[Hesychios von Alexandria]], indem er einen von [[Theopompos]] geschilderten Ritus mit Informationen über die &amp;#039;&amp;#039;[[Anthesteria]]&amp;#039;&amp;#039;, das athenische Fest des neuen Weins zusammenbrachte, zu der Auffassung, die Athener hätten geglaubt, an den &amp;#039;&amp;#039;apophrades hemerai&amp;#039;&amp;#039; kämen die Toten in ihre früheren Wohnungen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wortsinn des Adjektivs &amp;#039;&amp;#039;apophras&amp;#039;&amp;#039;, Plural &amp;#039;&amp;#039;apophrades&amp;#039;&amp;#039; wurde dabei offenbar von &amp;#039;&amp;#039;apo&amp;#039;&amp;#039;, „weg“, und dem Verb &amp;#039;&amp;#039;phrasso&amp;#039;&amp;#039;, „ich umzäune, versperre“ her verstanden, eine &amp;#039;&amp;#039;hemera apophras&amp;#039;&amp;#039; wäre ein „Tag des Wegsperrens“ gewesen. Angaben, dass „an den &amp;#039;&amp;#039;apophrades&amp;#039;&amp;#039;, d.&amp;amp;nbsp;h. den Plynterien und solchen Tagen“ (so bei [[Iulius Pollux|Pollux]] im 2. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr.) die Schreine „mit Seilen abgesperrt“ wurden, erklärte man sich so, dass es sich um Vorkehrungen gegen den Besuch der Totengeister gehandelt habe, da auch für die Anthesteria eine solche Absperrung belegt war und man ihnen einen Ritus des Totengedächtnisses zuordnete, der aber tatsächlich nichts mit ihnen zu tun hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Nicole Loraux]] zufolge war bereits diese Herleitung des Wortes nicht korrekt, es muss stattdessen von &amp;#039;&amp;#039;apo&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;phrazo&amp;#039;&amp;#039;, „ich mache deutlich, markiere“ abgeleitet werden. &amp;#039;&amp;#039;Hemerai apophrades&amp;#039;&amp;#039; waren Tage, die man „streichen“ konnte, und im 4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. scheint tatsächlich, als eine Art von negativer Erinnerung an den verheerenden [[Peloponnesischer Krieg|Bürgerkrieg]] zwischen [[Athen]] und [[Sparta]], ein Tag aus dem athenischen Kalender gestrichen worden zu sein, an dem bis dahin des Streits zwischen [[Athene]] und [[Poseidon]] bei der mythischen Gründung der Stadt gedacht worden war – was praktisch kein größeres Problem darstellte, da wegen der Verschiebungen zwischen dem gleichzeitig gebrauchten Sonnen- und Mondkalender sowieso immer wieder Tage gestrichen werden mussten. Auch dieser Tag hieß &amp;#039;&amp;#039;apophras&amp;#039;&amp;#039; – wobei Loraux diesmal die Information Plutarch entnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Harold Bloom]] verwendet den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Apophrades&amp;#039;&amp;#039; zur Bezeichnung einer „Methode der dichterischen Revision“ eines Vorgängertextes im selben Sinn wie Hesychios. Diese Bedeutung wird auch im Eintrag von &amp;#039;&amp;#039;[[Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; von 1895 vertreten,&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|II,1|174|175|Ἀποφράδες ἡμέραι|[[Paul Stengel]]|RE:Ἀποφράδες ἡμέραι}}&amp;lt;/ref&amp;gt; erst seit den 1970er Jahren wurden die Überlagerungen der ursprünglichen Wortbedeutung abgetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jon D. Mikalson: &amp;#039;&amp;#039;Hemera apophras.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[American Journal of Philology]].&amp;#039;&amp;#039; Band 96, Nr. 1, 1975, S. 19–27&lt;br /&gt;
* Noel Robertson: &amp;#039;&amp;#039;Athen’s Festival of the New Wine.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Harvard Studies in Classical Philology.&amp;#039;&amp;#039; Band 95, 1993, S. 197–250&lt;br /&gt;
* Nicole Loraux: &amp;#039;&amp;#039;The Divided City. On Memory and Forgetting in Ancient Athens.&amp;#039;&amp;#039; New York 2002, darin das Kapitel: &amp;#039;&amp;#039;On a Day Banned from the Athenian Calendar&amp;#039;&amp;#039;, S. 171–190&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Athen in der Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (antikes Griechenland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tagesbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechischer Kalender]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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