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	<title>Antonius van der Linde - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T13:53:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Antonius_van_der_Linde&amp;diff=569617&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;A1000: +Ergänzungen nach NDB</title>
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		<updated>2025-12-15T13:50:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Ergänzungen nach NDB&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Antonius van der Linde, 1874.jpg|mini|200px|Antonius van der Linde]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Antonius van der Linde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. November]] [[1833]] in [[Haarlem]]; † [[12. August]] [[1897]] in [[Wiesbaden]]) war ein niederländischer Historiker, Bibliothekar, Theologe und Philologe. Er gilt als der erste namhafte [[Schach]]historiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Seine Eltern waren der Sattler Hendricus van der Linde  († 1834) und dessen Ehefrau &amp;#039;&amp;#039;Katharina de Vries&amp;#039;&amp;#039; (1801–1880).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde als Kind von seiner [[Mennoniten|mennonitischen]] Mutter auf eine von dieser kirchlichen Organisation betriebene Schule geschickt, wo sich früh bei ihm eine Leidenschaft für [[Metaphysik]] und [[Theologie]] entwickelte, die ihn zunächst die Laufbahn eines Geistlichen in [[Amsterdam]] einschlagen ließ. Doch 1861 schrieb er sich an der [[Georg-August-Universität Göttingen|Universität Göttingen]] ein, wo er bereits 1862 mit einer Schrift über [[Spinoza]] promovierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er kehrte im gleichen Jahr in die Niederlande zurück und machte sich in [[Nijmegen|Nimwegen]] ansässig, wo er sich mit Schach näher beschäftigte. Er wurde Mitglied der dortigen Schachzirkel und begann mit ersten Veröffentlichungen zum Schachspiel. 1865 erschien in Nimwegen sein erstes Werk über Schach: &amp;#039;&amp;#039;De schaakpartijen van [[Gioacchino Greco|Gioachino Greco]]&amp;#039;&amp;#039;. Kurze Zeit später spielte er einen [[Fernschach]]wettkampf mit dem Berliner Schachmeister [[Jean Dufresne]], den van der Linde 1,5-0,5 gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Van der Linde veröffentlichte 1870 eine Schrift, die ihn in den Niederlanden zu einer unpopulären Person machte. Darin widerlegte er sorgfältig die verbreitete Legende, [[Laurens Janszoon Coster]] und nicht [[Johannes Gutenberg]] sei der [[Geschichte des Buchdrucks#Letterndruck in Europa|Erfinder des Buchdrucks]] gewesen. Im Jahr 1871 zog er nach Berlin, um [[Sanskrit]] zu lernen. 1874 veröffentlichte er in der deutschen Hauptstadt sein bedeutendstes Werk zum Schach, die &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Litteratur des Schachspiels&amp;#039;&amp;#039;. Es gilt selbst heute noch als Standardwerk zur Schachgeschichte und -bibliografie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 1874 kehrte van der Linde in sein Heimatland zurück und siedelte sich in [[Arnheim]] an. 1875 erschien sein Buch &amp;#039;&amp;#039;Het Schaakspel in Nederland.&amp;#039;&amp;#039; Im selben Jahr verlor er durch den Bankrott eines Amsterdamer Bankhauses sein gesamtes, dort angelegtes Vermögen. Van der Linde verkaufte seine Spinoza-Sammlung (166 Bände) ebenso wie seine Schachbuchsammlung (800 Bände und Manuskripte) an die [[Königliche Bibliothek der Niederlande|Königliche Bibliothek]] in Den Haag. Dies wurde zum Grundstock einer der größten Schachbuchsammlungen der Welt („Bibliotheca van der Linde-[[Meindert Niemeijer|Niemeijeriana]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1876 wurde van der Linde zum Oberbibliothekar der [[Hessische Landesbibliothek|Königlichen Landesbibliothek zu Wiesbaden]] ernannt. Dies war Ausdruck der Anerkennung für den ausländischen Gelehrten, dem die preußische Kulturverwaltung damit die „äußere Existenz“ erleichterte.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Egbert Meissenburg, in: &amp;#039;&amp;#039;In memoriam Antonius van der Linde 1833-1897&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;34&amp;lt;/ref&amp;gt; In Berlin erschienen 1881 nochmals zwei bedeutende Schriften van der Lindes zum Schach. Die Titel lauteten in Originalschreibweise: &amp;#039;&amp;#039;Das erste Jartausend&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;[&amp;lt;/nowiki&amp;gt;[[sic]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt; der Schachlitteratur&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Quellenstudien zur Geschichte des Schachspiels&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil er seiner schriftstellerischen Tätigkeit wegen die Bibliothek vernachlässigt habe, wurde van der Linde wegen „organisatorischer Unfähigkeit“ 1894 in den Ruhestand versetzt. Bereits im Jahr 1883 wurde seine zweite Ehe geschieden. Er starb vereinsamt und in desolaten persönlichen Verhältnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urteil der Nachwelt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Walther Peter Fuchs]] bezeichnete van der Linde als Gelehrten „von ungewöhnlicher Fruchtbarkeit auf so weit auseinanderliegenden Feldern wie [[Dogmatik]], Exegese biblischer Schriften, Kirchen- und Profangeschichte, Philosophie, Zeitkritik, Biographie, Bibliographie, [[Heraldik]] und noch einiges mehr, obendrein als Übersetzer von Werken von Spinoza, [[August Ebrard|Ebrard]], [[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling|Schelling]] und [[Friedrich Julius Stahl]]“. Neben den schachhistorischen Werken und der erwähnten &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Erfindung der Buchdruckkunst&amp;#039;&amp;#039; von 1886, für die er den Professorentitel erhielt, ist seine gründliche Untersuchung &amp;#039;&amp;#039;[[Kaspar Hauser]], eine neugeschichtliche Legende&amp;#039;&amp;#039; zu erwähnen. Sie zeigt aber auch eine Schwäche van der Lindes auf, nämlich seinen Hang zur bissigen Schmährede und zum Zynismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Schachhistoriker ist seine Bedeutung bis heute unbestritten. Dabei fasste er [[Geschichte des Schachspiels|Schachgeschichte]] als die Geschichte der auf das Schach bezogenen Literatur auf. Die [[Textinterpretation|Auslegungsmethoden]], derer er sich bediente, hatte er seinem ursprünglichen Fach, also der theologischen [[Biblische Exegese|Exegese]], entlehnt. Obwohl van der Linde in höchstem Maße der geschichtlichen Wahrheit verpflichtet war, neigte er zu entschiedener Parteinahme und ließ deutsch-nationale Vorurteile erkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Egbert Meissenburg, in: &amp;#039;&amp;#039;In memoriam Antonius van der Linde 1833-1897&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;50ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das erste Jartausend&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;[&amp;lt;/nowiki&amp;gt;sic&amp;lt;nowiki&amp;gt;]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt; der Schachlitteratur&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1881&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De schaakpartijen van Gioachino Greco&amp;#039;&amp;#039;. Nijmegen 1865&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Erfindung der Buchdruckkunst&amp;#039;&amp;#039;, 3 Bde., Berlin 1886&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Schachspiel des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1873&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Litteratur des Schachspiels.&amp;#039;&amp;#039; Erster Band. Julius Springer, Berlin&amp;amp;nbsp;1874 ([https://books.google.de/books?id=-05iAAAAcAAJ&amp;amp;pg=RA1-PA152&amp;amp;dq=antonius+van+der+linde+geschichte+und+literatur+des+schachspiels+band+1&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwit0dDN_Y_TAhVmOpoKHULMAQgQ6AEIGjAA#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat]). Zweiter Band. Julius Springer, Berlin&amp;amp;nbsp;1874 ([https://archive.org/details/geschichteundli01lindgoog Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Quellenstudien zur Geschichte des Schachspiels&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1881&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Het schaakspel in Nederland&amp;#039;&amp;#039;. 1875&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kaspar Hauser. Eine neugeschichtliche Legende&amp;#039;&amp;#039;, 2 Bde., Wiesbaden 1887&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Spinoza. Seine Lehre und deren Nachwirkungen in Holland&amp;#039;&amp;#039;. Dissertation Universität, Göttingen 1862&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{ADB|51|717|719|Linde, Antonius van der|K. Steiff|ADB:Linde, Antonius van der}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|14|575|576|Linde, Antonius van der|Rupprecht Leppla|117015288}}&lt;br /&gt;
* Christiaan M. Bijl: &amp;#039;&amp;#039;Antonius van der Linde&amp;#039;&amp;#039;, Selbstverlag, Haarlem 1976&lt;br /&gt;
* Förderkreis Schach-Geschichtsforschung e. V.: &amp;#039;&amp;#039;In memoriam Antonius van der Linde 1833-1897&amp;#039;&amp;#039;. Festschrift zu seinem 100.&amp;amp;nbsp;Todestag 12.&amp;amp;nbsp;August 1997, Kelkheim/Ts. 1997 (enthält eine Biografie von Egbert Meissenburg)&lt;br /&gt;
* Walther Peter Fuchs: &amp;#039;&amp;#039;Studien zu Großherzog Friedrich I. von Baden&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 1995, S. 25–30&lt;br /&gt;
* KWA Yuletide series 2, Amsterdam 2005&lt;br /&gt;
* Rupprecht Leppla: &amp;#039;&amp;#039;Antonius van der Linde&amp;#039;&amp;#039;, in: Nassauische Lebensbilder, Bd. 5, Wiesbaden 1955, S. 233–245&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Antonius van der Linde}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117015288}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|117015288}}&lt;br /&gt;
* [http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Linde+%5B2%5D Eintrag in &amp;#039;&amp;#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 12. Leipzig 1908, S. 566]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117015288|LCCN=n/87/819743|VIAF=10612068}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Linde, Antonius van der}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar (Niederlande)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schachhistoriker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fernschachspieler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Wiesbaden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1833]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1897]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Linde, Antonius van der&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=niederländischer Schachhistoriker, Bibliothekar, Theologe und Philologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. November 1833&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Haarlem]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. August 1897&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wiesbaden]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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