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	<title>Antislawismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Antislawismus&amp;diff=157984&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Antislawismus in der Gegenwart */</title>
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		<updated>2026-04-04T07:52:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Antislawismus in der Gegenwart&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Antislawismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;antislawischer Rassismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden alle pauschalisierten Formen von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Slawenhass&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Slawenfeindlichkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Slawenfeindschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Jannis Panagiotidis, Hans-Christian Petersen: &amp;#039;&amp;#039;EXPERTISE. Antiosteuropäischer und antislawischer Rassismus.&amp;#039;&amp;#039; Mediendienst Integration, Mai 2023. ([https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/MEDIENDIENST_Expertise_Antislawischer_Rassismus.pdf online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um [[Osteuropa]] als einem [[Heterogenität|heterogenen]] und unscharf definierten Sprach- und Kulturraum Rechnung zu tragen, verwenden neuere Forschungen auch den Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;antiosteuropäischer Rassismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.soziopolis.de/keine-stunde-null.html |titel=Keine „Stunde Null“ |abruf=2024-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Variante des [[Rassismus]] richtet sich &lt;br /&gt;
* entweder gegen alle [[Slawen]] und generell Menschen aus [[Mittel- und osteuropäische Länder|Mittel- und osteuropäischen Ländern]], unabhängig davon, ob sie [[slawische Sprachen]] sprechen,&lt;br /&gt;
* oder gegen einzelne slawische/osteuropäische Völker, wenn diese als Bestandteil einer vermeintlichen &amp;quot;slawischen [[Rassentheorie|Rasse]]&amp;quot; wahrgenommen werden. &lt;br /&gt;
In Deutschland spielte der Antislawismus in der [[Wilhelminismus|wilhelminischen Zeit]], besonders aber in der [[Ideologie]] des [[Nationalsozialismus]] eine wichtige Rolle, und wirkt bis in die [[Gegenwart]] fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antislawismus in Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Deutsches Kaiserreich (1871–1918) ===&lt;br /&gt;
Während [[Arthur de Gobineau]]s [[Rassentheorie|rassistischer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen]]&amp;#039;&amp;#039; keine Hinweise auf [[Deutscher Nationalismus|deutschen Nationalismus]] enthielt, wurde dieses Element durch [[Houston Stewart Chamberlain]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts]]&amp;#039;&amp;#039; hinzugefügt, der Gobineaus Essay durch die Vermittlung von [[Cosima Wagner]] kennengelernt hatte und zudem [[Antisemitismus (bis 1945)|antisemitisch]] orientiert war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.tabvlarasa.de/38/Lausberg.php |autor=Michael Lausberg |titel=Die Resonanz des gobinistischen Rassenbegriffs bei Wagner und Nietzsche |hrsg=[[TABVLA RASA]] |datum=2009-10-30 | offline=2024-12-07 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160118095400/http://www.tabvlarasa.de/38/Lausberg.php |archiv-datum=2016-01-18 | abruf=2024-12-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Chamberlains Schrift stieß in Deutschland auf breite Rezeption und prägte den deutschen Nationalismus zur Zeit des [[Wilhelminismus]]. Die Germanen wurden dabei als höchstentwickelte menschliche Rasse und Deutschland als ihre natürliche Führungsmacht dargestellt. Damit ging eine Verschlechterung des Bildes von den slawischen Nachbarvölkern, besonders von Polen und Russen (vgl. [[Russlandbild]]), einher. Hierbei spielten [[Deutsch-Balten|deutsch-baltische]] Publizisten wie [[Paul Rohrbach]] und [[Theodor Schiemann]], die über gute Verbindungen zu [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] und führenden Militärs verfügten, eine große Rolle. Sie veränderten das bis dahin eher positive Russlandbild der preußisch-deutschen Eliten. Russland wurde von ihnen einerseits als bedrohlicher Koloss, andererseits als kulturell und zivilisatorisch [[Russische Rückständigkeit|rückständig]] bezeichnet, es galt als Führungsmacht der slawischen Welt, mit dem Deutschland als germanische Führungsmacht früher oder später kämpfen müsse. Diese Sichtweise machten sich auch Wilhelm II. und der preußische Generalstabschef [[Helmuth Johannes Ludwig von Moltke|Helmut von Moltke]] zu eigen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fritz Fischer (Historiker)|Fritz Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Krieg der Illusionen&amp;#039;&amp;#039;, Düsseldorf 1998, ISBN 3-7700-0913-4, S. 62, 78 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingt durch die [[Teilungen Polens]] waren Teile des damaligen Preußens polnisch besiedelt. Dies führte seit den 1850er Jahren zu einer antipolnischen Stoßrichtung des anwachsenden deutschen [[Nationalismus]]. Der Schriftsteller [[Gustav Freytag]] artikulierte in seinem 1854 erschienenen Roman „[[Soll und Haben (Roman)|Soll und Haben]]“ diese antipolnischen Vorurteile.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Broszat]]: &amp;#039;&amp;#039;Zweihundert Jahre deutsche Polenpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1972, ISBN 3-518-36574-6, S. 87 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es gibt keine Rasse, welche so wenig das Zeug hat, vorwärts zu kommen und sich durch Kapitalien Menschlichkeit und Bildung zu erwerben, als die slawische. Was die Leute dort im Müßiggang durch den Druck der rohen Masse zusammengebracht haben, vergeuden sie in phantastischen Spielereien. Bei uns tun so etwas doch nur einzelne privilegierte Klassen, und die Nation kann es zur Not ertragen. Dort drüben erheben die privilegierten den Anspruch, das Volk darzustellen. Als wenn Edelleute und leibeigene Bauern einen Staat bilden könnten! Sie haben nicht mehr Berechtigung dazu, als dieses Volk Sperlinge auf den Bäumen. Das Schlimme ist nur, dass wir ihre unglücklichen Versuche auch mit unserem Gelde bezahlen müssen.|Gustav Freytag| in seinem Roman: &amp;#039;&amp;#039;Soll und Haben&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die [[Antipolonismus|Polenfeindlichkeit]] durch die [[Agitation]] des 1894 gegründeten „[[Deutscher Ostmarkenverein|Deutschen Ostmarkenvereins]]“ (Verein zur Förderung des Deutschtums in den Ostmarken) intensiviert.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Hitler war kein Betriebsunfall&amp;#039;&amp;#039;, München 1992, ISBN 3-406-34051-2, S. 229&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese beeinflusste auch Teile des liberalen Bürgertums, so behauptete der Soziologe [[Max Weber]] in seiner Antrittsvorlesung 1895:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der polnische Kleinbauer gewinnt an Boden, weil er gewissermaßen das Gras vom Boden frißt, nicht trotz, sondern wegen seiner tiefstehenden physischen und geistigen Lebensgewohnheiten. ... Die Menschengeschichte kennt den Sieg von niedriger entwickelten Typen der Menschlichkeit und das Absterben hoher Blüten des Geistes- und Gemütslebens, wenn die menschliche Gemeinschaft, welche deren Träger war, die Anpassungsfähigkeit an ihre Lebensbedingungen verlor, es sei ihrer sozialen Organisation oder ihrer Rassequalitäten wegen. ... das Interesse an der Hemmung der slawischen Flut ruft nach der Überführung bedeutender Teile des östlichen Bodens in die Hand des Staates}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Polnische Wirtschaft (Stereotyp)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders der [[Alldeutscher Verband|Alldeutsche Verband]] unter seinem Vorsitzenden [[Heinrich Claß]], dessen Mitglied auch Max Weber zeitweise war, propagierte die „rassische“ Unterschiedlichkeit von Germanen und Slawen, die früher oder später zum Kampf führen müsse. Vor diesem Hintergrund wurde der erwartete Krieg zwischen Deutschland und Russland als &amp;#039;&amp;#039;„[[Rassenkampf]] (...) der Germanen gegen die übermütig gewordenen Slawen“&amp;#039;&amp;#039; (Wilhelm II. 1912)&amp;lt;ref&amp;gt;Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Krieg der Illusionen&amp;#039;&amp;#039;, S. 270&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein aufmerksamer Beobachter dieser Vorgänge war der spätere [[Tschechoslowakei|tschechoslowakische]] Staatspräsident [[Tomáš Garrigue Masaryk]], der alle Äußerungen registrierte, die den Slawen in herablassender Weise als angeblich nicht staatsfähig ihr nationales Selbstbestimmungsrecht absprachen, gab es doch mit [[Friedrich List]], [[Paul de Lagarde]] und [[Constantin Frantz]] politische Publizisten, die eine [[Deutscher Grenzkolonialismus|grenzkolonisatorische]] Ausweitung des deutschen Einflussbereichs nach [[Polen]] und über die Donau bis zu ihrer Mündung ins Schwarze Meer propagierten.&amp;lt;ref&amp;gt; Tomáš Garrigue Masaryk: &amp;#039;&amp;#039;[[Das neue Europa]]. Der slawische Standpunkt&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1991, S. 10–26. (Nach der tschechischen Ausgabe von 1920 erschien die deutsche 1922.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Masaryk stellte sich die Situation, in der sich „der [[Pangermanismus]] als Philosophie und Politik der Deutschen organisierte“, polemisch so dar: „Lagarde ist sein führender philosophischer und theologischer Wortführer, [[Heinrich von Treitschke|Treitschke]] sein Historiker, [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Kaiser Wilhelm]] sein Politiker.“&amp;lt;ref&amp;gt; Masaryk (1991), S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antislawismus im Nationalsozialismus (1933–1945) ===&lt;br /&gt;
Der im [[Wilhelminismus]] popularisierte Antislawismus wurde von den [[NSDAP|Nationalsozialisten]] aufgegriffen und zum wichtigen Bestandteil ihrer Ideologie ausgebaut. Genauso wie [[Juden]], wurden auch [[Slawen]] als [[Untermensch]]en gesehen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.academia.edu/41303748/Hitlers_Manifest_Destiny_Nazi_Genocide_Slavery_and_Colonization_in_Slavic_Eastern_Europe Tony Masiuk (2019): &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s Manifest Destiny: Nazi Genocide, Slavery, and Colonization in Slavic Eastern Europe&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der [[Generalplan Ost]] war ein geheimes, schriftlich detailliert ausgearbeitetes Programm zur systematischen Ermordung, Vertreibung und Versklavung von zig Millionen Slawen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] beteiligte sich der [[Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg]] (ERR) zunächst im Zuge des [[Westfeldzug]]s am [[Raubkunst|Kunst- und Kulturraub]] der vom NS-Regime identifizierten [[Feindbild|Feinde]]. Im September 1940 teilte [[Alfred Rosenberg]], NS-Chefideologe und Leiter des ERR, Reichsschatzmeister [[Franz Xaver Schwarz (Politiker)|Franz Xaver Schwarz]] unter anderen mit, dass eine große slawische Bibliothek aus Frankreich seiner „[[Hohe Schule der NSDAP|Hohen Schule]]“ zugeführt werde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Piper]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, S. 487, ISBN 3-89667-148-0. (Quelle: Schreiben von Rosenberg an Schwarz vom 18. September 1940; IMG, Bd. XXV, S. 181 f. = Dok. 090-PS.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eroberung von „[[Lebensraum im Osten]]“, zentraler Programmpunkt Hitlers, sollte auf Kosten der slawischen Völker gehen, die als Angehörige einer „minderen Rasse“ definiert wurden. [[Adolf Hitler]] schrieb 1928 in seinem „[[Hitlers zweites Buch|Zweiten Buch]]“, der nationalsozialistische Staat habe im eroberten Ostland „diese rassisch fremden Elemente...abzukapseln...oder er musste sie überhaupt kurzerhand entfernen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Eberhard Aleff: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich&amp;#039;&amp;#039;, Hannover 1973, ISBN 3-7716-2020-1, S. 130&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders [[Heinrich Himmler]] und die [[SS]] interpretierten die mittelalterlichen Konflikte zwischen Feudalherren deutscher, polnischer und russischer Zunge als „[[Rassenkampf]]“ der [[Germanen]] gegen die Slawen, Heinrich Himmler hielt sich für die Reinkarnation des gegen die Slawen siegreichen sächsischen Königs [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich I.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Aleff 1973, S. 70&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies prägte Deutschlands Kriegsplanung und Kriegführung im Zweiten Weltkrieg in Osteuropa. Einige Tage vor dem [[Überfall auf Polen]] erklärte Hitler in einer Rede vor Generälen:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ziel ist Beseitigung der lebenden Kräfte. Bei Beginn und Führung des Krieges kommt es nicht auf das Recht an, sondern auf den Sieg... brutales Vorgehen, größte Härte.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleff 1973, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Nach der deutschen Eroberung wurde die polnische [[Intelligenzija|Intelligenzschicht]] von [[Einsatzgruppen]] des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] unter dem [[Oberbefehlshaber|Oberbefehl]] [[Reinhard Heydrich]]s ermordet, die „nicht eindeutschungsfähigen“ Polen ins „[[Generalgouvernement]]“ vertrieben, wo sie den Deutschen als Wanderarbeiter zur Verfügung stehen sollten. Vor dem [[Unternehmen Barbarossa|Angriff auf die Sowjetunion]] erfolgte der [[Kriegsgerichtsbarkeitserlass]] vom 13. Mai 1941, wonach kollektive Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung zulässig waren, und der [[Kommissarbefehl]], wonach gefangengenommene politische Offiziere der [[Rote Armee|Roten Armee]] sofort zu erschießen waren. In Wochenschauen wurden Bilder von Russen gezeigt, die zeitgenössische Deutsche als „hässlich, unterentwickelt,...Gesichter wie Affen, mit Riesennasen, verlumpt, dreckig“ empfanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Laurence Rees: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Krieg im Osten&amp;#039;&amp;#039;, München 2001, ISBN 3-453-18846-2, S. 37, 58 (Zitat)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die sowjetischen Kriegsgefangenen wurden in Sammellagern zusammengefasst und oft dem Hungertod preisgegeben, von 5,7 Millionen Gefangenen starben 3,3 Millionen meist durch Hunger oder Krankheit. Die [[Wehrmacht]] sollte sich aus dem Land heraus ernähren, der [[Hungerplan|Hungertod]] der Zivilbevölkerung wurde in der [[Leningrader Blockade]] in Kauf genommen. In der [[Ukraine|ukrainischen]] Stadt [[Charkiw]] verhungerten deshalb im Winter 1942/43 mehrere hunderttausend Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rees 2001, S. 73, 117&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Generalplan Ost]] sah die Vertreibung von 31 Millionen „[[Fremdvölkische]]n“ als erste Etappe der Germanisierung Russlands vor. Die slawische Bevölkerung sollte von Bildung und medizinischer Fürsorge ferngehalten und lediglich mit Schnaps, Tabak und Verhütungsmitteln versorgt werden, um ihre Vermehrung zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleff 1973, S. 218, Rees 2001, S. 105, 112&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer arbeitsfähig war, wurde oft zur [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeit]] ins „Reich“ [[Deportation|deportiert]]. Bei internen Auseinandersetzungen setzten sich im NS-Apparat die Anhänger einer konsequent auf Ausplünderung und Repression setzenden Politik wie Himmler, [[Hermann Göring|Göring]] und der „[[Reichskommissariat Ukraine|Reichskommissar für die Ukraine]]“ [[Erich Koch]] gegen Alfred Rosenberg durch, der nun als Leiter des [[Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete|Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete]] das Ziel verfolgte, aus den eroberten Gebieten Satellitenstaaten zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rees 2001, S. 106 f., Aleff 1973, S. 217&amp;lt;/ref&amp;gt; Der nationalsozialistische Terror trieb viele Slawen, die den Einmarsch der Wehrmacht zunächst als Befreiung vom Kommunismus begrüßten, in den kommunistischen oder nationalistischen [[Partisan]]enwiderstand.&amp;lt;ref&amp;gt;Rees 2001, S. 113 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antislawismus in der Gegenwart ===&lt;br /&gt;
In der Gegenwart kann sich antislawischer Rassismus in Deutschland gegen Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion richten, darunter [[Russlanddeutsche]] und jüdische [[Kontingentflüchtling]]e&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Erica Zingher]] |Titel=Antislawischer Rassismus in Deutschland: Täter, Opfer, Twitterer |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=2021-03-30 |ISSN=0931-9085 |Online=https://taz.de/Antislawischer-Rassismus-in-Deutschland/!5758259/ |Abruf=2021-04-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie aus [[Mittel- und osteuropäische Länder|Mittel- und osteuropäischen Ländern]]. So analysiert aktuelle Forschung strukturelle antiosteuropäische Diskriminierung in Form multipler [[Prekarisierung]] von [[Rumänien|rumänischen]] und [[Bulgarien|bulgarischen]] Einwanderern am Beispiel von zwei Duisburger Stadtteilen:&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Die Räumungen erfolgen – trotz ihres langen bürokratischen Vorlaufs – für die Bewohner*innen unangekündigt und mit den für [[Zwangsräumung]]en üblichen rabiaten Mitteln. Familien verlieren innerhalb weniger Stunden ihr Zuhause, ihren sozialen Kontext und werden förmlich in eine gefährdete soziale Existenz hineinmanövriert. Von den Betroffenen wird das Vorgehen der Stadt als offen diskriminierend und rassistisch eingestuft.“&amp;lt;ref&amp;gt;Polina Manolova, Thorsten Schlee, Lena Wiese: &amp;#039;&amp;#039;[https://duepublico2.uni-due.de/rsc/viewer/duepublico_derivate_00082051/IAQ-Report_2024_10.pdf?page=1 Multiple Prekarisierung – Zur Lebenslage osteuropäischer Migrant*innen in urbanen Sozialräumen Am Beispiel der beiden Duisburger Stadtteile Hochfeld und Marxloh].&amp;#039;&amp;#039; [[Institut Arbeit und Qualifikation]], [https://www.uni-due.de/iaq/iaq-report.php IAQ-Report] 2024-10, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der [[Menschenhandel]] fußt gemäß Spires auf uralten [[Rassismus|rassistischen]] und antislawischen [[Ideologie]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.researchgate.net/publication/353784286_THE_PHILOSOPHICAL_FOUNDATIONS_OF_ENSLAVEMENT_AND_EXPLOITATION_SETTING_THE_STAGE_FOR_MODERN_HUMAN_TRAFFICKING Robert Spires: THE PHILOSOPHICAL FOUNDATIONS OF ENSLAVEMENT AND EXPLOITATION: SETTING THE STAGE FOR MODERN HUMAN TRAFFICKING]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Alli Neumann]] berichtet, wie sie als Tochter eines Deutschen und einer Polin zu einer &amp;quot;Undercover-Polin&amp;quot; wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=ZPtT5arKFwU |titel=Germania: Alli Neumann über „Undercover-Polen“, Nordfriesland und Polenwitze |werk=youtube.com |zugriff=2019-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen dominiert in aktuellen [[Antirassismus|antirassistischen]] Debatten die Überzeugung, &amp;quot;weiße&amp;quot; Menschen könnten keinen [[Rassismus]] erleiden, was Erfahrungen von Menschen aus dem östlichen Europa ausblendet. Daher plädieren Hans-Christian Petersen, [[Jannis Panagiotidis]] und [[Mark Terkessidis]] eindringlich für eine &amp;quot;Osterweiterung&amp;quot; der Rassismusdebatte und der [[Erinnerungskultur]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Christian Petersen, Jannis Panagiotidis [https://www.bpb.de/themen/migration-integration/regionalprofile/509853/geschichte-und-gegenwart-des-antiosteuropaeischen-rassismus-und-antislawismus/ Geschichte und Gegenwart des antiosteuropäischen Rassismus und Antislawismus]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Arbeitsdefinition des gegenwärtigen Verständnisses von Antislawismus formulieren Prokopkin und Brodnjak in ihrem Artikel „Antislawismus – eine Lücke im deutschen Antirassismusdiskurs. Versuch einer Definition.“ Sie betonen dabei insbesondere die strukturelle Dimension dieser Diskriminierungsform sowie ihre historischen Kontinuitäten:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sergej Prokopkin, Isa Brodnjak |Titel=Antislawismus - eine Lücke im deutschen Antirassismusdiskurs. Versuch einer Definition. |Hrsg=Perspek&amp;#039;tif:a Hamburg, Vernetzt gegen Rechts |Sammelwerk=Und plötzlich war da Krieg? Kontext und Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine |Ort=Hamburg |Datum=2023}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.boell-bremen.de/de/2025/03/29/antislawismus-eine-luecke-im-deutschen-antirassismusdiskurs Antislawismus - eine Lücke im deutschen Antirassismusdiskurs. Versuch einer Definition] [[Heinrich-Böll-Stiftung]] 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Antislawismus ist eine Form der [[Institutioneller Rassismus|strukturellen Diskriminierung]], die mit rassistischen Logiken operiert und in historischer Kontinuität zur Unterdrückung von Menschen führt, denen eine Zugehörigkeit zu einer sozialkonstruierten Gruppe – „die Slaw*innen“ bzw. „Osteuropäer*innen“ – zugeschrieben wird.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antislawismus in anderen Ländern ==&lt;br /&gt;
=== Italien ===&lt;br /&gt;
Bei vielen italienischen [[Irredentismus|Irredentisten]] war der Slawenhass seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts stark ausgeprägt, da es für die Nationalstaatsbildung noch „unerlöste“ Gebiete mit slawischer Bevölkerung unter habsburgischer Herrschaft gab. Vertieft wurde der Slawenhass durch den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], in dem die Slawen für Österreich-Ungarn gegen Italien kämpften. Auch dass Italien am Kriegsende nur Teile von [[Dalmatien]] zugesprochen wurden, erhöhte den Hass. Die [[Italienischer Faschismus|italienischen Faschisten]] erhoben dann die „slavofobia“ zum Programm. Im sogenannten Grenzland-Faschismus gingen sie mit Morden, Plünderungen und Brandstiftungen gegen Exponenten und Einrichtungen der slawischen Bevölkerung vor. Kurz nach der Machtübernahme durch [[Mussolini]] wurde im Zeichen der „italianizzazione forzata“ eine [[Assimilationspolitik|Zwangsassimilation]] durchgeführt, die laut [[Aram Mattioli]] einem kulturellen Genozid glich.&amp;lt;ref&amp;gt;Aram Mattioli: &amp;#039;&amp;#039;Das faschistische Italien – ein unbekanntes Apartheidregime&amp;#039;&amp;#039;. Erschienen in: &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliches Unrecht – Rassistisches Recht im 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg.: Micha Brumlik, Susanne Meinl und Werner Renz, Campus 2005, ISBN 3-593-37873-6, S. 157 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Annexion von Restdalmatien wurde im Rahmen der Partisanenbekämpfung eine ethnische Bereinigung zugunsten der Ansiedlung von Italienern betrieben, indem Teile der lokalen Bevölkerung in die Konzentrationslager [[KZ Kampor|Rab]], [[KZ Molat|Molat]] und [[KZ Gonars|Gonars]] interniert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Pamela Ballinger: &amp;#039;&amp;#039;History in Exile: Memory and Identity at the Borders of the Balkans&amp;#039;&amp;#039;. Princeton University Press 2003, ISBN 0-691-08696-6, S. 139&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
Die von österreichischen Politikern und Medien vorgenommene Verurteilung der [[Beneš-Dekrete]] ohne Berücksichtigung ihrer Vorgeschichte werten einige Kritiker der österreichischen Politik als antislawisch.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.radio.cz/de/artikel/50382/limit Radio Praha: Beppe Bayerl über Benes Dekrete und Antislawismus in Österreich]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gustav Freytag]]: [[Soll und Haben (Roman)|Soll und Haben]], 1854.&lt;br /&gt;
* [[Uwe-K. Ketelsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Der koloniale Diskurs und die Öffnung des europäischen Ostens im deutschen Roman&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Mihran Dabag]], Horst Gründer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kolonialismus, Kolonialdiskurs und Genozid&amp;#039;&amp;#039;, Fink, Paderborn / München 2004, ISBN 3-7705-4070-0, S. 81–82.&lt;br /&gt;
* Giovanni Libretti: &amp;#039;&amp;#039;The Presumed Antislavism of Engels&amp;#039;&amp;#039;. In: »Beiträge zur Marx-Engels-Forschung« 1998, S. 191–202 ([https://marxforschung.de/603-2 online]).&lt;br /&gt;
* [[Tomáš Garrigue Masaryk]]: &amp;#039;&amp;#039;Das neue Europa. Der slawische Standpunkt&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1991, ISBN 3-353-00809-8 (Nach der tschechischen Ausgabe von 1920 erschien die deutsche 1922).&lt;br /&gt;
* Aram Mattioli: &amp;#039;&amp;#039;Das faschistische Italien – ein unbekanntes Apartheidregime.&amp;#039;&amp;#039; In: Micha Brumlik, Susanne Meinl, Werner Renz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Gesetzliches Unrecht – Rassistisches Recht im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Campus Verlag, 2005, ISBN 3-593-37873-6, S. 159–161.&lt;br /&gt;
* Helmut Schaller: &amp;#039;&amp;#039;Der Nationalsozialismus und die slawische Welt&amp;#039;&amp;#039;, Pustet, Regensburg, 2002, ISBN 3-7917-1820-7.&lt;br /&gt;
* [[Max Weber]], Antrittsrede, 1895.&lt;br /&gt;
* Massimo Ferrari-Zumbini: &amp;#039;&amp;#039;Große Migration und Antislawismus: Negative Ostjudenbilder im Kaiserreich&amp;#039;&amp;#039;. In: »Jahrbuch für Antisemitismusforschung« 1994, 3, S. 194–226 ([https://books.google.com/books?id=_s4sAQAAIAAJ online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antislawismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fremdenfeindlichkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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