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	<title>Antiimperialismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-25T20:21:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ludwig Binder Haus der Geschichte Studentenrevolte 1968 2001 03 0275.0001 (16477004053).jpg|mini|Der antiimperialistische [[Internationaler Vietnamkongress|Internationale Vietnamkongress]], West-Berlin 1968]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Antiimperialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (aus griechisch ἀντί &amp;#039;&amp;#039;anti&amp;#039;&amp;#039; – „gegen, an Stelle von“ und „[[Imperialismus]]“ zusammengesetzt) ist der Gegenbegriff zu Imperialismus und von dessen jeweiliger Definition abhängig. Dieser bezeichnet allgemein eine auf Herrschaftserweiterung über das eigene Staatsgebiet hinaus ausgerichtete Politik. Antiimperialismus ist also deren prinzipielle Ablehnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus unterschiedlichen Erklärungsmodellen für den Imperialismus ergeben sich unterschiedliche antiimperialistische Positionen, die sich zum Teil ähneln, aber auch in direktem Gegensatz zueinander stehen können. Meist bedeutet Antiimperialismus jedoch die konkrete Bekämpfung des modernen, seit etwa 1890 bestehenden europäischen und [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischen]] Imperialismus. Heute wird darunter zumeist eine [[Linksextremismus|linksextreme]] Ideologie mit oft [[Antiamerikanismus|antiamerikanischen]] oder [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Untertönen verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene Imperialismustheorien ==&lt;br /&gt;
* Wird der Imperialismus als eine Phase nationalstaatlicher [[Kolonialismus|Expansionspolitik]] ab Ende des 19. Jahrhunderts gesehen, so erfuhr der Antiimperialismus mit dem zu Ende gehenden [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] 1917/18 eine Zäsur. Während Deutschland seine [[Deutsche Kolonien|Kolonien]] verlor und Russland infolge der [[Oktoberrevolution]] auf eine antiimperialistische Politik umschwenkte, setzten die ehemaligen europäischen [[Triple Entente|Entente]]-Mächte, v.&amp;amp;nbsp;a. [[Frankreich]] und [[Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland|Großbritannien]], ihre kolonialistische Politik fort. In diesen Staaten entwickelte auch der Antiimperialismus eine zunehmend [[Kapitalismuskritik|antikapitalistische]] Dimension.&lt;br /&gt;
* Wird hingegen der Imperialismus als eine dem [[Kapitalismus]] inhärente Entwicklungsstufe definiert (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Imperialismustheorie#Lenin (1916)|leninistische Imperialismustheorie]]), so wird auch der Antiimperialismus erst mit dem Ende des kapitalistischen Wirtschaftssystems seine Funktion verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffsverwirrung entsteht immer dann, wenn das Wort &amp;#039;&amp;#039;Antiimperialismus&amp;#039;&amp;#039; ohne klaren Bezug auf die dahinter stehende Imperialismustheorie verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Formelle und informelle Herrschaft&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung in &amp;#039;&amp;#039;formal empire&amp;#039;&amp;#039; („formelle Herrschaft“) und &amp;#039;&amp;#039;informal empire&amp;#039;&amp;#039; („informelle Herrschaft“) ermöglicht es auch nicht-marxistischen Imperialismustheoretikern, die Beschränkung des Imperialismusbegriffes auf den Kolonialismus zu durchbrechen. So war etwa [[Kuba]] auch in der nicht-marxistischen Analyse zwischen 1902 und 1959 zwar keine US-amerikanische Kolonie mehr, aber gehörte zum &amp;#039;&amp;#039;informal empire&amp;#039;&amp;#039; der [[Vereinigte Staaten|USA]], sinngemäß deren politischen, im engeren Sinn wirtschaftspolitischen, aber auch militärischen Einflusssphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Antiimperialismus ==&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
Antiimperialistische Bewegungen gab es sowohl in Europa im [[Zeitalter des Imperialismus]] als auch in den USA beginnend mit dem [[Spanisch-Amerikanischer Krieg|Spanisch-Amerikanischen Krieg]] 1898 und dem damit verbundenen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Kreis der imperialistischen Weltmächte. Besonders in den USA gehörten auch einflussreiche bürgerliche Politiker zu den Antiimperialisten, die eine Vernachlässigung der wirtschaftlichen Entwicklung im eigenen Land befürchteten ([[Isolationismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsches Kaiserreich ===&lt;br /&gt;
Im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] waren es besonders Teile der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]], die vor Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 antiimperialistische Forderungen gegen die kolonialen Ansprüche des Deutschen Reichs bzw. dessen Politik in den entsprechenden [[Deutsche Kolonien und Schutzgebiete|Kolonien]] (im Wesentlichen die heutigen Staaten [[Togo]], [[Kamerun]], [[Namibia]], [[Tansania]], [[Papua-Neuguinea]] und [[Samoa]]) vertraten. Persönlichkeiten wie [[Rosa Luxemburg]] oder [[Karl Kautsky]] entwickelten eigene Imperialismustheorien. Andere, beispielsweise [[Eduard Bernstein]], verneinten den zwangsweisen Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Imperialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zustimmung der Mehrheit der SPD-Fraktion im Reichstag zu den [[Kriegsanleihe|Kriegskrediten]] des Deutschen Reiches 1914 während des Ersten Weltkrieges und dem Auseinanderbrechen der [[Sozialistische Internationale|Zweiten Internationale]] in nationale [[Arbeiterbewegung]]en, die z.&amp;amp;nbsp;T. die Kriegspolitik ihrer Regierungen stützten, erfuhr der bisherige Antiimperialismus eine Zäsur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DDR ===&lt;br /&gt;
Die [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] definierte sich ausdrücklich als ein „antiimperialistisches Land“ und zog einen erheblichen Teil ihrer selbst zugeschriebenen Legitimität daraus mit dem Faschismus und dem [[Bourgeoisie|bürgerlichen]] Imperialismus konsequent gebrochen zu haben. Sie sah sich als Bollwerk des Friedens und der Demokratie gegen den „imperialistischen [[Klassenfeind]]“ in der Bundesrepublik, die in der Kontinuität des Faschismus stand. Bis 1989 blieb die Rede vom westlichen Imperialismus als letztem Stadium des [[Kapitalismus]] gängige Terminologie. Sie leistete sich dafür auch eine gut ausgebaute Kolonialgeschichtsforschung, um die Kontinuität zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik nachzuweisen, bei der sich lediglich die äußere Form geändert habe, und die anrüchigen Begriffe „Kolonie“, „Protektorat“ und „Kolonialwirtschaft“ durch „Entwicklungsland“, „wirtschaftliche Hilfe“, „Partnerschaft“ und „Eurafrika“ ersetzt worden sein sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dirk van Laak]]: &amp;#039;&amp;#039;Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. München 2005, S. 161 f., 166 f. und 184.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antiimperialismus als Antikapitalismus ==&lt;br /&gt;
Mit der Entstehung der [[Kommunistische Partei|kommunistischen Parteien]] aus den [[Sozialistische Partei|sozialistischen]] und [[Sozialdemokratie|sozialdemokratischen]] [[Arbeiterpartei]]en und ihrer Ablehnung des „Imperialistischen Weltkrieges“ (Erster Weltkrieg) verband sich die Verwendung des Begriffes &amp;#039;&amp;#039;Antiimperialismus&amp;#039;&amp;#039; stark mit der [[Marxismus|marxistisch]]-[[Leninismus|leninistischen]] Imperialismustheorie. Der Imperialismus wird nicht als eine vorübergehende Erscheinung (wie im bürgerlichen Antiimperialismus) gesehen, sondern als Wesenselement der kapitalistischen Gesellschaft auf ihrer [[Monopolkapitalismus|monopolkapitalistischen]] und [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|staatsmonopolkapitalistischen]] Entwicklungsstufe. Er ist damit auch nicht mehr an einzelne Staaten gebunden, sondern an das ganze [[Gesellschaftsformation|Gesellschaftssystem]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem von [[Lenin]] 1916 verfassten Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;[[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]]&amp;#039;&amp;#039; ist der Antiimperialismus zu einem grundlegenden Begriff marxistisch-leninistischer Geschichtsinterpretation im 20. Jahrhundert geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend für diese Sichtweise des Imperialismus ist, dass folgende Elemente als Unterbegriffe von Imperialismus verstanden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kolonialismus]] zum Zwecke der Ausweitung der Rohstoff- und Absatzmärkte&lt;br /&gt;
* [[Nationalismus]] als innenpolitische Rechtfertigung für Imperialismus&lt;br /&gt;
* [[Rassismus]] als scheinwissenschaftliche Rechtfertigung für die Überlegenheit imperialistischer Staaten&lt;br /&gt;
* [[Faschismus]] als extrem aggressive Form des Imperialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Lesart, die nicht von allen Antiimperialisten geteilt wird, sind dann [[Antikolonialismus]], [[Internationalismus]], [[Antirassismus]] und [[Antifaschismus]] Unterbegriffe von Antiimperialismus und [[Antikapitalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antiimperialismus der [[Neue Linke|Neuen Linken]], die in Europa im Zuge der [[1968er]]-Bewegung zu einer wichtigen Stimme im öffentlichen Diskurs wurde, orientierte sich am [[Neomarxismus]]. Die Neue Linke nutzte das amerikanische Vorgehen im [[Vietnamkrieg]] als Katalysator. Auch die amerikanischen Versuche, die revolutionäre Regierung in [[Kuba]] zu stürzen, trugen zu den Protesten bei. In ihnen zeigte sich ein tief sitzender [[Antiamerikanismus]], der sich, scheinbar paradox, an amerikanischen Mustern orientierte. Der Volkskundler [[Kaspar Maase]] beschreibt dieses Phänomen als „amerikanisierten Antiamerikanismus“. Ein Höhepunkt der Proteste war der [[Internationaler Vietnamkongress|Internationale Vietnamkongress]] des [[Sozialistischer Deutscher Studentenbund|Sozialistischen Deutschen Studentenbunds]], der am 17. und 18. Februar 1968 in [[West-Berlin]] stattfand. Die Teilnehmer solidarisierten sich mit dem kommunistischen Regime in [[Nordvietnam]] und versuchten, im Zeichen des Antiimperialismus eine weltweite Widerstandsbewegung gegen das [[Liberalismus|liberal]]-kapitalistische System aufzubauen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Philipp Gassert]]: &amp;#039;&amp;#039;Antiamerikanismus und Antiimperialismus um 1968:Proteste gegen die US-Außenpolitik.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Gerrit Dworok]] und [[Christoph Weißmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;1968 und die 68er. Ereignisse, Wirkungen und Kontroversen in der Bundesrepublik&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-412-21016-8, S. 153–170, hier 159–166  (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|AntiImps}}In Deutschland verstehen sich heute einige [[Linksextremismus|linksextreme]] Gruppen in Anlehnung an die klassische Imperialismustheorie des [[Marxismus-Leninismus]] als antikapitalistisch und deshalb auch antiimperialistisch. Für sie ist der Kampf gegen imperialistische Ausbeutung, als deren Akteure sie vornehmlich die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]], die [[NATO]] und [[Israel]] begreifen, notwendig mit einem Kampf gegen den [[Kapitalismus]] verbunden, der die tiefere Ursache des Imperialismus sei. Nach dem Sozialwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] speist sich ihre Ideologie, die vor allem in den 1960er und 1970er Jahren verbreitet war, neben Lenins Imperialismustheorie aus [[Josef Stalin]]s Verständnis der [[Nation]] als Territorial-, Sprach- und Kulturgemeinschaft, aus [[Mao Zedong]]s Vorstellung von der Allmacht des revolutionären [[Krieg]]es und aus [[Carl Schmitt]]s Ideen einer Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Marx’ Parole [[Liste geflügelter Worte/P#Proletarier aller Länder, vereinigt euch!|„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“]] werde im Antiimperialismus [[Ethnisierung|ethnisiert]] und ergänzt zu „Proletarier aller Länder &amp;#039;&amp;#039;und unterdrückte Völker&amp;#039;&amp;#039;, vereinigt euch!“ Als Objekt der imperialistischen Unterdrückung und Subjekt revolutionärer Befreiung gälten seitdem ganze [[Volk|Völker]], nicht mehr die in allen Völkern in ähnlicher Weise unterdrückten [[Soziale Klasse|Klassen]]. Das Volk werde dabei als ethnisch homogen imaginiert, Klassengegensätze würden in Gegensätze zwischen Völkern umgedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Salzborn: &amp;#039;&amp;#039;Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Beltz Juventa, Weinheim 2018, S. 88 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antiimperialisten dieser Richtung fordern antiimperialistische Solidarität mit Befreiungsbewegungen der so genannten [[Dritte Welt|Dritten Welt]]. Gemäß [[Rudolf van Hüllen]] wird die Solidarität aber für Befreiungsbewegungen reserviert, die als sozialistisch gelten; Befreiungsbewegungen, die auf „Einführung einer westlichen Demokratie“ zielten, würden als konterrevolutionär bewertet und nicht unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf van Hüllen]]: &amp;#039;&amp;#039;„Antiimperialistische“ und „antideutsche“ Strömungen im deutschen Linksextremismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Bundeszentrale für politische Bildung]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dossier Linksextremismus&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 2008 ([http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33626/antideutsche-und-antiimperialisten?p=all online], abgerufen am 10. Juni 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Mehrheit der Linken den Antisemitismus nach ihrem Selbstverständnis ablehnte, lässt sich eine Tradition des [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945#Linke|linken Antisemitismus]] bis zum [[Frühsozialismus]] erkennen. So war der traditionelle antiimperialistische Antizionismus offen antisemitisch und schreckte nicht davor zurück, Anschläge auf jüdische Einrichtungen zu verüben. In seiner extremsten Ausprägung behauptete er, Nationalsozialisten und Zionisten hätten bis in die [[Vernichtungslager]] zusammengearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stephan Grigat (Politikwissenschaftler)|Stephan Grigat]]: &amp;#039;&amp;#039;Kritik des aufgeklärten Antizionismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Exklusive Solidarität, Linker Antisemitismus in Deutschland – Vom Idealismus zur Antiglobalisierungsbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Metropol Verlag, Berlin 2007, S. 391–392.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Seit dem [[Sechstagekrieg]] 1967 war dieser linksextreme Antiimperialismus mit einer Delegitimierung des bis dahin von Linken zumeist positiv bewerteten Staates [[Israel]] verbunden, der aber nun als „Brückenkopf des US-Imperialismus“ im [[Naher Osten|Nahen Osten]] angesehen wurde. Mitunter ging der Antizionismus dieser Gruppen in [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|Antisemitismus]] über, wie er bei radikalen palästinensischen Gruppen, mit denen sich die Antiimperialisten solidarisierten, alltäglich war: Das Bonner Palästinakomitee etwa schrieb von einem „jüdischen Kapital“, der [[Kommunistischer Bund|Kommunistische Bund]] rief zum Kampf gegen „den internationalen [[Zionismus]]“ auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Kloke]]: &amp;#039;&amp;#039;Linker Antisemitismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Benz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Antisemitismus]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Begriffe, Ideologien, Theorien&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter Saur, Berlin 2010, ISBN 978-3-598-24074-4, S. 192 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die westdeutsche [[Rote Armee Fraktion]] verteidigte 1972 den Anschlag des palästinensischen „Schwarzen September“ auf die Olympischen Spiele in München. Sie bezeichnete den Angriff auf die israelischen Sportler in ihrer Erklärung vom November 1972 als „antiimperialistisch, antifaschistisch und internationalistisch“ wie Andreas Fanizadeh im Zusammenhang des Israel-Gaza-Kriegs im Februar 2024 in einem taz-Essay schreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Fanizadeh |url=https://taz.de/Kultur-und-Kriege/!5987818/ |titel= Kultur und Kriege: Schräge Solidarisierungen |werk=[[taz.de]] |datum=2024-02-04 |abruf=2024-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Samuel Salzborn richtet sich „das antiimperialistische Weltbild […] nicht nur gegen Israel und Amerika, sondern gegen alles, was mit diesen assoziativ verbunden wird: gegen die [[Aufklärung]] und den [[Liberalismus]], gegen die Moderne und die Individualität, gegen die Freiheit und die Demokratie – kurzum gegen jede Weltanschauung, die den Menschen individuelle Freiheit und subjektives Glück verspricht. Dagegen stellen Antiimperialisten eine Vorstellung von [[Homogenität (Soziologie)|homogenen]] Gemeinschaften, in der der/die Einzelne nichts, das Kollektiv aber alles zählt.“ Für alles, was in diesem Weltbild nicht funktioniere, würden die USA und Israel verantwortlich gemacht. Salzborn sieht in diesem weltweiten antiimperialistischen Antisemitismus in den 1960er und 1970er Jahren die zweite Gegenwelle gegen die Demokratisierung (nach der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] der 1920er bis 1940er Jahre und vor der [[Islamismus|islamistischen]] seit 2001).&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Salzborn: &amp;#039;&amp;#039;Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Beltz Juventa, Weinheim 2018, S. 46 f., 60 und 84 f. (hier das Zitat).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Psychologe [[Tom David Uhlig]] kritisiert eine einseitige Interpretation der Konfliktursachen, die im Antiimperialismus vorkomme: In einer [[Manichäismus|manichäischen]] Sicht würden allein die USA und Israel verantwortlich gemacht, wobei Israel häufig als „Brückenkopf“ des US-Imperialismus angesehen oder umgekehrt behauptet werde, die USA würden von israelischen, sprich jüdischen Interessen gesteuert. Beide Mächte würden als „künstliche“ Gesellschaften den vermeintlich „natürlichen“ Gemeinschaften gegenübergestellt, wobei letztere als vorpolitische Einheiten ohne innere Widersprüche imaginiert würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom David Uhlig: [https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/307887/antisemitismus-im-linken-spektrum &amp;#039;&amp;#039;Antisemitismus im linken Spektrum&amp;#039;&amp;#039;]. [[Bundeszentrale für politische Bildung]], 30. April 2020, abgerufen am 9. März 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade der westdeutschen radikalen Linken habe, so der Historiker [[Jeffrey Herf]], „die Rhetorik des Antifaschismus und des Antiimperialismus [...] eine andere Art von scheinbarer Befreiung“ geboten, „nämlich die Befreiung von der Bürde der deutschen Geschichte nach dem [[Holocaust]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeffrey Herf: &amp;#039;&amp;#039;Drei Gesichter des Antisemitismus: rechts, links und islamistisch.&amp;#039;&amp;#039; Hentrich &amp;amp; Hentrich, Berlin/Leipzig 2025, S. 214&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen diesen antiimperialistischen Antisemitismus richten sich seit den 1990er Jahren die [[Antideutsche]]n, die dezidiert linke Positionen mit einer Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Einheit]] und mit unbedingter Solidarität mit Israel verknüpfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf van Hüllen]]: &amp;#039;&amp;#039;„Antiimperialistische“ und „antideutsche“ Strömungen im deutschen Linksextremismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Bundeszentrale für politische Bildung]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dossier Linksextremismus&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 2008 ([http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/33626/antideutsche-und-antiimperialisten?p=all online], abgerufen am 10. Juni 2008).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antikolonialismus ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Antikolonialismus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche gegen den Kolonialismus gerichteten nationalen Befreiungsbewegungen entstanden in ihrem Kern bereits nach dem Ersten Weltkrieg und der mit ihm verbundenen Erschütterung der damaligen Weltordnung. Viele Gründer antikolonialer Bewegungen kamen in Kontakt mit der Kommunistischen Weltbewegung ([[Kommunistische Internationale|Komintern]]), z.&amp;amp;nbsp;B. der Vietnamese [[Ho Chi Minh]] oder der Argentinier und Wahlkubaner [[Che Guevara|Ernesto „Che“ Guevara]], und sahen sich als Teil einer weltweiten antiimperialistischen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] entstand eine Welle von antikolonialen Bewegungen in nahezu allen Kolonien. Zumindest in ihrer Anfangszeit suchten sie nach Unterstützung und viele fanden sie in der einigenden Theorie [[Marxismus-Leninismus|marxistisch-leninistischer]] Imperialismustheorie. Neben dem Aspekt politischer Unterstützung spielte aber auch die materielle Unterstützung durch die Staaten des „Antiimperialistischen Lagers“ in der Atmosphäre des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] seit den 1950er Jahren eine mitunter entscheidende Rolle. Dies gilt z.&amp;amp;nbsp;B. für:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ägypten]] unter [[Gamal Abdel Nasser|Nasser]] nach der [[Britische Herrschaft in Ägypten|britischen Herrschaft in Ägypten]]&lt;br /&gt;
* [[Vietnam]], [[Algerien]] als französische Kolonien&lt;br /&gt;
* [[Kuba]], [[Nicaragua]] und [[Chile]] als von den USA abhängige Staaten&lt;br /&gt;
* [[Angola]], [[Guinea-Bissau]], [[Mosambik]] als portugiesische Kolonien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Bewegung der blockfreien Staaten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik und Kontroversen ==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Entwicklung [[Russland]]s unter den imperialen Absichten [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putins]] wurde vermehrt kritisiert, dass speziell die Linke kein Sensorium für den [[Imperialismus#Russland|russischen Imperialismus]] hätte. Als [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|Russland die Ukraine angriff]], sei die Erklärung, dass dort Russland gegen den Imperialismus der USA kämpfen würde, einfach nur „lächerlich“ gewesen, meinen der polnische Politikwissenschaftler Jan Smoleński und der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jan Dutkiewicz.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Smoleński, Jan Dutkiewicz: &amp;#039;&amp;#039;[https://newrepublic.com/article/165603/carlson-russia-ukraine-imperialism-nato The American Pundits Who Can’t Resist “Westsplaining” Ukraine.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The New Republic]]&amp;#039;&amp;#039;, 4. März 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kolonisierung der osteuropäischen Staaten durch Russland würde außer Acht gelassen werden,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thenation.com/article/world/ukraine-russia-european-left/ “F*ck Leftist Westsplaining!”], 4. April 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; der amerikanische Historiker [[Timothy Snyder]] nannte den Krieg schlicht einen [[Kolonialkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.newyorker.com/news/essay/the-war-in-ukraine-is-a-colonial-war The War in Ukraine Is a Colonial War], &amp;#039;&amp;#039;[[The New Yorker]]&amp;#039;&amp;#039;, 28. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon 2017 hatte er vor dem [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] darauf hingewiesen, dass wer den Ukrainern bescheinigt, kein Volk und keine Nation zu sein, der würde sie als Bewohner einer „Kolonie“ betrachten, deren Zugehörigkeit zu einem „Imperium“ letztlich legitim sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.eurozine.com/germans-must-remember-the-truth-about-ukraine-for-their-own-sake/ &amp;#039;&amp;#039;Germans must remember the truth about Ukraine – for their own sake&amp;#039;&amp;#039;], [[eurozine]], 7. Juli 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Robert Foltin]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Nationalismus und Antiimperialismus&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Grundrisse&lt;br /&gt;
   |ISSN=1814-3164&lt;br /&gt;
   |Online=[http://grundrisse.net/texte_2/texte_2_antiimperialismus.htm grundrisse.net]&lt;br /&gt;
   |Abruf=2008-11-04}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4142673-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antiimperialismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Bewegung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[sv:Imperialism#Antiimperialism]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Drucker03</name></author>
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