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	<title>Anticholinergikum - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T02:39:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anticholinergikum&amp;diff=79215&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Skopien: /* Unerwünschte Wirkungen */ Satzbau vereinfacht</title>
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		<updated>2025-12-08T14:50:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Unerwünschte Wirkungen: &lt;/span&gt; Satzbau vereinfacht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anticholinergikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Plural]]: &amp;#039;&amp;#039;Anticholinergika&amp;#039;&amp;#039;, synonym: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasympathikolytikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parasympatholytikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Muskarin-Rezeptor-Antagonist&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Antiparasympathomimetikum&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vagolytikum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Antimuskarinikum&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Wirkstoff, der die Wirkung von [[Acetylcholin]] (ACh) im parasympathischen Nervensystem unterdrückt, indem er den [[Muskarinischer Acetylcholinrezeptor|muskarinischen Acetylcholinrezeptor]] (kurz Muscarin-Rezeptor) kompetitiv hemmt. Damit werden die Nervenreize, die zu einer Kontraktion der glatten Muskulatur und zur Sekretionssteigerung der Drüsen führen, blockiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
Das [[Parasympathikus|parasympathische]] und [[Sympathikus|sympathische Nervensystem]] sind in ihrer Wirkung Gegenspieler zueinander. Deshalb ähnelt die Wirkung der Anticholinergika derjenigen der [[Sympathomimetika]]. Ausgenommen hiervon ist die Wirkung auf Schweißdrüsen, die vom sympathischen Nervensystem über ACh reguliert werden.&lt;br /&gt;
Unter anderem haben Anticholinergika folgende (vagolytische) Wirkungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abnahme des Tonus der glatten Muskulatur des Magendarmtraktes, der ableitenden Harnwege und der Bronchialmuskulatur,&lt;br /&gt;
* Zunahme der Herzfrequenz,&lt;br /&gt;
* Steigerung des peripheren Gefäßwiderstands,&lt;br /&gt;
* Unterdrückung der Speichel-, Magensaft-, Bronchial- und Schweißsekretion,&lt;br /&gt;
* im Auge die Erweiterung der Pupille und&lt;br /&gt;
* [[Akkommodation (Auge)|Akkommodation]] des Auges auf die Ferne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anticholinergika wirken im Gehirn und peripher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkstoffe und Verwendung ==&lt;br /&gt;
Anticholinergika werden am häufigsten bei der Therapie der [[Chronisch obstruktive Lungenerkrankung|Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)]] und als Standardtherapie bei der [[Überaktive Blase|überaktiven Blase]] (Overactive bladder, OAB) eingesetzt und werden wegen ihrer entspannenden Wirkung auf die glatte Muskulatur (M3-Cholino-Rezeptor) zur Behandlung der Krankheitsbilder [[Harninkontinenz]] und [[Dranginkontinenz]] sowie einer erhöhten [[Miktion]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;häufigkeit verwendet. In den Leitlinien nationaler und internationaler Fachgesellschaften werden alle Substanzen als wirksam und verträglich beurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;P. Abrams, L. Cardozo, S. Khouri, A. Wein: &amp;#039;&amp;#039;Pharmacological treatment of urinary incontinence.&amp;#039;&amp;#039; 3rd International Consultation on Incontinence. Edition 2005, S. 822–826.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch eine Reduktion der [[Kontraktilität]] des Blasenmuskels (lat. Detrusor) kommt es zu einer Besserung der Beschwerden, die aus häufigem Wasserlassen bei Tag und in der Nacht ([[Pollakisurie]] und [[Nykturie]]), quälendem Harndrang und Urinverlust mit Harndrang bestehen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die adjuvante Behandlung beim [[Morbus Parkinson]]. Die Anticholinergika werden aufgrund ihrer Wirkung in zwei Gruppen eingeteilt, die neurotrop wirkenden und diejenigen, die sowohl neurotrop als auch muskulotrop wirken. Die nur neurotrop wirkenden Anticholinergika können noch einmal aus chemischer Sicht in [[Schwarze Tollkirsche|Belladonna]]-Alkaloide und Verwandte und sonstige, die keine Verwandtschaft zeigen, unterteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Anticholinergika beliebte Medikamente in der Psychiatrie.&amp;lt;ref&amp;gt;Bangen, Hans: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. Seite 13–21 Pharmakotherapie am Beginn der modernen Psychiatrie. Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belladonna-Alkaloide und Verwandte ===&lt;br /&gt;
Das bekannteste Anticholinergikum dieser Gruppe ist das [[Atropin]], ein [[Alkaloid]], das in der [[Tollkirsche]] (Atropa belladonna) enthalten ist. Es findet Anwendung bei parasympathisch bedingter [[Bradykardie]]. Bei der Antagonisierung von Muskelrelaxanzien durch [[Neostigmin]] senkt es dessen unerwünschte Wirkung auf den [[Parasympathikus]]. Atropin ist ein wichtiges Antidot bei Vergiftung mit [[Acetylcholinesterase#Cholinesteraseinhibitoren|Cholinesterasehemmern]] wie dem Insektizid [[Parathion]] (E 605) oder mit chemischen Kampfstoffen wie [[Nowitschok]]. In der Augenheilkunde wird es als therapeutisches [[Mydriatikum]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Butylscopolamin]] dient zur Spasmolyse im Magen-Darm-Trakt (Gallenkolik) und den Harnwegen. [[Ipratropiumbromid]], und [[Tiotropiumbromid]] werden in der Medizin als bronchialerweiternde Wirkstoffe bei chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen ([[COPD]]) eingesetzt. [[Trospiumchlorid]] wird bei überaktiver Blase eingesetzt. Da es kaum abgebaut, sondern weitgehend unverändert über den Urin ausgeschieden wird, bedeutet dies einen Zugriff auf das Zielorgan nicht nur über den Blutweg, sondern auch auf direktem Weg über die Blasenschleimhaut, die gewebsständige Acetylcholinrezeptoren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;K. J. Mansfield, K. Vaux, R. J. Millard, E. Burcher: &amp;#039;&amp;#039;Comparison of receptor binding characteristics of commonly used muscarinic antagonists in human bladder detrusor and mucosa.&amp;#039;&amp;#039; ICS, Montreal 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Scopolamin]] wird in Form von Pflastern (TTS), die hinter das Ohr geklebt werden, gegen Übelkeit verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstige Anticholinergika ===&lt;br /&gt;
[[Tolterodin]], [[Darifenacin]] und [[Solifenacin]] gehören zu den Anticholinergika, die wegen ihrer entspannenden Wirkung auf die glatte Muskulatur zur Behandlung der [[Harninkontinenz]], der [[Dranginkontinenz]] sowie einer erhöhten [[Miktion]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;häufigkeit eingesetzt werden. Die letzten beiden Wirkstoffe, die erst kürzlich in den Handel kamen, sollen eine besonders hohe Selektivität zu den M3-Cholin-Rezeptoren besitzen, was sich jedoch nicht in Form einer dadurch verbesserten Verträglichkeit auswirkte. [[Glycopyrroniumbromid]] wird in der Narkoseeinleitung eingesetzt, um den Speichelfluss und die Sekretion des Bronchialsystems herabzusetzen sowie [[Bradykardie]]n zu blockieren. Das [[Tropicamid]] hat das Atropin in der Augenheilkunde als Mydratikum weitestgehend abgelöst, da es eine kürzere Wirkdauer besitzt. [[Biperiden]], [[Metixen]] und [[Trihexyphenidyl]] kamen beim [[Morbus Parkinson]] zur Anwendung. [[Prifiniumbromid]] wird in der Veterinärmedizin eingesetzt. [[Aclidiniumbromid]] wird als bronchialerweiternder Wirkstoff bei chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen ([[COPD]]) eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Neurotrop-muskulotrop wirkende Anticholinergika ====&lt;br /&gt;
Diese Anticholinergika haben sowohl eine anticholinerge als auch eine [[papaverin]]artige direkt spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur. Hierzu gehören [[Oxybutynin]] und [[Propiverin]], die für die Behandlung der überaktiven Blase oder Harndranginkontinenz zugelassen sind. [[Denaverin]] wird bei Spasmen des Gastrointestinaltraktes und Urogenitaltraktes verwendet und [[Mebeverin]] bei irritablem Kolon. Bei Spasmen im Magen-Darm-Trakt kommt auch [[Pipenzolat]] zum Einsatz, [[Orphenadrin]] gegen Skelettmuskelspasmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unerwünschte Wirkungen ==&lt;br /&gt;
Die häufigste Nebenwirkung stellt bei allen Substanzen Mundtrockenheit dar, deren Häufigkeit in Studien 30 % erreicht. Alle Substanzen gehören entweder zu der Gruppe der sog. tertiären [[Amine]] oder aber zu den [[Quartäre Ammoniumverbindungen|quartären Ammoniumverbindungen]]. Quartäre Ammoniumionen besitzen eine positive Ladung und verhalten sich dadurch [[hydrophil]], im Gegensatz zu den tertiären Aminen, die [[lipophil]] sind. Da lipophile Substanzen durch die [[Blut-Hirn-Schranke]] hindurch in den [[Liquorraum]] gelangen können, sind hier zentralnervöse Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen, [[Halluzinationen]] oder Verwirrtheitszustände möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;M. E. Valsecia, L. A. Malgor, J. H. Espindola, D. H. Carauni: &amp;#039;&amp;#039;New adverse effect of Oxybutynin: „night terror“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ann Pharmacother]].&amp;#039;&amp;#039; 32, 1998, S. 506.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;K. B. Womack, K. M. Heilman: &amp;#039;&amp;#039;Tolterodine and memory: dry but forgetful.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Arch Neurol]].&amp;#039;&amp;#039; 60; (203): 771–773&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. W. Tsao, K. M. Heilman: &amp;#039;&amp;#039;Transient memory impairment and hallucinations associated with tolterodine use.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[N Engl J Med]].&amp;#039;&amp;#039; 349, 2003, S. 2274–2275.&amp;lt;/ref&amp;gt; Quartäre Ammoniumverbindungen als hydrophile Substanzen mit positiver Ladung können die Blut-Hirn-Schranke nicht in nennenswertem Umfang überwinden; auch ihre Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt ist deutlich geringer als bei den tertiären Aminen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mutschler: &amp;#039;&amp;#039;Arzneimittelwirkungen.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die für den Abbau der Wirkstoffe verantwortlichen Leberenzyme (Zytochrome) können durch eine Vielzahl von Substanzen in ihrer Aktivität beschleunigt oder gehemmt werden. Bei gleichzeitiger Einnahme in Kombination mit anderen Medikamenten ist damit eine Wirkverstärkung oder ein Wirkverlust möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;N. Brynne, C. Svanström, A. Aberg-Wistedt, B. Hallen, L. Bertilsson: &amp;#039;&amp;#039;Fluoxetine inhibits the metabolism of tolterodine - pharmacokinetic implications and proposed clinical relevance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[J Clin Pharmacol]].&amp;#039;&amp;#039; 48, 1999, S. 553–563.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;N. Brynne, C. Forslund, B. Hallen, L. L. Gustafsson, L. Bertilsson: &amp;#039;&amp;#039;Ketocanazole inhibits the metabolism of tolterodine in subjects sith deficient CYP2D6 activity.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J Clin Pharmacol.&amp;#039;&amp;#039;, 48, 1999, S. 564–572.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;V. J. Colucci, M. P. Rivey: &amp;#039;&amp;#039;Tolterodine-Warfarin drug interaction.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ann Pharmacoth.&amp;#039;&amp;#039; 33, 1999, S. 1173–1176.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer amerikanischen Langzeitstudie mit 3434 Teilnehmern konnte eine hochsignifikanter [[Korrelation]] ([[p-Wert]] &amp;lt; 0,001) zwischen der Menge der über 10 Jahre eingenommenen Anticholinergika und [[Demenz]], besonders [[Alzheimer-Krankheit|Alzheimer]], nachgewiesen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Shelly L. Gray, Melissa L. Anderson, Sascha Dublin et al. |Titel=Cumulative Use of Strong Anticholinergics and Incident Dementia – A Prospective Cohort Study |Sammelwerk=JAMA Intern Med. |Band=175(3) |Datum=2015 |DOI=10.1001/jamainternmed.2014.7663 |Seiten=401-407.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Anticholinerges Syndrom]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Anne Paschen: &amp;#039;&amp;#039;Herz.&amp;#039;&amp;#039; In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Klinikleitfaden Intensivmedizin.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 185–283, hier: S. 270 f. (&amp;#039;&amp;#039;Vagolytika&amp;#039;&amp;#039;), und Jörg Braun: &amp;#039;&amp;#039;Lunge.&amp;#039;&amp;#039; ebenda S. 285–310, hier: S. 310 (&amp;#039;&amp;#039;Parasympatholytika&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.bbc.com/news/health-30988643 Dementia &amp;#039;linked&amp;#039; to common over-the-counter drugs], [[BBC News]] Health (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2091745 Dementia and Alzheimer linked to Anticholinergika.] jamanetwork.com&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parasympatholytikum|!Anticholinergikum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antagonist (Pharmakologie)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Skopien</name></author>
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