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	<title>Anthropomorphismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anthropomorphismus&amp;diff=72676&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;PaFra: /* Positionen im Islam */ Erg Info</title>
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		<updated>2026-03-07T16:04:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Positionen im Islam: &lt;/span&gt; Erg Info&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Redundanztext&lt;br /&gt;
|3=Anthropomorphismus&lt;br /&gt;
|4=Anthropomorphisierung bei Tieren&lt;br /&gt;
|2=Februar 2026|1=[[Benutzer:M2k~dewiki|M2k~dewiki]] ([[Benutzer Diskussion:M2k~dewiki|Diskussion]]) 12:53, 13. Feb. 2026 (CET)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anthropomorphismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|ἄνθρωπος|ánthropos}} „Mensch“ und {{lang|grc|μορφή|morphē}} „Form, Gestalt“) bedeutet das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften gegenüber nicht menschlichen Wesen oder Objekten. Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vermenschlichung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von [[Tier]]en, [[Gott]]heiten, [[Naturgewalt]]en und Ähnlichem ist in der [[Kulturgeschichte]] weit verbreitet. Menschliche Eigenschaften werden dabei sowohl in der Gestalt als auch im Verhalten erkannt oder angenommen. Das Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;anthropomorph&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (menschengestaltig) überschneidet sich mit den Adjektiven &amp;#039;&amp;#039;menschenähnlich&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[humanoid]]&amp;#039;&amp;#039;, wobei letzteres vor allem in der [[Robotik]] und [[Science-Fiction]] verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sonderfall des Anthropomorphismus ist die [[Personifikation]]. Mit ihr wird in [[Sprache]] oder [[Kunst]] einem an sich gestaltlosen [[Abstraktum]] (z.&amp;amp;nbsp;B. dem Konzept „[[Tod]]“ oder „[[Weisheit]]“) eine menschliche Gestalt gegeben. Der Personifikation verwandt ist die [[Prosopopöie]], bei der einem [[Konkretum]] (z.&amp;amp;nbsp;B. einem Tier) eine sprechende Stimme gegeben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zuschreibung von tierischen Eigenschaften wird analog [[Zoomorphismus]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthropomorphismus in den Religionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Venus of Arles Louvre Ma439 n01.jpg|miniatur|hochkant|Anthropomorphe [[Venus (Mythologie)|Venus]]-Darstellung (Venus von [[Arles]], 1.&amp;amp;nbsp;Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr.)]]&lt;br /&gt;
Eine starke Ausprägung des Anthropomorphismus findet sich in den [[Jüdische Religion|jüdischen]], [[Christentum|christlichen]], [[Hinduismus|hinduistischen]], [[Germanische Religion|germanischen]], [[Griechische Mythologie|griechischen]], [[Keltische Mythologie|keltischen]], [[Shintō|shintoistischen japanischen]], [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen]] und [[Römische Mythologie|römischen]] Religionen und Mythologien, in denen die Götter ausgesprochen menschliche Züge tragen, obwohl sie zum Teil auch die Fähigkeit besitzen, (in besonderen Situationen) eine [[Zoomorphismus|zoomorphe]] Gestalt anzunehmen. Im [[Altes Testament|Alten Testament]] werden [[Gott]] menschliche Eigenschaften und Gefühle zugeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Griechische Religion ===&lt;br /&gt;
Der antike Dichter [[Xenophanes]] bemerkt in einem Gedicht, dass Menschen ihre Götter je „nach ihrem eigenen Bilde“ erschaffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Stumpfe Nasen und schwarz; so sind Äthiopias Götter,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blauäugig aber und blond: so sehn ihre Götter die Thraker,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber die Rinder und Rosse und Löwen, hätten sie Hände,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hände wie Menschen zum Zeichnen, zum Malen, ein Bildwerk zu formen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dann würden die Rosse die Götter gleich Rossen, die Rinder gleich Rindern&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Malen, und deren Gestalten, die Formen der göttlichen Körper,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach ihrem eigenen Bilde erschaffen: ein jedes nach seinem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. Popper; Jørgen Mejer, Arne Friemuth Petersen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Welt des Parmenides&amp;#039;&amp;#039;. Der Ursprung des europäischen Denkens (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;The World of Parmenides,&amp;#039;&amp;#039; übersetzt von Sybille Wieland und Dieter Dunkel), Ungekürzte Taschenbuchausgabe, [[Piper Verlag|Piper-Taschenbuch]] 4071, München / Zürich 2005, ISBN 3-492-24071-2, S.&amp;amp;nbsp;90&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings war Anthropomorphismus auch in der Antike kein allgemeingültiges religiöses Phänomen. So gab es beispielsweise in der frühen [[Römische Religion|römischen Religion]] im Unterschied zur griechischen keine Götter in menschlicher Gestalt. Hier wurde der abstraktere Begriff des [[Numen]] für das Wirken der als unnahbar wahrgenommenen Gottheiten geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Positionen im Islam ===&lt;br /&gt;
In der mittelalterlichen [[islam]]ischen Theologie war die Ähnlichkeit Gottes mit dem Menschen eine viel diskutierte Frage. Die beiden gegensätzlichen Extrempositionen wurden mit den arabischen Begriffen &amp;#039;&amp;#039;taschbīh&amp;#039;&amp;#039; („Verähnlichung, Anthropomorphismus“) und &amp;#039;&amp;#039;taʿtīl&amp;#039;&amp;#039; („Entleerung der Gottesidee von jeglichem mit menschlicher Begrifflichkeit beschreibbaren Inhalt“)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Übersetzung stammt von [[Tilman Nagel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der islamischen Theologie von Mohammed bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. München 1994. S. 302.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. Die positiv bewertete Zwischenposition wurde &amp;#039;&amp;#039;tanzīh&amp;#039;&amp;#039; („Transzendentalismus“) genannt. Extrem anthropomorphistische Positionen wurden dem Koranexegeten [[Muqātil ibn Sulaimān]] sowie der ostiranischen theologischen Strömung der [[Karrāmīya]] nachgesagt, auch einige der [[Ghulāt]], insbesondere [[al-Mughīra ibn Saʿīd]] und [[Abū Mansūr al-ʿIdschlī]], spekulierten über das Wesen Gottes in stark anthropomorphen Begriffen,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marshall G. S. Hodgson]]: “Ghulāt”. In: [[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]] Brill, Leiden 1965. Bd. II, S. 1093–1095. Hier S. 1094a.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein berüchtigter Vertreter des &amp;#039;&amp;#039;taʿṭīl&amp;#039;&amp;#039; war dagegen [[Dschahm ibn Safwān]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthropomorphistische Interpretationen Gottes stützten sich auf solche Aussagen im Koran, in denen von Körperteilen Gottes (Antlitz, Augen, Hand) die Rede ist, sowie die Aussage in {{B|Gen|1|27}}, dass Adam „nach seiner (d. h. Gottes) Gestalt“ geschaffen ist, die den Muslimen über das [[Hadith]] vermittelt wurde. Das [[koran]]ische Argument, das gegen jeglichen Anthropomorphismus sprach, war die Aussage in [[Sure 42]]:11: „Es gibt nichts, was ihm (nämlich Gott) gleich kommen würde“ (&amp;#039;&amp;#039;laisa ka-mithli-hī šaiʾ&amp;#039;&amp;#039;). Mit Verweis darauf interpretierten Vertreter transzendentalistischer Positionen, so zum Beispiel die [[Muʿtazila|Muʿtaziliten]], die koranischen Aussagen über die Körperteile Gottes als [[Madschāz|Metaphern]]. Die [[Ashāb al-hadīth]], zu denen auch die frühen [[Hanbaliten]] gehörten, setzten dem die Formel &amp;#039;&amp;#039;bi-lā kaif&amp;#039;&amp;#039; („ohne wie“) entgegen, sie verlangten also, dass man die Aussagen über Körperteile in Koran und Hadith unhinterfragt hinnehmen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu van Ess: &amp;#039;&amp;#039;Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert der Hidschra&amp;#039;&amp;#039;, S. 373–424.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthropomorphe Darstellungen ==&lt;br /&gt;
=== Geistwesen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Andelik.jpg|mini|hochkant|[[Engel]]sdarstellung]]&lt;br /&gt;
Auch die in vielen Kulturen bekannten [[Geistwesen]] haben in der Überlieferung, [[Literatur]] und [[Kunst]] oft menschenähnliche Gestalt, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Engel]], [[Dämon]]en, [[Naturgeist]]er oder [[Gespenst]]er. Besonders die aus antiken Vorstellungen stammenden Geistwesen werden häufig mit Körperteilen von Tieren, wie Flügeln, Hörnern, Hufen oder Schwänzen dargestellt, besitzen aber ansonsten Menschengestalt und menschliche Fähigkeiten wie die der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tierfiguren ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ReinekeKaulbach.3.1.jpg|miniatur|[[Reineke Fuchs]] (Illustration von [[Wilhelm von Kaulbach]], 1846)]]&lt;br /&gt;
Der Anthropomorphismus ist auch ein häufiges Stilmittel in der Literatur. Besonders beliebt ist er in [[Kinderbuch|Kinderbüchern]], wo meist Tiere anthropomorph dargestellt werden, indem sie menschliche Verhaltensweisen annehmen oder menschenähnliche Schicksale erleiden, wie in dem [[Brüder Grimm|Grimmschen]] [[Märchen]] &amp;#039;&amp;#039;Die [[Bremer Stadtmusikanten]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reale oder fiktive Tiere, die wie Menschen agieren, haben eine lange Tradition in Kunst und Literatur. So stellt die [[Tierfabel]] stereotype Charaktere dar, damit der Betrachter oder Leser ihren [[Merkmal|Charakter]] einfach erfassen und reflektieren kann. Beispiele sind [[Aesop]]s [[Fabel]]n, [[Alan Dean Foster]]s &amp;#039;&amp;#039;Spellsinger&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Bannsänger&amp;#039;&amp;#039;) und [[George Orwell]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Farm der Tiere]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der beliebtesten Figuren in Kinderliteratur und -fernsehen sind anthropomorphe Tiere, wie [[Micky Maus]], [[Bugs Bunny]], [[Kermit der Frosch]], [[Biene Maja]], [[Der kleine Maulwurf]], [[Käpt’n Blaubär]], [[Der kleine Eisbär]], [[Der Regenbogenfisch]], [[Peppa Wutz]], [[PAW Patrol]] und viele andere. Ebenfalls anthropomorphe Tiere sind die Hauptfiguren aus [[Brian Jacques]]’ &amp;#039;&amp;#039;[[Redwall]]&amp;#039;&amp;#039;-Reihe. Außer [[Cartoon]]s bedient sich auch eine Anzahl [[Sitcom]]s des Anthropomorphismus (zum Beispiel &amp;#039;&amp;#039;[[Die Dinos]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Comic]] tauchen anthropomorphe Figuren oft im Bereich der leichten und vornehmlich an Kinder gerichteten Unterhaltung auf. Das Stilmittel findet sich jedoch ebenso bei Erwachsenen-Comics wie &amp;#039;&amp;#039;[[Fritz the Cat]]&amp;#039;&amp;#039; und auch bei ernsten Themen, wie beispielsweise in [[Art Spiegelman]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Maus – Die Geschichte eines Überlebenden]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Alfred J. Kwak]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Herman van Veen]] oder &amp;#039;&amp;#039;[[Canardo]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Benoît Sokal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren ist um den tierischen Anthropomorphismus eine [[Subkultur]], oft [[Furry]] genannt, gewachsen. Ihre Mitglieder ([[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;furries&amp;#039;&amp;#039;) zeigen Interesse an anthropomorphisierten Tieren, „anthros“ oder „morphs“ genannt. Das Gegenstück in der japanischen Kunst sind die [[Kemono]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landkarten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Europa regina by Sebastian Münster.jpg|mini|hochkant|Europa Regina]]&lt;br /&gt;
Ein frühes Beispiel einer anthropomorphen Landkarte aus dem 14. Jahrhundert schuf [[Opicinus de Canistris]], der Europa und Afrika als streitendes Paar darstellte. Anfang des 16. Jahrhunderts entstand der Typus der [[Europa Regina]], der den Kontinent als Königin darstellt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen aus kämpfenden Figuren zusammengesetzte „arcimboldeske“ Europakarten in Mode, die die Konflikte zwischen Nationen darstellten.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Figürliche Landkarte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaften ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Scuola dei paesi bassi medidionali, paesaggio antropomorfo, donna, 1550-1600 ca. 02.JPG|mini|Anthropomorphe Landschaft, 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts|links]]&lt;br /&gt;
Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert waren anthropomorphe Landschaften ein beliebtes [[Sujet]] der bildenden Kunst. Dabei setzen sich die verschiedenen Bestandteile der dargestellten Landschaft zu einer menschlichen Gestalt oder oft auch nur einem Kopf zusammen. Entsprechende Werke sind etwa von [[Joos de Momper]], [[Matthäus Merian der Jüngere|Matthäus Merian dem Jüngeren]], [[Herman Saftleven]] und [[Wenzel Hollar]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthropomorphismus in der Architektur ===&lt;br /&gt;
Die Anschauung, dass Gebäude anthropomorph aufzufassen sind und dass dem menschlichen Körper ein [[Geometrie|geometrischer]] Bezug zu eigen ist, findet sich in der antiken [[Architekturtheorie]] bei [[Vitruv]] &amp;#039;&amp;#039;(De architectura libri decem),&amp;#039;&amp;#039; worin dieser die Auffassung vertrat, dass sich aus dem menschlichen Körper etwa die Figuren des Kreises &amp;#039;&amp;#039;(homo ad circulum)&amp;#039;&amp;#039; und Quadrats &amp;#039;&amp;#039;(homo ad quadratum)&amp;#039;&amp;#039; gewinnen ließen (→ [[vitruvianischer Mensch]]). Seitens Vitruvs war diese Anschauung in Bezug auf den Entwurf von Gebäuden abstrakt und metaphorisch gemeint, das heißt, er verlangte nicht, dass Gebäude insgesamt dem menschlichen Körper nachzubilden seien. Den Begriff &amp;#039;&amp;#039;symmetria&amp;#039;&amp;#039; bezog er allerdings auf Maßeinheiten, die er vom menschlichen Körper ableitete und etwa als Modul bzw. Maßsystem auf die architektonische [[Proportion (Architektur)|Proportion]] von Bauteilen, etwa den Durchmesser einer [[Säule]], und von Baukörpern, etwa einen [[Griechischer Tempel|Tempel]], anwandte ([[Anthropometrie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Tradition zieht sich ein Anthropomorphismus durch große Teile der Architekturgeschichte, jedoch mit sinkender Bedeutung. Die französische Architekturtheorie des 17. Jahrhunderts begann damit, das Vitruv’sche Proportionssystem ausdrücklich in Frage zu stellen. [[Claude Perrault]] nutzte im Rahmen seiner Vitruvübersetzungen (ab 1674) seinen Kommentar dazu, eigene Ansichten der Schönheit und richtigen Proportion zu propagieren und eine „französische Säulenordnung“ vorzustellen. Durch die Einführung des [[Metrisches Einheitensystem|metrischen Systems]] (ab 1793) büßte ein am menschlichen Körper orientiertes Proportionssystem weiter an Bedeutung ein. Einen Versuch der Wiederbelebung stellt das im 20. Jahrhundert entstandene Proportionssystem [[Modulor]] von [[Le Corbusier]] dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Frank Zöllner]]: &amp;#039;&amp;#039;Anthropomorphismus. Das Maß des Menschen in der Architektur von Vitruv bis Le Corbusier&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Otto Neumaier]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ist der Mensch das Maß aller Dinge? Beiträge zur Aktualität des Protagoras&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arianna. Wunschbilder der Antike&amp;#039;&amp;#039;, Band 4). Band 4, Möhnesee 2004, S. 307–344 ([http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/4221/1/Zoellner_Anthropomorphismus_2004.pdf PDF])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthropomorphe Maschinen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Thomas at Bitton station.jpg|mini|Dampflokomotive [[Thomas, die kleine Lokomotive|Thomas]]]]&lt;br /&gt;
Viele Menschen schreiben noch heute unbelebten Objekten (etwa Fahrzeugen oder Maschinen) menschliche Eigenschaften zu, wobei dies vor allem aus traditionellen Gründen (wie bei der [[Schiffstaufe]]), unbewusst oder scherzhaft geschieht. Bekannte Beispiele sind, dem eigenen Auto einen Namen zu geben oder mit einer Maschine zu reden, damit sie läuft. Diese Praxis wurde auch in der Fiktion aufgegriffen und weitergesponnen. Beispiele hierfür sind der VW Käfer [[Herbie]] in mehreren Filmen (ab 1968) oder der Sportwagen K.I.T.T. in der Fernsehserie [[Knight Rider]] (1982 bis 1986).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese fiktiven Fahrzeuge zwar nicht äußerlich, aber von ihrem Verhalten her menschenähnlich sind, werden speziell mittels [[Zeichentrickfilm|Zeichentrick]] und [[Computeranimation]] Maschinen auch optisch vermenschlicht, etwa in &amp;#039;&amp;#039;[[Cars (Film)|Cars]]&amp;#039;&amp;#039; (2006) oder [[WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf|WALL·E]] (2008) oder in der Kinder-Fernsehserie &amp;#039;&amp;#039;[[Bob der Baumeister]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch beim Design realer Automobile spielt die Ähnlichkeit mit der menschlichen [[Physiognomie]] eine Rolle. Der Anblick von PKW-Frontpartien wird im Gehirn ähnlich wie der von menschlichen Gesichtern verarbeitet,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-menschen-ordnen-autos-persoenlichkeiten-zu-a-592822.html &amp;#039;&amp;#039;Psychologie: Menschen ordnen Autos Persönlichkeiten zu&amp;#039;&amp;#039;.] [[Spiegel Online]], 27. November 2008, abgerufen am 3. Februar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; weshalb beim Design von Autos Scheinwerfer oder Kühlergrill gezielt so gestaltet werden, dass mit unterschiedlichen Modellen bestimmte menschliche [[Mimik]]en, [[Emotion]]en oder [[Charakter]]eigenschaften assoziiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Pander: [http://www.spiegel.de/auto/aktuell/auto-gesichter-schau-mir-in-die-scheinwerfer-a-440407.html &amp;#039;&amp;#039;Auto-Gesichter: Schau mir in die Scheinwerfer&amp;#039;&amp;#039;.] Spiegel Online, 3.&amp;amp;nbsp;Oktober 2006, abgerufen am 3. Februar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Spezialfall der anthropomorphen Maschine ist der [[Humanoider Roboter|humanoide Roboter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthropomorphismus in der (Alltags-)Tierpsychologie ==&lt;br /&gt;
Als Anthropomorphismus wird auch die Interpretation tierischen Verhaltens „mit typisch menschlichen Deutungen, wodurch das Tier als primitiver Mensch gesehen wird“&amp;lt;ref&amp;gt;Der [[Brockhaus Enzyklopädie|Brockhaus]] Psychologie (hrsg. von der Lexikonredaktion der Verlags F. A. Brockhaus): &amp;#039;&amp;#039;Psychologie. Fühlen, Denken und Verhalten verstehen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Leipzig, Mannheim, F. A. Brockhaus 2009, ISBN 978-3-7653-0592-4, S. 44&amp;lt;/ref&amp;gt; verstanden. Zum Beispiel wird das „Lachen“ von Schimpansen als Lachen und nicht als Drohgebärde verstanden&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Der [[Brockhaus Enzyklopädie|Brockhaus]] Psychologie (hrsg. von der Lexikonredaktion der Verlags F. A. Brockhaus): &amp;#039;&amp;#039;Psychologie. Fühlen, Denken und Verhalten verstehen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Leipzig, Mannheim, F. A. Brockhaus 2009, ISBN 978-3-7653-0592-4, S. 44&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Speziell im Umgang mit [[Haustier]]en kann das zu einer falschen Einschätzung der Bedürfnisse des Tieres führen. Da [[Kaninchen]] etwa auch bei Schmerzen regungslos in einer bestimmten Haltung verharren, wurden sie oft ohne Betäubung kastriert. Die Vermenschlichung von Tieren wird, etwa in Zusammenhang mit [[Tierbekleidung]], auch als mangelnder Respekt vor deren [[Würde]] kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sat.gstsvs.ch/de/sat/sat-artikel/archiv/2025/052025/anthropomorphisme-quelles-consequences-pour-les-animaux.html?tx_igjournal_ar%5Bnavigation%5D=&amp;amp;cHash=2705197967e72b3e9bd6ce241e18d340 |titel=Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST: Die Folgen von Anthropomorphismus für Tiere |abruf=2025-10-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Allgemein ===&lt;br /&gt;
* Harminus Martinus Kuitert: &amp;#039;&amp;#039;Gott in Menschengestalt: Eine dogmatisch-hermeneutische Studie über die Anthropomorphismen der Bibel&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur evangelischen Theologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 45). Chr. Kaiser Verlag, München, 1967. {{DNB|457317310}}.&lt;br /&gt;
* [[Bruno Roy]]: &amp;#039;&amp;#039;La belle et / est la bête. Aspects du bestiaire féminin au moyen âge.&amp;#039;&amp;#039; In [[Renate Baader]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Frauenbild im literarischen Frankreich. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Wege der Forschung]].&amp;#039;&amp;#039; Babd 611), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-08616-3, {{ISSN|0509-9609}}, S.&amp;amp;nbsp;38–51 (französisch).&lt;br /&gt;
* Daniel Hermsdorf: &amp;#039;&amp;#039;Filmbild und Körperwelt. Anthropomorphismus in Naturphilosophie, Ästhetik und Medientheorie der Moderne&amp;#039;&amp;#039;. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2011, ISBN 978-3-8260-4462-5. [http://www.filmdenken.de/fd/buecher/filmbild-und-koerperwelt.htm Verlagsinfo]&lt;br /&gt;
* Ralf Becker: &amp;#039;&amp;#039;Der menschliche Standpunkt: Perspektiven und Formationen des Anthropomorphismus.&amp;#039;&amp;#039; Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-465-03715-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islam ===&lt;br /&gt;
* Ibn-Ibrāhīm ar-Rassī al-Qāsim: &amp;#039;&amp;#039;Anthropomorphism and interpretation of the Qurʾān in the theology of al-Qāsim Ibn Ibrāhīm&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Binyamin Abrahamov. Brill, Leiden, 1996, ISBN 90-04-10408-9 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Josef van Ess]]: &amp;#039;&amp;#039;Theologie und Gesellschaft im 2. und 3. Jahrhundert der Hidschra. Eine Geschichte des religiösen Denkens im frühen Islam&amp;#039;&amp;#039;, Band 4. De Gruyter, Berlin, 1997, ISBN 978-3-11-014835-0, S. 373–424.&lt;br /&gt;
* Daniel Gimaret: &amp;#039;&amp;#039;Dieu à l’image de l’homme: les anthropomorphismes de la sunna et leur interprétation par les théologiens&amp;#039;&amp;#039; (= Patrimoines. Islam). Les Édition du Cerf, Paris 1997, ISBN 2-204-05636-7, {{ISSN|0767-0087}} (französisch).&lt;br /&gt;
* Ibn-al-Ǧauzī, Yūsuf Ibn-ʿAbd-ar-Raḥmān, Merlin L. Swartz: &amp;#039;&amp;#039;A medieval critique of anthropomorphism: Ibn al-Jawzī&amp;#039;s Kitāb Akhbār aṣ-ṣifāt; a critical edition of the Arabic text with translation, introduction and notes&amp;#039;&amp;#039; (= Islamic philosophy, theology and science, 46). Brill, Leiden 2002, ISBN 90-04-12376-8 (arabisch/englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Anthropomorphism|Anthropomorphismus}}&lt;br /&gt;
* Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6.&amp;amp;nbsp;Auflage 1905–1909, S.&amp;amp;nbsp;571. [http://images.zeno.org/Meyers-1905/K/big/meyers-1905-001-0571.png zeno.org]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4133539-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthropomorphismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glaube und Dogma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PaFra</name></author>
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